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Ulesbaömer Tagblatt

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Druck und Verlag:

86. Jahrgang

Nr. 221

Mittwoch, 21. September 1938

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Ungarische Minister und der polnische Botschafter beim Führer.

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Demoralisierung der Tschechischen Armee

Deutscher Protest und verlogene Ausreden Prags

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in Eger 50—60 Tote. - Die Mordbestien wüten weiter unter der wehrlosen sudetendeutschen Bevölkerung

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Die Zusammenkunft im Berghof

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Ungarischer Schritt beim Foreign Office,

Polen um jeden Preis entschlossen

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London, 20. Sept. Wie in diplomatischen Kreisen ver­lautet, hat der ungarische Gesandte beim Foreign Office eine Demarche unternommen, in der auf die gegen­wärtig schwebenden Verhandlungen aut Neureaeluna des

Chamberlain am Donnerstag in Godesberg

Berlin, 20. Sept. Der Führer und der britische Premier­minister find übereingekommen, ihre auf dem Obersalzberg begonnene Aussprache am Donnerstag, den 2 2. Septem- ber, um3Uhrnachmittags, in Godesberg wieder auszunehmeu.

Horthy nnd Göring in Ostpreußen.

Berlin, 20. Sept. Ministerpräsident Eeneralfeldmarschall Göring, dessen Gesundheit w i e d r r h e r g e st e l l t ist, traf heute in Alt-Sternberg mit Seiner Durchlaucht dem ungarischen Reichsverweser Admiral von Horthy zusammen und hatte mit ihm eine längere Aussprache. Admiral v. Horthy hält fich seit einigen Tagen als I a g d g a st des Feldmar-challs tu den Sternberger Revieren auf.

hwebenden Verhandlungen zur Neuregelung des 'N Staatsgebietes hingewiesen und die ungarischen , i auf die im Vertrag von Trianon gewaltsam von Ungarn abgetrennten und der Tschecho-Slowa- kei zugewiesenen Gebietsteile angemeldet werden.

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Polnische Demarche in London.

London, 20. Sept. Wie verlautet, hat die polnische Re­gierung vor kurzem eine Demarche beim Foreign Office unternommen, in der sie mit voller Eindrrnglichkeit die Forderungen Polens auf Berücksichtigung bei der Lösung der tschecho-slowakischen Frage gellend machte. Die Rückkehr des Teschener Gebietes zu Polen wurde energisch gefordert. ________

Bezugspreis«: Für «ne Bezugezeil von 2 Wochen 94 Sipf., für einen Monat RM. 2.—, ein» ichuetzttch Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.85, zuzüglich 36 Rpf. Bestellgeld, Linzel. nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aut Rüchahlung des Bezugspreises.

Riesiger Andrang zu den Freikorps.

Berlin, 20. Sept. Der Andrang zu de» „Sudetendeutschen Freikorps" hat derartige Formen angenommen, daß es un­möglich ist, mit der Ausrüstung der Mannschaft nachzukommen. Es wird daher augeorduet:

„Sudetendeutsche, die im Reicksgebiet in Arbeit stehen, können ihre Anmeldung zum „Suderendeutichen Freikorps" Bet den örtlichen Gliederungen des Sudetendeutschen Heimatbundes vornehmen, haben aber so lange auf ihren Arbeitsplätzen zu verbleiben, 6$ro. dahin wieder zurückzukehren, bis ihre Ein­berufung zum Freikorps erfolgt.

Das Kommando des „Sudetendeutschen Freikorps".

Das Blatt „Czas" stellt fest, für Polen sei die Regelung der Frage der Olsa-Eebiete eine der unverrückbaren Voraus­setzungen für die Erhaltung des Friedens.

„Kurier Polskr" erklärt, int Augenblick, i« dem der Laus der Ereignisse dazu führt, dah die Abtretung der von den nichttichechischen Bolksgruppen bewohnten Gebiete von der Tschecho-Slowakei aktuell ist, müsse ein Punkt auf das i gesetzt werden, und die Polen an der Olsa mühten das Recht ___

halten, sich aus diesem tschecho-slowakischen Staat zu lösen und »ach Polen zurückzukehren. Das sei aber nicht nur der Wunsch der Polen an der Olsa, sondern auch des gesamten polnischen Volkes unabhängig von seinen politischen Anschauungen.

die Sowjetpresse. Auch das wird nicht verfangen. Die ver­nünftige Presse dieser Länder wendet sich gegen diese Scharf­macher und Chamberlain selbst hat den Führer der Opposition, Major A t t l e e, der die Einberufung des Parlaments for­derte, abfallen lassen und ihm erklärt, daß eine Parlaments­tagung seine weiter»» Bemühungen um einen friedlichen Aus­weg unmöglich machen würde. Es gibt dementsprechend keine Sitzung des englischen Parlaments vor der für Donnerstag festgesetzten Begegnung zwischen dem Führer und Chamberlain.

So wenig Deutschland gewillt ist, noch länger zu warten, so wenig sind auch Ungarn und Polen gesonnen, der weiteren Mißhandlungen ihrer Volksangehörigen in der Tschecho-Slowakei länger tatenlos zuzuschcn. Warschau sowohl wie Budapest haben den Westmächten vielmehr offiziell ihre Ansprüche auf die von ihnen abgetrennten Volksgruppen an­gemeldet. Auf dem Obersalzberg fanden Aussprachen des Führers mit dem ungarischen Mlnisterpräsidenten und dem ungarischen Außenminister sowie mit dem polnischen Botschafter statt. Denjenigen aber, die gern die Forderungen Polens und Ungarns überhören möchten, erklärt die polnische Presse unzweideutig, daß das 1919 Polen zugefügte Unrecht wieder gut gemacht werden muß und fügt hinzu, daß hinter den polnischen Forderungen die ganze Energie und volle Autorität des polnischen Staates steht. Die gleiche Sprache führt die ungarische Presse. Die italienischen Zei­tungen ihrerseits lassen keinen Zweifel daran, daß man

Nicht verhandeln, sondern handeln

Von unserem Berliner Schriftleiter W. Ahmus.

Noch einmal hat P r a g in völliger Verkennung der Lage den Versuch gemacht, die Entscheidung hinauszu- zögern. Es hat auf den englisch-französischen Plan eine Antwort erteilt, nach der es diesen Plan wohl als Ver­handlungsgrundlage annimmt, aber bezüglich der Einzelheiten, sowohl den „Schutz des Staatsganzen" wie den „Schutz der Volksgruppen", sorgfältig beachten müsse. Diese Antwort ist ein echter Benesch, nur verkennt man in Prag die Zeiten. Mit solchen Phrasen hätte man vielleicht noch vor einem halben Jahre Eindruck machen können, heute aber nicht mehr. Heute haben die Prager Machthaber überhaupt nicht mchr die Befugnis, im Namen des Staatsganzen zu sprechen. Sie sprechen bestenfalls noch iet Namen eines kleinen Prager Klüngels. Wir wollen aber auch gar keinen Zweifel daran lassen, daß man mit einer Regierung, die eine so schwere Blutschuld auf sich geladen hat, überhaupt nicht verhandeln kann. Man kann das umso weniger, a$s die Mißhandlungen der Sudeten­deutschen und der übrigen Volksgruppen noch immer weiter gehen und sogar rote Formationen der bolschewisierten tschechischen Truppen bewaffnete Angriffe aus deutschem Boden gewagt haben, wogegen gestern das Reich in Prag schärfsten Protest eingelegt hat. Auch der un­verschämte Versuch Prags, diese llberfälle abzuleugnen, ver­fängt heute wohl nirgends mehr. Für uns aber kann es nach alledem keine weiteren Verhandlungen mehr geben. Die Parole heißt nicht mchr verhandeln, sondern handeln. Es mutet geradezu als Witz an, wenn in einer solchen Lage Benesch noch den Versuch macht, Genf oder den Haag einzuschalten. Das beweist nur, daß man in Prag die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt hat. Wir jeden­falls sind nicht gewillt, derartige Mätzchen mitzumachen. Deutschland kann nicht mehr warten, die Zeit drängt. Die Erkenntnis, daß keine Zeit mehr zu verlieren ist, wird auch von einem großen Teil der englischen und fran­zösischen Blätter vertreten. Die „Daily Mail" will wißen, daß der französische und der englische Gesandte in Prag in ihrer Unterredung mit Benesch, die zu der sehr ungewöhn­lichen Stunde von 2.15 bis 3.30 Uhr heute früh statt­fand, die tschechische Regierung um eine zustimmende Antwort bis zur Mittagsstunde ersucht haben. Damit steht auch in Zusammenhang, daß man in London von einer für die Mittagsstunde geplanten Sitzung des englischen Kabinetts spricht.

Es ist sicher, daß Moskau in Prag seinen ganzen Ein­fluß geltend macht, um eine vernünftige Lösung zu verhindern. Der Druck Moskaus auf Prag ist heute sehr stark. Sowjet­generäle und Agenten Stalins haben in Prag das Heft in der Hand. Mer wenn sie etwa annehmen sollten, durch ihre Politik der frechen Provokation Europa in Brand stecken zu können, so irren sie sich. Die Leidtragenden würden einzig und allein die Tschechen sein. Moskau versucht auch in England und Frankreich die Opposition hochzuputschen, die vom „Verrat Chamberlains", von der „Unterwerfung unter Hitler" usw. sprechen, also die gleichen Phrasen benutzt wie

Warnung an die Westmächte.

Warschau, 21. Sept. (Funkmeldung.) Die polnischen Morgenblätter geben heute wieder eindringlich der Forde­rung des polnifchen Volkes nach Rückgabe des geraubten polnischen Gebietes an der Olsa Aus­druck. „Expreß Poranny" betont, daß das polnische Volk von heute nicht das des Jahres 1920 sei. Damals habe man auf Polen in Spaa gerade in dem Augenblick einen Zwang ans- geübt, als es znm Schutze Europas gegen die bolschewistischen Horden blutete. Heute ftche für das polnische Land an der Olsa auf der Wacht die gesamte Macht des polnischen Staates, der bereit sei, seine Autorität und seine Stärke in die Wagschale der Ereignisse zu werfen. Polen werde hierbei von keinem Imperialismus geleitet. Es verlange nur, was ihm geraubt wurde.

Dies wieder zu gewinnen, sei man aber um jede» Preis entschlossen. Die westlichen Hauptstädte Europas sollten in dieser Hinsicht keinen Zweifel hegen. Nichts könne Polen von seinem Weg abbringen. „Das Gebiet an der Olsa muh nach Polen zurückkehren."

„Kurjer Poranny" schreibt, der einheitliche Rhythmus und Wille, die die polnisch« Ration heute erfüllten, sei in ent-

Aussprache mit Jmredy und von Kanya.

Berchtesgaden, 20. Sept. Der ungarische Ministerpräfi- dent Jmredy stattete am Dienstag in Begleitung des ungarischen Außenministers von Kanya sowie des ungarischen Generalstabschefs General Keresztes- Fischer und des Staatssekretärs von Patakq dem Führer und Reichskanzler in Anwesenheit des Reichs­ministers des Auswärtigen von Ribbentrop auf dem Obersalzberg einen Besuch ab. Der Besuch diente der Aus­sprache über die unhaltbaren Zustände in der Tschecho-Slowakei.

Während der Führer und Reichskanzler die deutschen Probleme behandelte, legten die ungarischen Minister ein­gehend die ebenso unverrückbare Forderung des gesamten ungarischen Volkes aus das Recht der Selbstbestimmung ihrer unterdrückten Volksgenossen in der Tschecho-Slowakei dar.

Der polnische Botschafter beim Führer.

Berchtesgaden, 20. Sept. Der Führer und Reichskanzler empfing heute auf dem Oberfalzberg bei Berchtesgaden in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, den polnische» Botschafter in Berlin Exzel­lenz Lipski.

Auzeigenprelle: Ctn Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im lextteü 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 6, Nachlabstaffel B. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wirb keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme S1/« Uhr vormittag». Gröbere Anzeigen müfien spätestens einen Tag vor dem Erschemungstage aufgegeben werden.

schiedener Form in der Lucker Parade der Truppen vor dem Chef der polnische» Armee zum Ausdruck gelaugt. I» den heutigen Zeiten kennzeichne sich die Kraft eines Staates in zwei Elementen: 5» der wohlgerüsteten Armee und in der guten Organisation der Nation.' Das Blatt betont dann in einem Sonderbericht aus dem Olsa-Gebiet, daß die in Polen eingetroffenen Flüchtlinge davon erzählen, daß die Polen in der Tschecho-Slowakei von den Ereignisse« der letzten Zeit tief berührt seien und nicht daran dächte», den be­gonnenen Kampf abzubrechen.

Europa von dem Unruheherd der Tschecho-Slowakei befreien und reinen Tisch machen muß. Für diejenigen, die schwer be­greifen, hat Mussolini in seinen gestrigen Reden in Görz und Udine nochmals ganz klar und eindeutig verkündet, daß „Italien für jeden Fall bereit" ist. Die gleiche Sprache spricht auch die ungarische Presse. Es ist auch be­zeichnend, daß heute sowohl in Warschau als auch in Budapest große Kundgebungen stattfinden für die Rückgliederung der geraubten Gebiete. In der polnischen wie in der ungarischen Hauptstadt rechnet man mit einer gewaltigen Beteiligung an diesen Kundgebungen. ____

Selbst Moskau winkt ab.

Loudon, 20. Sept. Wie der diplomatische Korrespondent des „Eoening Standard" meldet, hat sich die Tschecho-Slowa­kei mit einem dringenden Hilferuf an Moskau ge­wandt. Benesch habe Moskau erklärt, daß die Tschecho- Slowakei sich jetzt fügen müsse, falls Sowjetrußland nicht so­fort bereit sei, unabhängig von dem, was Frankreich und England tun, mit dem ganzen Gewicht seiner riesigen bewaff­neten Macht einem möglichen deutschen Angriff entgegenzu- treten. Prags Antwort auf den englisch-französischen Plan würde von dem sowjetrusstschen Entscheid abhängen. Wie der Korrespondent hierzu erfahren haben will, haöe Sowjet- rußland aber Prag seine Hilfe mit dem Hinweis versagt, daß es keine Armee durch Rumänien senden könne.

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Benesch-Ztaat in voller Auslösung.

Polen und Ungarn fordern ihr Recht. - Die Slowaken bestehen auf Durchführung des Pittsburger Vertrages.

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N«ierhattm»gsbeilage. 8et[mer Sür0: s«itn.sßumerSbort.