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Freitag, 15. September 1939.

Wiesbadener Tagblakk

i

Moskaus Interesse an Weihrussen und Ukrainern

spezialisten

Schieber in Paris verhaftet.

und

Paris. Die

Einzelheiten zur Einnahme Gdingens

in einer gro-

an- mit

20

Berlin, elektrischen

Die Flucht der polnischen Regierung Grauenhafte Zustände in Warschau. — Chaos im Nordosten Polens.

wt. Die polnische Regierung kommt nicht mehr zur Ruhe. Der schnelle deutsche Vormarsch zwingt sie, ihr Quar­tier ständig zu wechseln. Rach Meldungen, die aus Bukarest einliefen, hat sich nunmehr das polnische Kabinett, das sich einige Tage in Krzemienice ausgehalten Hatte, nach Zaleszezyki, einem kleinen Ort an der rumaniichen Grenze, begeben. Anscheinend will die polnische Regierung, falls der deutsche Vormarsch noch drohender wird, die ruma-

Die terroristische Minderheitenpolitik der innere Grund

Ein vielbeachteter Artikel der „Prawda".

Moskau, 14. Sevt. Ein beachtenswerter Leitartikel der „Prawda" über die „Ursachen der militärischen Niederlage Polens" setzt sich eingehend auseinander mit der Nationalitätenfrage.in Bolen und insbe­sondere mit der Lage der Ukrainer und Weth- rufsen in Polen. Das Moskauer Blatt scheut sich nickt. den Finger auf die empfindlichste Wunde des polnischen Staats­gebildes zu legen und erhebt in scharfer. Sprache, A n k l a g e gegen die terroristische Politik der Polen in den Gebieten der Minderheiten, die gewaltsamen Volom- sierungsversuche, gegen die industrielle Entrechtung und wirt­schaftliche Ausbeutung, der die Ukrainer und d,e Weisirussen ausgesetzt sind.

Im einzelnen schreibt das Blatt u. a : Obwohl erst vier­zehn Tage seit dem Beginn der Kampfhandlungen, zwischen Deutschland und Polen vergangen seien, könne man letzt schon sagen, Dai: Polen militärisch vernichtet let .und all seine politischen und wirtschaftlichen Zentralen verloren hat. Eine so rasche Niederlage Polens sei nickt allein durch das

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nische Grenze überschreiten. _ _ .... .

In der Hauptstadt Warschau werden die Zustande immer unhaltbarer. Die Nahrungsmittelnot ist so groß. baß die Bevölkerung sich bereits von Hunde- und Katzenfleisck ernährt. Hinzu kommt die disziplinlose Haltung der sogenannten „Bürgerwehr", die sich aus bewaffnetem, lichtscheuem Gesindel zusammensetzt und das Leben zur Holle macht. Raub und Diebstahl sind an der Tagesord­nung und sehr oft kommt es zu Schlägereien zwischen der Bevölkerung und dem bewaffneten Gesindel. Die Behörden haben ein Kriegsgericht eingesetzt, um dem Treiben.dieser Hyänen Einhalt zu gebieten. Es sind auch bereits zahlreiche Todesurteile ausgesprochen worden. ,

Ähnlich chaotische Verhältnisse haben sich in Norbost- volen herausgebildet. Das schnelle Vorrücken der deutschen Wehrmacht in nordöstlicher Richtung führte zu einer Massen- flucht der Bevölkerung, die die Grenzen Litauens und Lett­lands zu überschreiten sucht. Es spielen sich dort b e r z - zerreißendeSzenen ab. da die Grenzposten angewiesen sind den Flüchtlingen den Übertritt zu versagen, bzw. mit Gewalt zu verhindern. Reisende, die in Dünaburg ankamen, berichteten, baß vier polnische Bäuerinnen beim Über­schreiten der Grenze von den polnischen Wachen nieder- geschossen wurden. Da spät abends und in der Nackt auf polnischem Gebiet mehrfach geschossen wurde, darf man nehmen, dah noch viele andere ihre verzweifelte Flucht dem Tode bezahlen muhten.

14. Sept. Geschäfte mit Gasmasken Taschenlampen sind die grohe Mode m t,«...,. Polizeibehörde der französischen Hauptstadt hat. wie der Londoner Rundfunk mitteilt, nickt weniger als 20 Schieber verhaftet, die derartige Waren zu stark erhöhten Preisen an die Bevölkerung verkauft haben.

Schlechte Note für Macmillan.

Kritik an den Leistungen des Reklameministeriums.

wt Das britische Reklame-Ministerium batte mit seinem bisherigen Lügenfeldzug wenig Erfolg. In England selbst hat seine Tätigkeit eine sehr barte Kritik ausgelost. Der Verband der britischen Journalisten bringt in einer - Entschließung seine größten Besorgnisse über das Verjagen des Ministeriums zum Ausdruck, das sich bekannt­lich ia vor allem durch seine „Atbenia"-Lüge mahlos bla­miert hat. „News Chronicle" sagt in ihrem Leitartikel, die Kommuniauss des „Jnformationsministeriums" seien, ganz im Gegensatz zu den deutschen Veröffentlichungen, zu kurz und zu langweilig. Die Auslandspreise bescheinigt dem Mi­nisterium ebenfalls, dah seine Leistungen nicht gerade über­zeugend sind. Das tschechische Blatt „(Seite Slowo" schreibt, die britischen Propagandamethoden trügen die Staub­spuren eines Vierteljahrhunderts. England gebe sich keine Mühe, neue Methoden zu finden. Es werde einfach alles wiederholen, womit bereits Herr Northcliffe von 1914 bis 1918 seine Kriegslügen Beitritten habe. Auch die spanische Presse stellt den Mangel an Ideen und (Einfällen bei der britischen Kriegspropaganda fest. Genau so wie während des spanischen Bürgerkrieges tauchen nun, io ichreibt der Auhenvolitiker Joiö Maria Castro, wie­der die Märchen über Bombardierung von Frauen und Kindern, sowie Lazaretten auf. über die Anwendung von Giftgasen, vergifteten Bonbons usw. Der einzige Unterschied sei, dah diese englischen Lügen, bte seinerzeit gegen Franco gerichtet waren, nun gegen Deutschland losgelassen würden. Es würde nicht wundernehmen, wenn diese Presse sogar die­selben Klischees gestellter Bilder dabei verwenden würden. Die New Porker Zeitung „Eaelic American" stellt fest, daß zur Zeit die Vereinigten Staaten eine genaue Wieder­holung der britischen Propaganda der ersten drei Kriegs- jahre erlebten. Die schamlosen Lügen, die Englands neu- gejchaffenes „Jnformationsministerium" den Vereinigten Staaten vorzusetzen wage, sei eine Beleidigung für bie Intelligenz bei Amerikaner.

Maueranschläge beweisen die Mordschuld der Militärs.

Danzig, 14. Sept. Donnerstagvormittag wurde (5 b Ingen von bei Danzigei Seite bei genommen. Nach schwelen Kämpfen wai bet Feind von den behenschenden Flügeln in bie Stadt geworfen und hatte bie Stabt geräumt. Der Einmarsch der deutschen Truppen begann um 6.30 Uhr früh und führte im ersten Vorstoh bis zur Marichall- Pilsudski-Straße, wo sich das Stabtfotnmufanat be­findet. Hier wurde die Stabt durch den Stadtvräsrdenten

Kampf gestärkt hervor. Wir haben die Möglichkeiten und werden sie auch nutzen, in dem eroberten Gebiet jene Kräfte wirksam werden zu laßen, die eine Steigerung bei Ptobuktion bis zur Höchstleistungsgrenze herbeiführen. Die „Polnische Wirtschaft" hat im Olten Europas bei Leritungskiaft des deutschen Wirtschaftsschaffens Platz machen müllen. Das kann uns, darübei hinaus abei auch dei Weltwiitschaft nur dienlich sein.

Deutschland hat nichts zu fürchten.

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

ss. Berlin, 15. Sept. Die Veröffentlichung der deutschen Konterbande-Liste. Über die wir gestern ausführlich berich­teten. bat im gesamten neutralen Ausland sehr stark en Eindruck gemacht. Die, Blätter geben ausführlich bie beutschen Preisestimmen wieder, die den Nachweis er­bringen, daß England aucn diesmal wieder den r t e g gegen Frauen und Kinder führt und den gesamten Handel der Neutralen in schwere Gefahr bringt. In der italienischen Presse wird den Engländern bei dreier Ge­legenheit bedeutel, dah sie sich gründlich . v e r r eck n e n, wenn sie glauben. Deutschland im Wirtschaftskrieg besiegen zu können. England vergesse ganz, dah das Deutschland von 1939 wirtschaftlich anders vorbereitet und wirtschaftlich awl ganz anders gesichert sei als di^ Deutschland von 191» England, so meint das italienische Blatt „Tevere . habe sick schon oft verrechnet. Die Genfer Liga habe -nicht, wie man in London annahm. Japans Vormarsch in der Mandschurei aufgehalten, der von englischen Fachleuten auf Jahre be­rechnete Krieg in Abessinien sei in 7 Monaten beendet ge­wesen und der von Herrn Eden, der ja dem gegenwärtigen englischen Kriegskabinett anLehört. angezettelte Sanktions­krieg sei vollkommen zusammengebrochen. Hierzu geselle sich nun die neue falsche Rechnung Londons.

Tatsächlich liegen aus England selbst schon eine ganze Reihe von Meldungen vor. die klar erkennen, lassen, daß der Wirtschaftskrieg sich in Grohbritannlen

Das sind Zeugnisse und Stimmen, an denen die Lügen- in London wenig Freude haben werden.

gelungen.

Besprechungen mit Wirtschaftsführern.

Gleiwitz. 14. Sevt. Auch Gleiwitz stattete der.Eeneral- feldmarschall im Verlauf seiner Lesichtigungsrerse einen überraschenden Besuch ab. Die Nachricht von seiner Ankumt hatte sich mit Windeseile in der Bevölkerung herumgewrochen und bald darauf belagerte eine nach Tausenden zählende Menschenmenge den Bahnhofsvorplatz. .Wahrend Eeneralfeld- marschall Göring mit Wirtschaf tsiuhrern des ober« schlesischen Industriegebietes in einem Zuge eine längere Besprechung"führte, hatte, die Polizei . die. größte Mühe, die immer wieder verdrängenden trendig erregten Menschenmassen zurückzuhalten.

sich itreng an den Befehl des militärische Ziele zu beschießen. ---------------

werk sind intakt geblieben. An den Sauswanden kleben noch Plakate, die die Bürgerschaft aufrieien. mit dem polnischen Militär zusammenzuwirken. Gdingen werde „bis zum letzten polnischen Soldaten ver-

— Die Bürger Edingens ließen sich nicht verführen.

teibigt werden. Alle Polen wurden qufgeforbert. ^gemein­sam mit der polnischen Armee bem Feinde, die Stirn zu bieten“, jede Schwelle müsse eine Festung sein. Dreier Aui- ruf stammt vom 9. September und ist^unterzeichnet von Oberst D o m b e k. Die (Sbtngener Bürgerschaft hat sich ledoch nicht ins Unheil stürzen lassen, sondern nach dem Abzug der polnischen Truppen die Stadt übergeben.

Die Stadt wirb von Truppen unb Danziger Polizei gesichert. Der 31 r'b e i t s b i e n it folgte, den Truppen auf dem Fuß. um die von den Polen zerstörten Brücken wiederaufzubauen und Straß.entampfanlagen tmmtten der Stadt zu beseitigen. Die Geschäfte hatten durchweg ge- Wossen. Ihre Sckaufeniter waren mit Brettern verschalt. Wie der Stadtoräsident mitteilte, hatte bie Bevölkerung seit Mei Tagen keine Lebensmittel mehr erhalten Es wurde Vorsorge getroffen, daß die lebensnotwendigen Betriebe und Läden ihre Arbeit sogleich wieberauinehmen.

bereits unangenehm b em er t bar mE- Ao weisen englische Blätter auf das Ansteigen der Arbeitsloien- ziffer in England hin. und voller Sorge legt man sich immer wieder die Frage vor. ob denn für die Zmuhren über See, auf die England angewiesen ist. überhaupt genug Schiffs­raum zur Verfügung steht. Der Schiffsraumist namlick heute kleiner als 1914, der Zufuhrbedan aber ist großer als im Weltkrieg infolge Rückgangs der eigenen Lebensmittel­erzeugung bei gestiegener Bevölkerung. Die Seetrans­ports rage ist also ganz zweifellos em schwacher Punkt für England, selbst bann, wenn man Scklffs- verluste burch Kriegshanblungen ganz außer Acht läßt.

Für bie Stärke ber b e u t s ck e n W i ris ch af t steht bie Tatsache, baß Deutschlanb seinen Export forisetzt, Saiten wir schon vor einigen Tagen berichtet, baß bas Eintreffen beutscher Kohlenlieferungen in Dänemark unb in Schweben mit großer Genugtuung begrüßt würbe, so liegt heute eine Kopenhagener Melbung vor, daß bort 8000 Kilo beutsche Arzneimittel für Dänemark eintrafen. Auch ist ben Dänen zugesagt worben, baß trotz bes Krieges „weiterhin burch bis I E. - Farben Arzneimittel geliefert würben. Die Stärke ber beutschen wirtschaftliche« Position ist übrigens auch ba- burch gekennzeichnet, baß Deutschlanb bie herangezogenen auslänbischen Arbeitskräfte nicht abschob, da Arbeit genug vorhanben ist. Alles bas sinb Beweise ba- für. wie recht bas italienische Blatt hat. wenn es feststem, daß bas nationalsozialistische Deutschlanb nichts vom englischen Wirtschaftskrieg zu fürchten hat.

S k u p i e n übergeben. .

Die Stadt Edingen ilt so gut wie gar Nicht 3 er - ft ö r t. Damit ist erneut der Beweis erbracht worben, daß ine deutschen Truppen bei dem Bruch bes Wiberitandes ber Polen sich streng an ben Befehl bes Führers gehalten haben, nur militärische Ziele zu beschießen. Elektrizitätswerk uich Waßer-

Führer-Hauptquartier, 14. Sevt. Generalfeldmarschall Göring suchte heute ben Führer erneut, in seinem Haupt­quartier auf unb erstattete ihm Bericht über Lein Frontbereisen. Am Nachmittag verband der . Feld­marschall den Besuch von Kampfgruppen ber Luftwaffe nut einer mehrstündigen Besichtigung von Groß werken bes oberschleiischen Industrie gebiet es. um sich persönlich von ber Umstellung ber oberickleiUcken Jnduitne auf bie Kriegswirtschaft zu überzeugen.

Besonbers lange weilte ber Feldmarichall ....„. - ßen Muntionsfabrik. in der Bomben für die Lmt- roaffe hergestellt werden. Als ber Feldmarichall den Beleg­schaften seine Anerkennung für ihren reitlosen Einsatz aus- sprach, dankte ihm bie Arbeiterschaft mit lubelnden Knnb-

Bonnet abgeschoben.

Die neue Regierung Daladicrs.

Paris, 14. Sept. Ministerpräsident Dalabier bat sich veranlaßt gesehen, sein Ministerium stmzubilden bzw. zu ergän3en. Eine Anzahl von bisherigen Ministern hatte den Wunsch geäußert, iich unter den veränderten Ver­hältnissen speziellen Aufgaben in beitimmten Verwaltungen zu widmen. Der Versuch des Ministerpräsidenten, bei dieser Gelegenheit ein Konzentrationska binett . aller Parteien von rechts bis links unter Ausschaltung allein, ber Kommunisten zu bilden, mißlang. Die Sozialdernokratilche Partei Leon Blums z. B. weigerte sich, das Handels- und Unterrichtsministerium zu übernehmen, verlangte vielmehr für bie Regierungsbeteiligung stärkere Positionen. Im neuen Kabinett bat Daladier selbst zu ben Ministerien wr Krieg und Lanbesverteidigung auch noch das Außenministerium übernommen. Der bisherige Außenminister Sonnet wirb Justizminister, sein Ämtsvorgänger Selbes Erziehungsminister. Der bisherige französische Botschafter in Berlin. Coulondre. ist zum diplo­matischen Kahinettsdirektor des Ministerpräsidenten ernannt worden.

Hermann Göring erstattet dem Führer Bericht

Besichtigung von Kampfverbänben und Werken des oberschlesischen Industriegebietes. - Jubelnde Kundgebungen der Bevölkerung.

für den überraschend schnellen Zusammenbruch Polens.

Übergewicht der kriegstechnisch und militärischen Organi­sation Deutschlands und durch das Ausbleiben einer, effektiven Unterstützung Polens durch Englcknd unb dranfrei* zu er­klären. Die polnische Staatsmaschine sei bereits in wachsen­dem Maße desorganisiert, und das polnische Stagtssebilde habe sich so ohnmacht ig unb so zur. Ak11 on un­fähig erwiesen, daß es bet ben ersten militärischen Miß­erfolgen buchstäblich zusgmmeiGrach.

Die Gründe für diesen Bankrott Polens,, so folgert .bie „Prawda" weiter, liegen tiefer: sie beruhen in erster Linie auf ben inneren Schwächen und ben.©egenfaßen des polnischen Staate s Polen sei ein N a 11 o n ali- t ä t e n it a a t. Die Polen selbst machen nur 60»/» bet Ee- samtbevölkerung aus. 40% Vtnb. na11onale Dltn = berbeiten, darunter acht Millionen Ukrainer und drei Millionen Weißrussen Um das spezifische Gewicht dieser beiden fremden Volker zu kenn­zeichnen. genügt ber Hinweis daraus, daß Re eine, ar ob er e Volkszahl barstellen als die Bevölkerung F i n n l a n b s. E st l a n d s. L e 11 l a n d s unb Li tau e ns zusammengenommen. Trotz des Vorhandenseins io starker nationaler Minderheiten in.ihrem.Staate.batten bte Polen die Lebensinteressen dieser Volker völlig mißachtet. Sie hatten sogar die elementarsten Grundsätze der Mindeiheitenbehandlung nicht b.egr lf ien. deren Befolgung allein aus einem Nationalitätenstaat ein lebensfähiges Gebilde machen könne. ,

Die Nationalitätenpolitik der polnischen Regierungs­kreise habe, io fährt die „Prawda" bann schonungslos fort, in ber Unterdrückung der nationalen Minderheiten bestanden. Die Westukraine und das westliche Weißrußland, seien die Objekte ber grausamsten, unv er sch a m te st e n Ausbeutung der polnischen Großgrundbesitzer, die aus diesen Gebieten eine restlose Kolonie gemacht hatten'.

Gewaltsame Polonisterungsversuche auf dem Gebiet ber Schule, ber Presse usw.. militärische Straf exvedi- tionen. Äriegsgeridjte unb T.e r r o r m a.ß nahmen — bas seien die Methoden der polnischen Politik m diesen Ge­bieten gewesen, in deren Gefolge die ukrainische und weiß- illssische Bevölkerung auch zur kulturellen Verelendung ver­urteilt sei. Das Blatt schließt: .. .. , , .

Die nationalen Minderheiten sind keine zu­verlässige Stütze tur das staatliche Regime Polens ge­worden unb konnten es auch nickt werden Em Nationali­tätenstaat. ber nicht bie Freundickait. und Gleichberechtigung aller seiner Völker pflegt, sondern tnt. Gegenteil, auf ber Unterdrückung und Ungleichheit her nationalen jpiinberbeiten aufgebaut ist, kann auch keine getätigte militärische Kraft baritellen. Hierin liegt die Wurze.l der Sckwache bes polnischen. Staat es unb bie innere Ursache für ferne tU 11'3111 Wostauer1 lp oü t if dj en und. diplomatischen Kreisen hat ber Artikel der „Prawda" das größte Aufsehen erregt Die­jenigen ausländischen Vertreter, die nicht glauben, wollten, daß die Sowjetunion sich für bas Schicksal der ukrainischen und weißrussischen Bevölkerung Polens..intereisteren wurde sehen sich wieder einmal bitter getauscht Der Artikel der Prawda" sowie die scharfe amtliche Erklärung zu den Grenz­verletzungen der polnischen Flieger zeichnen, wie allgemein, betont wirb, ben politischen Hintergrunb ab zu den Mobilisierungsmatznahmen der Roten A r m e e an ber Westgrenze ber Sowjetunion.

Ernste Beurteilung der Grenzzwischenfälle. * Moskau, 14. Sept. Sämtliche Moskauer Blätter bringen die bereits bekannte amtliche Erklärung über, die in letzter Zeit mehrfach erfolgte Verletzung der Sowretgreme durch polnische Flieger. Dabei wird als erschwerender Umstand hetDorgehoben, baß die Polen wiederholt oerswckt hatten, weit in das Gebiet der Sowjets vorzudringen. Wie von amt­licher Seite zu dielen Grenzverletzungen^ der Polen ver­lautet, legt man in Moskau diesen Zwischenfällen eine ernste Bedeutung bei.

Makelloses Verhalten.

Spontanes Lob des Kapitäns eines versenkten englischen Frachters für den deutschen U-Boot-Komandanten.

New Bork, 15. Sept. (Funkmeldung.) An Bord bes hol» limbischen Dampfers „Statenbam“ traf in New Bork ber Kapitän bes kürzlich torpebierten britischen Frachters Winleigh" ein. ber in einem Presse-Interview spontan bas makellose Verhalten des deutschen U-Boot-Kommanbanten Bringt. Nack bet Ent­gegennahme der Schiffsvavieie, fragte ber U-Boot-Komman- bant, ob bie englischen Rettungsboote genugenb Nahrung unb Waller hätten, um ungefährdet Land zu erreichen. Obwohl der Kapitän bies bejahte, übergab ber U-Boot- Kommanbant noch vier Brotlaibe sowie Zigaretten ben englischen Matrosen.

Die falsche Rechnung Londons

Der Wirtschaftskrieg macht stch in Großbritannien bereits unangenehm bemerkbar.

Als jedoch ber Generalfelbmarschall ben Kraftwagen be­stieg. um seine Besichtigungsfahrt anzutreten, war kein Halten mehr. Die Menschenmassen durchbrachen die Abiverrun.g und umringten den Wagen des hohen Gastes unter immerwähren­den Heilrufen und Tücherwinken. Nur langsam konnte der Wagen vorwärtskommen, und erst beim Einblegen in die Hauptstraße kam er etwas rascher in nährt Nickst Minder Licht bevölkert waren auch die anderen Straßen, Überall hatten sich Tausende versammelt, bie bem Schöpfer der neuen deutschen Luftwaffe, die jetzt überall m.Polen ihre hervor­ragende Schlagkraft beweisen tonnte, ihren herzlichen Willkommgruß entboten. Besonders bte -ouaeich war es, die in fieberhafter Freude den. Generalfelbmarichall erwartete unb sein Kommen Mit stürmischen Siegheil-Rufen. ankündigte.

^anptjdinttleiter: jritz Sünthr r.

Stelfoertreter Des kanpifchriftlrit-rs! Veinrrck Karl Knnj. DHantwortlid, für Den politischen Teil: pemri» ^i Konz: für icnnst.<UnIer. baltnng nnD Sport: vr. Heinrich Reichert: für stodtnackrichien Vororte unD wirtschoftsteU: Willi pempel; für Schl°ßd>-nst nnD allgemein««: Hans Schort: für Den SilDerDien»: Die betr. aeffortleiter;

für Den anzeigenteil: ®tto Kolter; fämllich in wiesbaDen. ®efomt!eitung: Dr. phil. habü. «vstao Sch e (Irnberg nnD Otto Koifet.

Preisliste Nr. 6. — Dnrchtchnitts.nuflage Rugust 1939: über 21000, Sonntags allein: über 26500.

Druck und Verlag: L.Schellenberg'scde Vuchdruckerei, Wiesbadener Tagblalt, Wiesbaden

Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seite«.