Montag, 10. Oktober 1938.
Wiesbadener Tagblatt '
Zweites Blatt. Nr. 237.
ftiantfuit bleibt Trumpf-fis im <3au Sudweft
WUUJICIl, UUClll uw iuu.lv 1 tolles Durcheinander vor
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Eintracht-Mathematik.
Der Meister hat manchem Verein manche Lehrsviele vorgesuhrt Da ist er groß drin. Grämlich bekam sogar den Beinamen mstzball-Stratege und Mathematiker, aber das alles scheint der Eintracht letzt nichts zu nutzen. Ihre Rechnung hat ein Loch, denn seit zwei Wochen fehlt bei der Addition ein Tor, um Soll und Haben auszubalancieren. Also stimmt etwas nicht mehr bei den Adlerträgern. Sie spielten vor 3000 Ludwigshafenern bestimmt nicht schlecht, doch mit
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artete mit zehn Mann heldenhaften Widerstand, aber in der 34. Minute schaffte Frankfurt durch einen Fernschuß von F e n d die Führung, und D o s e d z a l schoß wenige Minuten vor Schlug ein drittes Tor.
s; irnF bot eine gute Gesamtleistung: sehr stark waren ^^bwehrreihen und der Angriff war stets gefährlich. For- Starke war ebenfalls die Abwehr, die aber zum Schluß
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übrigen
gab es noch saftige Überraschungen, als deren größte wohl der mund schwere 3:0-Sieg des Neulings Rotwciß Essen über eine so abgebrühte Pokalelf wie Hertha Berlin zu gelten hat. Aber auch ein gleicher Sieg von 1860 München über eine Els wie SK. Dresden muß in seiner Eindeutigkeit bei solchen Gegnerschaften ubenaschen. Daß der 1. FK. Nürnberg Weder großen Wert aus sein Fortkommen in der Tschammer-Runde legen wurde, war vorauszusehen. VfR. Mannheim mutzte den Rotiacken mit 0:1 das Feld räumen Ls gab noch folgende z. T. bemerkenswerte Ergebnisse:
TV. Waldhof — Westfalia Herne 6:0. VfB. Mühlburg — MB. Stuttgart 2:1, Brandenburg 05 — Vorw./Rasensport Eleiwitz 0:1, Phönix Lübeck — Blauweiß Berlin 0:1, so daß folgende 8 Mannschaften, darunter 5 süddeutsche am 6. November zur 4. Hauvrunde antreten werden:
FSV. Frankfurt
1. FK. Nürnberg
TSV. 1860 München
VfB. Mühlburg SV. Waldhof Rotweiß Essen Blauweiß Berlin Vorwärts/Rasensport Eleiwitz.
And nun zurück zum Gau,
wo R./R. Frankfurt gar nicht weiter überraschend aus Neunkirchen nach recht guten Leistungen einen Zähler heim- brachte und dafür einen anständigen, Posten in der Tabelle erhalten hat. wo weiter der SV. Wiesbaden eine peinlich empfundene, aber nun nicht mehr aus der Welt zu schaffende 4. Niederlage — die zweite „auf eignem Platz — erlitt und letzt wirklich übel dran ist. Uber das Wie und Warum lieft
- , esmn sammeln, Hosenknöpfe, andere riechen gern an mulen Äpfeln Die,Offenbacher stnd ausgerechnet für Siege iiber Wormatia. Ein himmelschreiendes Unrecht setzen sie damit, in die Welt. Denn das 1:2 stellt den Svielver- lauf einfach auf den Kopf! Bis zur 70. Minute nämlich gab es nur eine Elf. und zwar eine herrlich spielende Wormatia, deren Läuferreihe die Erscheinung auf der Kampfbahn war. Aber natürlich — das gehört eben zur sog. Tradition,— gingen die Kickers bereits nach 5 Minuten durch Nowotny in. Front und ebenso natürlich verpaßte Busam, der als Linksautzen scheinbar doch nicht aus dem richtigen Platz steht, in haarsträubender Weise kristallklare Skoregelesen- beiten Mit Fath hatte Wormatia bei Halbzeit beliebig hoch geführt Aber Seppl ist wieder einmal in Hohenlychen zur Kur. Weil ihm das andere Bein irgendwie entzwei ging. Diesmal ausnahmsweise irgendwie im Beruf. Und irgendwie fehlt Seppl Fach, der Wormatia irgendwo. Darum hat sie auch mut., dem „Bieberer Berg" verloren. Daher Tradition. Sonst wäre la auch nicht unser Tip in Ordnung gegangen. Zwar hatte Freese in der 60. Minute ausgeglichen, und Wor- matla hustete etwas aut die Schwarzseher — jedenfalls zeigte sie ich dem berühmten. Kickers-Endsourt sicher ge- wachsen, allein da ruckte die 88. Minute heran und mit ihr ein tolles Durcheinander vor dem Wormatia-Tor. Der SLR. sah ich. das eine Weile mit an. pfiff und — deutete zur Mittellinie. Staab soll die. berühmte Halste des Balles den Bruchteil einer Sekunde über die Linie geschafft haben und nun sage mir einer etwas gegen Tradition . . .!
Tschammer-Pokalsieg und Wormatia» Schlappe — natürlich — in Offenbach.
Die Meisterschast:
SB. Wiesbaden — FK. Pirmasens 1:2 (0:1).
Dhenbach — Wormatia Worms 2:1 (1:0).
Lndnttsshafen — Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0). Borunia Neunkirchen — R./R. Frankfurt 0:0.
;rL<. Der. Tip lautet immer, noch Bornheim! Nicht nur, ?;e UZUtracht in Ludwigshafen kein Tor fertigbrachte 0V*1 e-I Formaten, der Tradition gehorchend, wenn auch — hier ist einmal vieles Wort wirklich angebracht unverdient m Offenbach unterlagen, sondern auch, Sf'1, besagter .FSV. Frankfurt, ohne in die Meisterschasts- emsugrelien. nach wie vor an zweiter Stelle stehend, diesen weiteren großen Beweis seiner Schlagkraft erbrachte:
3:1 (0:0) gegen Fortuna Düsseldorf.
Dtrnt“ nMK^ruic Tschammer-Pokal-Hauvtrunde die „letzten < darunter als einzigen Südwestoerein den ^SV., mirfte. neben der Ergebnisliste eine kurze Schilderung Je-in' ule hch Bornheim wicderaum als die Elf im Gau erwies. Uns wird berichtet:
a l liv o rtv e rei n bewies auch im Pokal- b.en Niederrheinmeister Fortuna Düsseldorf, daß t^en letzten Monaten gewaltige Fortschritte nieder, zu den führenden Mannschaften im Neich. gezahlt werden muß. Die Art und Weise, wie er Pokalfinalisten bezwang. war jedenfalls im- hnrfLr16^;* ^-^?sbzeit hatten zwar die Düssel-
-rbem Jtar£en Wind als Bundesgenossen, im Feld ar$r.n,UI ln den Hinteren Reihen sah man das
1 im Sturm die Zusammen-
°s.belt mangelhaft war. Frankfurt kam in den ersten 45 Mi- DMeldorf nur «n-^^brlichen Vorstößen, aber da konnte Leldorf nur mit Muhe Torerfolge verhindern. Einmal war ö>?L^rOn^n Kitter tu höchster Not. Nach Seitenwechsel dann Frankfurt alle Vorteile für stch und obwohl Fptidldorf durch Pickartz in Führung ging, wurde noch ein klarer Sieg erspielt, ^zn der 23. Minute kam nach ständig überlegen geführtem Spiel durch Dosedzal der i ■sofeyh zustande, nachdem gerade der enttäuschende Fortuna-Mittelstürmer Maring wegen einer groben Unsportlichkeit Platzverweis erhalten hatte. Fortuna
manan anderer Stelle mehr. Es bleibt jedenfalls ein schlechter irost zu Horen, daß die Kurstädter diesmal wieder felduberlegen waren, mit ihren Chancen aber nichts anzufangen wüsten und darum der FK. Pirmasens als die renere (!) Mannschaft letzten Endes nicht unverdient zu den ersten Eewmnpunkten kam. Und man besänftigt das auf= SprouöHe Wiesbadener dmßballgemüt wohl kaum mit der Feststellung, das die.Tabe11e Heuer ein besonders interessantes und aufschlugreiches Aussehen gewonnen hat.
Zunächst Wormatias Klagelied.
