Dievskag. 12. September 1939.
Wiesvavener Tagblatt
Nr. 213. Seite 5.
Berufung anfechtbar, aber mit der Revtston angefochten worden, und hat beim Inkrafttreten der Verernfachungs- verordnung die Hauvtverhandlung vor dem Remfronsgenchl noch nicht begonnen, f» wird die Revrston als Berufung behandelt. . .. ..
— Zahlungsmittel für Auslandsreuen, die mcht benötigt werden, muffen unverzüglich an die Ausgabestellen zurückgegeben werden.
— In den Näbstuben des Deutschen Frauenwerkes regen sich die fleißigen Hände. Eifrig werden Schwesternschurzen für das Deutsche Rote Kreuz gefertigt und auch sonst gibt es allerhand zu tun. So werden zum.Beispiel Wasche und Kleidungsstücke, die vom BDM. gemäß dem Amruf. mit dem die Partei an die Hilfsbereitschaft aller Volksgenossen aovellierte. gefammelt wurden, gesichtet, gereinigt und dann für ihre neuen Zwecke hergerichtet.
- Eine Radfahrerin wird gesucht. Am 2. September, gegen 18 llbr. wurde auf dem oberen Michelsberg em Fußgänger beim Überschreiten der Fahrbahn von einer m Richtung Emser Straße fahrenden Radfahrerin. angefahren und zu Boden geworfen. Bei dem Sturz zog sich der Fungänger Verletzungen zu. Die Radfahrerin entfernte sich, ohne sick um den Verletzten zu kümmern. Zeugen wollen sich bei der Verkehrspolizei. Friedrichstraße 32 Zimmer 11. melden. Gleichzeitig wird die Radfahrerin aufgefordert, sich unverzüglich bei der gleichen Stelle zu melden.
Deutsche Reichslotterie.
Samstag-Rachmittagsziehung.
10 000 RM: 143 163.
5000 RM: 10 817 185 549.
4000 RM: 61 602 110 379 167 385 294 712.
3000 RM: 54 499 60 236 68 608 86 732 92 042 108 083 162 481
235 600 236 302 322 091.
2000 RM: 13 217 25 495 59 829 66 123 107 269 156 334 183 095 221 521 253 711 266 511 303 030 306 273
113 559
349 989
1000 RM: 5246 8313 10 073 26 671 27 396 32 971 56 819 72 756 85 844 96 573 106 174 127 193 146 972 154 247 154 408
197 657 205 324 209 751 211556 212 629 214 975 237 756 251 995
258 981 286 369 289 099 302 422 328168 331723 366 766 398 296.
Montag-Vormittags,iehmig.
30 000 RM: 398 220.
10 000 RM: 5263.
5000 RM: 20 364 100 242 143 036.
4000 «Sl: 11096 17 377.
3000 RM: 18 646 140 067 214 764 309 498 326 524.
2000 RM: 3365 22 984 33 000 57 659 63 410 90 095 97 670 103 196 107 541 142 927 150 648 161 027 166 901 169 368 180 204 180 738 186 964 207 701 259 142 343 719 355 275 356 456.
1000 RM: 453 4179 7483 8699 40 674 68 479 96 157 99 671
101 042 116 672 118 279 125 980 136 785 160 603 184 699 195113
200 733 201 051 219 361 226 579 232 850 268 214 293 319 303 263
311 026 311 660 318 203 319 783 342 627 343 530 361 551 389 265
389 615 391 543. (Ohne Gewähr.)
Theater • Kurhaus • Film)
im
Deutsches Theater. Diensta«. 12. Sept.. 18—21 Uhr: „Zigeunerliebe". St.-R. A 2 — Mittwoch 13, Sept.. 18—19.45 Uhr: Zum ersten Male: „Die gute Sieben. Komödie von Zinn. St.-R. D 2. „ ,,, „
Residenz-Theater. Dienstag. 12. Sept.: Geschloßen — Mittwoch. 13. Sevt., 18—19.40 Uhr: „Der Facher". • St.-R. I 2.
Kürhaus. Mittwoch. 13. Sept,. 16 Uhr: Konzert. Leitung: Kapellmeister Ernst Schalck. 20 Uhr: Konzert. Leitung: Musikdirektor August Vogt. Eintrittspreis für jedes Konzert: 0.75 RM. Dauer- und Kurkarten
Brunnen^cilonnade. Mittwoch. 13. Sept.. 11 Uhr: Früh-
Konzert. Leitung: Kapellmeister Ernst Schalck. Kut-
Scala-Bariete: Gastspiel Mimi Thoma. Deutschlands bekannteste Rundfunk- und Sckallvlatten-Sängerin Rahmen eines Erob-Varietö-Programms. -»■
Film-Theater.
Thalia: „Wer küht Madeleine?"
Ufa-Palast: „Heimatland".
Walhalla: „Schneider Wibbel".
Bühne: Claire Waldoff, die Unerreichte.
Film-Palast: „Unsere kleine Frau".
Capitol: „Marguerite : 3".
Apollo: „Menschen vom Variete".
Urania: „Truxa".
Luna: „Im Namen des Volkes".
Olympia: „Gefährliche Mitwisser".
Union: „Die vier Gesellen".
Wiesbadener Vororte.
W.-Dotzheim. Zwischen der Kohlbeckstraße und der Schönbergstraße wurde im Laufe des Sommers eine Ver- bindungsstraßc ausgebaut, die dem starken Verkehr Rechnung trägt. — Die Straßenbefestigungsarbeiten an der verbreiterten Freudenbergstraße schreiten rüstig fort.
W.-Frauenttein. Polizeihauptwachtmeister Eifert erhielt eine Ehrenurkunde für seine Beteiligung an den Baltikumkämvfen. — Die Regenfälle der letzten Tage haben den Feldern gut getan.
W.-Rambach. Jungmädels und Jungvolk haben sich hier eifrig beim Flachsrupfen betätigt. Die sehr gute Flachsernte wurde in kürzester Frist eingebracht. — Seit Jahren hat Rambach keine derartig reiche Obsternte zu verzeichnen gehabt wie in diesem Jahre. — Unser Mitbürger Roth kann in diesem Jahre auf eine 50jährige Tätigkeit als Schäfer zurückblicken.
W.-Sonnenberg. Die Dahlien an der Hof wiese blühen zur Zeit in voller Pracht — Die Partei hat eine Anordnung erlassen, nach der das F a l l o b st bis 14 Uhr gelesen sein muß. Rach diesem Zeitvunkt wird das Fallobst für die NSV. gesammelt.
Äus Gau und Provinz.
— Idstein, 11. Sevt. Die am Samstag und Sonntag durchgeführte Geld- und Kleidersammlung brachte einen guten Erfolg.
m Erbach, 11. Sept. Gegenüber von Erbach, aus der Höbe von Frei-Weinheim, riß dem Bergschleppzug „Harpen" ein Schleppstrang. wodurch drei Kähne abtrieben. Die ausgeworfenen Anker hielten glücklicherweise und so wurde der rege Schiffahrtsverkehr nicht im geringstten gestört. Der Schleppdampser zog die übrigen im Anhang befindlichen Kähne einige Kilometer weiter und holte dann die „Ausreißer" nach, um dann mit dem gesamten Schleppzug wieder die Fahrt fortzusetzen.
!! Östlich, 11. Sevt. Die Landesbauernschaft hat der Bäuerin Jos. Kühn Wwe. für gute Wartung von Vatertieren eine Prämie von zehn RM überwiesen.
m Geisenheim, 11. Sevt. Ein Vierteljahrhundert steht der Gartenarbeiten Josef Simon in den Diensten der Versuchs- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau.
= Bad Kreuznach, 11. Sept. Im Dorfe Sponheim brach Sonntagabend in der Scheune des Landwirts Peter Bohn Feuer aus, das mit rasender Geschwindigkeit aus die eng zu- sammengehauten Nachbargebäude übersprang. Eingeäschert wurden zwei Wohnhäuser, vier Scheunen und zwei Stallungen. Das Vieh konnte gerettet werden.
m Mainz, 11. Sevt. Ein Motorradfahrer stieß abends im Stadtteil Mainz-Amöneburg mit einem Lastwagen zn- sammen und wurde mit großer Wucht zur Seite geschleudert. Bei dem Sturz erlitt er eine schwere Verletzung, die leinen sofortigen Tod zur Folge batte. Das Motorrad wurde völlig zertrümmert, der Lastwagen, bessern Fahrer unverletzt davonkam. nur leicht beschädigt.
= Gießen, 12. Sevt. Die 64 Jahre alte Landwirtsfrau Knauf in Obergleen zog sich eine kleine Wunde am Unterarm zu. Da die Wunde nicht weiter beachtet wurde, mußte die Frau mit einer schweren Blutvergiftung nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden, wo sie zwei Tage nach dem Vorfall verstarb.
— Die Vcrdunkelungsmaßnabmen dienen uns allen, Es ist verbrecherisch hier aus der Reihe zu tanzen und sei es auch nur für Sekunden oder Minuten. Die Lichtfahnen einzelner Kraftfahrer, der Unfug mit unabgeblendeten Tafchenlamven herumzuleuchten und andererseits das Radfahren ohne jegliches Licht findet man immer wieder. Aber es find einzelne. Doch es kommt auf alle an, Das Leben bat sich wieder eingesvielt. Man geht durch die sackdunklen Straßen schon wieder sicher wie am Tage, halt sich scharr rechts heran, wenn Gestalten auftauchen, die am uns zukommen. Wenn die Kinos, die Theater, die Konzerte zu Ende geben, find die Omnibusse kaum noch in der Lage, den Ansturm zu bewältigen. Die Schaffner haben es bei der Notbeleuchtung schwerer als sonst. Man überlasse die Omnibusse nach Möglichkeit den allein nach Hause eilenden Frauen, den Kranken und Gebrechlichen, den alten Leuten, wenn man nicht einen gar zu langen Heimweg bat. Man übe auch hier eine stillschweigende Diszivlin. die nur dem Wohle aller Volksgenossen dient.
Wer Glauben im Herzen hat, der hat die stärkste Kraft der Welt, die es überhaupt gibt, m _ Der Führer: „Mern Kampf.
WirischaiisieiL
Die Aussichten für den Weinherbst.
Wachstumsentwicklung und Reifebeginn anfangs September.
Aus allen deutschen Weinbaugebieten wird berichtet, daß der Traubenbehang bis Ende August größtenteils vollständig ausgewachsen war, und die Beeren ihre normale Dicke erreichten. Der Reiseprozeß hat eingesetzt. Die Trauben beginnen "hell zu werden und in Wein überzugehen. In besonders bevorzugten Lagen befinden fich auch schon weiche Trauben. Die Frühburgunder begannen sich Mitte August zu färben und viele Frühtrauben konnten schon als ausgereift verkauft werden. Doch find diese Früherscheinungen nicht maßgebend für die Eesamtbeurteilung der Reifeentwicklung. Der am 3. September einsetzende Regen, der zwei Tage und Rächte anhielt, brachte die erwünschte Bodenfeuchtigkeit. Die Trauben werden nunmehr brühig, dünnhäutig und schneller weich. Die derzeitigen Reifeuntersuchungen zur Feststellung des Zuckergehaltes ergaben eine gewisse Angleichung der Reifeentwickluna 1939' an das Weinjahr 1938. Die Rieslingtrauben sind aber in ihrer Entwicklung noch im Rückstand und bedürfen noch viel Sonne bis zur Ausreifung. Rur wenn September und Oktober durch eine günstige Witterung die Reife fördern, kann -ein brauchbarer Mittelwein erzielt werdett. Das gilt besonders für die Rieslinggebiete Rheingau, Rahe, Mittelrhein und Mosel. Alle optimistischen Fanfarenklänge über eine günstige Weinernte 1939 sind stark verfrüht, umsomehr als , bei dem langsamen und verspäteten Au-reifen erhebliche Ausfälle durch den Sauerwurm entstehen, die heute schon stark in Erscheinung treten, aber erst in einigen Wochen in vollem Umfange zu übersehen sind. Selbst bei günstiger Herbstwitterung wird der 1939er Wein die Qualitätsernten der großen Weinjahre nicht mehr erreichen, aber er kann besser werden als der 1938er, vorausgesetzt, daß auch die Weinlese bei trockener Witterung erfolgt und nicht Herbstfröste die Reifeentwicklung frühzeitig unterbinden. u.
Spiegel der Wirtschaft. Am 15. *5uni hatten wir einen Bestand an Weißweinen von rund 18 % der Ernte, das sind etwa 350 000 Hektoliter, bei Rotwein lagern noch rund 9 %, das sind etwa 46 000 Hektoliter. — Sämtliche Kuh h a l t e r sind verpflichtet, die gewonnene Milch an die Molkereien abzuliefern, zu deren Einzugsgebiet der Betrieb gehört. — Am 1 August betrug die Gesamtlänge der im Bau befindlichen Reichsautobahnstrecken 2155 Kilometer. — Im ersten Halbjahr 1939 wurden von den deutschen Straßen- und Schnellbahnen 2,29 Milliarden Personen befördert gegen 2,02 Milliarden in der gleichen Voriahreszeit. — Bei der Augusta-Viktoria- Bad und Hotel Kaiserhof AE. in Abw., Wiesbaden, gelang es im Äbwicklungsjahr 1938 einen Gewinn von 2527 RM zu erzielen, wodurch der Verlustoortrag auf 588 733 RM bei 1,0 M-ll RM Aktienkapital zurückgeht. Reben der Verwertung des Anlagevermögens im Buchwert von 0,89 Mill. RM sind noch 0,08 Mill. RM „sonstige Forderungen" abzuwickeln, während andererseits noch 0,012 Mill. RM Lieferung-- und Leistungs-, sowie 0,004 Mill. RM sonstige Verbindlichkeiten abzuwickeln sind. — Der Warenverkehr mit Ostpreußen wird bis auf weiteres über See abgewickelt. Güter aus unserem Gebiet sind über Bremen Hamburg oder Lübeck zu verfrachten. Gin Vermerk „O st - preußengut" ist auf dem Frachtbrief, dem Stückgut und dem Wagenbeklebungszettel gut lesbar anzubringen.
Von den heutigen Börsen«
Berlin, 12. Sept. (FM.) Die Umsätze bewegten sich in engen Grenzen. Mansfelder zogen auf kleinen Bedarf um 1% % an. Vereinigte Stahl ermäßigten sich um %, Mannesmann um %, Harpener um 2% %. Bubiag und Rheinbraun büßten 3 bzw. 2% % ein. Für Eintracht und Niederlausitzer ist die Notiz, bis auf weiteres eingestellt worden. Von chemischen Papieren stiegen von Heyden um % %. Farben unverändert, Goldschmidt und Rütgers gaben um 2% bzw. VA % nach. Goldschmidt konnten allerdings unmittelbar nach dem ersten Kurs den Verlust zum Teil wieder aufholen. Fast durchweg niedriger eröffneten Elektro- und Versorgungswerte, Schuckert (— 3j/>), Licht u. Kraft (— 1%), und Lieferungen (— VA %); eine Ausnahme bildeten EW. Schlesien mit + % %■ Demag gaben um 2, Rheinmetall-Borsig um 1 % nach. Reichsaltbesitz 132, Steuergutscheine I 97,60, Eemeindeumschuldung 93. Tagesgeld 2% bis 2% %.
Frankfurt n. M„ 12. Sept. (Eig. Drahtm.) Kleinste Umsätze und weiterhin uneinheitliche Kursentwicklung gaben dem Aktienmarkt das Gepräge. Die Veränderungen betrugen nur Prozentbruchteile und die Eesamthaltung war besser behauptet als gestern Etwas mehr rückläufig Rheinmetall auf 113% (115%) und Daimler auf 113% (114%). In Renten weiterhin starke Geschäftsstille bei nur wenig veränderten Kursen. Tagesgeld 2%.
40 Tote bei einem Kino brand.
Athen, 12, Sevt. Auf der Insel Lemnos im Ägäischen Meer entstand in einem großen Lichtspielhaus Feuer. Bei der ausbrechenöen Panik wurden 40 Personen getötet und 80 verletzt.
„Und wenn ich eine ECKSTEIN rauche, habe ich gute Laune! - Denn immer ist die ECKSTEIN gut - sogar sehr gut I“
„ Wenn ich gute Laune habe, rauche ich Eckstein!■•
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