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Nr. 249
Dienstag, 24. Oktober 1939
87. Jahrgang
Deutsches U-Boot versenkt britische« Sandelsdampser
iS
garantierte mit einer denken.
Loudon, 24. Okt. (Funkmeldung.) Wie der englische Rundfunk mitteilt ist am Montag em britisches Schiss versenkt worden. Der Londoner 1375 Tonnen große Dammer ..S e a v e n t u r c“ wurde in der Nordsee von einem U-Boot torvediert. Die aus 25 Mann bestehende Besatzung wurde gerettet.
Das seinerzeit gesunkene englische U-Boot „Thetis" iS nunmehr gehoben worden. Es befindet sich in schwimmendem Zustande, eine Meile von der Küste entfernt. Das ebenso das verbogene Periskop.
Amsterdam, 23. Okt. Wie aus Südafrika gemeldet wird, werden dort im ganzen Lande täglich Versammlungen abgehalten, in denen die Politik der Regierung emuts einer scharfen Kritik unterzogen wird. Insbesondere wird die Tatsache, daß Südafrika vor den britischen Kriegswagen gespannt worden sei, aufs schärfste gegeißelt, und immer stärker wird der Wunsch zum Ausdruck gebracht alle Bindungen mit England zu zerbrechen und eine freie eigene Republik zu schaffen.
So berichtet die Zeitung „Die Bürger", daß vor etwa 2500 Angehörigen des Wahlkreises Rustenburg Mr. Strydom. Parlamentsabgeordneter für Waterberg, in einer Ansprache gesagt habe: Die Verwirklichung unserer afrikanischen Republik komme immer näher und näher. General Smuts habe durch sein Auftreten in jüngster Zeit einen gewaltigen Stob in der Richtung zur Verwirklichung dieses Ideals ge-
ländern den Wunsch nach Zusammenarbeit mit Italien zur Aufrechterhaltung des Friedens verstärkt hat. Auch hier stoben allo die englischen Kriegsvläne aus schroffe Ablehnung. Man ist glücklich, daß es nach den Wirren früherer Jahrzehnte endlich gelungen ist, den Südostraum zu befrieden und aus dem jetzigen Konflikt herauszuhalten und sucht engere Zusammenarbeit mit der Macht, die getreu der Achsen-Politik sich stets für eine Befriedung des Balkans eingesetzt hat, mit Italien. Das Schicksal, daß das von England Polen erlitt, gibt dabei auch den unfreiwillig englischen Garantie bedachten Balkanstaaten zu
„Alle Bindungen mit England sind zerbrochen"
Schärfste Afrikander-Kritik an der Regierung Smuts
Ribbentrop über alle Sender
Verbreitung auch in zahlreichen Fremdsprachen
Berlin, 23. Okt. Die Rede, die der Reichsaußenminister von Ribbentrop am Dienstag, den 24. Oktober, in Danzig hält, wird um 2 0.15 Uhr von allen deutschen Sendern außer dem Deutschlandsender übertragen. Der Deutschlandkender bringt die Rede um 23 Uhr. Die Rede wird ferner vom deutschen Rundfunk m zahlreichen Fremdsprachen gebracht werden.
Neue russische Vorschläge
Finnische Delegation fährt nach Helsinki zurück
_ KEuki.24. Ott,. (Funkmeldung.) Wie das amtliche finnische Nachrichtenbüro bekanntgibt, hat Sowietrußland int Laufe der. gestrigen Verhandlungen der finnischen Delegation neue Vorschläge unterbreitet. Die nnnlschen Unterhändler. Minister P a a s i k i v i und Tanner reisen am Dienstagabend nach Helsinki zurück, um neue. Instruktionen zu erbitten. Die übrigen Mitglieder der finnischen Delegation werden in Moskau verbleiben.
Verpflichtung der Heimat
Von Willi Pempel
Sorgen wirken auf das Gemüt des Menschen. Wer Sorgen mit sich herumschleppen muß, wird unfrei, seine Leistungskraft wird beeinträchtigt. Das trifft in besonderem Maße auf den zu, der nicht nur für sich allein jene Grundlage schaffen und erhalten muß. die es ihm ermöglicht, sein Dasein zu fristen, sondern der fich vor dem Gesetz und seinem Gewissen verpflichtet füBIt, anderen die Lebensmöglichkeiten zu sichern. Der junge Mensch wird die Sorge nur als leichte Bürde mit herumschleppen und sich bei erster bester Gelegenheit ihrer entledigen. Arbeit Hilst über viele Beschwernisse des Lebens hinweg, Arbeitslosigkeit hingegen kann einen Menschen an den Rand der Verzweiflung bringen.
Wir haben ja die Zeit alle miterlebt, da sich aus den Arbeitsämtern lange Menschenschlangen jahraus jahrein bildeten, um kärgliche Unterstützungsgelder in Empfang zu nehmen. Der Staat gab diese Almosen, um den von der Geißel der Arbeitslosigkeit Betroffenen wenigstens das Aller- notwendigste zum Leben zur Verfügung zu stellen. Als Adolf Hitler die Geschicke des deutschen Volkes in die Hand nahm, da tat er nicht das, was vielleicht am bequemsten gewesen wäre, er erhöhte nicht die Unterstützung, sondern er beschritt den schwereren Weg, er legte Hand an die Wurzel des Erundllbels: er sorgte für Arbeit, nahm damit dem Erwerbslosen die materielle Sorge, gleichzeitig aber stellte ei auch den schaffenden deutschen Menschen, der sich früher als Unterstützungsempfänger nur allzuoft als ausgestotzen oor- kam, mitten hinein in die Volksgemeinschaft.
. Aus dieser Gemeinschaft des schaffenden Volkes ist er dann jetzt herausgetreten und hat sich eingereiht in die durch Blut geschweißte eherne Front der deutschen Wehrmacht. Weib und Kind, Eltern und Geschwister, denen bisher keine Arbeitskraft diente, ließ er zurück. Jetzt lieh er seinen starken Arm dem ganzen Volke. Er konnte sicher sein, daß die Volksgemeinschaft sich seiner Angehörigen annahm. Denen, die er einst selbst betreute, gilt nun die Betreuung aller Deutschen. Es ist eine selbstverständliche Voraussetzung für den bereits oft bewiesenen und immer wieder zu beweisenden Einsatz der Front der Waffen, daß jedes einzelne Glied dieser Kette sein ganzes Tun und Trachten darauf ausrichten muß. die Arbeit der inneren Front der Heimat zu schützen und Deutschlands Ehre und Freiheit zu verteidigen und erhalten zu helfen.
Die deutsche Volksgemeinschaft, im Frieden von Adolf Hitler proklamiert und von der nationalsozialistischen Partei geformt, hat in diesen acht Kriegswochen ihre Leistungsstärke bewiesen. Aus welche Gebiete wir auch schauen mögen, der Kamerad an der Front kann sicher sein, daß sich die Gemeinschaft des Volkes in der Heimat hundertfältig bewähren wird. Wie es das oberste Gesetz der Staatsführung ist, nut das zu tun, was der Gesamtheit des Volkes dient, so kümmert sie sich auch andererseits wieder um jeden einzelnen dieser Gemeinschaft. Die individuelle Betreuung sichert jedem Deutschen den Perfönlichkeitswert, ohne den ein geistig und kulturell hochstehendes Volk zugrundegehen müßte.
Der Kamerad an der Front setzt — wenn es sein muß — sein Leben ein für die Heimat. Unser aller Dank sei ihm jetzt und in alle Zukunft sicher. Ausdruck dieser besonderen Dankbarkeit sind die Maßnahmen, die sofort bei Kriegsbeginn in die Wege geleitet wurden, um jede Not von denen fernzuhalten, die freudigen Herzens, in untadeliger Disziplin und höchster Ovserbereitschaft bereit waren, ihren Ernährer und Beschützer dem Vaterland zur Verfügung zu stellen. Es muß einmal klar ausgesprochen werden: es handelt sich hierbei nicht um eine Unterstützung oder gar Fürsorgemaßnahme, vielmehr ist die Sicherung des Familienunterhaltes durch den Staat eine selbstverständliche Dankesverpflichtung der Heimat an die Front. Der Soldat dient dem Staate, dieser sorgt in dessen Abwesenheit für seine Familie. Nach diesen Gesichtspunkten ist auch die Neuregelung zu bewerten, die jetzt bekannt wurde und rückwirkend vom 1. Oktober ab die individuelle Betreuung als Richtlinie angenommen hat. Das Lebensniveau der einzelnen Familie darf nicht deshalb absinken, weil nun der Ernährer erhöhte Pflichten für die Gemeinschaft übernommen hat. Das hieße den Ehrendienst besttasen. Unter Berücksichtigung der Erkenntnis, daß wir alle unser Kriegsopfer bringen müssen, ist auch der Familienunterhalt geregelt. Seine Staffelung basiert auf dem Eedänken einer größtmöglichsten Gerechtigkeit und einer weitestgehenden Berücksichtigung der bisherigen Lebensoer- hältniffe. Auf jede Erfüllung luxuriöser Bedürfnisse verzichten wir ja in der Kriegszeit alle aus eigenem Entschluß, es gibt ja nun aber auch Dinge, die nicht von heute auf
Das wahre Kriegsziel Englands
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
starkem Interesse vernehmen, denn man sieht so erneut, was von den englischen Zusicherungen zu halten ist. Dabei zeigt sich immer deutlicher, daß den Engländern nichts lieber wäre, als wenn sie den Kriegsschauplatz erweitern könnten. Diesem Zweck soll, das kommt immer wieder in der englischen Presse zum Ausdruck, der Beistandspakt mit der Türkei dienen. Ganz unverblümt erzählt beispielsweise die „Times", der definitive Vertrag Englands mit der Türkei mache England zum Nachbarn der Balkan-Staaten und liefere, wenn notwendig, die Overationsbasis. deren Nichtvorhandensein eine direkte Hilfe für Polen verhindert hat." Diese Worte sind ohne weiteres verständlich. Die Türkei soll als Overationsbasis gegen das Reich über den Balkan hinweg dienen. Dazu muß man sich dann erinnern, daß England schon früher den Griechen und Rumänen Garantien gab. die von diesen Ländern nicht erbeten waren. Der englische. Plan ist also sehr leicht zu durchschauen. Der Balkan ist aber keineswegs gewillt, diese gefährliche Politik Ankaras mitzumachen und sich als Vorspann für englische Interessen mißbrauchen zu lassen. Man will vielmehr neutral bleiben.
Italienische Blätter, die diese ganze Entwicklung besonders aufmerksam verfolgen, geben ganze Spalten von Presse-Kommentaren aus den südosteuropäischen Ländern wieder, die sich scharf gegen die Einbeziehung des Südosten in den kriegerischen Konflikt wenden. Das halbamtliche „Eiornale d'Jtalia" zieht aus diesen Meinungsäußerungen die Folgerung, daß der Vertrag von Ankara in den Balkan
geben. Er, der Redner, hoffe, daß auch General Smuts noch so lange leben werde, um die Flagge des freien und unabhängigen südafrikanischen Freistaates über diesem Lande zu sehen, denn dies würde zweifellos die schwerste und die gerechteste Strafe für ihn fein.
• -®- Aker, Abgeordneter für Wodeholse, erklärte u. a. in einer Versammlung tn de Aar. Südafrika will den Krieg nicht, denn ganz Polen sei keinen Tropfen afrikanischen Blutes wert. In derselben Versammlung erklärte Pieter T Heron, Parlamentsabgeordneter für Hoptown, die Atrikander würden bald wieder an die Macht kommen, denn he seien letzt nach ibrer Einigung stärker denn je. Sobald das erfolgt sei. müsie der Posten des britischen General- gouoerneurs abgeschafft werden und auch die britischen See- sireitkraffe. die in Simonftad (Simonstown) liegen, müßten verschwinden.
Die goldenen Kugeln rollen
60 Millionen Pfund für die Türkei
Amsterdam. 23. Okt. Der ,.Daily-Mail"-Korresponüent in der türkischen Hauptstadt Ankara meldet, es sei in Ankara bestätigt worden, daß die Vorbereitungen für eine englisch- französische Anleihe an die Türkei in Höhe von 6 0 Millionen Pfund jetzt abgeschlossen seien. 25 v. H. dieser Summe mußten für Waffenlieferungen ausgegeben werden.
Flugzeuge, Petroleum und Maschinen
_ Paris. 23. Okt. Das „Journal" läßt sich von seiner sonderberichterstatterin in Jnstanbul höchst aufschlußreiche Einzelheiten über die öintergrünbe des englisch-französisch- türkffchen Pattes melden. so ist der französischen Journalisttn noch in den letzten Tagen in Ankara mehrfach gesagt worden, daß die Türkei als Gegenleistung von England eine größere Pfund-Sterlinganleibe. 500 Bomben- und Aufklärungsflugzeuge. ein Sechstel der Petroleumerzeugung des Moffulgebietes sowie Lieferung und Ausstellung des gesamten Maschinenparks für das große MetallmdMtriezentrmn von Parabuk erhalten habe. Frantteich habe seinerseits der Türkei nicht nur den unbefristeten Besitz des Alexandrette-Gebieles zugesichert. sondern darüber hinaus wurde durch einen militärischen Bündnisvertrag die Hilfe der französischen Truppen an der 900 Kilometer langen syrisch-türkischen Grenze garantiert.
Jud Höre Belisha plaudert aus der Schule
Berlin. 24. Okt. Was Herrn Churchill mit der ruch- lofen Torpedierung der „Athenia" nicht gelang, nämlich Amerika in den Krieg gegen Deutschland zu Hetzen, das soll nun offenbar ein Amtsvorgänger des Ersten Lords der britischen Admiralität, der alte Kriegshetzer Duff Koouer erreichen. Er ist in Amerika eingetroffen, um dort Provagandavorträge für England zu halten. Gleich nach seiner Ankunft in New Port hat sich Duff Cooper bereitwillig über seine Ansichten geäußert. Er hat u. a, erklärt, daß man den Nationalsozialismus vernichten müsse, ja Herr Duff Cooper hat den Sieg schon sozusagen in der Tasche. Er faselt nämlich von der bereits in Deutschland bevorstehenden Revolution, nach der man dann Deutschland in mehrere Kleinstaaten zerschlagen wird.
Man könnte über solchen Unsinn einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn es sich hier nicht um die wahren englischen Kriegsziele handeln würde. Daß dem io ist, beweist auch eine Ansprache, die der englische Kriegsminister. der Jude Höre Belisha hielt, dessen Name eigentlich Choreb-Elisha lautet. Was Herr Chamberlain und Lord Halifax sich auszusprechen hüten, das hat dieser ehrenwerte Minister ganz offen — zur Freude der Synagogen, wie ein italienisches Blatt sagt — ausgevlaudert. Er hat nämlich frank und frei erklärt, daß das einzige Kriegsziel Englands in der Vernichtung des nationalsozialistischen Deutschland bestehe. Wörtlich fuhr Herr Belisha dann fort: „Wir find in diesen Kampf nicht eingetreten, um die Tschecho-Slowakei wieder herzustellen, noch kämpfen wir in, erster Linie um die Ausrichtung eines polnischen Staates, unsere Ziele werden nicht durch geographische Grenzen umrissen." Deutlicher ist bisher von London wohl noch nie ausgesprochen worden, daß Polen nur ein Vorwand mar, und daß der englisch-polnische Beistandspakt keinen anderen Zweck hatte, als den Krieg gegen Deutschland zu entfesseln.
Man wird in den neutralen Ländern, denen man bisher immer vorredete, daß England kämpfe, um die kleinen Staaten zu schützen, diese englischen Eingeständnisse gewiß mit
„Could you come ..
Amerikanischer Journalist veröffentlicht dokumentarischen Beweis für eine Lüge Churchills
New Bork, 23. Okt. William Griff in. der Heraus- 8eber, der Zeitung „New Bork Enauirer". der Winston Churchill wegen Verleumdung auf eine Million Dollar verklagte, veröffentlicht in der heutigen Ausgabe seiner Zei- ttlng das Faksimile eines von Churchill an ihn gerichteten T.elegr am m s, worin Churchill ihn zu einem Jnter- v i e w entlobt. Das Telegramm beweist, daß Churchill l o g. als er kürzlich erklärte, er kenne Eriffin nicht und habe nie etwas von ihm gehört.
Churchill erklärte bekanntlich in einem Interview mit Ernffn, Amerika sei an der langen Dauer und am Ausgange des Weltkrieges schuld. Denn wäre Amerika nicht eingetreten, hatten England und Frankreich schon 1917 Frieden gemacht. Churchill leugnete später diese Bemerkung rundweg ab, nachdem sie nicht mehr in das politische Bild herein- vaßte. Der Inhalt des Telegramms lautet: „William Griffin, Savoy-Hotel, London WC 2, could you come to see me at live o’clock at 11 Morpeth Mansions Westminster on wednesday. Winston Churchill.“ („William Eriffin. Savoy-Hotel, London WC 2. Könnten Sie am Mittwoch um 5 Uhr, nach Morpeth Mansions 11 in Westminster kommen, um mich zu treffen. Winston Churchill.")
Das Echo der Anklagerede Dr. Goebbels'
Die präzisierten Anklagen, die Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntag gegen Winston Churchill als den Anstifter bet Torpedierung der „Athenia" erhoben hat, werden von den meisten Kopenhagener Montagmorgen- Blattern ausführlich wiedergegeben. „National Tidende" schreibt: „Goebbels nennt Churchill die eueropäische Gefahr." Auch die holländischen Montagsblätter bringen an hervorragender Stelle die sensationellen Ausführungen des Ministers im Rundfunk. Im holländischen Rundfunk wurden die, wichtigsten Stellen der Rede von Dr. Goebbels' verbreitet. Es wurde besonders betont, daß Deutschland seine Anklage wegen Versenkung der „Athenia", die auf Befehl Churchills erfolgt sei. der ganzen Welt zur Kenntnis gegeben habe. Jetzt sei es an Winston Churchill, auf diese schwere Anklage zu antworten.
