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Samstag/Sonntag, 19./20. November 1938.
Nr. 271.
86. Jahrgang.
Der Weg zur deutschen Grütze.
Der aktuelle Tacitus.
Von Heinrich Karl Kunz.
Der Gauleiter sprach in Biebrich.
Groh war die Freude in Biebrich, als bekannt geworden war. daß Gauleiter S o r e n g e r zu den Volksgenossen in diesem Stadtbezirk sprechen würde. Ist doch auch für das nationalsozialistische Biebrich, wie im ganzen Gaugebiet, der Gauleiter die lebendige Verkörperung der Verpflichtung und unerschütterlichen Treue zum Führer. Kein Wunder also, dah die geräumige Turnhalle sofort nach Öffnung des Saales, eine Stunde vor Beginn der Versammlung, bis auf den lebten Platz besetzt war und viele vor dem Gebäude der eindrucksvollen Kundgebung beiwohnen mutzten. Bei seinem Erscheinen empfingen den Gauleiter als äutzeres Zeichen unwandelbarer Eefolgschaftstreue brausende Heilrufe.
Nach der Begrützung durch den Ortsgruvvenleiter Schneider nahm der Gauleiter das Wort zu fast IV-stlln- digen markanten Ausführungen, die während der Rede und ganz besonders am Schluß begeisterte Zustimmung fanden. Gauleiter Sprenger mahnte seine Hörer, des öfteren besinnliche Einkehr zu halten, damit sie die Erötze dieser Zeit recht verstehen, die kein Geschenk des Alltags ist. Der Aufstieg des deutschen Vaterlandes aus tiefster Not und Schmach zu seiner jetzigen geradezu unerhörten Grütze, sei kein Zufall: das deutsche Volk erlebt in diesen Tagen die Zeit bei Erfüllung, der Erfüllung des 1000jährigen Traumes von der deutschen Einheit. Die Zeit sei vorüber, in der das Ausland seine Politik aus die Uneinigkeit des deutschen Volkes eingestellt und aus dieser Nutzen gezogen habe. Heute sei Deutschland durch das große Werk des Führers ein fester und geschlossener Block. Gerade hier im Heimatgau sei die Sehnsucht nach der Einheit des Reiches immer groß gewesen. Der Gauleiter erinnerte an die Tage in der Paulskirche vor fast hundert Zähren. Heute fei das Werk dank der Schöpferkraft des Führers und der Treue des deutschen Volkes beglückende Tatsache geworden. Gott der Schöpfer habe den Führer gesandt, daß er dem deutschen Volke das gebe, was es verdient. Unentwegt und ständig habe sich der Führer an ieden einzelnen Volksgenossen gewandt und ihn für sein Werk gewonnen, jedem einzelnen habe er bodengebundenen Glauben geschenkt, ihm die Reinheit des Blutes als wichtigste Aufgabe gestellt. Durch den Führer habe das deutsche Volk den Glauben an sich selbst wieder gewonnen, sei es wieder stolz und frei geworden.
2m weiteren Verlauf feiner Rede gab der Gauleiter einen plastischen Querschnitt der vergangenen Jahre, der den Kampf und den Sieg der Bewegung vor dem geistigen Auge der Hörer nochmals recht lebendig werden ließ. Wie im Innern, so sei das heutige Deutschland auch nach außen stark, und das ist die beste Gewähr für den Frieden. Scharf ging der Gauleiter mit den ausländischen Kreisen ins Gericht, die glauben, Deutschland für seine Lösung des Judenproblems gute Ratschläge erteilen zu müssen, aber selbst sehr notwendig haben, vor der eigenen Tür zu kehren. Recht treffend geißelte der Gauleiter auch das Verhalten einzelner, die glauben, für sich in Anspruch nehmen zu können, trotz ihrer mehr als gesicherten Lebens- eristenz von dem rechten Ovfergeist für die große Volksgemeinschaft nicht viel besitzen zu brauchen. Heute gelte mir die Leistung, diese werde entlohnt. Wer heute noch glaube, mit dem neuen Deutschland nicht aufs engste verbunden sein zu können, der sehe sich doch um: auf Schritt und Tritt begegneten ihm die Werke dieser deutschen Gemeinschaft. Der Fleiß des Volkes und der Schöpfergeist der deutschen Forscher auf allen Gebieten, habe Deutschland die Unabhängigkeit vom Ausland gegeben. Es sollte jedermann bedenken, daß ohne des Führers Werk die Wirtschaft niemals den stolzen Aufstieg genommen habe. Betriebsführer und Gefolgschaft müssen eine Einheit fein, in der der Betriebssichrer nur das eine voraus haben dürfte, sich um feine Gefolgschaft zu sorgen, denn er ist der Treuhänder des höchsten Wertes, den das Vaterland hat. des deutschen schaffenden Menschen. Das deutsche Volk könne versichert sein, daß nach der Zeit der Sicherung von Volk und Staat nach innen und außen, auch die Zeit des Wohlstandes komme. Von der Wiege bis zum Grabe gehöre der deutsche Mensch seinem Volke. Jedem müsse auf feinem Lebensweg der Führer allzeit ein leuchtendes Beispiel sein, dem er ganz besonders durch die Tat nachzueifern bestrebt sein müsse. • Niemals dürfe auch außer acht gelassen werden, daß es in der Welt keine Ruhe gebe, solange die Hochburg des Bolschewismus bestehe und das deutsche Volk müsse wachsam sein, so lange es den Inden unter sich habe. Deutschland könne heute wieder getrost in die Zukunft schauen, denn die ihm vom Führer geschaffene Stärke habe ihm starke Bundesgenossen gegeben. Eine große Zeit müsse in Deutschland immer ein großes Volk vorfinden. Der Gauleiter schloß unter endlosem Beifall mit dem Bekenntnis zu heldischem Denken und Handeln, damit das Reich bestehe von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Das „Weltgewissen" in englischer Erbpacht.
Kz. Die Engländer können sich, wie zwei Minssterreden erneut beweisen, den Gouvernantenton nicht abgewöhnen. Sie mischen sich immer wieder in innerdeutsche Angelegenheiten, denn eine solche ist die Judenfrage, ein. Wir haben dafür keinerlei Verständnis und für ihre Kritik keine Verwendung. Das sollten die endlich wissen. Der Jndien- minifter, Lord Zetland, fühlte sich bewogen,.zu erklären, daß er durch die deutschen Vergeltungsmaßnahmen „erschüttert und bestürzt" sei. Trotz des deutlichen Hinweises, den Dr. Goebbels allen Besserwissern gab, konnte er sich seine Bemerkungen nicht verkneifen und motiviert sie mit dem Hinweis, daß das „Gewissen eines ganzen Volkes" mehr noch der „ganzen zivilisierten Welt" eine Aussprache über diese Dings verlange. Und das sagt gerade der englische Jndienminister, dessen Ressort dem Welt gewissen schon so viel Kopfschmerzen bereitet hat. Hat Zetland die scheußlichen Verbrechen, die die Engländer sich bei der Eroberung Indiens zuschulden kommen ließen vergessen? Kann er sich nicht mehr erinnern, daß es englische Soldaten waren, die gefangene Inder vor die Mündungen der Kanonen banden und die Kanone dann abfeuerten? Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere gestrigen Ausführungen unter der Überschrift „Englische Kolonialmethoden". Zetland regte schließlich eine internationale Behandlung des deutschen Judenproblems an. Eine völlig überflüssige Bemerkung, die sich der hohe Herr hätte sparen können. Auch Schatzkanzler Sir Jtchn Simon behandelte, obwohl ihm doch durch die Vorgänge in Palästina reichlich Unterhaütungsstoff auf innerenglischem Gebiet zur Verfügung gestanden hätte, dieses Thema. Die Frage der An sie d- kungder emigrierten Juden, so meint er, sei äußerst dringend. England wolle seinen Beitrag leisten. Man dürfe aber die Unterbringungsmöglichkeiten in den Kolonien „nicht überschätzen." Also genau wie in Evian, wenn es um Taten gebt, beginnt das Wenn und Aber.
Wir mußten schon verschiedentlich feststellen, daß in den demokratischen Ländern das Gedächtnis anscheinend sehr kurz ist. Man muß ihm etwas nachhelfen. Die den deutschen Juden auferlegte Kontribution hat, wie auch die englischen Minister bestätigen, in den von Humanität geschwellten demokratischen Herzen Bestürzung ausgelöst. Wie war es denn in den Jahren nach dem Kriege? Wir wollen einige Fälle erwähnen. 3m Juli 1919 wurde ein französischer Sergeant in Berlin von einem Unbekannten erstochen. Man bedenke, die Tat fiel in die Zeit schwerster Erschütterungen, brutalster Knebelung durch die Siegermächte. Sie war somit psychologisch nicht gleich zu werten mit dem kaltblütigen Mord jüdischer Gangster an Gustloff und vom Rath. Berkin mußte damals 100 000 Goldmark an die Angehörigen des Ermordeten zahlen, außerdem eine Million Eoldfranken als Buße. In Passau und Ingolstadt wurden 1922 ein englischer und ein französischer Offizier, die die Abrüstung zu kontrollieren, hatten, flurdj Steinwürfe leicht verletzt. Der Haß der Bevölkerung gegen biefe Schnüffler war nur allzu berechtigt. Damals
mußte der bayerische Staat 500 000 Eoldmark Strafe zahlen. Und, noch ein drittes Beispiel. Im Februar 1923 hielt ein deutscher Polizeibeamter, also mitten in der erregten Zeit des ™*9rtamPfe5> den mangelhaft beleuchteten Wagen eines französischen Gendarmen an. Der Franzose schoß den deutschen Beamten nieder und wurde darauf selbst verletzt. Die französischen Truppen umzingelten sofort die Stadt Gelsenkirchen und verlangten eine Kontribution von 100 Millionen Mark. Akt in den Kassen der Stadt nicht genügend Geld vorhanden war, wurden die französischen Soldaten ermächtigt, unseren Volksgenossen auf offener Straße die Taschen zu leeren. Der Beutezug ergab den Betrag von 70 Millionen Mark. Gegen diese Gangstermethoden erhob sich damals in den heiligen Gefilden demokratischer Humanität keine Stimme des Protestes und des Widerspruchs. Man fand die Ausraubung deutscher Zivilisten als etwas durchaus Vertretbares. Es waren ja auch nur Deutsche! Wenn es sich aber um die Juden handelt, dann schreit das Weltgewissen auf. Das bekannte Welt- gewissen, das die Engländer in Erbpacht genommen haben.
Alljuda will Rotspanien
wt. Die innige Verkettung zwischen Judentum und Bolschewismus ist für uns Deutsche eine längst feststehende Erkenntnis. Von den Juden selbst wurden sie bisher immer energisch bestritten. Jetzt, da das auserwählte Volk fühlt, daß seine Stunde geschlagen hat, läßt es die Maske fallen. Die spanisch-hebräische Gesellschaft wendet sich in einem Aufruf an das We l tj ude >i t um, in dem es um Unter« Üütmjig der „einzig rechtmäßigen Regierung", sprich bolschewistische, i Regierung, bittet. „Edle Nachkommen Judas", so beginnt das hochtrabende Machwerk, „wieder einmal hat die Schicksalsstunde für unser Volk geschlagen. Die F a s ch i st e n, deren Prinzip der Antisemitismus und darüber hinaus der Antijudaismus ist, haben in allen Ländern Jünger gefunden, sogar in den Demokratien, um den Kampf, den sie gegen uns begonnen haben, fortzusetzen. Ihr könnt nicht daran vorbeigehen, denn wenn der Faschismus in Spanien triumphiert, würde die Gefahr sich über die Grenzen hinwegsetzen und euch überall verfolgen. Die spanische Repu- blik ist das Bollwerk, an dem der Mythos des N a t i o n a l f o z i a l i s m u s lhuh. wem klavern da die Zähne nicht), zerschellen wird. Das Weltjudentum muß notgedrungen hierzu Stellung nehmen und handeln, denn die Stunde ist ernst und die Entscheidung darf keine Verzögerung erleiden." Im folgenden wird Rotspanien als die beste Zufluchtsstätte ""„für alle von den Diktaturen Verfolgten" gepriesen. Die „Regierung" in Barcelona hat sich denn auch beeilt, in einer Note das Versprechen abzugeben, nach Beendigung des Krieges alle jüdischen Emigranten aufzunehmen
Vielleicht fragen Sie erstaunt, was der alte Römer uns zu den aktuellen Tagesfragen zu geben hat. Liegen doch zwischen dem Heute und seinem Tode über 1800 Jahre. Eine lange Zeit, in der Europa und der Erdball verschiedene Häutungen durchzumachen hatte. Und trotzdem! Den „objektiven" Betrachtern wollen wir von vornherein sagen, daß es uns nicht um die von Tacitus überlieferten Tatsachen geht. Sie sind von der Forschung überholt. Uns kommt es auf die Mentalität an. aus der heraus er die Angaben älterer Historiker über Die Entstehung des jüdischen Volkes bedenkenlos übernahm. Er muß — und damit befand er sich zweifellos in Übereinstimmung mit seinen Zeitgenossen — von den Vertretern dieser Rasse einen verdammt ungünstigen Eindruck in sich ausgenommen haben, wenn er also schreiben konnte:
„Die meisten Geschichtsschreiber stimmen darin überein, daß bei einer Seuche in Ägypten, welche die Leiber scheußlich entstellte, König Bocchoris von dem Orakel Ammons" den Befehl erhalten habe, das Reich zu reinigen und die Angesteckten, als den Göttern verhaßt, in andere Länder zu treiben. So seien die Unreinen zusammengebracht und in der Wüste sich selbst überlassen worden." „Die Ausgestoßenen hätten dann", fo heißt es bei Diodor ergänzend, „Die um Jerusalem gelegene Gegend in Besitz genommen und aus ihnen fei das Volk Der Juden entstanden, die den Menfchenhaß auf ihre Nachkommen fortgevflanzt hätten." Wie gesagt, in dieser Darstellung sehen wir keine historische Wahrheit. Wir nehmen sie als das Urteil Des vorchristlichen Altertums und erkennen Daraus, daß die Menschen schon damals die destruktive Sonderheit des jüdischen Volkes erfühlten und in die vorstehende, häßliche Entstehungs-Sage verdichteten.
„Die den Menschenhatz auf ihre Nachkommen fort» pflanzten". Wie so oft, hat hier die Sage den inneren Tatbestand, intuitiv aus Der Volksmeinung herkommend, richtiger ersatzt, wie die objektive Betrachtung und die sachliche Forschung. Das Typische des Judentums wird hier mit erstaunlicher Klarheit Umrissen und von Tacitus im weiteren erläutert: „Auch herrscht unter ihnen selbst ein hartnäckiges Zusammenhalten und bereitwillige Freigebigkeit, aber gegen alle anderen feindseliger Hatz. Die Beschneidung ist eingeführt als Unterscheidungszeichen: wer zu ihrem Glauben übertritt, mutz dasselbe tun: sie unterrichten ihn vor allem in der Verachtung der Götter, Verleugnung des Vaterlandes, Geringschätzung Der Eltern, KinDer und Geschwister." „Feindseliger Hatz" gegen ihre Gastgeber, die sie ausbeuten. „Verleugnung des Vaterlandes", zu Dem sie sich äußerlich bekennen. Was die bis zur Selbstauslösung Toleranten heute noch nicht einsehen möchten, erkannte Tacitus bereits, Datz es nämlich keine römischen »Der griechischen, keine englischen oDer Deutschen JuDen gibt, son- Dern nur einzig und ausschließlich Juden, deren Gellt — ein zersetzendes Gift — in die Vlutbahn des Gastvolkes einbringt. 1800 Jahre liegen zwischen uns und Tacitus. Aber können Sie leugnen, daß er Durchaus aktuell geblieben ist?
Wollen wir Das sittliche BilD Des Judentums ergänzen, fo brauchen wir nur feine Geschichte, das alte Testament, auf» Zuschlägen. Am Ende der Richterveriode finden wir, um ein Beispiel herauszugreifen, die „Untat von Gibea" verzeichnet. Ein levitischer Mann, ein Priester, war ausgezogen, um sein entlaufenes Kebsweib heimzuholen. Unterwegs kehrte er mit ihm in Gibea bei einem Landsmann ein. Die Leute der Stadt umbrängten das Haus, in Dem Der Priester nächtigte und verlangten seine Auslieferung. „Um fein Leben zu retten“, so heißt es wörtlich, „führte Der Priester sein Kebsweib auf die Straße, Daß sie ihren Mut an ihr kühlten." Sie Sie taten es so gründlich, daß bas Weib „beim Anbruch des Morgens tot auf der Schwelle des Hauses niederfiel." Und
ZU seinem Asyl machen.
und ihnen dort eine Heimat zu geben. Für uns wirklich keine Überraschung. Wir wußten schon längst, daß überall da, wo der Bolschewismus regiert, auch der Jude zu Hause ist. Die Freiwilligen in den roten Brigaden wissen jetzt wenigstens, wofür sie ihre Haut zu Markte tragen. Aber Alljuda soll sich nicht zu früh auf diesen Zufluchtsort freuen. Die Soldaten Francos werden Dafür sorgen, daß Dieses Ungeziefer, noch ehe es recht heimisch geworden ist, ausgekämmt wird.
An der Bahre Atatürks.
In dem fürchterlichen Gedränge kamen 11 Personen zu Tode.
Istanbul, 19. Noo. (Funkmeldung.) Wie eine amtliche Mitteilung besagt, entstand gestern vor dem Palast Dolma Bagtsche, in dem Atatürk ausgebahrt liegt, ein riesiges Gedränge. Hunderttausende wollten von ihrem toten Herrscher Abschied nehmen, wobei die Polizeiketten durchbrochen wurden und die Massen auf einmal $n dem Katafalk fluteten. Dabei kamen 11 Personen, zumeist Frauen, ums Leben, die von der Menge $n Boden getreten und dabei zerquetscht oder zertrampelt wurde«.
