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Nr. 254

Montag, 30. Oktober 1939

87. Jahrgang

nur in

über sehr vorsichti

des Duce,der immer

enausfuhrverbotes

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Anf - aus

Mißstimmung in England und Frankreich

as. Berlin, 30. Okt. Beim Eintritt in die neunte

Der Oberbeiehlsbaber der Kriegsmarine. Großadmiral Raeder. hat die Seefliegerverbände auf Sylt besichtigt und ihnen bei dieser Gelegenheit für ihre hervorragenden Leistungen und ihre ständige Einsatzbereit­schaft seine Anerkennung ausgesprochen.

Der Montagsbericht des OKW.

Berlin, 30. Okt. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Westfront keine Veränderung der Lage.

ktteg mehr als brüchig erweist; sie ist darüber hinaus ein Bumerang, der zu dem Angreifer zurückschwirrt und ihn

van bereit sei. dir Schiff» chn imo auf dem Jangtse

Berlin, 29.Okt. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Keine besonderen Ereignisse.

Tokio läßt USA.-Botschafter warten

Borläufig keine VerhandlungenDie neue Regierung in China eine rein chinesische Angelegenheit"

Hebung des

Neutralitätsvorlage und damit die

Der Londoner Rundfunk berichtet, daß der erste bri - tische Lazarettzug in London eingetroffcn ist. Er brachte aber nicht etwa im Kampf verwundete, son­dern nur erkrankte und durch Unfall verletzte Soldaten nach London: denn kämpfen mutz ja für Groß­britannien Frankreich. Unter den Patienten war also nicht ein einziger an der Front verwundeter englischer Soldat.

Daladier unterdrückt die Bolksmeinung

.Petit Parifien": Die Massenverhaftungen richten sich gegen gute, ehrliche Franzosen Frauen und Frontkämpfer monate.

V2 Million Tonnen warnen

Von Hans Schon

Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht, wonach seit Kriegsbeginn insgesamt 115 Schiffe mit nahezu 500 000 Brutto-Registertonnen versenkt worden sind, hat in der ge­samten Weltpresse wie eine Bombe eingeschlagen. Allüberall werden die Möglichkeiten erörtert, die sich nach diesen gewal­tigen Erfolgen der deutschen Seekriegführung ergeben. Die Überzeugung, daß der englische Blockadering nicht im ent­ferntesten jene Lückenlosigkeit aufweist, die in den ersten Tagen des Krieges mit großschnäuziger Uberheblichkeir proklamiert worden ist, bricht sich immer mehr Bahn. Nicht nur in dem befreundeten Italien und in Sowjetrußland, wo die deutschen Erfolge als Bestätigung der Erwar» tungen in diesen Ländern verzeichnet werden; vor allem auch in den neutralen Staaten können die respek» tablen Zahlen ihren Eindruck nicht verfehlen. Zumal immer klarer wird, daß die englischenSieges"hossnungen einzig und allein auf der Handelskriegführung aufaebaut wurden. Eine Methode, die sich aber nun im Gegensatz zum Welt-

Iprache über die Gesamtlage zuzulas des Parlaments kann der französische lich nicht umgehen, da seine Vollmc

für dritte Mächte freizugeben.

Ferner wies der Sprecher auf die Bedeutung der neuen Regierung in China hin. die demnächst unter Wang- t s ch i n g w e i gebildet werden würde. Japan habe entgegen anderslautenden Behauptungen hierüber mit dritten Mächten nicht vorher verhandelt, da die neue Regierung eine rein chine­sische Angelegenheit sei. Ob und wann Japan diese neue Re­gierung anerkennen werde, sei noch unbestimmt.

Feine Demokratie

Monaten verurteilt worden, nur weil er zu viel getrunken und zu viel gesprochen habe. Alles seien aber gute, ehrliche Franzosen, die nur das Pech gehabt hätten. ..extravagante" Äußerungen gemacht zu haben.

Wir zweifeln keinen Augenblick an der Wahrheit der Ausführungen des JBetit Parisien". Aber wir sind der Ansicht, daß es mit der Moral eines Landes eigentümlich bestellt fein mutz, wenn man derartig geringe Verfehlungen mit so harten Strafe'n belegt. Das Pariser Jnfor- mationsministerium spricht täglich von der Geschlosienheit der inneren Front und von dem festen Willen des Volkes. ?en Krieg gegen Deutschland bis zum endgültigen Siege durch­zuhalten. Warum hat man dann aber große Angst vor den Auswirkungen solcher im Rausch gemachten Äußerungen von angeheiterten ehrlichen Franzosen auf die Moral des Lan­des? Sollte da etwas nicht stimmen?

, Tokio. 30. Okt. (Funkmeldung.) Der Sprecher des japa- nuchen Auswärtigen Amtes erklärte am Montag, daß für eine Aussprache Nomuras mit dem amerikanischen Botschafter Erew noch kein Zeitpunkt festgesetzt sei. Entgegen anders­lautenden Pressemeldungen betonte der Sprecher, daß Japan nicht die Absicht habe, sofort in offizielle Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über die Regelung der schwebenden Streitfragen einzu- treten. In diesem Zusammenhänge dementierte der Sprecher ausMfl6ni ------

Gnadenerlaß des Führers für Beamte

Berlin, 28. Okt. Nach den Gnadenerlasien für die Wehr­macht und für die Zivilbevölkerung wird nunmehr durch einen Gnadenerlaß des Führers auch Beamten und Ruhe­standsbeamten. die sich eines Dienstvergehens schuldig gemacht haben, in gewisien Grenzen Straffreiheit gewährt. Kleinere Dienst strafen werden nicht mehr verhängt und voll­streckt. Eingeleitete Verfahren können, wenn die Höchststrafen nicht zu erwarten sind, eingestellt werden.

Die Reden, die in Italien zur Wiederkehr des Tages des Marsches auf Rom gehalten wurden, dürften den west­lichen Demokratten Anlaß geben, auch Italien g ege n - '' ' t i a aufzutreten. Die Worte . ruhmreiche Tag der Revolution der

Schwarzhemden findet uns alle von den Alpen bis zum Indischen Ozean geschlossen, stark und entschlossen

wie nie zuvor", können nicht überhört werden. Genau so wenig wird man einen Artikel des Staatsministers Farinacci übersehen, der imRegime Fashista" u. a. schreibt:Wir dürfen uns nicht von den Ereignissen über­raschen lasten. Wir müssen geistig und materiell gewappnet sein und wachen. Besonders wenn der Kon­flikt sich ausweitet und die Karte Europas uns der Welt noch von radikalen Änderungen bedroht sein sollte, darf man in Italien nicht die Lehre Machiavelli vergessen, daß die Neutralen verurteilt sind, immer zu verlieren, weil sie nicht kämpfen." Das sind recht deutliche Worte, die noch durch die Feststellung Farinaccis unterstrichen werden, daß Italien in dem Mittelmeer die Vorherr­schaft besitzt und besitzen muffe. Italien könne jederzeit, wenn es immer wolle, den Nachweis führen, wer die Herr­schaft über dieses Meer innehat. Diese Worte dürsten ge­wissen englischen Kriegstreibern, die den Konflikt gern auf das Mittelmeer ausdehnen möchten, doch wohl zu denken geben.

Kriegsrooche ist die Stimmung in den westlichen Demokratien alles andere als gut. Man hatte sich den Verlauf dieses Krieges doch wesentlich anders vorgestellt. Erfolge sind nämlich auf keinem einzigen Gebiet zu ver­zeichnen. Kein Wunder, daß scharfe Kritik an den Regierunasmaßnahmen geübt wird, und zwar so­wohl in England als auch in Frankreich. Aus diesem Grund hat auch Daladier wenig Neigung, im Parlament eine Aus­sprache über die Gesamtlage zuzulassen. Die Einberufung Des Parlaments kann der französische Ministerpräsident frei­lich nicht umgehen, da seine Vollmachten Ende November ablaufen, also erneuert werden muffen. Charakteristisch für ine Stimmung in Frankreich ist ein Artikel desMatin", der recht pessimistisch die Auswirkungen des Krieges auf die französische Wirtschaft und die Moral der Bevölkerung be­handelt. Er spricht davon, daß die Regierungsmaßnahmen zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit, zu Preissteigerungen und zu einer großen Beunruhigung der Bevölkerung geführt haben. Gleichzeitig wird in 'anderen großen französischen Blättern bemängelt, daß die 11 n t e r st ii tz u n g für d i e Soldatenfamilien noch immer ausbleibt. Ähnliche Klagen werden auch in England laut. Auch dort wird die Tätigkeit der Regierung scharf kritisiert. Neuer­dings werden vor allem die Evakuier ungsmaß- nahmen bemängelt. DieTimes" fordert, daß die Ee- samt-Evakuierungspläne abgeändert und neu aufgestellt werden. Kurzum, auf allen Gebieten ergeben sich Reibungen und Schwierigkeiten. Die Erörterungen hierüber nehmen in der demokrattschen Presse einen ziemlich weiten Raum ein, soweit es die Zensur in Frankreich nicht für zweckmäßig erachtet, derartige Klagen zu unterbinden.

Amerika. Wir haben an anderer Stelle dem Echo zu diesem Schritt des amerikanischen Senats in Rußland Staunt ge­geben. Abgesehen von den polittschen Perspektiven bleiben

Britische Unverschämtheit

Lieferung bezahlter Kriegsschiffe an Brasilien verweigert

Rio de Janeiro, 29. Okt. Brasilien rüstet zur See im Rahmen des seinerzeit befchlostenen Programms auf. trotz mancherlei Schwierigkeiten, die dem Aufbau der brasiliani­schen Kriegsmarine durch das Verhalten Englands erwachsen. England hat nämlich mit der ihm eigenen Rücksichtslosigkeit beschlossen die gegen Vorauszahlung bei englischen Werften für Brasilien hergestellten Kriegsschiffe nicht ab- Pu liefern und sie lieber für den eigenen Kriegsbedarf zu verwenden. Das brasilianische Rüstmigsprogramm erfährt trotzdem keine Unterbrechung, da die Werften des Marine- minijteriums dielen Ausmll durch Mehrarbeit ausgleichen. Nachdem erst vor wenigen Wochen mehrere Minenleger vom Stapel gelaufen und einige andere ebenfalls in Brasilien erbaute Schifte in Dienst gestellt worden waren, erfolgte letzt in Rio de Janeiro in Gegenwart 6cs Präsidenten Vargas Ler Stapellauf der lebten Einheit der neuen Minenleger-

Das gesamte Wilnagebiet

von der litauischen Armee besetzt

Kowno, 29. Okt. Nachdem am Freitagabend in Moskau das Zusatzvrotokoll zum litauisch-sowietrussischen Beistands­abkommen vom 10. Oktober unterzeichnet wurde, das die ge­naue Beschreibung der litauisch-sowjetrussischen Grenze ent­hält, hat die litauische Armee am Samstag Wilna und das gesamte abgetretene Wilna­gebiet besetzt. Am Sonntag wurde auf dem geschicht­lichen Eedikinasburgberg in Wilna die litauische Flagge f e'i e r l i ch g e 6 i B t. In ganz Litauen fanden aus Anlaß der Eingliederung des Wilnagebietes Festgottesdienste statt. Der Eisenbahnverkehr zwischen Kowno und Wilna wurde bereits aufgenommen. Neben dem Lit gilt im Wilnagebiet vorläufig auch der Zloty als Zahlungsmittel (ein Lit gleich 5 Zloty). Die litauische Postverwaltung hat aus Anlaß dieses geschichtlichen Ereignisses Sondermarken herausgebracht: cs sind dte Jubiläumsmarken zur 20jahrigen llnabhängigkeiis- feier mit einem Sonderaufdruck.

durch die kürzlichen Erklärungen des britischen Kriegwirt- schastsministers gegenüber einer belgischen Zeitung wesent­lich erhärtet worden ist.

Der deutsche Standpunkt in dieser Frage ist wiederholt und eindeutig präzisiett worden. Ein Nachgeben der neutralen Länder gegenüber dem englischen Druck ist mit den Neutralitätsverpflichtungen nicht ver­einbar. Erfreulicherweise hat der belgische Außenminister Spaak am Wochenende in einer Rundfunkansprache ein neues Bekenntnis zu der Neutralität seines Landes abgelegt. Dabei ermahnte er gewisse belgische Kreise, die sich nicht im klaren darüber zu sein schienen, daß die Neutralität Pflichten auferlege, und daß sie nur unter gewissen Be­dingungen aufrecht erhalten werden könne. Die belgische Regierung, so rief der Außenminister aus, sei jetzt ent­schlossen zu handeln, und fordere alle auf. Belgien und den Frieden gegen die unklugen Leute zu unterstützen und zu schützen. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, daß im Südosten die Neutralitätsentschlossenheit der einzelnen Staaten noch stärker als bisher zum Ausdruck gebracht wird. All diese Bestrebungen paffen den Engländern und Fran­zosen selbstverständlich wenig ins Konzept. Für sie be­deutet Neutralität lediglich ein Fernbleiben vom Kriege bei betonter Unterstützung der Westmächte.

Am gleichen Tage, an dem das OKW. die gewaltigen Erfolge des deutschen Handelskrieges veröffentlichte, kam die Nachricht über die Annahme der Nooseveltschen

lang im Gefängnis

Paris, 29. Oki. In Frankreich werden sogenannteDe­faitisten" am laufenden Band verurteilt. Die Gerichte sind dem Ansturm kaum gewachsen und man hat schon fast eine feste Norm für das Verfahren festgesetzt, um den Lauf der Prozesse zu beschleunigen und die Anklagebank für einen neuen Schub freizumachen. Nach dem Strafmag. das zwischen einem Monat und drei Jahren schwankt, sollte man annehmen, daß es sich um höchst staatsgefährliche Leute handelt. DerPetit Parisien" klärt uns jedoch auf, daß diese Annahme irrig ist und stellt fest, daß es sich in den meisten Fällen um Leute handelt, die eine etwas zu lose Zunge gehabt haben. Die meisten hätten unter dem Einfluß des Alkoholsirgendeine Dummheit" geredet. Unter den Angeklagten finde man auch Frauen Eine Schauspielerin habe zehn Tage Gefängnis erhalten, ein junges Mädchen einen Monat. Ein Frontkämpfer sei zu drei

selbst tödlich trifft.

In der Tat Hai England bislang den Hauptschaden des von ihm entfesselten Handelskrieges davongetragen. Das Organ des sowjetrussischen Kriegsmarinekommissariats Krassny Flöt" stellt fest, daß sich die Verluste Englands und Frankreichs auf 75 v. H. der bis jetzt eingeireienen Gesamtverluste belaufen. Während England mit Sicherheit sechs Kriegsschiffe verloren habe, brauche die deutsche Flotte bis zur Stunde kein einziges llberwafferkriegsschiff zu be­klagen. In diesem Zusammenhang wirkt die seinerzeitige Erklärung Chamberlains im Unterhaus wie eine Groteske, in der er behauptete, es seien Bereits 22 deutsche U-Boote auf den Grund des Meeres geschickt worden. Die Berichti­gung des Oberkommandos der Wehrmacht, daß Deutschland lediglich den Verlust von drei U-Booten zu beklagen hat, be- leuckftei erneut die aK

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lich günstige Verhältnis der Verluste im Vergleich zu den erzielten Erfolgen.

Es ist unter diesen Umständen verständlich, daß sehr eingehend dir Frage erörtert wird, wie England und Frank­reich sich denn nun eine Fortsetzung der Kriegführung auf der Ebene des Handelskrieges denken. Französische Zeitungen glauben England warnen zu müssen, die gegenüber den anderen neutralen Staaten angewandten Seeräubermethoden auch auf die italienischen und sowjetrussischen Handelsschiffe auszudehnen. Der Vermutung, daß solche Warnungen nicht ungehört verhallen, geben sich auch neutrale Länder hin. Allerdings ist zu befürchten, daß die Westmächte einen Aus­gleich durch einen verstärkten Druck auf di e kleinen Neutralen versuchen. Eine Befürchtung, die

Zahlt England?

Riefenichoden durch den englischen Bombenabwurf auf Esbierg

Kopenhagen, 29. Okt. Der Sachschaden, der durch eng­lische Fliegerbomben am 4. September in Esbierg angerichtet wurde, ist jetzt von den damit beauftragten Gutachtern nach wie die Zeitspanne zeigt sehr sorgfältiger Berechnung mit 132 000 Kronen beziffert worden. Davon entfallen 89 700 Kronen auf die durch die von den Engländern ab­geworfenen Bomben angerichteten Zerstörungen an drei Häu­sern und einer Kistemabrik und 42 600 Kronen auf Zer­störung bezw. Beschädigung des Hausrates von 20 Familien. Nicht hinzugerechnet sind die Ausgaben, die aus dem Vorfall nachträglich entstanden sind. Bei den Bombenabwürfen wurden, wie erinnerlich, eine Frau getötet und mehrere Personen ver­letzt. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich die Engländer ge­neigt zeigen werden, den schon seinerzeit von Dänemark grundsätzlich erhobenen Schadenersatzforderungen nachzukom­men. oder ob sie den englischen Ursprung der zerstörenden Bomben noch immer nicht als endgültig erwiesen anerkennen werden, eine nachträglich von ihnen gemachte Voraussetzung, deren Stellung nach der englischen Entschuldigung für dasbe­dauerliche Versehen" ihrer Flugwaffe schon damals außer­ordentlich überraschend wirkte.

Deutliche Worte aus Rom

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)