.. Nach dem ersten wütenden Antritt
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N-. 57
87. Zahrgtmg.
Mittwoch, 8. Mürz 1939
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mit einer täglichen
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Unterhaltungsbeilage. srtliner ®aro:
Chaos in der roten Restzone.
(Eigener Drahtbericht unsere
Was wird aus der bolschewistischen Flotte?
SS. Berlin, 8. März. Die Lage im roten Rest- spanien ist auch heute noch vollkommen undurchsichtig. In Madrid haben sich Zustände entwickelt, die an die Kämpfe der Kommune in Paris während der Belagerung durch die deutschen Truppen 1870/71 erinnern. Die verschiedenen roten Richtungen bekämpfen sich erbittert, so dass der sogenannte nationale Verteidigungsrat, das sind die Roten um den Obersten P a s a d o und um Miaja, sich veranlaht gesehen hat, Flugzeuge gegen die Anhänger Regrins einzusetzen. Als dritte Partei gesellen sich nun noch die Anarchisten hinzu, deren Agenten sowohl die Roten der Richtung Pasado als auch die Anhänger Regrins in den wildesten Ausdrücken beschimpfen. Derjenige, dessen Aussichten im Augenblick weniger gut sind, flüchtet vorsichtshalber erst einmal nach Frankreich, um nach der Weiterentwicklung entweder dort zu bleiben oder aber zurückzukehren. So beglücken zur Zeit der rote Oberbonze R e g r i n und der Anführer der berüchtigten roten internationalen Brigade, Lister, Frankreich. Auch in der Hafenstadt Cartagena soll der Aufstand erneut aufgeflammt sein. Jedenfalls gewinnt man aus der Fülle der Nachrichten, die zum grössten Teil allerdings mit Vorsicht aufzunehmen find, nur den Eindruck, dass im roten spanischen Restgebiet ein volles Chaos herrscht. Man kann schwer sagen, wer zur Zeit dort die Macht in Händen hat, und man kann ganz unmöglich voraussagen. wer etwa heute nachmittag oder morgen am Ruder sein wird.
Selbstverständlich wird die Entwicklung überall aufmerksam verfolgt. Italien wendet dabei sein besonderes Jnteresie dem weiteren Schicksal der nach dem tunesischen Hafen Biserta entkommenen Roten Flotte (drei Kreuzer und acht Torpedobootszerstörer) zu. Die der italienischen Regierung nahestehenden Blätter lassen keinen Zweifel daran, datz diese Flotte entwaffnet und an General Franco ausgeliefert werden mutz. Sie fügen hinzu, Italien werde es nicht zulassen, datz diese Flotte sich allzu lange gegenüber Sizilien aufhalte, ja, man läßt durchblicken, datz Rom im Notfall einen diplomatischen Schritt in Paris unternehmen werde, wenn Frankreich anders verfahren sollte. Im übrigen fügen die italienischen Blätter hinzu, datz mit der Flucht der Flotte Rotspanien seine stärkste Stütze verloren habe, es könne nun seine Küsten nicht mehr verteidigen und auch die Lebensmittelversorgung nicht mehr offen halten. Nach Pariser Meldungen haben die roten Matrosen noch vor der Flucht der Schiffe aus Cartagena ein grotzcs Blutbad angerichtet und zahlreiche Offiziere, die sich der Flucht widersetzten, niedergemacht. Wie weiter aus den
r Berliner Schriftleitung.)
französischen Berichten hervorgeht, hat sich mit den Schiffs- besatzungen auch die Unterwelt Cartagenas gerettet. So befinden sich an Bord der Schiffe noch unter den insgesamt 1000 Bolschewisten auch 500 bis 600 Weiber. Datz man in Biserta über diese Ankömmlinge sehr glücklich ist, ist kaum anzunehmen. Auch in dem algerischen Hafen Oran sind ein Segelschiff und einige kleinere Fahrzeuge dicht besetzt mit Bolschewistengesindel aus Cartagena angekommen.
Absage an den Verteidigungsrat.
Bilbao 8. März. (Funkmeldung.) Der national- spanische Sender Burgos kennzeichnet die Angehörigen des neu gegründeten Madrider roten „Verteidigungsrates" mit schonungsloser Offenheit. Er stellte fest, datz seine Mitglieder keineswegs besser als die übrigen roten Verbrecher sind. So sei B est ei ro stellvertretender Leiter der ersten „republikanischen Regierung" gewesen und er habe bei Ausbruch des Krieges nicht hinter dem berüchtigten Largo Caballero in seiner Ablehnung Francos und der Auspeitschung zum Klassenhatz zurückgestanden. 2n Miaja stelle sich der Schöpfer jenes verbrecherischen Planes zur Verteidigung der Stadt Madrid vor.
Nachdem der Sender am Dienstag um 20 Uhr seine Sendungen unterbrochen hatte, wurden diese um 21 Uhr mit einer Erklärung der Syndikalistischen Partei wieder ausgenommen. Danach wurde zugegeben, datz für die Roten der Krieg verloren ist und datz der sinnlose Widerstand, wie er von Negrin auf Befehl Moskaus angeordnet fein, nicht fortgesetzt werden dürfe.
Nachdem es noch am Dienstagnachmittag zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen war, ist, wie aus zuver- läsiiaer Quelle verlautet, inzwischen in Madrid wieder Ruhe bin gekehrt. Der „Verteidigungsrat" dürfte damit in Madrid Herr der Lage geblieben sein.
Wie aus Madrid verlautet, habe sich „Ober st" C a s a d o in voller Übereinstimmung mit „General" Miaja im Laufe der letzten Nacht in die nätionalspanischen Linien begeben, um zu versuchen, eine Unterredung mit General Franco zu erreichen.
Der nationalspanische Rundfunksender von Oviedo veröffentlichte am Dienstagabend eine Verlautbarung, in der es heitzt, datz das nationale Spanien nicht die Absicht habe, mit solchen Leuten zu verhandeln, die nicht die Eigenschaft spanischer Vertreter hätten. Der annehmbare Friede sei ausschließlich der ohne Bedingungen. Die Besetzung von Madrid werde sich auf die gleiche Weise vollziehen wie diejenige Barcelonas, nämlich durch Waffengewalt.
Hermann Göring in Italien.
Gegenbesuch bei Marschall Balbo in Tripolis.
as. Berlin, 8. März. (Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Uber den Aufenthalt Hermann Görings in Italien teilt das „Eiornale d'Jtalia" mit, datz der Feld- marfchall bis etwa Mitte April in Italien bleiben wird. Nach dem Erholungsurlaub in San Remo, der lange Zeit in Anspruch nehmen wird, begebe sich Göring einige Tage nach Rapallo. Nach diesem Aufenthalt an der italienischen Riviera nehme die Reise des Eeneralfeld- marschalls offiziellen Charakter an. Er werde zwei bis drei Tage in R o m sein, und dort mit den führenden Persönlichkeiten des Faschismus zusammentreffen. An- schlietzend werde Hermann Göring nach Sizilien und nach Tripolis zum Gegenbesuch bei Marschall Balbo fahren. ________
Spannung Prag-Prehburg.
Tschechische Forderungen abgelehnt.
Veränderungen ein. Unter ungarische Oberhoheit kamen zwanzig Gemeinden, an die Tschechoslowakei wurden acht Gemeinden zurückgegliedert. Die Grenzwache und die Sicherheitsformationen werden die Demarkationslinie am 14. März um 12 Uhr verlassen und die der Grenzlinie entsorechenden Erenzorte ein« nehmen. _______
Gefahrenherd Tunis.
Massenkündigungen italienischer Arbeiter. — Wachsende Unruhe der Eingeborenen-Bevölkernng.
Rom, 7. März. Die feindselige Haltung der französischen Behörden gegenüber der italienischen Bevölkerung in Tunis wird von der italienischen Presse erneut schärfstens verurteilt. Die Blätter weisen in diesem Zusammenhang auf neue Massenkündigungen italienischer Arbeiter durch französische Arbeitgeber hin, weil sie sich geweigert hätten, sich naturalisieren zu lauen. Ebenso aufmerksam wird die wachsende Unruhe bei der Eingeborenen-Bevölke- r u n g verfolgt, die unter der schwersten wirtschaftlichen Not zu leiden habe und ihrer Unzufriedenheit durch Anschläge aller Art Luft mache.
Handwerk und Fachbuch.
Bem Hans Scharr.
Di« Lesefreudigkeit des Deutschen ist unbestritten. Sie wurde nicht künstlich gezüchtet, sondern entspringt seiner geistigen und charakterlichen Veranlagung, quillt letztlich aus der Wesensart seines Gemüts, dem Suchenden, Grüblerischen, dem Bedürfnis nach Ausfüllung einer weitgesteckten Vorstol- lungswelt. Gewiß, wieder und wieder mag diese Neigung zum Lesen irregeleitet worden sein, mag sie in trüben, sumpfigen Quellen ihre Befriedigung gesucht haben. Wir denken hier vor allem an die Giftspritzen des jüdischen Li t e r a t e n t u m s : im politischen und wirtschaftlichen Bereich, auf sozialem und geschichtlichem Gebiet, in den weiten Bezirken der Unterhaltungsliteratur. Einflüsse, unter deren Nachwehen wir zum Teil heute noch zu leiden haben. Und wenn in diesem Jahr eine großzügige Werbung für das Fachbuch durchgeführt roitb, so beweist die Notwendigkeit dieser Aktion, daß sehr wohl auch eine ungesunde Aufgliederung des literarischen Interesses möglich ist.. Wem die innere Bejahung des Werkes seiner Hände und seines Geistes fehlt, wem die Arbeit nur harte, unerläßliche Fron, Ware ist, für die er Geld erhält — eine sattsam bekannte mar Mische Lehre—, dem kann man nicht zumuten, über das Minimum seiner beruflichen Ausbildung hinaus noch ein übriges zur Leistungssteigerung zu tun.
Mögen Hunderttausende und Millionen deutscher Arbeiter von dieser jüdisch-marxistischen Wirtschaft«- und Soziallehre — wenn auch nur vorübergehend — beeinflußt worden sein, das deutsche Handwerk empfand solche Gedankengänge immer als wesensfremd. Das unmittelbare Verwachsensein mit dem Arbeitserzeugnis schweißt Schöpfer und Werk zu geschloffener Einheit zusammen. Die Arbeit erheischt den Fachmann, und der Handwerker legt ein Stück seines Selbst in die Arbeit. So sind beide untrennbar miteinander verbunden. Was wunder, datz dem selbständigen, verantwortungsbewußten Handwerksmeister das Auslernen von jeher ein fremder Begriff war. Immer wieder sieht er Neues, wird er vor neue Probleme gestellt. Und da das gute Fachbuch letztlich die Summe beruflicher und p roduktionstechni scher Erfahrungen in sich vereinigt, so stand es beim Handwerk schon immer in hohem Ansehen. Der Handwerker ist Erzeuger und Verteiler zugleich, seine Tätigkeit umspannt einen Bereich, der sehr viel weiter ist als in anderen Wirtschaftszweigen. Eine Vielgestaltigkeit von Kenntniffen und Erfahrungen auf voneinander völlig verschiedenen Gebieten bildet das Fundament selbständiger Handwerksarbeit. Hingewiesen sei- nur auf das kaufmännische Element, das in den vergangenen Jahrzehnten im Handwerk nicht immer so gepflegt worden ist, wie es notwendig gewesen märe. Auch hier hat sich in den letzten Jahren ein erfreulicher Wandel vollzogen. Die Einführung der allgemeinen Buchführungspflicht des Handwerks ist ein Musterbeispiel. Dinge, die man sich nicht aus den Fingern saugen kann, sondern die erlernt und geübt werden muffen. Das Buch, das geschriebene Wort, ist dabei unentbehrlich. Zumal das Handwerk in gewissen Sparten immer noch in scharfer wirtschaftlicher Konkurrenz mit Industrie und Handel steht, ein Wettbewerb, bei dem nur Tüchtigkeit und Leistung über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden. Nicht zu vergessen den Kampf um das Ansehen des Berufsstandes an sich, der sich mit der Einführung der Gewerbefreiheit vor nunmehr 70 Jahren, die auch dem Leistungsschwachen Tür und Tor öffnete, gegen den Ansturm berufsfremder Kräfte zur Wehr setzen mutzte. Ein Kamps, der durch die Handwerkspolitik der nationalsozialistischen Regierung — vornehmlich durch den grohen Befähigungsnachweis — so unterstützt worden ist, daß er in Kürze als abgeschlossen gelten kann.
Zu all diesen Gesichtspunkten, unter denen sich das Fachbuch im Handwerk schon längst seinen festen Platz erkämpft hatte, tritt nun noch die Forderung der Leistungs - steigerung entsprechend den Zielsetzungen des Vieriahresplans. Der Begriff der wirtschaftlich Rationalisierung umfaßt ja nicht nur die materiellen Bezirke der Produktion. Die Leistungsertüchtigung des Mil- lionenheeres der Schaffenden ist ein Moment, das gewaltige wirtschaftliche Energien in sich birgt. Im Vordergrund steht die vollkommene Vertrautheit mit den neuen Werk-
Prag, 7. März. Der Ministerrat in Pretzburg behandelte am Montag die tschechischen Forderungen. Vor allem drei Punkte wurden behandelt: 1. Vollkommene Loyalität der Slowakei gegenüber Prag bzw. der Tschecho-Slowakei. 2. Unterbindung der Propaganda für die Selbständigkeit der Slowakei und 3. Entfernung mißliebiger Personen (darunter der Preffechef Mach). Prag wendet sich ferner gegen die Forderung Sidors nach einer eigenen f Ionia tilgen Armee.
Die slowakische Regierung setzte Dienstagvormittag die Beratungen Über die Klärung des slowakisch-tschechischen Verhältniffes fort. Wie man in politischen Kreisen erfährt, ist beschlossen worden, den Prager Forderungen nicht nachzugeben. Staatsminister Sidor fei beauftragt worden, in Prag den Standpunkt der slowakischen Regierung zu vertreten.
Ungarisch-tschecho-slowakische Grenze.
Berichtigung der bisherigen Demarkationslinie.
Budapest, 8. März. (Funkmeldung.) Die am 2. November eingesetzten ungarisch-richecho-slowakischen Erenzfemetzungs- ausichüffe haben die Grenzstrecke zwischen der Donau und dem UrtgnuB endgültig festgelegt und ein Schlußvrotokoll unterzeichnet. Damit wurde die Grenzfestsetzung an vier zuiammen- Wngenden Abschnitten von insgesamt fünf abgeschlossen. Durch diese Erenzieftsetzung traten im Vergleich zu der bisher als pttotfoeMe Grenze dienenden Demarkationslinie gewisse
Erstaunlicher Schritt im Lande der „Freiheit".
Verspottung der Rotftandsarbeiter durch Conferenciers soll nicht mehr geduldet werde«.
Rew Port, 8. März. (Funkmeldung.) Die Leitung der Gewerkschaft amerikanischer Schauspieler hat nunmehr ihren mehr als 10 000 Mitgliedern ein striktes Verbot erteilt, die „WPA.", wie die Bundesbehörde für produktive E r - werbslosenfürforge kurz genannt wird, weiterhin zum Mittelpunkt ihrer Witze und Glossen im Theater, Kabaretts oder Cafes zu machen.
Die „WPA.", von der rund 3 Millionen Nofftands- arbeiter betreut werden, ist feit ihrem Bestehen ein b e - lichtes Thema für den beißenden Sport jüdischer Conferenciers oder Nachtklubkomiker. Diesen Witzemachern ist es gelungen, die Notstandsarbeiter, unter denen sich viele anständige und arbeitswillige Amerikaner befinden, als faule und unnütze Gliederder Gesellschaft hinzuftellen. Die Annahme einer „WPA."-Arbeit gilt heute bereits als das Zeichen des tiefften sozialen Sturzes.
Für Verstöße gegen dieses Witze verbot hat die Gewerkschaft Geldstrafe verhängt. Im Wiederholungsfälle wird sogar auf Ausschlutz aus der Gewerkschaft und damit auch auf Verlust der Existenz erkannt. In der Begründung heitzt es,
datz zahlreiche Mitglieder der Gewerkschaft, die selber Notstandsarbeiter sein müßten, durch diese Witzeleien g e = demütigtund erniedrigt würden. Dazu würde auch durch diese offensichtliche Verhökmung das Ansehen einer staatlichen Einrichtung herabgesetzt. Es heißt, datz auch die Gewerkschaften, die auf den Rundfunk Einfluß haben, ähnliche Schritte beabsichtigen, um die von Roosevelt geschaffenen Einrichtungen des „Neuen Planes" vor Witz und Kritik zu schützen.
Diese Aktion verdient im Deutschland darwm besondere Beachtung, da die amerikanische Presse auf die kürzlich er= folgte Suspensierung deutscher Confevencievs hin geschloffen mit Glossen über Deutschland herfiel und tu a. behauptete, in Deutschland habe man Äerhaupt feinen Mut mehr für Humor.
Datz die „WPA." diese Witze allerdings auch selber bereichert, sei hier am Rande bemertt. Erft am Dienstag hat nämlich eine Arbeiterkalonne der „WPA." in Brooklyn ein falsches, einer Sparbank gehöriges neues Hmis abgerissen, das für den Abbruch bestinpnte baufällige Haus jedoch stehen lassen.
