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Unterhaltungsbeilage. $erUner 23010:
Nr. 226.
Mittwoch, 27. September 1939.
87. Jahrgang.
Reichsaußenminister von Ribbentrop nach Moskau abgereist.
Warschau vor der Übergabe.
Zweite Fortlinie bereits in unserem Besitz. — Der polnische Kommandant bot die Übergabe an. — General Blaskowitz mit den Verhandlungen betraut. — Angriff deutscher Flugzeuge auf englische Seestreitkräfte. Schwere Treffer erzielt. — Wieder ein englischer Flugzeugträger zerstört.
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Schnurre, Henke und Korbt, dem stellvertretenden Chef des Protkckolls Lesitationsrat von H a l e m -und Mitgliedern des persönlichen Stabes. Bur Verabschiedung auf dem Flughafen Tempelhof waren der sowjetrussische Lustattach« B e l j a k o f f mit Herren der sowjetrussischen Botschaft erschienen. *
Saracoglu bei Molotow und Kalinin.
Moskau, 27. Sevt. (Funkmeldung.) Der in Moskau weilende türkische Außenminister Saracoglu wurde am Dienstag von Ministerpräsident und Außenminister Molotow und später vom Präsidenten des Obersten Sowjets. Kalinin, empfangen.
Die russisch-rumänischen Beziehungen.
Ossowiec, Chelm, Samo st je, Rawaruska, Sambor und T u r k a besetzt. , .
Bei der Liquidierung der Reste des polnr« schen Heeres in den besetzten Gebieten wurden insgesamt 30 000 Gefangene gemacht, davon allein 25000 im Abschnitt von Brest-Litowsk.
Auszeichnung erhielten die Kommandanten der 1. und der 3. Division, General Pu l a n i ch und Oberst y. E. Malar.
Demobilisierung der slowakischen Truppen hat begonnen.
Preßburg, 26. Sevt. Die Slowakei hat. wie aus einer Verlautbarung des slowakischen Verteidigungsministers hervorgebt, mit der Demobilisierung der Truppen begonnen, nachdem die Ordnung an ihrer No rd gr enze w ie- der berge st ellt erscheint. Unter den Waffen bleiben die Angehörigen von Svezialtruppen. sowie sämtliche Offiziere, die vor ihrer Abrüstung noch einer Sonderausbildung unterzogen werden. Weiter bezieht sich die Demobilisierung nicht auf die Juden, die für Arbeitsleistungen eingezogen bleiben. ,
Holland für sein Vieü jährlich 2.7 Millionen Tonnen Kraftfutter. wovon nur 0,7 Millionen Tonnen im eigenen Land erzeugt werden können. Die Zufuhren seien heute aber nahezu unmöglich gemacht. Dadurch sind Zehntausende von Kleinbauern und Geflügelzüchtern aufs schwerste betroffen. In ähnlicher Lage befindet sich die gesamte holländische Fischerflotte für den Hochseefischfang, die wegen der englischen Minengefahr gezwungen ist, aufzuliegen. Auch die Küstenfischerei wird durch die ständig auftauchenden englischen Treibminen stark bedroht.
Bittere Klage führt der „Nieuw Rotterdamsche Courant" über die rücksichtslose Behinderung der neutralen Schiffahrt durch England. So seien die gesamten Abfahrtsanordnungen der Holland-Amerika-Linie in Unordnung geraten, da nicht weniger als acht Schiffe dieser Reederei in englischen Kontrollhäfen festgehalten werden.. Es handele sich hauptsächlich um- Schiffe des Nordatlantik- Dienstes nach New Aork: aber auch Schiffe des Kuba — Meriko-Afenstes seien betroffen. Bemerkenswert ist die Feststellung, die Reederei wisse auch nicht annähergd, wann die Schiffe von den Engländern freigegeben werden; sie sei daher nicht in der Lage. Vorarbeiten für die kommenden Abfahrten durchzuführen.
In Begleitung des Berliner Sowjetbotschafters.
Berlin, 27. Sevt. (Funkmeldung.) Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, begab sich am Mittwochvormittag um 9 Uhr im Condor-Flugzeug „Grenzmark" vom Flughafen Tempelhos aus mit dem Botschafter der UdSSR. in Berlin. Alexander Schkwarzew, und Legationssekretär Pawlow von der sowjetruskischen Botschaft auf Einladungder Sowjetregierunq nach Moskau.
Der Reichsaußenminister ist begleitet von Unterstaatssekretär Gaus, den Vortragenden Legitationsräten
Slowakische Heerführer
mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Preßburg. 26. Sept. Generaloberst L i st hat dem Oberbefehlshaber der l "malischen Armee. Verteidigungsminister General Catlos. n Auftrage des Obersten Befehlshabers der deutschen Weh..rächt zum Zeichen der Anerkennung für die hervorragenden Leistungen der slowakischen Armee mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Die gleiche
Bukarest, 26. Sevt. In Zusammenhang mit Zweck- " ' " übt die amtliche : u r folgende Er-
Heeresbericht der Roten Armee.
Insgesamt 30 000 Gefangene. — Fortsetzung des Marsches auf die Demarkationslinre.
Moskau, 27. Sept. (Funkmeldung.) Der Moskauer Rundfunk verbreitet den Heeresbericht des Generalstabes der Roten Armee über die Operationen in Polen vom 26. September. Die Truppen der Roten Armee, heißt es darin, hätten ihren Vormarsch auf die Demarkationslinie ,m Saufe des 26. September werter fortgesetzt und daber die Orte
„Alle Meldungen über militärische Zwischenfälle und über eine Schließung der rumänisch-russischen Grenze gehören dem Bereich der Phantaüe an. Die russisch-rumänischen Beziehungen gehen auf der Grundlage vollkommenster Neutralität fort. Amtliche Kreise bringen in diesem Zusammenhang die kürzliche Neutralitätserklärung in Erinnerung, die Äußenkomminar Molotow dem rumänischen Gemndten in Moskau übergeben hat. Im übrigen bringen die Bsiehls- haber der russischen Truppen in Polen den rumänischen Grenzkommandanten gegenüber den Wunsch auf Neutralität mm
Ausdruck."
wt, Immer eindeutiger erweist es sich, daß die deutsche Voraussage, der englische Wirtschaftskrieg treffe in er ft er Linie d i e Neutralen, richtig ist. Täglich sind die Spalten der Blätter in den neutralen Ländern gefüllt mit Klagen über die Auswirkungen der englischen Blockade. Vor allem wendet man sich gegen die völkerrechtswidrige Auslegung des Blockaderechts durch Großbritannien. Scharf wird die englische Aufforderung kommentiert, die Neutralen sollten sich freiwillig den englischen Kontrollbestimmungen unterwerfen und mit der britischen Regierung zusammenarbeiten. Die holländische Zeitung „Handelsblad" bemerkt hierzu, daß ein solches Vorgehen der Neutralen sicher im Interesse Englands liege, keineswegs aber im Interesse der neutralen Staaten selbst, deren Aufgabe es sei. sich nicht der einen Seite zu unterwerfen, sondern wirkliche Neutralität zu üben.
Außerordentlich mannigfaltig sind die Formen der Abwürgung des neutralen Handels durch England. Wr haben bereits vor einigen Tagen auf die Notlage der holländischen Geflügelzüchter verwiesen. In einer Versammlung in Utrecht unter dem Vorsitz des Regierungskommissars für Geflügelzucht tarnen die durch die englischen Blockade- Maßnahmen verursachten Sorgen deutlich zum Ausdruck. Nack den Ausführungen des Regferungskommtlfars braucht
Bittere Klagen aus Holland.
Die neutralen Staaten bedanken fick für die freundlichen Ermahnungen zur Unterwerfung unter die englischen Kontrollbestimmungen.
Meldungen des feindlichen Auslandes g> rumänische Nachrichtenagent klärung ab:
NMs nur WWWWlM
Von Dr. Konrad Dürre.
Je einfältiger und charakterloser ein Volk ist, desto leichter läßt es sich — namentlich int Kriege — durch gerissene Jnsormationsschwindler der Gegenseite in seiner eigenen Meinung erschüttern und eine fremde Meinung ausschwatzen.
Zu den haltlosen und geistig beschränkten Völkern der Erde zählt England anscheinend auch das „liebe" deutsche Volk. Mit plumpen Suggestronsmethoden eröffnet es feinen Angriff gegen die Seele dieses Volkes in der Hoffnung, dessen Vorstellungs- und Geiühlsinhalke schnell verwirren und aui- lösen zu können. ~
Leider ist bei dem englischen Suggestions-Feldzug zugrunde gelegte Gedanke nicht gerade schmeichelhaft für die englische Intelligenz. Dieser Grundgedanke ist ebenso stur wie falsch. . . .
Er besteht darin, daß man den letzt in London wieder entfachten Weltbrand geschichtsphilosophisch für einen selb- stänbigen neuen Krieg hält und damit für ein weltgeschichtlich serienhast zusammengeballtcs Geschehen, für den zweiten Fall nach dem Gesetz der Dublizitüt.
Es ist für das selbstherrliche eirglische Gemüt ungemein beruhigend, sich im Glauben an das Weltgesetz der Serie ein« reden zu können auch im zweiten Krieg mit Deutschland verliefe alles haargenau so wie im ersten Waffengang mit dem deutschen Emporkömmling. Man sagt sich also: zuerst wird Deutschland auch 1939 mehr oder weniger kriegerische Erfolge haben, dann wird sein Ansturm zum Stehen gebracht werden, dann geht England zum Angriff über, und dann wird das inzwischen zersetzte und ausgehungerte „liebe" deutsche Volk schon die Waffen stecken. Berauschend ist für ine englische Phantasie die Vorstellung, daß dann wie 1918 ein Zweites Versailles kommt, ein Super-Versailles natürlich. Deutschland wird zertreten, und jeder Engländer jnirb bann wieder einmal zehnfach so reich sein, wie er im, Jahre 1939 gewesen ist (natürlich vor dem Beginn des Pfundsturzes). Unaufhörlich, so sagt sich das englische Suggestions- und Lügenministerium, muß man das feige deutsche Gemüt mit dem Hinweis auf den bösen Ausgang des ersten Weltkrieges schrecken, immer wieder muß man 1939 in Parallele bringen mit 1914, muß man die einfältigen Deutschen glauben machen, daß sie auch den zweiten Weltkrieg verlieren, und daß sie sich vor einem Diktat, das noch fürchterlicher ist als bas von Versailles, nur retten können, wenn sie sich von ihrem Führer lossagen unb sich Großbritannien schon jetzt auf Gnade und Ungnade ergeben.
Das Volk der Dichter, Denker und Kämpfer muß dem Volk der Krämer leider eine bittere Enttäuschung bereiten: es fällt aus die Suggestiv-Formcl Englands nicht herein i'Wir Deutsche sind nämlich der geschichtsphilosophischen Überzeugung. daß es sich bei dem gegenwärtigen Kampf auf Leben und Tod durchaus nicht um einen zweiten Weltkrieg handelt, sondern lediglich um die Fortsetzung des großen Weltkrieges von 1914.
Versailles beendete dieses furchtbare Ringen, das den deutschen Waffen unsterblichen Ruhm eintrug, nicht!
Versailles brachte nur einen Waffenstillstand, dessen entehrende Bedingungen das damals zerrissene unb uneinige Deutschland unter schwächlicher Regierung hin- nehmen und einhalten mußte. Richt ohne Grund feiern mir heute den großen König Heinrich I., der den Feinden seines
Der Bericht des Oberkommandos
Berlin, 27. Sept. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Osten nähern fick unsere Truppen der mit der Sowietregiernng vereinbarten Demarkationslinie.
Von den versprengten Teilen des polnischen Heeres, die sich noch zwischen den deutschen und den vormarschierenden russische» Truppen befinden, wurde gestern östlich Bilgoraj die 41. polnische Division und 1. Kavallerie-Brigade gefangengenommen.
Die zu Beginn der Kampfhandlungen als offene Stadt angesehene und dementsprechend respektierte Hauptstadt Polens ist durch die Maßnahmen des Kommandanten, dir Wiederinstandsetzung der alten Forts und die Bewaffnung von Teilen der Zivilbevölkerung in eine Fettung verwandelt worden.
Der Angriff dagegen brachte gestern im Nordteil die erste, im Südteil die zweite Fortlinie in unsere» Besitz. Unter dem Eindruck dieser Angriffe hat der polnische Kommandant heute vormittag die Übergabe der Stadt und der Besatzung angeboten.
Der Oberbefehlshaber des Heeres hat den General Blaskowitz beauftragt, die tibergabeverhand- lungen zu führen.
Die Luftwaffe griff militärisch wichtige Ziele in M o d l i n an.
Im Westen nur geringe Gefechts tätigkeit. Der Feind schanzt aus der ganzen Front. Zwei französische Flugzeuge wurden im Luftkampf über Freiburg und Sigmaringen abgeschosien.
Deutsche Luft st reitkräfte griffen gestern englische Seeftreitkräste, Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer und Zerstörer in der mittleren Nordsee mit Erfolg an.
Außer eiltet» Flugzeugträger, der zerstört worden ist, wurden mehrere schwere Treffer auf einem Schlachtschiff erzielt. Unsere Flugzeuge erlitten keine Verluste.
