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Wiesbadener Tagblatt

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Erscheiimngrzeit:

8. Schrllrnberg'sche vach»rllcker-i.Tagblatt-Haus'

Nr. 250

Mittwoch, 25. Oktober 1939

87. Jahrgang

England hat den Krieg seit Jahren planmäßig vorbereitet

Abrechnung mit Chamberlain

gegen

Die Kriegsschuld Grohbritanniens

Die Welt hat verstanden

ick dies roohl sagen

io manches diplomatische

die ein

Wöchentlich

mit einer täglichen

Fernfprecher-Sarnrnel-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

den Krieg bis zum siegreichen Ende durchzusühren

Presse anderer Länder, vor allem auch Italiens. Die Beweisführung dafür, daß England seit Jahren insgeheim und planmäßig den Krieg gegen Deutschland vorbereitet hat, sei, so wird hier betont, mit der erschöpfenden Dar­stellung der englischen Politik der letzten Jahre und der un­mittelbaren Vorgeschichte des Krieges vollständig ge­lungen. Man denkt dabei in Rom besonders auch an die von Ribbentrop festgestellte Sabotierung des von Mussolini am 2. September unterbreiteten Planes durch Chamberlain. Mit dieser Beweisführung sei ein für allemal die Ver­antwortung Englands für die weitere Ent­wicklung der Ereignisse geklärt.

Deutschlands Konkolidierungsprozeß in Europa abgeschlossen"

Daneben wird in vielen 'Blättern daraus hingewiesen, daß die territorialen Forderungen Deutschlands an Eng­land und Frankreich und überhaupt in Europa abgesehen von den Kolonialansprüchen endgültig befriedigt sind. Die norwegische Prelle betont in den Überschriften, daß Deutschlands Konsolidierungsprozetz in Europa ab­geschlossen sei. Belgische Blätter vor allem unterstreichen durch Fettdruck die Feststellung Ribbentrops, daß Deutsch­land seine Grenzen jetzt als endgültig betrachtet und keine Forderungen mehr an England und Frankreich zu stellen hat. Begreiflicherweise haben diese Worte gerade in Bel­gien 'eine sehr starke Wirkung ausgelöst und werden im Rahmen der englischen Kriegspropaganda jetzt besonders er­örtert. Selbstverständlich, daß auch die Entlarvung der zahlreichen Wortbrüche Englands in der internationalen Presse festgehalten wird. Daß der Reichs­außenminister unter den Beispielen des für das britische Imperium zum System gewordenen Wortbruches an erster Stelle den englischen Betrug an Italien aus dem Versailler Vertrag genannt hat, ruft in Italien lebhaften Widerhall hervor. Hat doch das italieniscke Volk weder diesen Wortbruch, noch die von England während des abes­sinischen Feldzuges heraufbeschworenen Sanktionen vergessen.

Aus Übersee liegen bis zur Drucklegung nur kurze Be­richte vor. Die amerikanischen Abendblätter brachten bereits ausführliche Auszüge. Die Svätausgabcn der Abendpresse von Buenos Aires veröffentlichten an erster Stelle den vollen Tert der Rede.

Anzrigenpreift: Ein Millim-ter HSHe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 6, Nachlässe nach Preisliste Nr. 6. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Schluss der Anzeigen-Annahmc 9"/z Uhr vormittags. Grössere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Erdrückendes Veweismaterial

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

as. Die Rede, die Reichsautzenminister von Ribben- trop am Dienstag auf dem Tag der alten Kämpfer in Danzig hielt, stellte eine ebenso scharfe wie gründ­liche und, wie der immer wieder diese Rede unter­brechende laute Beifall bewies, äußer st wirksame Ab­rechnung mit Herrn Chamberlain dar. Wohl noch nie ist an Hand eines erdrückenderen Materials in so umfassender Weise der Welt aufgezeigt worden, wie sich Eng­land immer und immer wieder allen deutschen Ver­suchen entgegenstemmte, auf friedlichem Wege eine Revision des Versailler Vertrages zu er­reichen, d. h. allen Versuchen, ein besseres und gesunderes Europa zu schaffen. Es ist nicht Englands Verdienst, wenn es erst jetzt zum Kriege kam. Wäre es nach dem Wunsch und Willen der englischen Kriegstreiber gegangen, so hätte Frank­reich schon zu den Waffen greifen müssen denn die Eng­länder kämpfen ja immer bis zum letzten Franzosen als Deutschland die Wehrhoheit wiedererlangte. Es ist immer die gleiche englische Politik, von den.Intrigen des Jahres 1933, die zum Sturz des damaligen französischen Ministerpräsidenten Daladier führten, weil eben Herr Dala- dier bereit schien, sich mit dem Führer zu treffen und zu ver­ständigen, bis zu der Aufhetzung Polens gegen Deutschland.

Diese englische Kriegshetze gegen Deutschland ist für Europa um so tragischer, als von deutscher Seite in unermüd­licher Geduld immer und immer wieder versucht wurde, einen Ausgleich mit England, ja mehr noch ein freundschaftliches deutsch-englisches Verhältnis zu erreichen. Das schien um so eher möglich zu sein, als bei einer einigermatzen vernünftigen Einstellung auch London hätte erkennen müssen, datz sich die wohl verstandenen Interessen beider Länder nirgends über­schneiden, sondern leicht miteinander in Einklang zu bringen sind. Unter starker Bewegung der Versammlung verwies der Reichsautzenminister darauf, datz der Führer sogar bereit war, ein Schutz - und Trutzbündnis mit England ab- zuschlietzen, durch das unter bestimmten Voraussetzungen Eng­land sogar der Schutz deutscher Truppen für sein Weltreich zugesichert wurden. Damit wird noch einmal dokumentiert, datzDeutschland keinerlei aggressiveZieleverfolgte

Starker Widerhall der deutschen Entschlossenheit,

Das Auslandsecho der Danziger Rede

wt. Die Danziger Rede des deutschen Außenministers hat in der gesamten Weltpresse einen starken Wider­hall gefunden. Dabei ist bemerkenswert, daß der entschei­dende Tenor der Ausführungen Ribbentrops von nahezu sämtlichen Blättern erkannt und verstanden worden ist. Es bandelt sich vor allem um die Feststellung, daß Deutsch­land nickt eher die Waffen niederlegen wird, bis die Sicher­heit des Reiches in Europa gewährleistet ist und die Garan­tien dafür geschaffen sind, daß ein solcher Angriff auf das deutsche Volk für alle Zeiten ausgeschlossen ist. In Italien wird diese Feststellung besonders stark unterstrichen. Aber auch in vielen anderen Ländern beben die führenden Blätter diesen Beweis eiserner Entschlossenheit zum Teil in den Schlagzeilen hervor. Der dänische Rundfunk verbreitete nach einem Auszug der Danziger Rede in dänischer Sprache anschließend wörtlich den Schluß der Ausführungen des Reichsaußenministers, der Deutschlands Entschlossenheit, Englands Kampfansage aufzunehmen, zum Ausdruck bringt. In der norwegischen, belgischen, hollän­dischen, jugoslawischen, ungarischen und der übrigen Presse der südosteuropäiscken Staaten finden wir diese Erklärungen ebenfalls größtenteils im Wortlaut. Wenn auch Kommen­tare wegen der Kürze der Zeit bis zur Stunde nur verein­zelt vorliegen, io gebt aus der Wahl der Auszüge und den Überschriften doch eindeutig hervor, daß die Welt den deut­schen Außenminister verstanden bat.

Englands Kriegsschuld chronologisch erwiesen

Das trifft vor allem auch auf seine unwiderlegbaren Beweise für die Kriegsschuld Englands zu. So hat z. B. die jugoslawischeVreme" die Schlagzeile Ribbentrop beschuldigt England, schon seit langem den Krieg vorbereitet zu haben". Ein jugoslawischer Politiker erklärte, daß die Enthüllungen des Reichsaußenministers ein völlig neues Licht auf die Vorgeschichte des jetzigen Krieges werfen. Auch die Schlagzeilen in den dänischen Zeitungen stellen Englands Kriegswillen, seine langjährige Vorbereitung auf den Krieg mit Deutschland und Cham­berlains Rolle in dieser Politik an Hand der Feststellungen Ribbentrops heraus. Das gleiche gilt von der führenden

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auf dem deutschen Volk lastete, gilt dem Führer unser heißer Dank!

Würdigung der Arbeit der Danziger NSDAP.

Der heutige Tag. der 24. Oktober, ist in der Geschichte Danzigs besonders denkwürdig. Es ist der Tag. an dem der Pg. Forster itnSatire 1930 in Danzig eintraf und die

Gründung des ..Gau Danzig" der NSDAP, vornahm. Die alten Parteigenossen, die heute hier anwesend und, kennen die erste Etappe dieses Kampfes der Gewinnung Danzigs für die nationalsozialistische Bewegung, der von der Parteileitung im Reich als der Kampf auf einem deutschen Auyenvosten.immer mit besonderem Interesse und besonderer Warme verfolgt wurde. Die Machtübernahme im Reich am 30. Januar 1933 bedeutete auch für den Gau Danzig einen neuen Aufschwung, indem die Ideen Adolf Hitlers sich nun tagtäglich mehr durchsetzten und bald ganz Danzig erfaßen sollten.

Die zweite Etappe des nationalsozialistischen Kammes war gekennzeichnet durch die Losung ..Rückkehr zum Reich! Dieser Zeitraum von 6V- Jahren war für die Danziger rnihrung außerordentlich schwierig Sie hatte die Aufgabe, einerseits das Deutschtum in Danzig gegen den dauernden wirtschaftlichen und politischen Druck der Polen zu erhalten und immer mehr für das Ideen­gut des miörcrs zu gewinnen und andererseits entsprechend der vom. Reich verfolgten Politik der Verständigung mit den Polen ein erträgliches Verhältnis zum damaligen polnischen Staat aufrechtzuerhalten. Es würde heute abend im Rahmen dieser Kundgebung zu weit führen, auf die vielen Schwierig­keiten. Rückschläge. Kompromisse. Krisen und Schlimmeres, an denen die Geickichie Danzigs innerhalb der 6-/2 Jahre übervoll ist, naher, einzugehen. Eins aber möchte ick heute ahend doch sagen:

Danzig und seine Führung haben stch in dieser Zeit geradezu als vorbildlicke Kämpfer des Führers gezeigt und als der zuständige Minister, für den Danzig immer eine Art außenpolitisches Schmerzenskind war. darf

und datz alles Gerede von deutschen Weltherrschafts­plänen ein sinnloses und verlogenes Geschwätz war und ist.

Reichsautzenminister von Ribbentrop hat zugleich in seiner Danziger Rede die Bilanz der 6% Jahre nationalsozialistischer Außenpolitik gelogen. Es war ein stolzer Überblick, der auch noch einmal die Politik der Achse, die Politik des Dreiecks Berlin Rom Tokio und nicht zuletzt die deutsch-sowjetrusstsche Freundschaft be­handelte. Dieser Überblick, der bei der ganzen Rede d^s Außenministers eine Fülle hochinteressanter Einzelheiten brachte, zeigte nochmals, daß die deutsche Außenpolitik alle Voraussetzungen für einen Dauerfrieden schuf. Dieser Frieden ist von England verhindert worden.

Die Rede des Reichsauhenministers

Danzig, 24. Okt. In feiner großen Rede, die Len Höhepunkt der Danziger Feierlichkeiten zum Tag der alten Kämpfer bildete, führte Reichsaußenminister von Ribbentrop aus:

Meine Volksgenossen!

Schon lange ist es her, als ich vom Pg. Forster zum ersten­mal eingeladen wurde. in der damals sogenannten ..Freien", in Wirklichkeit aber schwer bedrückten Stadt Danzig zu sprechen. Mehrere Male mußte wegen Pißenvolitischer Vorgänge, über deren Mangel wir in den letzten Jahren ja nicht gerade zu klagen hatten, meine Reise verschoben werden, bis eines Tages dann doch mein lang gehegter Wunsch. Danzig kennenzulernen, über Nacht in Erfüllung ging, und zwar in einer unvorhergesehenen Weife in Erfüllung ging: ich konnte den Einzug des Führers in das befreite Danzig mit­erleben! Unvergeßlich wird es mir immer fein, wie unser Führer als siegreicher Feldherr aus Polen kommend in ihrer schönen Stadt seinen Einzug hielt und von der Danziger Jugend mit glänzenden Äugen und von ihnen allen mit einem Jubel und einer Begeisterung ohnegleichen begrüßt wurde. Nach über zwanzig Jahren größter Schwierigkeiten und schwerster Unterdrückung ist Danzig nun wirklich frei ge­worden. Für diese große und endgültige Lösung der Danzig- und Korridor-Frage, die als eines der schwersten und perfidesten allen Unrechts von Versailles

8 l a n z st ü ck fertiggebracht.

Hin- und hergeworfen zwischen der selbstverständlichen Loyalität gegenüber der Verständigungs- volitrk des Reiches mit Polen, dem dauernden Druck Po lens, seine ihm im Friedensoertrag einge- raumten Rechte wirtschaftlicher und politischer Art weiter auszubauen, den Beschlüfsen weltfremder, unfähiger, ja oft böswillige r V olkerbundsin stanzen, gegen sie der Danziger Senatsvräsident Ereifer einen dauernden schweren und aufopferungsvollen Kampf zu führen hatte und gegenüber den inneren marxistischen Feinden, die nach der Machtergreifung das Feld ihrer Tätigkeit zum Teil nach Danzig verlegt hatten, war es bestimmt nicht immer leicht, den richtigen Weg zu finden.

Es ist ein G e b 01 d e r F a i r h e i t. bei dieser Gelegen­heit auf die gerechte und superiore Amts- kuhrung des letzten!kerbui,dkommifiars. des Schweizer Professors Lurckhardt, hinzuweisen, der immer bestrebt war. einen gerechten Ausgleich der Interessen herbeizufuhren, und besten Tätigkeit eine rühmliche Aus­nahme im Vergleich zu manchen keiner Vorgänger darftellte.

Das. große Verdienst der nationalsozialistischen Führung in Danzia und damit des Gauleiters Pg. Forster ist es aber da« er es fertig brachte, trotz dieser manchmal fast unüber­windlich scheinenden Schwierigkeiten Danzig rein deutsch zu erhalten und dem Führer damit die Heimholung der Stadt ins. Reich erleichtert zu haben.

Besonders in den kritischen Tagen und Wochen dieses Jahres hat sich Pg. Forster auf diesem schweren Borvosten bewährt. Seine Ruhe, keine Zuversicht und sein unbeirrbarer Optimismus haben sich nicht nur am die Partei, sondern auf ganz Danzig übertragen und waren damit entscheidend kür die Kaltblütigkeit, die ausge­zeichnete Haltung und Disziplin seiner Bevölkerung. Die tapfere Haltuna der ff- Seimwehren, ihr bewährter

6 SIttSOflheit Weriiäglich nachmittags.

v »ÄJJWVHI Geschäftszeit: s Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Eonn-U. Feiertags

NnterhalfttttgSbeilage. $crliner $üro: Berlin-Wilm-r-dorf

Reichsautzenminister von Ribbentrop:Deutschland wird nicht eher die Waffen niederlegen, bis Sicherheit des Reiches in Europa gewährleistet ist und die Garantien dafür geschaffen sind, datz solcher Angriff auf das deutsche Volk für alle Zeiten ausgeschlossen ist"

von England, das stch seit Jahren auf den Krieg Deutschland vorbereitete und das deshalb auch die M ü'f so - linische Vermittlung zum Scheitern brachte, wie es auch dem großen Friedensplan des Führers vom 6. Oktober ein stures Rein entgegensetzte. Deutschland nimmt diese Kampfansage Englands auf. Es wird auch daran ließ der Reichsaußenminister nicht den min­desten Zweifel diesen Krieg mit dem Einsatz des geschlossen hinter dem Führer stehenden ganzen deutschen Volkes führen und zwar bis zu einem Ende, das die Wiederholung einer derartigen Brandstiftung durch die Chamberlain, Churchill und Genossen ein für allemal unmöglich macht und Europa damit einen Frieden sichert, der diesen Namen wirklich ver­dient.