Wiesbadener Tagblatt
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Nr. 125.
Donnerstag, 1. Juni 1939.
87. Jahrgang
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Unterhaltungsbeilage. ®erIincc Sür0: »««n-Wilm-rsdorf
Träger des Geistes eines Richthofen, Boelcke, Immelmann.
Sieges jubel um die Legion Condor
Heroische Probe unserer jungen Wehrmacht. — Die hervorragenden Leistungen unserer freiwilligen Flieger. Das ganze Volk dankt seinen tapferen Söhnen. — Abschluß der Empfangsfeierlichkeiten in Hamburg.
Der Gruh der Heimat.
wt. Das deutsche Volk nahm an den feierlichen Ereignissen, die Hamburg in einen Taumel der Freude und Begeisterung versetzten, tief innerlichen Anteil. Mit Stolz blicken wir Deutschen auf unsere Spanienfreiwilligen, die mit ihren Taten vor den Augen der Welt für die Schlagkraft der deutschen Wehrmacht Zeugnis ablegten. Unsere Gedanken und unsere Herzen weilten unter oen Hunderttausenden, die am Mittwochvormittag die Ufer der Elbe säumten und die Lust mit ihren Jubelrufen füllten, als die KdF.-Schiffe, die die Freiwilligen nach Hause gebracht haben, sichtbar wurden. Generalfeldmarschall Göring eilte auf der Jacht „Hamburg" den heimkehrenden Soldaten entgegen. Während er an den Schiffen vorbei fuhr, waren die Freiwilligen Gewehr bei Fuß angetreten und gaben ein eindrucksvolles Bild ft raff ft er Disziplin. An Bord des KdF.-Flaggschiffes „Robert Ley" befanden sich der Führer der Legion Condor, Generalmajor von Richthofen, und die spanischen Generale. Ununterbrochen klang freudiger Jubel zur Flotte hinüber. Eeneralfeldmarschall Göring, der die Kette vom Grogkreuz des Ordens der goldenen Pfeile, der ihm vor Jahresfrist von General Franco verliehen wurde, trug, stand an der Spitze der Jacht und dankte immer wieder für die begeisterten Kundgebungen.
Ausschiffung der Mannschaften.
Um 11 Uhr liefen mehrere Torpedoboote, die der Heimkehrerflotte vorausgefahren waren, im Hamburger Hafen ein. Von fernher klangen die Salutschüsse der Flakbatterien und kurze Zeit darauf wurde das KdF.-Schiff „Stuttgart" sichtbar. Schlagartig setzten die Sirenen aller im Hafen liegenden Schiffe zur Begrünung der deutschen Freiwilligen ein, deren rot-goldnes Banner am Mast der „Stuttgart^ flatterte. Unaufhörlich ging das Grützen und Winken
oldem
in weiger, hellblauer und roter Farbe bestehen wird. Das Staatswappen besteht aus einem roten, unten zugespitzten Schilde, in dem sich drei hellblaue Bergfpitzen befinden, aus deren mittlerer ein silbernes Patriarchenkreuz mit zwei, an den Enden mäßig verbreiterten Querbalken aufragt.
Berlin im Zeichen des Prinzregenten- Besuches
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)
It-Achse entlang über ....------ ------- ------... Reichsregierung, dem
früheren schloß Bellevue, das nach dem erfolgten Umbau gestern der Führer besichtigte, ziemlich lang ist. so ist auch den Berlinern gute Gelegenheit gegeben. Zeuge des Einzugs der jugoilawiichen (Saite der Reichsregierung zu werden, eine Gelegenheit, von der bei dem schonen warmen Wetter sehr stark Gebrauch gemacht werden wird.
dern. enolge als Zeichen jener jugoslawischen Freundschaft, die immer aktuell sei und die immer wieder beiden Ländern, die mehr als 100 Jahre Nachbarn an der Donau, seien, aus geopolitischen Erwägungen heraus diktiert werde.
Wie mir gestern schon berichteten, sind für den Empfang der hohen Gäste in Berlin alle Vorbereitungen getrosfen worden. Neben dem Hakenkreuzbanner beherrscht die blau« weitz-rote Flagge Jugoslawiens das Bild der strahe im Regierungsviertel. Für die Abendstunden ist eine bunte Festbeleuchtung der Innenstadt vorgesehen, auch wird die Ost-West-Achse wieder in der Festbeleuchtung erstrahlen, kurzum, es ist auch ein würdiger nutzerer Rahmen für den hohen jugoslawischen Besuck geschaffen worden. Da die Anfahttsstratze vom Lehrter Bahnhof zum Brandenburger Tor und dann die O" den Trotzen Stern zum Gästehaus
Das slowakische Innenministerium hat einen Gesetzentwurf über die staatlichen Hoheitszeichen der Slowakei _ und deren Anwendung ausgearbeitet, wonach die Staatsflagge aus drei gleichlaufenden rechteckigen Feldern in weiger, hellblauer und roter Farbe bestehen
as. In einer Zeit, in der die (»genannten demokratischen Mächte sich mit einem Eifer sondergleichen bemühen, eine Offensiv-Allianz gegen Deutschland und Italien aufzubauen, in einer Zeit, in der englische Blätter glauben, Umorganisationen im englischen Heeresaufbau als Beweis dafür bezeichnen zu können, Latz England eine Militärmacht ersten Ranges geworden sei, in einer solchen Zett liefert Deutschland einen neuen Beweis seiner Friedenspolitik und seiner Friedensliebe. Deutschland schlieht Nichtangriffspakte ab. Es liefert mit diesen Nichtangriffspakten zugleich die beste Antwort an Herrn Roosevelt, der ja die kleineren Staaten als von Deutschland bttiroht hingustellen beliebte. Der deutsch-dänische Nichtangriffspakt, der gestern unterzeichnet wurde, zeigt der Wett, was von Liefer Roosevettschen Hetze zu halten ist.
Dieser Nichtangriffspakt mit dem Nachbarstaat, mit dem wir im Norden eine gemeinsame Grenze haben, ist ein neuer Baustein zum europäischen Frieden. Es ist ja überdies bekannt, datz Deutschland zur Zeit auch mit Lettland und Estland über den Anschlutz von Nichtangriffspatten verhandelt, während im deutsch-litauischen Abkommen bereits diese gleiche Verpflichtung enthalten ist. Schweden, Norwegen und Finnland hingegen haben auf den Abschluß von derartigen Pakten verzichtet mit der Begründung, daß sie solche formellen Verträge zwischen sich und dem Reich keineswegs für nötig erachten. In jenen Staaten aber, die sich heute durch alle möglichen, englischen Versprechungen für die Einkreifungs- front einfangen lassen und damit Verpflichtungen übernehmen, deren Konsequenzen sie garnicht zu Übersehen vermögen, wird der Tag kommen, an dem man sich die Frage vorlegen wird, ob es nicht besser und vorteilhafter gewesen wäre, den Weg zu gehen, den die Länder gehen, die jetzt mit Deutschland Nichtangriffspakte abschließen und so ihren eigenen Interessen dienen, statt dem Interesse eines Kreises von Kriegshetzern.
Berlin, 31. Mai. Die Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der königlich dänischen Regierung über de» Abschluß eines Richtangriffsvertrages find zuw Abschluß gekommen. Am Mittwochmittag um 13 Uhr wurde im Auswärtigen Amt der Richtangriffsoertrag zwischen Deutschland und Dänemark durch den Reichsminister des Auswärtigen, o. Ribbentrop, und den königlich dänischen Gesandten in Berlin, Kammerherrn Herlus Zahle, in feierlicher Form unterzeichnet. Der Vertrag, der aus zwei Artikeln und einem Zeichnungsprotokoll besteht, stellt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Friedens in Europa dar.
Der Derttag, der in dem Abendnachrichtendienst oes dänischen Staatsrundfunks als ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Friedens in Europa bezeichnet wurde, wird nun vom Außenminister Dr. Munch in einem für Donnerstagvormittag einberufenen Staatsrat vorgelegt werden, zu dem der König aus seiner Sommerresidenz bei Stagen nach Dänemark kommt. Zum Zweck seiner Ratifikatton wird das Berliner Abkommen im Anschlutz daran dem Folketing, das Donnerstagmittag 3 Vammentritt, unterbreitet und nach den vorgefchriebenen zwei Beratungen von vor- ausfiMlich kurzer Dauer dem Landtag zur Verabschiedung überwiesen werden. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, kann im Hinblick auf die beifällige Aufnahme, die seinerzeit schon der Gedanke eines Nichtangriffspaktes mit Deutschland in der Presse fast aller Parteien gefunden hat, die Annahme des Berliner Vertrages im Dänischen Reichstag mit grotzer Mehrheit als sicher ermattet werden.
hin und her. Die Freude über den stolzen Empfang leuchtete aus den Augen unserer Spanien kä.mp fer, die in langen Reihen in ihren schmucken olivgrünen Uniformen an der Reeling des KdF.- Schiffes standen. Nun trafen die Schiffe der Reihe nach ein. Als letztes das Flaggschiff „Robert Ley". Generalfeldmarschall Göring wurde, als er die llberseebrücke betrat, begeistert gefeiert. Dem Kommandeur der deutschen Legion, Generalmajor Freiherr v. Richthofen, der nun mit seinem Stabe den „Robert Ley" verlietz, wurden stürmische Huldigungen dargebracht. Er erstattete seinem Oberbefehlshaber Meldung. Hermann Göring hieß ihn in der Heimat willkommen mit ben Worten: „Die Legion hat hervorragend und mit tiefster Hingabe gekämpft. Ich bin stolz auf euch!" Während nun die Ausschiffung der Mannschaften durchgesührt wurde, begab sich der Eeneralfeldmarfchall zum Hamburger Zoo, um die Ausstellung, „Segen des Meeres", zu befichttgen.
Vorbeimarsch der Legion.
Inzwischen nahmen die Formationen der Freiwilligen Aufstellung zum Vorbeimarsch, der auf dem Karl-Muck-Platz stattfand. Zehntausende umlagerten den Platz und als Generalfeldmarschail Göring und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, sowie Vertreter der Generalität und Admiralität erschienen, brandete ihnen der Jubel der Hamburger entgegen, der sich noch weiter steigerte, als die Spitze der deutschen Legion, geführt von ihrem Kommandeur, Generalmajor v. Richthofen, vom Zeughausmarkt her den Holstenwall entlang in Sicht kam. Das Spalier hielt dem begeisterten Ansturm kaum stand. Die Freiwilligen wurden mit einem wahren Blumenregen überschüttet. Generalmajor von Richthofen nahm neben Hermann Göring Aufstellung ebenso das rot-goldene Feldzeichen der deutschen Legion, mit den Hakenkreuzen und den Symbolen der spanischen Falange geschmückt. Die
äs. Berlin. 1. Juni. Berlin steht heute völlig im Zeichen des I u g oi I a w i f ch e n Staatsbesuches. Es wird Bem Prinzregenten Paul und der Prinzessin Olga, die um 15.30 Uhr auf dem Lehrter Bahnhof ein« treffen, ein herzlicher Empfang bereitet. Die Schulen haben heute frei, damit auch die Jugend an diesem Empfang tetlnebmen kann. Die Berliner Betriebe leisten einem Aufruf des Reichsprovagandaministers Folge und I mit egen um 12 Uhr. um den Arbeitern und Angestellten Gelegenheit zu geben, sich an der Svalierhildung zu beteiligen. .Die Berliner Bevölkerung", so heißt es hierzu in dem Auirui Dr. Goebbels. ..empfindet in einer Zeit autzenvolitncher Verhetzung den Besuch des jugoslawischen Prinzregentenvaares als ein erneutes Zeichen tieier Freundschaft zwischen Jugoslawien und Grotz- deutschland und als einen weiteren Beitrag zur Befriedung Europas“. Datz die gleichen Gefühle auch in Jugoslawien herrschen, zeigt der Kommentar, mit dem das Belgrader Regierungsblatt ..S a m ou p r ov a" die Reise des Prinzregenten begleitet. Auch hier wird betont, datz durch dielen Besuch erneut die deutsch-jugoslawische Freundschaft bekräftigt werde. Der Besuch fei durch keine augenblickliche Aktualität bedingt, son-
Kampfflieger eröffneten in Neuner-Reihen die Parade. In glänzender Haltung, umtost von dem Jubel der Massen, marschierten sie an ihrem Oberbefehlshaber vorüber, der immer wieder den Marschallstab zum Erutz erhob. Es folgten die Jagdflieger und die Aufklärer. Es war eine einzige Welle des Stolzes und der Freude, des Stolzes über die Waffentaten und den mutigen Einsatz deutscher Söhne auf spanischer Erde. Mit aufgepflanztem Bajonett marschietten die Flakabteilungen, die Luftnachrichtentruppen und Sanitätsabteilungen vorbei. Immer wieder dröhnten die Jubelstürme über den Platz und immer wieder grüßte Hermann Göring voll stolzer Freude die siegreich heim- gekehtten Soldaten.
Die Feier auf der Moorweide.
Am Nachmittag fand auf der M o o r w e i d e di« feierliche Begrüßung und Auszeichnung der Legion Condor statt. Neben den deutschen Offizieren sah man auf der Tribüne zahlreiche spanische und italienische Kameraden. Lebhafte Beifallskundgebungen begrüßten das Erscheinen dieser Vertreter der beiden befreundeten Mächte. Auch zahlreiche ehemalige Ofliziere der Legion hatten auf der Tribüne Platz gefunden. Die spanischen Generale erschienen in Begleitung der beiden früheren Befehlshaber der Legion Condor, Sperrte und Volkmann. Bis zum Beginn der Kundgebung sangen die Freiwilligen ihre selbstgedichte- ten Schlacht- und Kampflieder. Um 16.30 Uhr erschien Eenralfeldrnarschall Hermann Göring. Die Legion präsentierte das Gewehr, während der Präserttiermarsch der Fliegertruppe erklang. Der Generalfeldmarschall schritt, begleitet von dem Befehlshaber der Legion, Generalmajor Freiherr von Richthofen, gefolgt von Staatssekretär Generaloberst Milch, General der Flieger S p e r r l e, General der Flieger Vollmann, Generaladmiräl Albrecht, General der Kavallerie Knochenhauer die lange Front der Legion ab. Hierauf begab er sich zur Ehrentribüne und hielt seine an anderer Stelle veröffentlichte Ansprache. Nach der Verleihung der vom Führer gestifteten Auszeichnung präsentierte die Legion das Gewehr, während ihr, Kommandeur erklärte: „Die Auszeichnung soll uns ein Ansporn sein, auch künftig unsere Pflicht zu tun, wie bisher, für unsere Waffe, für unser Vaterland und für unUrcn Führer."
Nach einem Empfang im Hamburger Rathaus begab sich Generalfeldmarschall Göring, von dem Jubel unübersehbarer Menschenmassen begleitet, zum Dammtorbahnhof von wo aus er die Rückfahrt nach Berlin antrat. Hamburgs großer Tag hatte damit seinen Abschluß gefunden, ein Tag, der sich unvergeßlich in die Herzen all derer, die ihn miterleben durften, eingeprägt hat.
Neuer Baustein zum Frieden
Nichtangriffspakt Deutschland—Dänemark. — Feierliche Unterzeichnung in Berlin.
