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Nr. 274.
Mittwoch, 23. November 1938.
86. Jahrgang.
unbedeutende Ee-
-----------„ — ,----, von Taus. Durch den Gebietszuwachs an dieser Stelle wird Deutschland die Mög-
vlatonischen Liebe zum Judentum herzuleiten suchten, auf das Korn genommen. Er hat auch den Engländern nochmals klar gemacht, sah wir uns keinesfalls um ihre Angelegenheiten gekümmert haben würden und nicht auf die mannigfachen Greuel in der englischen Kolonialgeschichte eingegangen waren, wenn nicht die Engländer zunächst ihre Nase in Dinge gesteckt hätten, die uns allein angehen. Deutschland und seine Presse haben also nur auf englische Provokationen geantwortet. Wir glauben, dah es für das deutsch-englische Verhältnis sehr vorteilhaft wäre, wenn man sich über diese Dinge in England endlich klar würde und künftig auf die Rolle der mit dem Finger drohenden Gouvernante wenigstens uns gegenüber verzichten würde. Wir haben jedenfalls keine Neigung, uns unsere Aufbauarbeit immer wieder durch jüdische Machenschaften stören zu lassen und sind entschlossen, gleich welches Gesicht die Engländer dazu machen, einen Schlußstrich unter diese Dinge zu machen.
Schließlich hat Dr. Goebbels auch noch darauf verwiesen, daß der Nationalsozialismus das namentlich in den Großstädten so wichtige Wohnungsbauvroblem nicht übersieht, sondern auch dieses Problem großzügig lösen wird, sobald die vordringliche Aufgabe der Westbefestigungen erledigt ist und somit Arbeitskräfte und Material frei werden. So rundete sich das Bild, das Dr. Goebbels in dieser rückschauenden und oorausschauenden Rede von der rasch zuvackenden Aufbauarbeit des Nationalsozialismus entwarf.
Hannemann geh' du voran!
Das englische Unterhaus und die Inden-Ansiedlung.
wt. Das englische Unterhaus sah sich veranlaßt, am Dienstag noch einmal das Judenproblem zu behandeln. Dabei spielte die Frage der Ansiedlung jüdischer Emigranten eine bedeutende Rolle. Ehamberlain erklärte, er habe die Gouverneure von Tanganjika und Britisch-Euayana um ihr Urteil Über Ansiedlungsmöglichkeiten gebeten. Auch die englischen Blätter widmen dieser Angelegenheit einen breiten Raum. Hier zeigt sich nun, daß man gern den andern Staaten den Vortritt lassen möchte. Hannemann geh du voran! Vor allen Dingen macht man Herrn Roosevelt darauf aufmerksam, daß es in USA. viel Platz für Juden gebe. Aber auch Frankreichs Kolonialbesitz biete für sie große Chancen und vielleicht könne Herr Daladier die „armen heimatlosen" Emigranten auf Madagaskar in großem Umfang seßhaft machen. Eine Spezialofferte machen die Blätter den südamerikanischen Staaten. Wie man also sieht, Mitleid in Hülle und Fülle, aber Mange! an realer Einsatzbereitschaft. Bemerkenswert ist es immerhin, daß der „News Chronicle" sich gegen die Wahl Tanganjikas, bzw. Deutsch-Ostafrikas wendet. Dieser Vorschlag sei unsinnig, an« Gesichts der deutschen Forderung auf Rückgabe der Kolonien. Im Falle einer Regelung dieser Frage, würden die Emigranten ein zweites Mal heimatlos. Chamberlain erwähnte im Unterhaus, daß er für die Dominien keinerlei Zusagen geben könne. Kanada seinerseits winkt bereits energisch ab, von Australien und Südafrika ist bas gleiche ja bereits bekannt.
bzw. 79 für die Vorlage. Die Kommunisten hatten sich vor der Abstimmung entfernt.
Sinkende Offensivkraft der Roten.
Sowjetspanische Operationen am Segre restlos gescheitert.
Bilbao, 23. Nov. (Funkmeldung.) Wie der nationale Heeresbericht vom Dienstag bekanntgibt, wurde am rechten Ufer des Segrc-Flusses der Angriff weiter fortgesetzt.
Nach Ansicht des Frontberichterstatters ist jetzt endgültig die sowjetspanische Offensive im Segre-Abschnitt gescheitert. Der Feind ist nunmehr völlig zum rechten Ufer des Flusses zurückgetrieben. Damit sowie mit der am Ebro restlos gescheiterten roten Offensive ist die praktische Unfähigkeit der Sowjetspanier, eine Offensive durchzuhalten, erwiesen.
1. um eine verhältnismäßig bietsabtretung westlid
Endgültige deutsch-tschechoslowakische Grenze
Ethnographische Berichtigungen und geringfügige Veränderungen aus verkehrspolitischen Gründen.
Eine grundlegende Rede Dr. Goebbels.
as. Berlin, 23. Roo. Reichsminister Dr. Goebbels hat gestern vor den Berliner Propagandisten der Bewegung zu den großen politischen Fragen Stellung genommen. Es war selbstverständlich, daß er bei dieser Gelegenheit auch eingehender die Beziehungen des von ihm geschaffenen Instrumentes der Volksaufklärung und Propaganda zu den politischen Ereignisien beleuchtete. An einem, man möchte sagen.geradezu tragischen Beispiel, nämlich an der unerfüllt gebliebenen Forderung Max Halbes aus dem letzten Kriegsjahr, das Gift der vom Ausland betriebenen Hetze und Agitation nicht ohne Gegenwirkung dem deutschen Volke zuzuführen, zeigte der Minister die Notwendigkeit der Propaganda und Aufklärung auf. Heute Überlassen wir die geistige Kriegsführung nicht wie 1918 den anderen. Auch wir haben die Bedeutung dieser geistigen Kriegsführung erkannt und haben die Kraft und den technischen Apparat. Das ist auch dem Ausland klar geworden, wenn es in den Tagen der letzten internationalen Krise immer wieder feststellen mußte, daß das deutsche Volk, seine Presse, seine öffentliche Meinung, seine Stimmung einhellig und einmütig war. Dieses durch nichts zu erschütternde Vertrauen des deutschen Volkes zu seinem Führer hat sich, wie der Führer selbst mehrfach feststellte, als äußerst wirksame deutsche Waffe erwiesen, als Waffe, die es dem Führer ermöglichte, den großen und doch unblutigen Sieg zu erfechten. Es ist der Staatsführung nicht immer und nicht in jedem Augenblick möglich, die Gründe darzulegen, warum so ■ und nicht anders verfahren wird. Dr. Goebbels sagte hierzu u. a., daß man beispielsweise das deutsche Volk nicht zur Aufrüstung habe aufrufen können. Man kann eben seine Karten nicht immer offen auf den Tisch legen. Dafür aber müssen die Kräfte des Volkes wachgerufen werden, müssen Kraftreserven geschaffen werden. So wissen wir heute auch alle, daß es in den kritischen Zeiten nicht darauf ankommt, die Nachrichtenbedürfnisie irgendwelcher nervöser Leute zu befriedigen, sondern daß das Richtige zur rechten Zeit geschieht.
Daß das aber geschehen ist und daß wir und nicht die nachrichtenhungrigen ausländischen Sender Recht behalten Haban, nun, das haben die Ereignisse wohl inzwischen «dem gezeigt. In diesem Zusammenhang ist Dr. Goebbels noch einmal auf die tschechische Frage eingegangen. Seine Ausführungen zeigten erneut, wie berechtigt und wie notwendig die einzelnen Maßnahmen waren, auch wenn ihre innere Berechtigung vielleicht nicht immer von Anfang an für jedermann ersichtlich war.
Zum anderen hat sich Dr. Goebbels auch erneut mit dem Judenvroblem befaßt. Er hat keinen Zweifel daran gelassen, daß auch dieses Problem gelöst werden wird. Bei dieser Gelegenheit hat sich der Minister mit Ironie und Sarkasmus auch mit unseren ausländischen Kritikern auseinandergesetzt und besonders die Abgeordneten der englischen Arbeiterpartei, die in der Unterhausdebatte ihre Abneigung gegen das nationalsozialistische Deutschland aus ihrer
lichkeit einer einwandfreien Eisenbahn- und Straßenoerbindung zwischen dem Raum von Eger einerseits und Furth im Wald bzw. dem mittleren Böhmerwald gegeben,
2. ein kleiner Zipfel zwischen Böhmisch -Aicha und L i e b e n a u kommt zum Reich, um durch das Gebiet die geplante wichtige Reichsautobahn nach Reichenberg durchzu, legen,
3. ist die Abtretung eines Gebietchtretfens zwischen Dannwald und Hohenelbe auf der Südseite des Riesengebirges erfolgt. Dort soll eine zweigleisige Eisenbahn gebaut werden, die die Aufgabe hat, den Raum von Reichen- derg mit den von Trautenan und Hohenelbe zu verbinden,
4. ist die Abtretung eines kleinen Zipfels östlich von Gabel vorgesehen, durch die eine Eisenbahnverbindung zwischen dem Glotzer Bergland — Landskron und Zwittau ermöglicht wird.
Ausländischen gegenteiligen Behauptungen gegenüber kann festgestellt werden, daß durch die Erenzkorrektur fast ebenso viel Tschechen an die Tschechoslowakei zuriickfatken als durch sie neu zum Reich hinzukommen.
Dr. Hacha wird Staatspräsident.
Autonomie-Borlage im Prager Parlament verabschiedet.
wt. Zwischen Tschechen, Slowaken und Karpatho- Ukrainern ist eine Einigung über den Präsidentschaftskandidaten erzielt worden. Die ursprünglich vorgesehene Kandidatur Chvalkowskis wurde fallen gelassen. Die Wahl fiel auf den Präsidenten des Obersten Verwaltungsgerichts, Dr. Hacha. Anfang nächster Woche soll die Wahl tm Parlament vorgenommen werden. Die Autonomiegesetze für die Slowakei und die Karpatbo-Ukraine wurden gestern im Senat angenommen. Von 117 Mitgliedern stimmten 78
Mitleid: Fehlanzeige.
Von Heinrich Karl Kunz.
Die Fähigkeit Mitleid zu empfinden adelt. Sie hat den deutschen Menschen zu allen Zeiten ausgezeichnet. Mitleid setzt in dem, den es anfällt, Charakter voraus, bei dem Objekt, dem es gilt, die unverschuldete Schwäche. Es hat, um einen Irrtum von vornherein auszuschalten, mit Gefühlsduselei nichts gemein. Krankes zu päppeln und Niederes im Kreis der Gesittung zu dulden, zeugt nicht von Mitleid. Beides verrät die anbr'echende Dekadenz. Die Naturgesetze kennen keinen Kompromiß. Das Leben ist hart. Rur der Gesunde, der Starke, vermag es zu gestalten. Verfehl- tes Mitleid aber ist Sünde. Wer den ansteckend Kranken nicht absondert, verbreitet sein Elend und sein Siechtum. Sein angebliches Mitleid mit dem Betroffenen ist ein grausames Verbrechen an dem Gesunden. Gemeines mit Edlem zu paaren, vernichtet das Edle. Mißverstandenes Mitleid, Gefühlsduselei, ist beginnender Niedergang, bedeutet bas Ende einer Kultur.
Die Juden verstehen sich trefflich darauf, bas Mitleid anzurufen. Ein Franzose, bet Spanier Vorstadtarzt Louis Ferdinand Celine, kennzeichnet die Berechnung, die dem jüdischen Appell an die Tränendrüsen zugrunde liegt, mit den Worten: „Weinen macht satt! Weinen schmilzt das Eis. Weinen istderTriumphderJuden! Es wirkt prachtvoll! Die Welt für uns durch die Tränen!" Erleben wir es heute nicht wieder? Ein deutscher Mensch wurde erschossen. Nur weil er Deutscher und Nationalsozialist war. Die von Juden ge- bändete Presse aber schreit Wehe um den jugendlichen Revolverschützen. Die demokratische Welt trieft geradezu von Mitleid für den Mörder, für seine Rassegenossen, die ihm Waffe und Auftrag in die Hand gaben. Darüber vergaß sie das Opfer, den Ermordeten. Der Tatbestand ist in sein Segen« teil verkehrt. Ganz nach dem Rezept Alljudas! „Die Welt für uns durch die Tränen!"
Mögen die Demokraten auf die jüdische Berechnung hereinfallen. Sie beweisen damit, soweit ihr Mitleid überhaupt ehrlich gemeint ist, daß sie sich jedes gesunden Urteils begeben haben, daß sie charakterliche und moralische Schwächlinge sind. Wir fühlen ein Bedauern, nicht für sie, sondern um Europa willen, um dessen Zukunft wir, angesichts dieser Dekaoenzerscheinungen, bangen müssen. Das jüdische Eist ist erschreckend tief in die geistige Haltung dieser Kreise, die heute noch Millionenvöker beherrschen, einge- brungen.. Hier wird das Schicksal, bas sich nicht in den Arm fallen läßt, sprechen. Daß es aber, wie wir leider nicht bestreiten können, auch bei uns noch Leute gibt, die Mitleid mit den „armen“ Juden haben, empfinden wir als eine Beschämung. Sie sind, wie die Juden selbst, ein „Ferment der Dekomposition" im nationalsozialistischem Staat, wie Mommsen von den Israeliten sagt, Fäulniserreger, gegen die wir den weitaus überwiegenden und anständigen Teil unseres Volkes schützen müssen.
Mitleid? Zwei Millionen Deutsche fielen in den Schlachten des Weltkrieges. Sie trugen ihre Siege bis an die Grenze unseres Kontinents. In der Stunde der Entscheidung schlugen ihnen die Juden und die von ihnen Betrogenen das Schwert aus der Hand. „Die deutsche Revolution ist genau an dem von uns angegebenen Zeitpunkt ausgebrochen. Diese Revolution wird getragen von Elementen, die wir kennen. In Deutschland tag die geistige Leitung in den Händen von Liebknecht. Rosa Luxemburg und Mehring." So charakterisiert ein Franzose, der im Spionagedienst tätig war, die Rolle der Juden. „Der englische Eeneralstab hatte im Frühjahr 1918 die Absicht, vor den Deutschen zu kapitulieren. Er wußte nicht, daß in Deutschland die Sozialdemokraten (lies Juden) in Gemeinschaft mit französischen Spionen daran arbeiteten, die deutsche Front von hinten aufzurollen und daß diese landesoerräterische Arbeit von Frankreich bezahlt wurde." Das sagte kein Geringerer als Robert Borden, Mitglied des britischen Kriegskabinetts, später kanadischer Erstminister. Der Jude Eisner bekennt: „Die revolutionäre Gesinnung m Deutschland ist nicht bas feige Werk eines Zusammenbruchs, lonbern bas Ergebnis einer im stillen und dunklen vorwärts drängenden Arbeit, die gerade bann einsetzte, als Deutschland scheinbar bas Übergewicht hatte. Und der 3ube Stampfer schrieb am 20. Oktober 1918 int „Vorwärts":
Probleme der Staatssührung
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)
Berlin, 22. Nov. Über die neue Grenzziehung zwischen dem Deutschen Reich und der Tschecho-Slowakei erfahrt das DNB. von unterrichteter Seite folgendes:
Die neue Grenze zwischen dem Deutschen Reich und der Tichecho-Slowakei stellt im wesentlichen eine ethnographische Berichtigung der Linie vom 5. Oktober 1938 dar. Insbesondere sind eine Reihe von Gemeinden mit deutscher Bevölkerung, die bisher vor dieser Linie lagen und nicht besetzt wurden, in die Reichsgrenze einbezogen worden.
.... ,^n zwei Stellen im Dreieck zwischen March und Thaya, lüblich von Lunbenburg sowie in der Gebend von Gmünd wurde die ehemais österreichisch-mährische Grenze wiederhergestellt.
An vier Stellen ist enne Erenzberichtigung aus verkehrspolitischen Gründen erfolgt; die Möglichkeit hierzu war durch Zister 6 des Münchener Abkommens gegeben. Es handelt sich
Vor Beginn der Pariser Gespräche.
Wechselwirkungen zwischen Innen- und Außenpolitik in Frankreich.
wt. Heute, Mittwochnachmittag begeben sich C h a m b e r- l a i n und Halifax zum Staatsbesuch nach Paris. Nachdem sich das halbamtliche englische Reuterbüro über den wahrscheinliche» Inhalt der Gespräche geäußert hat, gibt nun auch Havas eine längere Auslassung über dieses Thema heraus. Allzuviel ist ihr nicht zu entnehmen. Interessant ist immerhin die in beiden Veröffentlichungen enthaltene Erwähnung, daß die Frage einer Kolonialrevision nicht zur Debatte st ehe. Außerdem werden das Spanienproblem und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet bei Rüstungen hervorgehoben. Gestern hatte man vorübergehend den Eindruck, daß der ganze Besuch im letzten Augenblick noch ins Wasser fallen können. Daladier, der die Notverordnungen dem Finanzausschuß der Kammer vorlegte, machte die Aufrechterhaltung der Einladung an die englischen Minister von der Annahme der Notverordnungen abhängig. „Ich werde nicht mit einer Mißtrauens- entschließnng im Knopfloch", so soll Daladier erklärt haben, „mit Chamberlain und Halifax zusammentreffen". Der Finanzausschuß nahm dann auch mit 20 gegen 18 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen die Notverordnungen an. Eine schwache Mehrheit, aber immerhin eilte Mehrheit. Der Staatsbesuch kann also steige».
