Einzelbild herunterladen
 

Seite 2. Nr. 16k

WiesD'aVen'er Tägblätt

Mittwoch, 19. Juli 1939.

Deutsche Kriegsschüler besuchen Tannenberg

Soldaten zum unvergeßlichen Erlebnis.

deutscher Soldat marschiert!

dem

und ein

volksbewußten deutschen Männer und Frauen, sie helfen Bauern in seiner schweren Arbeit und verantwortungsvollen Aufgabe der Sicherung der deutschen Ernährungsgrundlage.

Grenzlanddienst ist Ehrendienst am Soll

Aufruf des Reichsministers Dr. Frick zur studentischen Erntehilfe.

Berlin, 18. Juli. Der Reichsinnenminister Dr. Frick hat zur studentischen Erntehilfe folgenden Aufruf erlassen:

Deutsche Studenten, deutsche' Studentinnen!

Aus eigenem Wollen und eigener Kraft habt ihr den studentischen Landdienst aufgebaut. Euer Land- dtenst steht unter der verpflichtenden Aufgabe des Einsatzes für das E r e n z l a n d. Damit reiht ihr euch in die .stolze Tradition des deutschen Ostens ein, die Deutsche aller Stamme in jahrhundertelanger Pionierarbeit geschaffen haben Mit eurem Bekenntnis zum deutschen Bauerntum an der Grenze sollt ihr bewahren, was unsere Vorfahren einft erwarben. Grenzlanddienst ist Ehrendienst am deutschen Volke!

Sondereinsatz des RAD. in Ostpreuhen.

Berlin, 18. Juli. Wie in jedem Jahr ist auch heute wieder der Reichsarbeitsdienst den deutschen Bauern »elfer für die Einbringung und Sicherung ^der Ernte. In allen Gauen des Erotzdeutschen Reiches stehen die Arbertsmanner und Arbeitsstunden des Reicksarbeitsdienstes im Drens« einer Aufgabe, deren Erfüllung letzthin das Ziel seiner erziehungsvolitischen Arbeit ist: Erringung der Brot­freiheit im weitesten Sinne. Die Mitglieder der Harter, die Angehörigen der Gliederungen, die Soldaten der. Wehr­macht, der Reichsarbeitsdienst und die Studentenschait. alle

zieher darauf vertraut, datz der junge soldatische Wille aus sich selbst heraus sich ein hohes Ziel setzt und sich das Bild des jungen Prinz Eugen, des jungen Seydlitz, des jungen, noch suchenden Friedrich in die Seele senkt. Der Fähnrich im Glied, neben sich den Kameraden aus der Ostmark und hinter sich den Kameraden vom Rhein, mißt den Weg, den die großen deutschen Soldaten gegangen sind, durch Widrig­keiten, Widerstände und Verzicht, unter Überwindung des eigenen selbstsüchtigen Ich in die Einsamkeit des Genies. Niemals ist Feldherrntum eine Frucht des Zufalls. Der Feldherr wird für die Krise der Schlacht oder des Feld­zuges geboren, in der die Arbeit und Erfahrung eines ost langen militärischen Löbens, die für die Stunde der Ent­scheidung gesammelte Kraft und geistige Überlegenheit, ge­paart mit dem unerschütterlichen Vertrauen auf die für den Angriff erzogene Truppe den Sieg bestimmen. Voll Ehr­furcht und Dankbarkeit gegen den Feldherrn Hindenburg, dem der F ü h r e r hier seine letzte Ruhestätte gab, aber auch gegen all die, zu deren Ehren und ewigem Gedächtnis dieser wuchtige Bau auf Ostpreußens Erde errichtet wurde, werden die Fähnriche das Reichsehrenmal betreten.

Nationalsozialismus ist Tat.

Aus der Tat des Führers ist das Eroßdeutsche Reich entstanden.

An der Stätte, die durch das Andenken an die Ge­fallenen des Weltkrieges, an den Feldherrn und an den un­bekannten Soldaten, geadelt ist, den heißen Atem der Ge­schichte zu spüren und sich erneut der ewigen, durch die Tat abzustattenden Dankespflicht gegenüber dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht bewußt zu werden, ist der Sinn der Gedenkstunde im Reichsehrenmal von Tannenberg und der Ostpreußenfahrt der Kriegsschüler 1939!

Grenzland Ostpreußen wird den jungen

Königsberg, 18. Juli. Aus der Ostvreußenfahrt der Kriegsschulen des Heeres weilen die deutschen Fähnriche in diesen Tagen bei prächtigem Hochsommer­wetter auf den Gefechtsfeldern der großen Schlacht bei Tannenberg. In organisatorisch hervorragend, durch die Inspektion der Kriegsschulen angesehten Fahrten werden die Fähnriche jeden Tag von ihren verschiedenen Standquartieren aus mehr als 160 Kraftfahrzeugen durch das Gelände geführt. Diese Fahrten werden zum kriegsgeschichtlichen Höhepunkt der Kriegsschulzeit. Sie werden ganz offensichtlich 3ii einem großen und tiefen Erlebnis für all die jungen Soldaten, die nun bald in die Führerstellen der Truppe ein­treten.

wt. Am Mittwochvormittag um 9 Ahr javanischer Zeit begann die zweite Unterredung zwischen Außen­minister Arita, dem britischen Botschafter Craigie. die um 12.15 Uhr beendet wurde. Die Unterhaltungen sollen um 16 Uhr fortgesetzt werden. In der amtlichen javanischen Verlautbarung, die über die Vormittags-Ausivrache ausge­geben wurde, wird mitgeteilt, daß die allgemeinen Fragen, die denHintergrund" des Tientsin-Kom- vlexes bilden, erläutert wurden. Der Außenminister und der Botschafter legten die Ansichten ihrer Re­gierungen dar.

In unterrichteten javanischen Kreisen bat man den Ein­druck, daß England in gewissen Einzelheiten den javanischen Forderungen entgegenzukommen ge­willt ist, ohne jedoch seine grundsätzliche Haltung vreiszugeben. Tokio muffe aber seinerseits jeden Kompromiß ablehnen, der als Zugeständnis an England ausgelegt werden könne. Man bezeichnet die Be­sprechungen als zwecklos, sofern nicht von englischer Seite Vorschläge kämen, die Garantien für eine unbedingt» Neutralität Englands im Cbinakonflikt böten. Kein kriegführendes Land könne sich auf die Dauer die Politik eines dritten Landes gefallen lassen, die den Verlauf und Ausgang der Kampfhandlungen aus das ernsteste ge­fährdeten.

Wenn nicht alles täuscht, werden die englisch-japanischen Verhandlungen das gleiche Tempo annebmen. wie die Be-

ganz offensichtlichen A u f s ch

ist die Überraschung über die wechselnde Fülle der schonen Landschaftsbilder, der Wälder und Seen, der weiten Felder mit ihrer reichen Ernte, über den überall hervortretenden soldatischen Zug seiner kerndeutschen Bevölkerung. Den tiefsten Eindruck Machen aber aus die jungen Soldaten immer wieder die Eefechtsfelder mit der stummen und doch so beredten Sprache ihrer 200 Heldenfriedhöfe. Aus

Das äußere Bill» ist gegen das Vorjahr anders geworden. Damals iah man noch zum Teil die österreichischen Uniformen, heute ist alles einheitlich in Feldgrau gekleidet, äußerlich wie innerlich ein Bild des geeinten machtvollen Eroßdeutschlands.

Tief sind die Eindrücke, die das deutsche Grenzland Ost­preußen mit den vielen Zeugen seiner heroischen Geschichte in den Herzen der Fähnriche hervorruft. Allgemein sind die jungen Soldaten erstaunt über das pulsierende Leben und den .. -» "hwung Ostpreußens. Groß

die wechselnde Fülle der schönen

Die vier deutschen Torpedoboote T. 107, T. 108, T. 110 und T. 111, die seit dem 15. Juli am Kai vor dem Schloß in Riga geankert hatten, verließen am Dienstaqnachmittag Riga, Die deutschen Kriegsschiffe haben in Lettland eine sehr freundliche Aufnahme sowohl bei den hiesigen Regierungs-, Marine- und Militärkreisen als auch bei der Bevölkerung gefunden, und ihr Aufenthalt dürfte einen erfreulichen Schritt int Sinne des Ausbaues der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Lettland darstellen. ~

Zwischen Tokio und Moskau.

Der Gesamtkomplex der Einkreisungsvolitik. Zweite Besprechung zwischen Arita und Craigie. Japan gibt sich mit Kompromissen nicht zufrieden. Schweigen über die Montagsberatungen im Kreml. Polnische Großmäuligkeit. 2,5 Millionen Pfund für den Benesch-Emigrantensond.

Der allgemeine Mangel an Arbeitskräften und der Aus­fall der polnischen Landarbeiter macht einen Sondereinsatz des Reichsarbeitsdienstes in Ostpreußen erforderlich. 2 0 000 Arbeitsmänner aus verschiedenen Gegenden des Eroßdeutschen Reiches werden zusammen mit den in Ost­preußen liegenden Reichsarbeitsdienstabteilungen zur Ernte­hilfe eingesetzt. Die Vorkommandos sind crnge- troffen, der erste Einsatz ist erfolgt.

sprechungen in Moskau. Doch das ist nicht der einzige Zu­sammenhang, der die Tokioer Gespräche mit den Moskauer Beratungen verbindet. Die beiden diplomatischen Aktionen stehen in einer für England außerordentlich pein­lichen Wechselwirkung. Sowjetrußland, dasTschiang- kaischek auf das nachdrücklichste unterstützt, würde jedes eng­lische Zugeständnis an Japan als Verrat an den gemein­samen ostasiatischen Interessen bewerten, wodurch die ohne­hin gering gewordenen Aussichten auf einen englisch-sowjet- russischen Pakt völlig zerstört werden müßten. Anderseits ist London, wenn es seine Stellung im Fernen Osten nicht völlig preisgeben will, gezwungen, mit Japan zu einem Überein­kommen zu gelangen. Es ist. wie die Ereignisse der letzten Wochen zeigen, bereit, manche bittere Pille zu schlucken, wenn es sich dadurch der Notwendigkeit, ein e_11 ar e Stellung einzunehmen, entziehen kann. Die An­weisung des britischen Konsuls in Tsingtau an seine Landsleute, die englische Konzession kurzfristig zu räumen, unterstreicht die britische Kompromißbereitschaft.

Die eindeutige Haltung der japanischen Regierung gibt jedoch der englischen Hoffnung, sich um eine Ent­scheidung herumdrücken zu können, wenig Chancen. Eine reichlich unangenehme Situation, die mit diplomatischen Kniffen wohl kaum zu bereinigen ist. Die Londoner Blätter zeigen sich über, die wachsende antibritische Stimmung in Japan und China sehr beun­ruhigt. Die englandfeindlichen Kundgebungen nehmen, so schreibt dieTimes",unkontrollierbare Formen" an. Es sei gefährlich und es scheine tatsächlich, so sagt das englftche Re­gierungsblatt naiv, der Fall zu sein, daß mächtige Einflüsse daran arbeiteten, um Großbritannien aus dem Fernen Osten auszuschalten. Die englischen Journalisten die. tn Europa so hellhörig sind und für redes Wochenende einen Putsch, oder den Beginn des Krieges Voraussagen, haben reichlich lange gebraucht um das zu begreifen.

Die Situation wird durch die schweren Käm vfe an der mandschurischen Grenze für die Engländer nicht gerade erleichert. Das Ausmaß der kriegerischen Handlungen übersteigt den Umfang der bisherigen,, wirklich mcht seltenen sowjetrussisch-japanischen ' Zusammenstöße. Wenn sich die Tokioer Meldung bewahrheiten sollte, wonach die Sowiets ihre Truppen vom Ural bis Wladiwostok mobilisieren, dann stehen wir hier einem Zustand gegenüber, für den Begriffe wieZusammenstoß" oderKonflikt" nicht.mehr ausreichend sind. Das javanische Kabinett befaßte sich am Diens­tag mit den letzten sowjetrussischen Bombenangriffen, auf innermandschurische Eisenbahnknotenpunkte und beschloß ge­eignete Gegenmaßnahmen. Je ernster sich diese Zusammen­stöße gestalten, umso weniger wird Moskau von feiner Forde­rung. Ostasien in den Pakt mit England einzu- beziehen. abgehen. . _ ..

Die Aussichten, in Moskau bald zu einer Entscheidung zu kommen, sind darum sehr gering. In London und Parls beschränkt man sich deshalb auch auf die Mitteilung daß die Berichte der Botschafter über die.Montagsaus.svrache mit Molotow im Foreign Office und tm Quai dOrsay eingetroffen sind, über den Inhalt wird, nichts bekannt ge­geben und die Blätter vermeiden es geflissentlich, am dieses reichlich veinlich gewordene Thema einzugehen.

Man tröstet sich inzwischen mit der Aktivierung des volniichen Bundesgenossen und berichtet in um­fangreichen Meldungen und Kommentaren über die Be­sprechungen des englischen Generals Jronsiüe mit dem polnischen Generalstab. Warschau macht sich die.Zwangs­lage der Einkreisungsvolitiker zunutze und stellt mit der den Polen angeborenen uberheblichkeit die Dinge io dar als ob die polnische Politik und die polnische Armee im Lager der Einkreiser ein bestimmendes Wort mitzureden hatten. In London..überhört man. die Großmäuligkeit des kleinen gekauften Söldners, um die Einkreifungsvlane nicht zu ge-

Die sture Haßvolitik gegen Deutschland..scheint den Männern im Foreign Office den klaren Blick völlig genom­men, zu haben. Aus der krankhaften Sucht neue Bundes- flßitoiTen fiesen bösjR.ctdj 8U finben, öegiuui oud) bet Bankerotteur Benesch Außen zu ziehen. Er begab sich nach London und die englische Regierung hat. wie der neue 3iack,- tragsbaushalt zeigt, dem B e n eich-Em igran tenf ond 2.5 Millionen Pfund zugewiesen. 6te bei Wühlarbeit gegen Deutschland bienen sollen. E^Altsche Po^trk lnuy auf sehr schwachen Füßen stehen, wenn sie sich Nicht verkrachten Existenzen vom -chlage eines Benesch zusammen- zuarbeiten.

Ganz Spanien feierte am Dienstag den Jahres­tag der nationalen Erhebung, der zugleich als Tag der nationalen Arbeit begangen wurde Am Nachmittag versammelten sich alle Betriebe, um der Bedeu- runa dieses Tages zu gedenken. Besondere Bedeutung er= langten bie Feiern in Madrid. Barcelona und Bilbao mit ihrer zahlreichen Arbeiterbevolkerung Der gemeinsame Auf­marsch der endlosen Kolonnen im Blauhemd gab etn über­zeugendes Bild der erreichten nationalen Einigkeit.

den Fahrten leuchten Namen auf, die zum stolzesten Tradi- tionsbesitz unserer Regimenter gehören: Lahna-Orbau Urbau, Eroß-Eardienen, Hohenstein. Wavlitz. Mühlen. Grübnitz, Sautern, Groß-Bossau. um nur einige zu nennen. Offiziere des I. AK die selbst vor 25 Jahren an diesen Stellen mit» gekämpft und geblutet haben, vermitteln in dem meist wenig veränderten Gelände den Fähnrichen jene lebendigen Eindrücke des Kampfes, die sich schriftlich nur tn beschränktem Maße wiedergeben lassen. Offiziere der Kriegs­schulen schildern die Zusammenhänge der Gefechte. All ms große Geschehen wird lebendig, wenn die Fähnriche das Ge­lände sehen: die Hügel und Waldstücke, die Seen und. die Engen, um die so mancher schwere Kampf tn den glühend heißen Augusttagen 1914 ging.

Alle Kriegsschulen besuchen die weihevolle Statte, wo int Jahre 1410 gerade in diesen Julitagen der Fel bitte ist er des Deutschen Ritterordens ben Heldentod tand. 3m Kampf für deutsches Wesen und deutsches Reckt. Und ihr Weg führt sie auch an Hindenburgs E u t Neudeck vorbei zur Marienburg, jenem so eindrucksvollen Bau der so deutsch ist wie nur irgend eine der Burgen ober der Dome Eroßdeutschlands. Und es ist keiner unter den jungen Sol­daten. der nicht lacht über fremdeA n.I v r u ch e und keiner, der nicht die tiefe Wahrheit des Abstimnrungsergeb- niffes vor der Marienburg innerlich erfaßte: Dies Land, das einst mit dem Blute aller deutschen Stämme gedüngt und zur Höhe deutscher Kultur geführt wurde, ist deutsch wird immerbar beutsch bleiben, solange noch

Ein deutscher Herzog.

Zur 300. Wiederkehr bes Todestages Bernhards von Weimar am 18. Juli. Von F. O. S. Schulz.

Im Juni 1630 lanbete Gustav Adolf, der König von Schweden, eine ansehnliche Truvvenmackt an der pommerschen Küste, um angeblich die deutschen Protestanten zu schützen. Schon zwölf lange Jahre tobt bie Kriegsmrie in Deutschlarw. Das Reick ist ein flammender Bürgerknegsherd. Es geht nicht mehr um das gemeinsame Vaterland, sondern um Dogmen. Fürstenherrschaft. öausmacht und Befriedigung ver- sönlicher Racheinstinkte. Der Kaiser bat Landsknechte aus allen eurooäifchen Gebieten seiner direkten und indirekten Herrschaft zusammengezogen, um mit fremden Schwertern wieder ben rechten Glauben zu festigen.

Als Gustav Adolf erscheint, wollen zahlreiche vrotestan- tische Fürsten von seiner Einmischung in deutsche Verhältnisse nichts wissen. Die Kurfürsten Georg Wilhelm von Branden­burg, Johann Georg von Sachsen und bie meisten norddeutschen Fürsten beschließen wehrhafte Neutralität. Doch tm Kriege entscheiden die Waffen und nicht die Beschlüsse. Die taner« licken Fremdvölker dringen weiter in Deutsckland em. Da wird Neutralität zum Verbrecken. _

Ein 26iähriger protettantifdjer Fürst, der HerM Bern­hard von Weimar, gehört zu denen, die ben Absichten des Sckwedenkönigs ablehnend gegenüberstehen. Aber fein Sag gegen den ebenso ehrlosen wie feigen Habsburger, bet tn Deutschland ausländische Truppen in Gottes Namen plündern läßt, ist nickt geringer. So entschließt er sich denn, dem Sckwedenkönig seine Dienste zur Vertilgung zu stellen. Er hat schon in den Scklachten von Wimvien. Wiesloch und Stabtloo beträchtliche Beweise feiner Tamerkeit und Umsicht abgelegt. Als Tilly das Lager Gustav Abvlfs bet Werben bestürmt, zeichnet sich bei junge Herzog io sehr aus,, daß ihn der König »um Oberst seines Letbregrments zu Pierde er­nennt. Er nimmt an dem Siegeszug Gustav Adolfs zum Öberrcketn teil, erobert Speyer, Germersheim, ManicheiM, Sie Feite Stahleck über Backarach und wird vom König beauf­tragt. die an der Mosel stehenden.kaiserlichen Svanier tn Schach zu halten. Bald danach erhalt er etn Kommando tn Bayern, bringt siegreich bis zum Bodensee vor. erstürmt Füßen und verjagt die Kaiserlichen aus Tirol. Jetzt braucht Gustav Adolf seine Hilfe gegen ben mit großer Heeresmacht beian- rückevden Wallenstein. Aber Bernhard von Weimar ist m-

Fürsten Weimar

zwischen io stark geworden, daß er glaubt, seine deutschen Ziele gegen aas internationale Habsburg selbständig durch­setzen zu können. Er erklärt Gustav Adolf, daß er sich nicht als seinen Unterfeldherrn, sondern als feinen Bundesgenossen betrachte. Dann marschiert er mit ihm gemeinsam . nack Sachsen. In der Schlacht bei Lützen kommandiert er den linken Flügel des Heeres. Als der König, fällt, übernimmt er das Oberkommando und zwingt Wallenstein zum Ruckzug nach Böhmen. . .. , ..

Der schwedische Kanzler Diemtierna ergreift nunmehr die volitische Führung. Er übertragt Herzog Bernhara den Ober­befehl in Franken und stellt dem landlosen rangen Fürsten ben Besitz Würzburgs in Aussicht. Bernhard, von Weimar wendet sick nach Franken und treibt die kaiserlichen Besatzun­gen im Sturm vor sich her. Äm 10. Avril 1634 wird die Festung Lanbsberg genommen. Am 4. November stürmt er Regensburg. Auf dem siegreichen Vormarsch, ras Öster­reichische. wo er ben mißhandelten vrotestantischen Bauern Hilfe bringen will, wird er durch die Aufforderung Orenst- iernas gehemmt, zurückzukehren, sick mit dem fchweducken General Horn zu vereinigen und bem lauer 1teben Heere Widerstand zu leisten. Es kommt zur Scklackt bei Nörd­lingen. wo die zögernde Kamvftaktik Horns zur Niederlage führt. Oxenstjerna fckließt vier Wacken fpater nut beji «rran- zofen ein Bündnis, das ihnen gegen das. Versprechen, von Kriegsuntentützung die Besetzung des Elsaß und Breisachs während der Dauer des Kampfes erlaubt

Wieder steht Bernhard von Weimar als Deutscher vor einer furchtbaren Entscheidung. Aber es bleibt Jur Seelen­kämpfe keine Zeit. Die kaiserlichen «r.rembvolker rucken bereits gegen ben Rhein vor. Viele beteiligte Platze, barunter Speyer, fallen ihnen in bie Sünde.. SDiit geringen Streit« träften kann der Herzog die Stabt wiedernehmen. Richelieu, der Leiter der französischen Politik, entbeckt die militärische Schwäche des deutschen Protestantismus. Er glaubt, das Elsaß einstecken zu können. Man will Bernhard diele. Land- grafschaft und die Ballei Hagenau als Besitz unter tranzostscher Oberhoheit zuerkennen. Aber der Herzog lebnt ab. tranzostscher Vasall zu werden. Sein Plan steht test.. rm Sudwesten Deutschlands einen starken Wall gegen bte tranzosischen Em-

St'SÄS.

ufer Versuche des Kaisers, ihn feinen macktvolitischen Zielen und der protestantischen Sache abspenstig M machen, weist er mit Entrüstung zurück. Am 7. Dezember 1638 stck ihm Atz» für uneinnenmbar gehaltene Stellung eigeoen.

O^ne Raft bricht er sofort, mitten im strengsten Winter, nach Hochburgund auf. um den Herzog, von Lothringen tn Schach tu nalten. Jetzt wird es Richelieu ganz klar, daß dieser geniale Heenührer wirklich ein Deutscher ist. Die tiranioien brtSÄÄ L'V SSW« ieäen Preis will er die ternere Einmischung Frankreichs tn die verwirrten Verhältnisse des Reiches perblnMm.

Da überfällt den Tapferen mitten 'm schönsten Sieges- lauf ein tödliches Fieber, dem er am 18. Juli 1639 tn .teuen- burg a Rh im noch nicht vollendeten 35. Jahre fernes Lebens erliegt.' Sei Nachfolger in der veeresrahrung erwtefen sich als fchwach und zum Teil, auch als käuflich. Das Neich war zum Landsknecht des Pavismus berabgefunken -^o könnt ees aefchehen. baß der Franzose die clfafftw Bastion tm deutschen Reichsköroer errichten konnte. '

hauptlchristl-it-r: jrig Dünth-r.

Strllrrrtrrtrr »es Sanxtschrifiieiters: 5rintt<£ Karl Knnj.

Dtranütortii* für ben poHtifdjen teil - Mrii."Lstabb

fit ben anseigentell: Otto Kals-r (erkr-mkt), Stellnertreta: IuNus Dtt, «tfamtltiiung: Dr. phil. habil. <Suü-v S <S e Itenbe rg nnb Cito Keifer.

preisliie Nr 6. Durchschnitts» Luficlgr 3nnt 1959: über 21500,

Sonntags allein: über 2? OOO.

P tu cf unb Verlag: k Scheiienberg'sche Sutfcbmcfetei, WiesbabenetCagMalt, Wiesbaden

Die Ausgabe umfaßt 12 Seiten und dasUnterhaltungsblatt".