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Für dieAbend-Au»g. bis > 2 Uhr ,. ... , . .

Rorgen-Ausg. bis a ufir nachmittags. Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts

Verlag Langgaffe 21

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^woch, 12 . Kugust 1914.

kibend-Kusgabe.

Nr. 372. * 62. Jahrgang.

Der Wille zum Sieg!

Erfolg in Lothringen.

die erste französische Fahne ist in unserer

3Kift^ lne . Brigade des 15. französischen Armee- %t |t> tote wir in der Morgenausgabe schon mit- X{L- Un ter s cf) teeren Verlusten — 1 Fahne, W/IS» 4 Maschinengewehre, 700 Gesangene — von

^scherungstruPpen bei Lagarde z-urückg-eworsen Es geht vorwärts, vorwärts, obwohl wir

H p ~ ^ v i. U t l rj / vv wvwvw/ vvwwi,;* >- *-

l ahn? n 6 sind. Noch vor beendeter Mobilmachung

itz

r« in.'die ersten, zum Teil bedeutsamen Erfolge er- In Russisch-Polen, wo der A u f st a n d emporlodert, haben D e u t s ch e und K m !e , cher bereits Fühlung miteinander ge- t während die russischen Truppen, wie die Zer- 'S ^ pp Brücken und Bahnen zeigt, auf dem R ü ck- ihrer weiter östlich liegenden Aufmarschlinie

'MBvn sind. An der ostpreußischen Grenze sind Wi * en . Kavallerieattacken Blutig zurückgeschlagen

WtL a - n der französischen Grenze hat die feindliche <!, ?p. in § Obereisatz mit dem gleichen Mißerfolg ge- H da Zurückwerfung der Brigade nach dem

Ijijj-f? Parroy haben wir uns, wie gesagt, die erste

Fahne geholt und in Belgien ist mit dem iss "griff auf die Festung Lüttich ein Erfolg chorden, der in der Krieg s g e s chichte

>,j^ n e S g I« t cf) e n findet — er wird vielfach

?bnug gewürdigt, wir weisen deshalb unten X^.desonderen Aufsatz auf die strategische Be- > Um glänzenden Waffentat eigens hin —■, dte deutsche Flotte hat durch die -kühne Tat

J 'tott Tampfe'-rs „Königin Luise", der den auf Englands Haupthandelsstraße säte, und • T W> S Tat von S. M. S. „Augsburg" vor pigp'^tot, was freilich kaum jemand bezweifelt auch er fmit fff non dem Geist der schn ei- -'i> »r dtzr rücksichtslosen, der todesmuti- V n attffsluft, von dem Willen zum

R, .,'^sem Willen zum Sieg sind wir alle » Armee und Flotte, die bereits in den M Kampf hinäuszogen, jene, die noch zurück- Ak" >tod und des letzten Rufes harren, und nicht K j "ch alle, denen cs nicht vergönnt ist, mit der °. e P Hand denr Vaterland zu dienen, die aber

3,?°ss-n sind, ihm zu -dienen nach ihren ' " ,v ^ " ' 7s! - r —

5?nach ih rem Vermöge-n. Dieser

- Wv,., *1 f Vv»-»-v» niw v-: nv.nfi rAcYf'T*

iVst?* e Ö ist so stark, daß wir ein kürzeres oder

| ,^5 M 1 - I ^ •VIU.Q tun. UH WWOVU.V ^

Q r t e n auf die ersehnten neuen Steges

«fit sa ®tein in prächtigen Worten erneut ermahnt at „ 0 c ertragen, daß wir, wenn es nicht rt, e^t, auch einzelne Rückschläge mit in Kauf 3r Tnen ' tote fie bei der Schwere dieses Kampfes,

ijltt . tt§bp6rmrra @rtprr8frftmihTrtftP§ lind QN-

, tsdehnung -des Kriegsschauplatzes ifN-d an- z/ihlreichen Gegner kaum ausbleiben

MpOUrfen diesen schweren Kampf nicht leicht

totr dürfen -die Gegner, die uns j |R' j\ ,Q n der Zahl gsgenüberstehen, nicht Ä^i? . dürfen nicht übermütig ^tx,,^sten Erfolge und Siege. Drei Groß- " uns gegenüber, Rußland, Frankreich kniete Kleinstaaten, Serbien,

und Belgien. Zwei gegen sechs! yoft ii|tolanb und Österreich-Ungarn stehen allein, fi das, wie doch wohl allgemein, aner-

A der Not aehorchen-d, nicht dem eigenen ^ ^Haltung übt, haben wir bis auf weiteres : Äi^>,..3u erwarten. Zwei gegen sechs! Dies i ^e) en tonn te den Zaghaften -erschrecken, aber auch E Ät ^ ^ ^ i Gnen ' E>er dom Willen zum

E'lis» ^ totr. Das haben schon die bisherigen ViS v r braven Armee und Marine, das hat «V > iio c kühne Tat der Erstürmung von Lüttich to,ch hgI Ausland, die auf unsere 11 Üorken moral-ischenEinflnß ausüben muß.

V ssok^^s England, wo der -kühne Schneid

- - - .......

jetzt be- unter- werdem

t/t^Mrnree und unserer Seeleute vielleicht doch te Bedenken auslösen dürfte, ob es ge-

li 1 *' ctplirundlas mit einem solchen Gegner anzu

s'/llltz sich doch im Britenreiche ohnehin be-

,'4 ‘ug p,-'/v |iu) uuuj im xji

iMphP 1 '^ Bewegung gegen -diesen leichtfertigen ttnb John Bull dürfte sich die angeblich

- uno S&ung

einer L-andarmee auf dem Konti-

^ doch noch dreimal überlegen.

Was aber uns selbst betrifft, so haben wir, mit welcher innigen Freude und reinen Be- >g e i st e r u n g wir aucki die Erfolge unserer braven Truppen begrüßten, -diese — darauf wurde schon gestern an dieser Stelle hiugewiesen — zur Stärkung unserer Überzeugung, daß der endgültige Sieg unser sein wir -d, nicht erst -nötig gehabt, -denn wir sind alle erfüllt von dieser Überzeugung. Unsere Feinde von rechts und links haben sich dent Wahn hin- gegeben, daß der Deutsche in den 43 Friedensjahren den kri-egerischen Geist, der mit Blut -und -Eisen das einige Vaterland schuf, verloren habe, daß Opfer­willigkeit und Vaterlandsliebe nicht mehr in jener Stärke vorhanden seien wie damals, wo unsere Väter hinäuszogen in den Kreuzzug, in den heiligen Krieg. Dieser Wahn dürfte, trotz all der im Ausland ver­breiteten schamlosen Lügen, schon jetzt gründlich zer­stört sein, und wenn der Kaiser in seinem Manifest an die Armee imb Flotte dem Vertrauen Ausdruck gab, „daß der alte kriegerische -Geist kroch in dem deutschen Volke lebt, jener gewaltige kriegerische Geist, der den Feind, wo er ihn findet, -angreift, koste -es, was es wolle", so hat dies Vertrauen sich schon jetzt als voll­berechtigt erwiesen. Wir wissen, daß wir siegen m ü s s e n. Denn eine Niederlage Deutschlands -würde das Eirde der germanischen Kultur, würde ihre Über­flutung durch slawische Barbarei bedeuten. Und des­halb werden wir siegen. Deshalb sind wir erfüllt von jenem Furo r teutonicus, von jener wuch- tigen germanischen Wut, von der der Alt­reichskanzler in der denkwürdigen Reichstags­sitzung vom 6. Februar 1888 gesagt hat:

„Wenn wir angegriffen werden, dann wird das g -a n z e D e u t s ch I a n d von der Memel bis zum Bodensee wie eine Pulvermine aufbrennen und, von Gewehren st a r r e n, und es wird kein F e i n d wagen, mit -diesem Furor teutonicus, der sich bei dem Angriff entwickelt, es a u f z u- n e h m e n."

Oie Ersberung von Lüttich-

(Von unserem militäreschen Mitarbeiter.)

Mit einer glänzenden Tat, die ihresgleichen in der Kriegsgeschichte aller Zeiten sucht, hat der Feldzug eingesetzt. Eine große moderne Festung ist von -den deutschen Truppen in: Lause weniger T a g e erobert worden. Am 5. August hatte der Handstreich eirrer unbedeutenden. Tr-uppenabteilung stattgeiunden, der erfolglos geblieben war, und ani 7. August früh 8 Uhr war die Festung Lüttich be­reits in -deutschen Händen. Um sich die volle Be­deutung und T r -a g w e i t e dieses Unternehnrens klarzurnache-n, muß man sich den Zustand einer modernen F e st u n g vorstellen^ die seit mehreren Tagen armiert und mit ihrer Kriegsbesatzung ver­sehen war. Die vorgeschob-enen Werke sind nach B r i a lm o nt sch e n Plänen -erbaut worden. Der General Brialmont war einer der bedeutendsten Festungsbaumeister der letzten Zeit, dessen Urteil auch für viele andere Staaten maßgebend war. Im allge­meinen kann eine derartige moderne Festkcng erst nach längerem,, b"e la ge r u n g s m ä ß ig-e n Angriff und nach -gründlicher Vorbereitung durch Beschießung aus den schwersten Geschützen gestürmt werden. Auch dann ist die Ausführung des Sturmes immer noch sehr schwierig und erfordert umfangreiche Vorbereitun­gen. Von alledem ist hier nicht die Rede gewesen. Und selbst wenn der angreisenden Truppe schließlich schwere Artillerie als Verstärkung zugeführt sein sollte, so war ihre Tätigkeit zeitlich eine beschränkte. Ihre Wirkung konnte deshalb auch nur eine verhält­nismäßig geringe sein. Wenn es den deutschen Trup­pen trotzdem gelang, die Werke zu nehmen, so liefert das einen glänzenden Beweis für die geschickte Anlage il n d Führung des Unternehmens nnb für die außerordentliche Tapferkeit der da­bei beteiligten Triippen.

Für den , weiteren Vorniarsch des deutschen Heeres ist die Besitznahme von Lüttich sehr wichtig. Lüttich, sperrte das M a a s t a I und die in diesem Tal befindlichen Koniinunikatioiien. Es sind dies nicht nur die Straßen, die für die Märsche der Truppen in Be­tracht kommen, soiidern auch verschiedene Eisen­bahnen, die von Lüttich aus strahlenförmig nach den verschiedensten Richtungen hinführten. Sie sind für den Nachschub von Kad. 4 Ltung, der sich unter

Benutzung der Bahnen natürlich viel leichter und ein­facher gestaltet, als wenn er ohne diese durch Kolonnen hätte bewirkt werden müssen! Wäre es nicht geglückt, Lüttich ans diese Weise zu nehmen, so wäre der Vor­marsch des -deutschen Heeres dadurch voraussichtlich nicht -ausgehalten worden, es wäre aber viel schwie­riger geworden, da er an der im feindlichen Be­sitz befindlichen Festiing vorbei hätte dnrchgeführt werden iiiüssen. Es wäre daiin jedenfalls, notwendig gewesen, stärkere Kräfte als. Flankendeckung und zum Schutz der rückwärtigen Verbindungen .zurückzulassen. Diese wären der vordersten Linie entzogen worden und hätten bei der Hauptentscheidung g-efchlt. Das ist nunmehr nicht mehr der Fall.

Noch steht aber das ganze Maastal nicht offen, da 50 Kilometer westlich -die Festung N amu r liegt, die in ähnlicher Weise wie Lüttich ausgebaut ist. Das zwischen ihnen befindliche kleine Sperrfort H u y hat keine große Bedeutung. Von Namur bis zur fran­zösischen Grenze sind wiederum 60 Kilometer.

Die Eroberung -von Lüttich wird einen großen moralischen Eindruck -ausüben, zunächst auf die eigenen Truppen. Ein solcher zu Anfang eines Feld­zuges erzielter Erfolg wirkt geradezu belebend und hebt die moralischen Kräfte, und zwar erfahrungs­gemäß nicht nur bei den unmittelbar am Kampfe be­teiligten Truppen, sonderii im ganzen Heer, wo­hin die Kunde -darüber hinkomnit. In den Truppen wird das bei uns weiß Gott berechtigte Gefühl der Überlegenheit irnd das Siegesbewußt- s e i n gehoben, das die Grundlage und Voraussetzung für große Erfolge bildet. Wenn in einem Heere schon an und für sich eine große Angriffslust und Taten­drang herrschen, so werden diese durch derartigeErfolge noch Nie-hr gesteigert. Dies hat sich im Feldzug 1870/71 deutlich gezeigt, und auch im japanischen Feldzug 1904/05 -bei den Japanern. Umgekehrt wird bei den Gagnern das Gefühl der Unterlegenheit heworgerufen, das zu vorsichtigem Verfahren führen wird und -leicht lähmend auf die Initiative des Gegners wirkt.

Im Feldzug 1870/71 hatte sich gezeigt, daß das deutsche Heer nicht genügend auf den Festungs- krieg vorbereitet war, namentlich bei - der höheren Führung wurden nnf diesem Gebiete viele Fehler ge- macht. Nach dem Feldzug -wurde, namentlich vom Generalstab aus, dem F e st u n g s k r i e g große Auf­merksamkeit und Sorgfalt gewidmet. Auch die mate­riellen Angriffsmittel wurden vermehrt und ver­bessert. Von 'welchem Erfolge -diese Bestrebungen ge­wesen sind, zeigt dies glücklich -verlaufene Unternehmen auf Lüttich, denn ohne das Verständnis der höheren Führer für d-ie Eigenart -des Festungskrieg-es, ohne die sachgemäße und gründliche Ausbildung -der Truppe für diesen Kaiupf und ohne -die Bereitstellung der not­wendigen Kampfmittel wäre ein derartiger Erfolg unmöglich gewesen. Er zeigt, daß wir -uns auf rich­te g e m Wege befunden haben und läßt erwarten, daß unsere Heeresleitung auch mit den übrigen Festungen, die dem Heere bei -dem weiteren Vor­gehen entgegentreten werden, in ähnlicher Weise fertig werden wird. Dies ist um so wichtiger, als 'nach den Erfahrungen der letzten Kriege den Festungen und dem Festungskriege für die Kriegsführung eine große Rolle zusällt. So ist uns die Eroberung von Lüttich ein gutes Wahrzeichen für die iweiteren Kämpstzl

V. 8.

Line beachtenswerte Mahnung des Gsneral- quartiermeisters vor überschwenglichen ksoff- nungen und Phantasiegerüchten.

W. T.-B. Berlin, 11. Aug. Es ist natürlich, daß unser Volk in diesen Tacien mit Spannung ans jedes Gerücht achtet. Durch Weitertrngung Pflegen sich die Gerüchte zu vergrößern» mag es sich um Erfolge oder Mißerfolge unserer Waffen han­deln. So laufen Gerüchte um, daß ganze Regimenter vernichtet worden seien, z. B. das Regiment Gardedu- korpö. Dies wurde zu einer Zeit verbreitet, als sich daS Re­giment noch auf dem Transport befand und den Kriegsschau­platz noch gar nicht erreicht hatte. Auf der anderen Seite wurden n n in ö g l i ch e Erfolge verbrei­tet, so die Einnahme von B el-fo rt. Es hieß sogar, kaiserliche Kraftwagen hätte» die Ortschaften durchfahren und diese Nachricht kundgegeben. Solche Gerüchte können der) Phantasie entsprungen sein, können aber auch feindlicher- seits absichtlich verbreitet werden, um uns zu schaden. Denn auch ein vorgespiegelter Erfolg, wie der Fall von Belfort»