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87. Jahrgang
Montag, 28. August 1939
Nr. 200,
Antwort des Führers an Daladier.
unserer Ostgrenze müssen beseitigt werden
die Wiedergutmachung eines Unrechtes und die anderen um die Beibehaltung desselben
Deutsche Volksgenossen!
Wöchentlich
mit einer täglichen
Druck und Verlag:
g. Schellenberg'sche Buchdrucker«!, „Sagblatt«Saus* Nernwrecher-Sammel-Nr. 59631. Drahtanschrift: J^golatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.
„Ich, Herr Daladier, kämpfe dann mit meinem Volk um
Deutsche Soldaten stehen bereit!
Ein Aufruf des Oberbefehlshabers des Heeres.
Der Polizeipräsident von Wiesbaden gibt nachstehenden Aufruf des Oberbefehlshabers des Heeres bekannt:
Anzeigenpreise: Ein Millimeter Hübe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 6, Nachlässe nach Preisliste Nr. 6. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 9Vi Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
Bezugspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, einschließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 36 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. ®00©®0@8®®®®®80©000®®®®®®00®0®®
länder glaubten, den Polen einen Blanko-Scheck ausstellen zu muffen, nicht aus seiner entschlossen en Ruhe bringen. Die jetzt verfügten Maßnahmen über die Bezugsscheinpflicht wichtiger Verbrauchsgüter ist ein neuer Beweis des deutschen unbeugsamen Lebenswillens. Das Ausland wird aus diesen Maßnahmen entnehmen, daß Deutschland auch auf wirtschaftlichem Gebiet, wie es bei der (Eröffnung der Königsberger Ostmesse Staatssekretär Land- fr ied betonje, bis zum letzten vorgesorgt hat. 1914 sind Unmengen von Lebensmitteln unnütz vertan worden. Erst verhältnismäßig spät wurde ein Kartensystem geschaffen, das bei seiner ganzen An unzulänglich bleiben mußte. Durch die jetzt verfügten Maßnahmen wird eine gleichmäßige und gerechte Verteilung aller lebenswichtigen Güter gewährleistet. Hier wird auf ihrem Gebiet die deutsche Hausfrau zur Verteidigung des Friedens gegen die Kriegshetzer der Demokratien wesentlich beitragen können und es ist sicher, daß auch hier wieder die deutsche Hausfrau ihre Aufgabe auf das beste erfüllen wird. Im Ausland wird man diese deutschen Maßnahmen als Zeichen der Entschlossenheit nicht übersehen können. Das gilt auch für das englische Kabinett, das am Wochenende mehrfach tagte.
Genau so wenig wird man in Frankreich an diesen Dingen vorübergehen können. Den Franzosen hat überdies der F ü h r e r in seinem Antwortbrief an Ministerpräsident Daladier noch einmal klar vor Augen geführt, wie falsch ihre Haltung und ihre Politik in dieser "europäischen Krise ist. In diesem Brief hat der Führer zugleich erneut die (Ent» schlossenheit Deutschlands zum Ausdruck gebracht, die maze»
Lebensgefährliche Illusionen.
Die entschlossene Ruhe Deutschlands.
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)
as. Berlin, 28. Ang. Die Meldungen über die bIu- tigen und viehischen Bestialitäten wild bewaffneter polnischer Horden an wehrlosen Volksdeutschen reißen nicht ab. Es zeigt sich vielmehr immer wieder, daß die Polen weder vor dem Alter noch vor Frauen oder Kindern in ihrer Brutalität Halt machen. Das Deutschtum wird ganz systematisch ausgerottet. Terror und Bestialitäten der Polen haben sich noch gesteigert.
Das deutsche Volk aber läßt sich in dieser europäischen Nervenkrise, die ausgelöst worden ist dadurch, daß die E n g -
Ein Dokument ehrlichen Willens.
Berlin, 27. Aug. In einer Erklärung, di« der französische Ministerpräsident Daladier am Sonntagabend vor der Presse in Paris abgab, hat er Bezug genommen auf einen Briefwechsel, den er mit dem Führer hatte. In seiner Erklärung vor der Preffe hat Daladier Bemerkungen über den Inhalt der Briefe gemacht und Schlußfolgerungen daraus gezogen, ohne der Presse die Briefe selbst zur Kenntnis zu geben. Zur vollständigen Unterrichtung der Öffentlichkeit gibt das DNB. daher den Wortlaut des Briefwechsels wieder. Die Antwort des Führers an Daladier lautet:
Berlin, 27. August 1939.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Ich verstehe die Bedenken, die Sie ausdrücken. Auch ich habe niemals die hohe Berpflichtung übersehen, die denen auferlegt ist, die über das Schicksal der Volker gestellt find. Als alter Frontsoldat kenne ich wie Sie die Schrecken des Krieges. Aus dieser Gefinnung und Erkenntnis heraus habe ich mich ehrlich bemüht, alle Konflikts stoffe zwischen unseren beiden Völkern zu beseitigen.
Ich habe dem französtschen Volk einst ganz offen versichert, daß die Rückkehr des Saargebietes die Voraussetzung dazu sein würde. Ich habe »ach dieser Rückkehr sofort feierlich meinen Verzicht aus irgendwelche weiteren Ansprüche, die Frankreich berühren können, ausgesprochen. Das deutsche Volk hat diese meine Haltung gebilligt. Wie Sie sich selbst bei Ihrem letzte» Hiersein überzeugen konnten, empfand und empfindet es gegen den einstigen tapferen Gegner im Bewußtsein seiner eigenen Haltung keinerlei Groll oder gar Haß. Im Gegenteil. Die Befriedung unserer Westgrenze führte zu einer steigenden Sympathie, jedenfalls von selten des deutschen Volkes. Einer Sympathie, die sich bei viele» Anlässen geradezu demonstratio zeigte.
Der Bau der großen W e st b e f e st i g u n g e n, der zahlreiche Milliarden verschlang und verschlingt, stellt für Deutschland zugleich ein Dokument der Akzeptierung und Festlegung der endgültigen Reichsgrenze dar. Das deutsche Volk hat damit auf zwei Provinzen Verzicht geleistet, die einst zum alten Deutschen Reich gehörten, später durch viel Blut wieder erobert wurden und endlich mit noch viel mehr Blut verteidigt wurde». Dieser Verzicht stellt, wie Sie mir, Exzellenz, zugeben muffen, keine taktische, nach außen gezeigte Haltung dar, sondern einen Entschluß, der in alle» unseren Maßnahme» seine konsequente Erhärtung erfährt.
Sie werden mir, Herr Ministerpräsident, nicht einen Fall nennen können, in dem auch nur durch eine Zeile oder eine Rede gegen diese endgültige Fixierung der deutsche» Reichsgrenze nach dem Westen hin verstoßen worden wäre. Ich glaubte, durch diesen Verzicht und durch diese Haltung jeden denkbaren Konfliktstoff zwischen unseren beiden Volkern ausgeschaltet zu haben, der zu einer Wiederholung der Tragik von 1914/18 würde führen können. Diese freiwillige Begrenzung der deutschen Lebensansprüche im Weste» kann aber nicht aufgefaßt werde» als eine auch auf allen anderen Gebieten geltende Akzeptierung des Versailler Diktates.
Ich habe nun wirklich Jahr für Jahr versucht, die Revision wenigstens der unmöglichsten und untragbarsten Bestimmungen dieses Diktates auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Es war dies unmöglich. Daß die Revision kommen mußte, war zahlreichen einsichtsvollen Männern aus alle» Völkern bewußt und klar. Was immer man . nun gegen meine Methode anführen kann, was immer man an ihr aussetzen zu müffen glaubt, so darf doch nicht übersehen oder bestritten werden, daß es mir möglich wurde, ohne neues Blutvergießen in vielen Fällen nicht nur für Deutschland befriedigende Lösungen zu finden, sondern, daß ich durch die Art des Verfahrens die Staatsmänner anderer Völker von der für sie oft unmöglichen Verpflichtung entband, diese Revision vor ihren eigenen Völkern verantworten z» müffen; denn immerhin eines werden Ew. Exzellenz mir zugeben müffen; Die Revision mußte kommen.
Das Versailler Diktat war untragbar. Kein Franzose von Ehre, auch Sie nicht, Herr Daladier, hätte in einer ähnlichen Lage anders gehandelt als ich. Ich habe nun in diesem Sinne auch versucht, die aller unvernünftigste Maß- i »ahme des Versailler Diktats aus der Welt zu schaffe». Ich habe der polnischen Regierung ein Angebot gemacht, über das das deutsche Volk erschrocken ist. Kein anderer als ich konnte es überhaupt wagen, mit einem solche» Angebot vor die Öffentlichkeit zu trete». Es konnte daher auch nur einmalig sei». Ich bin nun zutiefst
leicht als lächerliche Verrücktheit bezeichne» könnte, wenn sie nicht so unendlich gefährlich wären. Damals setzte eia unerträglicher Terror, eine physische und wirtschaftliche Drangsalierung der immerhin über anderthalb Millionen zählenden Deutschen in den vom Reich abgetretenen Gebiete» ei». Ich will hier nicht über die vorgekommenen Scheußlichkeiten sprechen. Allein auch Danzig wurde mit fortgesetzten Übergriffen polnischer Behörden steigend zum Bewußtsein gebracht, daß es scheinbar rettungslos der Willkür einer dem Nationalcharakter der Stadt und der Bevölkerung fremden Gewalt ausgeliefert ist.
Darf ich mir nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würde» Sie als Franzose handeln, wenn durch irgendeinen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine Ihrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abgetrennt würde, eine große Stadt — sagen wir Marseille — verhindert würde, sich zu Frankreich zu bekennen und die in diesem Gebiete lebenden Franzosen verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestialisch ermordet würden?
Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. Ich bin Deutscher, Herr Daladier, zweifeln Sie nicht an meinem Ehrgefühl und an meinem Pflichtbewußtsein, genau so zu handeln. Wenn Sie nun dieses Unglück hätten, das wir besitzen, würden Sie da»», Herr Daladier, verstehen, wenn Deutschland ohne jede Veranlassung dafür eintreten wollte, daß der Korridor durch
(Fortsetzung auf Seite 3.)
überzeugt, daß, wenn besonders von England aus damals, statt in der Preffe gegen Deutschland eine wilde Kampagne loszulaffen und Gerüchte von einer Mobilmachung zu lancieren, Polen irgendwie zugeredet worden wäre, vernünftig zu sein, Europa heute und auf 25 Jahre den Zustand des tiefsten Friedens genießen könnte. So aber wurde erst durch die Lüge von der deutschen Aggression die polnische öffentliche Meinung aufgeregt, der polnische» Regierung die eigenen notwendigen klaren EntschlLffe erschwert und vor allem durch die dann folgende Abgabe des Earantieversprechens der Weg für die Grenze realer Möglichkeiten versperrt.
Die polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab. Die polnische öffentliche Meinung begann in der sicheren Überzeugung, daß ja nun England und Frankreich für Polen kämpfen würden, Forderungen zu erheben, die man viel-
Auf Anordnung des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht habe ich die vollziehende Gewalt im Operationsgebiet des Heeres übernommen und mit ihrer Ausübung die Oberbefehlshaber der Armeen beauftragt.
Die Oberbefehlshaber der Armeen find befugt, für ihr Armeegebiet Rechtsverordnungen und Vorschriften aller Art zu erlassen und Zuwiderhandlungen unterStrafe zu stellen
Alle Behörden und sonstigen Dienststellen versehen ihre Aufgaben weiter.
Deutsche Volksgenossen! Deutsche Soldaten stehen bereit zur Sicherung der Reichsgrenzen und wenn es nötig sein sollte, zur Abwehr
jedes Feindes auf der Erde und in der Luft, komme was da kommen mag.
Ich erwarte, daß Ihr alle gegebenen Anordnungen mit eiserner Disziplin, Ruhe und Kaltblütigkeit befolgt und bereitwillig Mithilfe leistet, wo sie von Euch verlangt wird. Die getroffenen Maßnahmen dienen demWohl des Vaterlandes wie jedes einzelnen von Euch und sind notwendig um der Wehrmacht die Erfüllung ihrer Aufgabe zu erleichtern.
Ich bin gewiß, daß Ihr auch jetzt in unverbrüchlicher Treue, Geschlossenheit und Opferbereitschaft dem Führer folgen werdet.
Es lebe der Führer!
Der Oberbefehlshaber des Heeres: von Brauchitsch.
Eindeutige Klärung der Verantwortlichkeit.
Adolf Hitler: „Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustande an
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