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Druck und Verlag:

Erscheinungszeit:

Nr. 256,

Dienstag, 1. November 1938.

86. Jahrgang

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Moskaus

fofern sie suhlten, si

Deutsch-italienischer Schiedsspruch.

Schiedsspruch zu klären.

(Weltbild, Ä.)

Memel-Deutsche von bewaffneten Litauern überfallen

gerufen.

-

Neueste Aufnahme des Reichsministers des Auswärtigen von. Ribbentrop und des italienischen Außenministers Eraf Ciano, die im Auftrage ihrer Regierungen am ; Ikooember in Wien zusammentreffen um auf die Birte der ungarischen und der tschecho-slowakischen Regierung die (sirage einer gerechten ethnographischen Grenzziehung zischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei durch einen

Aufgabe, die der deutsche und der italienische Außenminister übernommen haben. Die Übernahme dieser Aufgabe ent­spricht aber der Politik beider Staaten, die hier erneut als Garanten des Friedens und der Ordnung tat­kräftig Mitarbeiten an der Neugestaltung Europas und die so, wie die italienische Preffe mit Recht fiestftellt, zum zweiten­mal in ganz kurzer Frist Europa einen großen Dienst er­weisen. So wird die morgige Konferenz in dem deutschen Wien als Beitrag zum Frieden Europas ebenso beispielhaft sein wie die Ergebnisse der Münchener Konferenz.

Die KdF.-Schiffe sind auf ihrer Fahrt um Italien in Palermo am Montag eingetroffen. Den 2500 deutschen Urlaubern wurden von Behörden und Bevölkerung ein überaus herzlicher Empfang zuteil.

______ -- ,uet, «ne Anzahl

der Rädelsführer in Haft zu nehmen. Di« polizeilichen Ermittlungen find noch im Gange.

Die Nachricht von dem Überfall hat unter der Bevölke­rung des Memelgebietes große Empörung heroor-

-varuoer hinaus waren |ie sich einig, die Vertiefung ?e.t roJ11af tlidjcn Beziehungen zwischen den beiden Landern zu fordern, um so den Fortschritt und das rvohlergehen der beiden brüderlichen Völker zu begünstigen.

Die offene Tür.

* Es waren einmal neun Mächte, die konnten sich nicht darüber einig werden, wie man ein übergroßes Land im Fernen Osten am besten verteile: denn jeder wollte für sich ten größten Fetzen abhaben, mochte sein Magen auch noch so voll und seine Backentasche noch so prall sein. Eine von den neun Mächten aber war der Deliguent selber: und eine andere war sein Stiefbruder, der selbst nichts zu beißen oder zu brechen hatte.

So also schlossen alle neun Mächte einen Pakt, daß der Status quo für immer und ewig und alle Zeiten erhalten bleibe: daß das übergroße Land für absehbare Zukunft schwach und willenlos zu sein habe, daß es daraus verzichten müsse, aus eigener Machtbefugnis Zölle zu erheben und der Einfuhr fremder Waren zu steuern, daß es den anderen Vertragsteil­habern besondere Rechte der Unantastbarkeit, des eigenen Gerichtes, der Niederlassungen und vieles andere auch weiter­hin zugestünde und dergleichen schöne Dinge mehr.

Der Neunmächtepakt vom 6. Februar 1922 verpflichtet sich nach Abzug der bereits bestehenden Sonder­rechte für die beteiligten Ausländer die Souveränität Chinas, seine territoriale und administrative Unabhängigkeit und Integrität anzuerkennen: wenn sich aber trotzdem etwas

83,6 v. H. für Salazar.

Großartiger Wahlerfolg der portugiesischen Nationalregierung.

Lissabon, 31. Okt. Am Montagvormirtag wurde das End­ergebnis der Wahlen zur portugiesischen Nationalversammlung bekanntgegeben. Von 743 930 Wahlberechtigten gaben 622 313 Wähler Ja-Stimmen für die Liste der Nationalpartei ab. So­mit hat das portugiesische Volk mit 83.6 o. H. der nationalen Regierung Salazars Vas Vertrauen ausgesprochen.

Die Lisiaboner Preffe bezeichnet das Wahlergebnis als größten bisherigen Wahlerfolg Salazars. Das portugiesische Volk habe, so betonen die Blätter, in seiner Gesamtheit kund- getan, daß die Zeit der Parteizersplitterung endgültig überwunden ist.

Offene Herzen offene Hände.

Die ersten WHW.-Sammelergebnisse: Steigerung bis zu 45 v. H.

Berlin, 31. Okt. Die NSK. meldet: In der Erössnungs- rebe zum ersten Winterhilsswerk Eroßdeutschlands sagte der Führer:3d) glaube, wir haben so viel Glück in diesem Jahre erfahren, daß wir alle die Pflicht haben, diesem Glück freiwillig unser Opfer zu bringen."

Diese von dem Führer geforderten Opfer sind gebracht worden mit offenem Herzen und offenen Händen. So erbrachte der erst« Eintopssountag dieses WHW. «ine Gesamtsumme von 8 289 019,53 RM., wovon aus das Slltreich 7 310 057,41 RM., aus die Ostmark 978 962,12 RM. entfallen. Gegenüber dem ersten Eintops des versloffenen WHW. ergibt stch für das Altreich eine Steigerung von 1 638 851,44 RM. == 28,9 v. H. Aus die Haushaltungen nm- Serechnrt, opferte jede Haushaltung Eroßdeutschlands durch- huittlich 0,42 RM. zum ersten Eintopssountag. Eine noch größere Opserfreudigkeit zeigt« sich bei der ersten Reichs- ftraßen,amml»ng des WHW. 1938/39. Die hübschen Buchabzeiche» erbrachten im Altreich eine Summe von 8 940 444,66 RM., in der Ostmark 1337 439,90 RM. Auf den Kopf der Bevölkerung Eroßdentschlands entfällt mit dem Ge­samtbetrag von 10 277 844,56 RM. somit ein Opfer von 14,04 Pfennige, eine erstaunenswerte Zahl, wenn man bedenkt, daß sie Manner und Frauen, Säuglinge, Kinder und Greise, SÄdaten nnd Arbeitsdienst, Erwerbstätige und Invaliden erfaßt, jyur das Altreich errechnet sich eine Steigerung

Buchabzeichensonntag des WHW. 1937 38 von 2 810 608,11 RM. = 45,85 v. H.

Haltung ein. wobei schließlich die beiden Beamten, der Wirt und beiten Familienangehörige überfallen und die Geschäfts­räume und die Wohnung des Wirtes zerstört wurden. Es fielen auch mehrere Schüffe. Kurz vor dem Eintreffen des Überfallkommandos der Landespolizei verschwand der größte Teil ~bet Litauer. Es gelang jedoch der Polizei, eine Anzahl

Memel. 31. Oki. In dem memelländifchen Dorfe Petrajahnen bei Crottingen kam es am Samstag anläßlich einer Veranstaltung des Litauischen Arbeiter- und Hand- werkervereins zu bedauerlichen deuffchfeindlichen Aus­schreitungen. Im Verlaufe der Versammlung begannen etwa 30 bis 40 bewaffnete Angehörige des Litauischen Schützenoerbandes deutschfeindliche Schmäh- und Hetzrufe gegen das Memeldeutschtum auszustoßen. Sie beachteten die Ernuch- nungen der beide» anwesenden Beamten der memelländischen Landespolizei nicht und nahmen alsbald gegen diese sellist und den deutschen Wirt des Versammlungslokals eine drohende

später gleich einen weiteren Leichnam mit beerdigen.

Doch Japan blieb leben. Es drückte sogar allmählich China seinen Stempel auf. Nordchina, Schanghai. Nanking, Kanton kam in seinen Besitz: 15 chinesische Provinzen mit 240 Millionen Einwohnern traten unter das Sonnenbanner. Gleichzeitig versiegte aber auch her internatio­nale Handel, Hongkong wurde abgeriegelt, dex geschästige Transport ungezählten Kriegsmaterials an Tschiangkaischek wurde unterbunden, die Anleihen fingen an. sich notleidend zu erweisen. Das Chinageschäft ist dürftig geworden, die Sicher­heiten Der Kredite Zoll- und Salzsteuereinnahmen und Eisenbahnrendite gerieten in javanische Hand.

Nun, das ist etwas anderes! So hatte man nicht gewettet am 6. Februar 1922! Das fehlte gerade noch, daß Japan die offene Tür zuschlüge! Das fehlte noch, daß man das Nachsehen hatte. Man erinnert sich auf einmal jetzt des Neunmächje- vaktes der neunzehn Machte. Man beginnt zu protestieren, man beginnt. sich'umzuftellen. Wohin wirft man das Steuer? Steckt man sich hinter die zur Lokalregierung herabgesunkene Zentralgewalt" Tichiangkaischeks und geht aufs Ganze, oder erkennt man die MachteMeimng Japans in Fernost an und verhandelt mit Tokio? Man wird sehen! Zur Zeit aber ist die ausgehende Sonne über dem Reich der Mitt« erschienen und nahe daran, dem Zenith zuzustreben.

in balmiikl vom 31. Juli 1938 und gab Gelegenheit zu einem srciindichaftlichen Gedankenaustausch zwischen den verantwort- lichen Regierungschefs der beiden benachbarten und brüder- nchen Lander. Bei dieser Gelegenheit stellten sie eine voll- s "o? l,9/, Übereinstimmung und Solidarität der Politik Jugoslawiens und Bulgariens fest, die im Geiste des Belgrader Paktes der ewigen Freundschaft vom -4. Januar 1937 geleitet wird. Mit Befriedigung haben sie weiter festgestellt, dag Jugoslawien und Bulgarien durch keinerlei Migverstänoniffe getrennt sind, und daß gleichzeitig auf beiden Seiten der Wunsch bestcht, die herzliche Zusammen- arbeit noch weiter auf der Basis der unveränderlichen Freund- schaft zu entwickeln und so den Frieden zu garantieren

Darüber hinaus waren sie sich einig, die Vertiefung

Wien realisiert das Selbstbestimmungsrecht.

as. Berlin, 1. Nov. ÜDlorgen tritt das deutsch- italienische Schiedsgericht zur Regelung des ungarifch-tschechischcn Streitfalles in Wien zusammen. In den direkten Verhandlungen zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei konnte bekanntlich keine Eini­gung über die künftige Grenzziehung erreicht werden. Wie weit noch zuletzt die Ansichten auseinandergingen, zeigt viel­leicht am besten die Tatsache, daß die Ungarn ein Gebiet for­derten, in dem etwas über eine Million Menschen leben, während sich das letzte tschechische Angebot auf ein Gebiet mit etwa 340 000 Einwohnern erstreckte. Beide Regierungen, d. h. sowohl Budapest als auch Prag wandten sich, als sie in ihren Verhandlungen nicht zum Ziel gelangten, an die deutsche und die italienische Regierung mit der Bitte, einen Schiedsspruch M fällen. Es braucht kaum besonders betont zu werden, daß sich dieser Schiedsspruch auf dem Recht der Selbstbestimmung aufbauen wird. Er wird das alte Unrecht beseitigen, das Ungarn im Friedensdiktat von Trianon zugefügt wurde. Die Tschechen werden sich, wenn dieses Thema zur Erörterung steht, sicher daran erinnern, daß damals in den Verhandlungen nach dem Ende des Welt­krieges zunächst gar nicht alle die Gebiete von ihnen erstrebt wurden, die sie später erhielten, sondern daß der Appetit damals bei den Verhandlungen wuchs. So wird also in Prag durchaus die Erkenntnis vorhanden sein, daß über die Zugeständnisse, die es jetzt in den Verhandlungen mit Ungarn machen wollte, noch weitere Gebiete an Ungarn fallen muffen, wenn das Unrecht von Trianon wieder gut gemacht werden soll. Wenn aber die beiden Schiedsrichter, der deut- che Außenminister von Ribbentrop und der italienische Außenminister Graf Ciano, sich in ihrem Schiedsspruch an die Vo l t s tu m s g r e nze halten, so wird man auch in Prag allen Grund haben, mit einer solchen Lösung zufrieden zu fein, da nur so Unruheherde beseitigt werden können. Nach der Ziehung der Volkstumsgrenze werden dann Ungarn und die Tschecho-Slowakei die wirtschaftlichen und verkehrspoli­tischen Folgerungen aus der neuen Grenzziehung zu klären haben, genau wie das zwischen Deutschland und der Tschecho- Slowakei geschieht, resp. schon geschehen ist. Die wirtschaft­lichen und verkehrspolitischen Gründe können aber ebenso­wenig wie teint Machtansprüche, denen einige ausländische Blätter glaubten Ausdruck verleihen zu sollen," für die Grenz­ziehung maßgebend sein, sondern für den Schiedsspruch und damit für die kommende Grenzziehung wird einzig und allein getreu den Münchener Vereinbarungen der Volksturns- gedanke den Leitstern bilden.

Bekanntlich wat in dem Münchener Zusatzabkommen vorgesehen, daß sich notfalls die vier Großmächte auch mit der ungarisch-tschechischen Grenzfrage befassen würden. Ein solcher Schritt, ist nun dank der Einsicht der beiden Grenz- nachbarn und dank der Vermittlungsbeteitschaft Berlins und Roms überflüssig geworden In England und in Frankreich dürfte man darüber gar nicht traurig sein, denn diese ganze Frage liegt beiden Ländern interessenmägig wie auch' rein geographisch sehr fern. Es ist vielleicht keine sehr dankbare

ändern sollte, dann würde man in einen gemeinsamen Gedankenaustausch ausbrechen . . .

Es hat sich seither allerlei ereignet. Die äußere Mon­golei geriet unter sowjetrussische Botmäßigkeit. Mandschukuo machte sich unter javanischem schütz selbständig. China selbst begann seinerseits, die japanischen Rechte durch passive Resi­stenz und offenen Boykott langsam zu untergraben. Moskaus Einfluß stieg immer mehr. Aber sieben von den neun Mächten schwiegen, solange China dieoffene Tür" offen hielt, so­lange ihrer Einfuhr keine Schranken gesetzt wurden, solange die internationalen Niederlassungen in Schanghai, in Kanton, in Nanking weiterbestanden.

Vor allem die drei ewigen selbstherrlichen Wortführer der Welt, USA.. England. Frankreich, sie sagten nichts, sosern sie ihre gewaltsam errichteten Throne nicht wackeln suhlten, solange Hongkong und Jndochina florierten, solange für 200 Millionen Dollar Anlagen als sicher gelten konnten, kür 151 Millionen Pfund allein in Schanghai desgleichen: solange der englische Handelsanteil sowie der amerikanische nicht unter 11 Prozent sanken: vor allem aber, solange Japans Einfluß nicht wesentlich Härter, nicht gefährlich wurde.

Als der vorletzte der drei großen Habenichtse auf Erden. Japan, im Spätsommer 1937 endlich Ernst machte unv der Javanermord in schanghai den China-Javan-Konslikt er­öffnete. begann man in Brüssel ein wenig zu tagen. Aus den Neun waren längst Neunzehn geworden: und selbst wenn man China selbst, Japan und Italien abrechnet, bleiben noch Sechzehn, die irgend ein Jntereffe in China vertreten zu müßen glaubten. Aber sie tagten vergeblich. Man tum zu keinem Resultat: auch deswegen wohl nicht, weil man ver­meinte, Japan werde sich von selbst verbluten und man könne

H t Kabinettsrat vom Montagabend war voll und ganz einem Expos« über die wirtschaftliche Lag« gewidmet, das der Finanz­minister Marchandeau vortrug, der die notwendigen Wirt- schaftsmatznahmen zur Ausrüstung des Haushaltes bekannt gab Morgen nachmittag ftndet um 5 Uhr erneut ein Kabuieltsrat statt. Wahrscheinlich werden dem morgigen Kabinettsrat noch weitere folgen. Bis Ende dieser Woche follen die Notverordnungen fertiggestellt werden.

Garanten der Ordnung

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

Südslawien und Bulgarien.

»Vollständige Übereinstimmung und Solidarität »er Politik Jugoslawiens und Bulgariens".

Belgrad, 1. Nov.Avala" verbreitet zu dem gestrigen Zusammentreffen des lugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenministers Dr. Stojadinowitsch mit dem bul­garischen Ministerpräsidenten und Außenminister Kjossei- ? 0 eine Verlautbarung, in der es heißt: Das

yerzirche Zusammentreffen war das erste nach dem Abkommen