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Wiesbadener Tagblatt

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.. , , ___ Berliner Büro: Berlm-Wilmersdor,.

UuterhatUmgSbeUage. ______________

86. Jahrgang.

Freitag, 9. Dezember 1938.

Nr. 288.

Stapellauf des FlugzeugträgersGraf Zeppelin".

' GWW

D-r erste deutsche Flugzeugträger. der nach der Weiherede des Eeneralfeldmarschalls Goring von Gräfin Hella von Brandenstein-Zeppelin, der Tochter des Grafen Zeppelin, auf den NamenGraf Zeppelin" getauft wurde, läuft in Kiel vom Stapel. l Weltbild, Jvj

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In Italien volles Verständnis für die Pariser Erklärung

Fortbestehen der Drei-Parteien-Regierung zu finden. Die sozialdemokratische Parteileitung teilte am Donnerstag­abend nach einer gemeinsamen Sitzung mit den Eewerk- schaftssekretaren und den Fraktionsvorsitzenden mit, daß in der gegenwärtigen Lage eine Demission der sozialdemo­kratischen Minister nicht erwünscht sei. Die Ablehnung des Regierungsbeschlusses, diplomatische Beziehungen mit Burgos aufzunehmen, werde jedoch aufrccht- crhalten. Der rechte Flügel der Katholischen Partei teilte mit, daß er die Regierung weiterhin unterstützen werde, daß ein Nachgeben in der Burgos-Frage aber nicht möglich sei. Es gehe nicht an, daß die Regierung sich dem Diktat der Marxisten unterstelle.

Vom Zwischenruf zum Zwischenfall

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

die Italiener in Tunis und auf Korsika allen >noglichen Drangsalierungen auszusetzen. Die englische Presse findet derartige Ausschreitungen gegen die Italiener ganz in der Ordnung. Wir haben nicht die Absicht, uns in diese Frage einzumischen und näher darauf einzugehen, dag die Korsen dem Volkstum nach italienischsind oder uns mit der etwas seltsamen Errichtung der fran­zösischen Herrschaft in Tunis zu befassen, wo heute selbst nach amtlichen französischen Angaben mehr Italiener als Franzosen ansässig sind. Wir sind nur etwas er­staunt. welche ungeheure Wirkungen einige Zwischenrufe in einem' fremden Parlament in Frankreich und auch in Eng­land, den Ländern, die sich so viel auf ihre Melnungs- freiheit zugute tun, ausgelöst haben. Das ist umso selt­samer, als man im englischen Parlament keineswegs vor Drohungen und Einschüchterungsversuchen anderen Landern gegenüber zurückschreckt. Es ist noch gar nicht solange her, daß im englischen Parlament das Wort gesprochen wurde, Englands Grenze liege am Rhein. Das war eine Drohung, die nicht gut überboten werden tonnte. Wir haben darauf nicht mit englandfeindlichen Demonstrationen geantwortet, genau so wenig wie auf den frommen Wunsch des stellvertretenden Führers der englischen Arbeiterpartei, daß Deutschland und Italien bald untergehen mußten. Wir haben auch nicht die Absicht, auf die neue Kolonial­debatte im Unterhaus und in der englischen Presse mit einem solchen Entrüstungssturm zu antworten, obwohl m dieser Debatte der Versuch gemacht wurde den Mandats­charakter der früheren deutschen Kolonien zu bestreiten und obwohl es auch selbst hierbei nicht an feindseligen Äußerungen gegen Deutschland fehlte. Rach der Meinung englischer Patentdemokraten sind eben An­griffe auf die autoritären Staaten stets und in ,edem Par­lament erlaubt. Wenn aber die Italiener ihr Interesse für Landstriche bekunden, deren weiße Bevölkerung überwiegend aus Italienern besteht, so ist das e> Verbrechen und ein Anschlag auf den europäischen Frieden, der nur damit be­antwortet werden kann, daß man die Italiener als vogel­frei erklärt und den Mob gegen sie aufhetzt Ein neuer Be­weis, wie sehr die englischen Patentdemokraten mit zweierlei Maß messen.

Rom, 8. Dez. Die offiziöseInfor mazionc I Divlomatica" beschäftigt sich mit der deutsch-französischen I Erklärung und bemerkt:In den verantwortlichen f i ö m i s ch e n K r e i s e n ist die Unterzeichnung der deutsch- * französischen Erklärung mit vollem Verständnis für * die Gründe ausgenommen worden, die sie inspiriert haben, und | mit offenem Wohlwollen, da sie eine bemerkenswerte i Klärung in den Beziehungen zwischen den beiden interessierten i Staaten bringt. Keinerlei Überraschung auf italienischer Seite, da der Wortlaut der besagten Erklärung von Serin von Ribbentrop dem Duce Ende Oktober mitgc- k teilt wurde und der Duce der Ansicht war, daß eine Er- : Haruns von der Art der jetzt in Paris unterzeichneten den Zielen des Friedens dienlich sein würde. Keinerlei llber- f laschung auch deshalb, weil der Führer zu wiederholten Malen bei feierlichen Gelegenheiten und mit klarer Bestimmtheit er- 5 klärt hat, daß er die Streitfragen zwischen Deutschland k und Frankreich als abgeschlossen und die Grenzen, die gegenwärtig die beiden Länder scheiden, als endgültig be- , trachtet. ,

Zu wiederholten Malen, io betont dieJnformazione Divlomatica" weiter, sei darauf hingewiesen worden, daß jene ; einzigartige und starke politische Konstruktion ohnegleichen, die unter dem Namen Achse RomBerlin bekannt sei, k e i.n c . Scheidewand sei. Das sei auch der Grund, warum Italien [. fije Reise Herrn von Ribbentrops nach Paris und den Beginn besserer Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland mit Svmvathie verfolgt habe, so wie Deutschland seinerseits mit offenem Wohlwollen die Vereinbarungen begrüßt Habe, die - im Mittelmeer die Beziehungen guter Nachbarschaft zwischen England und Italien wiederhergestellt hatten.

Wie bekannt, gebe Italien, obwohl es nicht an den ewigen Frieden und an die ewige Kristallisierung be­sonderer Interessen oder Situationen glaube, zu allem, was die Völker einander näherbringen könne, seine aufrichtige Zu­stimmung. Bedauerlichsei aber, daß die P o l i t i k d e s fienn Sonnet in vielen Kreisen Frankreichs, die sich vom Geist von Versailles nicht sreimachen könnten und die Geschichte auf ihn zurückdrehen wollten, auf heftigen Widerstand 110 kann sein, so schließt die Stellungnahme, daß einige französische Kreise sich der Täuschung hingcben. die Erklärung von Paris vermöchte die Achse in irgendeiner Weile m schwächen. Aber diese Illusion wäre wahrhaftig kläglich und kann nur in dem Sirn eines Menschen aufkommen, der noch nichl das Wesen, den Stil und die Entwicklung der Politik der Achse kennt, die die beiden Staaten, die beiden Völker, die beiden Revolutionen verbindet.

Der Bauer als Kronzeuge.

Von Heinz Lenhardt.

Das Neueste ist zugleich das Älteste. ~ ,

Durch die Jahrtausende leuchten die Turmfeuer der ein­fachen starken Grundgesetze von Anstand, Ehre, Tugend. Tapferkeit und Arterhaltung. Seit Generationen rmgt der echte Gehalt der alten sittlichen Werte gegen den Unwert der Unechtheit und Lüge, werden die Mächte des Gemüts, über­tönend die große und komplizierte Orchestermusik der Zivili­sation und Kulturen, im Kampf gegen den Ungeist aufgeboten, um die Pforten der Erkenntnis aufzureiben und die Seele aus der Umklammerung des Unnatürlichen. Fremden zu befreien. Des Fremden als Symboltyvus des Unwahren, dein, man sich verschließen muß. Alles eindringende Fremde stört die eigene Art und Sitte und schmälert das Patererbe, Artmal wird «chicksal. das Brücken schlägt oder Klüfte reibt zwischen den Hochbildern des völkischen Bewußtseins und den fremden Götzen des Verfalls. Darum auch ist der Antisemitis­mus io alt wie das Judentum in der Menschheitsgeschichte selbst. Den Sehenden konnte es nicht verborgen bleiben, welche Gefahren die zunehmende geistige Gemeinschaft und die soziale Annäherung mit diesem parasitischen rrremdkorver Jur das nationale Denken und Handeln heraufbeschworen mußte. Volkstümliches Denken ist absolut. Es ist unduldsam. Es liebt instinktiv das trotzige, kantige Selbstbewuntsei.n. Es haßt die schlackendurchsetzte, spitzfindige Erbschleicherei. Bis freilich der große Abwehrdamm errichtet war. wurden im Laufe der Jahrhunderte viele Gesetze erlassen. und bis sich das deutsche Volk vom Jargon des Weltiudentums befreite und sich im Sonnenlicht seiner eigenen Kultur sonnte, mutzte es Etappen tiefster Finsternis durcheilen, in deren Kellttn die Fremdlinge an den Fundamenten des Volkstums rüttelten. Bis einmal die kritische Grenze erreicht war. von der aus in die Wirrnis unheilvoller Einflüsse und Zersetzung der geballte nationale Gegenangriff schlug und lahrhundertealtr Versäumnisse mit einem Schlage regulierte.

Wenn heute das deutsche Volk überzeugt die gesetzlichen Maßnahmen zur Lösung des brennendsten aller Probleme befürwortet, so bedarf es nur einer fluchtigen geschicht­lichen Argumentation, um den Nachweis,der unerbitt­lichen Notwendigkeit dieses Absorbierungs- vrozesses zu führen,^ Heute rufen wir den Bauern zum Kronzeugen gegen die mdifche liberal-kavitalistischc Spekula­tivwirtschaft auf. dessen raffendes Schachertum ja immer wieder die rächende Faust der Betrogenen und Verzweifelten zu spüren bekam. Denn gerade aus der Landwirtschaft sicherte sich der jüdische Merkantilismus in einem unerhörten Raubzug der Jahrhunderte fette Wucher-Renten, ohne daß er ie daran gedacht hatte, das von ihm eroberte Land nun etwa selbst durch Beackerung in den Dienst der allgemeinen Produktion zu stellen. Aufstände und Pogrome waren die natürlichen AbwÄrmag- nahmen der damaligen Zeit. Gegen 1100. vertreiben btc tun Hab und Gut gebrachten Bauern des Rheinlandes die Juden aus ibren Dörfern, und auch in den Städten Worms. Sveyer und Mainz hat die Stunde der Abrechnung geschlagen. Der Brand der Bauernerhebungen gegen das Ausbeutersystem, frist sich um 1200 durch alle Teile deutschen Landes und Galt tn Franken. Bayern. Brandenburg. Kärnten. Steiermark ulro. blutige Ernte. Es Bat den Bauern nicht viel genutzt, so haß­erfüllt die Rache der Unterdrückten auch lohte. Ihre erbarmungslosen händlerischen Ausbeuter kebren immer wieder nach geraumer Zeit an die vollen Töpfe zurück. _ Der Vorgang der systematischen Enteignung, durch Grundwucher, war. tut Laufe der Jahrhunderte stets der gleiche und es kennzeichnet erschütternd die Situation, als B i s m arck 1847 im Preußischen Landtag erklärte:Ich kenne eine Gegend, wo die jüdische Bevölkerung auf dem Lastde zahlreich ist. wo es Bauern gibt, die nichts ihr Eigentum nennen auf ihrem ganzen Grundstück: von dem Bett bis zur Ofengabel gehört

Die empörenden Vorgänge in Tunis.

as. Berlin, 9. Dez. In Tiinis ist es erneut zu italien- feindlichen Ausschreitungen gekommen. Der italienische Generalkonsul hat daraufhin die französischen Behörden in Kenntnis gesetzt, daß sich die in T n n i s leben den Italiener von nun an int Zustand recht­mäßiger Verteidigung betrachten würden. Sie würden sich dabei jeder Herausforderung der Franzosen ent­halten. Diese italienische Stellungnahme zeigt, daß die Italiener in Tunis ihre Zahl wird auf etwa 120 0 00 beziffert, von denen rund die Hälfte in der Stadt Tunis ansässig ist nicht vor dem von jüdisch-antifaschistischen Elementen aufgehetzten Mob zu kapitulieren gedenken. Die feste Haltung der Italiener dürfte ihre Wirkung nicht ver­fehlen. Es scheint aber als ob auch die französischen Be­hörden zu der Überzeugung gekommen sind, daß weitere Zwischenfälle vermieden werden mus s e n. Wenigstens wird berichtet, daß französische Truppenverstin:- kungen in Tunis angekommen sind und daß das italienische Konsulat in Tunis gestern nachmittag von 200 Mann fran­zösischer Infanterie und von 200 Mann eingeborener Kavallerie beschützt wurde. Es paßt ja auch in der Tat äußerst schlecht zu der von Paris erstrebten Annäherung an Rom, wenn jetzt unausgesetzt italienfeindliche Demon­strationen in Tunis stattfinden. Frankreichs neuer Bot­schafter in Rom, Fransois-P oircet, wird jedenfalls kaum in die Erscheinung treten können, solange diese Zwischenfalle anhalten.

Daß diese ganzen italienfeindlichen Demonstrationen das Werk antifaschistisch-jüdischer Kreise sind ist in der deutschen Presse bereits eindeutia festgestellt worden. Diese Demonstrationen begannen, nachdem in der italienischen Kammer bei der großen außenpoli­tischen Rede des Grafen Ciano, in der der italienische Außenminister noch einmal die Festigkeit der Achse der Welt vor Augen führte. Zurufe wirTunis, Tunis, Korsika, Korsika" laut geworden waren. Zu rufe, denen übrigens sehr schnell die Glocke des Presi­denten ein Ende bereitete. Diese Zwischenrufe haben genügt, um einen Sturm gegen Italien zu entfeffeln und

Drei WochenBurgfrieden" in Belgien?

Balance-Akt der Regierung auf der Parteischaukel.

Brüssel, 8. Dez. Ministerpräsident Spaak setzte heute seine Besprechungen zur Vermeidung einer Regierungskrise fort. Er beabsichtigt, bis zum I ah r es end e «inen Burgfrieden" mit den Regierungsparteien ab-,u- schlretzen, um inzwischen eine einigende Formel für das