Seite 2. Nr. 297.
Wiesbadener Taablatt
Dienstag, 20. Dezember 1938.
HM
Ml
MM
^.-5. ■
Mi®';. M.3
- ,1t .
! 3”
f'*J ■■
<v- •
*/■*<, ß
O
ß L
Presse ganz ernsthaft erörtert wurde. Din Abgeordneter äußerte sogar die Meinung, daß das Empire vielleicht das gegenwärtige Kabinett Chamberlain nicht überleben werde. Das dürfte zwar zu weit gehen, aber hier wird doch der Finger an tue Wunde gelegt. Im Verlauf des Weltkrieges hat der Nationalismus in den Dominien den starken Auftrieb erhalten. Die starke Lockerung im Gefüge des W e l t r e i chs fällt mit den Versailler Verhandlungen zusammen und ausgehend von dem hier geschaffenen neuen Zustand mutzte sich das Mutterland dauernd zu weiteren Zugeständnissen bereit finden, an die man vor dem Weltkrieg in London wohl kaum gedacht hatte. England hat also heute aus sehr realpolitischen Gründen ein außerordentlich starkes Interesse ander Erhaltung deseuro
päischen Friedens. Das hat mit der pazifistischen Ethik nichts zu tun, mit der man die Völkerbunds- und Friedenspolitik zu verbrämen suchte. Die Kreuzzugsideologen in England, die früher gar nicht überschwenglich genug in Pazifismus machen konnten, handeln, ohne sich wohl immer in ihrer pseudoweltanschaulichen verblendeten Hatzeinstellung dessen bewußt zu sein, in Wirklichkeit in ganz gefährlicher Weise gegen die britischen Empireinteressen. Die veranitwor- tungsbewutzten Staatsmänner wissen, datz ein neuer Weltkrieg die Gefahr eines völligen und endgültigen Zerfalls des Empire einschlietzt. Diese gewichtige Tatsache darf man ruhig in die Zusammenhänge der europäischen Politik einsetzen.
erei-Provi-
nommen.
Deutsche Kulturautonomie in der Slowakei
dem Abschluß worden sei.
Frontkämpfer-Ehrenmal in Magdeburg
in Huayin Bei Tungkuan an der Huangho-Bisgung sowjeb russische schwere .....
Hauptfchnftleiter: Fritz Günther.
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: tzeinrick Kari Aunz.
Verantwortlich für den politischrn Teil: Heinrich Karf Runz; für Aunst und Unterhaltung: Dr. Heinrich Reichert; für Stadtnachrichtrn und Wirtschaftsteil: Willi pempel; für Umgebung, Provinz nachrichten und den Sportteil: Heinz Lenhardt; für den Bilderdienst: die bett. Ressortleiter;
Maßnahmen" etwa in Form einer Kündigungdes Handelsabkommens mit Japan eingetreten. Jedenfalls, so hätten sie erklärt, müsse die Regierung, ganz gleich, was sie tue, „schnell handeln“.
„Moskau für alle Folgen verantwortlich."
Magdeburg, 19. Dez. 3n Anwesenheit des Reichsführers ff Himmler, der auch als Vertreter des Führers erschienen war, des Reichsministers Dr. Dorpmüller und des Reichsstatthalters Gauleiter Jordan wurde von Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e am Sonntag die Alte Nikolaikirche in Magdeburg als Zeughausmuseum und als Erinnerungsmal an die im Weltkrieg und insbesondere auch an die im Kampf um die nationale Freiheit Gefallenen des ehemaligen Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, geweiht. Zahlreiche Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht wohnten der Feier bei.
Reichsminister S e l d t e gab zu Bdginn seiner Rede einen historischen Überblick über die wiederhergestellte Alte Nikolaikirche, die zum ältesten und ehrwürdigsten Gebäude Magdeburgs zählt. Nun endlich werde, so führte der Minister aus, das alte, echt deutsche Gebäude wieder einer seiner großen Vergangenheit würdigen Bestimmung zuge-
Pretzburg, 19. Dez. Der Staatssekretär für die karpatho- deutsche Volksgruppe. Ingenieur Karmasin, besuchte am Montag den slowakischen Schulminister C e r n a k und traf mit ihm einige Vereinbarungen über das deutsche Schulwesen, die eine deutsche Kulturautonomie bedeuten. Die von Ingenieur Karmasin oorgelegten Anträge wurden vom Schulminister voll und ganz gebilligt.
Danach wird u. a. eine selbständige deutsche Abteilung beim slowakischen Schulministerium mit einem deutschen Schulleiter errichtet. Für die deutschen Schulen werden drei
lgkuan an der Huangho-Ble-gung sow;et-
...... Geschütze, Traktoren und Lastkraftwagen ein. Dieser Ort lag wochenlang unter japanischem Feuer. Die Anwesenheit von Sowjetsoldaten wird auch aus Lanchou, der Hauptstadt der Provinz Kansu, gemeldet, das ein Zentrum der bolschewistischen Tätigkeit geworden ist. In den meisten Fällen handelt es sich hier um Flugzeugpiloten, Mechaniker und Chauffeure. Der Bau der Eisenbahn Sian —Lanchou, der unterbrochen worden war, wird nunmehr unter sowjetrussischer Leitung wieder aufge-
Sowjets bewaffneten chinesische Nordarmee.
Peking, 19. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) Meldungen, die in Shihchianchwang eintreffen, erbringen den klaren Beweis von her erhöhten Teilnahme Sowjetrutz- lands an der Bewaffnung der chinesischen Armee im Nordwesten des Landes. Es werden hier alle Anstrengungen gemacht, um die Gruppen mit den modernsten Waffen auszurüsten. Am 26. November trafen
5000 Dollar für Edens Hetzrede gegen Deutschland. Anthony Eden während seiner Hetzrede in New Pork. Wie die New-Porker Wochenzeitschrift „Time" mitteilt, hat er sich für diese deutschfeindlichen Auslassungen vom amerlkanischen ^abrikantenverband ein Honorar von 5000 Dollar sowie die Reisekosten bezahlen lassen.
(Weltbild, KZ
Zum Schluß wurde der Außenmintster ebenfalls von amerikanischen und englischen Journalisten gefragt, was et über die in der Presse manchmal geäußerte Ansicht denke, derzufolge ein Krieg mit Sowjetrußland unvermeidlich sei. Arita erklärte, datz er als Außenminister hierzu nicht Stellung nehmen könne. Et lehnte auch jede Mitteilung darüber ab, mit welchen Mitteln Japan Bei einem vertraglosen Zustand seine Fischereirechte gegenüBet der Sowjetunion durchsetzen und sicherstellen wolle.
Das Echo in London.
London, 20. Dez. (Funkmeldung.) Die Erklärung des japanischen Außenministers Arita zu der englisch-amerikanischen Anleihepolitik in China, die Arita als „Bedauerlich und gefährlich" bezeichnete, findet in der Londoner Morgenpresse vom Dienstag stärkste Beachtung. Es wird betont, die Erklärung Aritas werde in der White-Hall sorgfältig geprüft. Man erwarte -weitere Einzelheiten aus Tokio. In der vergangenen Woche hätten zwischen dem britischen Botschafter in China und dem Oberkommandierenden, Vizeadmiral Sir Percey Nobel, sowie einer Anzahl führender englischer Geschäftsleute in China Besprechungen stattgefunden. Die Geschäftsleute seien für „Vergeltungs
deutsche Schulinspektoren ernannt. Alle bestehenden deutschen Parallelklassen an ander^prachigen Schulen werden sofort verselbständigt, weiter wurde u. a. die sofortige Errichtung von selbständigen deutschen Bürgerschulen in drei größeren deutschen Ortschaften vereinbart. Ferner wurde auch die Erhöhung besonders weitgehend organisierter deutscher Volksschulklassen zu Bürgerschulen zugesagt. Die deutsche Abteilung des Schulministeriums wird nicht nur die deutschen Schulangelegenheiten Betreuen, sie wird auch alle anderen kulturellen Fragen der karpothodeutschen Volksgruppe BearBeiten.
soriums Bestehen und auf alle Folgen Hinweisen werde, die sich aus dem vertraglosen Zustand für die Beziehungen der Beiden Länder ergeBen müßten. „Tokio Nischi Nischi" erklärt, daß die japanische Regierung endgültige Maßnahmen vorBereite, um die japanischen Fischereirechte ju schützen. Wenn Moskau das Provisorium ablehne, müsse Japan eine entschlossene Haltung annehmen und die Fischerei nach den Bestimmungen des Vertrages von Portsmouth mit allen Mitteln durchführen.
Erklärungen Aritas vor der Presse.
Tokio, 19. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) 3n einer Erklärung vor der Presse betonte Außenminister Arita, daß China in erster Linie von seinem gegenwärtigen halbkolonialen Zustande befreit werden müsse. Die Bildung einer einzigen wirtschaftlichen Einheit in Ostasien werde der beste Weg sein, um die Unabhängigkeit Chinas, Mandschukuos und Japans sicherzustellen.
Arita bedauerte, datz der sogenannte Wirtschaftsblock zwischen den genannten Ländern in der Auslandsmesse schon dahin kommentiert worden sei, datz Japan den Ausschluß aller ausländischen Unternehmungen aus China beabsichtige. Japan denke nicht daran, die europäische und amerikanische Tätigkeit im Fernen Osten zu verhindern, müsse aber im Jntereffe der Landesverteidigung und der wirtschaftlichen Sicherheit die wirtschaftliche Beteiligung fremder Staaten einschränken. Das bedeute in der Praxis keine Verringerung der chinesischen Autzenhandels- ziffern. Das Beispiel Mandschukuos beweise, datz sein Auhen- handel in den letzten sieben Jahren von 1.06 auf 1.53 Milliarden Pen gestiegen sei. Die Einfuhr aus England nach Mandschukuo habe um 35.3 v. H., aus USA. um 98.9 v. H. und aus Frankreich um 33.2 v. H. zugenommen.
Die Einschränkungen würden sich jedenfalls besonders auch auf politischem Gebiet ergeben, wenn China wirklich unabhängig werden soll. Exterritoriale Rechte sowie die Fremd en Niederlassungen und Ausnahmerechte aller Art würden allmählich abgeschafft werden muffen. Zum Neunmächtepakt erklärte der Minister, datz er aus einer Zeit stamme, in der China noch nicht unabhängig gewesen sei. Hieraus ergebe sich ohne weiteres seine Nichtanwendung auf die heutige neugeschaffene Lage.
Die Anleihen Amerikas und Englands an Tschiangkaischek hätten nur zur Folge, die Feindseligkeiten unnötig zu verlängern. Daher fei das Vorgehen Englands und Amerikas als bedauerlicher Akt anzusehen. Es würde das japanische Volk nur in seiner Überzeugung stärken, datz eine neue Lage in Ostasien mit allen Kräften herbeigeführt werden müsse, über die Auswirkungen des Antikominternpaktes erklärte Arita, datz die Aktivität des Bolschewismus in Europa seit dem Abschluß dieses Paktes offensichtlich schwächer ge-
Ostasiatischer Wirtschaftsblock.
Allmähliche Beseitigung der Fremdenniederlassungen in China. — Neunmächtepakt überholt. — Anleihen an Tschiang- kaischek „Ein bedauerlicher Akt".
führt. Und zwar sei dies durch die Großherzigkeit des Führers ermöglicht worden, der unter Zustimmung des Ministerpräsidenten Eeneralfeldmarschall Hermann (Kring ihm, dem Minister, das Gebäude auf 99 Jahre durch Vertrag mit dem preußischen Staat verpachtet habe, damit es zu einer Erinnerungsstätte an das Frontkämpfertum, die gleichzeitig die Fahnen und Traditionszeichen des ehemaligen Stahlhelm, BdF., und Erinnerungsstücke an die alte Armee in sich berge, gestaltet werde.
Rückschauend dürfe man heute feststellen, daß der Stahlhelm seinen Weg in Ehren angetreten und in Ehren Bis zu Ende gegangen sei. Zum Beweis dafür wies der Minister auf die Ehrentafel mit den Namen der vielen Toten des früheren Bundes hin, die im Kampf gegen Volksverrat und Marxismus ihr Leden gelassen haben. Zu ihren Ehren erhoben sich die Erschienenen von ihren Plätzen. Aber ihr Geist, so erklärte der Minister, werde weiterleben, ebenso wie der Geist aller Frontsoldaten. Alle Kämpfer für Deutschland seien nicht umsonst gestorben. Der nationale Ausbruch unter der Führung Adolf Hitlers zeige dies deutlich. Aus dem Geist ihrer Kameradschaft fei der Geist der Volksgemeinschaft erwachsen. Deshalb stelle das neue Frontkämpfermal kein totes Museum dar, sondern die neue Weihestätte müsse sein eine lebendige Erinnerungsstätte, die uns immer wieder von dem Vermächtnis der Frontkämpfer äinbe, nämlich von der Notwendigkeit des unbedingten Einsatzes bis zum letzten Mann im Dienen und Opfern, wenn Deutschland in Not fei.
Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Deutschland und dem Gesang der Nationalhymnen fand die Feier ihr Ende.
51 deutsche Frontsoldaten in Laon umgebettet.
Paris, 19. Dez. Am Montagvar mittag wurden auf dem deutschen Friedhof des Manöoerfeldes von Laon die 19 Särge, in denen sich die sterblichen Überreste von 51 deutschen Soldaten befinden, wieder der Erde übergeben. Die Särge wurden kürzlich bei Grabungen in dem Garten eines Privatbesitzers der gleichen Stadt entdeckt. Zahlreiche Vertreter von Frontkämpferverbänden nahmen an der Bestattung teil. Je ein Geistlicher der beiden christlichen Konfessionen vollzogen die religiösen Handlungen.
Tokio, 19. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) Die japanische Presse berichtet am Montag ausführlich über neue Anweisungen der japanischen Regierung an Botschafter Togo in Moskau im Anschluß an eine längere Aussprache des Außenministers Arita mit Ministerpräsident Fürst Konoe. Zufammenfasiend glauben die Blätter, daß Togo nochmals eindringlich auf dem Abschluß des F i f soriums bestehen und auf alle
Sin Hiudenburg-Geüenknmmer eröffnet.
Im Märkischen Museum in Berlin wurde zu Ehren des verewigten Reichspräsidenten, des Generalfeldmarfchalls v. Hindenburg. em Hindenburg-Gedenkzimmer eröffnet. Unser Bild zeigt einen Blick in dieses 3tntmer. links der schwere eichene Streibtisch. an dem am 30. Januar 1933 im Reichspräftdentenpalais die entscheidende Ans- iorache des Führers mit Hindenburg stattgefunden hat. Zwischen dem Schreibgerät liegt der Arbeitskalender. aufge- (ch.-Lgen iS das Saturn des letzten Arbeitstages Hindenburgs. der 5. Juni 1934. Die llbr zeigt die Todesstunde. 8 .Ute BUXMU. an. (Weltbild. ÄJ
für den Anzeigenteil: Otto Hälfet; sämtlich in Wiesbaden.
Preisliste Zlr.6. — Durchschnitts-Lnflage Hop. l$58: 22086 Sonntags allein: 27807.
Druck und Verlag des Wiesbadener CagMatts:
L. Schellenberg'sche Hofbuchdruckttei, Wiesbaden, tanggafe 3t, .Tagblatt'Haus"'.
Gesamtleitung:
Dr. ptul. habn. Gustav Schellenberg und DedagsMta Heinrich pabfL,
Sie Ausgabe umfaßt 14 Seiten nutz bM »Unter hattungsblatt".
