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Wiesbadener Tagblatt

Druck und Serlod: haÄ? ______u

Druck und Verla-:

Nr. 67,

Montag, 20. März 1939.

87. Jahrgang

selbst ein

Ar den Aufenthalt in

London kann sich nicht beruhigen

Sondersitzung des britischen Kabinetts

10.30 Uhr eine

Die nur

britischen Aktion ft Weltquellen von E.

Belgrad und d. Und des-

an einem prüfen.

Der Besuch des polnischen Auhenministers in London.

Warschau, 20. März Wie hier verlautet, wird der polnische Außenminister eine seit langem angekündigte Reise nach London am 3. April antreten. Für den Aufenthalt in London sollen drei Tage vorgesehen jein.

Die Tage unerhörter Spannung, die das deutsche Volk seit jener denkwürdigen Rächt zum 15. März erleben durfte, haben mit der Heimkehr des Führers in die Reichshauptstadt ihren Höhepunkt und vorläufigen Abschluß gefunden. Mit unbändigem Stolz und voll B e - wundernng schaut auch der letzte Volksgenossen aus das geschichtliche Wirken des Führers. Spontan und mit heller Begeisterung demonstrierte bereits am Mittwochabend die gesamte Bevölkerung des Gaues Hessen^Raflau in alle» Städten und Orten. Boll Dank und Freude marschierten die Partei- und Bolksgenossen auf den Straßen, um dem Führer zu huldigen.

In einem Telegramm an den Führer gab am Sonntag­abend Sauleiter Sprenger diesen Empfindungen der Be­völkerung unseres Saue» mit folgenden Worten Ausdruck:

Pariser Geständnisse.

militärische Einstellung der Demokratien offen enthüllt.

Kein Wunder, wenn unter diesen Umständen es der eng­lische Geheimdienst war, der im Mai 1938 in Prag die Mel­dung von der deutschen Mobilisierung lanzierte und mit Hilfe des britischen Gesandten die Mobilisierung der tschechischen Armee erwirkte. Wir kennen, so sagt der „Völ­kische Beobachter", aber auch Briefe des Herrn B e n e s ch an wichtige tschechische Persönlichkeiten, die be­weisen daß es ein von England genährter Gedanke war, eines Tages im Rahmen einer europäischen Verwicklung die Wiederherstellung der Versailler Tschecho- Slowakei herbeizuführen. Dieser Plan also mißlang. Daher di« Wut der Engländer. Ihr angebliches Mitleid mit den Tschechen ist mithin nichts weiter, als übelste Heuchelei, um nicht zu sagen, typische englische Heuchelei.

Der Dank des Gaues Hessen-Nassau an den Führer.

Sauleiter Sprenger gibt den Empsindungen der Bevölkerung Ausdruck.

i n e t t s ein-

„Die neue Lage."

D. K. Nach einer Woche deutscherWeltg eich i ch t e, die zu einer grundlegenden Neuordnung Mittel­europas durch Adolf Hitler führte, ist die englische Auf­fassung die, daß jetzt ein neues Kapitel britischer, oder, wie man vorsichtiger sagt, demokratischer Welt­geschichte beginnen müsse. In dem Bestreben, diesen Akt würdig einzuleiten, ist man in fast allen Ländern westlich unserer Grenzen zu einer wilden Auspeitschung der nationalen Leidenschaften übergegangen. Jede Rede, die ge­halten. jede Erklärung, die abgegeben wird, ist bis in das letzte Wort hinein erfüllt mit Deutschenhaß. Auch di« vorläufige Zurückziehung der Botschafter „zur Bericht­erstattung" ist als eine bewußte Brüskierung der deutschen Politik gedacht, ganz zu schweigen von der offenen Unter­stützung der Benesch-Hazardeure durch Washington, die Sperrung der tschechischen Guthaben, die Verweigerung der Anerkennung des deutschen Protektorates und die damit im Zusammenhang stehenden Demarchen in Berlin, die unzweideutig und scharf von Deutschland zurückgewiesen werden mußten. Daß in dem Kübel, unter dem das neue Feuer flackert, auch Tendenzlügen jeder nur erdenk­lichen Art gekocht werden, ist bei der Mentalität der demo­kratischen Kriegshetzer durchaus verständlich. Man sieht deut­lich, wie bereits aus den verschiedensten Süppchen eine neue Kriegsschuldlüge zusammengebraut wird. In der­artigen Dingen haben die Engländer große Erfahrung. Auch die moralische Heuchelei fehlt nicht, die diesen ganzen Sud für puritanische Gemüter besonders schmackhaft machen kann.

Es ist im Grunde überflüssig, diese neue Kreuzzugsvredigt gegen die faschistischen Staaten auf ihre Gründe und Hinter­gründe näher zu untersuchen. Die Wortführer find alles alte Bekannte, deren Handschrift und Mundwerk in tausend Leitartikeln der letzten Wochen einen Niederschlag fand. In­teressant ist nur, daß auch die nüchtern denkenden Staats­männer von dieser bewußten Auspeitschung und Vernebelung der öffentlichen Meinung allmählich mitgerisfen werden. Sic verlassen den Kurs einer wirklich weitdenkenden Weltvolitik und sinken in nationale Voreingenommenheiten zurück, die vor hundert oder vor zwanzig Jahren modern waren, aber nicht in die Gegenwart und noch weniger in die Zukunft passen. Tragisch dabei ist nur eins: die Unfähigkeit, mit der echten Entwicklung der Dinge Schritt zu halten, die selbst ein Mann wie Chamberlain zu törichten und unangebrachten Vorwürfen gegen Deutschland und Adolf Hitler veranlaßt. Tragisch aber ist auch der geringe Mut auf der Gegenseite, mit dem wieder erstarkten Deutschland einen gemeinsamen Ausgleichskurs in Europa einzuschlagen. Statt dessen faselt man zwar von einer „neuen Lag e", aber man siebt diese Lage ausschließlich im Stil der alten^ Allianzen. Daß das wirkliche Prob le m allein die Anbabnunq eines gesunden Verhältnisses zwischen dem briti­schen Empire und der großdeutschen Kontinentalmacht ist.

Mein Führer!

Als Sie als Mehrer, Wahrer und Bürge der Sicherheit des Reiches in die Burg von Prag einzogen, eilten in Frankfurt a. M. und allen Orten des Gaues Hessen-Rassau die Partei- und Volksgenossen auf die Straßen und formier­ten Fackelzüge, um so dem Dank und dem Jubel aller Bolks- genossen Ihnen gegenüber Ausdruck zu verleihen. Heute, da die Reichshauptftadt, voran die deutsche Jugend, Sie in un­erhörter Begeisterung empfing, nahmen die Millionen Bolksgenossen des Gaues Hessen-Nassau Anteil an dem Empfang und blicken ehrfurchtsvoll und dankerfüllt zu Ihnen auf.

Mein Führer, wenn Sie uns rufen, die Gefolgschaft ist bereit, ihre Gefolgschaftstreue durch die Tat zu beweisen.

Heil mein Führer!

(gez.) Sprenger."

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Postanstalten. - Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keilen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

London, 20. März. (Funkmeldung.) Die Zeitungen Englands, gleichsam als des friedlichsten, sanftesten mora­lischsten und uneigennützigsten Landes seit Jahrhunderten, begegnen dem großen deutschen Schritt zur Sicherung Zen­traleuropas weiter mit einfältigen Drohungen und albernsten Einschüchterungsversuchen. Die politische Aktivität, die in London während des Wochen­endes herrschte, bildet den Gegenstand der Besprechungen der Montagmorgen-Presse. Sämtliche Blätter berichten über­einstimmend, daß für Montagvormittag IC ~~ *" Sondersitzung des britischen Kab....... .....

berufen sei, und daß Lord Halifax am Nachmittag im Oberhaus eine längere Erklärung abgeben werde. Die Spekulationen der Presse drehen sich um den ver­mutlichen Inhalt dieser Ministerbesprechungen. Hierbei stellen die Blätter die in London erfundene und in Bukarest längst dementierte „drohende Haltung Deutschlands gegen­über Rumänien" in den Vordergrund.

Mit Ausnahme der „Times" sprechen die Blätter in mehr oder weniger deutlicher Form von der Möglichkeit einer gemeinsamen Front aller demokratisch en Staaten unter Englands Führung, wobei aber eigentümlicherweise die Sowjetdiktatur neben Frank­reich als einer der wesentlichsten Faktoren eines solchen demo­kratischen Paktes angesehen wird.

Auch „Daily Telegraph" schreibt, das Kabinett prüfe die Frage, ob es ratsam sei, sofortige Beratungen mit Frankreich. Sowjetrußland und den Balkanftaaten (!) zu eröffnen. Man erfahre, daß der Sowjetbotschafter M a i s k y

Paris, 20. März. (Funkmeldung.) Ein Blick in die vor Wut zitternde französisch« Hetzpresse weist die Borniert­heit und von keiner Maske mehr verhüllte Nieder­tracht einer Politik, di« keineswegs auf Moral und „Liebe zu den Unterdrückten" basiert, sondern nun offen über den Zusammenbruch verbrecherischer Ein­kreisungspolitik wütet. Aufschlußreich sür die innere Linie solcher Politiker sind die gewissen Geständnisie der Enttäuschung —, aber auch die offenen Darlegungen künftiger Bemühungen. So plaudert „Epoqu e" über die Schleichwege der englischen Diplomatie von USA. bis Sowjetrußland. Das Hauptziel der, britischen Aktion sei, Rum änien, eine der größten Weltquellen von Getreide, Petroleum und Holz nicht zu friedlicher Zusammenarbeit mit dem deutschen Nachbarn kommen zu lasten. Rumäniens riesige Reichtümer wurden die Wirkungen einer Blockade um Deutschland (!) auf Monate hinaus abschwächen. Dies hätten die Militär- und Wirtschaftssachverständigen Londons verstanden. Daher handele London in Warschau, Sofia, Ankara, Belgrad und Athen, vor allem aber in Sowjetrußland. Und des­halb habe sich eine regelrechte englisch-sowjet- russische Annäherung während des gestrigen Tages abgezeichnet. Früher, als die Tschechp-Slowakei sich in die Flanke des Reiches bohrte, als 40 Dtulsiauen eine der reichsten deutschen Provinzen bedrohten nnd als die Flug­zeuge von der böhmischen Plattform gegen Berlin, Dresden und München aufsteigen konnten, wäre dies alles viel leichter gewesen. Heute ginge es nur noch, wenn man sich auf „die riesige Bastion" Sowjetrußlands stütz«.

Dokumente, die überzeugen.

as. Berlin, 20. März. Die Reichshaupt st adt hat am Sonntagabend den Führer, den Schöpfer Groß-Deutsch- lands, mit einem Jubel sondergleichen begrüßt. Wenn man etwa vor Jahresfrist, als der Führer aus Wien zurückkehrte, annahm, daß der Jubel der Berliner nun nicht mehr steige­rungsfähiger sei, sei, so war das ein Irrtum. Berlin hat sich gestern selbst übertroffen. Dem Ausland, das in diesen Tagen erzählte, das deutsche Volk sei an dem großen Ge­schehen -innerlich nicht beteiligt, ist durch diesen tri­umphalen Empfang des Führers eine Abfuhr sonder­gleichen zuteil geworden. Berlin aber machte sich mit diesem Empfang, der seinen Abschluß in Vegeisterungsszenen auf dem Wilhelmplatz sand, wie sie selbst dieser doch manchen Begeisterungssturm gewohnte Platz noch nicht erlebte zum Dolmetsch der Gefühle des ganzen deutschen Volkes, das so dem Führer den Dank sür seine neue Tat des Friedens abstattete.

Gewisse Kreise des Auslandes freilich wollen noch immer nicht wahr haben, daß der Führer den Frieden in Mitteleuropa erneut festigte. Man könnte über den ganzen Entrüstungsrummel in den demokratischen Ländern zur Tagesordnung übergehen, wenn es sich bei solchen Artikeln um die berufsmäßigen Friedens­störer handeln würde. Es scheint aber, als ob manche Mini st e r und manche sonst auf einen ruhigen Ton ge­stimmte? Blätter der demokratischen Länder heute völlig vor diesen Kriegshetzern kapituliert haben.

So möchte Herr Chamberlain, und möchte die englische Presse, die sich jetzt so gebärdet, als ob sic ihre vtichworte aus Moskau bezieht, die Welt, glauben machen, daß wir das Münchener Abkommen verletzt hätten. Das haben wir an dieser Stelle schon einmal eingehend widerlegt und als Lüge gekennzeichnet. Die Engländer haben das bis heute noch nicht begriffen oder wollen es auch garnicht begreifen. Sie selbst sind so sehr an eine Politik der Gewalt und der Macht gewöhnt — denn das ganze Britisch« Weltreich wurde ja mit Gewalt zu­sammengeräubert — daß sie andere Methoden sich offenbar garnicht vorzustellen vermögen.

Damit ergibt sich aber doch für uns die Frage, ob die Äußerungen Chamberlains und die Hetzartikel der englische »Presse der Meinung des englischen Volkes entsprechen oder nicht. Geben sie tatsächlich eine Meinung des englischen Volkes wieder, so müßten wir aller­dings unser« ehrlichen Hoffnungen auf die Verständi­gung mit England begraben. Dann müßten wir unsere Politik dem Britischen Weltreich gegenüber einer entschei­denden und endgültigen Revision unterhielten. Dann hätte sich auch erwiesen, daß die Grundlagen des deutsch- englischen Flottenvertrages erschüttert find, denn dieser Vertrag gründet sich 'ja darauf, daß wir die maritimen Interessen Englands anerkennen, daß aber eben­so auch die Engländer unsere Lebensinteressen in dem Raum anerkennen, in dem Geschichte und deutsches Blut unlösbar an das deutsche Schicksal gekettet sind.

Gründet sich die Wut der Engländer etwa daraus, daß auch ein Vorfeld der Friedensstörer b? : t i gt ist. Das tschechische Reisebüro in Paris hat den '-Ct. »t’g, bei seiner geschmacklosen „Trauerfeier" die Katze aus dem Sack gelassen zu haben, als es ein Trauerplakat ausbin.,, auf dem «s zum „Hinscheiden der Tschecho-Slowake:' u. o meß, daß Frankreich nunmehr 40 Divisione verloren habe. Es scheint, daß die Engländer nudi mehr als die Franzosen diesen 40 Divisionen nachtrauern D c Engländer sind nämlich im stärksten Maße an diesem Raum des Un- ftiedens interessiert gewesen. Der Beweis dafür ist leicht zu erbringen. Wie nämlich der „Völkische Beobachter" berichtet, sind wir in den letzten Tagen in den Besitz von Dokumenten gelangt, die in der Ge chichte dieser be­wegten Zeit einmal eine bedeutende Rolle spielen werden. Diese Dokumente verraten nämlich, daß die britische Diplomatie in Prag in der ganzen Tschechen-Krise vom Mai bis September 1938 Herrn Benesch in seinem irrsinnigen Kurs bestärkte und ihm die volle Unter­stützung Englands gegen das Reich sowohl in politischer als auch finanzieller Hinsicht zusagt-n

Die Rückkehr des Führers.

Starker Eindruck des Berliner Empfanges in der Londoner Preste.

London, 20. März. (Funkmeldung.) Die Rückkehr des Führers nach Berlin und der begeisterte Empfang, der ihm von der Beniner Bevölkerung bereitet wurde, findet in der Londoner Morgenprefse lebhaften Niederschlag.

Die Blätter berichten ausführlich und in groß aufge­machten Meldungen über die Heimkehr Adolf Hitlers, wo­bei sie die Ansprache Görings in den Vordergrund stellen. Die meiste» Zeitungen sprechen in ihren Ausführungen von „Hitler, dem Eroberer". Trotz der sonst recht unfreundliche» Einstellung der Blätter gegenüber Deutschland können sie hier nicht umhin, die spontane Begeisterung der Berliner Bevölkerung beim Einzug des Führers in Berlin zu be­schreibe», von der die Presse sichtlich beeindruckt ist.

ersucht worden sei, die Ansicht seiner Regierung über „gewisse Punkte" einzuholen, denen man in London wesentliche Be­deutung beilege. Die seit langem von der britischen Regie­rung vertretene Ansicht, daß es keinen Zweck habe, irgend welche Länder nördlich oder westlich der Tscheche! aktiv zu unterstützen, werde in Downingstreet zur Zeit überprüft.

Der politische Korrespondent der „News Chro- n t c I e“ will von maßgebender Stelle erfahren haben, daß das Kabinett in feiner letzten Samstag-Sitzung in Gedanken des praktisch längst bestehenden Bllndnrsies zwischen England, Frankreich, Sowjetrußland und anderen Staaten grundsätz­lich gut geheißen habe.

In allergrößter Ausmachung meldet „Daily Mail" bereits, daß die britische Regierung die sowjetrussische Regierung formell aufgefordert habe, ihre Beteiligung — -i---Sßaft mit England und Frankreich zu

6 Serktigllch na^ertttag«,

uayuvril «efchliftszett: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn- u. Feiertags

Unterhaltungsbeilage. 8edfn" ®flro:

Hier irrt Chamberlain!

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

8- Schellenberg ssche »nchdruckeret, „Xagttatf. fcane' anx

Fenisprecher-Sammel-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Womemll

Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405. ,, . ,

mit einer täglichen