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Donnetslag, 19. Oktober 1989 '*'

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Wr. M Sette 7

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4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten).

Gebt der Fuchs diesen Weg?" forscht Heinz hellsichtig.

Der Vetter lacht verschmitzt und kneift dabei seine Augen halb zu:Hast es eben erraten, was mich hertreibt zu dir offen heraus, das ist auch meine Art; nichts für ungut, wenn ich deshalb mit der Tür ins Haus falle."

Wir kennen einander", gibt Heinz schlagfertig zurück.

Nun also, müßtest nicht deines Vaters Bub sein. Aber jetzt, zum Reden haben wir nachher vielleicht mehr Lust führ mich ein wenig in deinem Eigen herum. Es wundert mich, wie du zurechtkommst."

Das klingt verdammt Shnlich wie Inspektion beim Militär", grollt Heinz mißtrauisch.

Ah pah", antwortet der Vetter wegwerfend,so genau nehmen wir es nicht, und wenn ich etwas sehe, das mir nicht in den Kram paßt, halte ich mit meiner Meinung nicht zurück. Dafür bin ich bekannt."

Es ist mir lieber so."

Zusammen nehmen sie nun Land und Hof in Augenschein.

Die Kühe sind weiter drin", bedeutet Heinz, wie jener eine Frage nach der Herde tut,wenn du willst, schauen wir zuerst nach ihnen. Es wird schwerlich andere Umstände ge­geben haben."

Sie reden nicht mehr viel. Der Vetter stellt hin und wieder eine Frage, und Heinz beantwortet sie nach besteni Wissen und Können. Darüber find rasch zwei Stunden ver­strichen. Der Vetter hat seine Sinne überall. Heinz spürt cs; aber er besitzt ein gutes Gewißen.

Und wie endlich der Rundgang beendigt ist, setzt man sich noch für eine Weile auf die breite Bank an der Hauswand.

Es geht dir wirklich gut", gibt der Vetter zu,es ist aber auch ein selten gutes Jahr heuer. Und wenn der Herbst am gleichen Strick zieht, muß es einem auf den kommenden Winter nicht bange sein. Heu hast genug, denk ich mir?"

Richt wie in anderen Jahren", versetzt Heinz,aber nun wird das Wildheu frei werden; morgen ist der 1. August, da kann es gleich losgehen."

Nimm dich tn acht", mahnt der Alte,daß es dir nicht wie andern geht. Verstiegen ist man rascher, als man denkt."

Keine Sorge", erwidert der Junge.

Das ist bald gemeint. Die an den Bergen erfallen sind, haben sich das auch versprochen, und man hat sie nachher trotz­dem zusammenlesen können."

Heinz zuckt zusammen. Er weiß, was der Vetter damit meint. Den Vater! Darum antwortet er nicht, spürt nur mit rascher Erinnerung jenem llnglücksmorgen nach, wo ein Wildheuer mit allen Schrecken und Ängsten den Bericht aus den Steilslanken des Totenhornes heruntergetragen, er habe einen Menschen lautlos fallen sehen und wie die Mutter, die als erste diesen Bescheid erhalten, mit lautem, wehem Aufschrei die Hände ans wachsbleiche Gesicht geschlagen: Der Heini, um Gottes willen, der Heini, mein Mann!"

Der Vetter schweigt. Er läßt den jungen Verwandten ganz zum vollen Bewußtsein jenes schrecklichen Unglückes kommen. Das geschieht denn auch mit Heinz. Jeden Äugen- blick hat er gegenwärtig vor seinen innern und leiblichen

Augen. Die furchtbaren Schmerzensschreie der Mutter, die lähmende Gewißheit, allen beruhigenden Zusprüchen der vielen Menschen trotzend, daß es nur Heini und kein anderer gewesen sein könne, weil kein anderer den schweren Weg ins Wildheu in dieser Nacht gegangen sein konnte, in der sie, was nicht ihre Gewohnheit gewesen war, nicht hatte schlafen können. Und zuletzt dann jener furchtbare Augenblick, wo sich der schauerliche Zug genähert, vier Älpler auf tannengrüner Tragbahre den Toten des Weges hergetragen, stumm und kalt, und wie man ihr den Anblick des' schrecklich verstümmel­ten Mannes zu verheimlichen gesucht, wie man am Hause vor­bei, das er wenig nach Mitternacht gesund und wohlgemut, seine Todesstunde nicht ahnend, verlassen, Heini hinunter- getragen hatte nach dem kleinen Leichenhaus, wo zumeist auch jene alle ihren ersten Lagerplatz gefunden, die sonst auf jähe und schreckliche Weise nicht mehr heil und lebend vom Berg­land zurückgekommen; Fremde, die man ost gar nicht kannte, erfahrene Touristen, aber auch junge, blutjunge Bürschlein, die sich mit den Recken da droben in ein herausforderndes Spiel eingelafien.

2a, Heinz weiß noch alles, als ob es sich erst gestern zuge­tragen hätte er hatte es ja zuerst am wenigsten begriffen von allen, so jung, wie er damals gewesen, hatte mehr mit Neugierde zugeschaut, bis er es endlich verstanden. Aber seit­her hatte er die Hoheit und den tiefen Ernst des Bergtodes mehr als einmal kennengelernt, hatte selber schon Hand' ange­legt, wenn ein Edelweißsucher seine Gier mit dem Leben be­zahlt, wenn der Tod sonst dort oben in Fels und ewigem Schnee sein Opfer gesucht und gefunden.

Er hätte auf ringere Ärt sterben können", sagt der Vetter nach geraumer Zeit.

Heinz schweigt auch jetzt. Oskar Buol wiederholt sein Wort. Aber da schüttelt der Junge den Kopf:Nein, Vetter

Veränderung durchc"

Man suche die Wörter linksstehender Bedeutung, hänge eine an und bilde so die Begriffe der rechts stehenden Be­deutung. Nach richtiger Lösung ergeben die Anfangsbuch­staben den vollen Namen eines deutschen Staatsmannes.

1. amerikanischer Astronom

2. Gegner Luthers

3. Haustier

4. Schachausdruck

5. Weltenraum

6. Bedrängnis

7. Nebenfluß der Donau

8. französisches Devartement

9. deutscher Dirigent

10. Zahl

11. Turngerät

12. Fakultätsabkürzung

13. Fangvorrichtung

14. deutscher Komvonist

deutsche Universitätsstadt

Ausdruck beim Fußballspiel

Teil des Baumes

Fußunterlage

ostvreußischer Fluß

divlomatisches Schriftstück

Teil des Rades

Elitetruvve

Zugtier

Märchenwesen

Kämve. Held

Mädchenname

Warthezufluß

Huhn.

Auflösungdes Stufenrätsels in Nummer 241:

1. K. 2. Ar. 3. Tau. 4. Tete. 5. Eider. 6. Gaffel. 7. Antenne.

8. Tangente. 9. Tarnkappe.Kattegatt."

cs ist ihm so beschieden gewesen; und wer weiß, ob er im Bette lieber gestorben wäre als dort droben."

Ich meine wohl", versetzt der Alte ernst.

Ich nicht", gibt Heinz beharrlich zurück,da sind wir nicht derselben Meinung."

Ein neues Schweigen legt sich zwischen die beiden un­gleichaltrigen und vielleicht auch in ihrem Wesen recht ver­schieden gearteten Männer.

Doch bann bricht es der Vetter:Heinz, du kommst hier oben langsam ins Sinnieren hinein."

Der Ängeredete wirft dem Sprecher einen verwunderten Blick zu.

Es ist so, wie ich sage", fügt der Alte bei,hier fehlt es einfach an einer Frau."

Heinz lacht kurz auf.

Es ist mein Ernst. Ich wüßte dir eine."

Der Junge trotzt.

Du kennst sie. Du kennst meine Magd. Du weißt, was ich an ihr habe. Sie ist rechtschaffen und treu."

Ist sie dir denn feil geworden, Vetter?"

Laß mich ausreden. Junger, du", wirst der Dörfler ein, ich sehe es nicht gern, wenn es dir am Ende so geht wie

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denen da drüben. Das sollte dir ein Beispiel fürs ganze Leben sein."

Es fehlt ihnen nicht am Frauenvolk."

Es fehlt eine Frau oder Mutter, Heinz", sagt der Vetter gewichtig.

Und deine Frau?" wirft der Junge schlagfertig ein.

Ich bin alt."

Der Wirth auch", entgegnet Heinz.

Hast recht, er auch; aber dem Jungen stünde es an, wenn er aus seinem mutwilligen Treiben einmal herauskäme."

Wenn es nur das wäre", meint Heinz.

Also dumm bist du nicht, und auf den Kopf gefallen auch nicht. Das hindert mich nicht, dich ernstlich ins Gebet zu nehmen. Aber am Ende weißt du schon eine.

Nein", sagt Heinz offen.

Keine? Um so bester; wer weiß, du kämest zuletzt noch auf die Idee, ein Mädchen wie die junge Saumhoferin zu heiraten."

Daran denke ich nicht, Vetter", weicht Heinz aus.

Ich will es nicht hoffen. Meine Emme wäre für dich eine Frau wie geschaffen. Und es kommt noch etwas dazu, ich habe mit ihr geredet darüber und bin im klaren, was sie im Ernst dazu meint

Und du, Vetter?"

Hör mich an. Ich denke, du kannst nicht ewig hier oben hausen. Du weißt, was dich drunten erwartet. Ich werde langsam alt und untauglich."

(Fortsetzung folgt.)

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im 46. Lebensjahr.

Im Namen der Angehörigen: Frau Lina Schneider, geb. Görg, Friedrich Schneider.

Wiesbaden, den 18. Oktober 1939

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Beerdigung am Freitag nächm. 3% Uhr auf dem Südfriedhof

Ich nehme hiermit die am Sonntag, dem 8. Oktober 1939. tm LokalUlmer Hof", gegen Herrn Karl Merten jun., zu Wiesbaden, Oranienftraße 56, aus­gestellten Behauptungen als unwahr mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.

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