Montag, 15. August 1938.
Wiesbadener Tagblatt
Zweites Blatt. Nr. 189.
30 fünfte Dorfprung für die U&fl.-Jtäjleten.
3m Olympiastadion unterlag die deutfdje Eeüfytatljletifr'ftuowaljl üljettafdjend Hoch mit 92:122 Jhintten.
Der größte Leichtathletik-Länderkamps, den Deutschland je ausgetrage« hat, liegt hinter uns. Er führte uns am vergangene» Wochenende gegen die stärkste Leichtathletik-Nation der Welt, die Amerikaner. Mit einem deutschen Gesamtsiege hatte von vornherein wohl kaum jemand gerechnet. Aber man glaubte, dah unsere Vertreter den starken Amerikanern energischen Widerstand entgegensetzen würden. Am erste» Tage kam es auch so. Vis auf de» veru»glückten 10 000-m-Lauf hielte« sich die Deutsche» ausgezeichnet und errangen manchen Platz, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Dagegen brachte der Sonntag einige Enttäuschungen. Wieder konnten sich unsere Langstreckler überraschend nicht durchsetzen; allerdings war Syring gesundheitlich nicht ganz aus der Höhe, so daß Rice gewann. Aber auch im 3000-m-Hindernislauf siel der Sieg an USA., ja die Deutschen kamen über die letzten Plätze nicht hinaus. Dazu wurde unser Rekordmann Rudolf Harbig in einem unerhört spannenden 400-in-Rennen von dem USA.-Meister Mallot niedergerungen. Die beiden einzigen deutschen Siege gab es durch unseren Mannschastsführer Gerhard Stock im Speerwerfen und den in sehr guter Form befindlichen Weitspringer Leichum. Auch unser Olqmvia-Sieger Wollte konnte die Erwartungen nicht erfüllen, wurde er doch von Ryan im Kugelstoßen geschlagen, und auch die abschließende 4x4l>0-ni-Staffel ging für uns verloren. Damit hatten die tüchtigen Amerikaner einen überlegenen Eesamtsieg mit 122:92 Punkten errungen.
’4m 1. Tag 58:49 Punkte für ASA.
Der erste Leichtathletikkamvf zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Nordamerika lockte schon am ersten Tag 70 000 Besucher in das prächtige Berliner Olympia-Stadion. Die USA.-Athleten, die allgemein als Favoriten galten, sicherten sich in den zehn ersten Wettbewerben (von insgesamt 20) 58 Punkte, während Deutschland aus 49 kam. Das ist ein durchaus normales und erwartetes Ergebnis, aber wenn unsere 10 OOO-m-Läuser nur annähernd ihre bei den Meisterschaften erzielten Zeiten gelaufen wären, dann hätte das Ergebnis nach den Kämpsen des Samstags wesentlich anders ausgesehen. Die Amerikaner kamen auf der langen Strecke zu einem überraschenden Dovvelerfolg, der ihnen im Gesamtergebnis den entscheidenden Vorsprung einbrachte.
Von den zehn Wettbewerben des ersten Tages gewannen die Amerikaner sechs, und zwar 100 m, 110-m-Hürden, 1500 in, 4X100 in, Stabbochsvrung und 10 000 m. Nur in zwei von diesen sechs Wettbewerben konnte Deutschland den zweiten Platz besetzen; viermal gab es amerikanische Dopvel- siege. Deutschland gewann die 800 m durch Harbig. das Hammerwersen durch SB last, das Diskuswersen durch Schröder und den Dreisprung durch Kotratscheck. Im Hammerwerfen und Dreisprung wurde außerdem auch der zweite Platz erobert. sodatz also Deutschland zwei Dovvclsiege verzeichnete.
Die Leistungen waren durchweg gut. aber von unseren 100-m-Läufern. von unseren Stabhochspringern und von den beiden 10 OOO-m-Leuten hätte man doch mehr erwartet. Im Hammerwerfen blieb B l a s k nur zwei Zentimeter hinter dem deutschen Rekord zurück und in der abschließenden Viererstaffel, die Amerika in blanken 40 Sekunden gewann, gelang unserer Staffel mit 40,3 Sekunden eine neue deutsche Höchstleistung (bisher 40,6). Schröder warf die Diskusscheibe als einziger über 50 m und Harbig wartete mit einem großartigen 800-w-Lauf in 1:52,4 aus. Aber auch die amerikanischen Spitzenkönner wußten zu überzeugen. Johnson lies 100 ui in 10,5 Sekunden und distanzierte unsere Sprinter eindeutig. Fenske gewann die 1500 m in 3:53.8 Min., Wolcott ging in 14.1 über die hohen Hürden und Warmerdam sprang 4,27 m skäbhoch.
Harbigs Sieg als Auftakt.
Mit dem 800-m-Lauf begann Punkt 16.30 Uhr der Länderkamps. Von innen nach außen stellten sich dem Ölymviastarter Franz Miller. Äeetbam (USA.), Harbig (Deutschland), Borck (USA.) und Eichberger (Deutschland). In dieser Reihenfolge blieb das Feld auch die ersten 400 m zusammen, die in 58 Sek. zurückgelegt wurden. Bei 600 m lagen die beiden Amerikaner an der Spitze. Harbig und Eichberger etwas zurück. Im letzten Bogen aber kam der erwartete Vorstoß des Dresdeners. Plötzlich trat er an, ging mühelos an den Amerikanern vorbei, legte die letzten 50 m noch in einem fabelhaften Spurt zurück und siegte unangefochten in 1:52,4 Min. vor Veetham, Borck und Eichberger. Mit 6:5 Punkten führte Deutschland!
Doppelficg der Amerikaner.
Daß unsere Gäste die 100 m sich nicht würden nehmen lassen, war zu erwarten. So gab es denn auch einen Doppel- ersolg der Bankees: Ben Johnson zerriß vor Ellerbee das Zielband. Kersch (Deutschland). Johnson (USA.). Hornberger (Deutschland) und Ellerbee (USA.) machten sich zum Start sertig. Der Neger hatte den besten Start, war sofort an der Spitze und siegte überlegen in 10,5 Sek. vor Ellerbee. dem Ketsch und Hornberger dichtauf folgten.
Niederlage über 10 000 m!
Einen ganz anderen Ausgang als erwartet, nahm der 10 0 0 0 - m - L a u f. bei dem man mit einem sicheren Siege der beiden Deutschen gerechnet hatte. Aber unsere Vertreter
leistung auf.
Die Ergebnisse:
10,7: :
15 3:56,2:
13,52 m.
Diskus: 1. Schröder (D.) 50,19 m: 2. Levy (USA.) 49,98 m: 3. Lampert (D.) 49,61 m: 4. Zagar (USA.) 47,51 m.
10 000 m: 1. Pentti (U<sA.) 32:11,2: 2. Vaughn (USA.) 32:17,2: 3. Schönrock (D.) 32:42,0: 4. Berg (D.) 32:59.0.
110-m-Hürden: 1. Wolcott (USA.) 14,1: 2. Tolmich (USA.) 14.6: 3. Kumvmann (D.) 14,8: 4. Wegner (D.) 15,0.
Hammer: 1. Blask (D.) 57,20 m: 2. Hein (D.) 56,51 m;
3. Folswarthny (U6SIJ 53,35 in: 4. Lynch (USA.) 52,71 m.
4x100 in: 1. USA. (Greer, Ellerbee. Jeffrey, Johnson) 40,0: 2. Deutschland (Kersch. Hornberger. Neckermann, Scheuring) 40.3 (neue deutsche Höchstleistung).
waren sehr schlecht in Fahrt, verausgabten sich zu früh und kamen über die beiden letzten Plätze nicht hinaus. Sieger des Rennens wurde der USA.-Meister Pentti in 32:11,2 Sek. Der amerikanische Junior Vaughn übernahm in einem sehr scharfen Tempo die Spitze vor den Deutschen Schönrock und Berg, sowie dem zweiten Amerikaner. 1000 m wurden in 2:57, 5000 m in 15:45 und 7500 m in 24:13 Min. zurückgelegt. Nach 8000 m war Berg am Ende seiner Kräfte und fiel mehr und mehr zurück. Zwei Runden vor Schluß zogen die Amerikaner los. denen auch Schönrock nicht mehr folgen konnte. Pentti löste sich dann leicht von Vaughn und siegte noch recht klar.
Deutscher Staffelrekord.
Eine wunderbare 4xioo-in-Staffel brachte den Ausklang des ersten Tages des Länderkamofes. Deutschland schickte Kersch, Hornberger. Neckermann und Scheuring in den Kampf, während Greer. Ellerbee. Jeffrey und Johnson für USA. liefen. Unsere Staffel hielt sich ganz hervorragend. Nachdem Kersch und Greer erst beim dritten Start richtig losgekommen waren, übernahm der Amerikaner die Führung, aber Kersch blieb nur einen Meter zurück. Gut klappte der Wechsel Kersch—Hornberger: der zweite Frankfurter hielt den knappen Abstand hinter Ellerbee und Neckermann konnte gegen Jeffrey sogar Boden gutmachen. Johnstm brachte dann der USÄ.-Staffel in 40,0 Sek. den Sieg. Mit 40,3 aber stellte Deutschland eine neue deutsche Best-
800 m: 1. Harbig (D.) 1:52,4: 2. Beetham (USA.) 1:53,3: 3. Borck (USW) 1:53,4: 4. Eichbcrger (D.) 1:54.2.
100 m: 1. Johnson (USA.) 10,5; 2. Ellerbee (USA.) 3. Kersch (D.) 10,8: 4. Hornberger (D.) 10,9.
>00 Iv: 1. Fenske (USA.) 3:53,8; 2. Mehlhose (D.) _______ 3. Körting (DZ 3:56,4: 4. Rideout (USA.) 3:56.8. Stabhoch: 1. Warmerdam (USÄ.) 4,27 m; 2. Varosf (USA.) 4,15 m; 3. vauuzwickel (D.) 3,80 m; 4. Hartmann (D.) 3,80 m.
Dreisprung: 1. Kotratschck (D.) 14,61 ml 2. Wöllner (D.) 14,54 m; 3. Kent (USA.) 14,35 m; 4. Neil (USA.)
Am Sonntag 64:43 Punkte für die Amerikaner
Bei recht schwülem Wetter wurden die Wettkämvse am Sonntagnachmittag im Berliner Olympia-Stadion fortgesetzt. Fast 100 000 Zuschauer füllten die hohen Ränge. Leider wurden die Wettbewerbe verschiedentlich durch Regengüsse" gestört und mutzten sogar einmal unterbrochen werden. Lebhaft begrüßten die Zehntausende die einmarschierenden Mannschaften. Unter Führung des riesigen Wurfathleten Folswarthny stellten sich zuerst die Amerikaner vor der Ehrentribüne aus. daneben die Deutschen mit dem Hürdenläufer Erwin Wegner an der Spitze. Nachdem die beiden Mann- schaftssüdrer — bei den Deutschen war dies Gerhard Stöck — Wimpel ausgetauscht hatten, erfolgte der Ausmarsch. Nun ergriff der Reichssportfübrer zu einer kurzen Ansprache das Wort. Er begrüßte die über 90 000 Zuschauer und teilte ihnen mit, daß das deutsche Condor-Flugzeug wieder in der Reichshauvtstadt gelandet sei. Die vier Mitglieder der
Szene« vom Leichtathletik-Länderkamps Deutschland — Amerika im Olympiastadion.
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Oben: Im 100-w-L<mf fugte der Neger Johnson in 10,5 Sek. vor seinem Raffegenossen Ellerbee und den Deutschen Kersch (rechts) und Hornberger. — Unten: Der 110-w-Hürdenlauf. Die beiden Amerikaner Walcolt (vorn links) und Tolmich führen vor den Deutschen Kumpmann und Wegner (ganz links). — Rechts: ei« Ausschnitt vom 1500rn-Lauf. Noch führt der Amerikaner Rideout vor Körting-Deutschland, dem späteren Sieger Fenske-USA. und Mehlhose, der den zweiten Platz für Deutschland belegte. (Weltbild, K.)
Besatzung weilten als Ehrengäste des Reichssportführers dem Leichtathletik-Länderkamps bei.
Mallot vor Harbig.
Gleich der erste Kampf versetzte die Zuschauer in hellste Begeisterung: der 4 0 0 - in - L a u i. Von innen nach außen stellten stch Mallot (USA.), Harbig (Deutschland), Herbert (USA.) und Linnhoff (Deutschland) dem Starter. Gleich beim ersten Schutz kamen die vier Mann glänzend vom Start. Mallot hatte nach, kurzer Zeit bereits den an Harbig gegebenen Vorsprung ausgeholt, während-' nutzen Lrnnhoff von Herbert stark bedrängt wurde. Eingangs der Zielgeraden lag Herbert vor Linnhoff, sowie Mallot und Harbig auf gleicher Höhe. Jetzt schien es. als ob Harbig seinen gefürchteten Endspurt ansetzte. Aber die 800 m vom Vortage steckten ihm noch zu sehr in den Knochen, südatz der völlig frische Mallot an dem Dresdener vorbeiziehen konnte. Zusammen überholten die beiden Linnhoff und Herbert. In der glänzenden Zeit von 46,9 Sek. siegte der USÄ.-Meister vor Harbig. der 47.3 benötigte. sowie Herbert und Linnhoff.
Leichum — die große Überraschung.
Inzwischen hatten die Weitspringer und Speerwerfer mit ihrem Kamps begonnen, kamen aber nicht weit. Ein gewaltiger Gewitterregen zwang zum Abbruch. Erst nach zehn Minuten konnten die Wettbewerbe fortgesetzt werden. Die grotze Überraschung im Weitsprung bildete Feldwebel Leichum. der den Sieg mit 7,61 m an sich ritz. Das war um so erfreulicher, als Meister Long bisher wenig Zeit zum Training aufbringen konnte und so mit 7,43 m nur auf den dritten Platz hinter Nutting (7.53 m) kam. Der USA.-Meister Lacefield kam nur auf 7,32 m!
Weinkötz an zweiter Stelle.
Auch die Hochspringer waren zum Ende gekommen. Alle vier Mann hatten 1,90 m glatt bewältigt, dann fiel Martens als Erster aus. Walker, Weinkötz und Cruter kamen auch Über 1,95 ni, Cruter allerdings erst beim zweiten Versuch. Damit hatte Weinkötz auch seinen zweiten Platz gerettet sdenn über 2,00 m kam Walker allein, während Weinkötz und Eruter an dieser Höhe scheiterten. Immerhin, der Einbruch in die Front der Amerikaner war hier dem Kölner gelungen.
Und nun Stöck!
Nach vielen Mitzersolgen kam int Sveerwerfe n endlich wieder ein Deutscher an die erste Stelle. Olympia-Sieger Gerhard Stöck warf beim zweiten Versuch 67.66 m, beim letzten 69,79 m und hatte damit den Sieg sicher, denn der USA.- Meister Todd kam nur auf 64,81 m. Vüsse enttäuschte stark: fein weitester Wurf betrug nur 59,20 m. reichte aber für den dritten Platz.
Wöllke von Ryan geschlagen.
Unser Olympiasieger im Kugelstotzen. Hans Wöllke. konnte leiser am Sonntag nicht an seine beste norm an- knüvfen. Wohl kam Wöllke sofort auf 15,77 m und lag lange in Front. Doch der stämmige Amerikaner Ryan verbesterte^stch ständig und Metz schlietzlich 15,82 m. Wöllke blieb dagegen Nets hinter feinem ersten Versuch zurück und mutzte sich mit dem zweiten Platz begnügen, während Lampert Letzter wurde.
Auch die zweite Staffel fiel an USA.
Es gab nicht wenige unter den Zuschauern, die an einen deutschen Erfolg im letzten Wettbewerb des Länderkamofes. in der 4X4go-m-Staffel, glaubten. Aber gegen die Amerikaner Marion. Miller, Howells und Mallot war kein Kraut gewachsen. Da tarnen auch Blazeiezak. Rinck, Bues und Linnhoff nicht auf. Zwar verlor Blazeiezak gegen Marimr nur Wei Meter und Rinck hielt diesen Abstand gegen Miller. Dann aber kam unser schwächster Mann: Bues. Der Berliner übergab Linnhoff den Stab mit großem Rückstand, so daß Malott ungefährdet dem Zielband zuftrebte. In 3:13.4 Min. siegte USA) vor Deutschland in 3:14,8.
Ergebnisse:
4 00 in: 1. Malott (USA.) 46.9 Sek.: 2. Harbig (D.) 47.3: 3. Herbert (USA.) 47.5; 4. Linnhoff (D.) 48.0.
400-m-Hürden: 1. Patterson (USA.) 53,3 Sek.: 2. Borican (USA.) 53,3: 3. Solling (D.) 54,4: 4. Eiaw CD.) 54,8.
Weitsprung: 1. Leichum (D.) 7.61 m; 2. Nutting (USA.) 7.53 m; 3. Long (D.) 7.43 m; 4. Lacefield (USA.) 7,32 m.
3000-m-Hindernislauf: 1. Efaw (USA.) 9:,33.6 Min.: 2. Degcorgc (USA.) 9:57.8: 3. Kaindl CD.) 10:34.2: 4. denn (D.) 11:13,2.
Speerwerfen: 1. Stöck (D.) 69,79 m; 2. Todd (USA.) 64.81 m; 3. Büsse (D.) 59.20 m; 4. Sover (USA.) 58,66 m.
5 000 m: 1. Rice (USA.) 14:56,0 Min.: 2. Syring (D.) 14:58,0: 3. Eitel (D.) 15:08,8: 4. Mehl (USÄ.) 15:17,0. ,
Hochsprung: 1. Walker (USA.) 2,00 m: 2. Weinkötz (D.) 1.95 m; 3. Cruter (USA.) 1.95 m; 4. Martens (D.) 1.90 m.
200 m: 1. Jeffrey (USA.) 21,0 Sek.: 2. Walker (USA.) 21,7: 3. Scheuring (D.) 21,8; 4. Neckermann (D.) 21,9. __
Kugelstoßen: 1. Ryan (USA.) 15,82 m; 2. Wöllke (D.) 15,77 m; 3. Watson (USA.) 15,56 m; 4. Lampert (D.) 15.19 in.
4 X4go-m-Staf f el : 1. USA. (Marion. Miller. Howells. Malott) 3:13.4 Minuten; 2. Deutschland (Blazeiezak. Rinck. Bues Linnhof) 3:14.8.
Endstand: USA. — Deutschland 122:92 Punkte.
Deutschland erhält Revanche.
Nach dem großartigen Sieg der Amerikaner im Leicht» athletik-Länderkamps gegen Deutschland im Olympischen Stadion vereinte ein Kameradschaftsabend im ..Russischen Hof" die Wettkämpfer beider Mannschaften und ihre Betreuer. Der verständliche Wunsch der Reichssportführung. den Leicht- athletik-Länderkamvf zwischen Deutschland und USA. zu einer ständigen Einrichtung werden zu lassen, fand bereits Erfüllung. Der amerikanische Mannschaftsführer James C u n n i n g h a m gab im Namen des USA.-Verbandes die Erklärung ab, daß Amerika grundsätzlich bereit sei, die deutschen Leichtathleten schon im kommenden Jahr zum Rückkampf in USA. zu empfangen. Die erstmalige Begegnung in Berlin hat den Grundstock für eine regelmäßige Austragung des deutsch-amerikanischen Leichtathletik-Länderkamvfes geschaffen. der von nun ab alliährlich stattfinden wird.
Zuvor hatte Reichssachamtsleiter Dr. Ritter von Halt dem amerikanischen Cheftrainer Ward Haylett den vom Reichsminister Dr. Frick gestifteten Siegerpreis, eine Sire Bernsteinschale, überreicht. Gleichzeitig wurde der .-Mannschaft für die beste Leistung, dem Sieg in der 4xioo=m=StaffeI in 40,0 Sekunden, der Sonderpreis des Reichsministers Dr. Goebbels zuerkannt.
Siege auf zwei anderen Fronten.
Unsere „zweite" Leichtathletik-Mannschaft errang,, im zweitägigen Länderkamvf gegen B e l g i e n im Brüueler Heyselstadion einen sicheren Sieg von 114:73 Punkten. Schon am Samstag hatte Deutschland einen so beträchtlichen Vorsprung erkämpft, daß am Enderfolg unserer Vertretung nicht mehr zu zweifeln war. Ganz besondere Anerkennung verdient der 1500-m-Lauf von Mostert. der durch seine erstaunliche Svurtfähigkeit in 4:02.2 Min. unseren veranlagten Jakob und Strößenreuther stcher auf die Plätze verwies.
Auch gegenPolen gab es am Sonntag in Bromberg einen deutschen Leichtathletik-Sieg, und zwar gewannen unsere Frauen, allerdings erst nach hartem Kampf, mit 49:40 Punkten. Die polnische Weltrekordlerin Walasiewicz startete in drei Einzelwettbewerben und landete dabei drei Sieg«.
