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Wiesbadener Tagblatt

Erscheinungszeit:

86. Jahrgang

Samstag/Sonnlag, 1./2. Oktober 1938,

Nr. 230.

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mit emer täglichen

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®t86etenan3dgml6mflnen spötestens einen Tag vor dem Ersch-mungstage aufgegeben werden.

Werktäglich nachmittags.

6 Ausgaben (SeWf t^ett:8Wmorgensbis7Uhrabends. -uK-rSonn.u.Feiertags.

» ° Berliner Büro: Bttlm-Wilmersdor,.

Unterhaltungsbeilage.

München, der Beginn eines besseren Europas.

heimlehr des Führers in das jubelnde Berlin

England! - Die Sicherung des europäischen Friedens. - Ein Aufatmen geht nun durch allo BSUitt.

Die Münchener Erklärung

Alles für den Empfang bereit

Das Sudetenland in Erwartung.

Der Einmarsch der deutschen Truppen

e r

Di« Bejetzuugsabschnitt«.

tuns in die Tat umgesetzt. Jedes Haus ist mit Fahnen und Wimpeln, Kränzen und Blumen geschmückt. Und so wie in Warnsdorf ist es auch in Oderhennersdorf. Aus allen Fen­stern wehen die Symbole der Freiheit, obwohl noch in den letzten Tagen der tschechischen Willkürherrschaft darauf die Todesstrafe stand.

rung und der Reichsleitung der NSDAP, hießen Eeueralseld- marschall Göring und der Gauleiter von Berlin, Reichs­minister Dr. Goebbels, den Führer auf dem Boden der Reichshauptstadt herzlich willkommen.

Das schaffende Berlin und die Jugend der Reichshaupt­stadt bereitete dem Künder und Wahrer des Frie­dens einen triumphalen Empfang. Auf der Fahrstraße vom Anhalter Bahnhof bis zur Reichskanzlei huldigten die dank­baren Berliner in überwältigenden Formen und unbeschreiblichen Szenen der Freude dem Führer und seinen Getreuen.

(Ausführlicher Bericht aus Seite 2.)

Große Stunde der Reichshauptstadt

Berlin, 1. Okt. (Funkmeldung.) Der Führer und erste Kanzler des Großdeutschen Reiches, der Befreier der Millionen geknechteter Deutschen vom tschechi­sch e » I o ch tras Samstagvormittag in einem Sonderzug, vcn München kommend, um 10.12 Uhr auf dem festlich geschmückten Anhalter Bahnhof in der Reichshauptstadt ein. Sämtliche Mitglieder der Rcichsrcgierung, die Reichs- und Gauleiter so­wie zahlreiche Generale und Admirale und fast das gesamte Führerkorps der Parteigliederungen war aus dem Bahn­steig zum Empfang anwesend. An der Spitze der Reichsregie-

München, 30. Sept. Der Führer und Reichskanzler und der britische Premiermini st er haben nach ihrer heutigen Unterredung folgende gemeinsame Erklä­rung herausgegeben:

Wir haben heute eine weitere Besprechung ge­habt und sind uns in der Erkenntnis einig, da« die Frage der deutsch-englischen Beziehungen von allererster Bedeutung sür beide Länder und ffit Europa ist.

Wir sehen das gestern abend unterzeichnete Abkommen und das deutsch-englische Flottenabkommen als symbolisch

bürg betritt.

Die in letzter Zeit wiederholt im Zusammenhang mit tschechischen Bluttaten genannte sudetendeutsche Grenzstadt Warnsdorf stand am Freitagnachmittag schon ganz im Zeichen der Hakenkreuzfahnen. Man hat nicht erst den Aufruf der politischen Landesleitung der SDP. abgewartet, sondern di« darin verkündete Parole schon vorher mit riesiger Begeiste-

sür den Wunsch unserer beiden Böller an, nie­mals wieder gegeneinander Krieg zu führen.

Wir sind entschlosien, auch andere Fragen, die uni' beiden Länder angehen, nach der Methode der K o u s r tation zu behandeln und uns weiter zu bemüht etwaige Ursachen von Meinungsverschiedei- heilen aus dem Wege zu räumen, um aus diese Weise zur Sicherung des Friedens Europas beizutrageu.

30. September 1938.

Adolf Hitler. Neville Chamberlain.

Asch, 1. Okt. (Funkmeldung.) Seit mehr als acht Tagen wehen die deutschen Freiheitsfahnen übe: A s ch, dem sauberen, fleißigen und rein deutschen, Jnduitrre- städtchen unweit Selbs. Menso lange kämpfen die tapferen sudetendeutschen Freikorpsmänner, ihre unzulängliche Aus­rüstung durch glühende Liebe zur Freiheit und zum größeren Vaterland mehr als ersetzend, gegen die Übermacht der Söld­linge Veneschs. In der Nacht zum Freitag war haw Asch an den Lautsprechern, und die Kunde, daß es den Bemühungen der vier Staatsmänner gelungen sei, den Frieden Europas gegen die Machenschaften Moskaus und seiner Prager Helfers­helfer zu sichern, hat in dieser Stadt die gleiche Freude wie in allen su d e t e n d e u t sch e n Gebieten ausge­löst. Soweit diese Gebiete noch in der Hand der tschechischen Soldateska oder der sogenannten Roten Wehr sind, haben sie im Laufe des Freitagvormittags trotz der beschlagnahmten und zerstörten Rundfunkgeräte und trotz aller Verbote und Schikanen von Mund zu Mund mit überraschender Schnellig­keit erfahren, daß die Stunde der Freiheit nicht mehr fern ist.

Asch, in seinem SchmuckderFahnen, Girlanden und Embleme schon seit Tagen ein einziges Geständnis zum größeren Deutschland, hat seinen Schmuck in diesen stun­den noch vervielfältigt. Run gibt es tatsächlich kein Haus und kein Fenster mehr ohne die stolzen Hakenkreuzbanner. , Tie Auslagen der großen und kleinen Geschäfte sind ausgeräumi, mit rotem Tuch ausgeschlagen und tragen Führer bild'- und Führerbüsten, von Goldlorbeer und frischen Blumen umrahmt. Daneben sieht man oft die Bilder Konrad Henleins. Richt ohne Bewegung bemerkt man selbst in den abgelegensten Straßen und in den kleinsten Fen­stern, daß die Bevölkerung von Asch ihren Dank und ihr freu­diges Bekenntnis zum Ausdruck bringt. Girlanden spannen sich von Haus zu Haus. 3n allen Straßen sieht man, aus vielen Lämpchen zusammengesetzt, die Freiheitszeichen leuchten, und von den Häuserfronten oder aus den Auslagen geben Spruchbänder den Dank für die befreiende Tat des Führers wieder.

Sudetendeutsche, dankt euerem Führer Adolf Hitler!" so leuchtet es einem in großen Lettern überall entgegen, wenn man vom Reiche her das nordböhmische Gebiet um Nieder­einsiedel, Schluckenau, Georgswalde, Rum-

Tag des Dankes.

Von Heinrich Karl Kunz.

Vor Wochen schrieben wir, in dem Ringen um die sudeten- deutsche Frage werden die stärkeren Nerven siegen. Sie waren beim Führer und er kann deshalb einen einzigartigen Erfolg auf der Aktivseite der deutschen Außenpolitik ver­buchen. Ein Erfolg, der nicht nur unserem Stolz einen berechtigten Austrieb gibt, der mehr noch an die letzten Seelengründe rührt, aus denen die schweigsame und ver­pflichtende Dankbarkeit wächst.

Wir alle haben in diesen Tagen, die der Duce die Passionswoche der europäischen Politik nannte, den Flügelschlag des Schicksals gespürt, in dem die Atmosphäre er­zitterte und unser Herz. Noch leben Millionen denen der Krieg keine literarische, papierene Vorstellung ist. Manner, die in den Materialschlachten kämpften, Mütter und Frauen, die um das Liebste bangten, beteten und doch verzichten mußten. In ihrem Innern wuchteten gewaltige, erschütternde Bilder der Vergangenheit auf. als sie von den Vorbereitungen in England und Frankreich lasen, von der Zusammenziehung der britischen Flotte, der Ausgabe von Gasmasken, der Be­setzung der Maginotlinie und der Räumung der in ihrem Bereich liegenden Dörfer. Sollten die Bilder von gestern, die Wirklichkeit von morgen werden? Der Rausch der Un­erfahrenen lag uns fern. Als Wissende standen wir dem Kommenden, das uns für Stunden unabwendbar er« scheinen mochte, gegenüber. Und bei Wann, iit dessen Hand das Leben, wir dürfen heute schon sagen, von nahezu 80 Mil­lionen lag, schwankte nicht. In seiner Seele, mit den harten Linien, die das eigene Erleben gibt, ist das Gesicht des menschenfresienden, modernen Krieges eingegraben, ebenso rote die selbstlose, sorgende Liebe um sein Volk. In ihr lebt aber auch die unbeirrbare Erkenntnis, daß nur ein tapferes Herz der Gerechtigkeit den Weg bahnen kann, daß nicht feiges Geschwätz, sondern nur mutiger Ein­satz den wahren Frieden zu schaffen vermag. Er "hat diesen Einsatz gewagt, aus der weitgefaßten Verant­wortung heraus, die er nicht nur für sein Volk, sondern für ganz Europa auf seine Schultern nahm. Er handelte aus der Kraft eines reinen Gewissens und verlor, während Benesch sich in einen wahnwitzigen, hysterischen Terror verrannte, keinen Augenblick die Nerven. Er errang

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