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Seite 4. Nr. 161.

Wiesbadener Tagblati

Donnerstag, 13. Juli 1939.

Wiesbadener Nachrichten.

Pimpfenlager in der Jugendherberge.

Eltern, überzeugt euch von -em Wohlbefinden eurer Jungen.

Die 10= und 11jährigen des Jungbannes 80 werden, wie wir bereits mitteilten, in drei Kurzlehrgängen in der Wies­badener Jugendherberge im Rahmen der Fahrt- und Lager­arbeit 1939 erfaßt. Bleiben unsere jüngsten Pimpfe nur drei Tage im Lager, so verbringen die 11jährigen fünf Tage in der Lagerkameradschaft. Besondere Bedeutung hat das Lager für die Jüngsten, gilt es doch für sie, hier ihre Pimpfen­probe abzulegen. Was dabei alles verlangt wird? Zunächst einmal, daß der ganze Kerl zackig und ordentlich auftritt. Dann muß er beweisen, daß er auch auf dem Gebiete des Sports durchschnittliche Leistungen vollbringt. Verlangt werden dabei 60 Meter Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf. Der Zehnjährige muß das Horst-Wessel- und HJ.-Fahnen- lied und die Schwertworte kennen. Voraussetzung für die Zulassung zur Pimpfenprobe ist die Teilnahme an diesem Lager. Wer dann alle Bedingungen erfüllt hat, wird end­gültig als Pimpf ausgenommen, und darf als Zeichen des wehrhaften Jungen den Schulterriemen tragen. Die Abnahme der Pimpfenprobe ist also das Ziel dieses Lagers für die 10jährigen Pimpfe, während die 11jährigen auf die Abnahme des Leistungsabzeichcn im nächsten Jahr vorbereitet werden.

Für 11 Tage haben unsere Pimpfe nun Wiesbadens schöne Jugendherberge belegt. Peinliche Ordnung herrscht im ganzen Lager. Am Eingang des Lagers weist uns eine Wach­mannschaft zur Anmeldung. Und nun sind wir im Lager drin. An der Befehlstafel machen wir uns mit der Organi­sation und der Lager-, Stuben- und Wachordnung vertraut. In dem großen Tagesraum ist gerade das Lager zu frohem Gesang versammelt. Wir gehen' von Stube zu Stube, von denen jede einen verpflichtenden Namen, wie zum Beispiel Leuthen, trägt. Einwandfreie Ordnung herrscht in den Stuben: sauber liegen die Decken auf dem Fußende der Betten, ausgerichtet stehen die Turnschuhe und Kochgeschirre auf dem Boden, und säuberlich hängen die Kleider über Kleiderbügeln an den Wänden.

Und dann sind wir mit den Pimpfen zum D i e n st - -betrieb hinausgezogen. Äußerst vielgestaltig ist er, Sport und Spiel, Geländedienst und Ordnungsdienst wechseln in bunter Folge. Besonders hoch geht's beim Sport her. Wenig Rücksicht und Schonung erfahren dabei die eigenen Knochen, und eine Schramme am Bein oder Arm ist kein Grund zum Heulen. Die Hauptsache ist, der eignen Mannschaft zum Sieg zu verhelfen. Den Höhepunkt des Eeländedienstes bildet ein Geländespiel im Rahmen eines Tagesausmarsches. Am letzten Tage wird dann die Pimpfenprobe abgenommen. Die Pimpfe bleiben aber nicht dauernd im Lager, sondern gehen auch

vom Lager aus VA. Tage auf Fahrt in ein Taunusdorf. Sehr vielgestaltig ist also der Dienstbetrieb und keine Langeweile kommt auf.

Für die gesundheitliche Betreuung ist auch bestens gesorgt. Das Lager steht unter ständiger Aufsicht des Jung­bannarztes, der auch darauf achtet, daß die Jungen im Dienstbetrieb nicht überanstrengt werden.

Allen Eltern ist Gelegenheit gegeben, sich von dem Wohlbefinden ihrer Jungen zu überzeugen und einen Ein­blick in den Lagerbetrieb zu nehmen. Es ist dies aber nur an den festgesetzten Elternbesuchtagen möglich. Der nächste Elternbesuchtag ist am Freitagnachmittag von 14—17 llhr. Auch hier geht es lustig zu. Unter den Pimpfen sitzen die

Fröhlicher „Reiterkamps" auf blühender Waldwiese.

(Photo: Jgb. 80.)

Eltern und singen mit ihnen zusammen die Lagerlieder und lachen über den lustigen Lagerbetrieb. Ja, und dann geht es sogar zusammen auf den Sportplatz. Die Sensation des Lagers ist dann das Tauziehen der Väter gegen die Lager­leitung. Wie es ausgeht? Wer gewinnt? Das wollen wir nicht verraten. Kommt selbst, und macht mit.

So geht es also unseren Pimpfen gut und geschafft wird auch etwas. Und wenn dann am letzten Lagertag die Flagge eingeholt wird, gehen sie alle mit dem stolzen Bewußtsein, ein Erlebnis reicher zu sein und ihre Pflicht erfüllt zu haben, nach Hause. hks.

Appell des Jungbannes 80.

Alle Teilnehmer an der Groß fahrt des Jung­bannes 80 nach Eger treten am heutigen Donnerstag um 20 Uhr auf dem Voseplatz zum Appell an.

Buchfink-Invalide.

Zwischen den Tischen der Gartenwirtschaft draußen im Wald hüpfen, wenn die Mehrzahl der Kaffeegäste sich ver­laufen hat, Vögel emsig pickend einher, suchen nach übrig- aebliebenen Kuchenkrümeln auf dem Boden, Meisen, Finken, Rotschwänzchen und Bachstelzen. Manch hübsches, lustiges Bild läßt sich dabei beobachten. Da wippt ein kecker Flug auf der Stuhllehne, wagt gar den schnellen Sprung zu einem verladenen Teller. Oder zwei Kohlmeisen, die Mutter mit dem schon fast ausgewachsenen Jungen, erregen die Auf­merksamkeit. Unaufhörlich geht das Piepen des Jungvogels, der wohl meint, daß es bequemer ist, sich füttern zu lassen als selbst Nahrung zu suchen. Die Mutter pickt von einem Kuchenstuck im Sand, fliegt immer wieder zu dem verwöhn­ten Kinde hin und stopft sorglich wie früher im Nest den unersättlich aufgerissenen Schnabel.

Auch ein Buchfink ist zu sehen, schöngezeichnet mit der roten Brust und mit schwarzweißen Federspitzen kommt er zutraulich bis dicht zu unseren Füßen. Eigenartig taumelnd sind seine Bewegungen, und wenn er kauert, ein Krümchen zu verspeisen, drückt er, ein wenig aufgeplustert, den bunten Leib platt auf den Boden wie ein Huhn im Sandbad. Er scheint krank zu sein; sein Bröckchen hat er aufgepickt und bleibt noch wie ausruhend in der gleichen Haltung. Dann erspäht er eine andere Beute, hüpft darauf zu, und nun er­kenne ich ganz deutlich, er hüpft auf einem einzigen Bein. Daher das merkwürdige Taumeln, das Gleichgewicht zu be­haupten, und immer, wenn er Nahrung nimmt, legt er sich

Sr Erde, um das eine, den Körper tragende Beinchen zu onen. Der andere Fuß fehlt. Welch schlimmes Abenteuer mag der arme Buchfink erlebt haben, das ihn zum Inva­liden machte?

Vielleicht verflog er sich in den Drahtmaschen eines Stachelzaunes und bei dem verzweifelten Versuch, freizu­kommen, verlor er den Fuß. Oder ein grimmer, blut­gieriger Feind fiel ihn an, ein räuberisches Eichhorn, eine verwilderte Katze, daß er um sein Leben kämpfend, mit dem Verlust des Beines eben noch entwischte. Aber seine Lebens­zähigkeit setzte sich durch, die Wunde ist wohl längst schon vernarbt, und einer erstaunlichen Anpassung gelang es, sich auch verstümmelt im harten Daseinskampf zu behaupten. Und doch, wird er, so arg mitgenommen und unsicher in der Bewegung, nicht bei anderer Gelegenheit einem Räuber leicht zum Opfer fallen? Vorsichtig stehe ich auf, taste zu dem Buchfink-Invaliden hin, dessen runde Perlaugen mich forschend betrachten; da fliegt er schon empor, schwingt quer über den Wirtsgarten leichtflüglia zum Ast der nahestehen­den Akazie. Ungehemmt wie ein Gesunder beherrscht er den Flug, unversehrt sind die kleinen, schnellen Fittiche. Ein Wunder der Lebenskraft in dem winzigen Geschöpf. Er hat in seinem Sonnendrang die böse Verletzung überstanden, kommt wieder wie einst zu der Stätte, wo er den Tisch ge­deckt weiß; bunt leuchtet sein Kleid, froh wie seine Pogel- gefährten genießt er Sommerfülle, Himmelsglanz und Wald- ioeben, tapfer und unverzagt, der kleine, einbeinige Buch­fink. ' H. L.

Kein Stück darf verloren gehen.

Wieder Schrottsammelaktion in den Betrieben.

Die-Schrottsammelaktion in den Betrieben, die im vorigen Jahre durchgeführt wurde, hat einen durchschlagenden Erfolg gehabt. Auch in diesem Jahr findet nun wieder eine allgemeine Schrotterfassung im ganzen Reichsgebiet bis Ende September statt, bei der alle Betriebe mit neuem Eifer Mit­wirken müssen. Insgesamt sind 1938 im ganzen Reich über 255 Millionen kg Schrott in den Betrieben gesammelt worden. Man sieht also, es lohnt sich!

Bei der Entschrottungsaktion der Betriebe sind zu er­fassen: unbenutztes Material, überzähliges und ausgebautcs Material und Material, das ohne Beeinträchtigung des Betriebes und seiner Einrichtungen entfernt werden kann. Hierfür einige Beispiele: Eisen- und Stahlteile, unbrauch­bare Maschinen, Maschinenteile, unbrauchbare Apparate, Schienen, Tanks und Behälter, Fässer, Ketten, Drahtseile, Ventile, Hähne, Bleche, Sprungfedern, Riemenscheiben, eiserne Fensterrahmen usw.

Die Durchführung der Sammelaktion erfolgt im Gau Hessen-Nassau unter Verantwortung des Eaubeauftragten, dem es überlassen bleibt, sich nach eigenem Ermessen mit den Betrieben wegen der Erfassung und Ablieferung des gesam­melten Schrotts in Verbindung zu setzen. Im übrigen ist es vollkommen gleichgültig, wie die Schrottsammlaktion im einzelnen organisiert wird; das Wesentliche ist, daß alle an­fallenden Bestände sofort gesammelt und an die beauftragten Sammler, Sammelstellen oder direkt an den Althandel ab­geführt werden. Zweckmäßig aber ist es, wenn die Betriebe innerhalb ihres Bereiches die Schrotterfassung straff organi­sieren, wobei die Vertrauensmänner und die Werkscharen mitwirken können. Einzelne Betriebe haben übrigens die Erlöse der Schrottsammlung für Eemeinschastszwecke zur Verfügung gestellt, ein Vorgehen, das die Freude an der Sammlung wesentlich gefördert hat.

Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen. Neues Reichsgesetz schafft Möglichkeiten zur Beseitigung von Unsallgefahren.

Mit dem neuen Gesetz über die Deutsche Reichsbahn ist gleichzeitig ein Gesetz über Kreuzungen von Eisenbahnen und Strafen in Kraft getreten, das weite Kreise der Ver­kehrsnutzer interessiert. Die ständig steigende Entwicklung der Verkehrsdichte und Verkehrsgeschwindigkeiten auf Eisen­bahnen und Straßen erforderte durchgreifende Maßnahmen zu einer modernen Ausgestaltung der vorhandenen Kreu­zungen. Zur Erreichung dieses Zieles mußte vor allem die Möglichkeit geschaffen werden, die unerwünschte, neuzeit­lichen Erfordernissen des Verkehrs Rechnung tragende Ver­änderung bestehender Kreuzungen, notfalls gegen den Willen eines oder beider Beteiligten, mit den sich aus dem Gesetz ergebenden Lostenfolgen zu erzwingen.

Hinsichtlich der Herstellung neuer Kreuzungen zwischen Eisenbahnen und Straßen sieht das Gesetz für die Zukunft grundsätzliche Schienenfreiheit vor. Das Gesetz gibt jedoch die Möglichkeit, den Grundsatz der Schienenfreiheit je nach der Verkehrsbedeutung der verschiedenen Arten sich kreuzender Eisenbahnen und Straßen so einzudämmen, wie es zur Vermeidung von Härten erforderlich ist. Die Haupt­bedeutung des Gesetzes liegt in den Bestimmungen, die Änderungen oder Ergänzungen bei bestehenden Kreuzungen vorsehen. Für solche Kreuzungen kann zur Verbesserung der Abwicklung des Eisenbahn- oder Straßenverkehrs angeordnet werden, daß die beteiligten Eisenbahnunternehmer und Träger der Straßenbaulast höhengleiche Kreuzungen durch schienenfreie Kreuzungen ändern, an höhengleichen Kreu­zungen bis zu ihrer schienenfreien Umgestaltung Eisenbahn- und Straßenanlagen ändern oder ergänzen, höhengleiche Kreuzungen durch Wegeverlegungen oder ersatzlose Auf­hebung beseitigen oder an höhengleichen Kreuzungen zum Zwecke ihrer Entlastung ohne Änderung oder Ergänzung der Kreuzung selbst sonstige bauliche Maßnahmen treffen, durch die sich eine sonst notwendige Änderung oder Ergänzung der Kreuzung erübrigt. Bei der Änderung höhengleicher Kreuzungen ohne schienenfreie Umgestaltung ist besonders an die den heutigen Erfordernissen entsprechende Ausgestaltung des 8er Überschneidung des Straßen- und Eisenbahnverkehrs dienenden Kernstücks, Bei der Ergänzung solcher Kreuzungen an die Errichtung von Straßenverkehrszeichen (Baken) oder von Warnlichtanlagen und Schranken gedacht.

Die Befugnis zur Anordnung aller dieser Änderungen gibt nunmehr die Möglichkeit, die durch die Verkehrsent-

Beginn der Reichsfestspiele in Heidelberg.

Dr. Goebbels Ehrenbürger von Heidelberg.

Unter den Augen ihres Schirmherrn Retchsmtntster Dr. Goebbels' nahmen am Mittwochabend nach Einbruch, der Dunkelheit im Heidelberger Schloßhof die dtesiahrtgen Reichsfestspiele mit der Ausführung von Shakespeares „E t n Sommernachtstraum" ihren Anfang. , _

Mit Reichsminister Dr. Goebbels wohnten auch Gau­leiter und Reichsstatthalter Robert Wagner und Mtntfter- vräsident Walther Köhler der Aufführung bei. Wetter »ah man zahlreich namhafte Persönlichkeiten aus Partei. Staat, Wehrmacht. Wissenschaft und Kunst. Wie in früheren wahren, so bewies die diesmal von Hans Schweikart inszenierte und musikalisch nach Motiven von Karl Maria von Weber aus- gestattete Aufführung wieder ihren unvergänglichen Zauber. Erste Kräfte setzten sich für das Spiel ein, so Paul Kemp (Zettel, der Weber). Arnim Süßenauth (Philostrat). Wilfried Seyferth als Puck. Das eindrucksoolle Spiel erntete leb- haiten Beifall. (Wir werden darüber noch eingehend be­richten. Die Schriftleitung.) ~ __

Die Stadt Heidelberg verlieb am 12. juh. dem Tag des Beginns der Reichsfestspiele 1939, Reichsminister Dr. Goebbels als Schirmherrn der Reichstestspiele das Ehren­bürgerrecht. Oberbürgermeister Dr. Neinbaus über­reichte dem Reichsminister oen künstlerisch ausgeführten Ebrenbürgerbrief.

Die Stadt Heidelberg hatte Mittwochnachmittag zahlreiche Vertreter der deutschen Presse aus Anlaß der Bet Eröffnung der Reichsfestspiele üBlichen Reichspressekonferenz zu einem Empfang in das Kurpfälzische Museum geBeten. Ober­bürgermeister Dr. Neinhaus hieß die Gatte namens der.Stadt willkommen, besonders den als Vertreter von Reichsminitter Dr. Goebbels anwesenden Referenten des Relchsminlste; riums Pg. Voßler u»d den Leiter der Reichsfestspiele Jngolt Kuntze. Er hoffe, daß die bisher schon bestandenen engen Bande zwischen Reichsminister Dr. Goebbels als dem SLirmüerrn der Reichsfestspiele. den Reichstestiptelen selbst und der Stadt Heidelberg durch die soeben erfolgte Über­

reichung des Ehrenbürgerbriefes an Reichsminister Dr. Goebbels noch enger geknüpft worden seien. Pg. Voßler aus dem Reichsminifterium für Volksaufklärung und Propaganda überpiittelte die Grüße des Reichsministers wie feines Ministeriums an Heidelberg und die Teilnehmer der schon traditionell gewordenen Reichspressekonferenz, deren timer Sinn sei. den Kunstschriftleitern aus dem ganzen Reiche Ge­legenheit zu persönlicher Fühlungnahme zu geben, ehe sie daran gingen, über diesen Teil der deutschen Kulturarbeit zu berichten. Die kulturelle Aufbauarbeit gehe in Deutschland ungeachtet ausländischen Geschwätzes non den „deutschen Hunnen" weiter. Reichsfettspielleiter Ingolf Kuntze gab die durch Heinrich Georges Erkrankung und den Ausfall von Eerhatt Hauptmanns „Schluck und Jan" Bedingte Umstellung des Reichsfestspielprogramms Bekannt, skizzierte Umfang und Erfolg der Bisher durch die Reichsfestspiele geleisteten ArBeit und dankte den namhaften deutschen Künstlern für ihre SpielBereitschaft unter Beiseitesetzung anderer persönlicher Interessen.

* Alfieri beim Tag der Deutschen Kunst in München. Der italienische Minister für Volkskultur. Dino Alfieri. wird auf Einladung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Dr. EoeBBels. am Tag der Deutschen Kunst in München teilnehmen. Bei dieser Gelegenheit werden die in Wien Begonnenen Besprechungen zwischen dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Dr. EoeBBels. und Minister Alfieri ihre Fortsetzung rinden.

* Die Richard-Waguer-Fettiviele der Zoppoter Wald­oper eröffnen ihre diesjährige Spielzeit mit dem „Ring des Nibelungen". Am 20. und 23. Juli Beginnen die Festwiele mit „Rbeingold". Es folgen am 25. Juli „Walküre", am 27. Juli „Siegfried", am 30. Juli „Götterdämmerung'. So­dann folgt eine Neuinszenierung von „Tannhäuser" am 3., 6. und 8. August. Die Eesamtinszenierung liegt wieder in den Händen des Generalintendanten Hermann Merz.

* Der Jmmermann-Literaturpreis der Stadt Düsseldorf wurde dem Dichter Kurt LangeuBeck für seine Dramen „Heinrich IV.“ und „Der Hochverräter" zuerkannt. Der am 20. Juni 1906 in Wuppertal geBorene Dichter nimmt zur Zett die Stellung des Chefdramaturgen am Münchener Staats­theater ein. Die Beiden preisgekrönten Schauspielwcrke wurden in Düffeldorf zur Uraufführung gehracht.

Aus Aunst und Leben.

* ii. Deutsches Haydn-Fest in Bad Ems. Unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Wissenschaft. Er­ziehung und Volksbildung Rust findet in Bad Ems nom 20. Bis 23. Juli das II. Deutsche Haydn-Fest statt. Ein Kammer­konzert des „HamBurger Kammertrios stellt unBekannte Werke von Joseph Haydn und Philipp Emanuel Bach gegen- üBer. In einem Sinsoniekonzert unter der Leitung von Pros. Dr. Fritz Stein erklingt außer der Lustspielmusik zu „31 Distratto" und den Beiden ebenfalls kaum bekannten Sinfonien in C-dur Rr. 90 und Es-dur Rr. 91 erstmals die Urfassung des Cellokonzertes (Solist Ludwig Hoelscher). Als Opernaufführung bringt das Haydn-Fest die heroisch-komische Oper „Ritter Roland . Den Abschluß bildet ein im Kur­park stattfindender Serenaden-Abend mit Divertimenti und Konzertarien von Mozart und Haydn. Die musikalische Ee- samtleitung des Festes bat Kapellmeister Hans Leger.

* Burgunder als Literaturpreis. Ein „Prix Litteraire de la Table Ronde" wurde soeben in der französischen Wein­stadt Beaune gestiftet, die durch ihren Burgunder berühmt ist Der Preis ist für alle Zweige der Literatur offen. Er wird am 1. Oktober zum ersten Male pergeben werden. Er besteht aus 200 Flaschen Burgunderwein der ausgewahltesten Jahr- gänge

* Deutsche Mronomen-Tagung in Danzig. In der Zeit vom 7. bis 11. August veranstaltet die Deutsche Astronomische Gesellschaft in Danzig ihre 33. Jabrestagung.

* Verstandener Wink. Ein Schauspieler, der fast stets seine Rolle nicht ordentlich konnte, Hali sich durch geschicktes Improvisieren und verlieb sich im übrigen auf die Souffleuse. Aber eines Abends war der brave „Kastengeist" <>rau Müller, reckt unaufmerksam, und er brauchte doch ihre Hilfe heute gerade besonders. Was lolltc er tun? Da kam ihm ein glänzender Gedanke. Mitten in dem Dialog des Lust­spiels improvisierte er: „Sagen sie übrigens, was macht denn Frau Müller? Ich Baße Jo lange nichts von ihr ge­hört. sie ist in letzter Zeit, io still. Hoffentlich läßt sie Bald wieder etwas von sich Boren! Die Souffleuse wurde auf­merksam. als sie ihren Namen hörte, verstand den Wink, und der Schauspieler war gerettet.