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Samstag/Sonntag, 3./4. September 1938.

Wiesbadener Tagblatt

Viertes Blatt. Nr. 266.

Volkswagen — wie, wann, wo?

Die technischen und scchrerischen Leistungen des Volks­wagens Jini) an dieser Stelle mehrfach gewürdigt worden. Nach der Vorstellung soll nun der Weg zum Erwerb dieses deutschen Meisterstücks aufgezeigt werden. Denn schließlich will der Käufer bei der Anlegung von 1000 RM. die Zahlungs- und Lieferungsbedingungen genau kennen und bekanntlich kauft man die Katze nicht im Sack. Bei den Dienststellen der DAF. und NSE. „Kraft durch Freude" hat naturgemäß im ganzen Ncichsgebiet ein ausgedehntes Frage- und Antworrspiel em- gesetzr, und wenn in der Reichshauptstadt z. B. kurz nach der Verkündung der Sparaktion in Leverkusen durch Dr. Ley be­reits an die 4000 Festkäufe abgeschlossen wurden, so kann man diese Ziffern leicht auf das ganze Reichsgebiet vervielfältigt übertragen. Die Reflektanten, die stch ja wohl in erster Lime aus Käuftrschichten zusammensetzen, die motoristisch noch nicht oorgebildet sind und die ein brennendes Interesse iiber das ganze Drumherum der geschäftlichen Abwicklung haben wollen wissen, was sie für ihr Geld erhalten und wie ste den Wagen erstehen können, ohne sich dabei wehe zu tun. Also fassen wir die Hauptregekn einmal zusammen:

Jeder Deutsche

ohne Unterschied des Standes und des Besitzes kann Käufer des Volkswagens werden.

Welche Wagen-Type«?

Wir unterscheiden Jnnenlenker (Limousine), Innen­lenker mit Faltdach (Kabriolet-Limousine) und offener Wogen. Der Preis für den Jnnenlenker beträgt 990 RM. Bei dem Jnnenlenker mit Faltdach kommt ein Zuschlag von 60 RM. in Anrechnung. Auf den offenen Wagen werden Be­stellungen zunächst noch nicht entgegengenommen, da mit dem Bau dieser Type erst später begonnen werden soll.

Der Kaufabschluß.

Man beschafft sich bei (jeder) DAF.- und KdF.-Dienststelle ein Antragsformular, das man (bei Ehefrauen und Minder­jährigen nicht die Unterschrift des Ehemannes bzw. des gesetz­lichen Vertreters vergessen!) der betreffenden Dienststelle oder auch dem zuständigen KdF.-Wart ausgefüllt überreicht. Dann bezahlt man 1 RM. Gebühr und erhält nunmehr die Spar­karte.

Die Sparraten.

Die niedrigste Sparrate einschließlich Versicherung be- trägt. pro Woche 5 RM. Sparmarken geben die genannten Dienststellen aus. Die regelmäßige Einhaltung dieser Sparrate garantiert nach einer noch festztyetzenden Zeit den Erwerb des Volkswagens. Diese Zeitspanne wird bei Produktionsdeginn festgesetzt. Man kann selbstredend auch größere (durch 5 teil­bare) Raten zahlen, doch mutz wöchentlich gespart werden. Auch eine größere Anzahlung ist möglich, ja man kann den Gesamtpreis erledigen, doch wiederum nur gegen Erwerb der Sparmarken,, da7 ein Barkauf ausgeschlossen ist. Die Kosten für die Sonderausführung, ebenso wie diejenigen für den Einbau des Rundfunkgerätes, sind mit besonderen Zusatzsparmarken auf der zweiten und dritten Sparkarte mir je 4 RM. pro Woche zu entrichten. Das gleiche gilt auch für die Transportkosten, die natürlich wegfallen, falls der Wagen im Werk Fallersleben selbst abgeholt wird. Im anderen Falle gilt der verbilligte Sammeltrans­port nach der zuständigen Gauhauptstadt. Vollgeklebte Spar­karten sind der zuständigen KdF.-Reichsdienstftelle zu über­geben oder aks Einschreibebrief einzusenden.

Wann komme ich an die Reihe?

Die Produktion wird auf die einzelnen Gaue kontingentiert. Ist die dritte Sparkarte vollgeklebt (jede Sparkarte enthält 50 Felder) und abgeliefert, erhält der Käufer eine Bestellnummer, die die Reihenfolge der Lieferung regelt. Mindestsparer sind also in keinem Falle benachteiligt, da die Lieferung des Wagens in dem eingetragenen Jahr ge­sichert ist.

Die Versicherungsprämie

ist in dem Kaufpreis einer Sparmarke eingeschlossen. Der Volkswagen ist auf 2 Jahre hinaus ab Versand gegen Haft­pflicht und beschränkt gegen Kasko versichert. Die Zweijahres- Prämie beläuft sich aus nur 200 RM.

Rücktritt vom Kaufvertrag unzulässig.

Rur ausnahmsweise bei besonders gelagerten Fällen kann der ersparte Betrag unter Abzug der Ver­waltungskosten zurückerstattet werden.

Ein Blick auf den Führersitz des KdF.-Wagens zeigt die vollkommene Ausrüstung und Bequemlichkeit der Ein­richtung. (Photo Wolfgang Wieselbach, Berlin, K.)

B-V

Wie soll er aussehen?

Unnötige Sorge. Der Volkswagen wird in den ersten Jahren in dunkler bkaugrauer Lackierung geliefert, die un­empfindlich ist gegen Rostschäden und Witterungseinslüsse. Erst später wird man die Auswahl unter anderen Farbtönen haben.

Fahrunterricht- und Earagensragen

sind noch nicht gelöst, doch wird die DAF. auch hier noch eine für jeden Käufer tragbare Lösung herbeiführen. Gut Ding will gute Weile haben.

Alles weitere

auch genaue technische Angaben in Wort und Bild enthält der von den Dienststellen der DAF. und KdF. herausgegebene Prospekt.

Sind Sie nun im Bilde? L.

Schiersteiner Fischerzunft.

Unsere Fischer sind noch immer eine wahre Zunft. Sie sind ein Stück Heimat. Ihre Vorfahren, teilweise bis zu vier und noch mehr Generationen zurück verfolgbar, haben ihnen ein wohl unsterbliches Erbe in die Hände gelegt. Viele von ihnen — die Suche nach den Stammbäumen ergab es — sind miteinander verwandt. Aber auch ohne diese Verwandtschaft, die ja auch nicht immer wahre Kameradschaft ist, würden sie wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Ihr Beruf verlangt es so. Hat sich eigentlich schon einer jemals Gedanken gemacht, wie groß die Mühe, Arbeit und auch Sorge dieser braven Menschen ist? Alle glauben, wenn sic etwas von Rhein­fischerei hören, an etwas Romantisches. Wohl haftet ihrem Berus ein klein wenig besten an, was die meisten unter Romantik zu verstehen glauben, und das ist auch gut so, aber die Romantik hört auf, wenn es um das tägliche Brot geht. Ihr Beruf fragt nicht nach Sturm und Regen, Hagel und Gewitter, auch nicht danach, wenn der Strom im Winter im EispaMer gefesselt liegt — immer wieder fahren sie hinaus. Wie oft ist es Bei schwerem Sturm schon vor­gekommen, daß ausgelegte Netze in Stücke gingen, oder was noch viel schlimmer ist, aus ihrer Verankerung herausrissen und irgendwo auf dem Grund des Rheines verschlammten. Dann war ihre Arbeit vergebens. Still kehren sie nach solch hartem Ausfall zurück und mit zähem Fleitze schaffen sie Tage und Nächte, um den entstandenen Schaden wieder durch Hände Arbeit zu ersetzen.

Oft gibt es auch Arbeit an den Landeböcken. Dort wüsten von Zeit zu Zeit die großen Nachen ausgebessert werden,

Winterarbeitsplan des Volksbildungsrverkes

Theater und Musik wieder im Vordergrund.

In wochenlanger Kleinarbeit ist der Winterarbeitsplan des Amtes Feierabend der NS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" des Gaues Hessen-Nassau fertiggestellt worden. In den nächsten Wochen werden in den Städten, Dörfern und Betrieben die Plakate der NS.-Gemeinschaft aushängen und werbend auf die Kulturarbeit Hinweisen. Die Eaudienst- stelle hat in dem reichhaltigen Programm für jeden Geschmack Rechnung getragen, überall in unserem Gau wird in den Wintermonaten der Bevölkerung Gelegenheit geboten, an dem kulturellen Leben unseres Volkes teilzunehmen und durch das Erlebnis in der Gemeinschaft neue Kraft für den Alltag zu sammeln.

Im Vordergrund des Winterarbeitsvlanes steht wieder das Theater. Die Gauwanderbühne wird eingesetzt, um den Volksgenossen der theaterlosen Städte und des flachen Landes zu ermöglichen, an den großen Bühnendichtungen der Vergangenheit und Gegenwart teilzuhaben. Künstlerisch ein­wandfreie Aufführungen werden in ihrer echten Wirkung alle Kreise der Bevölkerung zusammenführen und so ein starkes Mittel der einheitlichen Volksgestaltung sein. Die Rhein-Mainische Landesbübne wird in ungefähr 90 Städten mit rund 650 000 Einwohnern spielen. Damit vollbringt die Bühne die gleiche Leistung wie das Theater einer Großstadt. Mit der Gründung des Rhein-Mainischen Eemeindekulturverbandes ist dem Theater die feste Grund­lage gegeben worden, auf der sich steigernde Leistungen mit den sozialen Forderungen unserer Zeit vereinen können Weiter sollen die Mitgliedszahlen her Tbeaterringe der NS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" in den Städten unseres Gaugebietes mit ständigen Theatern, die zum Teil schon sehr beachtlich sind, in diesem Winterhalbjahr noch ge­steigert werden. Vor allem aber soll durch die Schaffung kleiner Mietreihen allen noch fernstehenden Teil­nehmern Gelegenheit gegeben werden, ins Theater zu gehen. Mit den verschiedensten Bühnen führt das Eauamt Feier- ahend außerdem Abstecher-Vorstellungen in theaterlose Städte durch, um neben den Schausvielvorstellungen der Gauwander­bühne auch musikalische Werke bieten zu können.

Auf musikalischem Gebiet wird die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im kommenden Winterhalbjahr wieder zahlreiche Orchester - und Chorkonzerte durchfuhren. An erster Stelle ist ein Einsatz des Rhein-Mainischen Landes­orchesters geplant, das durch den Gauleiter gegründet wurde und sich seit seinem Bestehen zu einem leistungsfähigen Klangkörper entwickelt hat. Neben Werkspausenkon- äerten, die öfters vom Rundfunk übernommen werden, sieht der Winterarbeitsplan eine Anzahl öffentlicher Konzerte unter Mitwirkung bekannter Gesangs- und Jn- strumentalsolisten vor. Unter den verpflichteten Solisten be­finden sich Erna Sack, die finnische Sopranistin Aulikkii Rau- tavarra, Lubka Kolessa und Lore Fischer. Prof. Johannes Wolly, Pros. Hoehn, das Lenzewski-Quartett. Für Orchester­konzerte ist auch das Rundfunkorchester gewonnen.

Wie die kurze Übersicht zeigt, hat das Amt Feierabend nichts unversucht gelassen, in den kommenden Wintermonaten der Bevölkerung in Veranstaltungen ein tiefes Erlebnis zu vermitteln und die Kulturgüter des Volkes nahezubringen. Den Bestrebungen des Deutschen Volksbildungswerkes wird auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg beschieden sein.

Ruderboote erhalten neue Anstriche, Netze werden geflickt und zum Trocknen aufgehängt. Hier sind auch die Plätze, wo die § finge, in groß und klein sortiert, verteilt werden. An solchen Tagen gibt es immer viel zu sehen. Zahlreiche Fremde beobachten das Tun und Treiben. Schnell füllen stch die Bottiche, getrennt nach den Arten der Fische. Was zuviel für den baldigen Verkauf erscheint, kommt lebend in die großen Fischkästen. • Mancher Liebhaber leckerer Fischgerichte hat schon oft seinen Bedarf direkt an der Quelle gekauft.

Die ersten Früh-Omnibuffe nach der Stadt sind oft von den Fischerfrauen, mit gefüllten Zobern, besetzt, die ihre frische Ware auf dem Markte feilbieten wollen. Ab und zu spritzt es einmal auf, ein Zeichen, daß die Fische noch recht munter sind. Es ist auch schon vorgekommen, daß es Ausreißer gab; aber dann fehlte das rettende Wasser. Auf dem Weg zur Bratpfanne der Hausfrau gibt es nun einmal kein Entrinnen mehr. W.

Zweitausend Mädchen küssen einen Mann. Ein Motorrad­rennen in Pennsylvanien ist für den Sieger und für alle aktiv daran Beteiligten stets eine beachtliche Leistung. Man sollte dem Sieger hinterdrein etwas Ruhe gönnen, damit er sich von seinen Anstrengungen erholt. Nicht so aber dachten die zweitausend weiblichen Zuschauerinnen, die die Renn- tribüne bevölkerten und nach einem Brauch den Sieger küssen wollten! Zweiiausendmal mußte sich Boby Ratlefffen das Küssen hintereinander gefallen lassen. Ob ihm so ganz wohl dabei zu Mute gewesen ist, wissen wir nicht, jedenfalls hat der Sieger, der zu allem Unglück nachher noch interviewt wurde, mit aller Bestimmtheit erklärt, er habe bestimmt nicht wieder- geküßt!

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