Seite 10. Nr. L
Wiesbadener Tagblatt
Montag, 2. Januar 1939.
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bmnntgem Scherz aut lerne dran an. Die aut oem Das toeroebt ging los und die Kugel traf dte
Tödliche Lawinen.
Witterungsausfichten bis Sienstega6en>: Wechsclud bewölkt mit einzelnen meist schauerartigen Rieder- jchlägen (im SeSirge meist Schnee und Graupel), Tages temperaturen in den Niederungen meist über null Grad, nachts vielerorts Frost, im Gebirge Dauerfrost, Winde au» West bi» Nord.
Wasserstand des Rheins am 2. San. 1939. Biebrich: Pegel 0,50 gegen 0,51 m gestern: Mainz: 1,72 gegen 1,66 m gestern; Bingen: 0,94 gegen 0,86 m gestern; Kaub: 1,02 gegen 04)6 m gestern; Köln: 0,69 gegen 0,66 m gestern; Kehl: 144 gegen 1,42 m gestern.
Durd) Leichtsinn die Ehefrau erschossen.
Freitod des unglücklichen Schützen.
Wie der New Yorker HetzbSrgrrmeister seine Ohrfeigen bekam.
Oriainalbild von dem Zwischenfall vor dem New Yorker Rathaus. Polizeibeamte eilen Herder um dem Halbjuden Laguardia, der von einem amerikanischen Arbeitslosen zufammengeschlagen wurde, Eder auf Beine zu helfen und den Arbeitslosen zu verhaften. (-LbeiUHio, x.j
«MM - - ■ •■«des Reichswetfer*
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Oberhansen, 2. Jan. In Oberhausen-Ostenelb. ereignete sich am Silvesterabend eine Familientragödie, dte tiefstes Mitgefühl erweckt. Mann. Frau und siebeniahrtgcr Sohn waren unter dem brennenden Weihnachtsbaum versammelt, um den Geburtstag des Mannes zu feiern, der auf Silvester fiel. Da kam dem Mann der Gedanke, eine alte -rlobert- büchfe zum Neujahrsschiehen zu benutzen. Er holte fre vom
Freiburg, 1. Jan. Im Feldberggebiet bat stch am Sonntag ein folgenschweres Unglück zugetragen. Durch eine rieiige Lawine, die am Felfenweg Richtung Feldfee niederging, wurden mehrere Personen fortgerissen. Der bekannte badische Skiläufer „Leni" Wagner (Freiburg) wurde dabei getötet, eine Frau erlitt eine schwere Beinverletzung. während die übrigen Personen mit dem Schrecken davonkc
buchse zum Neujahrsschiehen zu benutzen. Er holte sie vom Dachboden und gab zunächst auf dem Safe einige Probeichuiie ab. In der Wohnung lud er dann die Buchie wieder und legte in leichtsinnigem Scherz auf seine Frau an. die aus dem Sofa lag. Das Gewehr ging los und die Kugel traf die Frau. Im Krankenhaus ist ne bald darauf ihren schweren Verletzungen erlegen. Unter dem Eindruck der Nachricht erschoß sich der unglückliche Schütze vor den Augen seines Sohnes.
Japanische Scharfschütze« im Kamps mit chinesischen Guerilla-Banden aus dem Jantseliang.
trMneftlff» Guerilla-Banden suchen von den Ufern des Iangtseriangs aus die japanische Schiffahrt zu stören.
ScharfschÜtz^-Abteilungen eingesetzt lunse^tld) die^auf dre
chinesischen Banden Jagd machen. 1
___men Personen mit dem Schrecken davonkamen. _ .
Der RSRL.-Gauführer Ministerialrat Herbert Kraft gibt aus diesem Anlah folgendes bekannt: Im Feldberggebiet gibt es drei lawinengefährliche Stellen: 1. den delsenweg der Seebuckwächte. 2. den Zastler und 3. die Herzogenborn- wachte. Vor Begeben dieser Gebiete werden alle Skiläufer dringend gern irnt.
Innsbruck. 1. Jan. Am letzten Tag des alten Jahres wurde noch ein Bregenzer das Opfer einer Staublawine. Der 34 Jahre alte Finanzrevident Karl Wa 8 ik aus Bregenz geriet während der Abfahrt von der Ulmer Hütte nach St. Anton im Steihbohntal in eine Staublawine und wurde verschüttet. Ein Begleiter Watzkis bolle sofort von St. Anton Hilfe, und noch in den Abendstunden gelang es einer acht- köpfigen Suchexvedition. den Verunglückten zwei Meter unter dem Schnee zu bergen. Alle Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos. Die Leiche des Verunglückten wurde in feine Heimat übergeführt.
Unsere stille Freundin: die Speiseröhre,
Von hilfreichen Ärzten und übermütigen Degenschluckern.
Von Ludwig Voh-Harrach.
Wir können ohne sie nicht leben. Wir bürden ihr alle Augenblicke neue Arbeit auf.. Wir muten ihr bisweilen die unglaublichsten Dinge zu. Sie tut trotz allem geb ul big ihre Pflicht. Wir lieben sie. aber wir sagen es ihr nicht. Und wir sprechen nur von ihr, wenn sie sich einmal unangenehm bemerkbar macht. Gemeint ist: die Speiseröhre.
Sie gleicht einer Schlange. Denn wenn wir ihr einen Billen anvertrauen, erweitert- sie sich, ibn aufzunebmen. Alsbald ziehen sich andere Muskelfasern zusammen und drucken die Speise nach unten. .Die ganzeRohre gerat in erne wellenförmige Bewegung, die sich fortsetzt, bis der Billen in dem Magen angekommen ist. , .
Sie ist voller Widerspräche. Sie ist schutzbedürftig und wehrhaft zugleich. Wirbelsäule und Brustkorb, Muskeln und Fettpolster ichirnien gegen auhere Feinde. Und ihre Haut — im Innern der Röhre — besteht aus drei Schichten, aus Muskel-, Eefah- und Schleimhaut. Wer „wenn ein scharfkantiger Eindringling, etn böses Geschwür diesen wohlbehüteten Frieden stört,.dann ist es dem Meller des Arzte^ nur selten möglich, die überlaßene Freundin zu schützen.
Manchmal ist sie auch eine eingebildete Kranke-- - wenn der lästige Fremdkörper schon langst über alle Berge ist, die Erinnerung aber immer noch, nachzuckt, tn d*?rm £Pn Krämpfen nämlich, die den gepeinigten Menschen m die Gefahr des Hungertodes bringen. Denn ledesmal wenn der Patient einen Billen zu sich nehmen will, setzt der Krampt ein und hindert die Beförderung in den Magen... Richt eim mal ein Schluck Waller wird dem Ärmsten gegönnt. Doch hat die hilfreiche.Willenschaft tm Lame der Leit allerlei Geräte erfunden, die über den Zustand ber Speiseröhre Aufschluß zu geben vermögem Da ist das. Endoskop, eme lange, enge Röhre, an der eine Glühbirne befestigt ist. Damtt sucht der Arzt den Friedenstorer. und er findet dann vielleicht nur noch eine winzige Spur von dem langst Entrmchenen. nur eme Furche oder Narbe, die von den scharren Kanten des Eindringlings zeuof. E- bedarf nicht immer dieses Gerätes, das natürlich kein Wohlbehagen.hervorruft, wenn es m dem bedrohten Organ hinunter gleitet. Man hat auch eine Droge ermittelt, die man zunächst dem Patienten emfloht. Wenn
der Krampf wirklich nur nervöser Art ist. vermag die Droge das Übel bereits zu beseitigen.
Selbstverständlich können auch die Röntgenstrahlen Aufklärung bringen. Aber sie versagen, wenn es sich um eme Wucherung handelt. In diesem Falle pflegt man etn Stuck des Geschwüres herauszuzwicken und zu untersuchen. Em Verhungern des Kranken kann oftmals nur dadurch vermieden werden, daß ein künstlicher Kanal angelegt wird, der zum Magen Hinunterführt. , .
Und dieses ohnehin vollauf beschäftigte Organ wird zu allem Überflug noch auf besondere Weise gevemmt um unterhaltungsbedürftige Menschen zu belustigen ... Auf den Jahrmärkten von heute sind sie allerdings seltener geworden: die Schwertschlucker zuuz-Beispiel. Sie brachten die Nerven ihrer Mitmenschen nicht wenig in Erschütterung, wenn das Eisen in den Mund hineinfuhr, bis nur noch der Degengriff beraus= schaute. Und cs ist dabei auch wohl vorgekommen, daß die arme Speiseröhre Verletzungen erlitt. Einer dieser Artisten, der den Schmerz verspürte und die Klinge blutig herauszog. konnte sich zwar dermaßen beherrschen, dah et sich lächelnd vor den Zuschauern verbeugte und in guter Haltung die Bühne verlieh. Uni) die Wunde allein hatte ihm auch nicht gefährlich werden können. Aber ein anderes Leiden trat hinzu und besiegelte sein Schicksal...
Übel erging es auch einem Künstler, der sich gegen das Mihtrauen einiger Zuschauer zu verteidigen hatte, eie waren nach Schluß ber Vorstellung zu ihm hinter die Buhne gekommen, um ihn dort in aller Form für einen Schwindler zu erklären. Der in seiner Berufsehre gekränkte Mann trat den Wahrheitsbeweis auf eine etwas voreilige Weise an: Er verpflichtete sich, alles zu verschlingen, was man ihm Darlehen würbe. Und nun muhte er eiserne Nägel, Schrauben. Sicherheitsnadeln und andere schwer verdauliche Gegenstände zu sich nehmen. Die verschluckte er samt und sonders, aber die Mahlzeit bekam ihm doch so schlecht, dah er sich einer schmerzhaften Operation unterziehen mußte.
Harmloser verlief der Vorfall, der sich in einem Polizei- büro zutrug.-Da stand vor dem Kommillar ein Mann, der sich für einen Degenschlucker ausgab, aber keine Papiere vor- weisen konnte. Er fand daher bei dem Beamten keinen Glauben. Nun wollte er seine Fähigkeiten beweisen, und er bat um einige harte Eier, die er mit der Schale verschlucken würde. Leider waren keine Eier zur Stelle. Aber der Mann muhte sich zu helfen. Urplötzlich ergriff er die Uhr des Kommissars. die vor ihm auf dem Tische lag. Die schlang er hinunter. ehe ihn jemand daran hindern konnte. Der Beamte bekam keinen geringen Schrecken, muhte aber dem Degenschlucker Glauben schenken und bat ihn nunmehr händeringend, die Uhr doch bei nächster Gelegenheit wieder von sich zu geben. Das wurde ihm natürlich versprochen.
Die Speiseröhre, die solch schwere Kost beherbergen kann, ist durch anhaltende Übung dazu instand gesetzt worden. Die Schleimhaut wurde so widerstandsfähig, dah auch eine ansehnliche Schnittwunde wieder heilen konnte. Die Willenschaft hat jene eigenartigen Gewebe unter die Luve genommen. Sie untersuchte zum Beispiel besonders gewillen- baft einen Mann, ber größere Geldstücke eine Taschenuhr, eine brennende Glühbirne verschlingen konnte. Er hatte eben einige Schließmuskeln seiner Speiseröhre so sehr in der Gewalt, dah er die verschluckten Gegenstände bis zur Rückgabe schwer festhalten konnte. Ein anderer Artist batte seinem Magenmunbe diese Fähigkeit anerzogen. Er verschluckte drei bis vier Liter Waller, das von kleinen und kleinsten Tieren wimmelte. D?ese appetitliche Flüssigkeit gab er bann mit Leichtigkeit wieder von sich. Man hat auch die Rontaen- itrablen zu Hilfe genommen, um den Verlauf tiefer Vorgänge genau zu verfolgen. In einem Falle stellte sich heraus, dah die verschluckten Gegenstände zwischen dem sechsten und siebten Halswirbel lagen. Bei der Herausgabe wurde die Muskulatur von Schlund und Hals, ja auch ber Brust zu Hilfe genommen.
Diele Artisten waren also keine Schwindler Sie muhten ihre besonderen Fähigkeiten durch ein hartes Training erwerben. Heute allerdings sind diese fahrenden Gesellen auf den Jahrmärkten, seltener geworden. Der Motor bat stärkere Anziehungskraft . . .
Begnadigung durch den Führer. Dor Führer und Reichskanzler hat die von dem Schwurger.icht in Dresden gegen den am 14. September 1881 geborenen Emil Franz ans Dresden weaen Mordes an seiner geschiedenen Ehefrau erkannte Todesstrafe in 15iäbrige Zuchthausstrafe umgewandelt.
Warschauer Fabrik für Diebswerkzeuge aufgeflogen. Der Kampf der polnischen Polizei gegen das Verbrecherunwesen führte in einem Warschauer Vorort zu einer eigenartigen Entdeckung. Den Polizeibeamten war ausgefallen, dcm die dort b-stehende Mechanische Werkstätte eines gewillen Stanislaw Maron wiederholt von verdächtigen Elementen aut- gesuckt wurde, die in ber Diebstahlschronik bereits ihre „Namen" hatten. Bei einer überraschend vorgenommenen Untersuchung entpuppte sich die WerNätte als eine Aabrtf für Diebswerkzeuge. Der angebliche Sch'ollermeister Maron selbst war mehrfach vorbestratt und tn der Verbrecherwelt wohlbekannt, wo er als Svezia'ist für die Herstellung der kompliziertesten Nachfchlüllel aalt. Sein -Kundenkreis reichte weit in die Provinz Die Polizei versiegelte die Diebs- roerfitatt und setzte ihren Besitzer hinter Schloß und Riegel, deren Öffnung Maron trotz seines Geschickes diesmal schwerlich gelingen bürste.
Geheimnisvolle Überfälle in Paris in der StlueJ.erttaffl.. In der Silvesternacht find in Pans, bzw einer Vorstadt von Paris, mehrere Personen durch unbekannte e.äter angegriffen und verletzt worden. Ein Rulle war das. erste Ovier. er muhte einer schweren Kopfverletzung wegen ms Krankenhaus etngeliefert werden. Em weiterer Rune, der zur Zeit Kraft- drofchkenfahrer ist, wurde tm Gesicht durch Schnitte nut einer Rasierklinge verletzt. Schließlich erhielt em Arbeiter der Markthallen einen Revolverschun ms Gesicht, Sein Zustanp ist sehr ernst Wer die beiden Runen überrollen bat. wem man nicht. Der Revolver!chü<-e konnte ocrhajt.et. merben.
Schwerer Unfall eines italienischen Militärkraftwagens. Auf der Bia Aurelia an der Riviera stieß bei Srnneria etn mit 30 Soldaten besetzter Kraftwagen gegen eine Mauer, als der Fahrer, in der Absicht, einen anderen Wagen potzulas|e.i, bremsen mußte. Hierbei wurde die ganze rechte Flanke des Militärkraftwagens auigerifien Acht Soldaten erlitten durch die zerbrochenen Volz- und Eisenteile ichwere Verletzungen, denen drei Soldaten kurz darauf erlagen.
Schiffszuiammenstoh auf der Themse. Auf der Themse stießen am Samstagfrüh zwe, kleme eng'ifche Dampf.,r zusammen. Eines der beiden Schilfe sank. Die ftebcnlamtge Besatzung konnte gerettet werden. Der Kapitan wurde oct dem Zusammenstoß leicht verletzt.
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