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Die bolschewistische Agitation in USA

Der Vorstand der Slowakischen Volkspartei zusammengerufen

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Hetzarbeit der Komintern entlarvt.

Washington, 17. Aug. (Funkmeldung.) Di« schier end­lose Kette von schwerbelastendem Material gegen die Komintern, die seit einigen Tagen in den Sitzungen des Dies- Kvmitees, dem Untersuchungsausschuß des Abgeordneten­hauses zur Aufdeckung nichtamerikanischer Machenschaften abrollt, erbrachte ungeheuerliche Beweise der Hetz- arbeitdesBolschewismusinAmerika. Die Zu­hörer zeigen sich sichtlich erschüttert über das unerhört weit- greifende Netz der kommunistischen Organisation. Gleichzeitig aber ist der große Eindruck nicht zu verhehlen, der durch di« sorgfältige und energische Arbeit der Antikomintern-Organi­sationen, die dieses Beweismaterial gesammelt haben und jetzt der amerikanischen Öffentlichkeit nahebringen, hervorge­rufen wird. Dabei wird in vollstem Matze berücksichtigt, wie der Widerhall in der ganzen Preffe zeigt, daß die Ent­hüllungen gerade vor diesem Forum endlich die so dringend benötigte Beachtung erfahren.

Neben der American Federation of Labor arbeiten an der Bekämpfung des Bolschewismus durch die Bloßlegung seiner Wühlarbeit besonders die amerikanische Legion und ein Inte ressenverband, der 114 nationale Ber­einigungen, darunter Verbände von Reserveoffizieren, Kriegsveteranen usw. umfaßt.

Pater Hlinka f.

Der Führer der Slowaken, Pater Andreas H l i n k a, ist am Dienstag um 23.05 Uhr im Alter von 74 Jahren in Rosenberg im Beisein seiner Vertrauten und Freunde sanft entschlafen.

wt. Der Tod Pater Andreas Hlinkas, der nicht uner­wartet kommt, weil seine schwere Erkrankung in den letzten Tagen bereits stündlich mit dem Ableben rechnen ließ, be­deutet für die slowakische Autonomiebewegung einen schweren Verlust. Der Führer und Vorkämpfer des slowakischen Volkes hatte sein arbeitsreiches und kampferfülltes Leben auf das

Ein Angehöriger der letztgenannten Gruppe hatte am Dienstag im Sitzungsraum des Ausschusies neun Holztafeln aufgestellt, die dichtgedrängt die ge,______

kommunistische Agitationsliteraturrn USA. enthielten, so u. a. 200 Zeitungen und Zeitschriften von sage und schreibe 608 roten Zeitungen und Zeitschriften, die in den Vereinigten Staaten erscheinen. Selbst die Mit­glieder des Ausschusses zeigten sich betroffen, da sie ein der­artiges Ausmaß der bolschewistischen Agitation nie für mög­lich gehalten hätten.

Das Tageblatt der Suöetcndeutschen Partei „Die Zeit“ schreibt u. a. zum Tode Hlinkas: Hlinkas Leben war das heroische Beispiel eines heroischen Kampfes für Wahrhei. _..L Recht. Er wußte davon, daß Ideen und Ideale durch Not und Kerker gehen müssen, um zu siegen. Deshalb verzweifelte Hlinka niemals daran, daß das Recht der autonomen Slowakei und ihre Idee, die mit zu der Begründung der tschecho-slowakischen Republik geführt hat, siegen wird und siegen muß.

Zeichen des kleinen llbungsjahres 1938 ergeben. Recht inter­essant ist es, daß andere Staaten, in denen die Wehrpflicht stets bestand, ein ähnliches Verfahren anwenden, so Frank­reich, das im Jahre 1934 zum ersten Male eine geschlossene kriegsstarke Reservedivision zusammengestellt und ausprobiert hat, wie es bei solcher militärischer Arbeit in einem ge­schlossenen Reservistenverband klappt oder nicht klappt. Ge­rade Frankreich hat also durch sein Beispiel die Notwendigkeit derartiger Übungen bewiesen.

Es ist deshalb zu begrüßen, wenn nach den Sensations- mekdungen einiger ausländischer Zeitungen jetzt allmählich auch im Ausland die Vernunft einkehrt und ruhigere Beurteilungen der deutschen militärischen Übungen zu finden ftnb._ Man weiß, daß das Pariser „Oeuvre" nicht gerade eine deutschfreundliche Zeitung ist. Sogar dieses Blatt wendet sich gegen die Gerüchte und schreibt dazu: „Man baut in Deutsch­land strategische Straßen wie man Kanonen und Tanks baut, oder man verbessert die bestehenden Straßen. Wer das tut man bei uns doch auch. Das bedeutet nicht, daß wir den Krieg wollen, ebensowenig wie die Requisition von Pferden oder Automobilen oder das.Erscheinen von Militärzügen auf den Eisenbahnlinien, die ins Manövergelände führen. Man hat deutsche Reservisten benachrichtigt, daß sie sich für Manöver bereit zu halten hätten. Warum nicht? Wir verraten kein militärisches Geheimnis, wenn wir erzählen, daß auch unser Chefredakteur ebenso wie viele andere Reserveoffiziers zu einer militärischen Übung einberufen worden ist. Das be­deutet doch nicht etwa, daß Frankreich den Krieg will!" Der Londoner „Daily Expreß" äußert sich in ganz ähnlichem Sinn: „Es ist nicht einzusehen, weshalb gewisse Kreise sich ausregen, wenn Deutschland das tut, was Frankreich und Sowjetrußland seit Jahren tun, wenn es nämlich seine Reservisten einberuft, um sie mit den modernen Waffen vertraut zu machen." Vor allem sind es aber französische Stimmen, die abwiegekn, und es ist nicht uninteressant, daß die Londoner „Times" in einem Telegramm aus Paris berichtet: „Die Pariser Presse weist energisch die aufgeregten Auslegungen der deutschen Militär­übungen zurück und zwar mit einer Gleichartigkeit, die darauf schließen läßt, daß für die französische Presse eine gemeinsame Parole ausgegeben wurde. Allerdings", so heißt es in dem Pariser „Times"-Telegramm weiter, „versichern die Blätter gleichzeitig ihren Lesern, daß die Regierung selbstverständlich auf der Wacht sei, so daß in doppelter Hinsicht kein Grund für Unruhe gegeben wäre." Der Hinweis der „Times" ist nicht uninteressant. Er zeigt jedenfalls, daß die französische Regierung die Alarmparole eines Teiles der französischen Presse nicht mitmacht, sondern daß die ruhigen Leute inner- halb des französischen Kabinetts die Situation sachlich be­urteilen und die Bevölkerung vor einer unbegründeten Panik­stimmung bewahren wollen.

ns. „Kleines Lbungsjahr" — das ist die Parole für die deutschen militärischen llbunqen im Jahre 1938. „Probe- Mobilmachung in Deutschland", „Wachsamkeit des Auslands", „350 000 Mann einberufen", „400 000 Mann einberufen", „700 000 Mann einberufen", „750 000 Mann einberufen" — 8?5 ist eine kleine Blütenlese von Überschriften, die auslän- diiche Zeitungen diesen kleinen deutschen Übungen geben. Sie steigern sich dabei von der verhältnismäßig friedlichen Ankiin- digung deutscher Manöver bis zur Behauptung einer Probe- Mobilmachung, und in dem Bestreben etwas Neues zu bieten, von 350 000 angeblich einberufener Reservisten aus 750 000.

Es ist ein wenig viel Aufregung in einem Teil der Auslandspreise über das kleine Übungsjahr Deutschlands ent­standen und zwar in den gleichen Tagen, in denen französische und englische Zeitungen ausführliche Berichte über die eige­nen riesigen Flotten-, Luft- oder Gebirgsmanäver veröffent­lichen, ohne daß irgendjemandem eingefallen wäre, aus solchen unbedingt notwendigen und ganz natürlichen militärischen Übungen etwa den Schluß zu ziehen, daß Frankreich nun über­morgen seine Spahis oder Alpenjäger schleunigst auf die ver- blllfste Welt loslassen wollte.

Manöver, militärische Übungen, Einziehung von Reser­visten sind eine Selbstverständlichkeit für jede Wehr­macht, gleichviel, ob es sich um einen kleinen oder um einen großen Staat handelt. Der Spätsommer und Herbst ist für die Armeen und Flotten aller Länder die Zeit der praktischen Er­probung für die aktive Truppe, und für die Reservisten. Wa­rum also die Aufregung über die deutschen Übungen. Das französische Haoas-Bllro gibt in einer Meldung selbst zu, daß in diesem Jahr di« deutschen Manöver nur im Divisionsver­band stattfinden. Um was es sich für die deutsche Wehrmacht in diesem kleinen Übungsjahr 1938 handelt, ist von deutscher Seite eingehend dargelegt worden: Deutschland war die all­gemeine Wehrausbildung seiner männlichen Bevölkerung bis zum Jahre 1935 verboten. Bis dahin, gab es also keine Reser­visten in Deutschland, die aus der aktiven Truppe ausge­schieden waren, aber in gewissen Wständen ihre erworbenen militärischen und soldatischen Kenntnisse in der Praris des Manöverfeldes zu beweisen hatten. Erst seitdem die alloe- meine Wchrpslichi in Deutschland eingeführt ist, entstehn wieder Reservisten-Jahrgänge und genau wie in jedem Lande mit allgemeiner Wehrpflicht werden diese Reser­visten nun zu Übungen herangezogen werden. Schon im vorigen Jahr sind nach Reseroistenübungen im Nahmen der aktiven Truppe kleinere Reserveverbände aufgestellt worden. Eine Selbstverständlichkeit ist es, daß, um die Wirt­schaft nicht allzusehr zu belasten, die Reservisten-Übungen auf einen längeren Zeitraum ausgedehnt werden müssen, weil jedesmal nur kleinere Teile der Reservisten voll ausgestartet werden. Das sind die Gesichtspunkte, aus denen sich die Kenn-

digen slowakischen Volkstums, das von tschechisch, Seite bestritten und immer wieder verhindert wurde. Alle... durch die Tatsache, daß der Großteil der slowakischen Jugend die Ideen ihres Bannerträgers in sich ausgenommen hat und in seinem Geiste erzogen ist, so daß die notwendigen Kräfte und Voraussetzungen für die Fortsetzung seines Werkes vor­handen sind, mildert den Verlust, der das slowakische Volk be- twffen hat.

Prag, 17. Aug. (Funkmeldung.) Der Vorstand der Slowakischen Volkspartei wurde nach dem Tode Hlinkas noch im Laufe der Nacht telegraphisch für den 17. August cinbe- Men, um über die Einzelheiten des Begräbnisses zu beraten. Hlinkas Leichnam soll einbalsamiert werden und wird vor­läufig in Rosenberg, seinem Sterbeort, auf dem Friedhof bei­gesetzt. Es wird in Rosenberg ein Mausoleum für Hlinka er­richtet werden, in das später die Leiche übergeführt werden soll.

sehnsucht" und bearbeiten die Jugend, die Universitäten sowie die Betrieb«. Insbesondere aber versuchen sie auch, sich im Mittelstand einzunisten. Die Untersuchung erbrachte auch di« sehr gefährliche Entdeckung, daß diese unterirdischen Kräfte sich in erster Linie bemühen, selbst Wirtschaftssabo- t a g e zu treiben und dabei vor Gewaltanwendungen nicht zuruckzuschrecken. Vor allem sehen sie ihre Aufgabe darin, die Bezlehungen zwischen den Unternehmern und den Arbeitern ständig zu stören und allmählich die auf diese Art unzufrieden gemachte Arbeiterschaft, insbesondere die Jugend, in das Lager des Bolschewismus zu verführen.

die allerdings an der einmütigen Haltung der Slowaken, die ihren Kampf um die freie, autonome Slowakei unentwegt fortsetzen werde, nach wie vor scheitern wird.

„Sich selbst stets treu geblieben."

Die jugoslawische Presse zum Tode Hliukas.

Belgrad, 17. Aug. (Funkmeldung.) Der Tod des Slowakenführers Hlinka wird von der jugoslawischen Presse in großer Aufmachung gemeldet. Die Blätter würdigen aus­führlich sein Lebenswerk.

Die halbamtliche „Vreme" schreibt, daß mit ihm einer jener alten Kämpfer dahingegangen fei, die ihren Idealen stets treu geblieben seien. Der Prager Vertreter der „Poli­tika" macht besonders auf die a n t i b o l s ch e w i st i s ch e Einstellung Hlinkas aufmerksam sowie auf seine freundschaftlichen Beziehungen zu Polen.

„Ein aufrichtiger Freund Polens."

Warschau, 17. Aug. (Funkmeldung.) Der Tod des Slowakenführers Hlinka hat in Polen tiefe Anteilnahme ausgelöst. Die Blätter widmen dem Verstorbenen ausführ­liche Nachrufe, in denen die politische Tätigkeit Pater Hlinkas und sein Kampf um die nationalen Rechte des slowakischen Volkes gewürdigt werden. Hlinka sei ein aufrichtiger Freund Polens gewesen. Man erinnert u. a. an seinen vorjährigen Aufenchalk in Polen, bei dem er mit dem Großen Band des Ordens „Polonia restituta" ausgezeichnet wurde.

Die halbamtliche „Prager Presse" kann zwar nicht um­hin, Hlinkas Popularität und seinen ehrlichen Patriotismus als eine Tatsache hinzu stellen, an der die reale Politik nicht vorbeigehen konnte, aber dennoch bemüht sie sich bezeichnen­derweise, einen Haltungswechsel zwischen dem toten Führer der Slowaken und seinen Anhängern bzw. der Parteileitung zu konstruieren.

Es klingt hierbei deutlich die stille Hoffnung Prags durch, daß nach dem Tode Hlinkas die slowakische Autonomiefront erschüttert werden würde. Eine Hoffnung,

Trotz seines hohen Alters, trotz der erschütterten Gesund­heit war der nunmehr entschlafene greise Pater nicht nur eine Gestalt politischer Autorität und des Ansehens schlecht­hin; er war der wirkliche, aktive politische Führer seines Volkes. Wenn man heute das Leben dieses Mannes über­schaut, so ergibt sich die Erkenntnis, daß Hlinkas politischer Kampf für sein Volk eigentlich die Hauptaufgabe dieses Pfarr­geistlichen eines stillen slowakischen Ortes war. Tiefe Liübe zu seinem Volke, scharfer politischer Blick und kämpferischer Geist wußte Hlinka klug und fruchtbringend mit seinem Amte als Seelsorger zu vereinen. Und so ist sein Leben eine ein­zige große Mahnung, die Wiederholung des Evangeliums der

Sleloe Übungen - itofie MmiM»

IVon unserer Berliner Schriftleitung.) *

Nicht weniger überraschte sodann das urkundliche Material über das Bestehen von 640 getarnten kom­munistischen „Front" - Verbänden unter allen möglichen harmlos oder verführerisch klingenden Namen. Selbstverständlich betonen sie alle irgendwie die „Friedens-

Wiesbadener Tagblaü

Druck und Berlaa: MtS? ________

Erscheinungszekt:

Nr. 191

Mittwoch, 17. August 1938

86. Jahrgang.

Wöchentlich

mit einer täglichen

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