Einzelbild herunterladen
 

zugleich

Immer ist Geburt

gibt."

und

dir wir

Beginn, sind wir Mütter

verwandt, sind.

Ende

Erde, weil

Mutter im Ahrenfeld.

Wenn das Korn die Halme beugt, rauscht das Ahrenmeer:

Leicht weht dürres Gras im Wind, Fruchtbarkeit ist schwer.

Was ich ohne Worte weih, trägt denselben Sinn.

Unser aller Blut umkreist Heimat, Brot und Kind.

Der du Erd' und Himmel hältst, nimm in deine Hand, was den Kindern einst gehört: unser Haus und Land!

H. W a g e n i tz.

,3um Beispiel?"

„Opseriähigkeit, Liebe zur Heimat, schöngeistige Freude, die nicht Snobismus ist, und meinen Sie nicht: Ideale über Liebe und Ebe! Das ist das neue Deutschland.

Und warum geistern Sie in der Welt umher, wenn tote hier alles sinden können, was Ihnen zusagt?"

(Fortsetzung folgt.)

von der Schulter gelöst wurde. Das Gras hinter der Mauer ist kalt und nah.

So steht der Sergeant leise auf, steigt über die schlafenden Kameraden hinweg und wandert durch das Gemäuer des Shah Nujeef, um einem Toten den Mantel abzunehmen. Aber dies haben schon andere getan, und die Gefallenen liegen stumm und reglos an den Mauern.

Aber vielleicht haben die Sepoys noch einige Wolldecken zurückgelassen, vielleicht findet man sie in der grohen Moschee, vor deren mächtiger Tür nun die Soldaten am brennenden Lagerfeuer schlafen! Forbes-Mitchell greift nach einer Öllampe, stöht die Tür auf und geht langsam in das dunkle Gewölbe der Moschee hinein.

Dunkelheit und Stille umfangen ihn, er hält die trüb brennende Lampe hoch über den Kopf und späht vorsichtig umher — erst vor ein paar Tagen ist ein Kamerad in einer Moschee hinterrücks von einem verborgenen Sepoy Über­fällen und erstochen worden.

Die Moschee ist leer. Da sind weder Decken noch Gewänder, in die man sich hüllen könnte . . .

Aber da, dicht vor dem großen hölzernen Standbild Mohammeds öffnet sich ein zweites mächtiges Gewölbe: die Grabkammer der Könige von Dube!

Der Sergeant schreitet . leise hinein, sein Schalten wandert gespenstisch Uber die dunklen Wände. Plötzlich stöht sein Fuh an ein Hindernis, Forbes weicht nach der Seite aus und tritt um so tiefer hinein — ein vier oder fünf Fuh hoher Haufen Sand scheint es zu sein. Beim Weilergehen walet der Sergeant bis an die Knie durch diesen seltsamen Sand.

Er hält die Lampe tief herab, um zu sehen, was er da eigentlich fühlt, und wird für lange Sekunden gelähmt vor Entsetzen ... ,

Das — das ist fein Sand, der den Boden der Gra-b- kammer in großen Haufen bedeckt, sondern — Pulver! Der Seraeant steht mitten in der Pulverkammer des Feindes! An den Wänden stehen dreißig Fäller, die ebenfalls mit Pulver gefüllt sind, und an der rechten Seite liegen mehr als hundert achtzöllige Bomben, alle scharf geladen und mit Zündfäden »ersehn, daneben befindet sich ein ganzer Hausen von Lunten und Zündlichtern!

Und mitten im Pulver, das ihm bis an die Knie reicht, steht Sergeant Forbes-Mitchell und hält in seiner zitternden Rechten eine offene Öllampe. Schon neigt sich der fchwelenlw Docht, das rot glimmende Ende muß gleich unweigerlich ins Pulver fallen, in der gleichen Sekunde wird der ganze Shah Nujeef mit fünfzehnhundert Mann des 93. Regiments .in die Luft fliegen . . .!

„Das Haar sträubte sich mir buchstäblich", fojd)reibt Forbes-Mitchell später in seinen „Erinnerungen . »ich fühlte, wie es mir die Federmutze vom Kopf hob. Meine Knie zitterten, und trotz der kalten Nachtluft suhlte ich, wte der Angstschweiß, mir das Gesicht und die Beine herab lief. Ich hatte weder ein Stück Zeug noch em Taschentuch um die Flamme zu ersticken. Mit Gedankenschnelle hielt ich meine Hand unter die sich herabneigende Flamme des Lampen­dochtes und erstickte sie mit entschlossenem Griff, sie so sest- halten wandte ich mich langsam der Tur zu und ging mit schlotternden Knien hinaus..."

Erst als der Sergeant unter freiem Himmel steht, wagt er die Hand wieder zu öffnen — fle i(t eine einzige Brand­wunde, er versucht, die Schmerzen mit öl aus seiner Lampe zu lindern. Aber dann bemerkt er das 'vstig f ackernde Feuer vor der Moschee, an dem die ahnungslosen Soldaten schlafen, ein kühler Wind treibt die Funken »on dem, knisternden Holz weit durch die Lust . . . Dieser Anblick laßt ibn alle

kauvtmann Dawson knurrt wütend, warum man ihn nicht schlaftn laste Aber der Sergeant reißt ihn erbarmungs- 105 ^fietr Hauptmann, die Erabkammer in der Moschee ist voll'Pulver! Und dicht davor brennen die Feuer!

Ein paar Minuten später gellen Trompeten. Die Männer fahren hoch. Alarm!

Die Feuer werden gelöscht. Alle Lampen zersplittern unter den Kolben der Soldaten. Dann holen sie Pulver und Bomben aus der Moschee, laben sie auf Proviantwagen und fahren die gefährliche Beute nach der Etappe ab. Das los«

Semmelchen, Mürbehörnchen, gebackenen Eier mit Schinken, an den Kaffee mit dicker Sahne, Butter, Honig,JUlarmelabe, Gelee an alles, was der Begriff „Frühstück" bei der verwohn­ten Welt bedeutet, daheim, wie in den großen Hotels.

Sie waren sehr fleißig!" lobte Earl. „Welch famoses Mädel wären Sie geworden, wenn Sie atm waren!

„Ho, halten Sie mich nicht für ein famoses Mädel?" sagte sie staunend. „.

Nun war die Reihe an ihm zu staunen, »^ber sicher nicht! Sie sind eine entsetzlich launische Dame, die kraft des Reichtums ihres Großvaters sich erlaubt, o>e Meisichen hoch­näsig oder ungezogen zu behandeln, je nach ihrer Stimmung. Und das ist für eine Frau das Häßlichste, was es gibt, un­freundlich, unbeherrfcht, heftig zu fein!"

„Wie ausnehmend rücksichtslos Sie sind .jagte sie nut zuckenden Lippen. „Es ist nicht leicht eine Erbm zu fein und schon dadurch an sich selber zweifeln zu muffen, ^ch bat ja deshalb Ehatlie, mich überall als arme Lehrerin vorzu­stellen, und reiste bloß mit meiner alten Centy, statt mit dem gewohnten Troß von Sekretären und Zofen."

Aber Sie wohnten im Claridge, fuhren einen hoch­wertigen Wagen, prunkten in Toiletten, die das ^ahresein- kommen einer Lehrerin für das halbe Leben veuchlungen hätten. Nein, Schwesterlein. Sie wollten das »eftauntfem und den Hochmut der Dollarprinzefsin gar nicht wirklich auf- qeben. Ob das innere Bescheidenheit ober das Gegenteil ist, müssen Sie selber wissen: das Resultat bleibt dasselbe. Mtt- fliftjnaer «n^ die jelber> mie ich da bin, für absolut

Ei fcflte seine Rechte unter den Schulterriemen des Ruck­sacks und sah sie von der Seite an. . m .

So wie Sie eben sind, Lilian, sind Sie reizend! Reu zender als ich Sie jemals bisher sah. Denn Sw haben mich angehört, ohne grob geworden zu sein. Ganz sicher steckt ein guter Kern in Ihnen, den die glitzernde Schale sonst ver- bCdt'31un lächelte sie schelmisch. „Gott sei Dank, daß Sie auch einmal nette Sachen sagen können Bruderlein' Einweb liches Wesen kann ganz ohne Süßigkeiten doch nicht aus- kommen. bißchen Candy- oder Ingwer-Schokolade.

Nur "nicht in Mengen, aber, Lilian, Schwesterlein -, flirten dürfen Sie setzt nicht mit mit! Das ist nicht fair!

„Oh! Warum nicht?" . _ m .

,Erstens mal, weil eine Schwester nicht mit ihrem Bruder flirtet, und zweitens mal, hol's der Kuckuck: Sie baben sich doch Finger und Lippen genügend verbrannt, sollte ich bCnU,lßte schade! Ach, sehen Sie bloß wie entzückend dieser kleine Dampser ist! Wollen wir eine Strecke zu Schift sahren. Oder ist es zu teuer?" , ,,

.Zweiter Klasse, einige Stationen, das kriegen wir schon. Dafür pflücken wir wieder morgen irgendwo Obst.

An der Landebrücke erfuhren sie, daß letzt der Schnell­dampfer käme und danach ein anderer, der billiger sei, der biedere Packträger, der die Auskunft gab, meinte: JRemme Se not das anner Schiff, da fpare Se beinah eine Mark un zwanzig. Loffe Se die verrickte Engellanner die bene Preise ^Lilian stanb am Eelänber und betrachtete die ,,ver- rickten Engellänner" in der ersten Klasse des Schnell- bampfers,' wie sie unter dem Sonnendach saßen, mit ihren roten Reisehandbüchern, seidenen Strümpfen, hochhackigen Schuhen, bunte Schirme und kostbare Ferngläser ,n Händen, flüchtig über das „Volk" da unten wegsehend.

„Von diesem Platz lernt man nur d,e eine Seite der Welt kennen, sagte Earl lächelnd. „Haben Sie Sehnsucht

„Augenblicklich nicht. Ich bin außer mir vor Stolz, Geld zu sparen!" lachte sie. , . ,

Und dann suhren sie mit dem billigen Dampfer in der billigsten Klaffe den Rhein entlang. . . .

Lilian kam sich wiederum wie eine entthronte Königin vor. Kein Mensch beachtete sie. .

Sie war eins der vielen hübschen Mädchen, gewiß, dem mancher kecke, bewundernde Männerblick zuflog, aber sie war es doch gewöhnt, überall Aufsehen zu erregen, staunende, neidisches begeisterte Mienen zu genießen!

Beim Hin- und Herwandern auf Deck, um alles Schone -u beiden Seiten der rebenumsponnenen Ufer mit den reizen­den Dörfern, stolzen Burgen, lieblichen Gärten, zu betrach­ten wollte sie die Treppe ersteigen, die zu der ersten Klasse führte als der Fahrkartenkontrolleur sie schnöde wegwies: Fahrgäste zweiter müßten unten bleiben. Schon stieg Zornes-

röte in ihre Wangen und im Begriff, heftig zu werden und nach ihrer Geldbörse zu greifen, fiel ihr ein daß sie ja gar kein Geld bei sich hatte! Und schon begegnete ihr verdunkelter Blick dem lächelnden Erauauge ihres Begleiters.

Schmerzt der verlorene Nimbus, Lilian? Ware es wirklich so wichtig, diesem Manne dort zu beweisen, daß Sie etwas anderes sind, als eine schmalbörstge Sommer­wanderin?" ' , , , „

„Es ... es ist dumm, natürlich, aber doch unangenehm , flQb ^,Jch hörte mal ein Vöglein zwitschern daß Miß Miller um ihrer selbst willen, ohne des Vaters Keldschrank bewertet sein wollte." , .

Ehe sie antworten konnte, vernahmen sie beide von dem Aussichtsverdeck der ersten Klasse über sich englische Sttrn- men: „Sieh doch, Corah, dies kleine Mädel da unten m dem Leinenfähnchen, sieht es nicht Lilian Miller ähnlich-' Die wir bei Mary Bush trafen?"

,Wo? Die dort? Aber nein, wenn Lilian Miller so hübsch wäre, könnte sie froh sein. Die würde ohne ihre Be­malung greulich aussehen! Übrigens eine unangenehme Person, die Miller, so eingebildet auf ihres Erogvaters Geld, und immer fo auffallend und lächerlich aufgetakelt."

„Mary mochte sie gern", meinte die erste Stimme

„Ja, Mary! Die ist auch kein Snob wie d,e Lilian. Aohh, schon wieder eine Ruine! Ich wünschte, wir hatten den Rhein schon hinter uns, ich bin lieber in einer großen Stabt, wo man was Nettes laufen kann "

„Da weih ich ja, was ich bin, ohne ben N'mbus von Großvaters Gelbschrank", sagte Lilian mit bebenbem Mund, und kehrte nach ihrer überfüllten zweiten Klasse zurück. „Das war Corah Manners, die mich in Paris mit Schmeiche­leien überhäufte, und Miß Gateway."

Sie kam sich sehr unglücklich vor. Was ist die ent­zückendste Landschaft, wenn man selbst nur als nebensächliche T^Doch als bie Stimmung auf dem Rheinschift mit den ge­leerten Weinflaschen sortschritt und fröhliche Lieder ertönten, warf Lilian ihre Kränkung in die glitzernden Weilchen und dachte mit leichtem Trotz: warum soll ich nicht vergnügt fern, wegen dieser Gänse da oben? Und sie ergriff das Glas mit dem goldgelben Wein, das Earl vor sie gestellt, und das ste zuerst empört weggeschoben, hob es ihm entgegen, wie sie es von den anderen sah, und lächelte: „Prosit. Sagt man nicht so? Aber eigentlich ist es Verschwendung, meinen Sie

„Nicht immer ist Verschwendung, wenn man sich etwas zugute tut", erwiderte er bedächtig, indes seine Augen lach­ten. „Genuß ist ebenso nötig zum Leben, wie zeftweife Ent­behrung. Außerdem habe ich vorhin dem Kapitän einen Dienst erwiesen, der mir bare zehn Mark eintrug!

„Wie brachten Sie das fertig?“ . „

„Nichts Besonders. Ein spanischer Passagier schlug Krach wegen eines angeblich abhandengekommenen Gepäckstückes, zufällig kannte ich den Kunden von früheren Reisen her, als Hochstapler, der sich von den Ersatzgebühren sogenannt ver­schwundenen Gepäcks ernährt. Na, da brachte ich die Sache Ul ^©loftartig, Sie scheinen sich niemals minderwertig vor- zulommen, wenn Sie lein Geld in der Tasche haben?

Wie sollte ich? Bin ich ein anderer, wenn ich ein Bank­konto besitze? Ein anderer, wenn ich mir meinen Unterhalt verdiene? Nicht, daß ich der Armut ein Loblied singe, sie ist oft der Keim des Bösen, muß es fein, denn sie stumpft den Menschen, sobald sie mit Hunger vereint ist, ab gegen Hohes und Edles! Aber tausendmal lieber arm sein, als tm Über­fluß ertriulen. Für mich hat nichts, was ich mir einfach laufen tann, soviel Wert, wie das Selbsterrungene/

„Sie sollten Volksredner werden, Earl", sagte ste, ver­wirrt unter seinem Blick.

„Das hieße, offene Türen einrennen. Das deutsche Voll weiß, was ich predige. Nur die, die ich Luxusmenschen nenne, die wollen noch immer nichts davon wissen. Die Amerikaner sind darin die Schlimmsten." „ .

„Oh, Europa scheint mir genau so vor dem goldenen Kalb zu tanzen wie die Yankees!"

Nein, Lilian, es leben noch alte Begriffe, nainftch bie Gewißheit, daß es außer dem Geld noch andere Lebenswerte

Der Tod von Nnjeef.

(Eine unheimliche Episode aus dem indischen Aufstand.

Von Oskar G. Foerster.

ttber Indien lohte im Jahre 1857 die Fackel des Auf­standes, Unzufrieden mit den britischen Herren, die ihre religiösen Traditionen und ihre heiligsten Bräuche miß­achteten, standen Hindus und Mohammedaner, einig zu­sammen; die eingeborenen Soldaten kehrten ihre Waffen gegen die weißen Offiziere um, Sepoys und Mahratten sammelten sich unter der Führung des Fürsten Nana Sahib zum Kampf um Indiens Freiheit. Delhi wurde in kühnem Ansturm erobert, die britischen Garnisonen fielen in die Hände der Aufständischen, mit ihnen riesige Waffenvorrate, Kanonen, Bomben, Pulvermagazine.

England warf seine besten Regimenter nach Indien. Der Krieg wurde auf beiden Seiten mit furchtbarer Grau­samkeit geführt; an mehreren Orten ließen sich britische Offiziere dazu hinreißen, Tausende wehrloser Frauen und Kinder abschlachten zu lassen. Die Aufständischen rächten sich durch gleiche Grausamkeit. *

Im Herbst 1857 marschiert das 93. Hochländer-Regiment gegen Lucknow, dessen Besatzung von Ifet Übermacht der Auf­ständischen eingeschlossen ist. Es ist -in berühmtes Regiment das sich schon im Kriemkrieg und in Abessinien durch seine Bravour ausgezeichnet hat. Große, kräftige Bergschotten mit wehenden Faltenröckchen und hohen Federmutzen, die Dudelsackbläser voran, marschieren von Kalkutta aus ins Innere.

In der Provinz Dube kommt es zu den ersten blutigen Kttrnnien Eine Festung, von den Engländern ausgebaut Man o°n b-n Sepoys erobert, sperrt ben Schotten den Weg: der Shah Nujeef, ein kleiner Drt, von bicken Mauern umgeben und von einer mächtigen Moschee überragt, tn bet sich die Gräber der alten Könige von Dube besinben.

Nach schweren unb verlustreichen Kämpfen erobern bie Dreiundneunziger Nujeef. Der Gegner zieht sich im Schutz der Dunkelheit hinter den Fluß Goomtee zuruck. Sir Colin, L Kommandeur des Regiments, stellt Wachen aus unb aewäbrt dem löblich erschöpften Regiment Ruhe. 3n ben verschossenen Hütten und Befestigungsräumen, an Lager­feuern und in ben Priesterwohnungen ber alten Wallfahrt^ tätte werfen sich die Soldaten auf den B°ben, hull-n stch in ihre dicken Mäntel und schlafen .. ., Nur die Moschee bleibt leer. Schotten sind abergläubisch niemand gehret es neben ben ©rabtammern ber alten Könige eine Nacht z verbringen. *

Der Sergeant William Farbes-Mitchell finbet feinen Schlaf Di« Nacht ist bitter kalt, unb der Sergeant hat im Kampf seinen Mantel eingebüßt, ber durch einen Säbelhieb