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Wiesbadener Tagblak

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Druck «ch »erlag:

87. Jahrgang

Samstag/Sonntag, 28/26. Mürz 1939.

Nr. 72.

Wöchentl

mit einer täglichen

e. SchtUeuberg'sche Bx<»nuf*d. .Zegblatt. San»" U«rnsvr«chsr-Sammel.Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Mesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

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6Af < HlaihMWag§.

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Unterhaltungsbeilage. SBflro:

Hoheitszeichen für den NS.-Reichskriegerbund

s ge-

-Reichskrieger-

tragen.

Berlin, 24. März. Der Führer hat dem NS.-Reichs- kriegerbund die Anlegung eines Hoheit - - - nebmigt. Das Hoheitszeichen des NS.-Reichskriegi bunves wird zu dem blauen Dienstanzug auf der rechten Brustseite und in verkleinerter Form an der Dienstmütze ge-

Schiffes der Presse ein Interview, dessen Inhalt für die skrupellose englische Hetze, die jetzt überall in Amerika entfaltet wird, charakteristisch ist. Er pries Roose- velt als einzigen Mann, den „Hitler fürchte" und erklärte, die Bereinigten Staaten seien das einzig« Land, das durch moralische (!) Festigkeit und wirtschaftlichen Druck auf Deutschland zum „Weltfrieden" beitragen kSnne. Amerika müsse deshalb die Strafzölle auf die deutschen Waren noch mehr erhöhen und die Ausfuhr strategischer Rohstoffe nach Deutschland vollkommen abstvppen.

Den Höhepunkt seiner schamlosen und gemeinen Hetze erreichte dann Young mit der Boraussage, datz mit 8 0 v. H. Sicherheit der Krieg kommen werde. Er hoffe (!), so führte der Hetzer aus, datz dieser Krieg innerhalb der nächsten sechs Monate ausbmchen würde. U)

Reichsärztefilhrer Dr. Wagner f

München, 25. März. (Funkmeldung.) Am Samstag- früh 6 Uhr ist in München an den Folgen einer heim­tückischen Krankheit, die er sich in Ausübung seines Dienstes für die Bewegung zugezogen hatte, der Hauptdienstleiter der NSDAP., Reichsärzteführer Dr. Gerhard Wagner, im 51. Lebensjahr gestorben.

Re» York, 25. März. (Letzte Funkmeldung.) Mit fast "jedem Schiff treffen jetzt in New York englische Agi­tatoren, Pfarrer, Lehrer, Industrielle, Politiker oder Literaten ein, deren Aufgabe es ist, in den Staaten herum­zureisen und in einer von der jüdischen Presse und Vom Rundfunk bereits vergifteten Atmosphäre die Bevölkerung gegen Deutschland aufzu­hetzen.

Zu diesen unverantwortlichen Hetzern zählt auch der von jüdischer Seit« zu einer fünfwöchigen Vortragsreise ver­pflichtete Generaldirektor der „British Thompson Houston Corporation", Arthur Young-London, der gestern mit der „Queen Marn" in New York eintraf.

Young gab schon an Bord des gerade angeiommenen

Schamlose Kriegshetze in Amerika.

Englische Agitatoren hetzen mit jüdischer Unterstützung. — Jedes Mittel ist recht, um die Bevölkerung gegen Deutschland anfrnpntfchen.

Borah warnt vor Einmischung.

Washington, 25. März. (Funkmeldung.) Senator Borah gab vor einem kleinen Kreis von Journalisten seiner Befriedigung über die friedliche Erledigung des Memelproblems Ausdruck. Weiter äußerte er sich ruhig und sachlich über die wirtschaftliche Vereinbarung mit Rumänien und über den Vertrag mit der Slowa­kei. Energisch wandte er sich dann gegen das Gezeter der amerikanischen Eazetteir über die europäischen Vorgänge und warnte Regierung und Volk dringlich vor einer Einmischung in europäische Probleme. Die Methode, wie Europa seine Angelegenheiten erledigt, sei nicht Amerikas Sache. Sollten durch die fortdauernde Hetze in Amerika die Vereinigten Staaten in einen Weltkrieg verwickelt werden, so könnten das Ergebnis nur Blutopfer, wirtschaftliches Chaos und die völlige Verelendung des amerikanischen Volkes sein.

Notiz des ..Matin": Sowjetrußland mochte durch inne übliche Methoden die demokratischen und pazifistischen Nationen zersetzen. Alle Mittel scheinen den Sowjets gut zu fein, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Deshalb arbeite Moskau ununterbrochen daran, den Krieg und die Weltrevolution zu entfesseln, und möchte sich jetzt in einer groben internationalen Konferenz die Pose eines Vorkämpfers der Demokratie und des Friedens geben. „ ____

Das „Petit Sournal", das Blatt des Obersten de la Rocque, hebt hervor, dab der Plan einer Koalition ver­worfen zu sein scheine. Als Ursachen gibt das Blatt an: Die Polen und Rumänen lehnen entschieden jede russische Hilfe.ab und die Sowjets weigern sich, irgend welche präzisen mili­tärischen Verpflichtungen zu übernehmen.

London nach wie vor unanstündig.

London, 25. März. (Funkmeldung.) Der neue Fi­nanzplan des Reiches, der gestern durch Staats­sekretär Reinhardt bekanntgegeben wurde, wird von der Londoner Morgenpresse dazu benutzt, prompt groß aufge­machte Berichte über die „finanziellen Schwierig­keiten" Deutschlands zu veröffentlichen. Diese Berichte sollen offensichtlich dazu dienen, den Vertrauens­schwund zu übertünchen, der sich in der Eoldflucht aus England offenbart hat. Am heutigen Samstag werden, wie „Daily Erpreß" seststellt, weitere 20 Millionen Pfund Gold von England nach Amerika verschifft, und „Daily H e r a l d" erklärt sogar, datz in den letzten Tagen insgesamt 40 Millionen Pfund Gold aus der Bank von England her­ausgezogen worden seien.

„Daily Expreh" überschreibt seine Meldung auf der ersten Seite „Hitler ladet dem kleinen Mann mehr Steuern auf", gibt dann aber am Schlutz seiner Erklärung zu, datz die kleinen Einkommen von den neuen Verordnun­gen überhaupt nicht ersaht werden.

Beteiligung Moskaus war ein schlechtes Aushängeschild.

(Eine Pariser Bilanz.

Paris, 25. März. (Funkmeldung.) In den außen- oolitffchen Betrachtungen, der Frichvresse vom -amstag wird die überwiegend negative Bilanz der durch me kürzliche Neuordnung in Mittel- und Osteuropa ausgelosien diplo­matischen Aktivität der westlichen Demokratien gezogen. Emige Blätter machen sich immer noch, die Illusion einer Neuorientierung Italiens und furchen tm Zu­sammenhang mit der Überreichung des Beglaubigungs­schreibens des französischen Botschafters m Burgos trotz der bisher eiskalten Aufnahme Pstams naiv, von einer „über­lieferten loyalen franzoiisch-spanifchen Freundschaft .

Diese gewollt optimistische Me wird aber überschattet von der betrübten Ansicht, .daß die Persuche der f ran« »Ssisch-britischen Diplomatie zur Bildung einer deutschfeindliche nF ront der.D emok r alten bis auf weiteres als gescheitert anzuehen seien. „Immer lauter weü>en die warnenden S11 mm en. die sich gegen die neuen Einmischungsverfuche der Sowiets etaeben Charakteristisch Ut eine tm Sperrdruck beroorgebobene

„Die Reichen sind erkannt."

as. Berlin, 25. März. Der französische Staatspräsident Lebrun ist gestern nachmittag von seinem Londoner Besuch wieder nach Paris zurückgekehrt. Es ist selbstverständlich, dah sich ein M i n i st e r r a t mit den Ergebniffen dieses Besuches befassen wird, und es ist ebenso selbstverständlich, dah Autzen- minister Bonnet diesem Ministerrat, der am Montag statt­finden soll, über seine Besprechungen in London Bericht er­statten wird. Wenn nicht alles täuscht, so wird diese Bericht­erstattung Bonnets aber sehr viel dürftiger sein, als man noch vor wenigen Tagen annahm. Gewih hat man in Lon­don die Freunoschaft mit Frankreich erneut bekräftigt, aber immer mehr zeigt sich, dah alle P l ä n e. die darüber hinaus- gingen, gescheitert find. Besonders enttäuscht ist man, dah England sich nicht zur Einführung der Dienstpflicht ent- schlietzen kann, worauf man in Paris stark gehofft hatte.

Von der geplanten antideutschen Erklärung oder von der geplanten Konferenz, die erst eine Konfe­renz zu Neunen, dann aber, nachdem man schon erheblich be­scheidener geworden war, doch wenigstens eine Konferenz zu Dreien sein sollte, spricht man so gut wie garnicht mehr. Das „Giornale d'Jtalia" hat schon recht, wenn es feststellt, datz der Block zur Einkreisung der totalitären Staaten gleich im Entstehen in sichßusammengebrochen sei und die neue Auflage eines Genfer Bundes und einer Koali­tion der Nationen'mißlungen fei. Ja, die englische Presie muh sich nun sogar von den Zeitungen derjenigen Länder, die sich an dieser neuen Einkreisungspolitik beteiligen sollten, sagen lassen, dah die letzten Vorgänge zweifellos die Stellung Deutschlands sehr erheblich gestärkt hat. So stellt die hollän­dische Presie auf die Verträge, die Deutschland mit Litauen, der Slowakei und Rumänien abschlotz, fest, dah Berlin einen anherordentlich grohen Vorsprung gewonnen habe und dah dereuropätfcheWestennachhinke. Besonders das Abkommen mit Rumänien, so erklären die hol­ländischen Blätter, bedeutet für Deutschland eine enorme Stärkung seiner wirtschaftlichen Position. Im gleichen Sinn äußert sich auch die Schweizer Presie. Der „Berner Bund" beispielsweise schreibt u. a., dah der Vertrag mit Rumänien eine wesentliche Sicherung und Verbreiterung her deutschen Nahrungsmittel- und Rohstoffgrundlage bilde. Das find nur einige wenige Äußerungen. Tatsächlich liegen zahlreiche Kommentare der ausländischen Presse vor, in denen dieser Gedanke immer wiederkehrt.

Die englischen Blätter müsien unter solchen Um­ständen den Rückzug antreten und notgedrungen zugeben, datz die Dinge doch wesentlich anders liegen, als sie zunächst ihren Lesern glauben machen wollten. Unwillig mutz die englische Presie verzeichnen, datz ihre laut verkündeten Be­hauptungen, das deutsch-litauische Abkommen bedeute das Ende der litauischen Unabhängigkeit, bei der litauischen Regierung durchaus nicht gut ausgenommen, im Gegenteil offiziell starkstens dementiert worden, sind. Noch unwilliger mutz sie aus Bukarest berichten, datz auch die rumänische Regierung in ihrem Handelsvertag mit Deutschland keine Beeinträchtigung der rumäni­schen Unabhängigkeit erblickt und daß die ausländischen Diplomaten in Bukarest diese Ansicht teilen. Trotzdem aber mahnen einige englische Blätter die Regierung, ihre Ein­kreisungspolitik fortzusetzen. Man möchte gar zu gern doch wenigstens noch irgend etwas zustande bringen und ist des­halb um so enttäuschter, datz auch Polen keine Neigung zeigt, sich in eine antideutsche Front einzugliedern, ja nicht einmal gewillt ist, eine nichtsiagende Erklärung zu unter« Setd3Benn man dabei in England bemüht ist, diese gegen Deutschland gerichtete Politik mit allerlei moralischen Phrasen zu verkleiden, so reifet Dr. Goebbels heute in seinem „Die Moral der Reichen" überschriebenen Artikel im „Völkischen Beobachter" diesen Heuchlern die Maske vom Gesicht und stellt fest, datz man in England heute so moralisch ist, weil man sein Schäfchen im Trockenen hat und nun die geschichtliche Vergangenheit vergesien machen möchte, d. h. die 'Art, rn der das Britische Weltreich „aus Krieg und Aufstand, aus Unterdrückung. Konzentrationslager, Hunger und Blut entstanden ist. aber", so heifet es dann in dem Artikel des Ministers, „die Reichen sind erkannt sie können die Forderungen der Habenichtse nicht mehr mit moralischen Phrasen abtun."

Erlebte Geschichte.

Von Fritz Günther.

Während die Demokratien des Westens sich noch über das Protektorat Böhmen und Mähren künstlich auf« regten und England seinen Ärger über die zwangsläufige Entwicklung des Geschehens sowie seinen abgrundtiefen Hag gegen die autoritären Staaten mit der Entfesselung eines H e tz f e l d z u g e s und der Propagierung einer neu/tt Einkreisungspolitik, bei der Sowfetruß- land eine besondere Rolle zugedacht war, abzureagieren ver­suchte, befand sich das nationalsozialistische Grofedeutschland bereits auf dem Wege von der Moldau zur MemeI, im äußersten Nordosten des Reiches. In .den Donau­regionen des S ü d o st e n s aber reiften gleichzeitig Entschei­dungen, die nach dem endgültigen und vollständigen Zusam­menbruch der Versailler Gewaltpolitik eine völlige Neu­ordnung im mittel- und füdosteuropäischen Raum vorbe- icitctt •

Die Entwicklung hat sich in einem geradezu blitz­artigen Tempo vollzogen und wir Menschen dieser Generation konnten Geschichte unmittelbar er­leben. Knapp 10 Tage sind ja erst vergangen daß die Autonomieerklärung der Slowakei den völligen Zufam« menbruch der Tschecho-Slowaker eines PohtWn Mosaikgebildes Versailler Prägung, in dem der Benesch-Eeist unseligen Angedenkens wieder aufzuleben schien, ausloste und Präsident Dr. Hacha Böhmen und Mähren dem Schutze des Reiches unterstellte. Der Führer entsprach dem Wunsche und übernahm diese bis zum Zusammenbruch der Habsburg-Monarchie stets zum grotzdeutschen Raum ge­hörigen Länder als Protektorat. 3n mustergültiger Ordnung und Disziplin vollzog sich der Einmarsch der deut­schen Truppen und auch die tschechische Bevölkerung, deren kulturelles Eigenleben in jeder Hinsicht sichergestellt wurde, fügte sich in die Neuordnung der Singe, die als einzige Lisiung aus dem Wirrwarr der Verhaltnisie tn Frage kom- me"Nachdem sich dann die Karpathö-llkraine dem Schutze Ungarns unterstellte. Ungarn und Polen also eme ge­meinsame Grenze erlangt hatten, blieb dre Konsolidierung nur noch eine verwaltungstechnische Angelegenheit. Dah E ng - land und Frankreich, die dem Benesch-Staat der ehe­maligen Tschecho-Slowaker als waffenstarrende Angriffsbasis gegen das Reich eine besondere Aufgabe zugedacht hatten, mit dieser Entwicklung nicht einverstanden waren, können wir verstehen. Der Zorn der „demokratischen Lander hatte^? int wesentlichen leine Ursache dann, datz sie bei den Entschei­dungen im mitteleuropäischen Raum nicht mehr gefragt wer­den Die Zurückweisung ihrer Beschwerde gegen die Bildung des Protektorats löste eine neue Hetzkampagne aus und den Versuch zur Bildung einer Einkreisungs- front gegen Deutschland, der tm wesentlichen als geschei­tert betrachtet werden kann, weil die europäischen Machte die Zeichen der Zeit bester erkannt haben als die wieder auf­leb ende Entente cordiale und deshalb bte kalte Schulter zeigten. Als e i n z i g e r V u n d e s g e n o s s e für die neue Koalitionspolitik ist heute nur noch Moskau übrig ge­blieben das seine Bereitwilligkeit erklärte, weil cs nach dem Scheitern seiner weltrevolutionären Pläne in Spanien und in der ehemaligen Tschecho-Slowakei sich wieder tn bte euro­päische Politik einschalten möchte. '

Datz man in England die längst tatsächlich tn Kraft ge­tretene Gleichberechtigung Deutschlands als Großmacht immer noch nicht anerkennen will, zeigt, rote mir bereits gestern feststellten, seine Haltung gegenüber der in­zwischen ebenso überraschend rote selbstverständlich erfolgten Rückkehr des Memellandes in das Erotzdeutfche Reich. Jeder anständig denkende Mensch jenseits der Grenzen empfindet aufrichtige Genugtuung darüber datz hier ein offensichtliches Unrecht durch eine freie Verein­barung der allein daran interessierten Regierungen in Berlin und Korona beseitigt wurde. Denn das Memelland tjt hundertprozentig deutsches Land, das uns mit Gewalt ent­rissen wurde, gegen dessen Herausgabe sich die Diktatmächte des Versailler Vertrages aber stets bis zum äußersten wider­setzten. Sie wußten genau, datz die Memelländer nach Deutschland zurückwollten und haben bas baburch zu ver­hindern versucht, daß sie die Bevölkerung einet Gewaltpolitik Preisgaben die 20 Jahre lang unermeßliches Leid über deut­sche Menschen brachte. Aber Blut ist stärker als politischer

Einkreisungspolttik gescheitert

(Eigener Drahiberichi unserer Berliner Schriftleitung.)