Seite 20. Nr. 100.
Wiesbadener Tagblatt
Samstag/Sonntag, 29. 30. April 1939.
Indern das es zugleich auch als gewal- t der Käufer zahlreicher Produkte ist.
unten
Der Freundschaftsvertrag von Polen zerbrochen
Spanien, die Niederlage des Bolschewismus
Deutschland hat in diesen Wochen mit der heißesten eilnayme den Sieg des nationalen Spaniens miterlebt .
Ein einzigartiges Angebot und seine unverständliche Ablehnung
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Die deutsche Legion blutete für die Kultur des Abendlandes
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wahrhaft einmaligen Kompromiß zu lösen, und zwar zu lösen zu Gunsten beider Länder.
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und gefeiert. Als ich mich einst enffchloß, dem Ruf General Francos und seiner Bitte, gegenüber der internationalen Unterstützung der bolschewistischen Mordbrenner ihm auch durch das nationalsozialistische Deutschland Hilfe zukommen zu lassen, zu entsprechen, wurde dieser Schritt Deutschlands von diesen selben internationalen Hetzern in der infamsten Weise mißdeutet und beschimpft.
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Demokratische Kriegshetze im Dienste Moskaus.
Wenn nun aus diesen Anlässen in den letzte» Wochen eine neue Unruhe über Europa hereingebrochen ist, dann ist verantwortlich dafür ausschließlich jene uns bekannte im Dienst internationaler Kriegs- hetzerstehendePropaganda, die, von zahlreichen Organen in den demokratischen Staaten betriebe», versucht, durch eine fortgesetzte Steigerung der Nervosität, durch das Fabrizieren andauernder Gerüchte Europa reis für eine Katastrophe zu machen, jene Katastrophe, von der man dann erhofft, was aus anderem Weg bisher nicht gelungen ist: die bolschewistische Vernichtung der europäischen Kultur!
Der Haß dieser Hetzer ist umso verständlicher, als ihnen untevdeß einer der größten Gefahrenpunkte der europäischen Krise dank des Heldentums eines Mannes, seines Volkes und —• das darf ich aussprechen — auch dank der italienischen und der deutschen Freiwilligen entzogen wurde.
Das deutsche Volk steht hinter seinem Führer.
Was in den letzten Wochen diese internationalen Kriegshetzer an verlogenen Behauptungen zusammenMfchten und vor allem in den zahlreichen Zejtungen zum besten gaben, ist zum Teil ebenso kindisch wie bösartig. Der erste Erfolg ist — soweit dies nicht den innenpolitischen Zwecken der demokratischen Regierungen dienen soll — die Verbreitung einer nervösen Hysterie, die im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten zur Zeit bereits die Landung von. Marsbewohnern für möglich hält. Der eigentliche Zweck soll allerdings die Vorbereitungen der öffentlichen Meinung sein, die englische Einkreisungspolitik als notwendig anzusehen und sie mithin auch im schlimmsten Falle zu unterstützen.
Das deuffche Volt kann demgegenüber mit größter Ruhe seiner Arbeit nachgehen, Seine Grenzen werden vom besten Heer der deutschen Geschichte verteidigt, sein Luftraum wird von der gewaltigsten Luftflotte geschützt, unsere Küsten sind für jede feindliche Macht unangreifbar gemacht. Im Westen ist das stärkste Verteidigungswerk aller Zeiten entstanden. Das Entscheidendste aber ist die Geschlossenheit des Volkskörpers selbst, das Vertrauen der Deutschen untereinander, auf die gemeinsame Wehrmacht und — ich darf
Einseitige Verletzungen des Abkommens
Meiner Überzeugung »ach war Pole» bei dieser Lösung aber überbanvt kein gebender Teil, sondern nur ein nehmender, denn daß Danzig niemals polnisch werden wrrd. dürfte wohl außer Zweifel stehe». Die Deutschland nunmehr von der Weltpresse einfach angedichtete Angrifss- absicht führte in der Folge zu dem Ihnen bekannten sogenannten Garantieangbot und zu einer Bervflichtung der volnischen Regierung, für einen gegenseitigen Beistand. der also Polen unter Umständen zwingen würde, tm Falle eines Konflikts Deutschlands mit irgend einer anderen Macht, durch den wieder England auf den Plan gerufen würde, nun seinerseits gegen Deutschland militärisch Stellung zu nehmen. Diese Verpflichtung widerspricht der Abmachung, die ich seinerzeit mit dem Marschall Pilsudski getroffen habe. Denn in dieser Abmachung ist ausschließlich Bezug genommen aus bereits, also damals bestehende Verpflichtungen, und zwar auf
Man erklärte damals, daß Deutschland die Absicht habe, sich in Spanien festzusetzen, daß wir spanische Kolonie» zu nehmen gedachten, ja, es wurde in einer nteder- trächtigen Lüge die Landung von 20 000 Mann rn Marokko erfunden, kurz man hat nichts unterlaßen, den Idealismus unserer und der italienischen Unterstützung zu verdächtigen und daraus die Elemente für eine neue Kriegshetze zu finden.
2» wenigen Wochen wird nun der siegreiche Held des nationale» Spaniens seinen feierlichen Einzug in die Hauptstadt seines Landes halten. Das spanische Volk wird ihm zujubeln als dem Erlöser von einem unsagbaren Grauen, als dem Befreier von Mordbrennerbanden, die nach den Schätzungen allein an Hingerichteten und Ermordeten über 775 000
Menschen aus dem Gewissen haben.
Mau hat die Bevölkerung ganzer Dörfer und Städte förmlich abgeschlachtet unter der stillen, huldvollen Patronanz westeuropäischer . und amerikanischer-demokrati cher
An diesem seinem Siegeseinzug nehmen in den Reihen der tapferen spanischen Soldaten neben den italienischen Kameraden auch die Freiwilligen unserer deutschen Legion teiI. Wir hoffen, sie ganz kurzeZeit später bei uns in der Heimat begrüßen zu können. Das deutsche Volk wird dann erfahren, wie tapfer seine Söhne auch auf diesem Platze für die Freiheit eines edlen Volkes mitgekämpst haben und damit letzten Endes für die Errettung der europäischen Zivilisation. Denn der Sieg des bolschewistischen Untermenschentums in Spanien hätte nur zu leicht seineWellen über ganz Europa schlagen können. Daher auch der Haß derer, die es bedauern, daß Europa nun wieder nicht in Feuer und Flamme aufging. Sie wollen daher erst recht sich keine Möglichkeit entgehen lassen, um zwischen die Völker das Mißtrauen zu säen und die für sie erwünschte Kriegsstimmung anderwärts zu schaffen.
Wir lassen uns unsere Märkte nicht rauben.
Denn daraus basiert zu einem hohen Prozentsatz die Existenz unseres Volkes. Es gehört wieder zur Größe sogenannter demokratischer Staatsmänner, einen eminenten politischen Erfolg darin sehen zu wollen, einem Volke seinen Absatz z. B. durch Boykott an Verkaufsmärkten zu verschließen, um es damit — so nehme ich wohl an — zum Aushungern zu bringen.
Ich brauche Ihne» nicht zu versichern, daß meiner Überzeugung nach die Völker daran nicht verhungern, sondern daß sie unter solchen Umständen eher »och irnrndr lieber kämpfen würden.
Unabhängigkeit unserer Partner nicht bedroht
Was Deutschland betrifft, ist es jedenfalls entschlossen, sich gewisse lebenswichtige Märkte nicht durch terroristische Eingriffe von außen oder Drohungen rauben zu lassen. Dies liegt aber nicht nur in unserem Interesse, sondern ebenso auch im Interesse unserer Handelspartner. Es ist hier wie bei jedem Geschäft, nicht eine einseitige, sondern eine gegenseitige Abhänigkeit vorhanden.
Wie oft haben wir das Vergnügen, in den drlettan-
die »ns bekannte» Bervflichtuage» Pole» Frankreich gegenüber. Diese Verpflichtungen nachrräglick zu erweitern. steht im Widerspruch zur deutsch-volnischen Nichtangriffsvakterklärung. Ich hätte unter diesen Umstände» damals diesen Pakt nicht abgeschlossen. Denn was babe» Nichtangriffspakte Lberbaupt für einen Sinn, wenn sich der eine Partner praktisch eine Unmenge von Ausnabmefällen offen läßt!
Es gibt entweder kollektive Sicherheit, d. h. kollettive Unsicherheit und ewige Kriegsgefahr, oder klare Abkommen, die aber auch grundsätzlich jede Wasfenwirkung unter den Kontrahenten ausschließen.
Ich sehe deshalb damit das von mir und dem Marschall Pilsudski seinerzeit geschlossene Abkommen als durch Polen einseitig verletzt an und damit als nicht mehr bestehend!
Ich habe dies der polnischen Regierung mitgeteilt. Ich kann aber auch hier nur wiederholen, daß dies keine Änderung meiner grundsätzlichen Einstellung zu den angeführten Problemen bedeutet. Sollte die polnische Regierung Wert darauf legen, zu einer neuen vertraglicher Regelung der Beziehungen zu Deutschland zu kommen, sc werde ich das nur begrüßen, allerdings unter der Voraussetzung, daß eine solche Regelung dann auf einer ganz klaren und gleichmäßig beide Teile bindenden Verpflichtung beruht Deutschland ist jedenfalls gerne bereit, solche Verpslichtungen zu übernehmen und zu erfüllen.
tischen wirtschaftlichen Abhandlungen unserer demokratischen Pressen zu lesen, daß Deutschland deshalb, weil es mit einem Land enge wirtschaftliche Beziehungen unterhält, dieses Land in seine Abhängigkeit bringt. Ein geradezu haarsträubender jüdischer Unsinn. .
Denn wenn heute das Deutsche Reich einem Agrarstaat Maschinen liefert und dafür von diesem Lebensmittel erhält, dann ist das Reich als Konsument von Lebensmitteln von diesem Agrarstaat mindestens ebenso, wenn nicht noch mehr abhängig, als der Agrarstaat, der von uns als Bezahlung Jndustrievrodukte empfängt. ,
Deutschland siebt m den baltischen Staaten mit die wichtigsten Handelspartner.
Wir sind aus diesem Grunde interessiert, daß sie ent eigenes und unabhängiges geordnetes nationales Leben führen. Dies ist in unseren Augen die Voraussetzung für jene innere wirtschaftliche Entwicklung, die selbst wieder die Voraussetzungen für den Tauschverkehr liefert. Ich bm daher glücklich, daß wir auch mit Litauen den Streitpunkt, der zwischen unseren Ländern lag, beseitigen konnten. Denn damit ist das einzige Hindernis aus dem Wege, geräumt für eine freundschaftliche Politik, die sich nicht in politischen Komplimenten, sondern in wirtschaftlicher praktischer Arbeit bewähren kann, und — wie ich überzeugt bin — bewähren wird. Die demokratische Welt bat allerdings auch hier zutiefst bedauert, daß das Blutvergießen ausblieb, daß also 175 000 Deutsche in die von ihnen Über alles geliebte Heimat zurückkehren konnten, ohne daß ein paar Hunderttausend andere deshalb erschossen wurden!
Dies schmerzt die humanen Weltapostel tief. Es war daher nicht verwunderlich, daß sie sofort im Anschluß daran nach neuen Möglichkeiten Ausschau hielten, die europäische Atmosphäre eben doch noch einmal gründlich zu stören. Und so. wie im Falle der Tschecho-SIowakei griffen sie dieses Mal wieder zur Behauptung deutscher militärischer Maßnahmen, d. h. also einer sogenannten deutschen Mobilmachung. Das Objekt dieser Mobilmachung sollte Polen sein.
Über das deutsch-polnische Verhältnis ist wenig zu sagen. Der Friedensvertrag von Versailles bat auch hier, und zwar natürlich mit Absicht, dem deutschen Volke die schwerste Wunde zugefügt. Durch die eigenartige Festlegung des Korridors Polens zum Meer sollte vor allem auch für alle zukünftigen Zeiten eine Verständigung zwischen Polen und Deutschland verhindert werden. Das Problem ist — wie schon betont — für Deutschland vielleicht das aller- schmerzlichste. Allein trotzdem habe ich unentwegt die Auffassung vertreten, daß die Notwendigkeit eines freien Zuganges zum Meer für den volnischen Staat nicht übersehen werden kann, und daß überhaupt grundsätzlich auch in diesem Fall die Völker, die nun einmal von der Vorsehung dazu besttmmt oder meinetwegen verdammt sind, nebeneinander zu leben, sich zweckmäßigerweise nicht künstlich und unnotwendig das Leben noch verbittern sollten.
Der verstorbene Marschall Pilsudski, der derselben Meinung anhing, war daher bereit, die Frage einer Entgiftung des deutsch-polnische» Ver- bältnisses zu überprüfe» und endlich das Abkomme« abrufchließe», durch das Deutschlaud und Polen in der Regelung ihrer beiderseitigen Beziehungen entschlossen waren, auf das Mittel des Krieges endgLl- tigzu verzichten. Diese Abmachung batte allerdings eine einzige Ausnahme: Sie wurde praktisch Polen zn- geftande». Es wurde fettgestellt, daß die vo» Pole» schon pisster getroffene» Beistandspakte, es war dies der
mieten — nun fein anderes Interesse, als auch mit diesem Staat in Frieden und Freundschaft zu leben und unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu ibm zu finden und zu pflegen. Und hier möchte ich grundsätzlich eines erklären: Die Bedeutung wirtschaftlicher Abmachungen mit Deutschland liegt nicht nur darin, daß Deutschland als Exporteur befähigt ist, fast alle industriellen Anforderungen zu erfüllen, sondern das es zugleich auch als gewaltigster Konsument der Käufer zahlreicher Produkte ist. die es anderen Ländern überhaupt erst ermöglichen, ihrerseits am Welthandel teilzunehmen. Wir haben nur ein Interesse daran, diese wirtschaftlichen Märkte uns nicht nur zu erhalten, sondern vor allem, sie auch zu pflegen.
Beistandspakt mit Frankreich, dadurch nicht berührt werden sollten. Es war aber selbttoerttändlich, daß sich dies ausschließlich auf den bereits vorhandenen Beistandspakt beziehen konnte und nicht auf beliebig neu abzuschließende.
Tatsache ist, daß das deutsch-polnische. Abkommen zur außerordentlichen Entspannung der europäischen Lage beitrug. Immerhin war zwischen Deutschland und, Polen eine Frage offen, die früher oder später ganz natürlich gelost werden mußte, die ' Frage der deutschen Stadt Danzig. Danzig ist eine deutsche Stadt, und sie will zu Deutschland. Umgekehrt hat diese Stadt vertragliche Abmachungen, die ihr allerdings aufgezwungen waren durch die Versailler Friedensdiktatoren mit Polen.
Da nun außerdem der Völkerbund, früher als größter Unruhestifter, nunmehr mit einem allerdings außerordentlich taktvollen Hohen Kommissar vertreten ist, muß spätestens mit dem allmählichen Erlöschen dieser unheilvollen Jnstitntion das Problem Danzig so oder so erörtert werden. Ich sah nun in der friedlichen Lösung dieser Frage einen weiteren Beitrag für eine endgültige europäische Entspannung. Denn dieser Entspannung dient man sicherlich nicht durch die Hetze wahnsinnig gewordener Kriegstreiber, sondern durch die Beseitigung wirklicher Gefahrenmomente.
dies wohl aussprechen — das Vertrauen auf die Führung.
Unser Vertrauen zu unseren Freunden.
Nicht geringer aber ist das Vertrauen von Führung und Volk zu unseren Freunden. Und hier an der Spitze zu dem Staat, der uns in seiner schicksalhaften Verbundenheit in jeder Hinsicht am nächsten steht. Auch in diesem Jahr hat das faschistische Italien das höchste Verständnis für die berechtigten deutschen Interessen aufgebracht. Es darf niemand wundernehmen, wenn auf unserer Seite das gleiche Empfinden gegenüber den italienischen Lebensnotwendigkeiten besteht. Der Bund, der diese beiden Völker vereint, ist unzerreißbar. Jeder Versuch, an dieser Tatsache zu rütteln, erscheint uns als lächerlich. Er erhält in jedem Fall seine beste Illustrierung und Aufklärung in dem Artikel, den vor wenigen Tagen erft eine große demokratische Zeitung schrieb, daß man nicht mehr daran glauben dürfe, Italien und Deutschland auseinander manövrieren zu können, um sie dann im einzelnen zu vernichten.
Deutschland — Italien—Japan.
So hat. die deutsche Reichsregierung auch im tiefsten Verständnis das Recht der Aktion des italienischen Freundes , in Albanien begriffen und diese daher begrüßt. Ja, der j Faschismus hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, in dem Italien von Natur und Geschichte zugewiesenen Lebensraum für die Aufrechterhaltung einer Ordnung zu sorgen, durch die allein eine wirkliche Blüte der menschlichen Kultur begründet und gesichert erscheint. Über die zivilisatorischen Arbeiten des Faschismus kann man in der übrigen Welt aber letzten Endes genau so wenig im Zweifel sein wie über die des Nationalsozialismus. In beiden Fällen sprechen unbestreitbare Tatsachen gegen das haltlose Geflunker und die unbewiesenen Behauptungen der anderen Seite. Die Verengung der Beziehungen Deutschlands zu Italien und zu Japan ist das dauernde Ziel der deutschen Staatsführung. Wir sehen ik dem Bestand und der Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit dieser , drei Weltmächte das stärkste Element der Aufrechterhaltung einer wirklichen menschlichen Kultur, einer praktischen Zivilisation, sowie einer gerechteren Weltordnung für die Zukunft.
Ich habe nun der polnischen Regierung, nachdem das Problem Danzig schon vor Monaten einige Male besprochen worden war. ein konkretes Angebot unterbreiten lassen. Ich teile Ihnen, meine Abgeordneten, nunmehr dieses Angebot mit, und Sie werden sich selbst ein Urteil bilden, eü> es nicht hn Dienste des euroväischen Friedens das gewaltigste Entgegenkommen darstellt, das an ftch denkbar war. Ich habe, wie schon betont, die Notwendig- rett eines Zuganges dieses Staates zum Meere stets ein- gesehe» und damit auch in Rechnung gestellt. Ich bin ja kein demokratischer Staatsmann, sondern ein realistischer Nationalsozialift. Ich hielt es aber auch für notwendig. der Warschauer Regierung klarzumachen, daß so, wie sie einen Zugang zum Meere wünscht. Deutschland einen Zugang braucht zu seiner Provinz im Osten. Es sind dies nun einmal schwierige Probleme. Dafür ist nicht Deutschland verantwortlich, sondern jene Zauberkünstler von Versailles, die in ihrer Bosheit oder in ihrer Gedankenlosigkeit in Eurova 100 Pulverfässer herumstellten, von denen jedes einzelne außerdem noch mit kaum auslöschbaren Lunten versehen worden war. Man kann nun diese Probleme nicht nach iraenb einem alten Schema lösen, sondern ich halte es für notwendig, daß man hier neue Wege geht. Denn der Weg Polens zum Meer durch den Korridor und umgekehrt ein deutscher Weg durch diesen Korridor haben überhaupt keinerlei militärische Bedeutung. Ihre Bedeutung liegt ausschließlich auf psychologischem und wirtschaftlichem Gebiet. Einem solchen Verkehrsstrang eine militärische Bedeutung zuweisen zu wollen, hieße, sich einer militärischen Naivität von seltenem Ausmaß ergeben.
Ich habe nunmehr der polnischen Regierung folgenden Vorschlag unterbreiten lassen:
1. Danzig kehrt als Freistaat in den Rahmen des Deutschen Reiches zurück.
2. Deutschland erhält durch den Korridor eine Straße und eine Eisenbahnlinie zur eigenen Verfügung mit dem gleichen exterritorialen Charakter für Deutschland. als der Korridor ihn für Polen besitzt. Dafür ist Deutschland bereit:
1. Sämtliche wirtschaftlichen Rechte Polens in Danzig anrnerkennen.
2. Pole« in Danzig einen Freihafen beliebiger Größe und bei vollständigem „freien Zugang sicherzu- stelle».
3. Damit die Grenzen zwischen Deutschland und Polen endgültig als gegeben hinzunebmen und zu akzeptieren.
4. Einen 25jährigen Nichtangriffspakt mit Polen abzuschließen. also einen Pakt, der weit über mein eigenes Leben binausreichen würde, und
5. die Unabhängigkeit des slowakischen Staates durch Deutschland. Polen und Ungarn gemeinsam sicher- zuftelle«. das den vrakttschen Verzicht auf jede einseitige deutsche Vormachtstellung in diesem Gebiet bedeutet.
Polen aber mobilisierte Truppen.
Die polnische Regierung bat dieses mein Angebot abgelebnt und sich
1. nur bereiterklärt, über die Frage des Ersatzes des BLlkerbundskommissars zu verbandeln und
2. Erleichterungen für den Durchgangsverkehr durch den Korridor z» erwägen.
Ich habe diese mir unverständliche Haltung der polnischen Regierung aufrichtig bedauert, jedoch, das allein ift nicht das Entscheidende, sondern das Schlimmste ist. daß nunmehr ähnlich wie im Falle der Tschechei vor einem Jahr auch Polen glaubt, unter dem Druck einer verlogenen Welt- Hetze Truppen einberufen zu müssen, obwohl Deutschland seinerseits überhaupt nicht einen einzigen Mann eingezogen bat und nicht daran dachte, irgendwie gegen Polen vorzu- gebe«. Wie gesagt, dies ift an sich sehr bedauerlich, und die Nachwell wird einmal entscheiden, ob es nun wirklich richtig war. diesen von mir gemachten einmaligen Vorschlag abzu- lehneu. Dies — wie gesagt — war ein Versuch von mir, eine die ganze deutsche Nation innerlich bewegende <rrage in einem
