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WKsbadener Tagblatt

Mittwoch. 17. August 1938.

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Wiesbadener Lid)(spiele.

Katt: „Das Verlegenbeitskind" mit Pau wig Schmitz' „Frauen für Golden, »ill'

L || RASIERCREME 'j/CCUlß große Tube 50 Pfennig

„Stimme aus dem Äther.

Eggerth und Jan Krepura:

„Frau zwischen den Fronten'

in Damaskus": „Radium" >.... -----

r- ein Zeitungsroman: mit Söhnker. Klinger

„Weltkonferenz".

* Konzert im Kurgarteo. Am Dienstagabend leitete der Komponist und Dirigent Fritz Holzwart aus Ulm ein Konzert des Kurorchesters. Von seinen eigenen Werken, die er bei dieser Gelegenheit vorführen lieh, gefiel die „Lustige Ouvertüre" op. 111 am besten. Sie ist lebendig rhythmisiert und schlagkräftig instrumentiert. Auch bei den anderen Stücken tritt die instrumentationstechnische Seite stark rn den Vordergrund. Ein gewisses impressionistisches Kcllont kommt dem Stimmungseindruck der „Drei deutschen Waldidyllen" lKonzerturaufsührung) und der „Japanischen Gesichte" zu­gute. doch wirkt die Häufung der farblichen Effekte hier aus die Dauer ermüdend. Am vorteilhaitesten beben sich auch hier die rascheren Sätze heraus. Ein von Ambitionen unbelasteter Gras-Zeppelin-Marsch machte den Abschluh des Konzerts. Holzwart. der bereits Anzang dieses wahres ein­mal im Kurhaus gastiert hat. sand im Kurorchester eine will­fährige Eesolgschait. Er dirigierte seiner Webers Oberon­ouvertüre. einen Walzer von Fetras, die 1. Peer-Gynt-Suite von Erieg und eine Fantasie nach d Alberts Tiefland, und holte sich auch damit freundliche Zuitimmung des Publikums.

Dr. Wolfgang Stephan.

in Steifpapier, Papier oder Leinwand gebunden. Die Post­ämter geben nähere Auskunft.

— Zur Internationalen Gartenplanschau in Esten er­nannte der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste u. a. Herrn Wilhelm H i r s ch, Wiesbaden, zum Be­auftragten auf der Internationalen Tagung der in der Reichskammer zusammengeschlostenen Eartengestalter inner­halb des 12. Internationalen Eartenbaukongresses.

— Die Feuerlöschpolizei ist, wie wir zu unserem Artikel vom 11. d. M. berichtigend nachtragen, auch nach ihrer organisatorischen Unterstellung unter den Reichsführer ff, was der Vereinheitlichung aller Feuerwehren im Reiche dient, verwaltungsmäßig der Stadtverwaltung Wiesbaden angegliedert.

— Unglücklich zu Fall kam in der hinteren Sonnenberge: Straße ein kleines Mädchen beim Spiel, wobei es Fuß- und Gesichtsverletzungen erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden mußte.

— Chemotechnikerprüfung. Am 16. d. M. fand die staat­liche Abschlußprüfung für Chemotechniker und Chemotech­nikerinnen am Chemischen Laboratorium Fresenius statt. Zur Prüfung hatten sich drei Herren und neun Damen gemeldet, die sämtlich die Prüfung bestanden. Von den Prüf­lingen erhielten zwei das Prädikat „Sehr gut", neun das Prädikat „Gut".

— Seinen 70. Geburtstag feiert morgen, 18. August, der Notenstecher und Faktor Kaul Schmiedel, Herderstr. 9, 3.

Die Wiesbadener Bevölkerung, bei der Möhring in hohem Ansehen stand, bereitete dem groben Künstler ein seinem Verdrenste entsprechendes würdiges Leichenbegräbnis.

Am Nachmittag, des 4. Mai 1887, fand im Sterbehaus, Schützenhof 14, in Wiesbaden die Totenfeier für den Ver­storbenen statt. Der reichgeschmückte Sarg ruhte inmitten einer unübersehbaren Fülle von Lorbeer- und Blumen­kränzen, die von nah und fern eingegangen waren.

Die Feier begann mit dem von dem Chorpersonal des Wiesbadener Königlichen Theaters vorgetragenen Trauer­chor „Die Raute", welchen der Verstorbene selbst nach einem von dem Freunde Carl Schultes verfabten Texte komponiert hatte. Auf des Meisters ausdrücklichen Wunsch sollte der­selbe zum ersten Mate an seinem Sarge gesungen werden. Nach dem Gesang hielt Pfarrer Ziemendorfs die Trauerrede: dann wurde der Sarg hinausgetragen.

Vor dem Haufe empfing die Leiche ein von der Kapelle des Hessischen Füsilier-Regiments Nr. 80 gespielter Trauer­marsch, den Möhring selbst komponiert batte. So begleiteten des verstorbenen Meisters eigene Weise ihn zu seinem Grabe . . .

Ferdinand Möhring wurde auf dem Wiesbadener Nord­friedhof zur letzten Ruhe gebettet: seltsamer Weise befindet sich sein Grab in demselben Geviert desselben Friedhofs, in dem bereits zwei Jahre vorher, im Jahre 1885, ein anderer berühmter Wiesbadener Volksliedkomponist und persönlicher Freund Möhrings seine letzte Ruhestätte gefunden hatte — Franz Abt!

* Walhalla-Theater. Ein gutgebauter Kriminalfilm der Paramount wählt den Vorwurf, daß durch geschickt zurechtgezimmertes Alibi des wirklichen Mörders ein Un­schuldiger „Unter Mordverdacht" gerät. Der junge Frank glaubt klug zu tun. als er den heimlichen Besuch am Tatort leugnet, um so mehr aber verstrickt er sich in Wider­sprüche. und mit der vorbereiteten Falle zieht sich das Netz der Indizien immer enger um ihn zusammen. Da ist indes ein gewitzter Journalist, mit echt yankeehaiter Betriebsam­keit dem Polizeikavitän ein Dorn im Auge, er verfügt nicht nur über nie zu verblüffende Kaltschnäuzigkeit, sondern auch über scharfen Verstand und entdeckt überraschend die schwache Stelle in der Beweiskette gegen den Angeklagten. Wie nun der Verdacht in andere Richtung geht, schließlich der ganze, teuflisch angelegte Plan des Mörders aufgeklärt wird, das bringt immer stärker mitreißende Spannung, und die logische Folgerichtigkeit der Entwicklung vertieft den Eindruck. Der

Film von der Reichsautobahn: „Hotel Sache . ______

Lecouvreur" mit Dvonne Printemvs und Pierre yresnag; „Es war eine rauschende Ballnacht" mit Zarah Leander —

Unfall auf einer Rheinfavrt. Auf eenem Personen­dampfer stürzte ein Fahrgast in trunkenem Zustand dee zur Kajüte führende Treppe hinunter, wobee er sich erheblech ver­letzte. Ein zufällig anwesender Arzt leistete t6m dee erste Hilfe. In bewußtlosem Zustande wurde der ->abrgast beer an Land, gebracht und mittels Sanetatsauto ens Kranlen-

Autozusammenstoß. E.cke Friedrich- und Andreasstraßs stieß gestern vormittag ein aus der Richtung Friedrichstraße kommender Personenkraftwagen mrt einem, Lastkraftwagen zusammen, welcher in die Andreasstratze ernbiegen wollte. Es entstand nur Sachschaden. ,

Vereinsleben. Die Eibber Kerbegese1 lschaft bielt in ihrem Vereinslokal erne Versammlung ab. m der von Kassierer Christian Lehr die Abrechnung der dies­jährigen Kerb vorgelegt wurde Trotz des. strömenden Regens am Kerbemontag.ist das Ergebnis zufriedenstellend. 2m weiteren Verlauf der Versammlung wurde das Pro­gramm des 30jährigen Stiftungsfestes festgelegt. Zn den nächsten Tagen wird mit den Vorarbeiten zur Ausgestaltung des Festes begonnen.

Wiesbaden-Gchlsrstsm.

Regisseur Ralph Murphy hat das Seine getan, daß der Freund dieser Art des Kriminalreißers voll auf seine Kosten kommt, neben der äußeren Wirkung gelingt ihm sehr lebendig auch der Hintergrund des Spieles. Wieder sehen wir in tragender Charakterrolle den ausgezeichneten John Barrvmore. geschmeidig und beweglich ist Lynne Over­man als der leicht komisch gezeichnete, am Schluß triumphierende Kriminalrevorter. urwüchsig, derb und trocken der tatkräftige Polizeikavitän Charles B i ck f o r d s. Luise Campbell zeigt Anmut und Temperament. Die deutsche Bearbeitung geschah mit Sorgfalt. Im Vor­programm ein schöner Kulturfilm von Anbau des Hanfes in Deutschland und von seiner vielseitigen Verwertung, ein weiterer Bildstreifen erzählt festelnd von hohen Dressur­leistungen des Hundes. Der Sonderdienst der Fox-Wochen­schau bringt bereits die Berichte vom Amerikaflug des „Condor" und vom festlichen Empfang, der in New Bork und in Berlin der tapferen Besatzung zuteil wurde.

Heinrich Leis.

Blick in das Lilnrjahr J958/59* * *•

Eine Fülle von Neuerscheinungen ist angekündigt.

Vielfältig in Form und Stimmungsgehalt ist die Linie des guten Filmvrogramms. Im neuen Filmjahr sind alle künstlerische Kräfte zum Besten des deutschen Films auf­geboten in den Ateliers, vor und hinter der Kamera, am Notenpult und in stiller Dichterklause. Schon bei flüchtiger Durchsicht der Programme wächst unsere Erwartung für die kommenden Filme. Es kündigen an:

Die Ufa:

• Mozarttage in Meersburg. Das Vodenseestädtchen Meersburg führte in der vergangenen Woche eine Reihe festlicher Mozarttage durch. Den Abschluß der Veranstaltung bildete eine Aufführung der Over „Bastren und Bastienne" im Reuen Meersburger Schloß durch das Konstanzer Stadt- theater. Mozart hat diese Oper dem Meersburger Arzt Anton Mesmer (1734 bis 1815) zugeeignet.

*• Höhlenfestspiele im Harz. Auch in diesem Sommer werden wieder in der bei Rüb eI and gelegenen Baumann- hohle, deren vbantastische Tropssteingebilde schon Goethe auf seiner Harzreise bewunderte, Festspiele veranstaltet. Zur Auführuna gelangt das Volksschausviel .Tie vom rauhen Gründ'^.ein Harzer Heimatspiel, das die Entdeckung der Banmannbohle- schildert.

„Der Schritt vom Wege" mit Marianne Hoppe: „Eosta Berlins" nach dem Roman von Selma Lagerlös, mit Gustaf Eründgens: „Du und Ich" mit Brigitte Sorney: „Ziel in den Wolken", ein Fliegerfilm: „Der Florentiner „Hut" „13 Stühle" und „Nanu, Sie kennen Korn noch nicht! mit Heinz Rühmann: „Lauter Lügen" „Liebesbriefe ans dem Engadin" mit Luis Trenker: „Schwarzfahrt ins Gluck" mit Ruth Hellberg: „Schatten über St. Pauli" mit Marieluise Claudius: „Fracht von Baltimore" mit Hilde Meißner und Attila Hörbiger: „Stevutat & Co." mit Brausewetter: „Liebelei und Liebe" mit Paul Hörbiger und Carla Rust:

"" , ein Opernfilm mit Martha „Zwischen Strom und Steppe", i" mit Paula Wessely: „Aufruhr ___ mit Brigitte Harney: „Männer müssen so sein", ein Zeitungsroman: „Den Dritten heirat' ich einmal" mit Söhnker. Klinger und Deltgen: „Alte Kameraden", ein Soldatenfilm: „Spiel im Sommerwind':

vergehens in zwei Fällen verurteilte das Gericht die An­geklagte E. v. O. zu einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten und 50 000 RM. Geldstrafe, der Angeklagte R. erhielt, da er einen größeren Teil der Schuld trägt, ein Jahr Gefängnis und 12 000 RM. Geldstrafe, und W. sieben Monate Gefängnis und 6000 RM. Geldstrafe. Im Nichtzahlungsfall wurde für je 1000 RM. Geldstrafe ein Tag Gefängnis angesetzt. Die Angeklagte E. v. O. wurde für sämtliche Geldstrafe und Kosten haftbar erklärt.

— In einem Wiesbadener Nachtlokal ging es eines Abends hoch her. Ein East, sehr gut bei Kasse, war der Mittel­punkt einer großen Gesellschaft. Der Sekt floß in Strömen, man zechte bis zum anderen Tag. Der im Eeldausgeben großzügige East fand trotz allem Trubel doch noch eine ruhige Minute, seine „Kröten" nachzuzählen, es ergab sich die an­ständige Summe von 1100 RM. in schönen neuen blauen Hundertmarkscheinen. Als er glücklich wieder in seinem Hotel gelandet war und seine Barschaft einer nochmaligen Prüfung unterzog, da fehlten 2 „blaue Lappen". Die Polizei mußte heran und eine Haussuchung bei dem, im Lokal beschäftigten B. förderte man zwei Hundertmarkscheine zu Tage. Er erklärte, die Scheine umgewechselt zu haben. Mangels aus­reichenden Beweises mußte B. von der Großen Strafkammer Wiesbaden von der Anklage des Diebstahles freigesprochen werden. Aber er war auch wegen Anstiftung zur Untreue angeklagt und wurde deswegen in eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten und 15 RM. Geldstrafe genommen. Und das kam so: Als die Polizei in der Eeldscheinaffäre ihre Er­mittlungen anstellte, gab ein Angestellter des Lokals an. er habe dem B. ohne Bons Schnäpse und andere Waren ver­abreicht und den so gut gemachten Betrag von 26 RM. mit ihm geteilt. B. gab diese Anstiftung zur Untreue zu und wurde demgemäß bestraft.

— Verurteilte Schwarzhörer. Im Vierteljahr April bis Juni 1938 wurden 238 Schwarzhörer im Reich gerichtlich ver­folgt. Obwohl das Strafverfahren in den meisten Fällen auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 30. 4. 38 eingestellt wurde, blieben doch 59 Personen zu verurteilen; 2, davon wurden zu Gefängnisstrafen von 1 und 2 Wochen, die übrigen 57 zu Geldstrafen von 5 RM. bis 60 RM. verurteilt.

— Trunkenheit schließt Anspruch gegen Versicherung aus. Wer übermäßig Alkohol genofien hat, darf nicht am Verkehr teilnehmen. Er gefährdet Leben und Eigentum seiner Mit­menschen und wird mit Recht streng bestraft, wenn er einen Verkehrsunfall verursacht. Außerdem aber verliert er, wie das Oberlandesgericht Königsberg im Urteil vom 8. April 1938 (2 U 16/38) ausführt, seine Ansprüche aus der Kraft­fahrzeugversicherung. Der Entscheidung lag folgender Tat­bestand zugrunde: Ein Kaufmann hatte seinen Personen­kraftwagen auf Vollkasko versichert. Nach einem Zechgelage fuhr er gegen einen Straßenbaum. Bei dem Zusammenstoß wurde sein Wagen zertrümmert. Er wandte sich nun an die Versicherungsgesellschaft, um von dieser die Kosten für die Wiederherstellung des Kraftwagens zu erlangen. Die Ver­sicherungsgesellschaft lehnte jedoch ab. Und dies mit Recht, wie das Oberlandesgericht Königsberg bestätigt hat. Nach § 61 des Reichsgesetzes über den Versicherungsbetrag ist nämlich ein Versicherer nicht verpflichtet, zu leisten, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall vorsätzlich oder grob fahrläsiig herbeigeführt hat. Grobe Fahrläffigkeit liegt allein schon darin, daß jemand trotz erheblichen Alkohol­genusses ein Kraftfahrzeug lenkt. Wird dabei das Fahrzeug beschädigt, so kann er die Folgen seines Leichtsinns nicht auf die Versicherungsgesellschaft aöwälzen.

— Zollpflichtige Drucksachen nach Argentinien. Druck­sachen mit Handelseigenschaft. (Geschästsdrucksachen wie Wechsel, Schecke, Versicherungsscheine, Aktien, Postwertzeichen, Kreditbriefe, Rechnungen, Empfangsbescheinigungen, Plakate, Kalender, Preislisten, geschäftliche Kataloge, Stiche, Farb­bilder und dergleichen) sind in Argentinien zollpflichtig und mästen daher mit dem grünen Zollzettel versehen sein. Aus­genommen sind im allgemeinen Bücher, das heißt Druckwerke

abend auf dem Adolf-Hitler-Platz feinen Anfang. Eebiets- führer Brandt wird nach einer kleinen Feierstunde um 19 Uhr die Auswahl der hesten-nastauischen Jugend ent­lassen.

— Die Richtkrone auf dem neuen Arbeitsamt. Die Bau­lichkeiten des neuen Arbeitsamtes sind jetzt bereits mit den Dachstühlen versehen worden. Da der Rohbau nunmehr fertig« gestellt ist, prangen auf den Dächern der beiden Häuser die Richtkronen.

— Wem darf der Wehrpaß vorgezeigt werden? Auf Seite 52 des Wehrpasses ist im zweiten Absatz befohlen, daß der Wehrpaß auf Verlangen den Dienststellen der Wehrmacht, des RAD., den Behörden und dem Vetriebsführer (diesem ohne Kriegsbeorderung oder Wehrpaßnotiz) vorgelegt werden darf. Anderen Personen darf er weder vorgezeigt noch vor­übergehend überlassen werden. Das XIT. Armeekorps hat bestimmt, daß auch Angehörige der Partei und deren Gliede­rungen, sowie der Technischen Nothilfe ihren vorgesetzten Dienststellen den Wehrpaß (ohne Kriegsbeorderung oder Wehrpaßnotiz) auf Verlangen vorzeigen dürfen.

— Trotz Hitze — denkt an die Öfen. Es erscheint unsinnig, gerade in der heißen Jahreszeit an Öfen zu denken. Und doch wird der sorgsame Hausbesitzer oder Hausverwalter gerade int Sommer die Öfen und Herde nachsehen und instandsetzen lasten. Auch die umsichtige Hausfrau wird das machen, um nicht unliebsame Überraschungen zu erleben, denn wenn am ersten kalten Herbsttag der Ofen qualmt, dann gibt es Ärger, namentlich wenn der dann viel' beschäftigte Ofensetzer nicht gleich kommen kann, um den Schaden zu beheben. Jetzt da­gegen hat er Zeit, gründlich und sorgsam seine Arbeit zu tun. Alle Öfen und Herde unterliegen einer natürlichen Ab­nutzung. Eine Reparatur zur richtigen Zeit ausgeführt, ver­meidet Ärger und Verdruß und hilft sparen, da ein schad­hafter Ofen viel mehr Brennstoff braucht, als ein einwand­freier Ofen. Und nicht zuletzt werden Gefahren vermieden, die durch Rauch- und Gasentwicklung für die Gesundheit der Familie entstehen können.

— Das Schwurgericht tagte. Unter dem Vorsitz von Land- aerichtsdirektor Gunst Begann gestern die zweite diesjährige Schwurgerichtstagung. Zur Verhandlung stand als erster Fall die Strafsache gegen die Ehefrau I. K. wegen gewerbs­mäßiger Abtreibung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Chelius. Die Verteidigung liegt in den Händen von Rechts­anwalt Hoof. Vor Beginn der Verhandlung hob der Vor­sitzende in seiner Begrüßungsansprache an die Laienrichter seren Rechte und Pflichten hervor. Hierauf wurden die Geschworenen vereidigt. Nach Perlesen der Anklageschrift und Ausschließung der Öffentlichkeit, ließ die geständige An­geklagte sich zur Strafsache selbst ein. Sie gibt die ihr zur Last gelegten verwerflichen Handlungen zu und will aus Not gehandelt haben, da ihr Mann lange erwerbslos gewesen. Die Begangenen Straftaten liegen zum Teil viele Jahre zurück." Zahlreiche „Kundinnen" wurden als Zeugen gehört. Das Gericht verkündete folgendes Urteil: die Angeklagte wird unter Einstellung des Strafverfahrens in zwei Fällen, wegen gewerBsmäßiger' ABtreiBung in drei Fällen, zu einer Zucht­hausstrafe von einem Jahr neun Monaten verurteilt, unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Ferner wurde auf fünf Jahre Ehrverlust erkannt.

— Devisenvergehen vor der Großen Strafkammer. Vor einiger Zeit ließ sich die jetzt in der Schweiz wohnende E. v. O., zur Erlangung von Geldmitteln für ihren Aus­landsaufenthalt 12 50Ö RM. SilBergeld aus WiesBaden üBer die Grenze nach dort schmuggeln. Ein Wiesbadener Ein­wohner, der das Geld üBer die Grenze geschafft hatte, wurde vor kurzer Zeit zu einer Gefängnis- und Geldstrafe ver­urteilt. 2m Flüchtigkeitsverfahren wurde gestern vor der Großen Strafkammer in ABwefenheit gegen die Haupt- Beschuldigten E. v. O. und ihren Beiden Dienern R. und W. verhandelt. Als Nebenkläger war das Oberfinanzamt Kastel zugelasten. 2n der Verhandlung wurden alle Beweggründe zur strafbaren Handlung hervorgehoben. Wegen Devifen-

„Maria, Königin in Schottland" mit Zarah Leander: „Am seidenen Faden" mit Willy Fritsch und Käthe von Ragy: „Ein Glas Waster". nach der Komödie von Scnbe, mit Lilian Harvey und Willy Fritsch: „Gastspiel int Paradies" mit Hilde Krahl und Albert Matterstock: „Preußische Liebesgeschichte" mit Lida Baarova und Willy Fritsch: „Fortsetzung folgt" mit Viktor Staal und Frauke Lauterbach: „Die schöne Galathee" mit Gusti Huber: „Ultimo“ mit Rudi Eodden: „$er Fall Deruga", nach dem gleichnamigen Roman, mit Willy Birgel und Geraldine Katt: „Das Verlegenbeitskind" mit Paul Klinger und Lud­wig Schmitz: „Frauen für Golden Hill" mit Viktor Staal und Karl Martell: „Hallo Janine" mit Marisa Rokk: „Orkan" mit Jutta Freybe: „Altes Herz geht auf die Reise mit Eugen Klöpfer: „Nanon" mit Erna oad und SoBannes Heesters: „Der grüne Kaiser" mit Viktor Staal; „Em Mäd­chen geht an Land" mit Elisabeth Flickenschild und Maria Paudler: „Der Blaufuchs" mit Zarah Leander und Willy Birgel: „Der Unteroffizier", ein Film von der jungen deut­schen Wehrmacht: „Kautschuk" mit Rens Deltgen und Gustav Dießl: „Zwischen Hamburg und Haiti", ein Lilian-Harvey- Film, der erste italienische Film Lilian Harveys, der.in deutscher Originalfassung erscheint; „War es der im 3. Stock?". ..Eebrandmarkt" mit Life Delamare. Viktor Francen. Sestue Hayakawa: „Nordlicht", mit Ferdinand Marian und Rens Deltgen: „Die Dame mit den schonen Schultern" mit Lil Dagover: „Eine Nacht im Mai ‘ mit Marika Rökk und Viktor Staal: „Brücke ins Leben. ein ~ ’" ' ' ' - - - - -|er«. „sibnenne

Der letzte Tag vor Schulbeginn wurde von der Schul­jugend noch einmal kräftig ausgenutzt, war doch das Wetter zum Baden gerade wie geschaffen. Alle Bäder hatten nach den letzten verregneten Tagen guten Besuch aufzuweisen.

Vereinsleben. Der Gesangverein „Eintracht" unter­nahm mit seinen Mitgliedern und Anhängern einen Schiffs- ausflug nach St. Goarshausen, der in allen Teilen einen schönen Verlauf nahm. — Der Kathol. Kirchenchor unternahm am gleichen Tag eine Fahrt nach Aschajfenburg.

Rheinwaster steigt. Der Rheinwasserspiegel ist in den letzten Tagen stark angestiegen. Die Muscheln im Hafen stehen unter Wasser. Von der Rheinschiffahrt wird der günstige Wasserstand zur Beförderung größerer Frachten benutzt, was seither bei kleinem Waster nicht möglich war.

Die Verladetätigkeit von Gruben- und Zellholz hält immer noch an. Erst jetzt wurden wieder eine Anzahl Schiffe mit wertvollen Holzladungen fertiggeinaHt. Die Verfrachtung ging rheinabwärts. Die mächtigen Holzstöße am Hafen haben immer noch nicht abgenommen, da ständig mehrere Lastzüge "untTjPour le msrite". dessen Ausnahme wir gestern im „W. T." besprachen. '

Die Terra:

Nr. 191. Seite 5.

7Jus dem Vereinsleben.

* Der MGV. „Germania". Wiesbaden, betrachtete seinen Probeabend am Dienstag „als Ehrenabend jur seinen scheidenden Chormeister Heinz Rühl. Veremsfuhrer Schmitt widmete ihm herzliche Abschiedsworte und dankte ihm für seine Tätigkeit in den 5 Jahren als Chormeister des MGV. „Germania", der aus dem Zusammenschluß der beiden alten Männergesang-Vereine „Fnede. und „Fidelio iin Jahre 1933 entstand. Für seine Verdienste ernannte der MEV. .Germania" Herrn Rühl zum Ehren-Chorme.lster und der Per- einsführer zeichnete den Scheidenden durch Überreichung eines Ehrendivloms aus.

Wiesbaden-Biebrichs^