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Samstag/Sonutag, 8./S. April 1939.

Wiesbadener Tagblatt

Rr 83. Seite 15.

Tirpitz über die Engländer.

* Schon vor 30 Jahren hat man in London versucht, die Deutschen durch Drohungen und Lärm in der Presse einzu­schüchtern Großadmiral v. Tirpitz, der Schöpfer der deutschen Vorkriegsflotte, schreibt darüber in seinen im Jahre 1919 er­schienenenErinnerungen" (o. Hase u. Koehler, Leipzig- Berlin):Admiral Fisher hat es im Frühjahr 1909 unserem Marineattach4 gegenüber offen ausgesprochen, daß die Flottenpanik" nichts weiter wäre als eines der üb­lichen Manöver, um das englische Parlament und die Nation für die Annahme größerer Wehrvorlagen vorzubereiten. Zu­gleich hoffte man, uns durch lautes Geschrei vor unserem eigenen Mut bange zu machen und gegen unsere Flotte ein­zunehmen, das sicherste Zeichen, daß der von uns-betretene Weg richtig war."

Auch was Tirpitz sonst über die Engländer sagt, klingt so zeitgemäß, als wenn es heute, geschrieben worden wäre. So heißt es in einem Brief vom 8. September 1914 an seine Frau:Die Waffe der Lüge und Bestechung, die England gegen uns anwendet, ist eine furchtbare. Die ganze Welt ist gegen uns aufgehetzt." Und an einer anderen Stelle:Die Engländer niederträchtig, brutal als Nation als einzelne Persönlichkeit sind sie zu achten. Sie haben sich in hundert Jahren eine Moral zurecht gemacht, an die sie glauben. Alles ist aut, gerecht und religiös sogar, was ihnen Nutzen bringt. Alle Völker sind ihre Auspreßobjekte nach Gottes Ratschluß." Wie sehr sich trotzdem eine zweifache Haltung auch beim Engländer als Einzelperson ausprägen kann, er­zählt Tirpitz von Admiral B e a t t v :Am 28. August 1914 richtete dieser an die geretteten Offiziere und Mannschaften der untergegangenenMainz" das Signal: Ich bitt stolz, so tapfere Männer an Bord meines Geschwaders zu begrüßen. Im November 1918 dagegen befahl er seinen eigenen Be­satzungen vor deren Begegnung mit den ihre Schiffe aus­liefernden deutschen Mannschaften: Vergeßt nie, daß der ^eind ein verächtliches Biest (despieeable beast)

Bezeichnend ist die Erundeinstellung der führenden Eng­länder Deutschland gegenüber. Manche aufschlußreiche Äuße­rung findet sich in den TirpitzschenErinnerungen". Wie sehr England sich schon lange vor dem August 1914 auf einen Krieg mit Deutschland vorbereitet hatte, beweist ein Bericht des russischen Außenministers Ssasonow an den Zaren über einen Besuch bei König Georg V. und Grey 1912. aus dem Tirpitz das folgende Zitat wiedergibt:Mit sichtlicher Er­regung erwähnte Sr. Majestät das Streben Deutschlands nach Gleichstellung mit Großbritannien in bezug auf die See- streitkräste und ttef aus. daß im Falle eines Zusammenstoßes dieser verhängnisvolle Folgen nicht nur für die deutsche Flotte, sondern auch für den deutschen Seehandel haben müße, denn die Engländer würden jedes deutsche Schiff, das ihnen in die Hände kommt, in den Grund bohren. Die letzteren Worte spiegeln augenscheinlich nicht nur persönliche Gefühle Sr. Majestät, sondern auch die in England herrschende Stim­mung in bezug auf Deutschland." In diesem Zusammenhang ist auch eine Äußerung von Lloyd George aus der Kriegszeit beachtlich, die Tirpitz von ihm erzählt:Ich fürchte nicht v. Hindenburg, v. Mackensen uno alle die anderen Bons, sondern den deutschen Arbeiter!"

Das 80jährige Militärjubiläum des Generals der Artillerie a. D. von Bomhard.

Zum 80jährigen Milftarjubiläum des Generals der Artillerie a. D. Theodor von Bomhard fanden sich am Donnerstag auf seinem sttllen Landsitz am Chiemsee zahl­reiche Gratulanten ein. Die Glückwünsche der Wehrmacht wurden dem Jubilar von General der Jnfantette Ritter von Schobert überbracht. Während die Gratulanten ihre Glückwünsche übermittelten, brachte die Musikkapelle des Rosenheimer Pionierbataillons int Garten des Landhauses ein Ständchen dar.

Nach dem Ständchen fand ein Festmahl im kleinen Kreise statt. Außer dem Glückwunsch des Führers hatte Generäl der Artillerie von Bomhard zahlreiche Glück­wünsche von Offizieren der alten und neuen Armee und anderen hervorragenden Persönlichkeiten erhalten. Unter den Glückwünschen befanden sich Telegramme des General­feldmarschalls von Mackensen, des Reichsführers-^ Himm­ler, des Ministerpräsidenten Siebert und andere mehr.

CondormaschinePommern" vom Wüstenflug zurück.

6000 Kilometer zurückgelegt.

Bremen, 7. April. Am Montagvormittag war die Ma­schinePommern" vom Typ Condor der Focke Wulf Flug­zeugbau .E. m. b. H. unter Leitung des Chefkonstrukteurs Direktor Tank zu einem Flug nach Gadames, dem weft- lichsten Ort der italienischen Kolonie Libyen an der fran­zösisch-tunesischen Grenze gestartet, um das Flugzeug einer eingehenden Erprobung in tropischen Verhältnissen zu unterziehen. Die Maschine dieses Fluges ist mit einer zweiten Condormaschine an dasCondor-Syndikat" ver­kauft, von dem sie int SüdamerikMenst eingesetzt werden sollen.

Der Flug führte von Bremen über Rom zunächst nach Tripolis, von dort ging es am Dienstag weiter nach Gadames. Hier wurde die Maschine in heißester Wüsten­sonne erprobt. Bei der Rückkehr nach Tripolis hieß Mar­schall Valbo Direktor Tank und seine Besatzung herzlich willkommen. Am Mittwoch stattete die Maschine nach Rom und flog nach kurzer Zwischenlandung weiter nach Mailand, wo sie um 19 Uhr glatt landete. Am Donnerstag trat der Condor den Rückflug an, die Alpen wurden in rund 5000 Meter Höhe überflogen, und nach ungefähr 2^stündiaem Fluge war Bremen erreicht. Insgesamt hat die Maschine 6000 Kilometer zurückgelegt.

Göring nach Tripolis abgereist.

Rom, 7. April. Eeneralfeldmarschall Göring und Frau Göring haben heute vormittag San Remo verlassen. Auf der Fahrt zum Bahnhof brachte ihnen die Bevölkerung ge­meinsam mit den zahlreichen deutschen Kurgästen, unter denen viele KdF.-Fabrer waren, stürmische und herzliche Ovationen dar. Am Sonderzug hatten sich der Präfekt der Provinz, der Gauleiter der Faschistischen Pattei, der Kom­mandierende General und neben zahlreichen Übertretern des Staates und der Faschistischen Partei die Ortsgruppen­leiter der Auslandsorganisation der NSDAP, zur Verab­schiedung eingefunden. Der Generalfeldmarschall begibt sich über Florenz, wo er kurzen Aufenthalt nehmen wird, nach Tripolis, um der Einladung des Generalgouverneurs von Libyen, Luftmarschall Balbo, Folge zu leisten.

Zwei japanische Ministerposten neu besetzt.

Tokio, 7. April. ^Ostastendienst des DRV.) Durch kaiserliche Verfügung wurden heute das Kolonial- und das Verkehrsministerium, die bisher durch den Justiz- und den Handelsminister kommissarisch verwaltet worden waren, durch General Koiso und den Staatssekretär der japa­nischen Reichskanzlei T a n a b e besetzt. Zum Nachfolger Tanabes wurde der bisherige Privatsekretär des Minister­präsidenten Baron Hiranuma, Ohta, ernannt.

General Koiso steht im Alter von 60 Jahren. Er hatte dem Eeneralstab angehört, ferner war er Stabschef der Kwantung-Armee, dann war er Vizekriegsminister und Divisionskommandeur gewesen und zuletzt Truppenkomman­deur in Korea, und zwar bis zum Juli 1938. Er zählt zu den hervorragenden milttärischen Führern. Er war wiederholt als Kriegsminister vorgeschlagen worden.

Der neue Verkehrsminister Tanabe ist 62 Jahre alt. Er ist Jurist und hat das Generalgouvernement Kwantung verwaltet. Er war ferner Gouverneur der Provinz Osaka und Vizepräsident des Staatsrats von Mandschukuo.

Staatssekretär O h t a ist 51 Jahre alt. Er ist gleichfalls Jurist und ist bekannt als Leiter der bekannten nationa- liftifcben VereinigungKokuhonfcha" unter Hiranuma, die nach der Februarrevolte 1936 aufgelöst wurde.

Tanabe und Ohta genießen besonderes Vertrauen des Premiers Hiranuma.

Zurückgewiesener französischer Protest.

Tokio, 7. Apttl. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte mit, daß der französische Botschafter gegen die Über­nahme der Spratley-Jnseln in japanische Verwaltung protestiert habe. Obgleich der Inhalt des französischen Pro­testes nicht mitgeteilt wurde, kündigte der Sprecher dessen Zurückweisung an. Das sei bereits in mündlicher Form bei einer Unterredung zwischen dem Vizeaußen­minister und dem französischen Botschafter geschehen.

Moskaus Wettrevolutionskader.

Was wird aus den rotspamscheu Emigranten?

A. G. Fast % Million Flüchtlinge aus Rot- spanien haben die französische Grenze überschritten. Be­fanden sich auch unter ihnen viele Frauen, Kinder und nicht waffenttagende Männer, die die roten Milizen zur Deckung ihres eigenen Rückzuges mitgetrieben haben, besteht doch etwa die Hälfte (270 000) aus Milizionären der rotfpanifchen und der internationalen Truppenteile. Nach einer Mittei­lung des französischen Innenministers befanden sich Mitte März über 400 OOÖ Flüchtlinge auf französischem Boden. So hat z. V. das Departement Pyrönös Orientales mit seinen 230 000 Einwohnern 340 000 Flüchtlinge zu beherbergen.

Bis Mitte März betrugen die Kosten dieser In­vasion für den französischen Steuerzahler über 350 Mil­lionen Franken. Die täglichen Ausgaben betragen jetzt ca. 7 Millionen Franken, d. h. 20 Franken pro Kopf mehr, als in Frankreich für den Krankenaufenthalt eines Franzosen ge­währt werden.

Was wird nun aus diesem gefährlichen Gesindel? Die französische Regierung transportiert möglichst viele nach Spanien guriitf Aber was wird mit denen, Die ihrer Ver­brechen wegen nicht wieder nach Spanien zurückkönnen? Was wird aus den Angehörigen der Internationalen Brigaden, den Schlächtern des spanischen Volkes? Frankreich hat bisher von anderen Landern folgende Antworten er­halten: Eroßbtttannien will einige Flüchtlinge aufnehmen, die es sich selbst aussucht! Die Vereinigten Staaten lasten ganze 350 Spanier einwandern! Belgien nimmt 2000 bis 3000 Kinder auf, da es weiß, daß diese sowieso in kurzem wieder zurückkehren. Mexiko hat sich zur Aufnahme von land­wirtschaftlichen Arbeitern bereiterklärt, will aber die Trans­portkosten nicht übernehmen, so daß seine Erklärung rein pla­tonisch bleibt.

Und dieSowjetunio n, die das Los all dieser Flücht­linge auf dem Gewissen hat? Sie hat sich bereit erklärt, ins­gesamt 5 Millionen Franken, d. h. nicht einmal die Kosten eines einzigen Tages, zur Verfügung zu stellen.

Es ist klar, warum die Sowjetunion diese Haltung ein­nimmt. Sie hat keinerlei Jntereste daran, die Wahrheft über dasParadies der Arbeiter" bekannt werden zu lasten, in­dem sie sich selbst Zeugen ins Land ruft. Das Interesse Sta­lins ist es vielmehr, diese Verbrecherhorde in der ganzen Welt zu verteilen, sie Unruheherde bilden zu lasten, sie an den Stellen einzusetzen, wo es gelingt, Bürgerkriege zu ent­fachen. Sie werden immer eine billige und ver­zweifelte Söldnertruppe der Komintern bilden. Sind sie verwundet und vettrüppelt, so ist niemand verpflichtet, sich ihrer anzunehmen. Die Aufforderung Frankreich, 350 Verwundete der Internationalen Brigaden in der Sowjetunion aufzunehmen, wurde abaelehnt. Die Krüppel blieben ohne Löhnung vor den französischen Grenz­wachen liegen, bis nationale Truppen das Gebiet besetzten.

Tumulte in Buenos Aires.

Zusammenstöße zwischen Franco-Freunden und argentinischer Polizei.

Buenos Aires, 7. Apttl. Arn Donnerstag kam es in einem der belebtesten Stadtviertel» von Buenos Aires zu einer aufsehenerregenden Kundgebung spanischer Falangisten und nationalistischer Argen­tinier, die die Straßen mit den Flaggen beider Lander durchzogen Die Demonstranten brachten Hochrufe auf General Franco aus, gaben aber auch gleichzeitig ihrer Empörung über die jüdischen Kriegshetzer ülusorurf.

Als es dabei zu Handgreiflichkeiten mit politischen Gegnern kam, ging die Polizei mit der blanken Waffe vor und versuchte, sich der mitgeführten Fahnen zu bemächtigen und den Zug zu zerstreuen. Es entspann sich ein wildes Handgemenge, aber erst, als berittene und motorisierte Polizei eingriff, gelang es einigermaßen, die Ordnung wiederherzustellen. Bei den Zusammenstößen wurde eine Person verletzt. Die Polizei nahm 28 Verhaftungen vor.

Neues Flugzeugunglück bei Madrid.

Madrid, 6. Avril. In der Nähe von Madrid ereignete l'ch neues schweres «Flugzeugunglück, dem der bekannte wanische Flieger Maior Sbarra zum Opfer fiel. Die Maschine, in der sich Jbarra mit vier Begleitern befand, ^^?^^?,"?^Madrrd aus bisher unbekannter Ursache ab. Sämtliche Insassen waren sofort tot.

Bei nervösen Herzstörungen,

Schw8cheznst8nden

unb ähnlichen Beschwerden, die häufig mit Schlaflosigkeit verbunden find, wirkt Klostenrau-Melissengeist ausgleichend auf die Herztätigkeit. Bor allem, wenn sie durch Genuß starken Kaffees, schwerer Zigarren, übermäßige körperliche und geistige Anstrengungen oder seelische Aufregungen auftreten. Man trinkt in solchen Jollen dreimal täglich einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist in einem Eßlöffel Wasser.

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Weiter Hen Werner Cremer lBild nebenstehend), Rentner, Köln-Rheinkassel, Feldkasseler Weg 98, am 16. 2. 39:2m Fahre 1934 erkrankte ich an nervösen Herz- und Magenbeschverden sowie Echwinüelgefühl. Ich bin über ein Jahr krank gewesen und mußte 3 Monate das Bett hüten. Meinen Dienst konnte ich nicht mehr ... , __ aufnehmcn. Da wandte ich Klosterstau-Melissengeist an. Er bat mir gut geholfen:

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Kirchliche Nachrichten.

Katholische Kirche.

Sonntag, 9. April 1939.

St. Bonisatiuskirche: So.. Mo. 6.00, 7.00. 8.00. 9.00. 10.00. 11.30 hl. Messen. Werkt. 6.30 7.15. 9.00 HI. Messen. Beichtgel. Sa. 16.0019.30 u. n. 20.15, So. 6.008.00 u. 16.0018.00. St. Dreifaltigkeits­kirche: Osier-So. u. -Mo. 7.00. 8.00, 9.00. 10.00 Eottesd. Werkt. 6.30, 7.15, 8.00 Gottesd. Beichtgel. So.. Mo. ab 6.30, So. 18.0019.00 u. ab 20.00, Sa. 16.0019.00 u. ab 20.00. Maria Hilf: Ofter-So. u. -Mo. 6.30. 8.00, 9.00, 10.00 bl. Messen. Werkt. 6.30. 7.30. 8.30 hl. Messen. Veichtgel. Sa. 4.00 bis 7.00 u. n. 8.00. So. früh v. 6.30 an. St. Elisabeth: Oster-So. u. -Mo. 6.30. 7.30, 8.45, 10.00, 11.30 hl. Messen: 18.00 And. Veichtgel. Sa. 16.0019.00 u. n. 20.00, So., Di. bis 8.00. Fr. 17.0019.00.

Reichssteuer-Mahnung.

Am 10. Avril 1939 werden die Zahlungen an Umsatzsteuer fällig.

An die Zahlungen wird hiermit erinnert.

Gleichzeitig ergeht die Aufforderung, alle sonstigen nicht gestundeten Rückstände an Ein­kommensteuer. Wehrsteuer der Veranlagten, Körver- schast-. Umsatz- und Vermögensteuer sowie an Aus­bringungsumlage s o f o ri und die im Monat Avril 1939 auf diese Steuerarten noch fällig werdenden Zahlungen an den Fälligkeitstagen zu begleichen.

Steuerpflichtige, die zweimal an dre Zahlung rückständiger Reichssieuern erfolglos erinnert sind, haben ihre Aufnahme in die öffentliche Liste der säumigen Steuerzahler zu erwarten.

Zahlung durch lleberweisung oder Scheck ist erwünscht.

Ist eine Steuerzahlung nicht rechtzeitig ent­richtet, so ist ein Säumniszuschlag von 2 v. v. ver­wirkt: außerdem wird der Steuerbetrug ohne nochmalige Mahnung beigetrieben. Die Kosten der Beitreibung geben zu Lasten des Steuer» Pflichtigen.

Wiesbaden. 8. Avril 1939.

Finanzamt Wiesbaden.

Alikath.Kirche, Schwalb.Str. 60. 10.00, Dr. Waldner.

|Makulatur zu haben Tagblatt-Verlag

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