geefteg, 28. Dezember 1888.
Wiesbadener Tagblatt Zweites Blatt. Rt. 388.
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THilitärwasclfanstalt in Lothringen vom Teuer zerstört.
Paris. 23. Dezember. Nach einer hier vorliegenden Havasmeldung ist die Militärwaschanstalt der Garnison von Diedenhofcn durch Großseuer vollkommen zerstört worden. Der Schaden soll 1 Million Franken übersteigen.
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Krähenschwarm tötet Kind. Ein ungewöhnlicher Borsalt. bei dem ein öjähriges Kind zu Tode kam. spielte sich in Luck in Ostvolen ab. Dort fiel ein Schwarm ausgehungerter Krähen über ein Mädchen her. das sich auf einer Dorfstraße befand und zerhackte mit den Schnäbeln den Kopf des Kindes so sehr, daß es kurze Zeit darauf verstarb. ________________
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niederträchtiger Versidjerungssdjwindler.
«ich selbst ein Auge ausgeftochen. — 760 000 RM. Ver- «cherungssumme beansprucht. — Bier Jahre Zuchthaus für Berstcherungsbetrug.
Köln, 23. Dez. Bor der Eisten großen Strafkammer des Landgerichtes Köln ging am Donnerstag nach fast zweiwöchiger Dauer ein Prozeß um einen Versicherungsbetrug besonderer Art zu Ende. Der 47 Jahre alte PH. Kü 1 ler aus Köln war beschuldigt, an mehreren in- und ausländischen Versicherungsgesellschaften einen Betrugsversuch dadurch begangen zu haben, daß er sich selbst ein Auge ausgestochen habe und dafür Versicherungssummen von etwa 760 000 RM. be- an'°5lu|ct' zwei deutschen Versicherungsverträgen hatte er auch bei Lloyds in England eine Versicherung gegen den Verlust verschiedener Körperteile abgeschlossen. Aus das Zeugnis des jüdischen Kölner Arztes, der ibm das Auge entfernt hat, bekam er als Anzahlung auf 59 000 Pfund auch bereits 30 000 Pfund ausbezahlt.
Zu der Verhandlung waren etwa 30 Zeugen und mehrere Sachverständige geladen. Das Gericht kam auf Grund der Zeugenaussagen und insbesondere der Gutachten zweier Sachverständiger zu der Überzeugung, daß sich K. das Auge durch Kokain unempfindlich gemacht und dann selbst mit einem scharfen, spitzen Messer verletzt habe. Nachdem der Staatsanwalt am Mittwoch wegen vollendeten, bzw. versuchten Versicherungsbetruges vier Jahre Zuchthaus beantragt batte, verurteilte das Gericht am Donnerstagabend den Angeklagten zu vier Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. 10 Monate der Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. , M
Der Vorsitzende myrte tn seiner Begründung aus, das sich trotz der ausweichenden Antworten des Angeklagten ein klares Bild ergeben habe. Die Persönlichkeit des K. verdiene keine Milde, zumal die Scheußlichkeit der Tat in der Kriminalgeschichte einzig darstehe. Auch um vor ähnlichen Verbrechen abzuschrecken, habe das Gericht ein hartes Urteil fällen müssen.
Todesurteil an einem Tlutofattenräuber vollstreckt.
Berlin, 23. Dez. (Funkmeldung). Am 23. Dezember 1938 ist der am 11. Juni 1917 geborene Wolfgang Stoklossa bingerichtet worden, der am 21. Dezember 1938 wegen Verbrechens gegen das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom Sondergericht in Hamburg zum Tode uno zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Die Sicherungsverwahrung wurde ange« ordnet.
Stoklossa. der in demselben Urteil ferner wegen einer Reibe von Diebstählen. Unterschlagung und unerlaubtem Führen einer Schußwaffe bestraft worden ist. hat nachts eine Autodroschke gemietet, sich in eine einsame Gegend fahren lassen und dort den Fahrer mittels vorgehaltener Pistole zum Aussteigen und zur vergäbe seines Geldes gezwungen und ist dann mit dem Kraftwagen geflohen.
Samstag, 24. Dezember 1938.
6.00 Fantasie — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30 Konzert. 7.00 Nachrichten. 8.00 Zeit, Wasserstand. 8.05 Wetter, Schneewetterbcricht. 8.10 Gymnastik.
8.30 Froher Klang zur Werkpausc. 9.30 Eaunachrichten. 9.40 Deutschland — Kinderland. 11.45 Ruf ins Land, Programm, Wirtschaft, Wetter, Schneewetterbericht.
12.00 Weibnachtsgrüße der Ostmark. 13.00 Zeit, Nachrichten, Wetter. 13.15 Konzert. 14.00 Zeit, Nachrichten. 14.10 Weihnacht — ew'ges Wunder. 15.00 Bilderbuch der Woche. 15.15. . . und drunten liegt die weihnachtliche Stadt. 15.30 „Noch immer geht die Tür nicht aus . . Auflösung des Weih- nachtspreisrätsels.
16.00 Konzert. 18.00 Der Vlindenchor singt Weihnachtslieder. 18.30 „Bunter Weihnachtsteller in Wort und Musik" 19.15 „Hohe Nacht der klaren Sterne". 19.45 „Glocken unserer Heimat läuten die Christ- nacht ein".
21.00 Reichssendung: Weihnachtsansprache des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz. 21.20 Festliches Konzert 22.20 „An die Einsamen". 22.30 „Frohe Spende für den Gabentisch". 24 00 Konzert.
Zwei Schulkinder auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. Ein schweres Unglück trug sich aut der zugefrorenen Rur bei Birkesdorf zu. Eine Schulklasse war zur Rur, gezogen. wo sich ein Teil der Kinder am Urei und die übrigen auf dem Eise vergnügten. Als der Lehrer eine kleinere Gruvve Jungen, die abseits auf dem Eise spielte, zuruckbolen wollte, gab plötzlich das Eis nach und der Lehrer, sowie die Jungen brachen ein. Der Lehrer konnte mit »ilTc der am Ufer siebenden Jungen fünf der eingebrochenen Knaben retten. Leider sind zwei Jungen im Alter von 10 uno 11 Jahren ertrunken. Sie sind offenbar unter dem Eile av- getriebey worden.
„Deutsche antarktische Expedition 1938 39.“ Am Samstag. 17 Dezember 1938, verließ an Bord des Dammers „Schwabenland" eine Gruppe deutscher Wissenschaftler vam- burg, um sich zum Zwecke ozeanographischer, meteorologiicher. erdmagnetischer, gladiologischer, geographncher und btoloflv scher Untersuchungen ins Südliche Eismeer zu begeben Die „Schwabenland" führt zwei Flugzeuge mit lick, die gegebenenfalls zur Unterstützung der wisienfchaftlichen Arbeit eingesetzt werden. Das Unternehmen, das von der Deutschen For- suchungsgesellschaft durchgeführt wird, unterließt der Leitung von Kapitän Ritscher und fuhrt den Namen „Deutsche antarktische Expedition 1938/39".
Bootsunglück auf dem Corner Sec. Bei der Überfahrt über den Comer See geriet ein mit vier, Personen besetztes Boot in einen Schneesturm. Trotz verzweifelter Anstrenqun. gen, das kleine Schiff zu steuern gelang es den ^nsasien nrcht gegen die immer milder werdenden Wogen anzukamvten. Bei dem Unwetter war es ihnen nicht möglich, tn der inzwischen hereingebrochenen Abenddämmerung die Lichter an den See- ufern zu erkennen. In dem aufgeregten Wogengewirr kam das Boot schließlich zum Kentern, und drei von den Insassen ertranken, während der vierte durch ein zufällig an der Unfallstelle vorbeifahrendes größeres <iischerboot gerettet werden konnte.
Die „Stockholm“ völlig ausgebrannt. Der Brand des Biotorschiffes „Stockholm" in Monfalcone konnte immer noch nicht vollständig gelöscht werden, Alles, was irgend bremibar ist, wurde von den Flammen ersaßt. Von dem großen Sck'N ist fast nichts anderes übrig geblieben als die mächtige Eisen- Hülle und selbst diese wurde an mehreren Stellen schwer mii- genommen' da sie bis zur Weißglut erhitzt worden war Das Schiff muß von Grund aut erneuert werden, ks besteht ledoch die Hoffnung, bau wenigstens.bestimmte ~cde her Maschinenanlagen noch verwendungstahig geblieben chnd Da« Schiff war versichert. Der Berncherungz-betrag bilav t sich auf 100 Millionen Lire, die zu einem Zehntel von ausländischen Versicherilngsgesellschaften ‘W geb rächt werden müssen Die „Stockholm" war mit einer Wasserverdrängung von 26 500 Tonnen das größte für ausländische Rechnung in monfalcone bisher gebaute Schiff. Es wurde rm Avril 193, auf Kiel gelegt und lief am 29. Mai dieses Jahres tu Anwesenheit der Prinzessin Ingrid von Schweden vom Stapel.
Banditenunwesen in Mexiko. Auf der Straße von Miz- quitio nach Heujuquillo im Staate .oahsto m Mexiko überfielen Banditen fünf Wahlvorsteher,. die nach den Eouverneurswahlen im Staate Jallskorn ihre Heimatorte ■ zurückkehren wollten. Alle fünf und ihre zwei Begleiter wurden ermordet.___________
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Teuer im Pariser Invalidendom.
Paris, 23. Dez. In den Abendstunden des Donnerstag brach im Jnoalidendom Feuer aus, das sich sehr rasch aus einen der Flügel des Gebäudes ausdehnte, das teilweise als Museum für Kriegserinnerungen, zum anderen Teil zur Unterkunft von Schwerkriegsoerletzten dient.
Gegen Mitternacht stand der Dachstuhl des Gebäudes in etwa 100 Meter Breite in Flammen. Die Feuerwehr, der cs trotz der eingefrorenen Wasserleitungen gelungen war, aus mehr als 15 Rohren Wasser zu geben, arbeitete mit Hilfe von riesigen Scheinwerfern an der Bekämpfung des Brandes.
Paris, 23. Dez. (Funkmeldung.) Der Brand konnte in den frühen Morgenstunden des Freitags als vollkommen gelöscht angesehen werden. Bald nach Mitternacht zog sich der Hauptteil der Feuerwehr wieder zurück und ließ nur eine Brandwache an Ort und Stelle, die die letzten Brandherde erstickt«. Im Laufe der Nacht hatten sich fast sämtliche Minister mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze zum Jnoalidendom begeben, wo noch trotz der Kälte und der vorgerückten Nachtstunde Marschall Pdtain eingetroffen war.
Die sofort eingeleitete Untersuchung über die Ursache des Brandes hat noch" zu keinem Ergebnis geführt. Alan weist jedoch vorsätzliche Brandstiftung zurück. Es wird vermutet, daß, da infolge der großen Kälte besonders stark geheizt wurde, durch einen beschädigten Kamin Feuer an^bte Holzverschalung durchgedrungen ist. Angestellte des ^nvaliden- domes wollen sich'daran erinnern, daß sie schon am Donners- iagoormittag einen leichten Rauchgeruch verspürten, und inan halt cs nicht für ausgeschlossen, daß sich die Flammen langsam den ganzen Tag über durchgefressen haben, bis sie in den spaten Abendstunden den eigentlichen Dachstuhl erreichten. Der Sachschaden läßt sich im Augenblick noch nicht beziffern. Am meisten hat der sogenannte E h r e n s a a 1, der unmittelbar unter dem Brandherd liegt und vollkommen unter Wasser steht, gelitten. Darüber hinaus dürfte es sich aber nur um bauliche Schäden handeln, denn die Archive des Museums befinden sich in den unteren Stockwerken.
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Der Jnoalidendom, der auch Jnvalidenhokel genannt wird, geht auf Ludwig XV. zurück, der das Gebäude 1670 für die Unterbringung von verwundeten Offizieren und Soldaten errichten ließ. Später wurde ein großer Teil des Gebäudes in ein Kriegsmuseum umgewandelt. Zu dem Gebäudekompler gehört auch der eigentliche Dom, in dem 1840 die sterblichen Überreste Napoleons I. beigesetzt wurden.
3m Untcrinntal tödlich abgestürzt. Die Bergsteiger ^oier Mandl und Simon Petritsch aus Schwaz unternahmen eine Wanderung auf die Wandlalve tm Untcrinntal. Als die beiden bis zum Abend nicht zuruckkehrten und tm Laufe der Nacht aus der Richtung der Alpe Hilferufe vernommen wurden, gingen Rettungsmannschaften von vallmnd,Schwaz auf die Suche. Nach zweitägigen angestrengten Bemühungen konnte fetzt Petritsch auf einem öelsbanb völlig erschöpft angetroffen und durch Abseilen geborgen werden. Er gab an. daß sein Kamerad beim nächtlichen Abstieg plötzlich vor seinen Augen verschwunden und ohne einen Laut zu, geben • in eine etwa 80 Meter tiefe Felsschlucht gestürzt sei. M a n d 1 muß jedenfalls sofort tot gewesen sein. Die Bergung der Leiche ist voraussichtlich erst im nächsten Sommer möglich.
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