Montag, 26. September 1938.
Wiesbadener Tagblatt'
Zweites Blatt. Rr. 225.
Das Herz in Ton und Bild.
_ Bäderfachleute der Welt besichtigen das Balneologische Forschungsinstitut in Bad Nauheim.
(Sonderbericht vom 1. Internationalen Väoerkongreßfürdas„WiesbadenerTagblatt“.)
Dr. S. P. Bad Nauheim, 25. Sept. 1938.
Badeort wie Nauheim über zwei gewaltige und wellberuhmte Forschungsinstitute, das Kerckhoff-Jnstitut und das Balneologische Forschungsinstitut der Universität Gießen, vermgt, wird der der großen Zahl von Kranken, die jährlich in den kohlesaurehalrigen Bädern Heilung und Besserung i^!.§.Ersleiden. Kreislaufstörungen und rheumatischer Ve- >chwerden suchen, verständlich. Die seltensten Fälle dieser Krankheiten bekommt hier der Bäderarzt zu Gesicht und er wird geradezu gedrängt, seine täglichen klinischen Erfahrungen wihenschaitlich auszuwerten und angesichts der Vielfalt der Krankheitserschelnungen nach neuen Methoden und ^vvaraten für Diagnose und Behandlung zu forschen. „Der grogte Teil der in unserem Institut verwendeten Apparate ist >.n unserer Jnstltutswerkstatt konstruiert und für die ersten Versuche erbaut worden, erklärte Dr. S e r k e l-Vad Nauheim $!? M Kongreßteilnehmer durch das Balneologische Forschungsinstitut der Universität Gießen führte." Seit neun “an1 ilCrIni.Pnftltutxbas< unteJ der Leitung von Professor W.eb er steht, neben der behandelnden, forschenden und Lehrtätigkeit daran gearbeitet, die Apparate, zu verbessern und gleichzeitig damit zu verbilligen.
Der Herzschall auf der Leinwand.
Eine der wertvollsten Schöpfungen des Instituts bildet das Herz-Tonfilm-Eerät. Eine Herz-Ton-Aufnahme kommt w zustande daß der Herzschall soz. in ein aus die Brust- wand ausgesetztes . Kristall- oder elektromagnetisches wlilrophon. wie es za auch beim Rundfunk benutzt wird. Wucht. Die in Stromstöße umgewandelten Schallschwingungenwerden verstärkt und gelangen entweder direkt zum Laut- ober sie werden an ein feines Registrierinstrument angeschlossen, das dann das Photographieren des Herzschalls in Form von Kurven ermöglicht. Während also'der Ton- tretten ablaufr und der Lautsprecher die Geräusche des Herzschalls wiedergibt, erscheint gleichzeitig auf der Leinwand eine graphische Darstellung dieser Geräusche.
Töne, die nur das Auge wahrnimmt.
Die Herz-Ton-Aufnahme, so erklärte Dr. Heikel, erfüllt nicht eigentlich eine diagnostische Aufgabe, vielmehr dient sie Unlerrlchtszwecken. Sie ist nämlich dem reinen Hören, dem Abhorchen des Herzens durch den Arzt, deshalb so überlegen.
sie dem Auge, dem feiner ausgebildeten Sinnesorgan, die Vorgänge der Herztätigkeit übermittelt. Hinzukommt, daß ber Mensch Dinge, die er sehen kann, besser in sein Gedächtnis einpragt. als flüchtige Laute. Außerdem können bei der Ausnahme sehr tieie Tone, die das Ohr überhaupt nicht mehr wahrnehmen kann, die aber trotzdem einen Einblick vor allem in die krankhafte Herztätigkeit geben, aufge- schmeben, und damit erkannt werden. Auf diese Weise ist z. B. möglich fruhzelllg das Versagen der linken Herz- kammer vielfach eine Folgeerscheinung erhöhten Blutdrucks, festzustellen bereits dann, ehe der Patient selbst etwas be- merlt. ^edes einzelne Geräusch wird in der Kurve wieder
gegeben und festgehalten, so daß man heute in der Lage ist, auch jede Art von Herzklavvensehlern zu erkennen. — Das Balneologische Institut hat bisher eine Sammlung von zirka 500 solcher Herz-Ton-Filme angelegt, darunter Fälle von Herzkrankheiten, wie sie nur ganz selten vorkommen. Für den Unterricht der jungen Mediziner bat dies aber den Vorteil, daß sie mit diesen Fällen praktisch bekannt gemacht werden können, ohne daß der Herzpatient auch da sein muß.
Täglich l'A Millionen Liter Badewasser.
Die drei kohlensäurebaltigen naturwarmen Kochsalzquellen Bad Nauheims schütten unter natürlichem Druck täglich 2)4 Millionen Liter Badewasser. Ein ungeheures unterirdisches Netz führt diese Wassermengen an alle Stellen der Stadt. Da die Rohrleitungen einer ständigen Kontrolle bedürfen, sind sie.von mannshohen Gewölben eingefaßt. Die ganze Stadt ist sozusagen unterkellert. Auch das Valneo- logische Universitätsinstitut ist an dieses Netz angeschlossen, da man hier die Einwirkungen der verschiedenen Kohlensäure-Bäder systematisch zu bestimmen sucht. In einem Keller- raum sind zwei Wannen für Versuchspersonen und Kranke aufgestellt. So wird z. B. der Kreislauf des Blutes vor, während und nach dem Bade gemessen und verglichen. Dabei kann man beobachten, wie weit das Herz belastet oder entlastet wird. Ebenso will man wissen, ob die Wirkung des Bades mehr auf die Wärme oder mehr auf den Kohlensäuregehalt des Wassers zurückzuführen ist. Gleichzeitig läßt sich die vom Herzen beförderte Blutmenge die Geschwindigkeit der Zufuhr des Blutes, die Atmungstätigkeit usw. bestimmen. Durch diese wissenschaftlich exakte Verfahren wird aber er-
Rus dem Rheingau.
Die Erbacher feierten Kerb.
)( Erbach, 25. Sept. Die Erbacher Kerb hat von jeher ihre besonderen Reize gehabt. Sie liegt so recht in dem Stimmungsgehalt der „Scheidung": der Sommer ist vorbei und der Herbst drückt sich ins Land. Und da im Rheingau das Wort „Herbst" eine zweite Bedeutung hat — eine, die sich auf den Wein bezieht, kann man um die Erbacher Kerb herum auch schon so etwas über den Wein"herbst" sagen. Man hat bei Weinbauern und für Fremde Gesprächsstoff und tut sich im ■ übrigen gütlich an den Stoffen der älteren Jahrgänge. Die Erbacher Gemarkung mit ihren hochklingenden Namen ist zudem nicht verlegen, auch dem verwöhntesten Gaumen gerecht zu werden. Und es waren bestimmt auch von diesen unter den zahlreichen Gästen der diesjährigen Kerb, die überdies auch gut beschickt war unbjo auch den Rahmen des alten Rheingauer Volksfestes hatte. In der wohligen Herbstsonne war es am Sonntag gemütlich und lustig im emsigen Erbach!
moglicht, daß der Arzt sehr genaue Angaben machen kann, in welcher Form eine Badekur für die einzelnen Krankheiten angezeigt ist.
25 Nationen auf dem Internationalen Bäderkongretz in Bad Nauheim.
Bad Nauheim, 24. Sept. Nach dem Auftakt des Jnter- nanonalen Bäderkongresses in Berlin kamen am Samstagnachmittag über 400 Teilnehmer zur Fortsetzung der Veranstaltung nach Bad Nauheim. Der Internationale Bäderkongreß. der vom Internationalen Bäderverband in Budapest veranstaltet wird, ist in diesem Jahre mit dem vom Reichsfremdenverkehisverband veranstalteten zweiten deutschen Bädertag verbunden.
Die Flaggen von 25 Nationen wurden im Strudelhof des Hessischen Staatsbades hochgezogen, als am Samstagnachmittag die Bäderfachleute aus 25 Ländern in zwei Sonderzügen in Bad Nauheim eintrafen. In Verbindung mit dem Internationalen Bäderkongreß zeigen zwei Ausstellungen die Bädertechnik und die Väderwer- b u n g. Das gesamte Werbematerial der deutschen und internationalen Bäder-Werbeschriften in vielfacher Form. Aufmachung und Inhalt. Plakate von Badeorten aus allen Ländern der Welt ist hier zu sehen.
Die Abteilung „Bädertechnik" gewährt einen guten Einblick in das umfaßende Gebiet der Technik des Badeortes, so z B. in die Chemie. Physik, Mineralogie, Geologie. Maschinenkunde, Elektrotechnik und den Bergbau. Eine besondere Abteilung zeigt die vielfältigen Möglichkeiten in der Bädertechnik zur Verwendung der Roh- und Werkstoffe. Als Rohstoffe der Heilquellen sind etwa 60 von der Bergakademie Freiberg zur Verfügung gestellte Mineralien und Gesteine zu besichtigen, aus deren Auflösung die hauptsächlichen Bestandteile unserer Heilquellen entstanden sind. Auch das Gebiet der Wetterkunde, die ja für jedes Bad wesentlich ist, ist mit den modernsten Apparaturen vertreten.
)( Erbach, 25. Sept. Ihre silberne Hochzeit feierten heute die Eheleute Johann Halm und Frau Anna, geb. Hintz. Ferner die Eheleute Michael Zerbe und Frau Ägnes, geb. Bouffier. — Am Dienstag dieser Woche feiern das gleiche Fest die Eheleute Maschinenschlosser Andreas Kauter, Rathausstr.
Rhein und Hunsrück.
Wiesbadener Lastwagen vom Hunsrückzug erfaßt.
in Simmern (Hunsrück). 24. Sept. An dem Bahnübergang der Hunsruchtrecke Langenlonsheim—Simmern, kurz vor dem Dorje A r g e n t h a l. ereignete sich wieder einmal ein schwerer Unfall. Ein aus Wiesbaden stammender Last- krastwagenfahrer versuchte im letzten Augenblick das Gleis zu überqueren und wurde von einem Güterzug erfaßt. Während der Fahrer unverletzt davonkam. ist der Beifahrer am Kopf und der Brust ziemlich mitgenommen worden, so daß er einem Krankenhaus in Simmern zugeführt werden mußte. Der wahrer ist durch die Sonne stark geblendet worden und hat den herankommenden Zug erst auf eine sehr kurze Entkernung bemerkt.
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Wiesbadener Tagblatt
Darmeinlauf.
Stuhlverstopfmig ist darauf zurückzuführen, daß ein- geotttte Kotmasjen, die ost schon längere Zeit im Mastdarm liegen, fs'chi mehr ausgeschieden werben können, weil sie zu hart geworden find. Oft ist Die Ursache solcher Stuhlverhaltungen unzweckmäßiges Unterdrücken des Stuhldranges.
Gerade für solche Verstopfungen sind Darmeinläufe ein ausgezeichnetes Mittel. Man kann die Darmeinläufe als Entleerungs- oder Bleibeklistiere machen oder als hohe Einläufe. Ein Irrigator mit einem Glasansatz eignet sich am besten. Die Entleerungs- kl l stiere wirken sehr rasch, man füllt einen halben bis einen Stter l<mwavmes Wasser, Seifenwasser oder Kamillentee in den ®arm. Als Bleibekli stiere werben nur vielleicht zwei bis drei Eßlöffel Wasser in den Darm gebracht. Für hohe Ein- l ä u f e, die nur in der Krankenpflege geschulte Leute anwenden sollen, werden mit einem fünfzehn Zentimeter langen Gummirohr
3U drei Liter Flüssigkeit in den Darm gebracht. Zu allen Einlaufen nimmt der Kranke am besten Seltenlage ein. Je höher der Irrigator hängt, desto größer ist der Druck des Einlaufes. Am besten wählt man eine Höhe von einem halben bis einen Meter Dl« Flüssigkeit bars keine Luftblasen enthalten. Möglichst lange soll die Flüssigkeit tm Darm bleiben. Darmeinläufe sind em gut mir- keines Abführmittel, besonders dann, wenn die Ursache der Ver- stopfung in den untersten Darmabschnitten liegt, wenn z. B. erhärtete Kotmassen nicht mehr entleert werden können Aller- dings sollten Einläufe als Wführmittel nicht zu häufig und nicht zu oft hintereinander gemacht werden, ba sich der Darm allzu leicht an die vermehrte Füllung gewöhnt und ohne dieses Hilfs- mittel schließlich überhaupt nicht mehr arbeitet.
Reinigungsklistiere werden vor allen Operationen mi unteren Darmabschnitt nötig fein, ebenso vor Untersuchungen des Maftdarmes mit dem Mastbarmspiegel, dem sog. „Rektoskop'. Auch bei Beginn einer Geburt wird die Hebamme einen Reinigungseinlauf machen.
Außer diesen Reinigungseinläufen kennt man noch bie Nährklistiere, die hauptfächlich aus Traubenzuckerlösung mit Zusatz Don Ei unb Milch bestehen und zur künstlichen Ernährung dienen. Hm und wieder gibt man auch noch Kognak dazu. Die sog. „Tropfklistiere' werden angewandt, wenn nach großen Wasseroder Bluwerlusten Flüssigkeltszufuhr nötig ist. Es wird Koch- salz- ober Traubenzuckerlösung eingeführt.
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