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Seite 6 Nr. 246

Wiesbadener Tagblatt

Freitag, 20. Oktober 1939

Wirtschafteten

Glückwünsche der Luftwaffe

Kapitänleutuant Prien bei Generalseldmarschall Göring

Berlin, 19. Okt. Generalfeldmarschall Goring nahm beute vormittag die Meldung und den Bericht des Klwitanleutnants Prien entgegen. Er sprach dem erfolgreichen U-Boots- kommandanten und der tapferen Besatzung für die unerschrockene Tat von Scava Flow die. herzliMen Glückwünsche der Luftwaffe aus und überreichte rbm als Zeichen seiner besonderen Anerkennung sein Bild mit Unter­schrift und versönlichtr Widmung.

in der bekannten Sucht nach Titeln und Orden, die anderen in der Hinneigung der Fürsten zu ..demokratischer Denk­weise Der wahre Grund: Die indischen Fürsten sind von London vollständig abhängig. Sie sind die Kreaturen Lon­dons England hat ihnen nur die märchenhaften Geldein­künfte gelassen, mit denen sie ein unvorstellbares luxuriöse- Leben führen, während das Volk bitterste Not leidet. Eng­land hat also die indischen Fürsten in der Tasche. Und neuerdings bemüht es sich darum, die Unterstützung der Nationalisten zu erhalten und versucht zu diesem Zweck wie­der sein altes Sviel: Teile und herrsche! Vor kurzem empfing der Vizekönig Indiens, Linlithgow, den Vorsitzenden der Moslim-Liga. Mr. Zinnah. mit welchem Ergebnis ist noch nicht bekannt. Übrigens ist der berühmte indische Revolu­tionär Gandhi selbst nicht in der Kongretzvartei. aber er hält zu ihr. Die Hoffnung des nationalen Indiens ruht auT der indischen Jugend, die alle Greuel- und Schaiff,taten der Engländer nicht vergessen hat und die fest entschlossen ist. das Jock der Unterdrücker abzuschutteln, wenn die Zeit gekommen ist. Sie weih sich eins mit dem Arabertum des westlichen Asiens, das ebenfalls nur noch auf die Stunde wartet, um sich von England loszusagen.

Insgesamt 810 Tote derRoyal Cat"

London, 19. Okt. Die britische Admiralität gibt nunmehr die endgültige Zahl der aus der . Royal Dai' llntergegangenen bekannt. Sie beträgt insgesamt 810 Mann danmter 24 OM- siew Unter den Toten befindet sich auch der Konter­admiral H. E. G. Blackgrove.

fahte die Allindische Kongrehpartei eine Entschließung, daß Re sich bei Ausbruch des Krieges auf keinen Fall einmischen wolle Sie forderte ihre Mitglieder zu einem entsprechenden Verhalten auf und plante Mahnahmen, um die. Einbeziehung Indiens und seiner Materialauellen zu verhindern. Ganz offen brachte die Kongrehpartei ihr Mißfallen über die Verschickung der indischen Truppen im Dienste des britischen Empire zum Ausdruck. In diesem Sinne iahte auch die stärkste moslimische Partei die Abrar-Partei, auf ihrer Tagung in Bombay den Belchluh, alles daranzusetzen, um England im Ernstfälle jede Unterstützung zu entziehen. Es wurde auch ein Antikriegstag in ganz Indien angesetzt, der in grohen Kundgebungen die Entschlossenheit des indischen Volkes bezeugen sollte, nicht für den englischen Imperialis­mus zu kämpfen.

Freilich bat England in Indien auch Anhänger. Sie find meist unter den Fürsten, den bekannten Nabobs, zu finden. Man erinnert sich vielleicht, dah schon die Sevtemberkrise 1938 verschiedenen dieser Nabobs Anlah gab, Ergebenheils­erklärungen nach London zu schicken. Uber die Grunde herrschte damals Unklarheit. Die einen suchten die Ursache

England ködert jetzt in Indien

Aber die Inder wollen nicht!

-er Es steht schlecht um das kriegführende England. Da es vor Beginn des Feldzuges böse Erfahrungen mit der Em- kreisungsvolitik gemacht bat. sucht es letzt weitere Siffe bei den Mitgliedern seines Weltreiches. Es. wendet sich an die buddhistischen und mohammedanischen Lander, vor allem an Indien, das mit genau demselben Schwindel hererngelegt "^^^Zährmid^de/Weltkrieges verstanden es die Engländer aus«zeichnet, Geld für die Kriegszwecke.. aus dem armen indischen Volke, aber auch Kanonenfutter für die europäischen Schlachtfelder herauszuholen. Als Gegenwert versprachen ste den Indern, ihnen bei günstigem Krlegsausgang die staat­liche Freiheit zu schenken. Kaum war das Volkerringen HU Ende da wurde Indien mit einem Terrorakt, der einzig in der Geschichte dasteht, belohnt. Der Akt war zunächst nur. ern Gesetz und hieh ..Rowlatt Act". Seine folgen: Englische Sckikanem bestialische Unterdrückungsmethoden und wahre Blutorgien. Die Kette der britischen Greuel tm neuen Indien von den Scheuiäligkeiten der vergangenen Jahr­zehnte nicht zu reden begann mit dem Tag vonAm- ritsar' Am 13. Avril 1919 fand in dem Kessel von Amritsar eine Kundgebung statt nach indischer Sitte eine harmlose Versammlung waffenloser Manner und Frauen. Das hielt den englischen General O Dyer aber nicht davon ab ohne jede Warnung, ohne jede Aufforderung, auseinan- derzugehen, die Maschinengewehre auf die Unglücklichen zu richten. 500 Männer und Frauen lagen in wenigen Sekunden in ihrem Blute tot am Boden. 1300 Schwerverletzte walzten sich in ihren Schmerzen. Die Beschießung lieg der General erst einstellen, als die Munition zu Ende gegangen war. Ferner wurden Studenten gezwungen, auf dem Bauche von Amritsar bis Labore zu kriechen, und zwar rm Hochsommer bei 48 Grad im Schatten. Mit solchen Gemeinheiten arbeitete das perfide Albion in Indien bis 1937. Dann schenkte es den Indern eine klägliche Verfassung, die man nur als einen Tropfen auf den heißen Stein bezeichnen kann.

Im Sommer dieses nun bald ablaufenden Jahres 1939. als am Horizont das europäische Wetterleuchten begann.

Überschwemmungen in Mittelengland Stetgen wieder an. Obgleich Donnerstagmorgen ein Zuruckgehen des Hochwassers in Mittelengland gemeldet wurde, heißt es jetzt, das die Flut wieder im Ansteigen begatten i)t. Die Stadt Betford steht vier Fuß unter Wasser. Im Überschwemmungsgebiet herrscht ein so starker Sturm, da« em Mädchen vom Fahr­rad gerissen wurde und nur mit knapper Not dem Tode ent­ging.- Die Flut bewegt sich ostwärts weiter.

57 000 amerikanische Automobilarbeiter.arbeitslos. 22 000 Arbeiter der Automobilfabrik Dodge, einer Filiale der Chrysler-Werke, haben am Mittwoch den Streik erklärt Durch diese Arbeitsniederlegungen haben, weitere. 3a 000 Arbeiter der Chrysler-Werke und der Fabrik für Einzelteile Briggs ihre Arbeit verloren.

Ein Gatten für Blinde. In Cbikago hat dre Stadt­verwaltung vor kurzem einen Garten eröffnet, der wohl oojie Vorbild auf der Welt dastehen wird: einen Garten für Blinde. Dieser Park ist durchweg mit stark und besonders aromatisch duftenden Blumen beotlanzt worden, und man bat bei der Einrichtung der Anlage, besonders Rücksicht darauf genommen, daß den. Besuchern dieses.Gartens ORnusse bereitet werden sollen, die vom. Gesichtssinn unabhängig sind. So sind statt der Wiesen große Thymianbeete angelegt worden, und man hat den Bebauungsplan so gewählt da« während des Jahres immer wieder eine start duftende Blute hie andere adldsen unrd. Dannt erfüllte bte Stadtverwal- Una den letzten Wunsch eines blinden Vlumenfreundes der sein Vermögen zur Anlage einer derartigen Anlage gestiftet hat.

In Salzgitter flieht deutsches Eisen

Die ersten Hochöfen der Reichswerke Hermann Göring in Betrieb

Berlin, 20. Okt. (Funkmeldung.). Die Reichswerke Hermann Göring haben heute in Salzgitter zwei v och - Öfen in Betrieb genommen. Es stnd die beiden ersten der gewaltigen Anlage, deren Aufbau auf Befehl des Generalfeldmarschalls in Angriff genommen und durch seine entschlossene Tatkraft nach knavv zwer Jahren in.bei: eilten Stufe vollendet wurden. Das Anblasen der Hochofen erfolgte in einer Feierstunde der Betriebsfubrung und Gefolgschaft. Zahlreiche Ehrengäste aus Wehrmacht. Partei und Staat waren anwesend. ,, __

Als Vertreter des Generalieldmarsckalls Goring war Staatssekretär Körner erschienen.. Er überbrachte Be­triebsführung und Gefolgschaft die Gruße und den Dank.des Generalfeldmarschalls für die unter Einsatz aller.. Kräfte geleistete Aufbauarbeit. Besondere Anerkennung, übermit­telte er Generaldirektor Pleiger. der den gewaltigen Auf­bau dieses neuen großen Industriegebietes durchiuhrt.

In einer Ansprache würdigte Staatssekretär Körner die Bedeutung der Jnbetriebnabme dieser Hochofen. Er richtete einen Appell an die Gefolgschaft zu weiterer kameradschaft­licher Zusammenarbeit. Allein die. Gemeinschaft kann das gewaltige Werk erhalten und entwickeln. Die Leistung aller Gefolgschaftsmitglieder gilt der Wehrkraft des deutschen Volkes. Jede Tonne Erz, die hier gefordert, lebe .Tonne Eisen, die hier erzeugt wird, ist etn Beitrag zum endgültigen Siege Großdeutschlands. ____

Ausfuhrwille

Sie Umstellung unseres Wirtschaftslebens von der Friedens­auf die Kriegsarbeit hat sich reibungslos vollzogen. Schwierig­leiten, die dabei bei gewissen Wirtschaftszweigen nicht zu umgehen waren, wurden überbrückt und alle Arbeitskräfte da eingesetzt, wo sie am zweckmäßigsten für die Kriegswirtschaft tätig sein können. Es kann festgestellt werden, daß heute in Deutschland nichts geschieht, was nicht kriegswirtschaftlich verantwortet werden könnte Das gilt naturgemäß auch für den Handel, bei dem die ilmstellungsmaßnahmen der Außenhandelstätigkeit ein­schneidend waren. England sieht ja ein verstecktes Kriegsziel darin, uns von den Auslandsmärkten zu verdrängen. 3m End- eriolg wird es auch hier eine Schlappe erleiden, denn alle Lander, die mit uns in regem Handelsaustausch stehen, tun dies ja nrch. unserer lieben Augen wegen, sondern weil ste genau wre wir darauf angewiesen stnd. , , , . .

Es muß deutlich herausgestellt werden, daß wir auch in der Kriegbzeit den festen Willen haben, den Außenhandel zu pflegen. Eine Reihe von Absatzmärkten in Übersee füllt für den Waren­austausch aus und unsere Kunden werden kaum geeigneten Ersatz für den Absatz ihrer Waren in anderen Länder finden. Wir dagegen müssen uns umstellen und es gibt für uns noch genügend Möglichkeiten, neue Handelsverbindungen mit Landern an-

Sporf unä Spiel

Schiedsrichter beim zweiten Länderspiel zwischen Bulgarien und Deutschland in Sofia am kommenden Sonntag ist der Jugoslawe Wasa Stefanovice.

Dänemark hat für den Länderkampf gegen Nor- wegen am kommenden Sonntag in Oslo folgende Elf aui- gestellt: Egon Sörensen; Paul Hansen, Willy Larsson; Sigfrid Jensen. Oscar Jörgensen. Arne Sörensen; Alex Friedmann, Kai Hansen, P. Jörgensen. Sven Albrechtsen,

6?o ischer Meister int Straßen-Radfahren wurde in Santander Andrea Sancho. Er gewann das 150-üm-Zeit- fahren in 4:15.15 Stunden mit über 4 Minuten Vorsprung vor dem bekannten Canardo und V. Trueba.

Mc Lin Sanover, der ausgezeichnete amerikanische Renntraber und Sieger im Mariendorfer Matadoren- Rennen, gewann in Bologna ein 20 000-Lire-Rennen gegen Italiens Spitzenklasse und trabte dabei den Kilometer in 1:19,6 Minuten.

Neue Bücher

* Das kleine Lese - Vrevie r." Zuspruch unä' Weisung deutscher Dichter und Denker an die Lesea Heraus- geaeben von Herbert Barth und Walther. V o n t t n. (Wilhelm Langewiesche-Brandt. Ebenhausen bei München.) Das Jn-stch-hinein-lesen. das aktive Eingreifen, Verarbeiten und Aneignen des Gelesenen, dieses Lesen ist eine Kunst und muß wirklich erlernt werden. Darum wurde dieses kleine Brevier von Weisungen und Zusprüchen an den Leser zu­sammengestellt, um ihn durch diese nachdenklichen, anregen­den, erkenntnisreichen und oft auch humorvollen Äuße- rungen deutscher Dichter und Denker zum vollen Genug des Lesens zu bringen und um ihn an den überwältigenden Reichtum heranzuführen, der sich als das Eigentliche und Wertvolle in den Büchern verbirgt.

* Hölderlin:Der Tod des Empedokles. (Wilhelm Langewiesche-Brandt. Ebenhausen bei München.) Hölderlins einzige und einzigartige dramatische Dichtung Der Tod des Empedokles" gehört zu den schönsten deutschen Dichtungen überhauvt; unerreicht in der Schönheit und Reinheit der Verse, in dem Adel der Sprache und der Gestaltungskraft. Wer nach großer Dichtung sucht, die den Menschen über sich hinauszuheben vermag, der greife zu diesem Buch.

* Otto Grube:Ein Leben für die Fr ei b e i i. Das abenteuerliche Schicksal des Großmarschalls Otto Philipp Braun. (Bärenreiter-Verlag. Kassel.) Unter den zahlreichen Deutschen, die in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhun­derts an den Befreiungskämpfen der sudamerikanischen Staaten teilnahmen, ist Otto Philipp Braun derjenige ge­wesen. der am meisten hervorgetreten ist. und es am wei­testen gebracht bat. Es ist dies eine höchst.lebendig« und spannende Lebensbeschreibung, ine man mit Freude und starker Anteilnahme Seite für Seite liest. Ein Buch und etn Schicksal, das von den besten deutschen Eigenschaften Zeugnis ablegt, von Tapferkeit, Geradheit und Treue.

* Die Sa bett en. Von Ernst von Salomon. (Verlag E. Bertelsmann. Gütersloh.) Jene Zeit, hart und schön, bitter unb köstlich ist hier gestaltet, da hinter ben roten Mauern preußischer Kabettenanstalten ber Änstruk- tionsoffizier noch seinen jüngsten Zöglingen sagen konnte: Meine Herren. Sie sinb hier, um sterben zu lernen! Vier Jahre bet eigenen Kabettenzeit bis zur Auflösung ber vKA. bat v. Salomon in frohen, grellbunten Farben, wie es bes Königs Rock gewesen ist. gezeichnet.

* W. Franke-Ruta:Der inner-Richter, Roman. (VerlagDas Berglanb-Buch.. Salzburg.), Im Roman vominneren Richter, ber unbeirrt, von Schein­beweisen unb üblicher Meinung tm Charakter lebes ehrlichen Menschen lebendig ist, baut sich eine Finanzkatasttophe auf. Zwei aber gehen den Weg in eine neue, hoffnungsvollere Zukunft mit dem Mut und der Kraft, die aus einer tiefen, makellosen Siebe fließen. _______________________

,»knüpfen, mit denen wir ungestört verkehren können. Wir denken da vor allen Dingen an die Südoststaaten Europas, aber auch an ben Norden und nicht zuleüt an tue Ausnahme der SBixtimüif 10 bejiebungen mit Rußland, die unserer Wirtschaft neue Wege öffnen Auch die Wiener Herbstmesse unterstreicht unseren Willen zum Außenhandel.

Von den heutigen Börsen

Berlin, 20. Okt. (FM.) Entsprechend den vorbörslichen Erwartungen setzte sich die bereits am Vortage zu beobachtende Aufwärtrbewegung an den Aktienmärkten auch am Freitag fort. Die Umsätze waren zwar kaum lebhafter, ledoch fehlte erneut jast jegliche Verkaufsneigung. Die Wertveränderungen hielten sich rn engen Grenzen, nur ganz vereinzelt waren bei Festsetzung der ersten Kurse Veränderungen von über 1 % sestzustellen. Braun­kohlenwerte wiesen freundliche Haltung auf. Elektro- und Ver­sorgungswerte lagen zumeist gebessert. Reichsaltbesitz 134/- gegen 134,40- Eeineindeuinschuldung unverändert 93)4. Tagesgeld 2 bis 2K %

Frankfurt a. M., 20. Okt. (Gig. Drahtm.) Ver kleinern Geschäft war die Börse am Aktienmarkt weiterhin befestigt und brachte durchschnittliche Erhöhungen von y, bis 1% %, die bei einzelnen Werten sogar bis zu 2 % gingen. Demgegenüber waren Ermäßigungen nur vereinzelt und betrugen nur Prozentbruchteile. In Renten erhielt sich stärkere Nachfrage insbesondere nach Eold- pfandbriesen. Tagesgeld 2 %.___

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Samstag. 21. Oktober 1939.

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