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Wiesbadener Tagblatt

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Srscheinungrzeit

Samstag/Sonntag, 7./S. Oktober 1939

Nr. 235

87. Jahrgang

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Der Bericht des Oberkommandos

Die letzten Rekte des polnischen Heeres kapitulieren

Zwei Divisionskommandeure und 100 Offiziere gefangen

Mißglückte französische Aufklärungsflüge

Berlin, 7. Okt. (Funkmeldung.) Das Oberkommando

Wehrmacht gibt bekannt:

Ostwärts der Weichsel und int Gebiet von Su-

walki vollzog sich das Vorgehen auf die deutsch- russische Jnteressengrenze reibungslos im Ein­vernehmen mit den russischen Truppen.

Unter den letzten Resten des polnischen Heeres, die gestern bei Kock kapitulierten, befanden sich zwei Divi­sionskommandeure und 10 0 Offiziere.

Im Westen wurden örtliche Svähtrupvunter- nehmungen des Feindes abgewiesen. Sonst nur ver­einzeltes Störungsfeuer.

Französische Aufklärungsflugzeuge ver­suchten nachmittags den Rhein bei Bonn zu überfliegen. Sie wurden durch deutsche Jagdgeschwader und Flakabwehr vertrieben. Eines von ihnen wurde bei Godesberg im Lustkampf abgeschossen, ein zweites bei Euskirchen zur Not­landung gezwungen. Die vierköpfige Besatzung, darunter ein Oberstleutnant im Eeneralstab, wurde gesangen­genommen. Eigene Verluste traten nicht ein.

Die türkisch-russischen Beziehungen Besorgnisse in England

Ganz Italien stand im Banne der Führer-Rede

.Letzter Versuch Deutschlands, um eine Katastrophe zu vermeiden"

U-Boot-Erlebnisse eines griechischen Kapitäns

Bersteckspiel zwischen deutschem U-Boot und britischen Flugzeugen und Kriegsschissen

Aigeigmipreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte tm Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 86 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 6, Nachlässe nach Preisliste Nr. 6. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 9>A Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

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Der Kommandant habe ihnen gesagt, er habe tauchen müssen, um britischen Flugzeugen aus dem Wege zu gehe n. die in einiger Entkernung gesichtet worden iciejt. Das Il-Boot sei drei Stunden ober länger meist unter Waller ge­blieben Die ganze Zeit habe man den Eindruck gehabt, baß zwischen dem U-Boot und britischen Fliegern und Kriegs- schissen ein grones S u ch- und V e r st e ck s v i e l int Gange sei. Andauernd sei das U-Boot untergetaucht, um tu kurzen Abständen wieder an die Oberfläche zu gehen.,. In den 3b Stunden, die sie in dem U-Boot verbrachten, hatten er und seine Mannschaft ebenso regelmäßig ihr Essen ernannt, rote die Besatzung des U-Bootes, und zwar ganz gute M a h I - zeiten. Sie hätten auch deutsche Zigaretten bekommen. Paganos beschrieb dann, wie sie in einem Boot von dem U-Boot in der Nähe der irischen Küste abgesetzt worden seien. Der U-Bootkommandant habe ihm die Hand geschüttelt und zu ihm gesagt: ..Auf Wiedersehen und viel Glück ! Als sie alle an Land gewesen seien, habe der ll-Bootskommandant vom Korw mandoturm aus noch Jüuf Wiedersehen" gewinkt und dann set das Boot wieder in See gegangen.

iracoglu mit n. Freitag, len des

ter bringen Extraausgaben, in denen die Rede in ihrer ganzen Länge im Wortlaut wiedergegeben wird.-

Alle Sonderausgaben heben schon in riesigen Schlagzeilen wieAngebot eines Friedens der Vernunft und der Gerechtigkeit nach dem deutschen Sieg tm Osten Weshalb sollte" ein Krieg im Westen stattfinden? .^Deutschland bekundet erneut seinen Friedens- willen" usw. die weltanschauliche Bedeutung und Trag­weite der Erklärung Adolf Hitlers hervor. Besonders unter­strichen werden die Worte des Führers über die Beziehungen mit Italien und die über die Ziele der deutschen Politik zur endgültigen Befriedung Europas.

In italienischen politischen Kreisen weist man daraus hin, daß die Rede die Lage kläre. Die hauptsächliche Bedeutung der Worte des Führers liege in der Tatsache, daß sie einen letztenVersuch Deutschlands darstellen, um eine Katastrophe "zu vermeiden.

Der Führer hat gesprochen!

Von Fritz Günther

Der Führer hat gesprochen! Seine von der ganzen Welt mit Spannung erwarteten Wort«, verkündet in einem Augenblick, den alle Völker in gleichem Matze als ent­scheidend für das Schicksal Europas empfinden, bildeten mit der Feststellung vollendeter Tatsachen und unverrückbarer Ziele, die sich aus dem siegreich beendeten Feldzug in Polen ergeben, die Manifestierung eines Friedenswillens, den mit solcher Offenheit und Freimütigkeit nut ein Staatsmann zum Ausdruck bringen: konnte, der sich der hohen Verantwortung bewußt ist, die er vor seinem Volke, vor der Welt und vor der Geschichte zu tragen hat. Der überwältigende Sieg unserer Waffen im Osten und die starke Position, die das Grotzdeutsche Reich damit im mitteleuropäischen Raum bezogen hat, gaben dem Führer das Recht, vom Frieden zu sprechen. Jenem Frieden der Gerechtigkeit und des Aus­gleichs der Gegensätze, den die Kriegshetzer der Einkreisungs- mächte seit 20 Jahren verhindert, dessen Verwirklichung sie nunmehr, ohne Befragen, ja man kann ruhig sagen gegen den Willen ihrer Völker, durch den Krieg endgültig beseitigen wollen.

Ein geeintes und starkes Reich, zu dem Deutschland unter nationalsozialistischer Führung wieder ausoestiegen ist, erschien dem britischen Jnselreiche zu gefährlich für die machtpolitische Kontrolle, die es für alle Zeit über Europa ausüben möchte. Befand sich England doch seit Versailles in dem fundamentalen Irrtum, daß die Rolle Deutschlands ein für allemal ausgespielt sei, und das ihm aufgezwungene Diktat schon dafür sorgen müßte, daß es niemals wieder hochkommen würde. Die innen- und außenpolitischen Erfolge, die das nationalsozialistische Eroßdeutsche Reich in den letzten Jahren aufzuweisen hatte, wurden deshalb lediglich als beängstigende Vorzeichen festgeftellt, denen man zunächst mit den verderblichen Mitteln der Einkreisungshetze zu begegnen suchte, um dann Polen die verhängnisvolle Auf- §abe zuzuweisen, sich als Degen des Festlandes für Englands ntereffen zu opfern.

Nachdem der polnische Staat zusammengebrochen, seine Armeen von den deutschen Truppen restlos zerschlagen sind, wird von englischer Seite als K r i e g s z i e l jetzt die Beseitigung des Nationalsozialismus und desHitlerismus", von dem man das deutsche Volk befreien möchte, das unter diesem Regime wieder groß und stark geworden ist, beson­ders herausgestellt. Dem Führer persönlich und damit dem ganzen deutschen Volke, das sich zu Adolf Hitler bekennt, gilt der bedenkenlose Hatz einer handvoll Kriegstreiber, die weit vom Schutz in London sitzen. Daß man sich auch in Frankreich an verantwortlicher Stelle solche Auffassungen zu eigen machen konnte, ohne daß irgendein Vernünftiger dagegen protestieren darf, beweist nur, wie wenig dort noch übriggeblieben ist von den demokratischen Ideen, für welche die Westmächte zu kämpfen vorgeben. Adolf Hitler, der berufene und gewählte Führer des Grotzdeutschen Reiches steht viel zu hoch über dem Jnteressenkliingel dieser mit diktatorischen Vollmachten ausgestatteten Veteranen über­lebter Weltanschauungen, als daß ihn solche Anwürfe er­reichen könnten. So hoch, daß er gestützt aus das Vertrauen eines 80-Millionen-Volkes, dem der Nationalsozialismus die Grundlagen für den Wiederaufbau als Nation und den Glauben an seine Unbezwingbarkeit wiedergab, Friedensvor­schläge machen konnte, die einen konstruktiven Beitrag für die Lwsung aller Probleme bilden, die eine' Befriedung Europas bisher verhinderten und

London, 7 Okt. (Funkmeldung.^ Der Kapitän des griechi- " ~ " 5 ..Diamantis". Paganos.. erklärte einem

Vertreter der ..Evening News", er glaube, das das U-Boot, das den griechischen Dampfer versenkte, von britischen Flugzeugen und Kriegsschiffe n v e r r o ist wor­den sei. Nachdem er und sein«. Mannschaft an Bord des U-Bootes gegangen waren, hätten sie schwere Detonationen ge­hört. da Torpedos auf das griechische Schiff abgefeuert wurden. Später habe ihnen der U-Bootkommandant enlart. daß das Schiff innerhalb weniger Minuten gesunken sei. Tann seien plötzlich Befehle erteilt worden und Das U-Boot sei getaucht.

Rom, 6. Okt. Die große Rede des Führers hat auch in ganz Italien den denkbar stärksten Eindruck hinter­lassen. 2n den Großstädten standen die Leute in Mengen vor den Gast- und Cafehäusern, vor den Radiogeschäften, überall, wo nur ein Lautsprecher zu hören war, um den Worten Adolf Hitlers zu lauschen. Die Menschen dräng­ten sich um die Zeitungsstände, um die Abendaus­gabe der Zeitung so schnell wie möglich zu erhalten. Niemals ist eine Rede des Führers mit solcher Spannung von der ganzen Bevölkerung erwartet worden wie diesmal.

Als die ersten Zeitungen mit dem vollständigen Wort­laut der Rede in den frühen Abendstunden erschienen, wurden die Zeitungsverkäufer geradezu gestürmt, und im Nu waren die Exemplare vergriffen. Man ritz sich die Blätter aus der Hand, um möglichst als erster zu erfahren, was der Führer der Welt zu sagen hatte. Sämtliche großen Blat-

Weg, der begangen werden mutz. Wird sie ihn beschreiten? Man mag in England und Frankreich nicht übersehen, daß der Führer diese seine Worte alsletzt« Erklärung" gekenn­zeichnet hat.

Die Reichstagsrede des Führers hat im neutralen Ausland überall den aller stärkst en Eindruck gemacht. Rundfunk und Sonderausgaben der Zeitungen sorgten für die schnellste Übermittlung der Gedanken des Führers. Di« gesamte neutrale Presse gibt di« Rede aus­führlich wieder und nimmt auch bereits in ersten Artikeln dazu Stellung. Dabei wird übereinstimmend zum Ausdruck gebracht, daß die Rede den Weg zum Frieden zeigt und es wird ebenso übereinstimmend die Verantwortung der West Mächte festgestellt. Schwedische Stimmen sprechen in diesem Zusammenhang von einem Wettlauf zwischen sinnlosem Krieg und sinnvollem Aufbau. In Eng­land und Frankreich ist die Öffentlichkeit durch Auszüge, die Rundfunk und Presse brachten, über die bemerkenswertesten Teile der Führer-Rede unterrichtet worden. Das Stichwort für die Antwort der Presse ist aber von den amtlichen Londoner und Pariser Stellen offenbar noch nicht aus­geben. Es muß sich also noch erweisen, ob man in England und Frankreich die Mahnung befolgt. Die neutralen Blätter empfehlen die Rede sorgsam "zu prüfen und dannruhig und sachlich zu beurteilen. Die schicksalsschwere Entscheidung liegt jedenfalls, das betonen auch alle Kommentare der neutralen Presse, nachdem der Führer Europa den Weg zu einer besseren und glücklicheren Zukunft gewiesen hat, bei den anderen.

Moskau, d. Okt. Wie man soeben erfährt, soll die fällige Zusammenkunft des türkischen Außenministers Sar." den iowietrussischen Staatsmännern erst morgen. stattfinden, über wachsende Besorgnisse Englands w?ge deutsch-russischen und des deutsch-türkischen Verhältnisses be­richtet in vorsichtiger Form der. Londoner Korrespondent der Neuen Züricher Zeitung". Die Tatlache, da« die --oroiel- union die englische Operation gut türkischer Basis nicht duldet, die Entschlossenheit. Deutschlands Blockierung nicht mitzumachen, sondern im Gegenteil London notfalls eines anderen zu belehren, beginnt danach in London iu wirken.

Positives Echo bei den Neutralen

SS. Berlin, 7. Okt. Der Führer hat von seiner großen Reichstagsrede gesagt, daß sie einen Rechenschaftsbericht über das Vergangene, einen Einblick in die Gegenwart und, soweit es möglich ist, in die Zukunft geben soll. In der Tat werden in dieser Rede eine große Reihe, in die Zukunft weisender Probleme behandelt, eine so große Reihe, daß man nicht mit einer raschen Stellungnahme der Gegenseite, wenigstens nicht soweit die verantwortlichen Stellen und Männer in Frage kommen, wird rechnen können. Dabei wird man sich auf der Gegenseite an die Wort« des Führers halten müssen, daß seine früheren, maß­vollen Forderungen und Vorschläge oft als Schwäch« aus- gelegt wurden, daß aber diese Betrachtung sich stets als falsch erwiesen habe. Es wäre verhängnisvoll, wenn man auch diesmal in den Vorschlägen und Forderungen des Führers etwa einen Moment der Schwäche sehen würde. Davor sollte schon die Erinnerung an die ruhmreichen Taten der jungen deutschen Wehrmacht, die Erinnerung an die fünf letzten Wochen die Welt bewahren. Wann hat je ein Staatsmann einen solchen stolzen Rechenschafts­bericht erstatten tönnen, wie ihn der Führer den Abgeord­neten und dem deutschen Volk vorlegte, als er von der Zer­trümmerung des in Versailles geschaffenen Polen sprach? Dieser Polenfeldzug, an dessen Ende wir stehen, wird ewig ein Ruhmesblatt in der deutschen Geschichte bleiben.

Zur Welt sprach der Sieger dieses Feldzuges. Aber wohl noch nie hat ein Sieger so maßvoll gesprochen, wohl noch nie hat ein Sieger so bescheidene Forderungen erhoben, wie es in dieser historischen Red« des Führers geschah. In einer Freimütigkeit und Offenheit sondergleichen hat der Führer die Ziele der deutschen Außenpolitik klargelegt. Er hat darüber hinaus den Weg gewiesen, auf dem allein Europa zum Frieden gelangen tarnt, zu einem wahren Frieden, der diesen Namen verdient. Hier ist das Problem behandelt, das all« Völker bewegt, das große Problem des Friedens. Wenn aber im feindlichen Ausland vor dieser Rede verkündet wurde, der Führer werde ein Friedensangebot machen, weil er und das nationalsozialistische Deutschland diesen Frieden benötigen, so wird man jetzt erkennen müssen, wie falsch eine solche Vor­aussage war. Das war nicht der Appell eines Schwachen, das war der Appell eines Starken, der allen Anlaß hat, stolz auf die Kraft und die Ma"" zu sein, di« hinter ihm steht, jene Macht, die sich eben erst 'ff das herrlichste bewährt hat. Begreift man auch diesmal au, der Gegenseite nicht, welche Kraft und Stärke dem nationalsozialistischen Deutschland innewohnt und glaubt man auch diesmal unsere Hand zurückweisen zu müssen, so wird dieses national­sozialistische Deutschland kämpfen undweder Waffengewalt, noch die Zeit werden Deutschland bezwingen". Wir möchten meinen, daß das Worte sind, die nirgends mißverstanden werden können. Der Führer hat zugleich aber auch keinen Zweifel daran gelassen, daß dieser Kampf im Westen kein Problem war, und noch einmal hat er den Engländern und Franzosen die Frage vorgelegt, weshalb soll nun der Krieg im Westen statt finden?

Es war eine große und starke Rede, eine Rede von der eine gewaltige Kraft ausgeht. Es war aber auch eine Rede, di« eine Fülle von Problemen behandelte, die sich nicht in der Schilderung des heutigen Zustandes erschöpfte, sondern die Wege zu einer besseren und glücklicheren Zukunft Europas wies Wir möchten meinen, daß diese Rede und diese Vorschläge auf sehr lange Zeit hinaus den Völkern und Staatsmännern Anregung zum Nachdenken geben werden, denn hier sind keinerlei Utopien geschildert, sondern hier sind die großen Probleme, die alle Völker bewegen, realistisch an gepackt, und es sind Wege gewiesen, die jederzeit beschritten werden können, wenn sich nicht ein Klüngel, der diesen Frieden nicht will, weil er seine eigenen Interessen besser gewahrt glaubt, wenn Europa zerttssen und zerspalten bleibt, dem entgegenstemmt. Das große Problem der europäischen Sicherheit ist in dieser Rede in einer Weise behandelt worden, wie noch von keinem Staatsmann je zuvor. Der Führer hat gesprochen. Er hat den Weg vom Unfrieden von Versailles zum wahven Frieden gewiesen, er hat ein neues Statut für Europa vor den Augen der Völker entworfen. Die Welt kennt nun den

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