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WiesbaÜMrTaablatt

Druck und »erlag: Ms

_ . e- Sch-llrnberg'sche Buchdrucker«! ,.XaOMt.,______

Erscheinungszeit:

Nr. 162.

Freitag, 14. Juli 1939,

87. Jahrgang.

Nach München unterwegs

T Schnellzuges fliegt Bild an

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preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten^ Spalte^m " «"teil M ? 2n. Anzeigenteil Grund. Nachlässe nach Preisliste Nr 6 sonst laut Preisliste Nr. «,

Plätzen wird keine Gewähr übernommen^*? bestimmten Tagen und Grggere Anzeigen masset spä^t^^nen

6 Ausgaben

Unterhaltungsbeilage.

i ?,° -?un diese englischen Agitationsflüge also wirkunqs- ws bleiben, ,o hält es London für erforderlich, auch die für derartige Zwecke einzusetzen. Nach Mittei­lungen, die Chamberlain gestern im Unterhaus machte wer- den .nämlich 12 OOO Marine-Reservisten für 3,m..e 1 Monate efnberufen und es werden für diese Jett auch die sonst nicht im Dienst befindlichen Reserveschiffe der englischen Kriegsmarine bemannt. Bei den Einberufenen handelt es sich um Männer, die sieben Jahre aktiv gedient

Wöchentlich

mit einer täglichen

ü drefte

rfa-f es 3*ur Krönender Iahres^it

b^lhglütkte Einschüchterungsversuche

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner S ch r i ft l e i tu n g.)

Die Spatzen werden erschrecken." I

_ 3S; 14. Juli. Die englischen Einkreisungs-

PfA*11 1 VIten £s ""ch weiterhin für erforderlich, sich selbst und ihren Freunden durch allerlei mili-

.. Sch«Il«uberg'sche Buchdrucker«!,Tagblatl-Äaus" Symttpre<i)er-SmTOTteI.fc. 5963L Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Pvstsche«onto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

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<mf Rückzahlung des Bezugspreises.

unb sich für weitere fünf Jahre Übungen verpflichtet fluten, sowie um sogenannte Pensionäre, die eine 22jähriae Dienstzeit in ter englischen Kriegsflotte hinter sich haben. Als die ^englische Flotte in der sepxtemberkrise des vorigen wahres mobilisiert wurde, wurden 30 000 Reser- ^^a^^'währenddie Gesamtzahl der Reservisten etwa 60 000 betragt. Die Reserveflotte ist seit 1924 nicht P!c?r den Dienst gestellt worden. Daß es sich auch bei dieser Maßnahme um eine Stimmungsmache handelt, liegt klar auf der Hand. Auf uns macht das genau so wenig Eindruck wie die Agitationsflüge britischer Bomber.

Es ist wahr, daß Eie die Italiener zum Bundesgenossen haben. Aber die Italiener find knappt an Rohmaterialien und haben keine große Widerstandskraft usw. (Es erübrigt fick, auf die weiteren Beschimpfungen der Italiener in diesem Pamphlet einzugehen).

Zudem, wenn der Krieg vorüber ist, was wird dann ge­schehen? Zunächst wird es einen Friedensvertrag geben mit dem verglichen der Vertrag von Versailles 'ein Kinderspiel ist. Je mehr ich über diese Dinge nachdenke, desto stärker komme ich zu dem Ergebnis, datz Menschen wie

Der Durchschnittsengländer sei entrüstet über die starre Art', in der die deutsche Regierung das Abkommen von München verletzte, so datz er immer mehr zu der über- zeugung komme, datz die deutschen Führer, wenigstens *?Äen P» ©oeb6els und Himmler,ganz un- moallchee Menschen" seien, mit denen man nie irgendwelche Abkommen treffen könne, die gehalten würden.

.-:?ch nehme an", so fährt er wörtlich fort,datz es schreck- Ilch für Sie..klingt, aber ich mutz Ihnen sagen, datz H i t l W o r t heute in England recht geringen Kurswert hat. noltoh* StA Art*;« t V -r- v . ~ n~ - <,

Der Brief an dielieben deutschen Leser".

Dieser also beauftragte Herr Stephen King-Hall wendet stch nun in fernem Brief an denlieben deutschen Leser" und igÄ britischer Marineoffizier von 1906 bis

1928 m der Kgl. Marine gedient hätte. Danach will er

A- ,i)erE.. wissenschaftlichen Forschungsabteilung des Kgl. Instituts für auswärtige Angelegenheiten gearbeitet haben und sei, rote er selbst mitteilt, zumKandidaten" für das Parlament ernannt worden. (Leiter verschweigt er von wem).

. ®or drei Jahren habe er diesen Nachrichtendienst an- gefangen. der jetzt schon 40 Leute beschäftige. In Paranthese «in? ^uzugefugt, datz das Personal dieses Dienstes nur fünf Tage rn der Woche arbeite und einen Monat bezahlte Ferien bekäme Diese Übung verbreite sich in Grotzbritannien immer mehr. Herr King-Hall betrachtet seinen Nachrichten- dienst als eine privat geleitete öffentliche Ein- richtung und will dem Publikum von der Tagespresse und anderen Einflüssen völlig unabhängige Informationen geben.Warum schreibe ich Ihnen nun", so fragt er den Empfänger des Briefes, ich schreibe deshalb, roeil' ich den Frieden ro 11 l."

Herr King-Hall verbreitet sich dann in längeren Aus­führungen über seine Kriegserlebnissc und stellt fest' Ich werb also, wie der Krieg aussieht. Ich bin jetzt ein Mann von 46 Jahren mit drei Kindern, und ich will den Frieden wenn ich ihn unter ehrenvollen Bedingungen haben kann' Ich frage mich nun, ob wir den Frieden haben werten. Ich

< le$r daran. Ist will nicht sagen, datz wir unbedingt recht haben, müssen. Es mag sein, datz wir unrecht haben. Aber es ist wirklich wichtig, datz Sie wissen, was wir für wahr halten!"

.»LML «tSSÄ?»ZA jum Angriff geben wird, wenn alle Stricke reisten und t?h n V - "h ??.rd,te datz Goebbels und Ribbentrop wichtige Informationen vorenthalten Ick nfnnte nfi««

r. Der Brief schließt mit der Aufforderung einmal selb­ständig nachzudenken, den Brief mit Freunden zu besprechen

^enene 0115 Bemerkungen hierzu an Herrn King-Hall Nehmen Sie kein Blatt vor den Mund wenn Sie nnt- t.ICt mochte wissen, worin ich nach Ihrer Meinuna unrecht habe und worin Sie mit mir einer Meinuna sind^ M>t den besten Grützen Stephen King-Hall." S BofjWi waren schon immer überzeugt, datz die britische »eviel Skrupel betrieben wird und waren deshalb über dieses allerdings dankenswert blöde M a ch - werk nicht sehr erstaunt. Wir fühlen uns aber ver-

OT5 deutsche Volk darüber aufzuklären wie die

Tnf^ÄÄterr Dr. Goebbels nimmt auf Grund der Tatsache, datz dieser Brief tn offiziellem Auftrag verfatzt und

(F o r t s e tz u n g a u f S e i t e 3.) I

Wo r t heute in England recht geringen Kurswert hat. Es besteht nicht die geringste Aussicht dafür, datz Grotzbritannien irgendwelche Konzessionen an Deutschland macht, bevor das Vertrauen tn Deutschlands Wort wiederhergestellt ist.

o l o n t e n auszuhändigen nach dem, was in Prag ge­schehen ist, ist einfach keine praktische Politik."

,.^orr King-Hall behauptet, datz in vielen Punkten die Politik Deutschlands ja völlig unverständlich sei. Er will glauben machen, daß bis zumRaub der Tschechei" die ganze Frage oer deutschen Kolonialansprüche in Großbritannien ernsthaft erörtert worden sei. Die deutsche Regierung be­haupte jetzt, datz Deutschland eingekreist werte. 'Das geschähe allerdings, wenn Deutschland politische Probleme mit Gewalt lösen und anderer Völker Gebiet rauben wolle. Für England sei ein wohlhabendes Deutschland ein Aktiv­posten für den Welthandel.

Der Briefschreiber erörtert dann die Fruge ter Er- folgsmö glich ketten eines Krieges und versucht den Leser mit dem Kriegseintritt Amerikas, der Blockade usw. einzuschüchtern. Er rät uns, von den Engländern Außenpolitik zu lernen und bietet uns an, wir wollten den Engländern unser Organisationstalent, z. B. auf dem Gebiete des Straßentransports, zur Verfügung stellen. Er fährt dann wörtlich fort:

Bedanken zumTag der Deutschen Kunst".

(Von unierm nach München entsandten Schriftleiter

Dr. H. Reichert.)

5eiteIteraXe ^m großartigen Erlebnis ter

luAaÜ r-r0er -tterchHsektsvrele. seiner Reubsvreslekonferenz unb 'MM Sommernachtstraum. Run toll es meiter geben einem eines Dichters, fondeln der Tiefe eine^

entgegen 5 ?»Wirklichen Sommernachtstraume

fcie teoorikhpn ^e>ÄU;0e Men im Zeichen der schönen Tage.

elfen, und die sich alle zuiammen nennenTag !»< J Kunst . Morgen um diese Zeit werde

^olVenbura" Ä^sen des In- und Auslandes bereits in der Dr! D i e t r i ch find 1011 ®a|te öes Reichspressechefs nt~ dem Fenster des Schnellzuges fliegt Bild an Dort «Äon zimmer wieder die Arbeit in allen Formen, fletrunfpnhnhLn ne-n S?8g!t der Felder die ihren Schweiß WM»

M konnte m diesen strahlenden Tagen des Hochsommers L^h täCnnhe hü110®10'* ? He?-Sportes fein, in dem die

-p T11 a) t uno bas Nechk bes flctRtnen Volkes * ** " ^euti&Ia'nhgFhni?6^?' 65 irt bezeichnend T)eut!chlaiid Adolf Hitlers, daß es zur Krone der Iabresseit mnN^^-^^Eelvunkte der Feste macht die K u n n iäzir woiien wieder^ wo wir to oft zu Boden auf die Arbeit sahen, nach den Sternen schauen, die auch ihren Sinn haben Sicher' die heroische Haltung des Willens, die Schicksalsbejahung und geistim ML^^"'^°-b Blutes mit aUTn SnlgeÄn Hnb e r fl e fl t unk t r ö n t Mafien uns. Aber die Kunst

Deutschland hat von früh an in weiten Abständen immer Es fit faeinl0&2^n5hfertehn "er Kunst Gefallen «füntem « A sm.?11; daß der deutscheste aller Tondichter, daß

SBagner das erhaben-heitere Werk seines Lebens- d^utÄ^n 'm? C-nletn ^wlcken Fest gipfeln läßt.Ehrt Eure Mtfichen Meuter, dann bannt Ihr guten Geister!" singt

Sachs aui der Nürnberger Festwiese zwischen wehenden !*nh .und unter dem Nachssall eines neuen Preisliedes - und die Verwirklichung dieses frommen Munfches des Vans Sachs, des Schuster-Poeten von Nurnberg, will auch derTag der Deutschen Kunst 1939 sein, m? n >?"^en steigt eben das Wunderwerk des Ulmer Sromickt-iio empor. Ist das nicht die Überwindung der Das gewaltig angesammelte Mauerwerk wird schwerelos und lichthait gemacht. In der Fülle der Formen Ucken Zinsen ist hier die Liebe zur uneno-

-lLaKn Tinlle. Richtig, das ist s. So ist derTag ter Deut­schen Kunst.Der Mensch lebt nicht von Brot allein", so

In England aber glaubt man wohl eine solche Stim­mungsmache notig zu haben, denn die Dinge entwickeln sich vielerorts wesenrlich anders, als man es sich in London und garis wünscht. Die Befprechungen des Grafen Ciano mit General Franco und die Einladung an General Franco tm September Italien zu besuchen, haben in London und Aarts Unruhe und Nervosität ausgelöst, obwohl ja die enge Verbundenhett zwischen Spanien und Italien für die Demo­kratien kaum eine Überraschung fein dürste.

Ferner empfindet man eine Note, mit der Italien gegen das Sandschak-Schacherge schäft Einspruch erhebt, als recht unangenehm, zumal man glaubt, daß sie nicht ohne Rückwirkung auf die Araber bleiben wird, die erkennen müssen dag das Heer ihres jahrhundertealten Bedrückers nämlich der Türkei, wieder den Vormarsch gegen die ara­bischen Lander antntt. Daß die italienische Note ferner hie Fräse der Mandate grundsätzlich aufroirft über den Rechtsspruch im Sandschaffall hinausqeht berührt London und Paris nicht weniger unangenehm zu- mii 3£a!tC? -In lewer Note sehr deutlich zu versteben ge­geben hat, daß es nicht beabsichtigt, dem M i tz b r a u ch d e r Mandate durch die Einkreisungspolitiker p a s s i p z u z u - schauen. 11 4

karische Matzchen Mut zu machen. So soll der nächste Agitationsf lug britischer Bomber bis östlich Mar- !,erlles fuhren, d. h. bis dicht an die italienische Grenze teran. Wenn man tn London geglaubt haben sollte, damit Eindruck auf Italien machen zu können, so belehrt ein Blick jn die italienische Presse die Engländer, datz sie sich auch diesmal verrechnet haben. DasEiornale d'Jtalia" bei­spielsweise versieht die Meldung von dem geplanten Aqi- tationsflug ter englischen Bomber mit der Überschrift-Die «patzen werden erschrecken". Zugleich führt die italienifche Prefle den Engländern zu Eemüte, datz es die italteniicheuftroaffe war, die zuerst Massenübunqsflüqe veranstaltete und datz schon vor 10 Jahren Valbo einen alanzend verlaufenen Massenflug nach Amerika durchführte Im übrigen so wird hinzugefügt, seien die italienischen «omber und Jager zeterzeit, wenn es notwendig sein sollte, in der Lage, London zu erreichen. Die Mächte des Stahl­paktes seien deshalb durch solche Mätzchennicht zu be- e i n f l u s s e n und nicht von ihrer Politik abzubringen, die für eine wahrhafte internationale Gerechtigkeit

Britisches Pamphlet am Pranger.

Das Foreign Office unsterblich blamiert

® - ut'hkÄt »l* ,ä « «»>-!!«-<.b.

umzu versuchen, das d e u t s ch e V c l k geq e ns e ine ®ncfe find geschrieben worden,

britischen Bemühungen bisher keine Beachtung geschenkt, da sie uns « ?Sckerlick SBi'*?aben« "iesen

Neuerdings liegt wieder ein in großer Anzahl verbreiteter Rri-1 -l"? J ««wichtig er,chienen.

der »n einer selten dummdreisten k tephen King-Hall vor.

deutschen Volke eine defaitistische Stimmung zu eneuaen ^Auaellckt« Leser" anzugehen, um so im

sonders vielen Exemplaren nach Deutschland aelckickft"mn".'f>- ber Tatsache, daß dieser Brief in Se­gen nach der eigentlichen ll r?e b e r 7ch° f t °ang steM de?en'Eraeb7is^e 'A^0" "°here Erkundigun- Besonders gut unterrichtete und einaeweibte KreA hAIL t l !jenb war.

Soll garnicht der Privatmann ist, für den er sich ausgibt 6 sondern"^»» ^^gestellt, daß Herr Stephen King- gegründeten, unter der Leitung oo 8 s«* Dienste der »en­de s goteign Office steht, und daß der enalttcke °gandaabteilung

teefen Brief kennt, sondern sogar bei seiner Abfassung Pate gestanden hat? 9aItfs persönlich nicht nur