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Druck und Berlag:
Erscheinungszeit:
Nr. 54
Samstag/Sonntag, 4./5. Marz 1939,
im
Unbestreitbarer Rechtsanspruch der Palästina-Araber,
eine, meine, ist unser aller
rgkeit gründet t§. Die englischen
hat, den
Wenig sympathische Gefühle für Frankreich
General Jordans: „(Erft die Zeit kann die Beziehungen zwischen Rationalspauien und Frankreich bessern."
87. Jahrgang
Die Brüsseler Kabinettskrise.
Soudan verzichtet. — Mar lehnt ab.
Brüssel, 3. März. Der sozial» rokratische Senator Soudan, der dieser Tage mit der Bildung eines Kabinetts beauftragt worden war, hat diesen Auftrag jetzt ebenso wie kürzlich P i e r l o t zurückgegeben, nachdem seine Verhandlungen sich als aussichtslos herausbestellt haben. Der Mißerfolg Soudans ist darauf zurückzuführen, daß die Liberalen die Beteiligung an der Regierung ablehnen, solange der Fall Martens nicht gelöst tft. Den Vorschlag, einen Untersuchungsausschuß yber den Fall Martens einzü- setzen, lehnten die Liberalen ab.
Der Vorsitzende der liberalen Kammerfraktion, Max, der hierauf vom König beauftragt wurde, hat ebenfalls ab-
Verhandlungsgrundlage dar. Der jüdische Konferenzausschuß hat für Montagnachmittag eine Vollsitzung einberufen, auf der die endgültige Haltung der Delegation festgestellt werden soll. Wenn die englische Regierung nicht in letzter Minute umfällt, ist ein' e n d g ü l t i g e r Zusammenbruch der jüdisch-englischen Sonderbespre- chungen unvermeidlich.
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Kämpfen in Spanien gibt, ihren schnellen Wandel der Ansichten auf und kennzeichnet ihr Verhalten als „e. i n e w e l t - politische Blamage und eine geradezu triefende Heuchelei der Demokratien von säkularem Ausmaß!" Das spanische Volk aber hat diese Politik der Demokratien teuer bezahlen müssen. Sein Land ist verwüstet, rseine nationale Jugend zum großen Teil dahin- gefunken, seine materiellen Werte sind geplündert, gestohlen und vernichtet. Jetzt aber tun die Demokratien so, als hätten sie nicht eine Spur von Verantwortung für diese Vorgänge. „Sie", so schreibt Dr. Goebbels, „suchen mit Spanien eine Freundschaft zu schließen, die auf einer Anhäufung von politischen Verbrechen gegen die nationalspanischen Interessen beruht. Das Niederschmetterndste an diesem Vorgänge ist, daß sich in London nicht ein einziges Blatt befindet, das sich wenigstens schämte. Diese demokratischen Moralpatentinhaber sind so skrupellos, daß sie glauben, die Weltöffentlichkeit würde es gar nicht mehr merken, wenn sie jetzt nach Bedarf aus Schwarz Weiß und aus Weitz Schwarz zu machen versuchen!"
Paris, 4. März. (Funkmeldung.) Der spanische Außenminister General Jordana gewährte einem Vertreter des „Matin" eine Unterredung, in deren Verlaus er auf die wenig sympathischen Gefühle hinwies, die di« Öffentlichkeit im nationalistischen Spanien für Frankreich hegt. Nur die Zeit könne den feindlichen Eindruck verwischen, den die Haltung Frankreichs während des spanischen Krieges hinterlassen habe.
„Ich bin", so erklärte General Jordana, „der Freund zweier Ihrer größten Persönlichkeiten gewesen, nämlich Marschall L i a u t« y s und Marschall P e t a i n s. Dies sind zwei Freundschaften, die die Zuneigung und die Gefühle eines Mannes bestimmen. Aber kann ich vergessen, daß in unserem Lande, das seit Monaten schwer heimgesucht wurde und geblutet hat, di« ösentliche Meinung gekränkt, verletzt und erbittert worden ist? Es ist mir peinlich zuzugeben, daß man eine vielleicht überaus empfindliche Öffentlichkeit, die Frankreich oorwirft, monatelang den furchtbaren Krieg verlängert zu haben, vor den Kopf stoßen würde, wenn man ihr darin nicht recht gäbe."
„Ich hatte daran gedacht", fuhr der Minister fort, „einige Gedankengänge zu entwickeln, die Sie hätten verwenden kön-
aelebut. Er hat dem König erklärt, daß er sich nicht in der Lage glaube, die Regierungsbildung durchzusühren, und daß er sich weiterhin seinem Amt als Oberbürgermeister von Brüssel widmen wolle. Um 20 Uhr hat König Leopold den geschästsführenden Ministerpräsidenten Pierlot ™ Palast empfangen.
Ein zweites Minorca?
as. Berlin, 4. März. Nach französischen Meldungen ist es gestern in Spanien zum erstenmal seit drei Wochen wieder zu größeren Kriegshandlungen gekommen. Nationalspanische Flugzeuge bombardierten verschiedene rot- spantsche Mittelmeerhäfen, darunter Valencia und Cartagena. Rotspanifche Flugzeuge versuchten zwar, diesen Angriff abzuwehren, konnten aber nicht den Abwurf von 80 Bomben über den Hafenanlagen von Cartagena, wo sich der größte Teil der rotspanischen Flotte befindet, verhindern. Ob in diesem erneuten Aufleben der Fliegertätigkeit Vorzeichen für die schon mehrfach angekündigte Offensive General Francos zu erblicken sind, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Jedenfalls wird aber gleichzeitig berichtet, daß Francos Vorbereitungen für einen Angriit im Guadalajara - Abschnitt, also nordöstlich von Madrid, abgeschlossen find.
In dieser Situation verbreitet nun die aus Moskau gewöhnlich sehr gut unterrichtete französische Nachrichtenagentur Fournier eine sehr interessante Mitteilung. Danach soll nämlich Moskau an di« rotspanischen Oberbonzen Funksprüche gesandt haben, wonach auf Grund einer sowjetrussischenglischen Vereinbarung die roten Anführer auf einem englischen Kriegsschiff nach London gebracht werden würden. Dort sollen sie dann Einreisevisen für die Sowjetunion erhalten. Wi r wissen vorerst nicht, ob die Moskauer Funksprüche, die um so bemerkenswerter sind, als der Hafen von Cartagena von den nationalspanischen Schiffen blockiert wird, so daß die dort befindlichen rotspanischen Schiffe nicht auslaufen können, lediglich dazu dienen sollen, die rotspanischen Oberbonzen zu beruhigen, oder ob sich hier derDorfallvonMinorca wiederholen soll. Dort erschien ja bekanntlich unmittelbar vor der Übergabe an die Nationalfpanier der englisch« Kreuzer „Avenfhire" und nahm 450 rotspanische Anführer an Bord. Man vermag sich jedenfalls kaum vorzustellen, daß England, nachdem es die nationalspanische Regierung anerkannt und soeben auch einem Botschafter für Burgos ernannt hat, sein« Kriegsschiffe zur Verfügung stellt, um den rot- spanischen Oberbonzen, d. h. Mördern und Verbrechern die Flucht nach Sowjetrußland zu ermöglichen. Auch wenn London sich neuerdings, worauf wir schon unlängst aufmerksam machten, sich auffällig um Moskau bemüht, so kann man sich doch schwer vorstellen, daN es Moskau einen derartigen Liebesdienst leistet, der alle Bemühungen um eine Besserung der Atmosphäre zwischen London und Burgos mit einem Schlage zerstören müßte.
Denn im Augenblick ist man ja doch sowohl rn Paris als auch in London bestrebt, mit Nationalspanien ins Geschäft zu kommen. Davon, daß man noch bis vor kurzer Zeit die Rotspanier unterstützt«, will man nichts mehr wissen. Reichsminister Dr. Goebbels ,zeigt heute in einem, tm , Völkischen Beobachter" erschienenen Artikel, in dem er einen Überblick über die Einstellung der Demokratien zu den
neu, aber auch hierin bin ich gehemmt. Ich weiß sicherlich, daß Ihrem Lande in keinem Augenblick der Gedanke gekommen ist, von uns zu verlangen, undankbar zu sein gegenüber denjenigen, die von der ersten Stunde in dem furchtbaren Kampf, den wir unternommen haben, unsere Kameraden waren. In der ungeheuren Aufgabe, die uns nach dem Kriege aufgezwungen sein wird, wird es in dem wieder auf- zubaüenden Spanien Platz für alle geben."
Frankreich habe in diesen Tagen eine Geste gemacht, so führte General Jordana weiter aus, indem es den besten und glorreichsten seiner Söhn« zum Botschafter in Spanien ernannt habe. Er persönlich hab« bei mehreren Gelegenheiten mit Marschall Pötain zusammengearbeitet, und er freue sich, einen derartigen Botschafter in Burgos zu begrüßen. Seien« Regierung habe in Paris um das Agreement für einen Botschafter nachgesucht, und er verspreche sich für die Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen sehr viel von der Geschicklichkeit und dem Takt dieses Mannes. In beiden Ländern habe man die besten Botschafter gewählt, und es sei notwendig, daß alles vergessen werde, damit di« gegenseitigen Beziehungen sich wieder harmonisch gestalteten. Der größte Botschafter zwischen Spanien und Frankreich heiße jedoch die Zeit.
versucht.
Wir greifen an: die müde Lauheit, die uns vergeßen machen möchte, daß wir nur im Kamps für die Nation uns selbst erfüllen können. Sorgen in vielerlei Gestalt treten an den einzelnen heran. Krankheit, innere und äußere Nöten. Vermeintliches oder echtes Unrecht, das auch dem größten Menschenwerk nicht völlig erspart bleibt, verbittert die Seele. Eigene, uneingestanden« Unfähigkeit sucht in den gegebenen Zuständen die Schuld des Versagens. Die schnellere Karriere, der bessere Verdienst eines anderen weckt den Neid. Das Einerlei des Alltags, der monotone Ryth- mus einer vielleicht unbefriedigenden Arbeit legen einen dichten Nebel über diese kleine Welt menschlicher Leiden und Schwächen, in dem der einzelne versinkt und die Tuchfühlung mit dem Nebenmann verliert. Trifft ihn bann der Anruf von außen, winkt er müde ab. Was sind ihm schon Ideale? Was heißt Volk, Vaterland, Nation? Sind das nicht Begriffe, die nur die Großen an- gehen, die'Politiker, die Staatsmänner? Nein, Kamerad! Du darfst den Blick nicht am Boden haften laßen. Du mußt in dir die Zeit überwinden, die die geistig«« Werte zerstört«. die den Magen oder die Geldbörse an die Stelle des Ideals setzte. Du mußt dein Volk erkennen, den schweren und stolzen Weg, den es durch die Jahrhunderte ging, den harten Selbstbehauptungskampf, den ihm die Welt aufgezwungen hat. Dein Volk, dem sich ungeachtet von Vorteilen oder Nachteilen, unzählige freiwillig zum Opfer dar- drachten. Du mußt aufwärts schauen! An dem Großen, dem Ganzen gemessen, schrumpfen deine Sorgen, die dich wie ein Gestrüpp zu überwuchern drohten, zusammen. Du schreitest über sie hinweg. Du erkennst plötzlich, daß deine Arbeit, die dir so wenig gab, nicht nur dein Brot sichert, daß sic in deiner Hand eine Waffe ist, mit der du täglich für den Bestand deines Volkes kämpfst. Deutschland ist deine, meine, ist unser aller Aufgahe. Wir sind seine Soldaten, unter einer Fahne, unter einem Führer. Wir sind Kameraden!
Wir greifen an: die innere Zwietracht. Wie oft hat sie das deutsche Volk zerrissen und bis zur Ohnmacht geschwächt. Denken wir um zwei Jahrzehnte zurück. Unerbittliche, lmßerfüllte Feinde, vermeinten dem Reich in Versailles den Grabstein zu setzen und wir wußten nichts Besieres zu tun, als die wenigen, uns noch verbliebenen Waffen int Bruderkrieg gegeneinander zu richten. Und als die Soldaten, die vier Jahre hindurch in den Stahl- gcwittern des Krieges standhielten, noch einmal den Weg des Opfers gingen und den Frieden wieder hergestellt hatten, begannen 34 Parteien das Volk durch- und auseinanderzureden, in Gegensätze aufzuspalten, die unsere Ohn-
wt Die britische Regierung hat auf Drängen der Araber den in den Jahren 1915/16 zwischen dem damaligen Oberkommissar von Ägypten, Sir Henry MacMahon und dem Therif Hussein von Mekka geführten Schrtft- wechsel veröffentlicht. Dadurch wird zum ersten Male das Dokumentenmaterial über die Versprechunen, dte London den Arabern im Weltkrieg für ihre Waffenhilse machte, der Öffentlichkeit übergeben. Cherifs Hussein verlangte damals in einem Schreiben, daß England die Unabhangtgketl der arabischen Länder anerkenne, die int Norden von Mersina und Adana bis zum 37. Breitengrad, im Osten bis zur Grenze von Persien und dem Golf von Basra, im wuden bis zum Indischen Ozean mit Ausnahme von Aden und tm Westen bis zum Roten Meer und dem Mittelmeer reichen. In dem Antwortschreiben des englischen Oberkommissars vom 24. Oktober 1915 gibt dieser im Namen der britischen Regierung die Erklärung ab, daß Grog- britannien die vorgeschlagenen Grenzen des neuen Araber- reiches an nehme. Ausgenommen sein sollte das heutige französische Mandatsgebiet Syrien. Über diesen Bezirk wurde keine völlige Einigkeit erzielt. Die Araber erklärten sich damals mit der Londoner Bedingung einversianden, beim Aufbau ihres Staates nur Engländer als Berater Heranzuziehen. Aus diesem Schriftwechsel ergibt sich allo unbestreitbar, daß Palästina innerhalb des damals von den Arabern verlangten und von London zugestandenen arabischen Königreiches liegt. Das Verlangen der Palästina-Araber auf Unabhängigkeit gründet sich somit auf einen Rechtsanspruch. Die englischen Morgenblätter versuchen jedoch die klaren Tatsachen zu verdrehen und zu verfälschen. Die Preße behauptet durchweg, aus keinem der Briefe gehe eindeutig hervor, daß England auch für das heutige Palästina ein Unabhängigkeitsversprechen abgegeben habe. Die „Times" schreibt, die Palästina-Frage stehe auch nach der Veröffentlichung dieses Briefwechsels noch weiter offen. „Daily Telegraph" schlägt in die gleiche Kerbe und stellt die Behauptung auf, daß in dem ganzen Briefwechsel nichts erscheine, was der britischen Auslegung widerspreche. Man läßt also nichts unversucht, um sich von der Einlösung der damals gegebenen Versprechungen zu drücken. Immerhin scheint man auch in britischen Siegirnmngskreisen einzusehen, daß man mit den jetzt ge-
Hermann Göring in Italien.
Mehrwöchiger Erholungsurlaub.
Berlin, 3. März. Ministerpräsident Eeneralfeld- marschall Göring hat sich am Freitag in Begleitung seiner Gattin zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt nach Italien begeben. Um während seiner Abwesenheit dienstlich nicht in Anspruch genommen zu werden, hat er die Leitung seiner sämtlichen Ämter den Vertretern übertragen. ________
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Wir greifen an!
Von Heinrich Karl Kunz.
Wir greifen an! Die Parole, unter die das nationalsozialistische Wiesbaden, das sich gestern abend in sämtlichen verfügbaren Sälen um die Redner der Partei geschart hatte, getreten ist. Einem Frühlingssturm vergleichbar, rollte di« Welle der Kundgebungen über unsere Stadt. Eindringliche, mahnende Worte rüttelten an unseren Herzen, schreckten manchen aus der Gleichgültigkeit. der er zu verfallen drohte, auf. Worte, dte in uns nachklingen, die — eine verpflichtende Fahne — über unserem Weg gesetzt sind. Wir greifen an! Nicht die Devise eines Abends, morgen vielleicht schon im Einerlei des Alltags vergraben und vergeßen. Nein! Ein alter und ewig junger Entschluß, den wir gestern abend erneuerten.
Ein zum Teil feindlich gesinntes oder verständnisloses Ausland, das uns durch die jüdische Brill« zu sehen gewohnt ist, möchte das nationalsozialistische Deutschland zum Angreifer stempeln, zur Gefahr für den Frieden. Wir aber fordern und verschaffen uns nur unser Recht. Wir bedrohen niemand. Wir greifen an, ein Kampfruf, der nicht in die Welt hinaus schallt, sondern nach innen, der bis in Hirn und Herz der Nation vordringt. Es geht um den Feind, der, unter tausend Masken verborgen, in unseren eigenen Reihen steht, um das heimliche Gift, das sich immer wieder in unser Fühlen und Denken einzuschleichen
Verdächtige Sowjet-Frmksprüche
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)
8- Schellenberg'sche Ppchdrmkerei, „Tagblatt - H-ur" r
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Unterhaltungsbeilage. 8erIinec ®ÜT0: »-run.Mimer-do-f
machten Vorschlägen das Mindestmaß dessen geboten was man den Arabern überhaupt zumuten kann. In gestrigen Besprechungen mit der jüdischen Delegation, hat Kolonialminister Macdonald die Regierungsvorschläge aufrecht erhalten. Die Juden blieben bei ihrer A b - lehnung. Der Regierungsplan stellt für sie keine
