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Wiesbadener Tagblatt

Samstag/Sonntag, 19./20. November 1938.

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Burg Runkel.

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dann nicht beeinträchtigt, wenn sie ihm hilft, manchen

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Gesammelt wird in der Zeit von 16—19.30 Uhr in Straßen der Stadt.

Nach Eingang der Bereitwilligkeitserklärung gehen Sammlern nähere Einzelheiten zu.

Für die Führer der Partei, ihre Gliederungen und geschlossenen Verbände ergehen Sonderanweisungen.

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Einfahrtstor zur Bura Runkel an der Lahn.

(goto: Recrk. DNB.-M.)

Dunkel gehört zu den schönsten Wander- und Reisezielen in unterem Gau., Wie sehr er aber das Auge ergötzt, das Bc= wellen am beiten die Bilder unzähliger Maler, die bisher niwt müde wurden, immer und immer wieder Burg Runkel und feine Z,er von neuem auf der Leinwand feitzuhalten.

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Tag der nationalen Solidarität.

3. Dezember 1938.

Sämtliche Privatpersonen, die sich im vorigen 2ahr an der Sammelaktion am „Tag der nationalen Solidarität" beteiligten, werden gebeten, bis Montag, 21. November der Kreispropagandaleitung, Wilhelm st ratze 15, schriftlich mitzuteilen, ob sie sich auch in diesem Jahr dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zur Verfügung stellen.

Reichsbauernstadt Goslar.

Von Ludwig Harter.

Wenn alljährlich die Abordnungen der deutschen Bauern in der Kaiserpfalz zu Goslar vom Führer und Reichskanzler empfangen werden, erleben sie diese Feierstunde angesichts einer Stadt, deren Vaudenkmale bis in unsere Zeit hinein nicht nur von der stolzen Vergangenheit der einstigen Kaiser- itadt künden, sondern gleichzeitig Zeugnis dafür sind, wie die säuerliche Kraft Niedersachsens auch in den Städten kultur­bildend gewesen ist.

Die Stadt Goslar ist aus niedersächsischem Bauerntum gewachsen. Niedersächsische Bauern sind Goslars älteste Ein­wohner gewesen, und vielleicht mag das beständige Bewuht- ieiii dieses gemeinsamen Herkommens dazu beigetragen haben, baß die Goslarer Stadtgemeinschaft selbst zu der Zeit, in der 'andere Städte an ihrem inneren Hader zu Grunde zu gehen drohten, stark und unerschüttert geblieben ist.

Als der Reichsbauernfübrer am 15. Januar 1934 die Stadt Goslar zum Sitz des Reichsnährstandes bestimmte und als sie dann am 6. Oktober vorigen Jahres die amtliche Be­zeichnung „R e i ch s b a u e r n st a d t" erhielt, da war dies eine Auszeichnung von grötzter Bedeutung, war eine Be­stätigung für die Echtheit und Ursprünglichkeit, die sich Goslar dis in die Gegenwart erhalten hat.

den Fremdenverkehr ausüben. Hundert Jahre hat die Blüte der Hansestadt angehalten, bis sie 1552 durch das Diktat von Riechenberg gezwungen wurde, zugunsten des Herzogs Hein­richs d. von Braunschweig auf Forsten — „Ein Bergwerk ohne Holz ist eine Glocke ohne Klöppel" — und Bergwerk zu verzichten. Nun begann der Niedergang der Stadt, und erst als sie im vergangenen Jahrhundert an Preußen kam, setzte ihr Wiederaufstieg ein. Bereits 1802 war sie Preußen zuge­fallen, wurde aber 1816 hannoversch, und die Hannoveraner verhinderten nicht, daß 1819 der von Henrich III. erbaute Dom abgebrochen wurde. Aber 1866 kam Goslar aufs neue zu Preußen, und sechs Jahre später wurde die Kaiserpfalz wiederhergestellt.

An die Verbundenheit Goslars mit dem Bergmanns­stand erinnert das Lied, das abends vom Rathaus int Glockenspiel klingt. So wahrt Goslar seine Tradition, und das Bewußtsein dieser Verpflichtung ist zugleich das Willen um Werden und Reifen der Stadt, die aus niedersächsischem Boden gewachsen ist.

Auf hohem Felsgrat liegt am User der Lahn hoch über der alten Römerbrücke, die mächtigste und eindrucksvollste Ruinengruppe int weiten Tal der Lahn, die trotzige Burg Runkel. Bunt und abwechslungsreich ist das Bild von Tor- tünnen. Giebeln und Sdiieferertcrn. In diesem imposanten Burgkoloß, in der Kernburg, residierten vor acht Jahr­hunderten schon die Grafen von Runkel. Von hier aus zogen sie auf Kreuzfahrt. Um diese Burg fochten sie auch ihre Familienstreitigkeiten aus.

Im 15. Jahrhundert begründete Gras Dietrich IV. durch seine Heirat mit Anastasia, der Erbtochter des Hauses Jsen- burg-Wied. die Linie Wied-Runkel. Streit und Teilung find hinfort di« Kennzeichen der Hausgeschichte. Eine niedere und eine obere Grafschaft Wied entstehen um 1600. Im Dreißig­jährigen Krieg kommt auch der Schrecken über Runkel. 1634 schlägt die Todesstunde der kühnen Burg. Nach der für die Kaiserlichen siegreichen Schlacht bei Nördlingen über­schwemmen österreichffche und spanische Söldnerhaufen das Lahntal. um ihren Weg über die alte LahwBrücke nach den Niederlanden zu nehmen. Dabei wird die Burg ein Opfer der Kroaten. Sie verbrennen sie und äschern auch den Ort ein.

Die Kernburg aber blieb in dem Zustand, den wir noch heute keimen. Sie zeugt noch jetzt von den Furchtbarkeiten des fürchterlichen Krieges, der ganz Deutschland verheerte. Um die alte Burg jedoch wuchsen neue Bauten empor, eine neue schloßartige Burg, die «wer Tore schützen. Der Burgkoloß

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deckt worden, aber vielleicht wurde aus dem Rammelsberg in noch früherer Zeit Bergbau betrieben. Das große Silber- Dortommen erregte ungeheures Aufsehen, und der Goslarer Munzensegen ergoß sich bis tief nach Rußland hinein. Zu­nächst sind die Bergrechte im Besitz des Kaisers gewesen, aber 1290 wurde der Rat Träger der kaiserlichen Vogteirechte. Hier in Goslar entwickelte sich die erste Gewerkschaft, an die alles Erz zur Verhüttung verkauft werden mußte. Allmäh­lich zogen sich Adel und Stifte zurück. 1359 erwarb der Rat das welftsche Vogteirecht mit den Berg-Regalien als Pfand­besitz. und im Jahr darauf ersoff das Bergwerk. Jahrzehnte­lang hat die Stadt nun einen gigantischen Kampf gegen die Wallernot geführt. Erst im Jahre 1453 gelang es einem ge­schickten Meister aus Gotha, eine Anlage zu bauen, durch die das Wasser aus den Stollen herausgepurnvt werden konnte.

Neues Schaffen auf dem Rammelsberg und eine neue Blütezeit für Goslar begannen. In jener Zeit entstanden das malerische Rathaus und so mancher schöne Fachwerkbau wie das Brusttuch, die heute eine starke Anziehungskraft auf

mechanischen Arbeitsgang zu erleichtern. Es ist der Geist, der das handwerkliche Werkstück prägt, die Maschine steht nur im Dienste des schöpferischen Gedankens.

Schulungsmaßnahmen werden von dem Handwerker begrüßt werden, der in seinem Beruf vorankommen will. Er wird jede Gelegenheit benutzen, daran teilnehmen zu können. Auch der Handwerkerwettkampf ist eine solche Schulungs­maßnahme, die vielen Handwerkern Gelegenheit gibt, eine besondere .Leistung zu zeigen. Auch für den kommenden Wett­kamps haben wieder zahlreiche Handwerker ihre Meldung abgegeben, weitere werden folgen, um so die geschlossene Leistungsgemeinschaft des deutschen Handwerks zu dokumen­tieren. Die Aufgaben des Wettkampfes sind so gestellt, daß sie von allen Handwerkern gelöst werden können, die mit gutem Willen und dem für ihren Beruf auch im Alltag notwendigen Können an den Wettstreit Herangehen. Neben den fachlichen und weltanschaulichen Aufgaben wird auch eine sportliche Leistung zu erfüllen sein, aber nut von Teil­nehmern, die bis zum 1. Mai 1939 das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Insgesamt 104 Berufsgruppen und

" " -ibt es, in deren Rahmen die fach-

Hier hat das deutsche Bauerntum ein Stadtwesen ge­sunden, in dessen Mauern es sich nicht fremd zu fühlen braucht. Diese Stadt lebt aus der Landschaft, und der Segen, unter dem der Bauer ernten darf, das ist auch die Gnade, in der Goslar einst blühte und reifte. Entstanden ist es an der südlichen der beiden Heerstraßen, die den Rhein mit der (Elbe verbinden, und in stetiger Entwicklung wuchs es von der Marktstraße aus, an der einst die Kaufleute mit den Bauern ihren Handel trieben, zu solchem Ansehen empor, daß es um das Jahr 1000 die bedeutendste Stadt des Reiches gewesen ist. Gerade die Kaiserpfalz, die von Heinrich II. be­gonnen, von Konrad II. fortgesetzt und von Heinrich HI. zur [berühmtesten Residenz im Reich erhoben wurde, spricht von Goslars historischer Bedeutung. Mit der (Ernennung zur Reichsbauernstadt wurde über die Jahrhunderte hinweg an jene Zeit angeknüpft, in der Goslar die deutsche Kaiserstadt ! gewesen ist und da der Besitz Goslars jeweils der Ausweis ! der kaiserlichen Macht wurde. So sehen wir Heinrich IV. im । Gipfelpunkt seines Herrschens, während er die Stadt besaß, i so sehen wir Friedrich Barbarolla und Heinrich den Löwen I um Goslar kämpfen, und selbst die Eegenkönige Philipp von 5 Schwaben und Otto IV. ringen um den Besitz der Kaiserstadt, s obgleich diese bereits viel von der Bedeutung verloren hat. tbie sie unter den Sachsenkaisern besaß. Otto IV. ließ das F auf Seiten der Gegner stehende Goslar zwar von seinen 1 Soldaten plündern, aber er entschädigte es dann in reich­lichem Maße, und als die Kaiser nicht mehr die Schützer und iSörberer der Stadt waren, gelangte sie aus eigener Kraft zu neuer Blüte.

i Auch der deutsche Bergmanns st and könnte ein An- i recht daraus geltend machen. Goslar als eine Stadt seiner tärbeit anzuseben. und es scheint, als tue sich hier in Goslar »wieder etwas von der Gemeinsamkeit des bäuerlichen und [des bergmännischen Ethos kund. Beiden ist ja die Bindung [an die Erde gemeinsam. Der Kumpel, wenigstens der LbeutWtämmige Kumpel, hat stets das stolze Bewußtsein Heiner bäuerlichen Herkunft, hat die Treue zur Scholle, die I Treue zur Sprache und zum Brauchtum wie der Bauer be- । sollen. Die Schätze über und unter der Erde sind deutsches Volksgut aus deutschem Boden! Niedersächsische Bauern iimben Goslar begründet, niedersächsische Bergmänner haben Bten Reichtum der vtadt geschaffen: denn es war kein Romantisches Träumen, wenn Heinrich III. Goslar vor allen iStädten des Reiches den Vorzug gab.

t Etwa um das Jahr 950 sind, wie die Geschichtsforscher lagen, die Silberschütze des naben Rammelsbergs ent-

ntele bilden die Möglichkeit, auf ein Stück der deutschen Kultur, namentlich die Gestaltung der Kleidung, Einfluß zu nehmen. Es war ein Hauptbemühen der Handwerks- organisation, diesen Einfluß zu brechen, der noch dadurch DetIt^l^-rn,ar’ b*e leistungsfähigsten Materialquellen des modeschaffenden Handwerks, vor allem für hochwertiges modisches Beiwerk oft in jüdischen Händen waren. Umso hoher sei es zu bewerten, daß zum Beispiel der Reichs- innungsmeifter des Kürschner-Handwerks es fertig gebracht habe, in der früher völlig verjudeten Pelzwirtschaft eine rein arische Rauchwarenmesse in Leipzig und Berlin zustande zu bringen. Überall in Deutschland seien die Handwerker Haupt­träger des Kampfes gegen die Juden gewesen, der schließlich 1613 und 1614 in Frankfurt zu einem großen Volksaufstand oufflammte mit dem bitteren Ende, daß 1616 die drei Hand­werksmeister, die die Erhebung gegen die von Kaiser und Geistlichkeit gestützten Juden angeführt hatten, hingerichtet, und die Zünfte in Frankfurt aufgehoben wurden. Auch die letzten großen Erhebungen und Widerstände in den deutschen Städten gegen die sogenannte Judenbefreiung im vorigen Jahrhundert, in den Jahren 1818 und 1819, seien aus­gesprochene Handwerker-Unruhen gewesen. Im Zeichen der Gewerbefreiheit habe sich dann das Judentum im Handwerk ausgebreitet. Im ganzen liege dem Judentum die handwerk­liche Tätigkeit nicht. Auf großen Gebieten liege der Anteil der jüdischen Betriebe bald unter einem halben Prozent Berlin und Wien seien Ausnahmen. In Berlin habe es vor der großen Arisierungswelle noch 3000 jüdische Handwerks­betriebe gegeben, von denen besonders viele auf Schneider KürlSner und Putzmacher entfielen. Noch schlimmer war es in Wien. Mit Genugtuung stellt der Reichsstand fest, daß letzt die Bahn für ein reines deutsches Handwerk frei ist.

W.P.

242 Leistungsklassen gibt es, i , _____I

lichen Aufgaben gestellt werden.

Die Ausschaltung des jüdischen Elements aus dem hand­werklichen Schaffen ist nun auch Wirklichkeit geworden. Das gesamte Handwerk begrüßt die diesbezügliche Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, die damit einen Kampf beendet hat, der seit Jahrhunderten geführt wurde. Wie der Reichsstand des Deutschen Handwerks dazu schreibt, wird damit ein Zustand beendet, den das Handwerk schon längst als überfällig empfunden hat. Das Handwerk fei ja mehr als eine Pflegestätte der Wirtschaft, es fei ein Kultur­träger. Namentlich im modeschaffenden Handwerk hatten noch

Handwerkliche Wochenschau.

Beste Handwerksarbeit entspringt -immer einem inneren ■Bdjaffensbebürfnis des Meisters und nur der wird den kul- turellen Aufgaben, die dem Handwerk seit ewigen Zeiten Md in alle Zukunft gestellt sind, gerecht, der nicht nur des Materiellen Lohnes wegen arbeitet. Die Tradition, auf der bas Handwerk im Verlaufe seiner mehrhundertjährigen [Geschichte aufbaut, ist zu allen Zeiten als hohe Verpflichtung [empfunden worden, die, gepaart mit dem Geist der neuen [Zeit, auch heute wieder Meisterwerke schöpferisch-kunsthand- iwerklicher Leistung hervorgebracht hat, die richtungsweisend Wie Zielstrebigkeit des handwerklichen Schaffens beeinflussen. Dabei spielt in unseren Tagen die Materialfrage eine Rolle Mn grundsätzlicher Bedeutung. Die neuen Werkstoffe, die in fast alle Handwerkszweige Einzug gehalten haben, erfordern eine Umstellung des Schaffens. Die junge Generation, die mit diesen neuen Materialien in den Berus hineinwächst, hat es hier viel leichter, als ältere Meister, die aus der »„guten alten Zeit" noch Vorbelastungen mitbringen, die die Einstellung zu den neuen Rohstoffen hemmen. Aber hier haben die handwerklichen Organisationen ihre Aufgaben er­kannt und die von ihnen eingerichteten Materialkurse haben, Und zumal in Kreisen der älteren Berufskameraden, einen Widerhall gefunden, der beweist, daß sich kein Meister zu alt fühlt, um noch hinzuzulernen. Es ist früher häufig behauptet worden, das Handwerk verschließe sich den Forderungen neu­zeitlichen Schaffens. Das war einmal. Wenn es auch zum Beispiel einiger Zeit bedurfte, bis sich der Handwerker dazu entschließen konnte, sich den Errungenschaften der modernen Technik anzupassen, so hat er doch bald erkannt, daß beispiels­weise die Maschine den Sinn der handwerklichen Arbeit

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Viertes Blatt. Nr. 271.

Lampenschirm-Weristätte

Schuhmacher

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Elektroinstallateure

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Maurer