Freitag, 19. August 1938.
Wiesbadener Tagbiatt
Zweites Blatt. Nr. 198.
Briefmarken-Ecke.
Neue Postwertzeichen.
Afghanistan. Sondermarke zum 5. Jahrestag der Krönung des Schah Mahd Siar: 50 P. blau und braun, dessen Bildnis.
A u st r a l i e n. Freimarke: 1% Penny braunlila, Georg VI.
Brasilien. Zur Jahrhundertfeier des Nationalarchivs: 400 R. rotbraun mit der Abbildung des Gebäudes, Querformat.
China. Aushilfsmarken mit verändertem Wertausdruck: 8 auf 40 C. orange von 1932, 10 auf 25 C. blau von 1931. — Sonderausgabe anläßlich der Herstellung funktelegraphischer Verbindung mit den Bereinigten Staaten: 5, 25, 50 C., 1 Doll., Präsident Roosevelt und General Tschiangkai- schek am Mikrophon.
Frankreich. Zur Einweihung der wiederhergestellten Kathedrale von Reims: 65 + 35 C. blau, Ansicht des Bauwerkes. — Freimarke 55 L. grün, Fabeldichter Jean de Lafontaine.
Griechenland. Aushilfsmarke zugunsten der sozialen Fürsorge: 50 auf 20 L. Portomarke von 1913, ferner Aufdruck eines Kreuzes und des Wortes „Pronoia"".
Irland. Zu Ehren des Vorkämpfers für alkoholische Mäßigkeit, Mathew: 2 Pence braun, 3 P. blau, Mathews Bildnis, Inschrift: „Seo cuise in ainm" (Gehen wir im
Namen Gottes daran!). Mit diesem Ausspruch eröffnete Mathew den Kampf gegen den Alkoholismus.
Kanada. Luftpost: 6 C. blau, Flugzeug über Flußdampfer.
Liechtenstein. Zur Vriefmarkenausstellung _ in Vaduz: Block von vier 50 R. gezähnt, Bildnis des heimischen Komponisten Rheinberger, im Hintergrund Orgel.
Litauen. Zur Landesolympiade: 5 + 5 (5. dunkelgrün und grün, Bogenschütze, 15 + 5 (E. rot und orangerot, Speerwerfer, 30 + 10 C. dunkelblau und blau, Hochsprung, dahinter Segelschiff, 60 + 15 C. dunkelbraun und braun, Läufer, sämtlich Hochformat. — Anläßlich des nationalen Pfadfindertreffens erhielten von den vorstehenden Olympiademarken die Werte 5 4-5 und 60 4- 15 C. den Aufdruck „Tautine Skautu Stovykla" (Nationallager der Pfadfinder), die Werte 15 + 5 und 30 + 10 C. den Aufdruck „Tautine Skauciu Stovykla" (Nationallager der Pfadfinderinnen).
Spanien (Nationalregierung). Freimarken: 20 C. violett, 25 C. rot, Ferdinand der Katholische. — Flugpost: Freimarken 50 C. schiefer, 1 P. blau, Ferdinand der Katholische, mit dem zweizeiligen Aufdruck „Correo Aereo". — Sondermarken zum 2. Jahrestag der nationalen Bewegung: 15 C. grün aus hellgrün, 25 C. rot auf rosa, 30 C. blau auf hellblau, 1 P. braun auf gelb, Hand, deren Innenfläche das nationale Abzeichen, die fünf Pfeile, zeigt. Inschrift: „18 Julio — Espassa — Libre."
Tschecho-Slowakei. Zur Kaschauer Ausstellung: Freimarke 50 H. mit Stadtbild.
U n g a i n. Jubiläumsblock von sieben Werten zum 900. Todestag des hl. Königs Stephan: 6 + 6 F. graugrün, der
Heilige bekehrt die Heiden, 10 + 10 F. lilarot, der Heilige als Sieger, 16 + 16 F. braun, St. Stephan Recht sprechend, 20 + 20 F. orangerot, Madonna, 32 + 32 F. grau, der Hofstaat des hl. Königs, 40 + 40 F. graublau, der Heilige mit seiner Familie, 50 + 50 F. lila, der Tod des Heiligen. Auger- dem erschienen die Werte 10 + 10 F. und 20 + 20 F. auf besonderen Blättern.
Vereinigte Staaten. Freimarke: 4)4 C. grau, das „Weiße Haus" in Washington, der Wohnsitz des Präsidenten. — Zur Hundertfünfzigjahrfeier der Errichtung des Nordwest-Territoriums: 3 C. violett, Denkmal, das aus diesem Anlaß von Präsident Roosevelt eingeweiht wurde.
21 Jahre im Gletscher. Ein junger .Sirte der über den Rand des Zanflcuron -Gletschers über den.Drablerets im Rbonetal kam. erblickte zu seinem Schrecken plötzlich einen Mann, der in das Eis eingebettet war. Er eilte hinunter zu dem zehn Kilometer entfernten Sion, wo schnell eine Polizeitruvve gebildet und hinaufgeschickt wurde. Sie mnd die Leiche in vollkommenem Erhaltungszustand. Neben ihr waren ein Komvaß. ein Vergrößerungsglas und ein griechisches Wörterbuch im Eise mit eingefroren. Das Buch ermöglichte es der Polizei, die Leiche als die eines Pastors Schneider festzustellen, der wegen seiner Kenntnis des Griechischen in Lausanne gut bekant war und der vor genau 21 Jahren aus geheimnisvolle Weise verschwunden war, als er eine Bergtour in dem Gebiet unternommen hatte. Es i!t eine alte Erfahrung, daß die Gletscher oft erst nach langer Zeit die ihnen zum Ovfer Gefallenen wieder herausgeben.
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Für die uns anläßlich des Heimganges unserer lieben Verstorbenen erwiesene herzliche Teilnahme sagen wir aufrichtigen Dank.
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Am Dienstag, den 16. August, ist unsere liebe Mutter, Schwester, Großmutter, Schwägerin und Tante
Anna Bibo, geb. Solger im 50. Lebensjahr nach kurzem schwerem Leiden sanft entschlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Samstag, den 20. August 1938, nachm. 3% Uhr von der Kapelle des Südfriedhofes aus statt.
Herzlichen Dank für erwiesene Teilnahme beim Tode unseres lieben Entschlafenen
Herrn Jakob Bach
Besonderen Dank Herrn Pfarrer Jüngel für die trostreichen Worte und der Kranzniederlegung der NSKV.
Frau Käthe Bach
nebst Kindern.
Der Arzt als Helfer 261 Wiesbadener Tagblatt
Frostschäden, Erfrierungen.
Zu große Kälte kann ebenso wie zu große Hitze schädlich für den Körper sein. Die Kälteeinwirkung kann entweder einzelne Teile des Körpers treffen, sie kann aber auch so stark und so anhaltend sein, daß schließlich der ganze Körper der Frosteinwirkung unterliegt.
Bon der Erfrierung werden am ersten die am weitesten vom Körpermittelpunkt entfernten Teile betroffen die Finger, die Zehen, die Nasenspitze und die Ohren: da diese Teile am wenigsten durch Kleidung geschützt sind und sich nur schwach gegen übermäßigen Kälteverlust wehren können. Gewisse Schivankungen der Außen- temperatur vermag der Körper sehr gut durch eine Regelung der Blutzufuhr zur Haut auszugleichen. Ist die Außentemperatur hoch, so erweitern sich die feinsten Blutgefäße, die Kapillaren, in der Haut, es entsteht ein vermehrter Blutstrom, dadurch wird die Haut wärmer, es kann mehr Wärme nach außen abgegeben werden. Ist dagegen die Außentemperatur sehr niedrig, so wehrt sich der Körper gegen eine Wärmeabgabe. Die Kapillaren ziehen sich krampfartig zusammen, der Blutstrom nach der Haut hört auf, die Haut erscheint blaß. Dazu kommt noch, daß sich auch die kleinen Muskeln, die mit der Körperbehaarung in Zusammenhang stehen, zusammenziehen und sich die kleinen Härchen aufrichten. Es entsteht die sog. Gänsehaut, die dem Aufplustern des Federkleides der Vögel bei Kälte entspricht.
Wirkt die Kälte weiter ein, so können die Gefäße den Krampf- zustand nicht mehr aushalten, eine Plötzliche Erschlaffung tritt ein, die Gefäße werden weiter, und infolge der stärkeren Durchblutung kommt es auch zu einem stärkeren Wärmeverlust. In den erweiter- ten Gesäßen ist aber auch der Blutstrom verlangsamt, der Sauer« ftoffausgleich geht nicht mehr schnell genug vor sich, das Blut erscheint dunkelrot. Demgemäß werden auch die Zehen, die Finger, die Ohren und die Nasenspitze blaurot.
Die Kälteeinwirkung betrrfft aber natürlicherweise nicht nur die Blutgefäße, auch die Empsindungsnerven werden gereizt. Es treten die bekannten Erscheinungen des Kribbelns und Brennens auf. Schließlich kommt es zu einem tauben Gefühl und endlich hört jede Empfindung auf. Damit fällt aber ein wichtiger Warner weg: Die Finger oder Zehen spüren eine weitere Steigerung der Kälteeinwirkung nicht mehr und schließlich kommt es zu einer dauernden Schädigung des Gewebes, es stirbt ab. Bis es zu entern wirklichen Gewebstod kommt, bedarf es freilich einiger Zeit oder sehr tiefer Temperaturgrade. Leichte Frostschäden sind aber sehr, sehr häufig. Man denke nur an die zahlreichen erfrorenen Hände und Füße mit ihrer blauroten Färbung oder an die Klagen über Frostbeulen, ebenso häufig sieht man erfrorene Nasenspitzen und Ohren.
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