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Seite 14. Nr. 126.

Wiesbadener Tagblatk

Freitag, 2. 5uni 1939.

^ieCbdcfcicfcteeij!^ Zb&fauMte»

J Tatsachenbericht von Karl Friedrich Boree

47. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Wirischafisieil

der

Ei» Markstein i» der Geschichte

der Handeleoerträge.

31. 5. 3911. 6. 39

Berliner Börse

Kursbericht

1. 6. 39

122.

210.

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frühstückte, geno setzte Gefühl sei

Berliner Devisenkurse (Telegraphische Auszahlung®:)

war

1. Juni I o9

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. . 100 Belga 100 Kronen . 1 £ Sterling . . . 100 Fr. . 100 Gulden . . 100 Lire

von der Ausrüstung

AEG.-Stammaktien Augsburg Nbg.-M. Bayer. Motoren-W. J. Berger Tiefbau Braunk. u Briketts Charl. Wasserw. . Chem. Heyden . Com. u. Priv.-Bank Conti-Gummi Deutsche Bank . Dt. Cont. Gas . . Deutsche Erdöl . Dt. Eisenhandel Dt. Reichsbahn Vs. Deutsche Waffen Dortm. Union-Br.

Dresdner Bank . ,ivu.wm Eintracht Braun 181.

messend. So konnte er sich wenigstens etwas absondern.

Er batte sich eingebildet, daß er frei wäre. Soeben batte er den ersten eigenen Schritt wieder getan, nun sollte ef gezwungen werden, das Schicksal dieser Hunderttausende zu teilen, sollte sich mit ibnen verschicken lassen, sollte viel­leicht mit ihnen untergeben. Aber sein Vertrag mit dem Werben Rußland war abgelaufen, er war entschlossen, nicht mit ibnen unterzugehen!

Neben seinem Zelt treibt sich ein junges Paar herum, ein Leutnant mit ferner kleinen Frau. Sie haben gemeinsam nur einen einzigen Soldatenmantel als Schutz gegen Regen. Wind und Nachikälte. Schon am ersten Abend opfert Runge sein Verlangen nach Einsamkeit und nimmt die beiden zu sich.

Er hat sich auf der Almaz noch mit Proviant versorgt. Diese kleine Reserve teilt er jetzt vorsichtig und heimlich mit seinen Zeitgenossen. So gehen die Tage hin. die zu Wochen

31 Mai 1939 Geld Brief

4.

Er war frei. Er stand im öafen einer groben Stadt, die ibn im Dunst eines Dezembermorgens lärmend erwartete. Die Welt lag offen. soweit sein Geld reichte.

An Land, in Konstantinopel. hieb es. hätten sich himmel­schreiende Zustände entwickelt. An die 50 000 Russen stäken dort, zum groben Teil Landsleute, die schon vor der Armee Rubland verlassen hatten. Zu Hunderten trieben sie sich ohne Obdach und Mittel in den Strahen herum. Generale und andere hohe Offiziere verdienten sich kümmerlich ihr Brot als Zeitungsoerkäufer. Ihre Frauen arbeiteten als Kell­nerinnen. wenn sie nicht schon in den Freudenhäusern ge­landet wären oder in den Matrosenkneiven ihren Leib dem ersten Zahlenden anböten. Man nannte Namen! Sechs Offiziere seien in eine Bank eingebrochen und erschossen worden. Täglich endigten Flüchtlinge durch Selbstmord. Trotz dieser Nachrichten, die man von den türkischen Händ­lern hatte, welche die Schisse umschwärmten, strebte jeder an Land, fort aus diesem schwimmenden Pferch.

Runge suchte das ganze Schiff ab. Schließlich richtete er sich aus der vordersten Back ein, oben an Deck, baute dort sein Zelt auf. rollte seinen Teppich darunter aus und kroch mit seinen übrigen Sachen hinein: er konnte keinen Men­schen sehen: er war in einem Zustande, der dicht an die Tobsucht grenzte. Ein einziges Glück, dab er alles mitge­nommen hatte, was er besaß, dies Zelt, das er sich einmal für alle Fälle zügelest hatte, und den Teppich, eine wert­volle tatarische Arbeit aus der Krim, dreimal vier Meter

Zwei Wirtschaften ergänzen sich.

Das Rückgrat der jugoslawischen Wirtschaft stellten seit jeher die land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse dar. Diese waren seit 1930 nicht nur immer schwerer aus dem Welt­märkte unterzubringen, sondern es sanken auch die Preise so sehr, daß an eine Wirtschaftlichkeit der jugoslawischen Bauernhöfe nicht mehr zu denken war. Die Landwirtschaft verschuldete immer mehr und brach schließlich völlig zusammen. Diese Entwicklung hat der am 1. Juni 1934 in Kraft getretene Vertrag mit Deutschland auf­gehalten und allmählich umgekehrt. Die jugoslawische Ausfuhr nach Deutschland nahm schnell zu, die Erlöse wurden besser. Der jugoslawische Bauer kann sich heute wieder Geräte kaufen und daran denken, den Schuldenrest zu tilgen, der ihm nach der staatlichen Entschuldung noch geblieben ist. Deutschland andererseits hat in dem Bauernland Jugoslawien eine glückliche Ergänzung für seinen Bedarf an Erzeugnisten der Forst- und Landwirtschaft gefunden. In dem Maße, wie die jugoslawische Wirtschaft gesundete und der Bauer wieder kaufkräftig wurde, belebte sich auch die städtische Wirtschaft und kamen wieder Steuern in die Kasse des Staates. Das Land konnte daran denken, feine reichen industriellen Mög­lichkeiten zu entwickeln. Kein Land ist aber bester in der Lage, diesen Prozeß der Ausschließung Jugoslawiens und seiner Indu­strialisierung durch Lieferung von Jndustriewaren zu unterstützen

(, nun sollte Hunderttausende rssen. sollte viel-

Ladendächern, unter Schuppen am Hafen, in den Ankleide­räumen der Badeanstalten, immer voll Angst. aufgegriffen und in eins der Sammellager abgesührt zu werden. Sie schliefen außerdem, bei Tage. im Gebäude der rustischen Botschaft.

Runge lenkte seine Schritte vom Hotel zur Botschaft, die in einer Seitenstraße der Großen Pera lag. Auf den Gängen und Treppen hatten sich Flüchtlinge niedergelasten. Das Gebäude war nicht nur zum Treffpunkt aller Flehenden und Bettelnden, sondern anscheinend auch zum russischen Asyl geworden. Es war die letzte Itehengebliebene Scholle eines in der Flut versunkenen Landes. Runge sah verschiedene be­kannte Gesichter. Es war erschütternd zu denken, wie diese Menschen, vor wenigen Jahren aus einem gesicherten und friedlichen Leben losgerissen, hier endeten, hier strandeten. Er bekam ohne Mühe einen Ausweis zum vierzehntägigen Aufenthalt in der Stadt und zur Abreise.

Er ging, da es inzwischen Mittagszeit geworden war, in ein Restaurant, eine doppelte Portion und trank dazu zwei Glas Kognak. Ein russischer Leutnant sah ihm durch die großen Glasscheiben beharrlich zu. kam schließlich herein und bat ihn um etwas Esten. Er ließ ihm geben, der Leutnant verschlang das Gericht mit unbeschreiblicher Eier, stand auf und verließ seinen Platz, ohne zu danken. Tausende, die Rußland bis zur letzten Kraft verteidigt hatten, gingen in dieser Stadt zugrunde, wurden tot aus den Winkeln ausge­lesen und verscharrt. Nachdem iie ihr Leben für ein großes gemeinsames Ziel verbraucht hatten, kämpften sie jetzt, jeder für sich, traurig um das Ende. Runge empfing die Be­stätigung. daß 47 000 Russen in der Stadt gezählt wären!

(Fortsetzung folgt.)

Das nächste, was er tat. war, daß er sich in der Großen Perastraße, im Grand-Hotel Osmania. ein schönes Zimmer nahm für fünf Lire. Danach ging er wieder auf die Straße.

Überall, wohin er kam. stieß er auf Landsleute. Die Ee- ruchte., die auf den Schiffen umgegangen waren, erwiesen sich als nicht übertrieben. Die Russen standen in Reihen an den pauotitraßen entlang und auf den belebten Plätzen und boten feil, was Re noch besaßen: ihre Kleidungsstücke, ihre Wäsche, wre.Ringe und Taschenuhren. Aber das Geschäft ging schlecht. Konstantinopel war anscheinend mit solchen Sachen schon ge­sättigt. Außerdem war die Bevölkerung durch einen verlorenen Krieg verarmt.

Das Elend, das unter diesen Russen zu herrschen schien, war nicht zu beschreiben. Abgemagert, unrasiert, mit hohlen Backen, freiliegenden Augen und stumpfen Blicken standen und liefen sie umher. Viele hatten keine vollständige Kleidung mehr. Manchen sah man an, daß sie sich kaum noch aufrecht halten konnten. Arbeit zu bekommen, war ausgeschlossen. Niemand erbarmte sich ihrer. Sie waren ein Ungeziefer- schwarm, der diese Stadt überfallen hatte. Den einen Tag hatten Re immer noch weniger zu essen als den vorhergehenden, waren aur den guten Willen der Lebensmittelhändler an- gewiewn. denen sie schließlich ihre Sachen gegen Ware anboten, und schliefen, wo sie einen geschiitzten«Vlatz fanden: unter den

Diese glücklichen Ergänzungsmöglichkeiten waren die Ursache dafür, daß der im Jahre 1934 abgeschlossene Vertrag sich segens­reich für beide Teile auswirkle. Es ist ein Vertrag, der der Natur der Dinge gerecht wird und keiner künstlichen Mittel bedarf, um den Warenaustausch zu beleben. Es ist uns von den westlichen Demokratien, die diese Entwicklung mit schiefen Augen angesehen haben, zum Vorwurf gemacht worden, wir hätten Jugoslawien durch im Jahre 1934 gleichzeitig abgeschlossene Verrechnungsabkommen gezwungen, bei uns zu kaufen. In Wirklichkeit kann von einem Zwang keinerlei Rede fein. Jugoslawien hätte auch dann bei uns gekauft, wenn wir infolge der Devisenschwierigkeiten nicht gezwungen gewesen wären, die Bezahlung der Warenlieferungen über ein Verrechnungskonto zu leisten, denn kein Markt liegt günstiger und keine Wirtschaft kann die Jndustriewaren bester liefern als Deutschland. Darüberhinaus haben aber auch diejenigen Länder, die anfänglich das Eegenseitigkeitsprinzip im Außenhandel so sehr verdammten, inzwischen längst gleiche oder ähnliche Methoden angewandt. Der Grundsatz, daß man nur demjenigen etwas abkaufen kann, der einem auch selbst etwas abkauft, wird immer mehr zum -beherrschenden Prinzip des internationalen Handelsverkehrs. Der jetzige jugoslawische Außenminister hat, als er noch Gesandter in Berlin war, den deutsch-jugoslawischen Ver­trag einmal als einenMarkstein in der Geschichte der mittel­europäischen Handelsverträge" bezeichnet. Diese Worte überschätzen den Vertrag' nicht. Er ist nicht nur für den Verkehr zwischen Deutschland und Jugoslawien bahnbrechend gewesen, er ist gleich­zeitig Mustervertrag für eine Reihe von späteren Verträgen geworden. Eewiste Einzelheiten des Vertrages, so zum Beispiel die Errichtung von Regierungsausschüsten, sind inzwischen All­gemeingut der internationalen Handelsverträge geworden. Erft kürzlich hat auch England in seinem Vertrag mit Rumänien solche Regicrungsausschüste eingesetzt.

Deutschland Jugoslawiens Zentralmarkt.

Der Anteil Deutschlands am Aufbau des mächtig aufstrebenden Landes erstreckt sich auf alle Gebiete. Wir liefern landwirtschaftliche Geräte und Maschinen ebenso wie Eisenbahnmaschinen, Lokomotiven und Waggons. Wir liefern Autos und Schreibmaschinen, wir bauen Brücken und errichten Kühlhäuser und Schlachthäuser. Die SiraßeN- baumaschinen für das große Straßenbauprogramm, das in den nächsten Jahren zur Durchführung kommt, stammen ebenso aus Deutschland wie die Brückenkonstruktionen über die Straßen und

Flüsse. Vor allem lieferten wir die große Wahwerksanlage in Z e n i c a, die die Verarbeitung des jugoslawischen Eisens im eigenen Lande ermöglichen soll. Elektrizitätswerke und Krajt­anlagen werden ebenso durch deutsche Firmen erstellt wie die projeftierte Elektrifizierung des jugoslawischen Dorfes in erster Linie eine Aufgabe von deutschen Technikern sein wird.

Deutschland hat sich auf der anderen Seite immer mehr zum Zentralmarkt der jugoslawischen Wirtschaft entwickelt. Seit dem Anschluß Östereichs und des Sudetenlandes gehen etwa 42 % der jugoslawischen Ausfuhr nach Deutschland. Der größte Posten in der jugoslawischen Ausfuhr ist etwa mit einem Viertel das Holz. Weizen und Mais machen je etwa 10 % aus. Es folgen Rinder, Schweine, Obst, Kupfer, Erze usw. In allen diesen Erzeugnisten ist Deutschland der größte Kunde. Die Obstausfuhr ging sogar im vorigen Jahre zu 83 % nach Deutschland. Da viele bäuerliche Betriebe vom Obstverkauf leben, so kann man leicht ermessen, welche Bedeutung der deutsche Markt gerade für die jugoslawische Bauernwirtschaft hat. Die größte Erleichterung hat es für die jugoslawische Landwirtschaft bedeutet, daß wir dem Lande im wachsenden Umfange Weizen und Mais zu auskömmlichen Preisen abgenommen haben. 1936 kauften wir nur für 2 Mill. RM. Weizen, im letzten Jahre für 6,2 Mill. RM. Bei Mais steigerte sich unsere Einfuhr von 0,3 Mill. RM. auf 6,2 Mill. RM. in 1938. Die Erzausfuhr kann noch entwickelt werden. Zu diesem Zwecke ist kürzlich eine besondere Gesellschaft in Belgrad unter deutscher Beteiligung gegründet worden.

Faire Pattnerschast.

Der Erfolg des stärkeren Warenaustausches zeigt sich in der jugoslawischen Wirtschaft aus Schritt und Tritt. Der Bauer, das Rückgrat des Staates und seiner Wirtschaft, hat wieder Grund unter den Füßen und der Staat wieder Einnahmen in der Kasse. Deshalb hat auch die Regierung trotz schwersten Druckes, der in den vergangenen Jahren von den Westmächten auf sie ausgeübt wurde, am Ecgenseitigkeitsverkehr im Handel mit Deutschland festgehalten. Jugoslawien weiß, daß es in Deutschland einen fairen Partner hat, der seine wirtschastlichen Beziehungen nicht zu politischen Absichten zu mißbrauchen wünscht, sondern Geschäfte machen will, die beiden Teilen nützen. Diese sachliche und un- politische Abwicklung der Handelsbeziehungen hat sicherlich sehr dazu beigetragen, das politische Vertrauens- und Freundschafts- .Verhältnis herzustellen, das diese beiden Völker heute verbindet und das der jetzige Besuch des Prinzregenten Paul noch- weiter festigen wird.

3t. s. 39

113.13 139 134

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werden.

In dieser Zeit dringen die ersten Nachrichten aus Sewastopol zu ihnen. Einer Gruppe von zwanzig Menschen ttt es gelungen, noch nach der Einnahme der Stadt auf einem Segelboot zu entkommen. Auf hoher See hat ein Handels- damvfer sie aufgefischt und nach Konstantinopel gebracht. Eine berüchtigte Tfchekistin ist Kommissar von Sewastopol geworden. Es soll in der Stadt zugeben, als wäre sie den Wahnsinnigen ausgeliefert. Alle Verwundeten und Kranken, die man vorgefunden hat. sind auf dem Seeboulevard er­hängt oder erschollen worden. Wer lick auflebnte. den bat die Bestie eigenhändig niedergestreckt. Rache und Blutgier haben Orgien gefeiert. Auch über Miron Pawlowitsch konnte Runge Nachricht erhalten: er war sofort nach dem Einzug erschossen worden. Was aus seiner Frau und seinem Kinde geworden fei. blieb im Dunkel.

Die türkische Hafenbevölkerung hatte sich die verzweifelte Lage der Emigranten bald zunutze gemacht. Sie umkreiste die Schiffe mit kleinen Booten und bot Lebensmittel und Tabak feil. Natürlich zu wucherischen Bedingungen, die von Tag zu Tag ärger wurden. Das russische Papiergeld nahmen die Händler nicht an. also entwickelte sich der Tauschhandel. Hatte Runge das alles nicht schon einmal erlebt? Als ob er es in einem wüsten Traum erlebt hätte, war ihm. Die Russen gaben bin. was sie batten, ein Stück nach dem anderen, nahmen dafür an. was ihnen die Türken bewilligten: für einen Revolver ein Stück Brot, eine Büchse Olsardmen und ein Dutzend Zigaretten. Man ließ die Sachen an einem Seil hinunter, der Türke besah sie sich und bestimmte den Geyen­wert. Aber es kam auch vor. daß einer seine letzte Wasche binunterließ. und der Händler knüpfte sie heraus und fuhr mit ihr von bannen, ohne etwas zu geben. Wer konnte ibn verfolgen?

Nach oieraebn Tagen lag das Schift immer noch an feinem alten Platz, immer noch war eine Entscheidung über den Verbleib der Auswanderer nicht eingetroffen. Immer noch lungerte man dicht gedrängt., an Deck und hungerte. Runges Nahrungsvorrat war erschöpft: er beschloß, es den anderen nicht gleichzutun und feine Sachen den Türken nicht auszuliefern, sondern zur Tat überzugeben,

Eines Abends eröffnete er leinen beiden Zeltgenosien, daß er in der Morgenfrühe sie verlassen und an Land geben werde. Durch Zeichen und Mienenspiel batte er sich mit einem türkischen Bootsbesitzer verständigt: für das eine von feinen beiden Goldstücken wat der Mann bereit, die Gefahr auf sich zu nehmen und ihn ans Ufer zu bringen.

Seine beiden Freunde waren sehr niedergeschlagen. Die junge Frau paßte einen Augenblick ab. wo sie mit Runge allein im Zelt war. Sie flehte ibn an. sie mitzunebmen, sie nicht in einem Internierungslager verkommen zu lallen. Sie wollte sich von ihrem Mann trennen, den ne nur in der Not des Krieges geheiratet hatte. Sie schwur ihm. sie wurde feine Sklavin sein und bleiben, mit allen Pflichten. Sie war eine hübsche Frau. In ihrer Verzweiflung verbarg Re ihm nicht ihre Sfeye.

Runge suchte Re zur Vernunft zu. bringen. Er konnte nicht den Wahnsinn begehen, sich noch mit der Verantwortung für ein zweites Leben zu belasten. r

Bei Dämmerung lag der Türke mit seinem Boot an der Schiffswand. Runge kletterte an einem Seil hinunter. Die Freunde ließen ferne Sachen mit demselben Seile folgen. Er winkte ihnen vom Boote ein letztes Mal zu. horte ihre traurigen Abschiedsgrüße. Dann entfernte ihn der Schlag der Ruder vom Schiff. .

Als Re etwa fünfhundert Meter gefahren waren, legte der Türke die Ruder nieder und Reine butdi Zeichen, die Forderung an ihn. daß er ihm feinen Revolver überließe. Runge war machtlos gegenüber dieser infamen Erpressung, er konnte es nicht auf einen Kampf ankommen lallen, gab dem Mann die Waffe. Nach vierzig Minuten waren,Re am Ufer, in Slutari auf der asiatischen Seite, die schwacher be­wacht war.

Er zahlte seine zehn Eoldrubel. stieg an Land, batte Mübe. seinen Teppich unverzollt durch die Sperre zu bringen, wechselte die anderen zehn Eoldrubel in türkisches Geld um und setzte mit der nächsten. Fähre unbehelligt auf das europäische Ufer nach Pera über. Inzwischen war cs Tag geworden.

140.13 134.50 139

182.25 113.50 130.75 105.50

212.50 111.50 111.75 120.75

Feldmühle ... Gesfürel.....

Harburg Gummi . Harpener .... Hoesch .... Hotelbett.-Ges. Klöckner-Werke . Niederlaus. Kohle Orenstein & Koppel Rh. Elektr. Mannh. Rutgerswerke . . Sachsenw^rk . . Salzdetfurt . . Schubert u. Salzer

Geld

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Brief

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58.71

.....100 Dinar

......100 Fr.

.....100 Kronen

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.... 100 Kronen

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...... 100 Pes.

. . . 100 Kronen

Amerika » 1 Dollar

Von den heuligen Börsen.

Berlin, 2. Juni. (Funkmeldung.) Tendenz: KleineAktien- Umsätze, behauptete Rentenmärkte. Obwohl die Unternehmungslust außerordentlich gering war, blieb eine stärkere Widerstandsfähigkeit unverkennbar. Mansfelder lagen um Vi und Rheinstahl um % % fester, während Vereinigte Stahl im letzt­genannten Ausmaße zurückgingen. Braunkohlenwerte lagen gehestert, wobei Deutsche Erdöl % und Jlse-Eenußscheine IX % höher notiert wurden. Salzdetfurth wurden % % herauf-, Winters­hall in der gleichen Höhe herabgesetzt. Farben blieben unverändert, während Chemische von Heyden % % gewannen und Schering %. % eindüßten. Elektro- und Versorgungswette hatten recht ruhiges Geschäft. Auf den übrigen Märkten waren zahlreiche Strichnotizen zu verzeichnen. Zu erwähnen sind noch Autowerte von denen BMW. 1 % hoher. Daimler 1 % niedriger lagen. Größere Veränderungen erfuhren Bemberg mit minus 1% sowie Eebr. Junghans mit plus 1% und Rheinmetall-Borsig mit minus % %. Eemeindeumschul- dung 93,70 (plus 5 Pf.). Pfund 11,67%, Dollar 2,493.

Frankfurt a. M., 2. Juni. (Eig. Drahtmeldung.) Tendenz: Wenig verändert. Die Börse blieb stark vernachlässigt. Die Kundschaft zeigte kein Jntereste. Größere Abweichungen als % bis % % beruhten auf Zufall. Farben waren vorübergehend lebhafter mit 149% bis 149% (149%). Lebhaftes Geschäft hatten Steuergut­scheine, Serie II. halbamtlich 98,10 (98,40). 2m Verkehr von Bank zu Bank Serie I 102,05 bis 101,70 (102.40). Tagesgeld 2% %.

Schuckert 8c. Co. . ----

Siemens & Halske 188.25 187.25

Stollberger Zink . 77.50

Ver. Stahlwerke ,101.63 101.25 Vogel TeL-Drath 156.75 157.

WasserGelsenkirch. 156.25 156.37

117 116.75 i 153.50

98.75 99.

117 117.

133.75 133.50

348.-

138 25 138.

121 120.25

175.13 174.50

Belg en . Dänemark England . « Frankreich. Holland . . Italien . Japan . . . Jugoslawien Luxemburg Norwegen . Polen . . . Schweden Schweiz . . Spanien , Slowakei. .

Ver. St. v. .

Er trat in bas nächste am Kai gelegene Kaiserhaus, motz bas von widersprechenden Regungen d.urch- e Gefühl seiner erzwungenen und gelungenen Befreiung. :f durch die Fensterscheiben einen Blick auf die russischen tffe. ohne die einzelnen in bei Entfernung mit Sicherheit unterscheiden zu können, nahm fein Gepäck Wieder auf und ging damit beloben auf bie Straße, m bei Untfoim eines russischen Leutnants. J _ , , , . _

Die Fähre hatte ihn om Landeplatz Katabas abgesetzt, bie Örtlichkeit war ihm von seiner Reise mit dein General her einigermaßen bekannt, er suchte sich seinen Weg nach der Hauptstraße. ber Großen Pera. Unterwegs raub er Ge­legenheit. seinen Teppich »u verkaufen, unb erhielt damr achtunddreißig türkische Lire. Der Preis war sicher miserabel, aber er war zufrieden, daß er soviel Geld zusammenkriegte. Mtt den lehn Lire, bie er für seine zehn Golbrubel erhalten hatte, besaß er fast achtundoieriig Lire, was einem Werte von hundert Reichsmark ungefähr entsprochen haben, mutz, wenn man davon ausgebt, daß die türkische Lira, wie nch ans dem Verkauf be# Goldstücks ergibt, auf etwa zwei

und zu fördern als Deutschland. Alles, was Jugoslawien für seinen industriellen Ausbau fehlt, kann ihm die deutsche Wirtschaft zur Verfügung stellen. Das gleiche gilt Armee.

108.37

107.63

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.

178.

131.25

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108.63

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Dhoin.MAin-Rörse

Riebeck Montan Schöfferhof-Bindg.

31. 5. 39

l. 6.39

31. 5. 39

1. 6. : 9

103.50

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Aschaflbg. Zellstoff

98.60

97.50

Schuckert & Co.

176.50

174.75

Bemberg . .

134

Siemens & Halske

----.----

Brown, Boveri &Co.

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Süddeutsch. Zucker

----.----

216.13

Buderus

98.25

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Tellus Bergbau

115

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Cement Heidelberg

141.50

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Ver. Dtscir. Oelfabr.

130.50

130.50

Chem. Albert .

96.50

94.75

Voigt & Häffner .

Daimler-Benz . .

Dtsch.Gold u.Silber

132.13 202

130.75

201

Zellstoff Waldhoff

112.25

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Deutsch Linoleum

158.13

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5®/e Reichsanl. v. 27

101.75

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Elektr. Liefer. Ges.

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^///«Younganleihe

102.37

102.37

Elekt.Licht u.Kraft

125.37

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An! -Ausl. (Altbes.)

132.35

132.63

Eschweiler .

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I. G. Farbenindust.

149.50

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Felten &Guilleaume

137.25

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Grün & Bilfinger

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Lindes Eismaschin.

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