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Wiesbadener Tagblatt

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Unterhaltungsbeilage. ä5erlmet Mr0:

Nr. 210.

Freitag, 8. September 1939.

87. Jahrgang.

Sadistische Massenmorde entmenschter Polenhorden.

der

vermißt. Das deutsche

Kriegsmarine durch- das Feuer erfolglos

Feiger Gedanken.

Bängliches Schwanken, Weibisches Zagen, Äügstliches Klagen, Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei;

Zwei deutsche Flugzeuge wurden über polnischem Gebiet abgeschossen; ein Flugzeug wird Hoheitsgebiet wurde auch gestern nicht angegriffen.

In Nord- und Ostsee wurde eine Reihe von Minensuch-llnternehmungen durch die geführt. Boote einer Minenkuchflottille beschossen eine polnische Strandbatterie, die erwiderte. Ei» viertes polnisches U-Boot wurde vernichtet.

Der innere Zusammenhang Polens erschüttert

Ausländische Blätter schildern die Panik und die Soffnungslostgkeit, die die betrogene polnische Bevölkerung ergriffen bat.

Vision des Grauens."

Eine erschütternde Schilderung der furchtbaren Massenmorde in Bromberg.

Schneidemühl, 8. Sevt. (Funkmeldung.) Ein Schriftleiter derPommerschen Zeitung", der im Kampfgebiet weilt, gibt eine erschütternde Schilde­rung der Schandtaten jener entmenschten Geschöpfe, für deren Straflosigkeit England die Garantie zu übernehmen stch erdreistete. Die gräßlichen Leiden der mit britischer Hilfe 1919/20 vom Vaterland ge­rissenen und von dem Verbündeten Großbritanniens nun bestialisch in Massen umgebrachten Deutschen kommen über das Haupt der gewissenlosen Kapita- listencliaue in London, die mit ganzen Völkern kalt­schnäuzig operiert, als ob es Börsenpapiere seien. Der Bericht derPommerschen Zeitung" besagt:

Am Tage, an dem der Fall Brombergs bekannt- gegeben wurde, sind wir in die Stadt an der Grenze ein«

Allen Gewalten Zum Trutz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen. Rufet die Arme der Götter herbei.

Goethe.

Stunde. Wir kennen aber

polnischerwiderstand zerschlagen

Die deutschen Operationen nehmen den Charakter einer Verfolgung an. Nur noch an einzelnen Stellen kam es zu ernsteren Kämpfen. Der Einsatz der Schlacht- und Sturzkampfgeschwader sprengt die zurück­flutenden polnischen Marschkolonnen und vernichtet die zum Gegenstoß bereitgestellten Reserven.

mutter. Man hat ihr das Kind von der Seite gerissen. Eine Nachbarin hat sich für den 'Jungen totschlagen lassen wollen, aber der künftige deutsche Mann mußte daran glauben. Wir hören von noch größeren Schandtaten. Ein Volks­deutscher führt uns zu einem Wald, der sich in der Richtung nach Krone erstreckt. Wir sehen Frauen mit Blumen und versteinerten Gesichtern. Der lichte Kiefernwald offenbart letzt das, was er am Sonntag grauenvolles gesehen bat. Überall, sind flache Löcher im Boden, und daneben liegen die Opfer, die man heraushob und denen man die Gesichter mit, blühender Heide zugedeckt hat. Gruppen zu vieren, funren, grauenvoll entstellt, zwischen denen die Frauen mit ihren Blumen berumirren, um die Männer zu suchen.

Flakartilleristen, die in der Nähe liegen, heben die -inten auf die Wagen, die von Grube zu Grube fahren. Sie zeigen uns einen alten Mann, von bessern Gesicht nur der Unterkiefer mit dem grauen Bart geblieben ist. Man findet keine Vergleiche für diese Untaten, keine Beispiele. Fünf­undzwanzig Männer bat man bis jetzt gefunden, aber die Suche geht weiter, und die grauenvollen Massengräber er-

Tugenden des Alltags

Von Dr. Heinrich Reichert.

Des Kampfes begriffen. Die Größe der Dinge, Die für uns auf Dem Spiele stehen. Wir wissen, Daß DerFriede", den die Gegner meinen, nicht Friede, sondern ewige Knechtschaft oder Vernichtung heißt. Aus diesem Wissen kommt uns die harte Entschlossenheit, die still und nicht jubelnd, aber kraft­voll und trotzig das deutsche Antlitz formt. Jene Entschlossen­heit. die unsere Gegner gar nicht haben können, weil sie nicht die Gründe haben, die unsern Willen meistern.

Solche Entschlossenheit des Willens, die aus der Einsicht in die Gründe und aus dem opferoollen Beispiel des Führers in die Herzen aller Deutschen strömt, zeigt sich in der Selbstverständlichkeit des Opfers. Die klein­lichen Belange des Eigennutzes und des armseligenIch" schmelzen im Tiegel der nationalen Ehre und der Gemein- schäft. Nun ist die Zeit, wo das Beste, was wir haben, nicht im Munde, sondern sftll und tatkräftig im Herzen getragen wird, angefangen von der kleinen Rücksicht auf den Mit­menschen bis zu den großen und ^größten Opfern, die jeder von uns pflichtbewußt trägt. Es hat sich bereits am West­wall gelohnt und im Osten erwiesen, daß es nicht vergebens war, wenn wir bie. letzten Jahren mit zusammengebiffenen Zähnen für unsere Aufrüstung gearbeitet und geopfert haben

Solch leidenschaftliche Entschlossenheit kennt auch kein persönliches Zaudern und keine engstirnige Schwäche. Die Welt sieht erstmalig das Schauspiel, daß ein Gegner, dem man die Zähigkeit als nationale Tugend zu­geschrieben hat, England, das klägliche Beispiel politischen Zauderns gegeben und tragischen Prestigeverlust erlitten hat. Zum erstenmal trifft England auf einen Gegner, der das Zaudern Der Diplomatie von 1914 nicht mehr kennt, der neben der überwältigenden Überzahl an Menschen, Flugzeugen und Geschützen den riesigen Vorteil einer einheitlichen, klaren, eisenharten, gewandten und erfolgreichen politischen Füh­rung hat.

Sie beißt eisern und ausdauernd in die vielen moralisch und militärisch verwundbaren Stellen, an denen England leidet. Und das Größte von allem: unsere militärische Kraft und politische Führung sind in einer Hand unerbittlich zu- sammengesaßt, der des Führers.

Klare Entschlossenheit ist aber kein Muckertum. Wir tragen eiserne Gesichter, keine hängenden Köpfe. Gewiß die Tanzvergnügungen sind mit Recht verboten und die Tanz- iünglinge und ihre weiblichen Gegenstücke sind unerträglich neben dem militärischen Ehrenkleid unserer Soldaten. Aber man wünscht gerade von seilen der Führung Erhebung und Entspannung. Sie sind nicht gedacht als Vergnügen der Heimatsront, sondern als Baustein zum Westwall der Herzen, vier schaltet sich mit Recht das Theater und das Kino ein in die Kriegswirtschaft des Geistes.Der Menschheit große Gegenstände" sind ja ihr Belang und ureigenster Beitrag zur Mobilisierung der Seelen.Ein Meisterwerk unvor­stellbarer Dummheit" nennt mit Recht Bernard Shaw in derTimes" den Erlaß der englischen Regierung,

Wir kennen den Ernst ________ _____________ ____

auch die Gerechtigkeit unserer Sache. Wir haben den Sinn

strecken sich noch weit in den Wald, hinein. Eine alte Dame tn schwarz sucht vergeblich, die Blumen an die Brust ge­preßt, ihren Lebensgefährten. Und so wie ihr geht es vielen. Dabei ist dies doch nur ein kleiner Vorort Brombergs, und !o wie hier haben die Polen überall gehaust! Von der Krönet Straße sind nur drei volksdeutsche Männer am Leben geblieben. Der eine konnte seine Häscher bestechen, der andere hat sich mft feiner Familie zwei Tage lang in die Erde ein-

(Fortsetzung auf Seite 3).

wt. Die wuchtigen Schläge, die die polnischen Truppen durch bte deutsche Oitarmee erhielten, haben, wie der Amster­damerTelegraaf" meldet, den inneren Zusammen­hang des polnischen Staates schwer er­schüttert. Nur das polnische Außenministerium sei nach Lublin ubergesiedelt. während sich die übrigen Ministerien und Regierungsorgane in kleineren Städten O st - Dolens hinter der Linie der Flüsse Bug und San ernauarfterten. Die polnische Regierung versucht nach dem holländischen Blatt die Bevölkerung glauben zu machen, daß die Räumung Westvolens ausstrategischen Notwendigkeiten" erfolgt sei. Das Heer setze den Kampf mutig fort und an der Führung durch Ryds-Smigly ändere sich nichts.

Alle diese Beteuerungen vermögen jedoch nicht die Panik, die die Bevölkerung der polnischen Hauvmabt er- griften bat. ju mtnbern. Die Wege, bte aus Warschau herausftlbren.. Rnb nach Berichten lettischer Blätter von Fluchtlingsstromen verstopft. Die allgemeine Ver­wirrung wirb noch baburch gesteigert, baß unabläsiig zu- !Elutenbe polnische Truppen in Warschau eintreffen. Auf den Wegen von Warschau nach Bialvstok. Brest und Lublin

gefahren, die für das Erenzlanddeutschtum des Ostens der Begriff eines Bollwerkes seines Volkstums ist. Wir waren voll Freude über die unerhörten Erfolge der Truppen, die an uns vorbei weiter nach Thorn fluteten. Im letzten Dorf vor Bromberg umringten Volksdeutsche unsere Wagen, die mit dem großen Flüchtlingsstrom zurückgekommen waren, der allmählich wieder hinter der deutschen Front die völlig verödeten Dörfer mit zagM Leben erfüllt. Diese Menschen haben so unvorstellbar viel durchgemacht. daß die Freude erst langsam bei ihnen durchbricht, wenn sie sehen, daß ihr Haus noch steht, wenn sich die Glieder der Familie allmäh­lich zusammenfinden, die vor dem Terror der Polen in die Wälder geflüchtet waren. Aber fJium eine Familie gibt es da, die vollzählig zusammenkommt, und wir hören hier von einem furchtbaren Massen­mord, dem hundert Volksdeutsche auf der Flucht nach Hobensalza zum Opfer gefallen sind. Die Polen haben sie auf der Landstraße mit Waschinengewehren zu­sammengeschossen.

In einem nördlichen Vorort von Bromberg erleben wir die unvorstellbaren Greuel, die von den Polen verübt wurden, unmittelbar als eine Vision des Grauens, die jene furchtbare Zeit der polnischen Jusurgentenherrschast wieder lebendig werden läßt. Wir stehen in der Kapelle eines deutschen Friedhofes. Da liegen 15 Menschen, alte Männer. Frauen, junge kräfttge Menschen, ein Junge von 14 Jahren, die Hände auf dem Rücken gesesielt, in qual­vollen Stellungen erstarrt, blutüberströmt: sie mußten sich ibr eigenes Grab schaufeln und wurden dann totgeschlagen, wie man etwa eine Ratte totschlägt. Bei einem der Opfer ist in dem »erschundenen Gesicht nur noch der Mund zu erkennen. Auf diese entsetzliche Weise sind die deutschen Bauernsöhne ganzer. Dörfer erschlagen worden. Man hat ihnen die Gesichter zerschnitten, sie in tierischem Sadismus zugerichtet . . .

Zu der Kapelle kommen, als wir erschüttert heraus­gegangen sind, weinende Menschen, die stumm den Arm owen. Da ist di« Mutter des 14jährigen mft der Eroß-

siebt man endlose Züge von Flüchtlingen, die nur das Not- M.hdtgste mtt sich genommen haben und meist zu Fuß in oftlfcher Rtchtung fliehen.

Schwedische Blätter bestätigen, daß die polnische Be­völkerung von einem Gefühl der Hoff nun gslosig- k e 1t eißrtffen worden ist. Durch die Ausstreuung haltloser Gerüchte suchen bte polnischen Behörden ifer Bevölkerung "ti machen. So würbe von ihnen behauptet, baß mehrere englische unb französische Flugzeuggeschwaber in Lublin an­gekommen seien. Sie hätten Deutschlanb in großer Höhe überflogen und sollten jetzt den Gegenangriff der P.ol6" utiteritutzen. der in grober Aufmachung angekündigt wird. Der täglich naher kommende Kanonendonner läßt -edoch kemen Glauben mehr an derartigen Lügen aufkommen, ».ber auch unter diesen Nackenschlagen hat die polnische Re­gierung ihre bekannte E r o g m a u.4,i g k e l t noch nicht ver- loren. Das zeigt eine Notiz, die M der Warschauer Presse veröffentlicht wurde. Es betet darin: ..Mitbürger' Die Regierung bet polnischen Republik ist gezwungen. Warschau Knasten. ote kommt aber bestimmt zurück nach bem

des Krieges.' (?!) Ein reichlich schwacher Trmt

Der Bericht des Oberkommandos

Berlin, 8. Sept. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Operationen in Polen am 7. September nahmen an viele» Stellen den Charakter einer Verfolg»«» an; «nr an einzelnen Stellen kam es noch z« ernsteren Kämpfen.

Südostwärts Gorlice und ostwärts Tarnow dringen unsere Truppe« gegen die Wisloka vor. Nördlich der Weichsel habe» bewegliche Kräfte Staszow und nördlich der Lola-Sora die Gegend dicht westlich Kamien»a erreicht. Die Bahnlinie Konskie Opocno wurde im Angriff überschritten. Nördlich Tomaszow habe» Panzertruppen de» Feind aus Rawa-Mazowiecka geworfen und stehen dort 60 Kilometer vot Warschau. Zwischen Thorn und Strasburg ist die Drewenz überschritten.

Die Besatzung der Wekterplatte bei Danzig hat sich ergeben; ihr Widerstand wurde durch Pionier- und Marine-Sturmkompanien und ^-Heimwebr unter' Mitwirkung derSchleswig-Holstein" gebrochen.

Nordostwärts Warschaus ist der Rarem bei Pultusk und Rozan überschritten. In der Provinz Posen wurden im Süden und Norden weitere Gebietsteile besetzt.

An diesen schnellen und großen Erfolge» hatte die Luftwaffe wieder entscheidenden Anteil. Ihr Massen- einsatz richtete sich gegen die zurückgehende polnische Armee. Sie griff mit Schlacht- und Stnrzgeschwadern unmittelbar in bett Erdkamps eilt. Marschkolonnen wurden versprengt, Rückzugswege durch Zerstören von Brücken und Übergängen versperrt. Versuche von feindlichen Gegenangriffen schon in der Bereitstellung zerschlagen. Die Weichselbrücken südlich Warschaus sind nachhaltig zerstört. In Warschau sind die Durch- gangs st ratzen mit Kolonnen angefüllt und verstopft. Die e i l i g e R L u m u n g der Stadt ist im Gange.