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Nnierhaltmtgsbeilage. aecttn“ 8fl“: ®etIin-™tImct3bort-
Nr. 209.
Mittwoch, 7. September 1938.
86. Jahrgang.
Der Zuhrer bestimmt die Marschroute.
Proklamation und Kultur-Rede. — Unser Brot auf Jahre hinaus gesichert. — Die wirtschaftliche Unabhängigkeit errungen. — Blockade gegen Deutschland unwirksam geworden. — Dr. Todt, Dr. Porsche, Prof. Dr. Heinkel und Prof. Messerschmitt mit dem Nationalpreis ausgezeichnet.
Der zweite Tag.
Vt. Der gestrige zweite Tag des Reichsvarteitages brachte zwei grobe Kundgebungen des Führers, in denen er die Marschroute für das kommende Jahr festlegte. ^?£l5?amatl0llr,un^ Kulturrede, die wir beide im Innern des Blattes veröffentlichen, sind stets Höhepunkte des groben /lurnberger Geschehens, die jeden einzelnen Deutschen zuinnerst angehen und bewegen. Aber auch das Ausland bringt Jonen größte Aufmerksamkeit entgegen. Die englischen Blatter.zum Beispiel die „Time s“, geben die Prokla- sss°tion im Wortlaut wieder. Sie unterstreichen vor allem die Stelle, tn denen der Führer davon sprach, dab Deutsch- k1? n t ® I o d a b e mehr z u fürchten brauche. Die Mehrzahl der englischen Zeitungen nehmen bereits in Heitartikeln. Stellung. Sie bringen die Proklamation ver- schiedenllch tn Zusammenhang mit der iudetendeut- J <b e nz r < lJ.e‘ AM die Äußerungen über die deutsche W^ r i s ch a f t s v o l i t i k finden weitgehende Beachtung.
Mutz anerkennen, dab das totalitäre Wirt- schansshstem fest begründet ist, und daß man Rd> vorbereiten müsse., den eigenen Wirtschaftsaustausch zu verbessern. Die Pariser Presie gibt sich alle Muhe, aus der Proklamation geheime Absichten Deutschlands herauszulesen und ergeht stw teilweise in völlig abwegigen Kombinationen. Das „Journal stellt mit Befriedigung fest, dab der Führer nichts gesagt habe, was die augenblickliche Lage noch verschärfen ^onne Die Prager Presse sieht das Wesentliche darin, daß, zunächst noch keine Äußerungen über die aktuel-/ len Probleme, der Außenpolitik gefallen sind. Wenn es tn der internationalen Presse auch nicht an negativen Darstellungen fehlt, so zeigt sich doch, daß ihre in Nürnberg anwesenden. Vertreter sich den tiefen Eindrücken, die der Reichspartettag entwickelt, nicht entziehen konnten.
tm Opernhaus. Kurz nach acht Uhr betrat der Führer, begleitet von Rudolf Leb und Alfred Rosenberg, den festlich geschmückten Raum. Nach der Aufführung der 's S t nf onie von Bruckn e r unter der Stabführung des Generalmusikdirektors Prof. Weißbach sprach Reichsleiter ??ojenherg über das Thema „Kampf der nationalsozia- Ilstlschen Revolution in ihrer Ganzheit", woraus wir noch bei einer anderen Gelegenheit zurückkommen werden. Hierauf verkündete Dr. Goebbels die diesjährigen Träger des Nationalpreises mit folgenden Worten:
»Mein Führer! Meine Volksgenossen und Volks- genossinnen! Der Führer verleibt den deutschen Nationalpreis 1938. den er am 30. Januar 1937 gestiftet hat. an folgende hochverdiente Deutsche:
1. an den Generalinspektor für das deutsche Strabenwesen. Diplomingenieur Dr. Fritz Todt,
2. an den Konstrukteur Dr. Ferdinand Porsche und
3. zu je einer Hälfte des Preises in Höhe von 50 000 RM. an die beiden Flugzeugbauer Prof. Willy Messerschmitt und Prof. Ernst Heinkel.
■ ^.®ann ergnft der Führer das Wort zu seiner großen, richtungsweisenden Kulturrede, die wir im Innern des Blattes veröffentlichen.
Volksfest in der KdF.-Stadt.
2n den Rachmittagsftunden -atte Dr. Ley in der KdF.- Stadt das Volksfest, das unter dem Leitspruch „Freut euch b e 5 Sehens“ steht, eröffnet. Es wirb währenb bes ganzen Parteitages burchgeführt unb ben letzten Tag mit einer Erotzveranstaltung beschließen.
Vorbeimarsch der HI.-Bannfahnen.
Der Dienstag begann mit bent Vorbeimarsch der Bannfahnen der HI. Für die Teilnehmer des Adolf-Hitler- Marsches. die zum Teil bis zu 800 Kilometer zurückgelegt hatten, war der grobe Augenblick gekommen. Der Führer, begleitet von zahlreichen Reichs- und Gauleitern, nahm vor dem „Deutschen Hof" den Vorbeimarsch ab. Unter den 500 Bannfahnen befanden zum zum ersten Male die neuen Banner aus der Ostmark, die bisher in Deutschland ilch^gestellt waren und den österreichischen Hitlerjungen erst tn Braunau wieder übergeben wurden.
Eröffnung des Parteikongresses.
..Das grobe Ereignis des Vormittags bildete die feierliche Eröffnung des Parteikongresses. Dr. Dietrich gebrauchte bei dem Preffeempfang das Wort: Nürnberg sei der Parade platz nuferer groben politischen ^deen. Dies trifft in besonderem Mabe gerade auf den Kongreb zu, der die geistigen Fundamente des Nationalsozialismus zur Darstellung bringt. Er wurde, wie alljährlich, durch den Stellvertreter des Führers. Rudolf Heb, eröffnet. Unter Vorantritt der Blutfahne hielten sämtliche Standarten. darunter die Feldzeichen der Ostmark, ihren Einzug. Wieder rief Stabschef Lutze die Namen der Toten, diesmal erweitert durch die Opfer des Schuschniggsystems. auf. Rudolf Heb gedachte in seiner Ansprache des Kampfes und des selbstlosen Einsatzes der Ostmark und verkündete den Namen des diesjährigen Parteitags: „Parteitag Grob- d e u t s ch l a n d". Nach einer Begrüßungsansprache des Hrankenfübrers Streicher verlas Gauleiter Adolf Wagner die Proklamation. Der Beifall und der stürmische Jubel, der den Führer bereits bei seinem Erscheinen begrübt hatte, brach während der Verlesung der Proklamation immer wieder auf und zeigte, dab die Worte des Führers, von der innersten Anteilnahme der 50 000 begleitet. erlebt und verstanden wurden.
Konrad Henlein in Nürnberg.
Prag, 6. Sept. Konrad Henlein ist am Dienstag- mittag nach Nürnberg abgereist, um als East des Führers und Reichskanzlers am Parteitag teilzunehmen.
40 000 Arbeitsmänner vor dem Führer.
Nürnberg. 7. Sept. (Funkmeldung.) Der erste grobe Aufmarsch des Reichsparteitages Erobdeutsch- land war. wie in jedem Jahr, den Männerst des Arbeitsdienstes Vorbehalten, den Trägern des neuen Adels der Arbeit. In einer Stärke von 4 0 0 0 0 Arbeitsmännern und 2000 Arbeitsmaiden marschierten sie am Morgen des Mittwoch an dem Führer vorüber, um nach vollendetem Aufmarsch, der trotz des trüben Wetters ein grobartiges und eindrucksvolles Bild hinterlieb, in einer Feierstunde erneut das Gelöbnis ihres Einsatzes für den Führer und Grobdeutschland abzulegen.
Ein besonders weihevoller Akt dieser Feierstunde war die Svatenübergabe an die Ostmark nnd die Totengedenkfeier.
Nach der Meldung des Reichsarbeitsführers sprach der Führer zu den Arbeitsmännern. Dann traten sie ihren Marsch durch die festliche Stadt Nürnberg an.
„Am Anfang stand der Glaube"
Von Heinrich Karl Kunz.
Der „tnoberne“, aufgeklärte Mensch, wie ihn der Liberalismus unb bie bemokratische Epoche geprägt hat, betrachtete es als einen Vorzug, ungläubig zu sein. Zerlegen, sezieren unb bas baraus rejultierenbe Wissen, bebeutete ihm alles. Der emanzipierte Verstand begann sämtliche ßebensgebiete zu erobern. Die kühle Berechnung her realen Werte sollte lebe Überraschungsmöglichkeit aus» schließen. Die gerablinige Schlußfolgerung, bas unerbittliche „Entweber — Ober schien zugunsten bes „Sowohl als auch", bes Kompromisses, enbgültig überrounben. Der Kuhhandel entwickelte sich zur politischen Umgangssorm, in der man innere wie äußere Probleme zu lösen suchte. Gerade diese Voraussetzung, mit der sich die Gegner dem Nationalsozialismus gegenüber im Vorteil wähnten, begründete ihre Niederlage. „Am Anfang des Wunder? der deutschen Auferstehung", so schrieb es der Führer in seiner Proklamation nieder, „stand der Glaube!" Er mobilisierte Kräfte unb Energien, die der einseitige Verstandesmensch in seinen Erwägungen übersah, deren Existenz er auch heute noch ableugnen möchte. Er sieht in ihnen, weil sie seinem Verstehen unzugänglich sind, etwas Dunkles, Elementares und Bedrohliches. Der nationalsozialistische Staat, der auf dem Fundament des Glaubens aufbaut, bedeutet ihm eine Sphinx, an der er herumrätselt, der er die unsinnigsten Absichten unterschiebt, ohne ihr Wesen unb Wollen bamit zu ergrünben. Wer die tiefgreifende Revolution des deutschen Seelenlebens, seine Erlösung von der ü6er[teigerten Wertung des Verstandes, die zur Impotenz im Geistig-Schöpferischen führt, nicht erkennt, wird das Geheimnis, das über den Nationalsozialismus gebreitet zu sein scheint, nie lüften. Dazu ist die persönliche Elaubensfähigkeit der einzige Schlüssel.
Als sein Glück bezeichnet der Führer in seiner Proklamation. daß er in seiner Jugend und in der Zeit seines Soldatentums nur bas Volk kennenlernte. In ihm erstarb her Glaube nie, gleich auf welchem Gebiet er sich äußern mochte. Währenb bie Oberfläche im Intellektualismus zu verborren begann, wob unter der Kruste in den breiten Massen — eine lebenskräftige Keimschicht — der Heimlichs Glaube und eng geschwistert die Hoffnung, die Tatbereitschaft der Passiven. Aufgerufen, vollendeten sich der Gläubige und die Glaubensfähigem Führer, Bewegung und Volk zu einer Einheit, die das Wunder vollbrachte. Das Wunder, das aus dem Deutschland von 1918 das Eroßdeutschland von 1938 erstehen ließ.
Fünf Jahre nationalsozialistischer Reichsführung und ihre kaum für möglich gehaltenen Erfolge, beweisen besser als Worte es könnten, daß Glaube, Verstand und Klugheit keine Gegensätze sind. Der Glaube löst die dynamischen und motorischen Kräfte, die der Verstand im gegebenen Augenblick am richtigen Ort einzusetzen hat. Der Glaube gibt durch die Überzeugung, die er vermittelt, dem Charakter die Härte, die zähe Beharrlichkeit, die den Weg Adolf Hitlers, allen Widerständen zum Trotz, in den Steg geführt hat. Er nährt die Verantwortungsfreudigkeit und stählt den Mut. Zwei Eigenschaften, die den vom Nationalsozialismus geschaffenen. Typ des Führenden auszeichnen müssen. Der Führer ging, da er diese Gedanken in seiner Proklamation entwickelte, mit denjenigen — leider noch viel zu vielen — scharf ms Gericht, die stets mit kritischen Blicken in der Zukunft neue Schwierigkeiten aufstehen sehen, sie als unüberwindlich bezeichnen und die großen vergangenen Ereignisse. die den einzigen Maßstab für Das Mögliche abgeben könnten, bagatellisieren. Sie halten bas Werdende für unerreichbar, bas Gewordene für selbstverständlich. Wir erkennen in dem Bild, das der Führer von
Ausstellung: „Europas Schicksalskampf im Osten".
Der Nachmittag brachte die Eröffnung der groben Ausstellung „Europas Schicksalskampf im Osten“. Reichsleiter Alfred Rosenberg sagte in seiner Ansprache u. a.: Die rassische Zusammensetzung des europäischen Ost- raumes. die geographische Lage der großen Ebene im Osten, die geschichtlichen Wanderzüge vieler Völker, die Ideologien asiatischer und europäischer Völker, die zermürbte moralische und politische Widerstandskraft der vom Weltkrieg mit einem schweren Schicksal geschlagenen Völker und vieles andere bilden jene Summe der Kräfte, die zu einem Ausdruck furchtbarster Art im Osten geführt haben. In Moskau haben sich die alten asiatischen Instinkte bes Hasses gegen die europäische Lebensform erneut erhoben. Das Judentum hat stch hier zu einem rnachtvolitischen. zerstörerischen Zentrum zusammengeballt und eine riesige Arbeit entfaltet, um Europa mit einer schlimmeren Invasion zu überziehen, als sie jemals durch die Hunnen und Härteren möglich gewesen war. Die Ausstellung zeigt die historische Aufgabe, die Deutschland gerade heute im Ostraum zu erfüllen hat. An die durch Rudolf Heß ausgesprochene Eröffnung schloß stch ein Rundgang durch die Ausstellungsräume der Norishalle.
Kulturtagung im Opernhaus.
In den Abendstunden versammelte sich die gesamte Führerschaft der Bewegung, die leitenden Männer des Reiches und des kulturellen Lebens zur Kulturtagung
„Abtrennung der nichttschechischen Grenzgebiete."
Ein Vorschlag der „Times".
London. 7. Sept. (Funkmeldung.) In sehr bemerkenswerter Weise nimmt die „Times" am Mittwoch in einem Leitartikel zur sudetendeutschen Frage Stellung. Sollten die Sudetendeutschen, so schreibt das Blatt, mehr fordern, als die tschechische Regierung anscheinend bereit sei zuzugestehen, so könne das nur so ausgelegt werden, daß die Deutschen übet die reine Behebung von Unzulänglichkeiten hinausgehen und sich innerhalb der tschechoslowakischen Republik nicht wohl fühlen. In diesem Falle könne sich für die tschechische Regierung die Frage erheben, ob sie den Weg einschlagen solle, der in gewissen Kreisen Anerkennung gefunden habe, nämlich die Tschechoslowakei dadurch zu einem einheitlicheren Staatsgebilde zu machen, daß man sie von den Teilen der Bevölkerung trennt, die an die Nationen grenzen, mit denen sie rastenmäßig eins seien. Auf jeden Fall würden die Wünsche der beteiligten Bevölkerung ein entscheidendes.
wichtiges Element bei jeder Lösung darstellen, von der man auf Bestand hoffen könnte. Die Vorteile, die für die Tschecho-Slowakei daraus erwachsen würden, daß sie ein einheitlicher Staat würde, würden möglicherweise die Nachteile aufwiegen, die sudetendeutschen Bezirke des Grenzgebietes zu verlieren.
Daladier greift durch.
Der Hasen von Marseille requiriert und unter militärische Kontrolle gestellt.
Paris, 7. Sept. (Funkmeldung.) Die Weigerung der Hafenarbeiter von Marseille, die letzten Borschläge anzu- nchmen, die die Arbeitgeber im Einvernehmen mit dem Arbeitsminister unterbreitet haben, haben die französische Regierung nunmehr zu energischen Maguahmeu veranlagt. Das amtliche sranzöfische Gesetzblatt verössentlichi am Mittwoch eine Verordnung, mit der der Hasen von Marseille requiriert und unter militärische Kontrolle gestellt wird. Die Verordnung tritt sofort in Kraft.
