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Donnerstag. 21. September 1939.

Wiesbadener Tagblatk

Nr. 221. Seite 3.

Auch Henry Ford warnt

am

europäi

Der einzige

Unfälle in der englischen Hauvto Tage der Verdunkelung sprungw sind im Londoner Gebiet 3 8 P

Verletzte belaufen.

auf die

Smigly als Führer anerkannt bat. Auf der Flucht hat der letzte Woiwode von Pofen. B o c i a n f k i, bei Kuiv der Erenzbrücke nach Rumänien erschossen, während Autos mit der flüchtenden Beute vorbeirollten.

In seiner ausführlichen Rede setzte sich Dr. Lev auch mit den Beobachtungen und Ergebnissen seiner soeben im Werten des Reiches, ferner in der Niederlausitz und in Oberschlesien durchgeführten Betriebs- und Arbeitergemeinschafts-Lager­besuche aus einander. Dr. Ley legte eingehend die Vor- aussetzungderFrauenarbeit und des Einsatzes der Jugendlichen dar. Der qualifizierten Ausbildung der Lehr­linge und dem von der DAF. geschaffenen und von ihr vraktisch ervrobten Instrument der Umschulung widmete Dr. Ley besonders eindringliche Betrachtungen. Die Zusam­menarbeit zwischen DAF. und gewerblicher Wirtschaft wie die Gemeinschaftsarbeit mit allen staatlichen Stellen ergeben die Grundlagen für den Erfolg.

In der Fortsetzung der Arbeitstagung am Nachmittag behandelten verschiedene Eauobmänner und Amtsleiter aktuelle Fragen ihres Einsatzes.

Der Vormarsch der Russen.

Besetzung von Erodno, Kowel und Lemberg. Bisher 60 000 Gefangene.

Moskau, 21. Sept. (Funkmeldung.) Amtlich wird folgende Verlautbarung des Eeneralstabes der Roten Armee über die Kampfhandlungen in Polen vom 20. September ausgegeben:Im Laufe des 20. September haben Abtei­lungen der Roten Armee die polnischen Truppen weiter in die Enge getrieben und bis zum Ende des Tages besetzt: Im Norden im westlichen Weißrußland die Stadt Erodno; im Süden in der Westukraine die Städte Kowel und- Lemberg.

Ryds-Smiglys feige Flucht

sollte bemäntelt werden.

Berliu, 20. Sept. Der polnische Botschafter in London und der polnische Gesandte in Bern haben sich offennchll.ch selbss ermächtigt, eine Erklärung zu verbreiten, wonach der ^berkommandierende der polnischen Armee, Marschall R y d z- Smigly, inmitten seiner Truppen weile und fortfahre, die militärischen Operationen zu leiten.

Hierzu ist festzustellen: Der polnische Generalissimus, hat zugleich mit dem ehemaligen polnischen Staatspräsi­denten Moscicki und dem einstigen polnischen Außen­minister Beck bereits am Montagnachmittag die rumänische Grenze überschritten. Als Aufent­haltsorte wurden für Moscicki Sicaz. für Beck Slanic und für Rydz-Smigly Craiova bestimmt. Den noch in Bern und London weilenden polnischen Diplomaten ist es ent­gangen, daß die amtliche rumänische Nachrichtenagentur diese Meldung am Dienstag bestätigte.

Die Flucht des Marschalls, der sich als unwürdiger Nachfolger Pilsudskis erwies, stimmt in ihrer Feigheit mit dem Verhalten des ehemaligen Kattowitzer Woiwoden Eraczynski überein, der bekanntlich als einer der ersten polnischen Beamten das Land verließ, über das er unbe­schreibliches Unglück gebracht bat. So sehen die Männer aus, durch deren verbrecherisches Treiben der polnische Staat dem Untergang entgegengeführt worden ist. Einige polnische Offiziere hatten den Plan, den feigen Marschall

Dr. Ley über die Aufgaben der inneren Front

Arbeitstagung der Amtsleiter und Gauobmänner der DAF.

London verherrlicht polnische Heckenschützen

Polnischer Offizier ermuntert weitab vom Schuß die Warschauer Verbrecher ru weiterem Durchbalten.

zu erschießen. Jetzt läßt er's sich gut gehen auf dem ihm von der rumänischen Regierung angewiesenen Landsitz, wäh­rend immer noch polnische Truppen in Polen im Kampfe stehen. Unter den Generalen, die bei der Truppe geblieben sind, befindet sich General Skladkowski, den Rydz-

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Berlin. 20. 'Sept. Der Londoner Rundfunk hat sich aber­mals zum Bundesgenossen der verbrecherischen Element« ge­macht. die Heckenschützen und Wegelagerer in eine letzten Endes völlig aussichtslose Verteidigung der Stadt Warschau Hineinbetzen wollen und damit unnötiger­weise namenloses Elend über die Zivilbevölkerung der Millionenstadt heraufbeschwören. Man hätte erwarten sollen, daß die Humanitätsavostel des Londoner Rundfunks, die keine Gelegenheit vorübergehen lassen, den Feind zur mensch­lichen Kriegsführung und zur Schonung von Frauen und Kindern zu ermahnen. Ratlchläge zur Übergabe der Stadt Und damit zur Vermeidung eines unnützen Blutvergießens geben würden.

Weit gefehlt! Der Londoner Rundfunk stellte heute abend einem oolnischen Of fr zier den Sender zur Der- fügims. der bier aus sicherer aetnc in miserablem Eng-

2n der Zeit vom 17. bis 20. September haben die Truppen der Roten Armee 3 polnische Infanteriedivisionen entwaff­net, ferner 2 Kavalleriebrigaden und zahlreiche kleinere Gruppen der polnischen Armee. Es wurden nach bei weitem nicht vollständigen Angaben über 60 000 Soldaten und Offi- ziere gefangen genommen. Die befestigten Zonen von Wilna, Baranowitschi, Molodecno und Sarny wurden mit voller Aus­rüstung, Artillerie und Munition besetzt. Unter dem zahl­reichen erbeuteten Kriegsmaterial wurden bisher 280 Ge­schütze und 120 Flugzeuge gezählt. Die Zählung der Beute wird fortgesetzt.

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Zum Lagebericht des Oberkommandos der Wehrmacht.

Berlin, 20. Sept. Zum heutigen Lagebericht des Ober­kommandos der Wehrmacht schreibt der Deutsche Dienst:

Der Krieg rm Osten ist bewendet, das deutsche Kriegsziel gegenüber Polen erreicht. Der endgültige Zu­sammenbruch Polens wird am deutlichsten am Schicksal der polnischen Armee, die im Weichselbogen zwischen der Piliza-Mündung und der Stadt W l o c l a w e k eine Woche lang hartnäckig Widerstand leistete und nun an der Bzura kapitulieren mußte. Hier standen die pol­nischen Kerntruppen, die Schritt für Schritt aus Posen zu- rllckgewichen waren. Hier sammelten sich die Reste der Kor­ridorarmee, denen es gelungen war, der deutschen Zange zwischen Eraudenz und der Brahe zu entgehen. Mit ihnen vereinigten sich ferner alle Heeresteile, die die deutschen gruppen,bei ihrem Vormarsch von Kreuzburg in Ober­schiessen über Sieradz an der Warte und Lodz vor sich her­getrieben hatten. Ihnen hat das deutsche Ostheer in acht­tägigen Kämpfen, die sich von Kutno bis an die Bzuramündung hinzogen, die völlige Vernichtung bereitet. Die Zahl von 105 000 Gefangenen, die heute gemel­det wurde, ist keine Endziffer. Aber schon jetzt übersteigt sie beträchtlich diejenige der bisher größten Ver­nichtungsschlacht der Weltgeschichte, von Tannenberg, -on den Tagen vom 23. bis 31. August 1914 brachte das deutsche Ostheer 92 000 Gefangene ein. Der Gesamtverlust des Gegners betrug damals 120 000 Mann. Das polnische Heer, das jetzt im Weichselbogen aufgerieben wurde, war wesentlich stärker. Es umfaßte neun Divisionen und Teile von zehn weiteren Divisionen. Was von ihm geblieben ist, sieht, von deutschen Truppen eingeschlossen, in Warschau und Modlin.

Nach der Vernichtung des Feindes besetzt das deutsche Ostheer nunmehr die Linie, die zwischen der deut­schen und der So w j e t r e g i e r u n g vereinbart worden ist. Die ukrainischen und weißrussischen Teile Polens werden von der sowjetrussischen Armee besetzt werden. Da­mit sind die deutschen Truppen, die dort standen, für andere Aufgaben frei.

Mit dem Abschluß des polnischen Feldzuges und der Verkürzung und Verbesserung der Verkehrswege wird die Verbindung zwischen Front und Heimat,, die bei dem stür­mischen Vordringen in den ersten Sevtemberwochen nur locker sein konnte, schnell ausgebaut werden. Die F e l d p o st wird die Truppen regelmäßig erreichen, aber auch ihre Nachrichten in die Heimat bringen. Über den Verlauf des Feldzuges, der bisher nur in den großen Um­rissen geschildert werden konnte, wird nunmehr in vielen Einzelheiten berichtet werden. Hervorragende Taten von Truppenteilen und Soldaten, die zu melden bisher keine Möglichkeit war, werden bekannt werden.

Schon jetzt aber ist es möglich, einen vollstän­digen Überblick über die Verluste zu gewinnen. Wäh­rend die polnischen Truppen eine außerordentlich große Zahl von Toten und Verwundeten zu verzeichnen haben, sieht es fest, daß die deutschen Verluste unge­wöhnlich gering waren. Die technische Ausrüstung der deutschen Truppen hat sich hervorragend bewährt, und die deutsche Angriffstaktik wie die militärische Ausbildung der deutschen Soldaten waren der Gegenwirkung des Feindes so angepaßt, daß noch niemals ein Feldzug von diesem Aus­maß- und Erfolg mit so geringen Verlusten an Menschen­leben geführt worden ist.

Das Ende der polnischen Luftwaffe, deren Vodenorganisation bereits in den ersten Tagen des Feld­zuges zerstört worden war. hat sich inzwischen in der Be­schlagnahme der noch vorhandenen, aber nicht mehr einfatz- fäbigen Flugzeuge durch die deutschen Truppen ausgewirkt. Wie bei Demblin. gelang es noch an anderen Stellen, pol­nische Ausbildungslager mit unversehrten Flugzeugen aus­zuheben. Einzelne Geschwader gelangten jetzt ins Ausland: sie waren von hohen zivilen und militärischen Stellen für diesen Zweck zurückbehalten worden. Die deutsche Luftwaffe konnte ihren Einsatz mit einem hundertprozentigen Erfolg abschließen, wie das deutsche Heer.

lisch einen Lobgekang auf die Verbrecher anfhmmte. die die Großstadt zum Schlachtfelde machen wollen.

Er gab zu. daß Warschau zurnor m a l e n m t 11 = iärischen Verteidigung wenig geeignet lei. Es spiel« sich ein schrecklicher Kampf von Haus zu Haus, von »oi zu Hof und von Straße zu Straße ab.D i e V er l u sie müssen entsetzlich lein. bekannte der Offizier. Trotz­dem zollte er den Heckenschützen ..Bewunderung und Hochachtung" und hoffe, daß sie bis »um Letzten lammen werden. , . ,,

Da ja in Warschau keine Engländer, sondern ..nur polnische Frauen und Kinder durch das verbrecheriiche Ge­sindel in Gefahr gebracht worden sind, hatte der Ansager keine Bedenken, dem polnischen Offizier der die »auvtsiadt seines Landes io mutig von London aus verteidigt eben­falls keine Komplimente auszudrücken.

Berkehrsunfälle in London wert über Durchschnitt. Wie Meldungen der Londoner Polizei Belagen. sind die Verkehrs­unfälle in der englischen Hauvtadt wahrend der ersten zehn ~-'u s^unghaft gestiegen, rn dieier Zeit stet 38 Personen getötet und 975 verletzt worden. In den vorhergehend^ zehn Tagen habe sich die llnfallziffer jedoch nur auf 8 Tote und 31b

Wirkliche Humanität.

Die ritterliche Handlungsweise deutscher U-Boot- Kommandanten.

Berlin. 20. Sevt. In London erzählt man von dem Er­lebnis eines englischen Fischdampfers. der soeben nach Eng­land zurückgekehrt ist. Der Kapitän des Schiffes erzählte, daß er unterwegs von e.inem deutschen U-Boot ange­halten und aufgefordert wurde, das Schiff mit der ganzen Besatzung zu verlassen. Es wurde nun das einzige Ret­tungsboot herabgelassen. Dieses erwies sich aber als io klein, daß es anfing voll zu laufen, als die gesamte Mann­schaft umgesiiegen war. Als der U-Boot-Kommandant erfuhr, daß der Fischdamvfer nur über dieses einzig« Rettungsboot verfügte, ichickie er die Besatzung wieder auf das Schiff zurück, ließ nur die Funkavvarate zerstören, gab dem Kapitän noch cineFlaiche Ein und wünschte eine gute Heimfahrt.

Ein weiterer ähnlicher Fall ereignete sich mit drei Fjs chda mvf e rn, di« ebenfalls von einem deutschen U-Boot angehalten wurden und auch zu wenig Rettungsboote hatten. Der Kapitän des U-Bootes ließ die drei Besatzungen auf eines der Schiffe übersteigen, sprach sein Bedauern aus. daß er die beiden anderen Dampfer versenken müsse und entließ den dritten Fischdamvfer mit allen drei Besatzungen nach Hause, wo er auch wirklich wohlbehalten ankam.

Sch. Der amerikanische Präsident Roosevelt bat bekanntlich für heute den Bundeskongreß etnberuteu, der u. a. über das Schicksal der Neutralitätsakte befinden wird. Die führenden Männer der Vereinigten Staaten haben damit eine folgenschwere Entscheidung zu treffen. Es bat feit Beginn des Konfliktes nicht an leiden- schaftlichen Auseinandersetzungen für und gegen die Neutra­lität Amerikas gefehlt. Wir erwähnen etwa die Rundfunk­rede des bekannten Ozeanfliegers Lindberab, dem zwar weniger eine politische als vor allem die Bedeutung eines amerikanischen Volksheros zukommt. Lindbergb hat den Unsinn aufgezeigt, daß sich Millionen Amerikaner jur eine Sache opfern sollten, an der Amerika aber auch nicht im geringsten interessiert sei. In der gleichen Richtung liegt die Stellungnahme der Abgeordnetengruppen der Senatoren Clark und Vorab, sowie des durch seine Rundfunk­ansprachen bekannten Paters Coughlin. Auch, der amerikanische General und Publizist Johnson führte wiederholt seinen Landsleuten den Wahnsinn einer Beteiligung an den europäischen Auseinandersetzungen vor Augen. Niemals seien Soldaten, so schreibt er u. a von Staatsmännern derartig verraten und verkauft worden, wie die Polen von ihren eigenen und den britischen Politikern. Wörtlich erklärt er, es sei geradezu ungeheuerlich, zu argumentieren,Amerika müsse die Demokratie retten , denn England und Frankreich hätten längst Diktaturen.

Wenn nunmehr auch Henry Ford im gleichen «inne seine Ansicht zum Ausdruck bringt, so ist diese Stimme nicht zu unterschätzen. Seine Überzeugung, daß der gesunde Menschenverstand siegen werde, teilen auch rote aus einer Presseerklärung bervorgebt die drei reoublikanisthen Kongreßabgeordneten Fish. Knutsmi und Short, sowie die demokratischen Abgeordneten MacMillan und Rabtu, die

Detroit. 21. Sevt. (Funkmeldung.) Henry «ye rb erklärte ___Mittwoch in einer Pressennterredung, daß er gegen jede Änderung des bestehenden amerikanischen Neutralitätsgesetzes sei, das von Männern ab­gefaßt worden sei, die wüßten, was Krieg bedeutet. Der europäische Krieg gebe Amerika nichts an. Der einzige Zweck der beabsichtigten Änderung des Neutra­litätsgesetzes sei, es den Mnnitionsfabrikanten zu ermöglichen, aus dem durch den Krieg verursachten Menschenelend finanzielle Vorteile zu ziehen. Die einzigen Leute, die Krieg wünschten, seien jene, die daraus profitieren wollten. Gerade die unveränderte Beibehaltung des Neutralitätsgesetzes werde ein Mittel sein, den euro­päischen Krieg schnell zn beenden. Henry Ford, der nach dem Ausbruch des Weltkrieges von 1914 mehrfach versucht batte, die Ausbreitung auf die Vereinigten Staaten zu verhüten, erklärte weiter, seine Bemühungen in der jetzigen Lage würden sich wenigstens vorläufig auf einen Appell an die Vernunft beschränken und er sei überzeugt, daß der geiunbc Menschenverstand siegen werde.

Berlin. 20. Sept. In Berlin fand eine Arbeitstagung der Eauobmänner und Amtsleiter der DAF. statt, an der mit dem Geschäftsführer der DAF.. Hauvtamts- leiter Marrenbach, und GtaBsletter Simon auch der Restchsorganisationslejter der NSDAP., Dr. Ley. teil« nahmen.

Nach einet kurzen, die Aufgabenstellung der Tagungdar- lesenden Ansprache Marrenbachs ergrrfi Dr. Ley das Wort. Von den sozialpolitischen, wirr; «ältlichen und kulturellen Tatbeständen, die von der Partei und m deren Auftrag von der DAF. geichaffen wurden, ausgehend, behandelt« Dr. Ley die von der Partei für den Ernstfall getroffenen Maß- nahmen. Der Reichsorganisationsleiter konnte feststellen, daß. ebenso wie die äußere Front die innere Fronat geschlossen steht und mit der gleichen Präzision wie die militärische Front mobilisiert worden ist. Die DA^.. bat neben ihrer tiefgreifenden Mob-Planung erne Unsumme von vorbereitender Kleinarbeit ru leisten gehabt.

Beck wirst mit Dollars um sich.

Inden wollten sich an polnischen Flüchtlingen bereichern.

Bukarest, 20. Sevt. Das Czernowitzer Judentum hat sich an den volntschen Flüchtlingen schamlos bereichert, und sie nach Kräften ausgebeutet, selbst wenn es sich um eigene Rassegenossen handelte. Den Flüchtlingen wurden u. a. Fahrräder, acktröhrige Rundfunkempfänger und Kamelhaar­decken für wenige Mark abgekauft. Andererseits verkauften die Juden ihnen Lebensrnittel zu Wucherpreisen, so zum Beispiel Schinkenbrötchen für 1020 Zloty, also umgeredjnet 510 Mark. Dabei wurden, redoch nur «ilberzloty genommen und Papiergeld surückgewiesen. Der als Regie­rungsbevollmächtigter in der Bukowina weilende.Unter­staatssekretär General Marinescu hat hier ruckstchtslos durchgegriffen und diesem gemeinen Treiben der Juden ei-n jähes Ende gesetzt.

Es ist übrigens interessant, daß im Eegeniatz zu den gewöhnlichen polnischen Flüchtlingen die "Oberen Zehn­tausend" aus Warschau . Bet ihrem Eintreffen aui rumänischen Boden prall mit Dollars und holländischen Gulden gespickte Brieftaschen oorweiien konnten Der ehemalige Außenminister Beck zahlte überall nur tn Dollar. Den Kellnern im Hotel und den Dienern tn der Czernowitzer Statthalterei gab er Trinkgelder von tum Dollar aufwärts.

Von den Heutigen Börsen.

Berlin, 21. Sept. (FM.) Die Umsätze waren,, von Ausnahmen abgesehen, nur klein. Vielfach war die Ermittlung eines Anfangs- kuries überhaupt nicht möglich. Wie immer bei sehr ruhigem Geschäft, so überwogen auch heute Rückgänge. Diese waren aber weniger durch Abgaben, als vielmehr durch fehlende Nachfrage bedingt. Im allgemeinen mutz das Kursnioeau als gut gehalten bezeichnet werden. Montanwertc, soweit notiert, schwacher. Buderus gaben VA, Rheinstahl 1 und Klöckner % % her. Kali­werte gaben von den letzthin erzielten Gewinnen, Teile wieder her, so namentlich Kali-Chemie (minus 1%) und Salzdetfurth (minus 1 %). Farben stiegen um / % aus 156%. Schering um 1 %. Elektrowerte lagen uneinheitlich. Die bemerkenswertesten Neränderungen gegen den Vortag zeigten Eestürel mit plus 1% und Lahmeyer mit minus V/2 %. Von den ichon oben erwähnten Versorgungswertcn erzielten HEW., Schles. Gas und Wayerwerk Gelsenkirchen Gewinne von je 1 %, Charlottenburger Wasser einen solchen von 1% %. BMW. fielen mit plus 2 % auf Sonst hatten auffälligere Abweichungen nur noch Berger mit plus 2, Metall­gesellschaft mit plus VA, andererseits Bemberg, Siohr und Zell- stost-Waldhof mit je minus V/,, Westdeutsche Kaufhof mit minus 1 y. und Junghans mit minus 3 %. Reichsaltbesttz um A % auf 131% befestigt, Eemeindeumschuldung unverändert 93, Steuerguts scheine I Februar und März 97,60, Januar 98% und Dezember 98,65. Tagesgeld 2% bis 2% %.

Frankfurt a. M., 21. Sept. (Gig. Drahlm.) Die Börse war bei sehr ruhigem Geschäft weiter etwas abgeichwacht, da sich kaum Verkäufe aus der Börse heraus fortsetzten. Kundichaftsauftrage lagen nach keiner Seite hin in nennenswertem Umfange von 3m Durchschnitt bröckelten die Kurse um % Bis VA ab. Einzelne Werte, darunter Rütgers und AG. für Verkehr verloren bis 3% %. Am Rentenmarkt kam es zu keinen besonderen Abschlüssen. Tages­geld 2% %.

, Heute Zusammentritt des Bundeskougresses. gestern von der Osloer Konferenz nach New Bork zurück­lehrten Der Eroßverdiener des Weltkrieges und Vertraute Roosevelts. Baruch, läßt die Katze aus dem Sack, wenn er meint, daß Amerika nicht in einen Konflikt eintreten Dürfe, dessen Ausgang ungewiß sei da Amerika militärisch unvorbereitet ist. sondern sich darauf beschranken müsse, den K r i e g f ü b r e n d e n W a f f e n z u l i e f e r n. .

Hier liegt in der Tat des Pudels Kern. Die Krregs- hetzercliaue in Amerika denkt zwar nicht daran, ihre kostbare Haut auf dem europäischen Kriegsschauplatz zu Markte zu tragen. Indessen möchte sie sich das Geschäft nicht ent­gehen lassen. Deshalb soll das Waffenausfuhrverbot fallen. Wobei man sich auf einen Zusatz zum Neutralrtatsgeietz vom 31. August 1935 beschränken könnte, der eine Ausnahme von dem Verbot Bei Verfrachtung auf fremden Schiffen und Barzahlung vorsieht. Dan dieies sogenannte Cash- and carry-Softem ausschließlich En g - lan'd und Frankreich zugute käme, liegt auf der »and. Man Bliebe dann nach außen hin scheinbar neutral und machte in der Praxis dieser Haltung Eusonsch. Es bleibt ahzuwarten. ob die Vernunft aus dem Bundeskongrey den Sieg davontragen wird. Herr Winston Churchill hat mit seinem ..Athenia"-Torpedo zugleich den Startschuß für die Kriegshetze und Ereuelvrovaganda tn den Ver­einigten Staaten gegeben. Seine bezahlten Agenten sind out diesem Wege weiter geschritten. Ob die Saat dieser Kriegs­hetzer nunmehr die erwünschte Ernte bringt, sei dahin­gestellt. Jedenfalls dürften die letzten Ereignisse auf dem europäischen Kontinent mit ihrer klaren Abzeichnung des neuen Kräfteblocks die Beschlußfassung wesentlich beeinflussen.

Um die Änderung der amerikanischen Neutralitätsakte.

Wird die Vernunft siegen? 1