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Mittwoch, IS. Oktober 1938.

Wiesbadener Tagblatt

Zweites Blatt. Nr. 245.

Entlarvte Lugenkampagrre gegen nationalspanische Luftwaffe

London, 18. Okt. Die bolschewistische und bolschewisten- ' freundliche Presse benutzt bekanntlich für ihre Hetze gegen General Franco besonders gern das Argument, daß die national spanische Luftwaffe absichtlich zivile Anlagen bombardiere, um Blutbäder unter der Beoölke- : rung anzurichten. Um dies zubeweisen", haben sich die v Machthaber in Barcelona großsprecherisch bereiterklärt, eine : englische, Kommission an Ort und Stelle die Wirkung nationalspanischer Bombardements untersuchen zu lassen. Der im folgenden veröffentlichte in London gedruckte Bericht einer englischen Untersuchungskommission erweist jedoch das r gena ue Gegenteil:

Eine Einladung, den Umfang der Bombardements fest- zustellen, deren Ziel diese Stadt (Alicante) war, ging der Mission in Toulouse am 17. August 1938 zu. Die Untersuchung der Lustangriffe wurde in Alicante am 19. August und ; 20. August 1938 durchgeführt.

In Barcelona bat die Mission die dortigen Behörden, deutlicher zu erklären, welche Luftangriffe sie untersucht haben

150 Jahre staatliche Gehörlosenschule.

Ansprache des Staatssekretärs Zschintzsch.

>. Berlin, 17. Okt. Mit einem würdigen Festakt beging am Montag die staatliche Gehörlosenschule in Berlin-Neukölln, die aus der ehemaligen königl. Taubstummenschule hervor­gegangen ist, die Feier ib'^s 150jährigen Jubiläums. 300 Delegierte aus allen den n Gauen, sowie Vertreter aus ! Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Polen. Rumä­nien, Jugoslawien. Luxemburg und vor allem Italien hatten sich. zu dem mit dieser Jubiläumsfeier verbundenen inter­nationalen Kongreh der Taubstummenlehrer eingefunden.

-on dem von Musikvorträgen umrahmten Festakt hielt nach einem Prolog eines ausländischen Taubstummenlehrers ; der Direktor der.Anstalt die Begrüßungsansprache. Für das l Reichsministerium für Erziehung und Unterricht überbrachte s Staatssekretär Zschintzsch die Glückwünsche seiner Behörde. EDer nationalsozialistische Staat erkennt die Berechtigung der ^.aubstummenbildung an und hält sich zu ihrer Durch- ! führung verpflichtet. Wer etwas anderes behauptet, ver- kennt sein Streben durchaus. Gewiß erstreben wir aus i unserer nationalsozialistischen Grundhaltung heraus ein ge- F sundes Volk und führen wir deshalb den Kampf gegen alle i Erbleiden. also auch gegen die erbliche Taubheit. Wir haben f kein Verständnis dafür, wenn ein Staat das lawinenhafte ? Anwachsen körperlich oder geistig minderwertigen Menschen- k tums zuläßt oder sogar begünstigt. Das würde national- - sozialistischen Grundsätzen widersprechen. Deshalb hat das ; Deutsche Reich das Gesetz zur Verhütung erbkranken Rach- j Wuchses erlassen, in dessen Dienst auch die Gehörlosenschulen

wolle. Sie erwiderten, sie wünschten, daß die Misston die Frage der Luftangriffe auf Alicante insgesamt prüfe, da ihrer Meinung nach hier der Beweis für ungerechtfertigte Grausamkeit vorliege. Nach der Ankunft in Alicante wurden di«Einzelheitenvon46Luftangriffenunter- s u ch t.

Bezüglich der 46 untersuchten Angriffe kann die Misfion nichts anderes feststellen, als daß wenigstens 41 davon klar das Ziel hatten (were deliberate attempts), das Hasengebiet oder die Eisenbahn st ationen zu treffen."

Damit ist von der englischen Kommission ausdrücklich fest- gestellt, dah die Luftangriffe der Nationalen militärische Ziele haben, eine Erklärung, die um so schwerer wiegt, als sie nach einer Untersuchung erfolgte, die von den Macht­habern in Barcelona zum Beweis des Gegenteils inszeniert worden war.

stehen. Wir freuen uns der Tatsache, dah dank der Hebung der Volksgesundheit die Zahl der Gehörlosen von Jahr zu Jahr zurückgeht, und wir wollen alles tun, was in unseren Kräften steht, um diese Entwicklung weiter zu fördern. Aber unter den Gehörlosen sind doch viele, deren Leiden gar nicht auf Vererbung zurückzuführen sind. Und dann, ganz gleich ob vererbt oder nicht, solange wir Gehörlose in unserem Volke haben, stehen wir für sie als unsere Volksgenossen ein, und wir sind glücklich, wenn es uns gelingt, ihnen das höchste Glück zu schenken, das uns selbst gegeben ist. sie zu vollgültigen Gliedern unseres Volkslebens zu machen, die mit uns Schulter an Schulter arbeiten."

Die Reichstagung für Raumforschung in Graz.

Graz, 18. Okt. Im festlich geschmückten Rittersaal des Grazer Landhauses wurde am Dienstag die zweite Reichs­tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung feierlich eröffnet. Dr. Konrad M e y e r, der Obmann der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, begrüßte die Erschienenen. Reichsminister Kerrl sprach sodann über die Entwicklung der deutschen Raumforschung. Gerade durch die Eingliederung des Sudetenlandes sei die.Reichs­stelle für Raumforschung vor neue wichtige Aufgaben gestellt worden. Als sie vor drei Jahren ins Leben gerufen worden sei, habe es viele Stimmen gegeben,-die Zweffel über die Notwendigkeit dieser Einrichtung aussprachen. Heute werde ihre Tätigkeit restlos anerkannt, weil jeder einsehe, wie

wichtig es für das Wohl unseres Volkes ist, wenn alles Planen zweckmäßig geschehe und diese schwierige Aufgabe von der Reichsstelle für Raumforschung erledigt werde, einer Organisation, die man einen wirtschaftlichen Eeneral- stab für die Planung im ganzen Reich nennen könne.

Nach weiteren Ansprachen von Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart und Gauleiter Uiberreither begannen die wissenschaftlichen Vorträge. Es sprachen Staatssekretär Dr. Muhs über das ThemaRaumordnung vor neuen Auf­gaben". Profeffor Dr. Haflinger (Wien) überDie Ostmark und die Aufgaben der Raumforschung in der Ostmark", Profeflor Dr. Schürmann (Göttingen) überNationalsozia­listische Hochschulen und Raumforschung", Profeflor Dr. Wunderlich (Stuttgart) überBeitrag der Raumforschung zur Landesplanung in Württemberg". Professor Dr. Wille! (Gießen) überSozialstruktur und Raumforschung" und Dr. Thiede von der Reichsarbeitsgemeinschaft überLandflucht und Arbeitsordnung auf dem Lande".

Am Abend fand zu Ehren der Teilnehmer der Tagung ein Sinfoniekonzert im Stephaniesaal statt.

Die Deutschen

in der Karpatho-Ukraine.

Vertreter der deutschen Volksgruppe bei der Landesregierung.

Uzchorod, 18. Okt. Im Landesamt von Uzchorod empfing am Dienstag der Vorsitzende der karpatho-ukrainischen Landes­regierung, Brody, den bevollmächtigten Vertreter der deutschen Volksgruppe in ber Karpatho-Ukraine, den Ingenieur Biehal. Es wurde über die Forderungen der Deutschen in der Kar­patho-Ukraine verhandelt.

Der am Dienstag tagende karpatho-ukrainische Minister­rat hat stch ebenfalls mit der deutschen Frage beschäftigt. U. a. behandelte er die Anerkennung der neu gegründe­tenDeutschen Parte i, die Schaffung eines Staats­sekretariats für die deutsche Volksgruppe in der Karpatho- Ukraine und weiter die Frage der sofortigen Unterstellung des gesamten deutschen Kultur- und Schulwesens in der Karpatho-Ukraine unter deutsche Verwaltung. Schließlich wurde auch über die Einsetzung eines unabhängigen deutschen Schulinspektors für die Karpatho-Ukraine ver­handelt.

Das Verhältnis zwischen der ukrainischen und der deutschen Bevölkerung, so führte Minister Reoag aus, das immer sehr herzlich gewesen sei, werde besonders gefördert werden, und die ukrainische Regierung werde allen Forderungen entsprechen, die die deutsche Volksgruppe vorbringen werd«.

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