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Seite 4 Nr. 236

Wiesbadener Tagblatr

Montag, 9. Oktober 1939

Volk und Soldat

Haltung heißt die Parole der Heimat

. Der deutsche Soldat, fern der Heimat, will srolz auf diese seine Heimat sein dürfen, die er mit seinem Blut verteidigt. Grog steht in seinem Erinnern die Schönheit seines Bater- landes, die gewaltige Einigkeit, die das deutsche Volk nrn- schließt, der Frieden aller Gaue, für dessen Sicherung er zur Wane griff.

Dem deutschen Soldaten begegnet auf seinem Vormarsch unbeichreibliches Elend, er vergleicht verluderte polnische Landwirtschaften mit sauberen deutschen Vauerngehöften, heruntergekommene Menschen des fremden Landes mit den in Ordnung und Sauberkeit lebenden Familien seiner Heimat. Er steht, da« auf fremdem Boden die Desorganisation herrscht und gedenkt beglückt und beruhigt der muster- gultigen Ordnung und Haltung seines Vaterlandes.

.... Die Heimat hinwiederum, die ihre Vä:er und Söhne als Waffenträger an der Front weih, ist sich des tiefen Dankes bewußt, den sie dem deutschen Soldaten schuldet. Der heilige Ernst, mit dem die gesamte Nation in die Notwendigkeit des Krieges schritt, zeigte die Haltung des deutschen Volkes klar und entschieden auf. Weder Hag- noch Rachegeschrei, weder ein Scheinvatriotismus noch der Chauvinismus kam in Deutschland irgendwie zur Geltung, als die deutschen Truppen zum Gegenangriff und zur Sicherung der Grenzen schritten. Kriegfuhren heißt schwere Lasten und Aufgaben übernehmen. Opfer bringen und Kameradschaft üben bis zur le tzte n H in g a b e. Das deutsche Volk trat nicht mit Siegesgeschrei. Eroberungsgelüsten und Morddrobungen in "?n Krieg Würdig und verhalten lieg es seine Söhne für btc heiligsten Aufgaben der Nation über fremde Grenzen in den Kampf ziehen. Kein Jubelgeschrei und keine Sieges- Lunkenhelt waren nötig, um die Soldaten anzufeuern. Jeder Waffenträger kannte seine Pflicht und wußte, wozu er erhoben worden war: zum Verteidiger seines Landes, für Freiheit und Frieden, für Ehre und Recht.

Gewaltig sind die Erfolge, groß die Schlachten, die in wenigen Tagen geschlagen wurden, umfassend und endgültig ist der Sieg der deutschen Truppen, wo sie zu Lande, zu Wasser und in der Luft angesetzt wurden. Die feldgraue Uniform, schon immer Ehrenkleid der Nation, ist durch das vergossene Blut fürs Vaterland aufs neue geheiligt worden. Die ersten Verwundeten sind in der Heimat angekommen. Mu einer Achtung, mit einer Liebe und mit einem Jubel aber sind sie ausgenommen worden, die ein einziger Dank war für den heimgekehrten Verletzten sowohl wie auch für den unbekannten fernen Kämpfer an der Front.

,. 3n eiserner Ruhe und in einer stolzen Zurückhaltung steht das deutsche Volk und schaut auf seine Väter und Söhne unter der Fahne. Und dieser heilige Ernst, der von der Nation nicht gewichen ist, gibt dem Volke jene Haltung, wie der Frontsoldat Re will, auf die er stolz ist und für die er Tag für Tag sich ejnieht im Bewußtsein, eine Nation zu ver­teidigen, auf. die die Welt voll Achtung oder voll Neid schaut, von ber ste iedoch. nichts anderes erwartet als den eisernen Willen, diesen Krieg bis zu einem glorreichen Ende durch­zustehen.

Wer unser Volk beute sieht, wie es geschlossen und im eisernen Zusammenhalt dem Vaterlande dient, der kann nur wünschen, daß der deutsche Frontsoldat dieses sein Volk sehen konnte, Tag für -tag, so fern er auch der Heimat ln-, Haltung heißt die Parole für dieses Volk. Es gibt keine Unsicherheit und keine Furcht, keine Panikstimmung und kein Sichselbstverlieren.

Denn das deutsche Volk vertraut dem Soldaten an der Front. Es fühlt sich beschirmt in der Obhut der Wehrmacht. Es glaubt an den deutschen Soldaten.

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k . i

i.

Auszeichnung für erfolgreichen Einsatz

Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnete Piloten und Bordfunker der Sturzkampfstaffel See, die entscheidenden Anteil an der Niederkämpfung der polnischen See­festungen hatte. (PK.-Mendl-Weltbild, K.)

Spanischer Zehnjahresplan

Ministerrat in Burgos

Madrid, 8. Okt. Unter Vorsitz des Caudillo tagte in Burgos ein M i n i st e r r a t. Es wurde eingehend das um­fassende Projekt eines Zehnjahresvlans für den wirt­schaftlichen Wiederaufbau Spaniens erörtert. Anschließend wurde eine Reihe von Gesetzen angenommen, darunter ein Gesetz über den Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Ortschaften und ein weiteres über die Errichtung einer Akademie für den Fliegernachwuchs. — Weiter wurde eine Reihe von Ernennungen ausgesprochen. Generaldirektor für das Pressewesen wurde danach Enrique Eemenc» Arnau. ein Bruder des jn Deutschland weilenden Efe- Korrespondenten. und Unterstaatssekretär im Erziehungs­ministerium Jesus Rubio.

Spanien löste alle alten Staatsanleihen ein

Madrid, 8. Okt. Am Samstag schloß der Termin für die Einlösung bzw. den Umtausch der Anteile der spanischen Staatsanleihen aus der Vorkriegszeit. Wie die Bank von Spanien bekannt gibt, wurden fast alle alten Anteile einge­wechselt und in solche der neuen spanischen Staatsanleihe um­gewandelt. Diese Tatsache sei ein neuer Beweis für das große Vertrauen in das Aufbauwerk des neuen 'Spanien.

Aus der Geschichte der Feldpost

unzähligen Familiengesprächen spielt wieder die Feldpost eine große Rolle, diese wichtige Einrichtung, die unser tapferes Heer nut der Heimat am stärksten verbindet. Erst dieser Tage lasen wir, daß sie nicht kleinlich sein will, wenn.ein Feldpostbrief einige Gramm schwerer wiegen sollte als. die Höchstgrenze von 250 Gramm. Jeder Frontsoldat weiß, was die Feldpost für den Mann im Felde bedeutet, aber auch unsere Mütter können sich lebhaft daran erinnern, mit welcher. Spannung die Nachrichten des Vaters und Gatten daheim erwartet wurden. Während des Stellungs­krieges hat sich in den Jahren 1914 bis 1918 der Postverkehr zwischen Front und Heimat immer glatt abgewickelt. Pausen aber gab es. wenn die Truppe sich in der Offensive befand oder von einer Front zur andern verschoben wurde. Daran bat man stch aber tnt Laufe der Zeit gewöhnt und nicht gleich schwarze Befürchtungen gehegt, wenn die Nachrichten einmal auf sich warten ließen.

Selbstverständlich hat auch die Feldpost ihre Geschichte und Re ist auch Ichon mehrfach geschrieben worden. In der Neuzeit soll sie in der Mitte des 17. Jahrhunderts aufge­kommen fein, als französische Truppen am Oberrhein standen. Preußen bat das erste Feldpostamt im Jahre 1716 errichtet, als seine Armee sich auf einem Feldzuge gegen die Schweden in Vorpommern befand. Unter Friedrich dem Großen entstand die erste umfassende Organisation der Feld­post. die in ihren. Grundlätzen auch heute noch Geltung hat. Im Sefretunasfnege 1813 bis 1815 hatte jedes preußische Korps em Postamt unter militärischer Verantwortung. Im Kriege von 1870/71 erwarb sich die Feldpost unter dem

genialen Postmeister Stephan einen Ruhm, der in die ganze Welt gedrungen ist. Damals unterhielt sie lt. Generalstabs­werk über 400 Postanstalten mit über 2000 Beamten. Diese Leistungen wurden selbstverständlich in den Jahren des Weltkrieges weit in den Schatten gestellt, allein schon bedingt durch die größere Zahl der Kämpfer und die Aus­dehnung der Fronten. Täglich gingen durchschnittlich 9,9 Mill. Sendungen ins Feld. Während der ganzen Kriegsdauer sind 18 Milliarden Postsendungen ins tireli) und 11 Milliarden vom Feld in die Heimat gegangen.

Daß es von Zeit zu Zeit auch Klagen geben kann, ist verständlich, denn auch int Heimatverkehr bleiben sie nicht aus. Im Ganzen aber gehört die Feldpost wie das Rote Kreuz zu den Einrichtungen, denen die Truppe immer dank­bar sein wird. Schon im Jahre 1813 batte der Schornstein­fegermeister Matthias Keller in Schweidnitz an den „aller- unüberwindlichsten Feldmarschall Blücher" ins Feld eine Beschwerde gesandt, in der es heißt:

„Verzeihen Sie. liebwerthester Herr Blücher. General Vorwärts, daß ich als unzeitige Geburt es wage, an Sie zu.schreiben: aber ich kann mir nicht helfen, es ist wegen meinem Traugott: ich bitte Sie um alles in der Welt, liebster Herr Blücher. EMllenz General Vorwärts, was ist das für eine infame Confufion mit dem Feldpostamt: ich habe meinen Traugott bei den Gardejägern, er kennt Ew. Erz. Vorwärts genau und gut. schon zweimal habe ich ihm Zulage geschickt, aber er bat nichts bekommen. Ich bitte Ew. Exzellenz, korrigieren Sie die Kerls doch ein­mal. aber nach alter preußischer Manier . . . Sie verstehen schon, wie ichs nteune. Erz. werden den Kerls doch ein Donnerwetter auf den Hals schicken, deshalb habe ich es Ihnen geschrieben . . .“

Unsere Transportstaffeln

und was Re leisten

(Von einem Sonderberichter st alter)

PK. Zweite Staffel nach Öls, dort Munition abholen und nach Lemberg (Platz etwa 3 Kilometer südwestlich Stadt­mitte) bringen." So lautete unser Auftrag.

Unsere Maschinen sind bereits startklar. Nach kurzer Zeit befinden wir uns auf Kurs. Das Landen und Wiederstarten in Öls geht programmgemäß vor sich. Nur tragen jetzt unsere braven.Jus Granaten und Abwehrmunition, wie Re von unserer tapferen Infanterie in vorderster Linie gebraucht wer­den. in ihren Leibern. Tschenstochau. Przemysl. die früheren Kampfgebiete, lassen wir diesmal links liegen. Unser Unter­nehmen ist insofern nicht ganz einfach, da Lemberg noch in feindlichen Händen liegt. — Wir nähern uns unserem Ziel. Platz Lemberg ist gesichtet. Der Platz ist von Bomben und Granaten stark zerwühlt Deutsche Kamvfstajfeln haben hier zweifellos gründliche Arbeit Beteiltet. Doch das ist für unsere augenblicklichen Zwecke weniger günstig. Die Landung aus dem zerwühlten und von Trichtern übersäten Platz ist sehr schwierig. Ein Funkivruch unseres Staffelkapitäns, der die Führer­maschine der ersten Kette fliegt, lautet: „Vorstcht bei Landung, Stadtmitte meiden." Dadurch werden wir noch zu größerer Vorstcht veranlaßt. Die Landung geht gut vor sich und glückt in allen ihren Teilen. Schon können wir unsere braven Infanteristen begrMen. Ein Teil der Besatzungen steht sich zerstörte polnische Maschinen, die planlos auf dem Felde um­her liegen, an. Der Feind muß hier völlig überrascht worden sein. Wir eilen zu einer Maschine, deren Fahrgestell in einem großen Trichter steht, um das Bild in unsere Kamera ein­zufangen. Fast alle Kameraden machen stch irgendwie an zer­störten feindlichen Maschinen zu schaffen. Da — plötzlich ein Singen in der Lust. Kamerad Sv. ruft ärgerlich zu einem >znfanteriefeldwebel: „Wer schießt denn da. ruft mal an. daß sie aufhören, unerhört!!" — Schon landet die zweite Lage' diese sitzt bereits besser. Man schießt sich scheinbar ein. Auf die Frage unseres Oberleutnants, was denn das sei. kommt die ruhige Antwort eines Infanteristen: „Herr Oberleutnant, die Polen schießen." —

Nun aber rasch an unsere Arbeit. In großer Schnelligkeit werden Granaten und Gewehrmunition ausgelaöen. Alle Dienstgrade. Offiziere wie Mannschaften legen kameradschaft­lich Hand an und bald ist es geschafft. Nun rein in die „Kisten", denn kostbare Werte, vor allem unsere treuen Jus stehen auf dem Spiel. Befehl zum Start! Unsere Maschine rollt weg. Die nächste Granate schlägt etwa 30 Meter hinter uns ein. Der nachfolgenden Maschine setzen sie eine Ladung etwa 20 Meter vor ihren Standort. Trotzdem gebt der Start aller Maschinen ordnungsgemäß und gut vor sich.

Als wir wieder außer der Reichweite der feindlichen Waffen sind und unserem alten Bestimmungsort zufliegen, sind alle froh und glücklich, den Auftrag erfüllt und unseren tapferen Kameraden in vorderster Linie mit dem „Nötigen" rechtzeitig versorgt zu haben.

Einer englischen Mine zum Opfer gefallen

Amsterdam. 8. Okt. Der holländische Dampfer „Binnen- dijk" (6873 Tonnen) ist in der Nacht zum Sonntag gegen 2 Uhr morgens in der Nähe des Leuchtturmes von Shambles auf eine englische Mine gelaufen und gesunken. Alle 41 Be­satzungsmitglieder konnten gerettet werden und sind im englischen Marinehafen von Weymouth an der Südküste Englands an Land gebracht worden. Die ..Binnendijk" ge­hörte der Holland-Amerika-Linie und befand sich auf der Fahrt von New Bork nach Rotterdam. Damit ist wieder eines der vielen neutralen Schiffe, die England durch seine Minenfelder in die Kontrollhäfen schleppt, von einer eng­lischen Mine zerstört worden.

Bei Landesverrat keine Milde mehr

Das neue Anderungsgesetz

Berlin, 8. Okt. Das neue Reichsgesetz zur Änderung von Vorschriften des Strafverfahrens und des Strafgesetzbuches bringt neben der bereits gemeldeten Möglichkeit, auch rechts­kräftig gewordene Urteile anzugreifen, wenn es im öffent­lichen Interesse liegt, insbesondere eine Änderung der Vor­schriften über die Bestrafung des Landesverrats. Bisher konnte das Unternehmen, ein Staatsgeheimnis zu verraten, statt mit dem Tode mit lebenslangem Zuchthaus oder mit Zuchthaus nicht unter fünf Jahren bestraft werden, wenn die Tat keine Gefahr für das Wohl des Reiches herbei- führen konnte. Ähnliche Milderungen waren auch bei dem Unternehmen, stch ein Staatsgeheimnis zu verschaffen, um es zu verraten, möglich. Der Entwurf des neuen Strafgesetz­buches weist diese Milderungsvorschriften nicht m e h r a u f. Es bestand jedoch ein Bedürfnis dafür, sie schon vor dem Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches außer Krast zu setzen. Das ist durch das eingangs erwähnte Gesetz ge­schehen. Die Milderungsvorschriften sollen nicht einmal mehr bei laten anwendbar sein, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes begangen sind. Das bedeutet, daß nunmehr auch jedes erfolglose Unternehmen landesverräterischer Art mit dem Tode bestraft wird. Der Staatssekretär im Reichsjustiz­ministerium. Dr. Freister, bemerkt in einem umfang­reichen Kommentar in der „Deutschen Justiz": Der Abscheu vor dem Verrat an sich verbinde stch hier mit der Erkenntnis, daß derjenige, der einmal seine Verratsbereitschaft bestätigt habe, für die Zukunft nicht deshalb weniger gefährlich werde, weil seine Handlung ungeeignet war. eine Gefahr für das Wohl des Reiches herbeizuführen. Der S ü h n.e f i n n ver­binde sich mit dem S ch u tz z w e ck. Die Streichung des mildernden Einflusses der Erfolgsungeeignetheit ziehe daher einen Schlußstrich unter der Entwicklung des Landesverrats­rechtes zum reinen Willenstrafrecht.

Aus Aunst und Leben

• Konzerte im Kurhaus. Im Rahmen des Samstag­abendkonzertes. das unter Leitung von Musikdirektor August Vogt stand, setzte sich Konzertmeister Otto Riesch für eine „Sonate für Viola und kleines Orchester von Taver Hammer etn. hübsche Spielmusik aus der Haydnzeit. die ur- wrünglich wohl mit Klavierbegleitung rechnet und dem -Streichinstrument nur mit den eingestreuten Kadenzen Ge­legenheit zu selbständig-virtuosem Hervortreten gibt. Die vorer spendeten freundlichen Dank. Ganz dem 18. Jahr­hundert war der Klassische Abend am Sonntag geweiht. Handn machte den Anfang mit einer unbeschwerten Ouver­türe. dann folgten zwei Bachsöbne, der älteste und der jüngste, prrtebemann und Johann Christian, deren Generationsunter- fchied im Gegensatz zweier Sinfonien deutlich fühlbar wurde. Beide Stücke bat Vogt hier schon öfters musizieren lassen, so daß sie nun zum sicher behernckten Kernbestand des Reverroires gehören, kaum weniger als das Kronjuwel der Mozartschen Es-dur=6infonie. die den Schluß des Kon­zertes bildete, und deren Wiedergabe den Hörern allen An­laß bot. den Dirigenten an der Spitze seines Orchesters ehren­voll auszuzeichnen. Als Solist ließ sich an diesem Abend Anton Hoigt Horen, dessen Bottrag des Cellokonzerts von Boccherini zu feinen . glücklichsten und reifsten Leistungen gehört: namentlich die edle Eesanaslinie des langsamen Satzes erstand unter seiner Hand in höchst kultivierter Ton­gebung. und Vogts feinfühlig schattierende Orchesterheglei- tung machte den Hörern den Genuß dieser deliziösen Musik des allen seinen Zettgenossen an Erffndungkratt überlegenen Italieners doppelt kostbar. Dr. Wolfgang Stephan.

• Secks billige Zykluskonzerte veranstaltet die Städtische Kurverwaltung tn diesem Konzertwinter. In diesen Kon- Mien. die unter der Leitung von Musikdirektor August D o y t stehen, wurden als Solisten Gisela Sott (Klavier), Sinnt Berlin! (Sopran). Marie Bergmann (Klavier). Senta Bergmann (Violine). Elfriede Eraeger-Sebrecht (Sopran) und Anton Hoigt (Violoncello) verpflichtet. Vorgesehen sind als Uraufführungen: W. Sehlbach: Orchesterfantasie: H. O. Hiege: Serenade für kleines Orchester: Franz Flössner- Wiesbaden: Ballade für Orchester. Zur Erstaufführung fommen: C. H. Eroverrnann: Skaldische Dichtung: M. Trapp: V. Sinfonie: Job. Eenfter: Violinkonzert: B. Pavanduvulo:

Sinfonietta für Streichorchester: außerdem wird die VI. Sin­fonie in A-dur von Anton Bruckner hier erstmalig in der Erfassung aufgefübrt.

* Konzerte junger Künstler in Frankfurt. Die vom Jttmt für Konzertwesen" unter Führung des Frankfurter Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs im ganzen Reiche eingerichteten „Konzerte junger Künstler" gelangen nun auch in unterer Eaubauvtstadt zur Durchführung. Ihr Zweck ist. dem künstlerischen Nachwuchs Gelegenbeit zum Stuftreten zu geben und ibm damit die meist unerschwinglichen Kosten eines auf eigene Kappe veranstalteten Konzerts abzunebmen. Das erste dieser Konzerte fand am Sonntagoormittag im Vortragssaal der Musikhochschule statt. Der städtische Musik- beauilragte. Generalintendant Meißner, in dessen Hand die Durchführung dieser Aufgabe liegt, betonte einleitend, wie notwendig eine solche Einrichtung gerade jetzt in Kriegs­zeiten sei. in denen uns die doppelte Pflicht erwüchse, die Substanz des kulturellen Lebens sicherzustellen. Die Gesamt­reihe der Konzerte folgt einem geschlossenen Programm. Am Schluß sollen die Begabtesten noch einmal zusammen auf­treten. An diesem ersten Vormittag stellten sich fünf junge Künstler aus dem Gau vor. als erste die in Wiesbaden be­reits wohlbekannte Mainzer Pianistin Marie Bergmann, die mit geschliffener Klarheir und feinem musikalischem Empfinden die französische Suite E-dur von Bach vortrug. Die klare, schön ausgeglichene und stilsicher geführte Stimme der Sopranistin Lotte V a u m b a ch und der dramatischer Wirkung fähige Bariton Max Hartmanns kamen alt- italienischen Arien Christian Vachs. Alveris und Astorgas und Liedern von SBeber zugute. lauter wertvollen Stücken, die man sonst kaum je hört. Ruth Pattberg erspielte Rch mit einer Violinionate von Tartini lebhafte Anerkennung, wie sie auch der tüchtigen Darbietung der Wandererfantasie von Schubert durch den Pianisten Albert Mennige gezollt wurde. Dr. Wolfgang Stephan.

* Generalmusikdirektor Elmendorfs dirigierte als East ein Konzert in Neapel, in dem er eine „Passacaglia" von Castagnone zur Uraufführung brachte. Castagnone gehört der jungen italienischen Komponistengeneration an und ist von Lualdi an das Konservatorium in Neapel berufen wor­den. Das sehr wohlklingende, gehaltvolle und in seiner weit geschwungenen Melodik überzeugende Werk wird in dieser Saison von Elmendorfs zur deutschen Erstaufführung gebracht werden.

Der befreite Held

Von Josef Weinheber

Zur Erd gesenkt den Schild und zerhau'n, das Schwert zerbrochen, nackt, des heiligen Helms beraubt, beraubt erlauchten Schirms die Stirn, des Schattenden über dem schönen Auge:

So fiel er Bin, die klaffend zerriss'ne Brust dem Himmel weisend, da schon die Erd' das SB'uf der Wunde schrecklich trank: in Stolz und Trauer gewärtig des Tod's und wehrlos. - Ertragbar ist das Unglück, besiegt zu sein. Untragbar aber schändet der Feindeszwang, der, vor dem Morgen zitternd, feig das Kriegsglück zum Schergen der Angst erniedrigt.

Nicht ließen Re ihn liegen für tot. Die Händ' und Füße noch des Sterbenden banden Re und griffen in lein Haar und schnittens hohnvoll, das adelige, ab vom Haupte.

Und gingen hin und ließen ihn vor der Nacht allein. Sie kam, die bitt're Nacht. Jedoch die Nacht in ihrer Dauer schenkt den Willen zur Sonne byn Hoffnungslosen.

Ja, Heilkraft bat die Nacht, und die Gottheit wirkt im Dunkel. Sieh, es hob der Geschlagene Rch am Morgen auf und hielt dem neuen Früdlicht ein tapferes Haupt entgegen.

Und brach die Fesseln jäh in verjüngter Kratt und stand auf seinen Füßen und nahm die Wehr vom Boden, während schon dem Freien reicher das Haar auf die Schulter wogte,

und schritt, vor seiner herrlichen Brust den Sckffd. hinaus und war inmitten der Welt: Gefeit, unangetastet, groß. Im Sturme riß er die Gottheit mit Rch. zu Regem