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Wiesbadener Tagblatt

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«rfcheinungrzett:

Nr. 79

Montag, 3. April 1939

87. Jahrgang

Tokio, 3. April. (Funkmeldung.) sigen britischen Botschafters, Craig

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Neben diesem wahrhaft naiven Wunsch, der von der in den USA. aewöbnten unerhört weitgehenden Unkenntnis über die wirklichen volitischen Verhältnisse Eurovas genährt wird, dürsten iedock nock andere Gründe, die das genannte Blatt verslbweigt. für die Anerkennung Francos durck die USA.-Demokratie mahgebend gewesen sein. Es ist hier die egoistische Rücksichtnahme der Vereinigten Staaten auf die emvfindlichen Seiten der ibero-amerikanischen Länder, die Franco zum Teil erheblich früher als die ..allmächtigen" USA. anerkannt haben, zu nennen.

Wöchentlich

mit einer täglichen

Beck heute nachmittag in London.

London. 3. Avril. Der volnische Außenminister Beck trifft am heutigen Montag um 16.20 Uhr in London ein. Zur gleichen Stunde findet im Unterhaus eine außenvolitische Aussprache statt. Die Blätter sind sich darüber einig, baß Beck in London im Lause seiner Verhandlungen mit den britischen Ministern überredet werden soll, die bisherige ein­seitige englische Garantie für Dolen auf eine ..gegen­seitige britisch-polnische Garantie" auszu- debnen. Dabei machen die Zeitungen den ungeschickten Ver­such. auch Rumänien in den Kreis der britisch-imperia­listischen Absichten einzubezieben.

Der diplomatische Korrespondent der ..Times" erklärt, augenblicklich sei die britische Garantie für Dolen einseitig, doch mülle man im Verlaufe der Londoner Verhandlungen Becks versuchen, dieses Verhältnis in ein gegenseitiges und diplomatisches umzuwandeln.

Druck und Setlag:

8. Schellenberg'sch« Buchdruckern,T-gblatt < Han»" Fernsprecher-Eamm-l-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Japan duldet keine Einmischung."

Eine deutliche Warnung an England.

Politik mit Geschäft.

Unsaubere USA.-Absichten mit Nationalivanien.

Kein polnisch-französisch-englischer Block

Warschauer Kritik an dem Moskauer Lügen-Sender.

Pariser Presse betont zurückhaltend. Einseitiger Charakter der Londoner Beistandsverpflichtung hervorgehoben.

Paris. 3. Avril. (Funkmeldung.) Die außenpolitischen Kommentare der französischen Frubvrelle bieten am Montag wenig Neues und Bemerkenswertes. Man merkt den Blättern fall durchweg das Bestreben an. die Dinge nicht auf die Svitze äu trxiben. Die schwebenden politischen Fragen werden daher zurückhaltend und ohne besondere Schärfe erörtert. Die größte Aufmerksamkeit findet der bevorstehende Besuch des polnischen Außenministers Oberst Beck in London. In diesem Zusammenhang wird betont, dall das Beistandsver- wrechen Londons gegenüber Dolen bisher nur einen ein« ।ettisen Charakter trage. Der Beschluß. die franzö- lllche und britische Hilfe herbeizurufen, hänge ausschließlich von Warschau ab. Die Blätter nehmen deshalb an das? die Bedingungen der Anwendung des englischen Beillandsver- lvrechens sowie die Garantien und Zusicherungen, die Dolen als Gegenleistung zu geben sich verpflichte, wahrscheinlich den Gegenstand der Besprechungen bilden werden.

New Bork, 3. Avril. (Funkmeldung.) Die nach hartnäckigem Zögern Ende vergangener Woche etwas unver­mittelt ausgesprochene bedingungslose Anerkennung Nationalspaniens durch die Bereinigten Staaten von Jioröamerifa erfährt icfct in der amerikanischen Drelle eine Erklärung. Wie das ..'Journal American" in Washingtoner diplomatischen Kreisen erfahren baden will, gebt diever- haltnismällig schnelle" Anerkennung Nationalspaniens durch die USA. auf den Wunsch Roosevelts zurück, einem Beitritt Biancos zur Achse BerlinRom bzw. zum Antikomintern- vakt vorzubeugen. Zu diesem Zwecke beabsichtige Roosevelt auch Nationalsvanien grolle ..Wiederaufbauanleihen" zu ge­wahren und Franco einen gegenseitigen Handelsvertrag an» zubieten.

Warschau, 3. April. (Funkmeldung.) Die Londoner Reise des polnischen Außenministers ist heute das Haupt­thema der Presse. 3m allgemeinen enthalten sich vor allem die Regierungsblätter einer eigenen Bewertung der bevor­stehenden Londoner Besprechungen und begnügen sich mit der Wiedergabe der Ausführungen der Londoner Presse zu diesem Staatsbesuch.Expreß P o r a n n y" deutet bei dieser Gelegenheit an, daß in London auch die polnischen Wirtschaftssachverständigen etwas zu sagen haben werden, weil Polen die Gewährung einer englischen An- leihe erwartet. Das Blatt nennt dabei den Betrag von 30 Millionen Pfund. Das MilitärblattPolska Z b r o j n a" erklärt noch einmal mit allem Nachdruck, datz die Verpflichtungen, die Grotzbritannien Polen gegenüber übernommen habe, in keiner Weise die bisherige politische Linie der polnischen Politik zu berühren vermöge.Polen war und ist weiterhin zu jeder konstruktiven friedlichen Zu­sammenarbeit mit jeder, Nation bereit."

Kurjer Polski" polemisiert gegen die Ausfüh­rungen des Moskauer Senders über die Erwartungen, die man in Moskau an die Londoner Reise knüpft. Insbeson­dere nimmt das Platt gegen die Konzeption irgendeines polnisch - französisch - englischen Blockes

sigen britischen Botschafters, Craiglie. nach Shanghai und seine angekündigten Bfsprechungen mit dem britischen Botschafter in China, Kerr, haben die stets gutunterrichtete Asahi Schimbun" veranlaht, eingehend zur britischen Fernostpolitik Stellung zu nehmen. Das Blatt betont zu­nächst grundsätzlich zu den in letzter Zeit wieder aufgetauch- ten Gerüchten über angebliche Vermittlungsver­suche Englands im japanisch-chinesischen Konflikt, datz Japan eine englische Einmischung nicht dulden werde. Auf jeden Fall müßten aber die englischen Machenschaften in Ostasien aufmerksam beobachtet werden.Asahi Schimbun" befatzt sich dann mit der Lage in Europa und gibt England in diesem Zusammenhang den dringenden Rat, unter Berücksichtigung der allgemeinen politischen Verhält­nisse die neuen Tatsachen in Ostasien anzuerkennen. Man könne sich andernfalls nicht vorstellen, wie England seine Rechte und Interessen östlich von Singapore im" Falle von Verwicklungen in anderen Gebieten schützen wolle.

Aazeigeiwreise: Ein Millimeter Höbe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 6, Nachlatzstaffel B. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plötzen mirt> keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 9Vi Uhr vormittag», chrötzer« Anzeigen massen spätesten» einen Tag vor dem Erscheinungstag« aufgegeben werten.

Die Englandreise Becks.

as. Berlin, 3. April. Die internationale Politik steht zu Beginn der neuen Woche ganz im Zeichen der großen Rede, die der Führer am Samstagnachmittag in Wilhelmshaven hielt und die einmal ein neues Bekenntnis zum Frie­de n und zwar zu einem Frieden der Gerechtigkeit und zum anderen eine scharfe Abrechnung mit den Einkrei­sungspolitikern war. Die gesamte Auslandspresse hat die Führer-Rede ausführlich und in guter Aufmachung wiedergegeben und widmet ihr auch heute noch eingehende Betrachtungen. In der Presse kommt dabei vielfach zum Ausdruck, daß damit die Lügen über angebliche deutsche militärische Maßnahmen gegen Polen endgültig geplatzt sind. Gerade deswegen ist die Trauer und die Wut int Lager der Einkreisungspolitiker und d. h. in den westlichen Demo­kratien groß. Das schlechte Gewissen dieser Einkreisungs­politiker ist in den Kommentaren deutlich erkennbar. Man weiß nicht, was man auf die Anklagen des Führers ant­worten soll und man geht deshalb einfach an diesen Dingen vorüber. So befassen sich die englischen und franzö­sischen Blätter weder mit bei Zurückweisung, die der Führer dem angeblichen Rechtsspruch der Demokratien zuteil werden ließ, noch gehen sie auf die Warnung Hitlers an die europäischen Völker vor der bolschewistischen Bedrohung ein, eine Warnung, die an das Wort Chamberlains anknüpfte, datz es keine weltanschaulichen Hinderungsgründe für die Zusammenarbeit zwischen England und den Sowjets gebe. Auch von dem Vertrauen Deutschlands aus seine eigenen Kräfte redet man so wenig wie nur möglich.

Daß man in I t a l i e n die Abrechnung des Führers mit den Einkreisungspolitikern auf das wärmste begrüßt, mag denjenigen Phantasten zu denken geben, die noch immer auf irgendwelche Risse in der Achse hoffen. Die Abrechnung Hitlers mit dem scheinheiligen und moralisierenden Tugend st andpunkt Englands findet in der italie­nischen Presse den allerstärksten Beifall, wobei man daran er­innert. daß Italien ähnliche Erfahrungen mit Eng­land machen mußte. Auch die italienische Presse weist sehr nachdrücklich auf die Mitteilung des Führers hin, daß der kommende Parteitag den NamenParteitag des Frie­dens" tragen soll. Insgesamt muß festgestellt werden, daß man überall dort, wo man keine Scheuklappen trägt, die Rede des Führers wohl verstanden hat und daß die Welt auch die verlogenen und verlegenen Kommentare englisch- französischer Blätter lasten das erkennen durchaus weiß, woran sie ist.

Mit einigem Jntereste wird gerade nach dieser Rede d i e EnglandreisedespolnischenAutzenministers Beck verfolgt. Oberst Beck hat gestern Warschau verlosten und trifft heute abend in London ein. Auf diese Reise setzt man in England und Frankreich bekanntlich große Hoff­nungen und glaubt, datz es gelingen wird, Polen völlig in die antideutsche Front einzuspannen. Irgendwelche festen Stützen sind für derartige Hoffnungen nicht vorhanden. Die polnischen Blätter haben bis auf einige ganz wenige wegen ihrer Deutschfeindlichkeit bekannten Zeitungen der volnischen Opposition eine derartige Politik bis jetzt abge-

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Ein befteiendes Gewitter.

* In der schwülen Atmosphäre, die durch die Be­mühungen um eine neue Einkreisung des Deutschen Reiches geschaffen worden war, mußte etwas Entscheidendes geschehen. Die große Kundgebung von Wilhelmshaven Hai wie ein befreiendes Gewitter gewirkt. Jede Tat und jede Kundgebung des Führers zielt schließlich auf die Erhaltung und Sicherung des Friedens. Auch in Wilhelms­haven hat der Führer wieder die Hoffnung ausgesprochen, daß die Völker Europas sich doch einmal zu dauernder Zu­sammenarbeit finden werden, wenn nut erst einmal der jüdische Spaltpilz in der Welt unschädlich gemacht ist.

Der Wille zum Frieden braucht nichts gemein zu haben mit den verweichlichten und verschrobenen Ideen eines Pazifismus, der im Grunde Charakterlosigkeit ist. Gerade in einem Augenblick, wo die englische Regierung uns durch die an Polen gegebene Erklärung so erheblich provozieren wollte, konnte keine Friedensaktion erwartet werden, die sich als sanftes Säuseln dargestellt hätte. In solchen Zeiten wie diesen kann Weichheit kein Losungswort sein. Da ist Kraft die Parole des Friedens. Wir haben die Lehren aus allen bitteren Erfahrungen der letzten Jahr­zehnte gezogen. Wir werden die Fehler nicht wiederholen, die andere gemacht haben, wir werden keine Einkrei­sungspolitik gegen uns betreiben lasten, ohne alle Maßnahmen dagegen zu unternehmen. Wenn wir auf die Erhaltung des Friedens vertrauen, wenn wir bet Über­zeugung sind, datz mir in unserem Lebenstaum im weitesten Sinne "bas Glück des Friedens geschaffen haben und weiter verbürgen können, so beruht das einzig auf dem Be­wußtsein unserer Macht.

Die Mächte, die der Meinung sind, man müsse uns wie­der einen Einkreisungstiegel verschieben, befinden sich auf dem Holzwege. Wenn sie uns etwas wollen, so müssen sie die militärischen Machtverhältnisse in umstürzender Weise ändern. Auf dem Gebiet der Rüstungspolitik vermögen aber parlamentarische Demokratien niemals das gleiche zu leisten wie die Führerstaaten. Hoffentlich hat man es in London und Paris richtig verstanden, als der Führet sagte, daß man ihn nicht müde machen werde und daß wir auf dem uns aufgezwungenen Wege schneller vorwärts kommen werden als die anderen.

Das müssen sich auch alle die Staaten gesagt sein lasten, die von den Westmächten auf der Linie der Einkreisungs­politik dazu ausersehen sind, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Sie werden sich, wenn sie sich verführen lassen, in die Gefahr begeben, daß sie sich erheblich die Finger verbrennen. Der Führer hat nochmals die Tatsache unterstrichen, daß es unserem heißen Wunsche entspringt, wenn wir jede Möglichkeit eines Krieges mit England für alle Zeiten ausschlietzen möchten. Darum haben wir im Jahre 1935 das Flottenabkommen geschlossen. Aber wenn England nicht bereit ist, unsere Bedeutung als die führende Macht des Kontinents ebenso anzuerkennen wie wir das gegenüber den besonderen Bedürfnissen Englands als der führenden Seemacht tun, so entfallen natürlich die Voraus­setzungen der Verständigung. Zum erstenmal hat der Führer selbst öffentlich die Möglichkeit angedeutet, datz England auch ein Wettrüsten zur See haben kann, wenn es uns dazu herausfordert.

Der Führer hat England und seine Politik nicht mit Samthandschuhen angefaßt. Die Abrechnung mit dieser tugendhaften" Nation war gründlich und scharf. Aber wir wissen, daß man in England nur diese Sprache versteht. Jede liebenswürdige Weichheit wird jenseits des Kanals nur als Zeichen von Schwäche gedeutet. Offen und rück­sichtslos sagen was ist: diese Methode hat gegenüber den Engländern allein Aussicht auf Erfolg. Es ist doch bezeich­nend, daß die ersten Stimmen in London, die als Echo der Führerrebe laut werden, geradezu ängstlich sich um die Fest­stellung bemühen, daß die Rede des Führers nichts ent­halte, was die Lage erschweren könnte. Diesmal hat man es offenbar besonders gemerkt, daß sich der Führer durch nichts erschüttern läßt und daß er mit einer Selbstsicherheit und mit einem unerschütterlichen Kraftbewußtsein in einer aufgeregten Welt dasteht, die ihm nichts mehr anhaben kann.

ieljnt. Es scheint, als ob man in London nun den Versuch machen will, Polen durch eine Anleihe zu ködern. Dieser Gedanke, der schon in der englischen Sonntagspresse anklang, wird namentlich in den Pariser Blättern eifrig erörtert. Man wird abwarten müssen, wie die Londoner Be­sprechungen des Obersten Beck verlaufen werden. Der polnische Außenminister wird jedenfalls auch die Warnungen der italienischen Presse nicht übersehen haben. Italienische Zeitungen erinnern nämlich gerade jetzt daran, daß die Eng­länder bisher immer andere hätten für sich kämpfen lassen und fügen hinzu, daß es für Polen gut sein würde, mehr Hitler zu vertrauen als den Engländern, zumal der deutsch-polnische Freundschaftspakt sehr viel präziser und aufrichtiger abaefaßt sei als das eng­lische Hilfeversprechen. Die polnische Presie hebt be­zeichnenderweise in den Kommentaren zur Führer-Rede die Worte hervor, daß Deutschland in Zukunsr einer Einkrei- sungspolitik nicht tatenlos gegenüberstehen werde. Die pol­nischen Blätter vermeiden es, irgendwelche Voraussagen für die Londoner Gespräche Becks "zu machen.

London, 3. April. (Funkmeldumz.) DieTimes", die sich mit dem Besuch des polnischen Aussenministers Beck be­faßt, schreibt u. a man werdeverschiedene Sachen" mit Beck beraten, z. V. die Frage, ob Platz tm britischen Empire für dieüberzähligen Juden tu Polen" gefunden werden könne. Auch werde man in London dem Wunsch der Warschauer Regierung, besondere Erleichterungen für den Zugang zu den Rohstoffquellen zu erhalten, mehr Sympathie zeigen. Die Ausdehnung des Welthandels sei nicht nur ein Schutz Englands, sondern auch eine Tradition und einvitales Interesse".

Stellung. Die Reihe der Gerüchte dieses Senders, die viel­fach bereits innerhalb weniger Stunden von der Wirklich­keit dementiert werden, würde ausreichen, um oie halbe Welt in Chaos des Krieges und der Vernichtung zu stürzen. Das Blatt verweist darauf, daß die Reise Becks lange vor der Neuregelung in Böhmen und Mähren festge­setzt war, Das Blatt meint, man dürfe keine übertriebenen Erwartungen mit der Reise des polnischen Außenministers verbinden.

Das Welt-Echo der Führer-Rede

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Sch r i f 11 e i t u ng.)

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