Wiesbadener Tagblatt
„ _ „ , DruckundB„lag: Erscheinungszeit-
Erscheinungszeit
Nr. 241
Samstag/Sonntag, 14./15. Oktober 1939
87. Jahrgang
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mit einer täglichen
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Britisches Schlachtschiff versenkt
„Royal Oak" durch deutsches Unterseeboot vernichtet
Schwerer Schlag für England
Berlin, 14. Oft. (Funkmeldung.) Wie der englische Rundfunk bekannt gibt, ist das englische Schlachtschiff „Royal Oak" (29150 t) durch den Angriff eines deutschen U-Bootes versenkt worden. Eine Liste der Geretteten werde sobald wie möglich bekannt gegeben.
« Wt der Versenkung des englischen Schlachtschiffes „Royal Oak Bot die deutsche Il-Boot-Waffe der englischen
Die britische Admiralität bestStigt
. 14 Okt (Funkmeldung.) Zu der Versenkung
Schlachtschiffes „Royal Oak« gab Reuter folgende er- ganzende Mitteilung:
h„„-Die Admiralität teilt mit: Der Marineminister be- dauert. mitterlen zu müssen, das, S. M. Schiss „Royal •ü“4?,e glaubt durch ein U-Boot — versenkt worden ist. Erne Liste der Überlebenden wird sobald wie mög- lrch ausgegeben.
HSiä'feÄ"’ ..RoyalOak" durch ein deutsches b-'. ar B:em,crtt Reuterbur 0 weiter, dies sei nach der Versenkung des Flugzeugträgers „Courageous" der ?”c«(e lch«ere Verlust, der die britische Flotte treffe. Hier jft die «trage zu stellen, Herr Churchill, haben Sie die Ver- am"n,n„8 s:! W'ten britischen «Flugzeugträgers vergessen? Wollen Sre letzt endlich auf unsere oft wiederholte Frage Ä hni. roh°t?,Ce"-9lrc Ä0?al“ itt? Wann «erden Sie 5u= neben, daß die Kriegsmarine Seiner Britischen Majestät ""e». »werten «Flugzeugträger verlor? Wann werden Sie e ,#eu Überlebenden herausgeben, oder gab es bei dieser Katastrophe überhaupt keine Überlebende?
Übergriffe britischer Kriegsschiffe
in japanischen Hoheitsgewässern — Britische Botschaft beantwortet japanischen Protest erneut mit dreisten Ausreden ___Atro, 14 Okt. (Funkmeldung.) Wegen der wiederholt
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Die daraufhin erfolgte, neue Erklärung der Botschaft ist ebenso kurz und unzureichend ,n ihrer „Begründung" der unerhörten Übergriffe, wie. die kürzlich gemachten Aus- iubrungen des hiesigen br,tuchen Marineattaches. Es beißt nämlich, daß die Überwachung der japanischen Hafen zkeine Belerdrynng Japans« bedeuten solle. (!) Man bezwecke „lediglkch«, dentsche ein- und aus- f ährende Schiffe fest zu st eilen und zu beschlagnahmen Die Botschaft, hat dagegen nichts aus die Tatsache "- "widern, daß britische Ärmer, Zerstörer und U-Boote westlich und . südlich von Kiuschu. und in den Gewässern zwuchen den lapamschea Jnieln Kiuschu und Schikoku gesichtet wurden. Hiesige politische Kreise bezeichnen dieses Aus- gebot an Schissen und ihren Standort als nicht mit Japans seestrategischen Interessen vereinbar. "
„ ..Inzwischen laufen immer neue Meldungen über die Belästigung der lavamschen Schiffahrt ein. Die Reederei Nwvon dusen Kaisha meldet, daß zwei von ihren Schissen, nämlich „Fushiml Maru" und „Sakozaki Maru" beide ie 11 000.Tonnen, in Marseille sestgehalten würden Die Linie wurde entsprechende Schritte ergreifen, um die Freilassung der Schiffe zu erreichen.
Hiesige politische Kreise bemerken hierzu, daß der Krieg anscheinend hauptsächlich gegen Neutrale geführt wurde und daß England anscheinend die „Freiheit der Schiffahrt" nur auf englische Schiffe anzuwenden beab- nchtige. Wenn Deutschland dagegen in berechtigter Notwehr auf die englische Blockade mit einer Gegenblockade antworte dann versuche der englische Provagandaavvarat von einem „$etitoB gegen internationale Verträge" zu sprechen und die Welt gegen deutsche ..Gewaltmethoden" zu mobilisieren
Ausgleich Tokio —Moskau
Fortsetzung der Berstäudigungsverhandluugen
Moskau. 14. Okt Der iapmnsche Botschafter in Moskau, Togo, wurde am 12 und 13. Oktober von dem stellvertretenden Autzenkomwissor Losowsk, emvsangen. Dabei wurden diejenigen Fragen weiter erörtert, die sich aus dem lowietischsiapanischen Ausgleich vom 16. September d I. ergeben. darunter insbesondere die Bildung von gemischten Grenzkommissionen in dem Gebiet an der man- dschunich-mongolischen Grenze.
Saracoglu wieder bei Molotow
, ^?^Eim,13. Ott. Der tiuckische Außenminister Saracoglu begab ssch Sieitagnadjmtttag. 17 Uhr Ortszeit, wieder in den
Kriegsflotte einen neuen schweren Schlag versetzt. Noch ist die Erinnerung wach an die Versenkung des englischen Flugzeugträgers „Courageous". die am 18. September erfolgte und schon wieder bat die englische Marine einen außerordentlich schweren Verlust durch die deutsche U-Boot-Flotte erlitten Die „Royal Oak" ist 1914 vom Stapel gelaufen, sie Bat eine Wasserverdrängung von 29150 Tonnen und führte acht 38-ew-GesMtze. zwölf 15,2-eni-Geschütze. acht 10.2-ero- Geschütze . sowie die üblichen Fliegerabwehrwaffen. Das Schiff lies 22 Knoten und batte eine Friedensbesatzung von 1150 Mann. Das Schiff wurde ursprünglich für Kohlen- feueiung entworfen, wurde dann für Ölfeuerung umgebaut und erhielt bei diesem Umbau auch Torvedowulste. die es besser gegen U-Boot-Angriffe schützen sollte. Um so höbet ist also der Erfolg, des. deutschen U-Bootes zu veranschlagen. Damit ist den Engländern durch die deutsche U-Boot-Waffe wie durch die deutschen Flugzeuge bewiesen worden, daß sie nicht mehr unbeschräntt die See beherrschen.
Bemerkenswert ist, daß von schweren britischen Schlachtschiffen vergleichbarer oder größerer Stärke nur zwei Nach- kriegsbauten überhaupt vorhanden sind.
Der Bericht des Oberkommandos
Bewegungen im Otten abgeschlossen — Im Westen Abschuß von drei feindlichen Flugzeugen
Berlin, 14. Okt. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im <■*' e n wurden mit der Besetzung der letzten Abschnitte Bug die Bewegungen auf die deutsch- russische Jnteressengrenze abgeschlossen.
Im Westen schwache Artillerietätigkeit.
Bei Luftkämpfen wurden durch Jagd- und Flak ab wehr drei feindliche Flugzeuge bei Schleiden, Idar-Ober st ein und Mayen ohne eigene Verluste abgeschossen.
Kreml zu einer Unterredung mit dem russischen Außenminister Molotow.
Die finnischen Polizei- und Provinzverwaltungen unter Ausnahmegesetz
.. Selfittfi, 13. Okt. Durch Verordnung hat der Staatspräsident Polizei- und Provinzverwaltungen unter Ausnahme- gejeb erklärt Es handelt sich jedoch noch nicht um die Er- tlarung des Belagerungszustandes.
...Die Maßnahme ist auf die von finnischer Seite gehegte Befürchtung zuruckzumbren. daß die Moskauer Verhandlungen zu Spannungen führen könnten.
Die Kampfansage
Von Fritz Günther
5it der Woche, die zwischen der großen Rede des Führers mit seinem von überzeugendem Friedenswillen getragenem Appell an die Welt, int besonderen aber an die Staatsmänner der westlichen Demokratien, eine klare, nüchterne und verantwortungsbewußte Entscheidung zu treffen, sowie der Unterhausrede Chamberlains liegt, mit der — so mutz man nun wohl annehmen — das Tor zum Frieden verrammelt wurde, stand die Frage Krieg oder Frieden int Mittelpunkt der Betrachtungen. Noch einmal wurde die ganze Sinnlosigkeit eines Krieges erörtert, der von einer Gruppe von Kriegshetzern, am Kriege Verdienenden oder von den Ideologien her Vergangenheit Besessenen und Unbelehrbaren gewünscht, vorbereitet und herbeigeführt, von den unmittelbar betroffenen Völkern aber einmütig abgelehnt wurde.
Nach der polnischen Niederlage, die, ebenso wie die Entfesselung des Konfliktes, Englands Schuldkonto belastet, und der Einschaltung Rußlands, bas sich mit Deutschland gemeinsam für die Durchführung der Neuordnung im Osten und Südosten Europas verantwortlich fühlt, war für jeden vernünftig denkenden Menschen eine Fortsetzung des Krieges Heller Wahnsinn. Umsomehr, als der Führer int Augenblick seines grössten Erfolges außerordentlich massvoll sprach, nachdrücklich für den Frieden und eine Se Zukunft der Völker eintrat und ausdrücklich die haft Deutschlands erklärte, an dem Wiederaufbau eines neuen Europas mitzuarbeiten und dem Riistungsroahn- finn ein Ende zu bereiten. Wobei er darauf Hinweisen konnte, dass die von Deutschland herbeigeführte Neuordnung und zwangsläufige Revision des Versailler Diktates kein Chaos, sondern die Normalisierung der Verhältnisse in Mitteleuropa zur Folge hatte. „Mögen diejenigen Völker und ihre Führer nun das Wort ergreifen, die der gleichen Auffassung sind und mögen diejenigen meine Hand' zuriick- stotzen, die im Kriege die bessere Lösung sehen zu müssen glauben“, mit diesen Worten stellte der Führer die Gewi s s e n s f r a g e, die eine ebenso klare und deutliche wie verantwortungsbewusste Antwort erforderte. Diese Antwort ist, das wissen wir jetzt, nach der Rede des Herrn Chamberlain, negativ ausgefallen.
Der britische Premierminister hat die große Geste des Führers nicht verstehen wollen und die bargebotene Friedenshand zuriickge stoßen. Er tat dies nicht etwa mit sachlicher politischer Begründung, wo hätte er eine solche auch hernehmen können, sondern unter Verfälschung der Wahrheit mit den unverschämtesten Anpöbelungen des Deutschen Reiches und seiner Politik. An Stelle des von ihm erwarteten Eingehens auf die Grundgedanken des deutschen Friedensplanes, bei dem es ihm unbenommen blieb, seiner-
50000 WHW.-Helfer bereit
Der Gau Hessen-Nassau muß wieder Vorbild der Opferbrreitschaft fein — Der Gauleiter eröffnet das Kriegs-WHW.
, _ usg. Offenbach a. M„ 13. Okt. In einem schlichten, aber eindrucksvollen Betriebsappell in der Firma Collet & Engelhardt in Offenbach a. M. eröffnete am Freiiagnachmirrag Gauleiter und Reichsttatthalter Sprenger das K r reg s w rn t e r h r.l f s w e r k im Gau Heffen-Naffau. Nachdem der Gaubeauftragte für das Kriegswinter- hilfswerk, Eauamtsleiter Hang, dem Gaule,ter die erneute Bereitschaft seiner Organisation für das große soziale Wert gemeldet hatte, gab der Gauleiter «neu Überblick über die gewaltigen Leistungen des vergangenen WSW. im Gau und zeigte, die.erweiterten Aufgaben des Kriegswinterbilfswerkes im Rhein-Main-Eebiet auf. An die Bevölkerung richtete er den eindringlichen Appell, wie in den vergangenen Jahren besonders im diesjährigen Kriegswinterhilfswerk '» der Ovkerbereitschaft wieder mit ein Vorbild für alle Gaue des Reiches zu sein.
Von einer Stätte der Arbeit aus rief der Gauleiter diesmal die Bevölkerung feines Gaues zur erhöhten Opferfreudigkeit auf. Diese schlichte Eröffnung des Kriegswinterhilfswerkes war symbolhafter Ausdruck dafür, das letzt nicht die Zeit zu großen Feiern gegeben ist, sondern bte arbeit für Führer unb Vaferlanb im Mittel- vunkt bes Volkes steht. In einer großen Salle inmitten riesiger Maschinen, bie für eine Stunbe ihr bröhnenbes Lieb ""("Brachen, hatten sich bie Vertreter her Partei unb ihrer y’l'eberungen, her Wehrmacht unb her Behörben sowie Ee- folgschaftsmitglieber versammelt. Die Fuhnen her nationalsozialistischen Revolution schmückten ben weiten Raum. Auf einem Horizontal-Bohr- und Fräßwerk stand das Rednerpult.
Der Vetriebsfiihrer hieß bie Gälte unb Arbeitskameraden willkommen. Sein besonderer Gruß galt dem Gauleiter. Eauamtsleiter Saug, der Eaubeauftragte für das Kriegswinterhilfswerk. stellte in einer kurzen Ansprache Büraus, daß das WSW. in unserem Gau stets Zeugnis von dem Wesen der nationalsozialistischen Weltanschauung ab- gelegt hat. Auch. das Kriegswinterhilfswerk werde durch öle, erhöhte Ovferbereitschaft unserer Bevölkerung seine großen Aufgaben meistern können. Er meldete dem Gauleiter, • «5 0.00 0 Seifer für die Durchführung des Kriegs- winterhilfswerkes im Gau bereitständen und bat ihn. das Kriegswinterhilfswerk zu eröffnen.
Der Gauleiter rotes daraufhin, daß es traditionell geworden sei, das. WSW. im Gau Hessen-Nassau zu eröffnen, nachdem der Führer es für das ganze Reich eröffnet habe. OT±eynPeite.a" bie Ausführungen Adolf Hitlers, der sagte: Not hat es immer gegeben unb gibt es immer. Zu allen 3"ten aber hat die Menschheit die Verpflichtung, dieser Not
zu fteuern, ihr entgegenzutreten und sie zu lindern. Dies fei der Weg. ben bet Führer dem Volk klar aufgezeigt bat. Der Gauleiter gab anschließend feiner Freude darüber Ausdruck, da« bisher fein Gau mit an der Spitze aller Gaue in der Opferbereitschaft marschiert ist.
In seinen weiteren Ausführungen kam Gauleiter Sprenger auf die Verlagerung der Aufgaben des WSW. in den letzten Jahren zu fprechen. Nach 1933 habe es gegolten, ben Hungernden unb Frierenben zu helfen. Dies habe sich geanbert. Die Zahl her Betreuten int Gau Hessen-Nassau fei von 800,000 out 250 000 zurückgegangen. Da nicht mehr so viel Volksgenossen zu betreuen waren, feien Mittel für andere Zwecke ttetgeworden. Die mehr aufgebrachten Gelber feien hauptsächlich der Fürsorge zugeführt worden. 3n stolzen Zahlen belegte bann der Gauleiter die Opferbereit- schäft der Bevölkerung.
2« Gau Hessen-Nassau würben im Winterhilfswerk 1838/39 an Geldspenden 15,2 Millionen und an Sachwerten U.AElonen aufgebracht. Insgesamt wurden für das WHW. im Gan 18,5 Millionen geopfert.
Erhebliche Beträge mußten aus diesen Mitteln für bie Ost mark unb bas Subetenlanb freigemacht werden. Wir alle, so betonte der Gauleiter, kennen noch die große Not. die einst in unserem Vaterland herrschte. Sie sei aber noch als Reichtum zu bezeichnen gegenüber der Not. die man m diesen befreiten Gebieten vorfand. Der Gau Hessen- Nassau habe hervorragend dazu beigetragen, daß unsere bettelten Volksgenossen vom Führer so umfassend betreut werden konnten.
Der Gauleiter zeigte dann die neuen Aufgaben für das Kriegswinterhilfswerk auf. mit dem bet (Fortsetzung auf Seite 3.)
