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Unterhaltungsbeilage. $etlinet ®flro:

Nr. 14.

Dienstag, 17. Januar 1939.

87. Jahrgang.

Mandschukuo im Antikomintern-Pakt

Der Vormarsch geht ununterbrochen weiter.

Cervera von den nationalen Truppen erobert. — Bis auf 58 Kilometer Luftlinie an Barcelona herangekommen. — Aufruf Francos an „alle Spanier beider Zonen". — Ausreden del Bayos. — Moskau fordert französische Intervention.

Reichswirtschaftsminister Funk hat den Diplom­ingenieur Seebauer zum Leiter des Reichsausschusses für Leistungssteigerung ernannt. Diplomingenieur See­bauer, der bereits seit längerer Zeit Leiter des Reichs- kuratoriums für Wirtschaftlichkeit ist, ist einer der besten Kenner auf dem Gebiete der Rationalisierung.

öffentliche Meinung Frankreichs irreführen zu können und behauptet, der Rückzug in Spanien beruhe auf „st r a - tegischen Erwägung«n“.

Di« unmittelbare Bedrohung Barcelonas hat Mos­kau vor Entsetzen die Zunge gelähmt. Während die sowjetamtliche Agentur und die beiden großen Moskauer Blätter bisher noch stets für jede Phase des spanischen Krieges eine „Erklärung" zur Hand hatten, schweigen sie sich, wie die polnische Presse meldet, bis zur Stunde über die neue Entwicklung vollkommen aus. Die amtliche Bolschewistische Nachrichtenagentur weiß in diesem Augenblick nichts besseres zu tun, als an die französischen K o m m u n r st« n zu appellieren, mit allen Mitteln eine Öffnung der französisch- spanischen Grenze, d. h. mit anderen Worten, eine Interven­tion Frankreichs herbeizuführen.

Französische Schreiberlinge besudeln die Ehre Italiens.

as. Berlin, 1.7. Jan. In Paris scheint es gewisse Kreise zu geben, die mit aller Gewalt darauf hinarbeiten, die französisch-italienische Spannung zu ver­schärfen. Es genügt diesen Kriegshetzern nicht, daß schon ohnehin genug Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind, sondern diese Kreise müssen noch öl in das Feuer gießen, indem sie ohne jeden Grund die italienische Wehrmacht beleidigen. So erklärt das Blatt „Paris midi" u. a., „nur eine gebieterische Notwendigkeit" könne die italienischen Matrosen veranlassen, die heimat­liche Küste aus den Augen zu verlieren. Nicht genug mit Lieser unerhörten Veschrmpsung der italienischen Seeleute, besudelt das Blatt ,F)rdre" auch die Ehre der italienischen Armee. Es schreibt nämlich, daß gegen zehn italienische Sol­daten gerade ein französischer Reservist ausreiche. Es ist selbstverständlich, daß auf solche Unverschämtheiten französischer Schreiberlinge die italienische Presse ent­sprechend antwortet. Im „Giornale d'Jtalia" fragt bei­spielsweise G a y d a, welcher selbstmörderische Wahnsinn eigentlich die Franzosen gegen Italien treibe. Die Sprache der italienischen Presse ist umso schärfer, als Rom Grund zu der Annahme zu haben glaubt, daß die Hetze der fran­zösischen Blätter durch die Haltung der maßgeb en- hen Pariser Stellen unterstützt wird. Nach­drücklich macht Gayda darauf aufmerksam, daß die italie­nische Rationalehre von französischer Seite trotz vorange- aangener Warnung mit unerhörter Verantwortungslosig­keit fortgesetzt beleidigt werde. Das könne zu „nicht wieder gutzuimachenden Konsequenzen" führen. Der französische Haß gegen Italien Hahe sich nun öffentlich dokumentiert. Es sei natürlich, daß der Haß gegen Frankreich, mit dem Italien ihn zurückzahle, tiefer und ün- wiederstehlicher werde. Schließlich, so fügt Gayda hin­zu, gingen die Gewehre von selb st los. Das ist eine überaus deutliche Warnung, die man in Paris nicht überhören darf, zumal es sich keineswegs um eine verein­zelte italienische Stimm« handelt, vielmehr nehmen ähnlich scharf eine ganze Reihe italienischer Blätter gegen die

Wechselnde Bewölkung

überm Mittelmeer.

Von Walter Aßmus.

Die französisch-italienischen Streitfragen sind, wir sag­ten es schon, in den römischen Gesprächen des eng­lischen Premierministers Chamberlain und fernes Außenministers Halifax nicht erledigt, sondern höchstens flüchtig gestreift worden. Es ist nötig, einmal daran zu er­innern. daß amtliche italienische Forderungen .bisher übet» Haupt noch nickt bekanntgegeben worden stnd. Die rtalrennche Regierung hat sich lediglich darauf beschrankt, festzustellen, daß das Mussolini-Laval-Abkommen vom Januar 1935 nicht mehr in Kraft ist. da Frankreich ja dieses Abkommen nre- mals zu erfüllen versucht hat. Bestimmte Forderungen aber hat Mussolini bisher nicht ausgesprochen, weder rn bezug auf Tunis noch auf Korsika, noch auf andere, Teile des Mittelmeeres. Das bedeutet nicht, daß solche Forderungen nicht beständen, aber inwieweit sie. territorialer Art stnd, läßt sich ohne eine amtliche italienische Erklärung nicht sagen. Die Franzosen haben reichlich nervös auf die Zwischenrufe Tunis und Korsika in der italienischen Kammer reagiert und gewiß ist diese Reaktion nicht geeignet gewesen, die Situation zu erleichtern. Trotzdem liegt kein Grund zu pessimistischen Betrachtungen vor und es liegt noch weniger ein Grund vor. den Italienern irgendwelche dunkle Absichten unterzuschieben, hat doch auch Chamberlain zum Abschied in Rom ausdrücklich erklärt, daß er ..mehr denn 1«“ von den guten Absichten und .dem guten Willen der italienischen Regierung überzeugt sei. Mehr denn le. d. 6. also trotz der französisch-italienischen Spannung.

Im Augenblick ist allerdings an .franzMch-italienische Verhandlungen nicht zu denken. In dieser Hinncht hat stw gar nichts gegenüber den Mai--ragen des vorigen Jahres geändert, als Mussolini erklärte, daß Verhandlungen mrt Frankreich kaum zu einer Einigung fuhren konnten, da in der aktuellesten Frage, nämlich in der spanischen F r a g e, die Franzosen und die. Italiener auf zwei verschie­denen Seiten der Barrikade ständen. Nun haben gerade rn den letzten Tagen die Truppen Francos autzeiordentliche Fortschritte gemacht.. Man kann heute wohl schon davon sprechen daß der Südflügel der roten Barcelona-Verteidi­gung zertrümmert ist. Die Eroberung Barcelonas durch die Truppen des Generals Franco ist damit durchaus rn den Bereich der Möglichkeit geruckt und das wieder bedeutet, daß man heute mit dem Endsieg Francos m e b t denn je rechnen kann und muß. Gerade diese Situation veranlaßt nun aber .die.französische. Linke, er neut sich mit allem Nachdruck für eine Unterstutzung Ro. - svaniens einzusetzen. Die Forderung, daß die Regierung Daladier nicht nur Lebensmittel, sondern Waffen und Munition nach Rotspanien entsenden, soll.. wird von den französischen Kommunisten und Marxisten immer wieder erhoben. Die italienische Presse laßt gar keinen Zweifel daran, daß das Ende der Nichternmischungsvolitik gekommen wäre, wenn die französische Regierunki solchen Forderungen nachkommen und die Roten unterstützen wurde In diesem Falle würde Italien seine Handlungsfreiheit wiedergewinnen. Das wird mit allem Nachdruck von der italienischen Presse unterstrichen. Daß hier also gewisse Gefahren drohen, daß Wolken am Srnimel,stehen, von denen man nicht recht sagen kann, ob sie sich zu E e w i t t e t- wolken auftürmen, kann nicht verkannt werden.

Die französisch-italienischen Fragen stnd also nach wie vor offen. Wie schnell sie angeva.ckt werden können, das hängt von der Eiteren Entwicklung in Svamen ab Es hängt weiter nicht zuletzt davon ab, inwieweit Frankreich gewillt ist. Spanien den Spaniern zu überlassen und auf jede Hilfeleistung der spanischen Bolsche­wisten verzichtet. Kommt man aber einmal zu.. Verhand­lungen, so wird man vermutlich auch feststellen können, daß die fränzösisch-it a li eni sch en Gegen!atzenicht unüberbrückbar stnd. Wenn dre Franzosen selbst schon die Aufmerksamkeit auf einige Nebenfragen wie dre Dfchi- buti-Bahn hingelenkt haben, oder auch auf die Suezkanal- gebübren. io scheint das immerhin ein Ausgangspunkt zu fein, freilich eben auch nur ein Ausgangspunkt Denn dar- über muß man sich natürlich auch in Paris völlig im klaren sein, daß in den notwendig werdenden Verhandlungen dre natürlichen Ansprüche des italienischen Volkes. «nullt wer­den müssen, d. b.. daß den „legitimen lebenswichtigen Not­wendigkeiten der Völker" Rechnung getragen werden muß, Gelingt es, auch diesen Spannungsherd zu beseitigen, so

Treibereien und Beleidigungen gewisser französischer Kreise Stellung.

Fast muß man den Eindruck gewinnen, daß dies« fran­zösischen Kreise um jeden Preis einen offenen fran­zösisch-italienischen Konflikt erstreben und die Ehre Italiens besudeln, weil gewisse Anzeichen dafür sprechen, daß in der Spanienfrage die französische Re­gierung sich nicht zu Unbesonnenheiten Hinreitzen läßt. Es wird wenigstens aus Paris berichtet, Latz Daladier sowie Bonnet in Besprechungen, Lie sie gestern mit dem englischen Botschafter resp. mit dem englischen Außenminister hatten, die Absicht, die Waffen- und Munitionsliefe­rungen nach Spanien wieder aufzunehmen, ausdrücklich in Abrede gestellt hätten. Auch Lebensmittellieferungen kämen nur soweit in Frage, als es sich um ein „Hilfs­werk für Frauen und Kinder" handele. Ob diese Darstellung richtig ist, läßt sich nicht ohne weiteres sagen. Auffallend ist immerhin, daß sich der französische Außen­minister Bonnet gestern in Genf veranlaßt gefühlt hat, den rotspanischen Machthabern für ihre Unterstützung der Militärkommission zu danken. Außerdem ist zu berücksich­tigen, daß gerade heute die außenpolitische Aussprache in der französischen Kammer fortgesetzt wird. Man wird da­mit rechnen müssen, daß die Linke hier ihre Forderung, Rotspanien mit Waffen und Munition zu versorgen, noch­mals vorbringen wird. Allerdings soll die Negierung Daladier die 'Absicht haben, solchen Forderungen mit dem Hinweis auf die Erklärung Mussolinis zu begegnen, daß die italienischen Freiwilligen nach dem militärischen Sieg Francos vollkommen zurückgezogen werden würden und daß Italien keiner­lei territoriale Ziele auf spanischem .Boden verfolge. Ob sich die Opposition mit dieser ErkMung zufrieden gibt, bleibt abzuwarten, denn es scheint eben doch gewissen Kreisen alles daran gelegen zu sein, jede Entspannung zwischen Paris und Rom zu verhindern und es scheint fast, als ob diese Kreise bis in das Kabinett Daladier selbst reichen, spricht man doch sogar in Paris davon, daß., die Krisenmacher wieder einmal am Werke seien. Hierüber dürfte der Verlauf der außenpolitischen Aussprache in der Kammer, in der Bonnet selbst übermorgen das Wort er­greifen will, nähere Aufschlüsse bringen.

Hsinking, 17. Jan. (Funkmeldung.) Die mandschurische Regierung gibt heute morgen offiziell ihren Eintritt in die Antikomintern-Front bekannt, nachdem sie am Montag ihre Bereitschaft dazu bekundet hatte.

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* Nachdem eben Ungarn seine Bereitschaft erklärt hat. dem Antikomintern-Abkommen beizutreten, reiht sich nun auch ein junges Neich dem Block gegen den Bolschewismus ein. Mandschukuo wird dem Antikomintern-Abkommen bei­treten und damit den Gürtel um das bolschewistische Rußland gegen Osten hin noch enger schnüren. Die Gründung des Staates Mandschukuo selbst stellt ja ohnedies eine kategorische Abwendung von den durch den Kommunismus infizierten Staaten dar. Jovan und Mandschukuo befinden sich in diesem Kamofe gegen den bolschewistischen Zerstörungsdrang auf einer geistigen Ebene. Als der Führer und Reichskanzler in diesem Jahre den mandschurischen Staat anerkannt hat. bat er selbst die Überzeugung gehabt, daß in diesem jungen Reich genug entwicklungsfähige Keime schlummern, die durch Zeit und Geschichte geweckt werden. Durch die Erklärung des jungen Reiches, sich nun mehr der antikommunistischen Einheitsfront einzureihen, ist die Aktivität dieser wertvollen Kräfte schon unter Beweis gestellt. Japan—Italien—Ungarn —Mandschukuo im Bunde mit Deutschland gegen den Welt- feind Bolschewismus! Da wird sich Herr Dimitross nun wirklich die Haare raufen und sich vor der Ungnade Stalins

wt. Die Truppen Francos haben am Montag ihren Siegeszug in Katalonien fortgesetzt. In d«n Vormittagsstunden griffen sie, in drei Kolonnen gegliedert, die wichtige Stadt Cervera an. Nach kurzem bolsche­wistischem Widerstand ging die Stadt in die Hände oer natio­nalen Truppen über, Cervera hat 6000 Einwohner, große Zementfabriken und ist bekannt durch seinen Markt für land­wirtschaftliche Erzeugnisse.

Im nördlichen Kampfabschnitt rückt die Armee des Generals Munoc Grandes längs der Hauptstraße, die zur französischen Grenze führt, vor. Dabei mußte wieder­holt feindlicher Widerstand überwunden werden. Der Vor­marsch dauert an und bewegt sich jetzt in Richtung nach Solsona.

Di« Armee des Generals Moscardos marschiert auf der Hauptstraße Lerida—Cervera—Barcelona. Im Ab­schnitt südlich Cervera eroberten die Navarra-Divisionen den Ort Bellpratt, die erste befreite Ortschaft der Pro­vinz Barcelona. Die Entfernung nach Barce­lona beträgt nunmehr 58 Kilometer Luft­linie. Die durchschnittliche Vormarschleistung des gestrigen Tages betrug 8 Kilometer. Die neue Frontlinie verläuft etwa längs des Flusses Gaya bis zum Orte Bellpratt und geht von da genau südlich bis zum Gebiet östlich Tarragonas.

Anläßlich der großen Erfolge in Katalonien erließ gestern Generalissimus Franco über den Rundfunk eine Botschaft an „alle Spanier beider Zonen". Franco wies darauflsin, daß die Weiterführung des Krieges durch die Roten, da ihre Erfolgaussichten auf dem Nullpunkt angelangt seien, ein Verbrechen dar st eile. Das nationale Spanien kämpfe nicht nur für den militärischen Endsieg, sondern auch für den sozialen Aufbau und die politische Einheit des Vaterlandes. Im neuen Spanien werde kein Herd ohne Feuer und kein Spanier ohne Brot sein. Er betonte noch einmal die lln- antastbarkei t des spanischen Bodens. Die nationale Bewegung kenne nur ein Ziel: Spanien. 3n dem Augenblick, indem dem Lande die Gefahr eines Überfalles durch eine fremde Macht drohe, würden alle Spanier ab­wehrbereit, wie ein Mann zusammenstehen. Abschließend aab General Franco erneut die Versicherung ab, daß alle irregeleiteten Spanier mit der Großzügigkeit der Nationalen rechnen können. Ein Beweis dafür sei die Behandlung der 270 000 Gefangenen in Nationalspanien.

In Paris erkennt man den Ernst der militärischen Lage. Nach einer Havasmeldunq aus Barcelona müssen die roten Machthaber zugeben, daß di« Artillerie der Franks-Truppen der eigenen in jeder Hinsicht übe r - le gen ist und daß auch bie Luftwaffe der Bolschewisten dem Schneid und dem Draufgängertum der nationalspanischen Flieger nicht gewachsen ist. Der sogenannte Außenminister •er Rotspallier, del Vayo, glaubt aber immer noch die

zurückziehen müssen. Es ist mit dem steten Wachstum dieser antibolschewistischen Front nunklar und deutlich bescheinigt, daß den roten Henkern von Moskau das Jahr 1939 nicht gehört, ebensowenig wie alle kommenden Jahre. Man hat in der letzten Zeit viel und oft von der notwendigen Völker­verständigung gesprochen. Daß sich eine Vielheit von Staaten wenigestns in einer Hinsicht auf einer geistigen und politi­schen Ebene befindet, ist ganz gewiß ein vielversprechender Auftakt für diese Völkerverständigung. Auch Asten und Europa sind sich so schon ein Stück näher gekommen und nehmen den bolschewistischen Weltfeind Nummer Eins in ihre Zange.

Der Staat Mandschukuo hat eine Bevölkerung von rund 38 Millionen Menschen. Er bat mit. einem Gebiet von 1300 000 Quadratkilometer eine Größe rote Erondeutschland. Frankreich, Belgien, die Niederlande und Ungarn zusammen­genommen. Schon in den ersten Jahren seiner staatlichen Selbständigkeit wuchs unter der Anleitung Japans bie Lange feiner Eisenbahnstrecken von 6000 auf 9500 Kilometer, die Strecken seiner Autobuslinien von 1000 auf 7500 Kilometer. Die Einlagen bei ben Postsparkassen verzehnfachten st«. Das Lanb verfügt über eine Agrarreserve von mindestens 20 Millionen Hektar und überfeinen Besitz von runo 22 Millionen Hektar an Wald. Zwischen Deutschland und Mandschukuo bestehen zahlreiche direkte Beziehztngen. deren beiderseitige Verpflichtung sich u. a. in den ©efanbtimanen und Handelsdelegationen verkörpern.

Krisenmacher wieder am Werk

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)