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Witsbnilciitr Tagblatt

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Nr. 38,

Dienstag, 14. Februar 1939,

87. Jahrgang

Wöchentli

mit einer täglichen

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S. Schellenberg nche Luchdruckerei, .Tagblatt - Haue" gernsprecher.Sammel-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Franffurt a. M. Nr. 7405.

3,üE ein BAUgszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2. ein- schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM, 2.35, zuzüglich 36 Rpf. Bestellgeld Einzel- *° Rpf- Bezugsbestellungcn nehmen an: der Verlags die Ausgabestellen die ~re* J*n^r a c ten" Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch

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Unterhaltungsbeilage. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf

Stapdlauf des SchlachtschiffesBismarck"

Der Führer gibt dem neuen 3Sv00-Tonnen-Schlachtschiff der deutschen Kriegsmarine den Namen des Eisernen Kanzlers als eine Mahnung und ein Vermächtnis.

Symbol deutscher Seegeltung.

bi,s.wt- uJt?ete die im Kriege zablloie Beispiele des Heldenmutes und der Tapferkeit gab. ist dem deutschen Volk M Herr, gewachsen. Der Tag von Scava Flow brannte sich tief in die Erinnerung der Nation ein. Nur wer diese M, 'ns?l6£n Smnen erlebte, wer die stolze Trauer ge- ^^ bat. die damals das ganze Volk durchzitterte, kann die uns ?e^derA uf e r st e b u n g der 'L10 y e bewegt, Die Deutschen von Wien bis ihr»1 Don bis Saarbrücken wenden heute

la»? E>amburg wo der Führer dem Stapel-

Mort^d» an O.'Tonnen-SchlachtschlffesF beiwohnen und sn Weibe sprechen wird. Die Dankbarkeit von ut «n ffielÄi?' 8"6 d,r

grauen von ^er Wasserkante, die Einwohnerschaft Hamburgs ergreiicn. Schon bei der Ankunft des Führers, der gestern biitrag kurz nach 16 Uhr im Sonderzug aus dem festlich ge­schmückten Dammtorbahnhof eintraf, drückte sich die stolze H iHwf Unnh n ?Lcr Dankbarkeit der Hamburger in einem « , öI) n c n I ei chen qus, bet bett <Vübtct unb seine a?T-, bem Weg vom Bahnhof zum Hotel ..Atlantik umtoste. Eine einzige Woge der Begeisterung die Mieder Strane und auf jedem Platz aus den Mündern" von Zehntausenden von neuem aufbrauste. -»iunocrn von F r iehr rfi1« ?jrh er>)r?fr ffi*JT?er Satirt nach Hamburg in fent«=It scnommen am Grabe des -ü.l.tetmstanzlers Otto von Bismatct einen ßoibeerftana ZeU^im^Most ®l?ft des Fürsten Bismarck einige

wB ; r^ie^ri£^lru^ ß^weüt batte, traten ver- xi 1 1 c unb hohe Be iehlshaber ber inthasp»i*ß ei2 darunter Generaladmiral Dr. h.c.

or und Relchsautzenminlster von Ribbentrop Heute. Dienstagvormittag, begaben sich weitere hervor- ».Ä »?: ;* t . BSi *Ä

?Qnfey, Tag liegt ..über Deutschlands Wasser-

ranre. feuchtende Sonne über Hamburgs Stadt und Hundertto^»^" geschmückten Helgen. Kränen und Schiffern tm ä b " tyIaß8cn be5 "euen Deutschlands fliegen k. e v o ch a ler Abschnitt in der Wiedererringung k^yär^.-^ee8cltung tftJjeuti* erreicht. Ein deutsches Gron- ? Don 35 000 Tonnen, das unter der Baunummer ovtz Helgen der größten Hamburger Werft. Blohm TprfitiPfpr' £I Arbeit deutscher Ingenieure,

Techniker und Arbeiter emporgewachscn ist. wird beute seinem Element übergeben. An der tlberseebrücke lieat der daneben? be5 P°nzerschMes .°Aömttal Scheer"'

»ehk m^?n»r tzEte Kreuzer. Nürnberg". Nicht weit davon 6-» +man ^/n St.-Pauli-Landungsbrücken die eleganten

Der Festakt.

OT. Viele Stunden vor der Feier füllt sich das Gelände der Went. mit einer erwartungsfrohen Menge. Zehntausende von Gasten find in stundenlangem Anmarsch durch die langen Rohren des Elbtunnels sowie auf den zahlreich eingesetzten

Fürst Otto von Bismarck.

(Weltbild, K.)

'

flinken Sonderfahrzeugen über den Elbstrom auf das Werst- gelande geströmt, wo sie zusammen mit den Gefolgschafts- Mitgliedern der Vauwerft den Raum um den Neubau in weitem Umkreise füllen.

Turmhoch ragt der girlanden- und flaggengeschmückte Bug des neuen Schlachtschiffes über das Werftgelände empor....Eine Ehrenkompagnie der Kriegsmarine ist unter klingendem Spiel vor dem Bug des Reubaues auf- nl a r s ch i e r t. An der Backbordseite haben zahlreiche Ebren- abordnungen Aufstellung genommen. Die Kriegsmarine ist durch Ehrenabordnungen vom PanzerschiffAdmiral Scheer , vom leichten KreuzerNürnberg", von der 4. Tor- Le.dobootsflottille sowie von kleineren Einheiten vertreten. Dte Ebrenabordnung des Heeres setzt sich aus den verschie- denen tn Hamburg garnisonierten Regimentern zusammen, die Luftwaffe hat eine Ehrenabordnung des Flakregiments 6, Osdorf, entsandt. Auf der Steuerbordseite sind die Ehren­formationen aller Gliederungen aufmarschiert.

llm 13.14 Uhr lief das Schlachtschiff »Bismarck" glücklich »om Stapel. Der Führer und Oberste Be­fehlshaber der Wehrmacht hielt die Taufrede. Den Taufakt vollog Frau Dorothee von Löwenfeld, geb. Gräfin v. Bismarck, eine Enkelin des Altreichskanzlers.

Wegbereiter des neuen Reiches.

Bismarck: Ein wahrer Ritter ohne Furcht und Tadel.

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vor Tag der Machtübernahme

Die Taufrede des Führers,

(Letzte Funkmeldung.)

H^^e<m^e^ann Wiederaufrich 1 ung der ttT-r v e PJ* ui a cb t. Sie soll bem Reiche die SiÄer-

® Sdfeins bieten unb es bet Fübtung etmöglichen. bie bereÄtiöten -önteteiien bet Ration erfolgteicb zu öcrtieten. vlls ^ürriies Sniirument bes Ätieges soll sie ben Trieben Str1»1 Getechtrgkeit ln ihre Obhut nehmen unb ibn beschitrnen

Gleichlaufend mit der Aufrichtung des deutschen Heeres. b.er SLaminy. der neuen Luftwaffe erfolgt der Neubau einer ,eb>nri?l'en genügenden Kriegsmarine. Das Schick­st»? 20 Jahren nach mehr als vieriahrigem ruhmvollen Mv' ms Meer versenkten Flotte greift uns Deutsche auch ^eye vocb ans Herz.. Ihre Wiederauferstehung vertritt daher das nationalsozialistische Deutschland mit besonderer Anteil­nahme und Liebe. Die durch die Umstände tragbare und daher guch. im deutsch-englischen eilottenvertrag zugestandene Be- ichrankung der Zahl der großen schiffe zwingi bei ihrer J?m lUJ..s 0/ vung zu Kompromissen zwischen den verständ- Irchen Wumchen. der eigenen Tradition der Flotte entgegen­zukommen, und den Erfordernissen, die stch aus der Stellung der neuen Wehrmacht zum Volk und zum nationalsozialistischen Staat ergeben.

Es werden daher nur in beschränktem Ausmaß in den Namendergrotzen Einheiten der Flotte jene Männer unserer Geschichte ihre Würdigung finden können, die ihren Leistungen Mch em Anrecht besagen, in so gewaltigen Werken nationaler Arbeit unb Gesinnung geehrt zu werden, oder die. als schon

einmal in deutschen Schiffen verewigt, aus traditionellen Gründen ihre Wiederholung verdienen würden.

So wurden den beiden ersten deutschen Schlachtschiffen der neuen Kriegsmarine die Namen zweier Soldaten gegeben, die es unternommen hatten, in der Zeit der tiefsten Erniedrigung Preußens die Grundgedanken eines Volksheeres zu verwirk­lichen und mit ihm die Wiederherstellung der äutzeren Freiheit zu. erkämpfen. Die Namen Scharnhorst und GneHenau sind außerdem in der Geschichte der Marine selbst Zeugen eines ruhmvollen Heldenkampfes geworden.

Vor uns liegt nun der erste Riese eines neuen E e s ch w a d e r s von 35 000-Tonnen-Schlachtschiffen. Der «tapellauf. der stch in wenigen Minuten vollziehen wird, rindet statt im neuen Erotzdeutschen Reich.

Nach einem tiefen Zusammenbruch und Verfall hat der Nationalsozialismus die Nation hochgeriffen und zu gewaltigen innen- und außenpolitischen Erfolgen geführt. Ich glauhe aber, gerade im Zeichen dieser Zeit verpflichtet zu sein, derer in tiefster Dankbarkeit zu gedenken, die durch ihr einstiges Wirken mit die Voraussetzungen gegeben haben, auch für das heutige größere Deutschland.

Unter all den Männern, die es beanspruchen können, ebenfalls Wegbereiter des neuen Reiches ge­wesen zu sein, raat einer in gewaltiger Einsamkeit heraus: Bismarck.

Das Leben diejes heroischen Mannes ist die Geschichte eines Zeitalters. In einem Jahr, da sich der Austlang der mwude über die Erlösung Preußens und Deutschlands von ichwcrstcm Joch mit der bangen Sorge der besten Deutschen zu vermischen beginnt Über das Ausbleiben der ersehnien Freiheit der deutschen Nation, in einem nur visionär geahnten neuen

WMWlieseWins Mer.

* Wieder ist die Kriegsmarine in Hamburg angetreten, auf der Werft von Blohm u. Voß ist ein Wald von Fahnenmasten inmitten grünumrankter Tribünen um jenen riesigen Schifssrumpf emporgewachsen, der heute im Beisein des Führers in das Meer taucht. Es ist ein be­sonderes Schiff, das als Monument künftiger deutscher Seegeltung von den hölzernen Schienen der großen Werft in Neptuns Reich gegeben wird. Ein Schlachtschiff von 35 000 Tonnen Wasserverdrängung, dem der Führer beim Stapellauf in Würdigung der kämpferischen Persön­lichkeit des Altreichskanzlers und feiner überragenden Bedeu­tung für die Wiedererweckung des deutschen National- bewußtseins den NamenBismarck" als eine Mahnung und ein Vermächtnis gab.

Hamburg hat in der letzten Zeit viele große Tage er­lebt. Hier gingen die beiden 26 000-Tonnen-Schlachtschiffe Eneisenau" undScharnhorst" von der Werft, hier ist mit all den kleinen Kreuzern und Einheiten der Kriegsmarine Deutschlands Seegeltung neu geboren wor­den. Ob es sich um ll-Boote oder um Klaffen der leichten liberwafferfahrzeuge handelt: Hamburg und Kiel sind die Geburtsstätten all jener neuen Schiffe unserer deutschen Kriegs- und Handelsmarine.

Man hat sich gefragt, ob es denn lohnend fei,Kästen" - von diesem Ausmaß zu bauen, man hat geglaubt, daß die Welt von diesen Ausmaßen abgekommen sei. Aber die all­gemeine Rüstungswelle zur See hat das neue Bild der für den Kampf bestimmten Seestreitkräfte verändert. Diese Entwicklung nahm ihren Ausgang im Jahre 1936, denn da­mals weigerte sich Japan bekanntlich, sich dem Londoner Flottenvertrage anzuschließen, weil England und Amerika seine Forderung auf gleiche Tonnage abgelehnt hatte. Es wurde damals schon betont, daß man Bedenken haben müsse, bei 35 000 Tonnen ein ausreichend schnelles und gut bewaff­netes Schlachtschiff mit genügender Widerstandskraft gegen alle Waffen bauen zu können. Diese Bedenken haben sich, das kann man nun angesichts des Stapellaufes wohl sagen, als unbegründet erwiesen. Japan hat dann später auf Grund einer Anfrage der Vereinigten Staaten, Englands und Frankreichs erklärt, daß es auch an einer qualitativen Be­grenzung kein Interesse habe. Am 30. Juni vereinbarten daraufhin die Vertragsmächte, zu denen ja später auf Grund der mit England geschlossenen Verträge auch Deutsch­land gehörte, sowie die Sowjetunion die Erhöhung der Erößengrenze auf 45 000 Tonnen für Schlachtschiffe.

Wohlgemcrkt, auch bei den anderen Vertragsmächten liegen bereits eine große Anzahl dieser hochklassigen Schiffe auf Stapel. In England sind es fünf zu je 35000 Tonnen, während für zwei 40 000-Tonnen-Schiffe bereits die Baukosten bewilligt sind. In Frankreich liegen drei 35 000-Tonnen-Schiffe auf Stapel, in den Vereinigten Staaten zwei zu je 35 000 Tonnen und vier zu je 36 000 Tonnen. Dies nur ein kleiner Ausschnitt aus der Rüstungs­welle zur See. So darf auch Deutschland nicht müßig und abseits stehen; es ist mächtig genug, stch den Geboten der Zeit anzupaffen.

Mit seinen acht 38-Zentimeter-Eeschützen als Typ der schweren Artillerie und zwölf 15-Zentimeter-Geschützen als Typ der mittleren Artillerie, einer Breite von 36 und einer Länge von 241 Meter ist das neue Schlachtschiff ein stolzes und gewaltiges Schiff. Möge es immer eine deutsche Schutz- und Trutzburg auf den Meeren sein, und mögen alle seine Fahrten so vom Glück umwoben sein, wie dieser Stapellauf, der im Bereiche unserer deutschen Kriegsmarine ein besonderes und stolzes Ereignis ist. Ein Schlachtriese taucht ins Meer. 2m Geiste steht das ganze deutsche Volk Pate; es wird diesen Riesen auf allen seinen Fahrten im Geiste begleiten.

Deutschen Reich, wird ein Knabe geboren. 33 Jahre später tritt er als Abgeordneter v. Bismarck inmitten einer revolutionär- bewegten. im Ziel idealistischen, in den Methoden ver­worrenen Epoche zum ersten Male in den Gesichtskreis einer am ihn aufmerksam werdenden Umwelt.

Zwei Jahre später erscheint er in staatlicher Funktion als preußischer Gesandter am Bundestag zu Frankfurt. Nach 11 Jahren beruft ihn ein charaktervoller Köstig zur Führung Preußens und zur Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. Und nun erfolgt im kurzen Zeitraum von knapp 8 Jahren die Er­hebung Preußens von der im Schatten habsburgischer Politik liegenden zweitrangigen Stellung zur Vormacht in Deutschland und endlich als Bekrönung die Gründung eines neuen Deut­schen Reiches.

Es lag dies nicht wie spätere Einfaltspinsel be- oauvteten im Zuge der Zeit ober ber Zeitereignisse, son­dern es war dies bas Ergebnis des Wirkens einer gott­begnadeten einmaligen Erscheinung.

Und dieser Kampf um ein neues Deutsches Reich war ein Kampf gegen alle auch nur denkbaren inneren Kräfte und deren Widerstände. Liberale und Demo­kraten hassen den Junker. Konservative beschwören noch 67 den König, stch von diesem verderblichen Neuerer. Revolutio­när und Vernichter Preußens zu lösen. Kirchenvol'tiker wittern in ihm bie Ausrichtung einer Reichsgewalt, bie ihnen verhaßt ist. unb bekämpfen ihn deshalb mit verbissener Zähig-