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Verlag Langgasse 21

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Tagblatt-Haus" Nr. 6(350-53.

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^Nerstag. 13. Kugust 1914.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 373. - 62. Jahrgang.

, vje Haltung Italiens.

toitb gut daran tun, sich wegen der künftigen klungen des Quirinais nicht vorzeitig zu

..nicht vorzeitig zu er-

. . ist wahr, die Zurückhaltung Italiens, das l zu ^??en Bündnisvertrag zum Mitgehen verpflich- En scheint, erweckt vielfach peinliche Emp- aber ob diese berechtigt sind, darüber lan - gegenwärtig nichts sagen. Wir machen 5, J öUfmerfiam, daß die ersten römischen Meldun-

der Neutralität Italiens bei uns und auch in ^^?^chaus nicht mit unangenehm klingenden und feuTf Kommentaren aus politischen Kreisen be- si,,« Werden sind. Wir haben ferner schon daraus '^Uii ' en ' daß es selbstverständlich sehr darauf an- '»!> a ivelche Verbindlichkeiten für Italien bestehen, z? bish>er der Bündnisvertrag nicht J i e n 11 i cfy t worden ist, so ist man . auf Raten , omBtnieren angewiesen. Gleichwohl ist nicht zu "' daß man überhaupt nicht recht weiß, wozu durch den Vertrag materiell wie moralisch an- sj, n Werden könnte, wenn die gegenwärtige Lage, ,8ftff Rußlands und Frankreichs auf uns, noch Weita 0 ^ hinreichen soll, um die Mobilisierung ft herbeizuführen. Andererseits ist es ganz ^»k>o Italien, wenn es sich jetzt und sofort den Hv cn der britischen und der französischen Flotte i jp ^ wollte, üble Folgen zu gewärtigen hätte, »x: l^fner klar, daß eine wohlwollende N e n- Ha t Italiens uns ungemein nützen kann,

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i nj fftiem sie denn doch französische Streit- von unseren Grenzen abzieht, iodann indem i,;, Österreich-Ungarn eine außerordentliche - k »& n £ eüung bedeuten würde, endlich weil es auf möglich wäre, einen großen Teil unserer si^llchen Zufuhr über Genua und die Gott- i^°°hn zu beziehen.

aber könnte manches auch ganz anders " , Wir müssen uns damit begnügen, andere ^ten nur ganz leise an zu deuten, vielmehr ,, .vägung dem Scharfsinn und dem politischen Hz""vis unserer Leser zu überlassen. Solange ch,-chs>chehen ist oder auch nur in greifbare Aussicht A m^-int, was Betrachtungen von dieser Art eine ? k^E'llage geben könnte, solange braucht man sich

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Eventualitäten

nicht zu ' beschäftigen, wir also ruhig an, daß Italien seine Vcr- Ak Mten und wohlwollende Neutralität bewahren .wamit wäre, um es zu wiederholen, für uns Verbündeten an der Donau durchaus ^^nig gewonnen. Wir möchten in diesem k sffYÄnge daran erinnern, wie sich Fürst B i s-

'v seinenGedanken und Erinnerungen" und ft dgtz Fürst Bülow in seinerDeutschen Politik" Verhältnis Italiens zu uns und Österreich- sj> 55Eußers hat. Von optimistischen Erwartungen kräftige italienische Initiative Schulter an T'it uns ist da gar keine Rede. In denGe- Erinnerungen" heißt es da u. a.:Wenn

Hurra Germania!

^ieine Bilder aus Straßburg. Von Kurt Schede (Straßburg).

Das Volk von Brüdern.

Stufen des Kleber-Denkmals hat der schmucke lA 4," Kriegszustand verkündigt.

f! tB 0 ' ^ftschenmenge, die auf die Trommelwirbel herbei- 'ih^'drz ' di:

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»bst !r>is >d d

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? >n " n 0t sich jetzt über den schönen freien Platz und St Bens ® n ß e des Hohen Stegs und der Meisengasse.

% ^ftüvas Großes ist geschehen, ein historisches Ereig- . j^hbarcr Tragweite.

^ Uitb K- ert "Ilo- die nun, Kopf an Kopf, in den Straßen jtA «».die Verkündigung besprechen.

'!? E trtu n ftud Ältesten, die schon 1870 mitgetan haben, Y* t te» Dionen. Sie kennen die Bedeutung des schick- Portes Belagerungszustand und holen alte Er- ^rvor.

i.Vr Un 9 £n an schwüle Augustnächte und heiße Tage V'e V eßun 9 und Sorge.

f n 0erert denken nur an die Gegenwart. Viele mit s" manche mit klopfendem Herzen.

Kt, fn die Elsässer, wo die Altdeutschen?

T 1 * weiß sie zu unterscheiden.

Sommerabendstunde sind alle Gegensätze ge-

macht einen Strich zwischen Einheimisch und Än , wemand denkt an die Wortgeplänkel und An-

5itV°n

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hüben und drüben.

^ Schlag, unter den Wirbeln der Trommeln ist

vfttttiie § deutsch geioorden. Deutsch unter dem Druck ''' ' deutsch in dem gemeinsamen Gefühl, daß vom

e und der Sieg zu uns kommt.

- den Hohen Steg hinauf und hinab, ie die sich niemals gesehen haben, drücken ein­

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die geeinte österreichisch-deutsche Macht in der Fesftg- keit ihres Zusammenhangs und in der Einiheitlichkeit ihrer Führung ebenso gesichert wäre wie die russische und die französische, jede für sich bekrackitet, es sind, so würde ich, auch ohne daß I t a ! i e n der dritte im Btlnde wäre, den gleichzeitigen Angriff unserer beiden großen Nachbarreiche nicht für lebensgefährlich halten. Wenn aber . . . italienische Begehrlich­keiten Österreichs Besitz ani Adriatischen Meere und seine Streitkräste in ähnlicher Weise wie zu Radetzkys Zeiten in Anspruch nehmen sollten, dann würde. der Kampf, dessen Möglichkeit mir borschwebt, ungleicher lein."

, Und nun Fürst B ü I o w. Bei ihm heißt es:Auch wenn Italien nicht in allen Situationen bis zu den letzten Konseguenzen mit uns und Österreich und wir und Österreich, nicht in allen Verwicklungen des welt­politischen Getriebes mit Italien gehen könnten, so würde doch jede der drei Mächte durch den Bestand des Bündnisses verhindert sein, dem Gegner der anderen zur Seite zu treten. Das hatte Fürst Bis­marck im Auge, wenn er einmal äußerte, es genüge ihm, daß ein italienischer Korporal mit der italienischen Fahne und einem Trommler neben sich die Front gegen Westen, d. h. gegen Frank­reich, und nicht gegen Osten, d. h. gegen Österreich- Ungarn, nähme. Alles weitere wird davon abhängen, wie eine eventuelle Konsliktsfrage in Europa gestellt, mit welchem Nachdruck sie militärisch von uns ver­treten und nnt welchem Erfolg sie militärisch und diplomatisch durchgeführt wird."

Man sieht hiernach, daß diese beiden früheren Reichs­kanzler ziemlich kühl über Italiens Entschlüsse im Kriegsfälle gedacht haben. Somit möchte man auch annehmen, dasp der deutsch-italienische und der italie­nisch-österreichische Bündnisvertrag nichts enthalten, was durch die gegenwärtige Italienische Reserve nicht gerechtfertigt werden könnte. Lange kann es ja nicht dauern, bis Klarheit über Italiens Stellungnahme geschafsen wird. Warten wir diese Klarheit im B e - wußtsein unserer eigenen Stärke und in der Zuversicht ab, daß es eine,, internationale Moral gibt, an deren Beeinträchtigung niemals ge­glaubt werden darf, bevor solche Beeinträchtigung er­folgt ist. Haben wir derartige Erfahrungen jetzt mit dem Zarenreiche gemacht, so dünkt es uns eine'Be­leidigung unseres Gefährten am Tiber zu sein, wenn sich Unterstellungen hervorwagten, zu denen bis zur Stunde niemand eine Befugnis besitzt.

Die Erfolge in Elsaß- Lothringen.

Die französischen Gefangenen bei Mülhausen und Lagarde.

Der deutsche Boden vom Feind gesäubert.

W. T.-B. Berlin, 12. Äug. Bei Mülhausen haben die deutschen Truppen 10 französische Offiziere und 513 Mann gefangen genommen. Außerdem wurden vier Geschütze, zehn Fahrzeuge und eine

Oder sie bleiben stehen und besprechen die kommenden Dinge.

Da zieht eine Abteilung Militär vom Broglie-Platz heran. Junge, kräftige Menschen in der kleidsamen neuen Feld­uniform.

Eine Stimme erhebt sich aus der tausendköpfigen Menge und bringt ein Hoch aus. Andere Stimmen fallen ein, und plötzlich flutet ein einziger, hallender Ruf der Begeisterung an den Häusern hin.

Wo sind die Elsässer, wo die Altdeutschen?

Ein einig Volk von Brüdern huldigt aus ganzem Herzen den jungen Kriegern, die in gleichem Schritt und Tritt vorüberstampfen. ^

Und den Hochs folgen die Lieder.

Dic xang vergessene 'Wacht'am Rhein" steigt klirrend aus tausend Herzen und erfüllt mit ihren wuchtigen Rhyth­men dre Luft. DannDeutschland, Deutschland über alles".

Wie oft hat man früher das Lied chauvinistisch genannt! Jetzt ist es das feurige Bekenntnis eines Volks, das in drohender Stunde sich eng zusammenschließt und trotzig bereit ist, die deutsche Heimat diesseits und jenseits des Rheins bis auf den letzten Tropfen deutschen Blutes zu verteidigen.

Auch andere edle, alte Lieder schlagen in dieser klingenden Abendstunde die stillen Augen auf. Junge Burschen, Arm in Arm, singen sie, und die Alten fallen mit ihren schweren Stimmen ein:^Ich hatt' einen Kameraden, einen bessern find'st du nit." Und das Lied der Schwaben:Steh ich in finstrer Mitternacht'."

Kein Mensch denkt an sich. Ein einziges großes, starkes Gefühl beherrscht sie alle: Unser herrliches Vaterland ist an­gegriffen. Man will unser Deutschtum, unser blühendes Land, unser trauliches Heim, unsere Lieder zerschmettern. Wer bleibt zurück in dem Kampf um das Heiligste? -

Die Masse flutet Und wogt dahin. Sie reißt die Zagen und Kleinmütigen mit fort. Sie jubelt und singt in den Abend hinein und kann sich nicht trennen.

große Anzahl Gewehre erbeutet. Der deutsche Boden ist von F ei n d e n gesäubert.

W. T.-B. Berlin, 12. Aug. Bei Lagarde sind den deutschen Truppeil über 1000 verwundete Kriegsgefangene in die Hände gefallen; über 1 / e der beiden französischen Regimenter, die im Ge­fecht standen.

Österreichs Freude über den Sieg bei Lnnepillc.

W. T.-.B Wien, 12. Aug. In einer Besprechung der deutschen Siege betont dasFremdenblatt": Ein mehr als 40jähriger Friede hat die sieggewohnten deut­schen Waffen nicht r o st e n lassen. Wie vor 44 Jahren, so sei auch heute ein Kaiser Wilhelm der oberste Befehlshaber des deutschen Heeres und ein M o l t k e Generalstabsches der Armee. Der neue Triumph der deutschen Waffen bei Luneville sei diesmal schon auf französischem Boden errun­gen worden. Beinahe am Jahrestage von Wörth hat die deutsche Armee die ersten Lorbeeren den Franzosen gegenüber in diesem Kriege errungen. Österreich-Ungarn blicke mit Stolz auf die Verbün­dete Armee und freue sich von ganzem Herzen der herr­lichen Erfolge.

Tod des bekannten Begründers der Aviatikgesellschaft Mülhausen.

chst Straßburg, 12. Aug. (Eig. Drahtbericht) Bei den Kämpfen in der Gegend von Mülhausen wurde der bekannte Begründer und Direktor der Aviatikgesellschaft in Mülhausen Georg Chat! mit seiner Gattin durch eine einschlagende Granate getötet. Georg Chatl, der im 40. Lebensjahre stand, war einer der bekanntesten Fabrikanten im Elsaß.

Reichstagsabgeordncte als Kriegsfreiwillige.

Karlsruhe, 12. Aug. (Eig. Drahtbericht) Der bekannte Nationalökonom der Universität Freibnrg, Professor v. S ch n l tz e - G ä v e r n i tz, der Freibnrg als fortschrittlicher Abgeordneter im Reichstag vertritt, ist als Freiwilliger in das Heer eingetreten. Der sozialde in okratische Reichstags - Abge­ordnete Dr. Ludwig Frank- Mannheim, der dem Landsturm angchört, ist gleichfalls als Kriegsfrei, williger eingetreten.

Der Berliner italienische Botschafter fahrt nach Rom.

W. T.-B. Berlin, 12. Aug. Der italienische Bot­schafter Bollati hat seiner Regierung den Wunsch aus­gesprochen, sie mündlich über den Stand der Dinge in Deutschland unterrichten zu wollen. Bollati, der aus seinen deutschen Sympathien niemals ein Hehl ge­macht hat, reist heute abend nach Rom ab. Die deut­sche Regierung hat ihm einen Sondcrwagen zur Ver­fügung gestellt.

Hütet Eure Zungen!

Unbedingte Verschwiegenheit!

W. T.-B. Berlin, 12. Aug. In .dien ernsten Zqiten, die über uns hereingebrochen sind, soüdert daZ Baierlmrd neben vielen große!» Opfern auch unbedingte Verschwiegenheit über

Und oben über dem Einturm des Münsters stehen die Sterne.

Sie leuchten herab auf das schöne Vogesenland und auf das Volk, das sich endlich im Herzen gefunden hat . . .

Frauenherzen.

In den Bahnhof Neudorf braust soeben der Zug.

Der Führer auf der Maschine wirft den Hebel um, und die Räder der dreißig Wagen halten mit lautem Knirschen still.

Gleich darauf wird es an den Wagenfenstern lebendig. Bunte Mützen und helle Uniformen zwängen sich durch die Rahmen, die Türen fliegen auf, und heraus flutet eine freudig-gestimmte Kriegerschar, die von Osten her an die Grenze kommt.

Auf dem Bahnsteig sind die Wackeren längst erwartet worden.

Junge Mädchen und edle Frauen haben sich zusammen getan, um den Durchfahrenden Erquickung zu bringen.

In zahlreichen Körben und Kisten liegt alles für sie bereit.

Vor allem erfrischende Getränke.

Geschäftige Frauenhände füllen Tassen und Gläser mit Kaffee und Tee, die von den derben Soldatenfäusten fröhlich entgegengenommen werden.

Ein junges, blütenfrisches Ding mit blauen Augen und blonden Haaren bietet auf einer Platte an bunten Schnüren Fruchtsaft und Mineralwasser an. Wie köstlich mundet der kühle Trank nach der langen, heißen Fahrt!

Immer neue Soldaten kommen heran.

Die Frauen werden umringt und begrüßt. Mmi nimmt die Liebesgaben in Empfang und schüttelt den Spenderinnen! dankbar die Hände.

Brote, Obst und Schokolade wandern aus den Körben nk die Menge und verschwinden auf Nimmerwiedersehen.

Dann gibt es Zigarren. Köstliche braune Zigarren und schlanke weiße Zigaretten.